Indiana Tribüne, Volume 24, Number 153, Indianapolis, Marion County, 19 February 1901 — Page 1
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Jahrgang 24.
Indianapolis, Ind.. Dienstag, den 19. Februar 1901.
No. 153
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Wn britischen Aar!'a meni.
Die Majorität der Regie mg bei der ersten Zlbstimuiung BclZls sich auf 45 Stimr.au .Interessante Angaden über den Krieg in Afrika. 'Verschiedenes, aus dem deutschen Neich.
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Tie Lage iu Ch?ua.'
Unerhörti Kälte und furchtbare Schnee stürme.
Vom b?itischenParlament. London. 19. Febr. Die erste Abstimmung in dem ersten Parlament unter der Regierung des Königs Eduard hatte zur Folge, dah die Ma jorität d Regierungspartei von 130 auf 45 h:rabgedrückt wurde. Bei der Abstimmung handelte es sich keinesweg um irgend etwas Wichtiges, der unerwartzte Ausgang war aber eine 'Folge des Umstandcs. daß Lord Cranborne. de? Untersekretär des auswärti gen Amtes, sich geweigert hatte. Fragen zu beantworten, die nicht vorher schriftlich bei ihm eingereicht worden waren. In Bezug auf China sagte Lord Cranborne. daß die Runen vollständig korrekt handelten; dah die russische Regierung die bestimmte Zusicherung gegeben habe, daß sie die Peking-Shan-Hai-Kwan (tisenbahn sofort nach dem Friedensschluß den Eigenthümern zurückgeben werde, und auch, daß die Vereinbarung zwiscken Rußland und China betreffs der Mandschurei nur eine temporäre sei und dem Zweck diene, di: Grenzen und die Eisenbahn zu beschützen. . Auf die Frage des Sir Wm. Vernon Harcourt, ob es wahr sei, daß der Graf von Waldersee eine Expedition ins Innere von China angeordnet habe, antwortete Lord Cranborne. daß, soweit dies der Regierung bekannt sei, keine Macht eine Expedition ins Innere von China zu schicken beabsichtige. Wenn dies aber doch der Fall sei. mußten die britischen Kommandeure neue Instruktionen erhalten. Lord Cranborne sagte auch, auf die letzten Vorschläge der Chinesen Bezug nehmend, daß die Regierung Selbstmord nicht als eine geeignete Alternative für die Todesstrafe ansehe. Lord Stanley, der Finanzsekretär des Kriegsamts, theilte mit, daß die Regierung soweit für die Truppen in Südafrika 113.975 Pferde in Großbritannien und 71.874 im Ausland angekauft habe. Die englischen und irischen Pferde seien die ersten und dcknn kämen die amerikanischen. Von den legieren seien 21.000 gesaust worden, während Kanada 3756 geliefert habe. Der Kriegtsetretär. Herr St. John Aroderick. gab Auskunft über die Äerheerungen. welch? d:rTyphus unter den Truppen in Südafrika anrichtet. Er sagte, daß im Oktober die Zahl der Erkrankungen am Typhus sich auf 569 belaufen habe und die Zahl der Todesfälle auf 93; im November wurden aber schon 1213 Erkrankungen und 207 Todesfälle anzeinelvet unfc im Dezember 1665 Erkrankunzen und 236 Tcoesfälle. Seit Beginn des Krieges eien 19,101 Soldaten am Typhus erkrankt und 4233 daran gestorben. Am Schluß der Sitzung hielt noch ' der Kolonial-Sekretär Chamberlain eine Rede, in der er abermals für den Krieg eintrat und wiederholte, daß die Regierung sich auf keine Unterhandlungen einladen und nicht eher ruhen ürde, als bis den Vocren auch jede Spur von Unabhängikeit genommen sei. Er wiederholte auch auf's Neue, daß der Krieg Englano aufz.'zwunz:n worden k. Der Krieg in Südafrika. London. 19. Februar. Ein Korrespondent der Daily Mail", der sich bei der Kolonne befindet, die General DeWet verfolgt, bericht! : . General DeZet ist es nicht gelungen, die Punkte zu erreichen, auf d:e er es abgesehen hatte, nämlich Stry:;nbürg und Hopetown. die sich 38 b:zw. 35 Meilen von dem Schauplatz der am Freitag stattzefundcnen Kämpfe befinden." Der Korrespondent der Daily Mail" in Pretoria deutet an. daß Lord Kitchener eine Kampagne im nördl'en Transvaal zu fübren l'eabsichtigt. na- . mentlich in de? Segens von Pie rsbürg und in anderen Distrikten, die bisher noch nicht von den Bocren heimgesucht worden sind. K a.p st a d t, 19. Februar. Ein
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keuter Berichterstatter meldet aus Pretoria, daß Lord Kitchener nach wie vor strenge darauf sieht, daß nach jeder Eisenbahnzerstörung alle Farmen im Umkreise von 10 Meilen in Brand gesteckt werden. Bekanntlich hat Lord Roberts diese Verfügung noch vor sei ner Abreise getroffen und Kitchener macht sich ein Vergnügen daraus sie auszuführen. Wenn die Boeren ein Geleise entfernen wollen, so spannen sie einfach ihre aus zehn bis achtzebn Ochsen bestehenden Züge an dasselbe und schleppen es sammt den Schwellen seitwärts vom Bahnkörper weg. Auf diese durch den Krieg gerechtfertigte Zstörung folgt nun die sogenannte Strafe", d. h. unterschiedslose Mordbrennerei seitens der Briten. Der Berichterstatter sah einer solchen Nichts-
Würdigkeit zu und schildert sie folgen
dermaßen : Die Engländer besitzen in der AusÜbung dieses Kulturaktes" ebenso viel Routine, wie die Boeren in der Eisenbahnzerstörung. Es wird das Bettzeug auf dem Tische in der Mitte des Zimmers aufgestellt, mit Petroleum Übergossen und angezündet. Meist sind die Engländer so human, das Vieh, welches requirirt wird, sowie Frauen und Kinder vorerst hinauszutreiben. Man jagt sie mitten in der Nacht aus den Betten. Welche Scenen sich dabei abspielen, dies auszumalen, bedarf wohl nicht vieler Phantasie. Wem sie fehlt, der wöge bei einer Feuersbrunst jene Frauen beobachten, die ihre Habe verlieren. Die Trennung von so vielen Sachen, die durch Erinnerung lieb und theuer, durch Gewohnheit unentbehrlich geworden sind, vollzieht sick unter heftigsten Gemüthsaffekten. selbst wenn die Gegenstände gut versichert sind. Bei den armen Boerenfrauen fallen alle mildernden Momente weg. Nicht das Schicksal schwingt die Brandfackel, ein Trupp Soldaten, die unter dem Banner europäischer Civilisation mit der Devise: Gleichheit aller .Rassen" in's Land gezogen kamen, schleudert sie auf demHeiligthum. von dem der Engländer sagt: My House is int) Castle". Die Verzweiflungsrufe, das Jammern und Flehen der schutzlosen Mütter, das Kreischen der erschrockenen Kinder, all diese Ausbrvche rasenden Seelenschmerzes. für den der Himmel zu )och, zu weit ist. dringt an menschliche Ohren in nächster Nähe, und diese Menschen lachen, lachen zum tiefsten menschlichen Elend. Es sind ja nur Boeren und sie sollen verhungern! Es ist Thatsache, daß einmal eine Boerenfrau. der General Rundle die Erlaubniß verweigert hatte, einige für sie werthvolle Gegenstände aus ihrem Hause zu holen, dem General mit der Jaust in's Gesicht schlug. So drakonisch diese Mordbrenner - Methoden sind, wären sie schließlich doch zu verstehen, wenn die Strafe auch die Schuldigen treffen würde und den beabsichtigten Erfolg hätte. ' Sie trifft aber gerade die Unschuldigsten, da bei der Zerstörungsarbeit gewiß kein Boer ist. dessen Farm in der Nähe liegt. An den Eisenbahnzerstörungen betheiligen sich hauptsächlich solche Boeren, deren Farmen bereits vernichtet wurden. Durch die Schandthaten der Engländer wird daher das Kontingent der Eisenbahn-Zerftörer vermehrt und das Gegentheil des beabsichtigten Zweckes erreicht." Die Brandkatastrophe in Baku. St. P e t e r s b u r g. 19. Febr. In dem offiziellen Bericht über den großen Brand, der am 5. Februar in den Petroleum- und Naphta - Magazinen in Baku ausbrach und sich auf an dere Petroleum - Depots ausbreitete, wird zugegeben, daß bei dem Brand 127 Personen um's Leben kamen und noch viele andere in Folge der erhaltenen Verletzungen sterben werden. Es wird immer noch unter den Trümmern nach Leichen gesucht. Aus dem deutschen Reich. Berlin, 19. Febr. Die Kolnische Zeitung" veröffentlicht eine Depesche aus Peking, in der erklärt wird, daß sie neue Expesition des Grafen von Waldersee den Zweck habe, die Provinz Pe-Chi-Li envgiltig von chinesischen Soldaten zu säubern, und den Cqineskn nochmals eine heilsame Furcht einzujagen. Das deutsche Kommissariat - Department hat Befehl gegeben, daß tausend Transport - Wägen innerhalb von 18 Tagen zur Einschiffung bereit sein sollen. In Depeschen, die hier aus Lissabon eintrafen, wurde erklärt, daß bei, der vor Kurzem in London siattgefundenen Zusammenkunft, zwischen dem Konig Eduard, dem Kaiser Wilhelm und'dem 5tönig Karl ein Arrangement zwischen England, Deutschland' und Portugal betreffs der Zukunft von Süd-Afrika getroffen worden sei.' In hiesigen offiziellen Kreisen werden alle solche Ge rüchte für unwabr erklärt, und die Ber-
Iiner Neueste Nachrichten" stellen nun auch in einem inspirirten Artikel die Wahrheit des Gerüchts in Abrede. , In Bayern. Württemberg und OstPreußen herrscht ungewöhnlich 'rltes Wetter und der Schneefall ist seit Iahren r-cht so stark gewesen. Jn den Sudeten stand am Sonntag das Thermometer auf 29 Grad unter Null. Mehrere Züge sind entgleist und in WestHaus' i. Dirschau und Nördlingen in Bav"n wurde großer Schaden ange richtet. Fünf bayerische Eisenbahnen wäre" in Folg: der ungeheuren Semee rnaffn gezwungen, den Betrieb einzustellen. De" Flottenkapitän Troppel ist zum Gouv'rneur von Kiao Tschou ernannt worden. Die Influenza ist hier wieder stark im Zunehmen und soweit in diesem Monat schon mehr Opfer gefordert, wie im Januar. ' Frl. CaroUne T.Stewart von Memrhis. Tenn.. erhielt am Montag den Titel eines Doktors der Philosophie an der Berliner Universität. Zum sten Mal waren die sämmtlichen BeWerber Damen. Die Mitbewerber waren: Frl. Jane Scherzer. Frl. Mary Montgomery und Frau Herter. Der Kaiser und die Kaiserin statte ten am Montag Nachmittag der Kaiserin Friedrich in Cronberg einen Besuch ab und kehrten später nach Homburg zurück. In dem Befinden der Kaise rin Friedrich ist keine wesentliche Aenderung eingetreten. Aus China. Peking. 19. Februar. Neu-jahrs-Rationen und Kupfer-Münzen wurden am Montag in dem den Amerikanern unterstellten Distrikt an 4000 Chinesen ertheilt. General Chaffee gab 5400 und Prinz Chung und Li Hung Chang gaben eine gleiche, Summe dafür her. In vier Truppenkllchen wurden während des ganzen, Nachmittags Mahlzeiten veraoreichtt.,, London. 19. Februar. Der Morninz Post" wird aus Taku be richtet, daß die Russen drei Regimenter von Bladivostock abgeschickt haben, einö nach Tientsin und die anderen beiden nach Shan Hai Kwan. London. 19. Februar. Graf von Waldersee hat den Plan für, die neue Expedition ausgearbeitet", meldet der Korrespondent der Morninz Post" aus Peking, und sie wird am Samstag abgehen. Die sämmtlichen Mächte, mit Ausnahme von Rußland und den Ver. Staaten, haben ihren Truppen erlaubt, daran Theil zu nehmen." P e k i n g. 19. Februar. Die Vertreter der Mächte hielten eine Konfe renz ab und besprachen die Antwort der chinesischen Regierung bezüglich der Bestrafung der schuldigen Beamten. Die Antwort wurde als nicht zufrie denstellend betrachtet und die Gnsandten beschlossen, auf ihren ursprüngli dizn Forderungen zu bestehen. Shanghai. 19. Februar. Der Shangk-ai'er ..Mercury" versichert, daß die Mächte vv.t Bewegung planen, welche die chinesische Regierung in Erstaunen setzen und sie rasch zur illnterwerfung bringen wird. Wie die ..North China Daily Newsberietet. beabsia tZen die Deutschen eine Erpedincn in's Gebiet des ?)ang Tse Kiang. Streitende Journalisten. H o n o 1 1: l u , 12. Febr.. via' San Francisco. 19. Febr. Edwin S. Äill. der Herausgeber des Republiean", erhielt am Abend des 6. Februar den Besuch von V!ortir.ier H. Stevens.' eines Angestellten des Advertisers", welcher über gewisse Artikel im Republican" gegen eine junge Dame, im HawaiianHotel Beschwerde, fübrte und verlangte, daß keine Bemerkungen,.üb?r dieDame im Ncp'.:blican" mehr erscheinen' sollten. Es kam zwischen den beiden Zei tungsleuten zu einem hitzigen' Wort Wechsel und Gill erbiclt oon. Stevens einen Sc!)lag ins Gesicht. Hierauf zog Gill einen Revolver und schoß Stevens ins Bein, eine gefäyrliae Fleischwunde veriusachend. Der Advertiser" benut die Gelegenheit, um in der gehässigsten Weise über Gill herzufallen und der Lctere ist die Ai'.twrt nicht schuldig gebli'ben. Der Advertiser" beschuldigt auch ftich ter Humphreys vom ersten Distriktsgericht, die Artikel gegen die besagte junge Dame im Republican" inspirirt zu haben. Die Bul garende stürzt.
! Wien. 19. Febr. Ein Artikel deö j St. Peter-burgcr Viedomosti" b-lt in .'.Sofia 'die gröteestinug v.rurj sacht.'. ' Die 'Zeitung erkürte nän lich, . daß die Ereignisse auf de.m-Balkan. namerklich in 'Bulgarien. - bald zu einer j solcb-n Krisis führen lürdcn. daß die ! Auf 'erksamkei: der sämmtlichen euro ' päis 'n Mächte darauf hingelenkt werden :ürden.
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Die 5,000,000 für die St. Louiscr Ausfiel-lung
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willigt. Genera! Chaffee
Wird iostruirt werden, sich nicht an der Expedition ins Innere von China zu betheiligen.
Frau Nation iu Topeka im Gefängniß Wo sie wahrscheinlich längere Zeit bleiben wird.
Ein dortiger Ricktcr erklärt, daß daS Frauenzimmer waununig sei
Und kauzelt ihre Anuanger gehörig ab.. , ' Senat. Washington. D. C.. 18. Febr. Der Senat beschäftigte sich fast während des ganzen Tages mit dem PostEtat. Die Kommittee - Amendements wurden alle angenommen, bis auf oas jenige, demzufolge MX).000 für , die Ausdehnung des pneumatischen R'öhrendienstes verwilligt werden sollen. Sen. Pettus von Alabama hielt eine Rede gegen die ,Schiffs-Subsidien-Vorlage und er griff dabei in seiner eigenen, , charakteristischen Weise die Demokraten heftig an, die die Vorlage unterstützten. . . : Kurz vor der Vertagung wurde der Konferenz-Bericht . über die Militär-Akademie-Bewilligungs-Vill dem Senat unterbreitet.- Sen. Daniel. Va., griff in heftiger Weise den Paragraphen an, demzufolge Kadetten, die sich der Fuchsprellerei schuldig machen, niemals als Offiziere im Heer ode? Flotte dienen dürfen. Repräsentantenhaus. Die Vorlage, derzusolge die Abhaltung einer internationalenAusstellung. zu Ehren des 100sten Jahrestags der Abschließunz des Louisiana - Ankaufs in St. Louis autorisirt wird, und in der 55.000.000 für diesen Zweck verwilligt werden, wurde am Montag mit 191 gegen 41 Stimmen angenommen. Die Opposition war so sehr in der Minderheit, daß der Kampf um die Vorlage nur ein kurzer war. Die Frage, ob die Ausstellung Sonntags geschlossen werden soll, wurde in der Debatte gar nicht berührt. Die Vorlage, derzusolge das Wort Verschwörung" in dem Sherman'schen Anti-Trust-Gesetz genau definirt werden sollte, um zu verhindern, daß es auf Arbeiter - Organisationen angewendet werde, wurde mit beinahe einer Zweidrittel - Mehrheit verworfen, weil der Justiz - Ausschuß zwei'Amendements angehängt hatte, gegen welche die Arbeiter - Organisationen opponirten. Der vermisste Civil-Etat wurde spär in Erwägung gezogen. Herr
Cannon. Vorsitzer des VerwilligungsAusschusses, gab dabei eine detaillirte Erklärung über die von dem jetzigen Kongreß gemachten Verwilligungen ab. Er gab die Sume auf 5694.118.595 an. ausschließlich der S53.000.000 für den Tilgungsfonds, gegen $657,159.
862, die Verwilligunz sur das lausende Jahr. Deutsche Sänger bei dem Präsidenten McKinley. Major Carl Lentz. der Präsident, und die 32 Direktoren des nordöstlichen Sängerbundes von Nord - Amerika sprachen am Montag, im Weißen .Haus vor und überreichten dem Präsidenten McKinley ein hochelegantes, in rothem Leder gebundenes Album, das die Lieder enthält, die von dem Bund bei dem letzten Sängerfest im Jabre 1900 gesungen wurden. Auf dem erren latt des Albums befindet sich eine kü stlelisch schön ausgeführte Widmung. Die Direktoren begaben sich nachher nach der deutschen Votschaft, wo sie dem Boischafter Dr. Holleben, als Geschenk für den Kaiser Wilhelm, ein Album von seltener Schönheit, das $1,209 gekostet haben soll, überreichten,' ein Gegenge . schenk K'vlx den von dem Kaiser Wilhelm für das letzte Sängerfest .'gestifteten 'Preis., . Dix'Botschafter hatte am Sonntag 'eine Käbeldcpesche von dem Kaiser WilHelm -.erhalten, in der er angewiesen würde, das Geschenk des Sängerbundes entgegenzunehmen. Nach der Ueberreichung tranken die Delcgaten und der Botschafter auf die Gesunoheit deS Kaisers Wilhelm. '
a& uilüin ist von amerikanischer Arbeit und ein Kunstwerk ersten Ranges. Es besteht aus zwei, zusammen vierzig Pfund wiegenden Silberplatten, mit Leder gebunden und reich ornamentirt. Auf de: Vorderseite der einen Platte sind die deutsche und die amerikanische Flagge und die Wappen beider Länder in Emaille eingelegt und auf der Rückseite ist eine Dankes-Resolution für den Kaiserpreis eingravirt. Auf der Vorderseite der zweiten Platte ist das Lied eingravirt, mit dem der Preis bei dem Sängerfest gewonnen wurde, und auf der Rückseite befindet sich in erhabener Arbeit eine Reproduktion desKaiser-Preises. der Wandernde Minnesänger". In der am Sonntag abgehaltenen Sitzung wurde definitiv von den Direktoren des Sängerbundes beschlossen, was mit dem Kaiserpreis geschehen soll. Es war zuerst beschlossen worden, daß, da der Preis dem Arion von Brooklyn und dem Germania Männerchor von Philadelphia zusammen zugesprochen wurde, der Arion ihn die erste Hälfte der Zeit bis zum nächsten Sängerfest behalten, um ihn dann an den Philadelphia'er Verein zu schicken, der ihn bis zum Sängerfest behalten sollte. Da aber die Philadelphia' sich weigerten, den Preis aus zweiter Hand ent gegenzunehmen, wurde nun beschlossen, daß er, nachdem der Arion ihn zurück gegeben, bis zum nächsten Sängerfest, das im Jahre 1903 in Baltimore abgehalten wird, im Museum des Maryland Institute in Baltimore ausbewahrt werden soll. Das 3 0. Regt. nach Hause unterwegs. General Mac Arthur hat das Kriegsdepartement benachrichtigt, daß die Transportdampfer Hancock" und Kilpatrick" am Sonntag von. Manila aus nach den Ver. Staaten abgegangen seien. An Bord der Hancock" befindet sich das 30. Infanterie Regiment und die Kilpatrick" hat 400 kranke Soldaten an Bord.' D i e ch i n e s i sch e F r a ge. General Chaffee hat das Kriegsdepartement benachrichtigt, daß er von dem Grafen von Waldersee ersucht warden sei, Truppen für eine größere Erpedition zu stellen, und das Staats-De-partement ist sofort davon benachrich tlgt worden. Dieser Schachzug Deutschlands hat hier Bestürzung verursacht, da er es vielleicht nöthig machen wird, daß die Regierung eine definitive Entscheidung betreffs ihrer ganzen. China gegenüber zu befolgenden Politik, treffen muß. General" Chaffee wird benachrichtigt werden, daß er sich nicht an der Expedition betheiligen soll. Er hat übrigens nur noch genug Truppen in Peking, um fch Gesandtschaft zu beschützen, und die deutsche Regierung weiß ganz genau, daß die amerikanischen Truppen speziell cus dem Grunde zurückgezogen wurden, um ihnen den offensiven Charakter zu nehmen und dadurch die Friedensaussieb.ten zu fördern. Leide? muß hier zugestanden werden, daß die chinesischeregierunz die Friedensunterbandlungen in geradezu herzusfordernderWeise hinzieht, und den Bemühungen der Ver. Staaten nickt in dem gewünschten Sinn entgegenkommt.
!Von S t r a ß e n r a u b e r n er-
mordet. P i t t s b u r g . 19. Febr. M.Hecko, von hier, wurde in der Nacht'zumMontag kurz nach Mitternacht von drei far digen Straßenräubern überfallen und, als er sich zur Wehre setzte,. geschossen. Die Kugel drang in den Unterleib ein und Hecko starb am Montag Morgen im Hospital. Zwei Neger befinden sich in Haft, angeklagt, den Mord begangen zu haben. Ein Neger gelyncht. Dye r s b u r g. Penn., 19. Febr. Der Neger Fred King, welcher einm mörderischen Angriff auf Frl. Elf Arnold, die Tochter eines bekannten hiesigen Arztes, gemacht hatte, wurde am Montag kurz nach Mittag von einer -Anzahl Bürger aufgehängt. King wurde mit Bluthunden in seinem Bersteck aufgespürt und arretirt und sofort vor einem selbstkonstituirten Gerichtshöfe von 12 Bürgern verhört. Er gab seine Schuld zu i'nd inkriminirte außerdem noch einen gewissen B Montgomery. einen andcren Neger. King wurde dann an einem Baume nahe demGerichtsaebäude aufgehängt. Montgcmery ist verhaftet und befindet sich im .Stadtgefängniß. Das Gerücht, daß
N3M mehrere Farbig: gelyncht seien, ist unbegründet. Während des improvisirten GerichtsVerfahrens sprach Rev. McCanley. der Pa'or der.Presbyterianer - Kirche für Fa"bige. ein langes. Gebet, in. welchem ; t : um.Gottes Gnade für den Verbrecher bat Alles' war am Abend ruhig und friedlich BiömarrkEafc. Jn.u.auslän. dische Biere an Zapf. Auster u. Chop Haus. F. I. Arens, 25 O. Pearl Str.
Frau Nation vorläufig unschädlich gemacht. Topeka, Kas., 19. Febr. Frau Nation wurde am Äontag auf die An klage hin. gewaltsam in das Magazin der Moeser Cold Storage Co. einzebrocken zu sein, dem Richter Hazen'vorgeführt. Frau Nation führte ihre ei gene Vertheidigung, sie hatte diesmal aber die Rechnung ohne den Wirth gemacht. Der Polizeichef Stahl ihr fanatischster Helfershelfer, war hier nicht im Stande, sie zu beschützen, und der Richr stellte sie bis auf Weiteres unter 52000 Friedensbürgschaft und befahl ihr. im nächsten Gerichtstermin vor ihm zu erscheinen. Frau Nation weigerte sich, die Bürgschaj zu stellen und wurde ins Gefängniß. geschickt, wo sie wahrscheinlich längere Zeit bleiben wird. Sie befindet sich jetzt im Hospitalzimmer des Coun tyge'' ingnisses. Tie verschrobene Frau war während der Verhandlungen nicht wenig erstaunt, daß man sie nicht, wie sie es gewöbni war, im Gerichtösaal thun ließ, wie und was sie wollte. Sie wurde nicht nur vom RiÄter ernstlich zur Ordnung gerufen, sondern ein HilfsSh'.ciff ranzt: sie cu einmal, ais sie sich wieder unverschämt benahm, in solc grober Weise an, daß sie vor Erstauben gar nicht mehr antworten konnte. Im Polizeigericht wurden vorher die Argumente der Anwälte in dem Falle der Eigenthümer der Senate"-Wirth-schcft gegen Frau Nation angehört. Der Vertheidige? der Frau Nation war nicH nur mitCesetzbüern reichlich versehen, sondern auÄ mit Bibelsprüchen, rni: Hilfe derer er nachzuweisen suchte, daß Frau Nation ganz in Uebereinstinmung mit :n Lehren der Jib'l gewandelt habe. Der Richter McCabe erklärte, seine Entscheidung cm Donnerstag abgeben zu wollen. Es ist höchst unwahrscheinlich, daß es jemano wagen wird, für Frau Nation Bürgschaft zu stellen, denn sie erklärt, scfort nach ihrer Freilassung mit dem Zerstören von Wirthschafts-Eigenthum fcrtfahren zu wollen. Ihre Freunde sind benachrichtigt worden, daß der Richter Hazen sie nur gegen das Versprechen freilassen werde, daß sie sofort nach ihrem Wohnort. Mediane Lodce, schickt und dort festgehalten werde. Am Abend stellte der Richte? auch Cal McDonald. Frau Rose Crist und Frau Madeline Southard unter Frie dens - Bürgschaft. McDonald's Bürgschaft wurde auf $1000 festgesetzt und diejenige der Frauen auf je $500. Der Richter hielt den drei prominenten Anhängern der Frau Nation eine gesalzene Strafpredigt. Er drückte die Ansicht aus. daß Frau Nation wahnsinnig sei und fügte hinzu, daß diejenigen Leute, die die Methoden des Weibsbildes unterstützten. sich vor der ganzen Wlt, sckämen sollten. 'Die Verhaftsbefehle gegen die drei letztgenannten Personen waren vonWm. Mceser erwirkt worden. Herr Moeser wird auch qezen Frau Nation. Frau Crist. Frl. Southard. Cal McDonald. FrankMurphy. Dr. Eva Harding. Frau A. B. Chadwick ' und den Rev. F. W. Emerson das Verfahren wegen gewaltsamen Einbruchs einleiten. W i n f i e l d. Kas.. 19. Febr. Ein gedrucktes Cirkular, das Entschlössen? Frauen" unterzeichnet ist, würde am Montag hier verbreitet. Di: Mitglieder .des Commercial Klub von Winfield werden darin gewarnt, aus ihren Liquor Carnival" zu verzichten, widrigenfalls das Gebäude zerstört werden würde. Die Wirthe haben ibre Vorräthe und Wirthschaft - Einrichtungen in ihren Wohnungen untergebracht, und sie sind entschlossen, ihr Eigenthum mit ihrem Leben zu vertheidigen. Neue Offiziere. West Point,N. ?).. 19. Februar. Die 73 Mitglieder der ersten Klasse der hiesigen Kadcttenschule erhielten ani Montag von dem General Brooke, Kommandeur des Departements des Ostens, ihre Offiziers-Patente. DaS frühzeitige Graduircn der Klasse war durch die Armee-Reorganisation nöthig geworden. Sonst wurden die Offi-ziers-Eramen erst im Juni gemacht. Die jungen Offiziere erdalten Urlaub bis zum 10. März, wann .viele von ihnen den auf den Philippinen stehen den Regimentern zugetheilt werden. Albert H. Müller von Illinois, ein Mitglied der Klasse, darf übrigens erst im Juni sein Examen machen. Er wurde vor einiger Zeit von einem Kriegsgericht ween eines Tisciplinar Vergehens verurheilt. Die zebn Kadetten, die das erste Eramen bestanden, werden dem Ingenieurskorps zugetheilt werden. Es sind dies Johnson (Orezon). Sherill (Nord-Carolina). Poole (Wisconsin), Peck (Wisconsin). Lee (Nord-Caroli-na). Spaldinq iMicbigan). Dent (Pennsylvanicn). Caples (Missouri). Jewett (New York) und William? lMissouri).
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