Indiana Tribüne, Volume 24, Number 152, Indianapolis, Marion County, 18 February 1901 — Page 5
Jndmna Tribüne. 18. Februar 1901.
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Ter kleine Ctedtherold. Hczr Charles Äroich wird demnächst eine Reise nach Deutschland antreten, um Verwandte und Freunde zu besuchen. Herr JoKn Marmci, welcher srüher Lehrer in E?ansville war und jeht Theilhaber der Vigo Jce K Cold
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Dirigent des dortigen MinnerchorZ ist, stattete gestern seinem Schwager Herrn Gottfried 2.onninger und einen vielen hiesigen Freunden seinen stets ni!!!crn rncne Besuch ab. Die vielen Freunde des Capt Kinncy von der Deectivc'Mannschast, mcrdcn jedenfalls :nit Bedauern erfahren, daß derselbe Zeit in seiner Wohnung sn der St. Clair und California Str. anr GclenZ'Rhcumatiömus sÄnic-r erkranlt darnieder liegt. Beide Beine sind nahezu celahnit. Capt. T-aroson vcr triit während seiner Abwesenheit vom Dienst einen Posten. .)err Gustav Gontz, dc? durch seine au-cgeichnetsn Lcistungee: vortheilhaft bekannte Dc!o?ation5 und Fresko VJlcJ::, ist ren Chicago h;rr eingetroffen.
n: &c::i Vestibüle unl d;rn Foyrr dcö (j3iwr.bO-ciaaUC?,n5fJchcä liirjliJi ron Fe.er heimgesucht wr--, einen neuen de?o:a:ircn Schmuck zu verleihen. Blau, sä'ar; und Elfenbkir.L kih werden die Leitmotive der Farbencomposition sein. Herr Goc, welcher in seinen Arbeiten ron seinem Soljneunt zwei Angestellten unterstützt wird, ist tye? sein Fremder. Di: ron feinem künstlerischen Gei'chmcke
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schicke lulne franco und große PrSmien liste, ein Cfeld nöthig. Man schreibe englisch, Illuliie Co., X)oy Wi, Sord Junctton, Mag.
ocenüber der Buhne befindet. Von der Mitte dieser Muuer aus schiebt sich
ein Ballon, w:e dn Ktel eines Schis scs vor gegen die Buhne. Das ist der Vlatz, der für den Sultan reservirt ist. Nechts und link avon an der Mauer d die Logen su'r die kaiserlichen Prinzen und die Mitglieder des diplo--natischen Corps angebracht und an den äußersten Enden dieser Logen sind 'die durch dichte Holzgitter abgeschlosse'ncn der Frauen. Der kaiserliche Bal'!on befindet sich derart mitten in Ail-'t?iz-Palaft. damit Priemend dem Heri'scher den Rücken kehre. Die Jahrersstatistik deZ 'indischen Gouvernernents n?ist die unkJebeure Zahl von Todesfällen tiiif, die aus Rechnung der Raubthier--und Giftschlangenplage entfallen. Von diesen Zverden 24.621 Fälle giftigen Reptilien zugeschrieden; Tiger, sind -mit 899. Wölfe mit .'338 Leoparden Tint 327, Krokodile end Schakale mit 300 Fällen betheiligt. Die vom Gouvernement auf den von Raubtieren und Giftschlangen ausgesetzten Preise bewirkten, .daß 100.000 Schlangen und 20.000 wilde Thiere cnrgelicfcri wurden. Die hierfür entrichtete Gesammtsummr beläuft sich ans 536.000. Neue VtTrschläge. um der Plage noch wirksamer entgegenzutreten, sind in Borbereütung. So geht besonders ein Plan dahirn, eine großere Tiger - Eipedition nach Bengalen auszurüsten, doch glaubt das Gouvernement. db die Kosten hierfür zu groß smd. In Ergänzurrg zu den obigen 'Todesfällen und Verlusten an Menschenleben dürfte auö) deS Erwähnens werth sein, daß im vorigen Jahre nicht weniger als 90.000 Pferde und Schlachtvieh ein Opfer der Tiger und Leoparden in Indien wurden. Die Gattin des in I ttetc in Ungarn verstorbenen Direktors der dortigen Volksbnk, Bela Lokman, ist in den Verdacht gerathen, ihren Mann mit Hülfe ihres Freund-es, ei nes Arztes, vergiftet zu haben, um sich in den Besitz von 40.000 fl. zu setzen, auf welche der Verstorbene versichert war. Schon nach dem Begräbniß be-. gann man davon zu sprechen, daß Lokman keines natürlichen Todes ge storben sei; auf das viele Gered hin ließ die Behörde den Leichnam ezhu, miren. in dessen Magen thatsächlich eine große Menge Gift.vorgefundm wurde. Die bei der Wittwe vorgenommene Hausdurchsuchung förderte mehrere Gift enthaltende Fläschchen
zutage, deren mit Anmerkungen versehene Vignetten die Behörde auf die Spur des Komplizen der Wittwe führten. Es ist dies ein Nagybecskereker Arzt, der angeblich ein Verhält niß mit der Wittwe hatte. Auf Basis dieser belastenden Umstände ließ der Untersuchungsrichter Frau Lokman verhaften. Im Arrest versuchte sich die Frau zu erhängen, wurde jedoch vom Wächter noch rechtzeitig ' daran verhindert. Die Untersuchung wird w?Z!ereeführt.
O
epeschen.
Feuer. Sheboygan. Wis., 18. Febr. Die Emaille-Fabrik der Kohler. Hayßen & Stehn Company, die sechs Acreö Land bedeckt, wurde Sonntag Mittag durch Feuer zerstört. Der Verlust be. trägt 75.000. Pitt sburg. Pa.. 18. Febr. Durch den Brand der Manown Kohlenmine der Pittsburg Coal Company wurde ein Schaden von $50,000 angerichtet. Vierhundert Personen sind arbeitslos geworden. Ein Ungeheuer. NebraskaCity. Neb., 18. Feb. tall Trampton. ein Farbiger, versuchte Sonntag Abend seine Frau zu ermorden. Seine 15 Jahre alte Tochter suchte ihn zu beruhigen, worauf das Unge beuer sich gegen das Kind wandte. Die ?es lief davon, wurde aber von seinem Later niedergeschossen und da der Tod nicht gleich eintrat, erschlagen. DaS Scheusal wurde verhaftet und wird energisch bewacht, da man ein Lynchgericht befürchtet. Dampfroß im Restaurant. N e w a r k. R. I., 18. Febr. Hier ereignete sich auf der Vroad Str. Centralbahnstation ein sonderbarer Unfall. Eine auf der Drehscheibe befindliche Lokomotive konnte in Folge der den Dienst versagenden Luftbremse nicht rechtzeitig zum Stillstand gebracht werden und rannte in ein Gebäude, in dem Gustcw Helfrich ein Restaurant betreibt. Frau Helfrich. die gerade mit Kochen beschäftigt war. fiel vor Schreck in Ohnmacht, kam aber sonst unverletzt davon. Die Wucht des Anpralles wurde .glücklicherweise durch einen Haufen festgefrorener Asche, der sich vor dem Gebäude befand, um Vieles gemildert. Helfrich, dem die Küche theilweise demolirt wurde, schätzt seinen Verlust aus $100. Der Schaden an dem Gebäude selbst beträgt $200. wogegen der an der Lokomotive" sich auf $300 belaufen soll. Temperenzlerinnen gemeine Einbrecher. A t ch i n s o n. Kan., 18. Febr. V. P. Waggener, der Generalanwalt der Missouri Pacific Bahn, hat die BahnAngestellten dahin instruirt. die Temerenzwciber, welche in den Bahnhof in Goffs. Kan.. einbrachen, als gewöhnliche Einbrecher zu behandeln, falls sie noch einmal sich einer derartigen von 'Fanatismus geleiteten Unverschämtheit schuldig machen. Für ihre letztwöchentliehen Thaten werden die Tempuenz lerinnen auch prozcssirt weid. Aus dem deutschen Reich. Berli n, 16. Febr. Dä5freundschaftliche Benehmen des Kaisers WilHelm England gegenüber, und die Gründe die ihn zu diesem Benehmen bewogen haben, bilden hier irnme? noch 'das Tagesgespräch. Aus diesem Grunde nahm man auch so yrößes In teresse an der Eröffnung des britischen Parlaments. Die Thronrede des Kö.nigs Eduard und die Debatte über die 'Antwort auf die Thronrede iiabtn aber vouständig enttäuscht, da die besseren englisch - deutschen Beziehurrgen auch mit keinem Wort erwähnt wmden sind. Heute führt die Presse die Jnterpellation'von Thomas Gibson Bowles in Bezug auf die angebliche Wegnahme .eines Theils des belgischen Konaostaates Seitens Deutschlands als Beweis
dafür an, daß in England das ferndselige Gefühl gegen Deutschland heute nach qerade so stark ist wie vor Iahren. 'Das Tageblatt- erklart, daß der Interpellation des Herrn Bowles mir Feindschaft und Boshttt zu Gründe liege. Mehrere Zeitungen, darunter die konservativen Dresdener Rachrichten", erklären, daß seit dem Sturz Bismarck's die Beziehungen zwischen dem Kaiser und der Nation niemals schlechter gewesen seien wie jetzt. Es ist indeß bemerkenswerth, daß die stärkste Opposition dem Kaiser von den Konservativen gemacht wird,- die doch sonst immer Ke Loyalität für die Monarchie als ihr Monopol betrachten. Die inspirirte. nationalliberale Münchener Allgemeine Zeitung" erklärt, daß Graf von Bülow alle Verantwortlichkeit für die Briten-freund
lichen Handlungen des Katsers WuHelm übernehme, und daß er die erste sich bietende Gelegenheit wahrnehmen werde, der Nation zu zeigen, daß der Kaiser gute und genügende Gründe für sein Benehmen hatte. Der Vorwärts" weist in sarkastischer Weise darauf hin, daß die Jun-ker-Partei die Handlungen des Kaisers Wilhelm mehr tadele, wie die Sozialisten es thun, wann immer der Kaiser anderer Ansicht ist als die Junker. E6 unterliegt nicht dem geringsten Zweifel, daß das deutsche Volk des Krieges in China durchaus müde ist. Dies geht nicht nur aus dem Verhalten der Presse hervor, sondern auch aus der Debatte im Reichstag und Landtag. Es ist wahr, die China-Ausgaben für 1900 im Betrage von 153.000,000 Mark sind schließlich bewilligt worden, aber die Oppositions-Reden seitens der Sozialisten und Freisinnigen sind vom Centrum und den Konservativen fast gar nicht beantwortet worden, ausgencmmen wenn es sich um die Missionen bandelte. Baron von Richthofen, der Staatssekretär des Aeußeren, hat bei bieser Geleaenheit auch erklärt, daß die
cn'ijünare m Cyma tefier beschützt werden müßten, und Dr. Mumm von Schwarzenstein, der deutsche Gesandte in Peking, instruirt worden sei. bei den endgiltigen Friedensverhandlungen in diesem Sinne zu wirken. Die von dem Abg. Bebel bewiesene Thatsache, daß der Bischof Anzer sich häufig in die inneren Angelegenheiten Chinas eingemischt habe, nicht nur in der Provinz Shan Tung, sondern auch außerhalb der Provinz, ist im Reichslag nicht widerlegt worden. In Massenversammlungen der Sozialisten. die während der Woche in allen Theilen Deutschlands stattgefunden haben, sind energische Proteste gegen die beabsichtigte bedeutende Erhöhung der Getreidezölle erlassen worden. Diese Zölle wurden sür höchst ungerecht und für eine ungebührliche Belastung der Arbeiterbevölkerung erklärt, und es wurde auch erklärt, daß sie nur von der brutalsten Menschenklasse im Reich und der gemeinsten agrarischen Selbstsucht" diktirt worden seien. Die Berliner Neuesten Nachrichten", konservativ, enthalten einen Artikel, in dem erklärt wird, daß Deutschland keinen Zollkrieg mit den Ver. Staaten zu befürchten habe, selbst wenn hohe Getreidezölle eingeführt werden sollten, dtf die Ausfuhr der Ver. Staaten nach Deutschland zwei und ein halb mal so groß sei. als die Ausfuhr aus Deutschland nach den Ver. Staaten, und Amerika einen so guten Kunden wie Deutschland nicht entbehren könne. Ein Gemälde, das man für einen echten Raphael hält, aus dem Jahre 1510 stammend, wird hier am 15. Februar auf Auktion verkauft werden. Es heißt, daß der verstorbene Professor Nicole das Gemälde in Lausanne in der Schweiz entdeckt und Wm. K. Vanderbilt $300.000 dafür offerirt habe. In dem Zustand der Kaiserin Friedrich ist keine wesentliche Verschlimmerung eingetreten. Der Kaiser WilHelm und der Prinz Heinrich statteten am Nachmittag der Kaiserin einen Besuch in Friedrichshof ab. Aus China. Peking. 16. Febr. Vor der Versammlung am Samstag Morgen wurde den auswärtigen Gesandten eine Botschast von den chinesischen Friedens Kommissären übermittelt, die im Wortlaut ein kaiserliches Edikt enthielt, vom 15. Februar datirt, das auf die Bestrafung der schuldigen Chinesen Bezug hat. Es wird darin erklärt, daß 'dem Prinzen Chung befohlen worden fei, Selbstmord zu begehen ud daß Vu Hsien. der frühere Gouverneur der Provinz Shcm Si geköpft werden solle. Beide sollen 'den Tod in Geoenwart eines hohen ReJierungs'Beamten erleiden, um die Ausländer zu besrie digen. Die Fälle von Chi Shin und Hm Cheng Vu sollen von Li Hung Chanz und dem Prinzen Ching -nochmals unterfucht werden, tqt der Kaiser ihre Hinrichtung anordnet. General Tung Fu Siang wird degradirt und soll später noch anderweitig bestraft werden. Fang Nian und Chao Si Chia befinden sich im Gefängriß. Das Todesurtheil gegen Diejenigen, die bereits Selbstmord begangen haben, wird suspendirt. aber alle nachträglichen Ehren, die ihren Familien zu Theil wurden, werden widerrufen. Da es ziemlich lange dauerte, bis das Dokument übersetzt war, wurde es
während des Tages nicht mehr in Erwäoung gezogen, und die Angelegenheit"wurde bis Montag verschoben. Die Vsandien sind aber der Ansicht, daß Edikt, das nur eine Widerholung eines früheren ist, keine genügende Antwort auf die Forderungen der Mächte ist, da nur ein einziger Kopf bewilligt wird, während ein Dutzend verlangt worden sind. Die Gesandten haben einen Plan entworfen, dem zufolge die Gesandtschaften in Peking mit Befepigungswerken umgeben werden sollen. Boxer geköpft. Shanghai, 16. Febr. Acht angebliche Bvzerführer sind in Ha-Kow, nachdem sie auf Befehl des Vizekönigs Chang-Chi-Tung prozessirt wurden, öffentlich geköpft worden. Rußlands Antwort. St. Petersburg. 16. Febr. Der Finanzminister, Herr De Witte, bat bereits auf die Dekretirung eines
Zuschlagzolls von beinahe einem Cent per Pfund auf russischen Zucker seitens der amerikanischen Negierung geantwortet. indem er seinerseits ein Dekret erließ, in dem die Erhöhung der Zölle auf gewisse amerikanische Waaren um Netto 30 Prozent angekündigt wird. Die neuen Zölle sollen 14 Tage nach der Bekanntmachung des Dekrets in Kraft treten. Eine Bestie gebührend 3?straft. W a s h i n g t o n . D. C.. 16. Febr. Postnachrichten von den Philippinen zufolge ist der Hauptmann Novico, der Offizier, der die Insurgenten befehligte, die den Leut. Gilmore mit seiner Bootsmannschaft von der Jorktown" gefangen nahmen und Monate lang gefangen hielten, zu lebenslänglicher Einsperrung bei harter Arbeit verurtheilt worden, weil er gestattet hatte, daß einer der Leute Gilmores lebendig begraben wurde. Der Unglückliche war ein Matrose Namens McDonald, der wegen seiner schweren Verwundung den Filipinos lästig geworden war.
Die Erhöhung der russischen Zölle. Graf Cassini. der hiesige russische Botschafter, hat am Nachmittag eine Depesche vom russischen auswärtigen Umt erhalten, in der die Nachricht de(tätigt wird, daß die Zölle auf gcwiffe amerikanische Waaren erhöht werden sollen, und er benachrichtigte sofort das Staatsdepartement. Man ist sich jetzt bewußt, daß eine ernste Krisis in den Handelsbeziehungen mit Rußland eingetreten ist. Die Folge des russischen Dekrets ist. daß vom ersten März an die Zölle auf amerikanische Maschinen und auf Eisen- und Stahlwaaren 50 Prozent betragen werden. Die Artikel. die in dem russischen Dekret genannt werden, sind Maschinen und Werkzeuge aller Art und alle anderen Eisen- und Stahlwaaren. Die Ver. Staaten haben im letzten Jahr beinahe für $30.000.000 Waaren dieser Art nach Rußland exportirt. Die Erhebung ner neuen Zölle wird der Ausfuhr wahrscheinlich ganz ein Ende machen. Das heutige Vorgehen der russischen Regierung bedeutet, daß die lektere sich aus keinen Probe-Fall betreffs der Giltigkeit des Zuschlags auf die Zuckersteuer einlassen und auck nicht auf den Ausgang eines bezüglichen Prozesses warten wird. Von Interesse für Pala-stina-Reisende. Der Ver. St. Konsul Merrill in Jerusalem hat an das Staatsdepartement berichtet, daß der türkische Minister des Innern in 5ionstantinopel einen Befehl erlassen habe, der aus die Palästina besuchenden Juden Bezug hat. Der Befehl hat auf alle Juden Bezug; die nach Palästina kommen, Pilger oder Touristen. Der Befehl lautet wie folgt: Bei der Ankunft in Jaffa müssen die Reisenden ihre Pässe an die türkischen Behörden ausliefern, wofür sie einen türkischen Paß erhalten. Der Besucher darf drei Monate im Lande bleiben. muß dann aber wieder abreisen; seinen türkischen Paß zurückgeben und seinen eigenen Paß entgegennehmen. Die auswärtigen Konsuln müssen die Juden, die sich länger als drei Monate im Lande befinden, veranlassen, abzureisen. Konsul Wood wahnsinnig geworden. Max Adler, der Vize-Konsul derVer.
j St. in Kehl. Baden, hat das Staatsde-
partement per Kabel benachrichtigt, daß der dortige Konsul. Alexander Wood, wahnsinnig geworden sei. Er ist nach einem Jrrensyl in Straßburg gebracht worden. Die Aerzte haben Hoffnung auf Wiedergenesuna.
Mädchenhandel.
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Durch Zufall ist man in München
iZuständen auf die Spur gekommen, die
aller Beschreibung spotten. Eine Münchencr Stellenvermittlerin, der seit ei--niger Zeit von der Polizei genau auf die Finger gesehen wird, und die
hauptsachlich Kellnerinnenstellen im
Ausland vermittelt, sandte vier Münchener Mädchen nach Vervieres als Kellnerinnen in ein dortiges Bierrestaurant. Die Mädchen fuhren auf ihre eigenen Kosten nach Belgien und stellten sich bei ihrer neuen Dienstherrschaft vor. mußten jedoch zur Prüfung ihrer Pässe auf das dortige Polizeicommissariat sich begeben. Dort anae-
kommen, wurden die Papiere der Kellnerinnen geprüft und gestempelt und ihnen dann wieder zurückgestellt, zugleich aber auch ein Ausweis vorgelegt, wonach sie sich verpflichten mußten, Dom Tage ihres Dienstantritts ab unter siUenpoliz?iliche Konirole sich zu Pellen. Entrüstet wiesen die Mädchen diese Zumuthung zurück, worauf der Poliznbeamte einfach meinte, es sei
vieS so Gebrauch; alle rhre Vorgangerinnen, ebenfalls Deutsche, hätten es auch gethan. Auf eine weitere Einvendung hin erNarte der Beamte, wenn sie sich diee Kontrole nicht gefallen ljeßen, würde ihnen der Eintritt in das neue Dienstverhältnis nicht gestattet, da man in solchen Lokalen Kellnerinnen ohne Nebenbeschäftigung" nicht kenne. Als nun die Mädchen den Gasthof zurückkehrten, um sich beim Wirthe über die widerfahrene Behandlung zu beschweren, wurden sie von diesem wie von den Gästen verspottet und noch mit rohen Schimpfnamen belegt. Zwei Tage lang sperrten sich nun die vier Mädchen in ihr Zimmer em. weil sie sich vor allenfalsigen Angriffen fürchteten und nicht wußten, welche Schritte sie thun sollten. Cndlich beschlossen sie, die Heimreise anzutreten, legten ihr Vaar-
geld zusammen und veräußerten, was !
entbehrlich war, worauf sie nam Munchen zurückkehrten. Hier angektmmcn, machten sie sofort der Vermictherin Vorstellungen und verlangten vollständigen Ersatz für ihre Auslagen und Versäumnisse, wogegen sie von allem
anderen Abstand nehmen wollten. Da die Vermieterin sich weigerte, irgendwelche Entschädigung zu bezahlen, wendeten sich die Geschädigten an einen Rcchtsanwalt. um die Entschädigungsklagen anzustrengen. Zu gleicher Zeit hat die königl. Staatsanwaltschaft die Untersuchungsverhandlungen gegen die Vermietherin aufgenommen, da begründeter Verdacht besteht, daß diese Frau von der Art der StellenVermittelung in Belgien Kenntniß gehabt und bereits früher dorthin Mädchen verdungen hat. .
BotvcA u::d tzu.'noer. ver Hcupirnann ia cstirreidjifc ungarischen Eeneralstaö?. Trimme!, der von November 1803 bis zunz Juli 1900 auf enzlischcr Ztxit als Militärattache den Ereignis sen folgte. h:t neulich in: militärwissenschaftlichen Verein zu Zlen seine Erfah:'.::-gen zum Vertrag gebracht. Trimmel rühmt an den Leeren alZ Natursoldateu das ganz besondere Ge schick in der Wahl von Ausstellunges im Großen und in der Postirung deZ einzelnen Schützen, die gat.z hervorragende Treffsicherheit und die ut glaubliche Beweglichkeit zu Pferde. Gegenüber diesem Natursoldaten, des die eigene Scholle, den ei,":n:n Hofc, Weib und Kind vertheidigt hat natür lich der im Solde stehende ' englisch Soldat einen schweren St2r.d. Mai? irrt aber, wenn man den :nzlisches Soldaten für mindrwer!hi lt. ihn in die Reihe jener mittelterlichnr Söldlinge stellt, denen de? erüf deö. Kriegers lediglich als Mittel zu Raub und wüstem Lagerleben diente, die ia Kampfe blos der strengen Zuchtruthc gehorchten und ihre Haut nur unger zu Markte trugen. Er ist vielmehr: achtlos gegen Gefahr, kaltblütig und. stark im Unglücke, trotz der Ewöi nuna an eine bessere Lebensweise, muthig im Ertragen von Entbehrungen und blind im Gehorsam gegen seinen Officier. Auch die Ansicht. da&' der englische Soldat dem Uebergenugeistiger Getränke ergeben sei, 'i falsch, jedenfalls übertrieben. D. hohen moralischen Tugenden des tm lischen Officiercrrps sind überhan nie in Zweifel gezogen worden. We r es trotzdem die weit überlegene enz lische Armee nicht rermotcden mük sam errungenen Erfolg festzuhalten, ist nach Trimmel die Ursache durchaus nicht in der minderen Qualität des Heeres zu sucben. sondern in der Naiur des Kampfes zwischen einem organisirten und einem Volkshecre überbaupt. Ein Blick in die Kriegsze schichte aller Zeiten zigt dieselbe Er scheiung wieder. Die amerikanisch Tuppen bemühen sich vergeblich. 5rren über die Philippiner zu 'werden, Spanien widerstand den besten Trup den und Führern des KriegsgottcS Bc-naparte, die biederen Tiroler unt ihren Bauernführern siegten unge-, zählte Male über die geschulten fcrn schen und französischen Truppen uniii auch die österreichische Armee mußte die Schwierigkeiten der Niederm fung eines aufständischen Landes 'in ders Jahren 1869, 1878 und 1882 knnerlernen. Um wie vieles schwierige: mußte sich diese Ausgabe gestallen.' U daö von Natur aus zum Soldatrn It sonders befähigte Volk sich 'suri Jahre auf den Krieg vorbereitet, du. neuesten Errungenschaften der Kriegs technik in den Dienst feiner Sache ge stellt hatte, während dessen Gegne? je den Mann, jedes Pferd, jedes Geweh? und jede Patrone auf tem beschwerlichen Seewege, auf Tausenden voa Meilen herbeischaffen, den Kampf i einem Lande aufnehmen muß. deffe Natur ihm völlig fremd ist, währenv sein Gegner, in demselben geboiN, jeden Steg und Stein kennt, 'der ib2? das Entkommen ermöglicht, itpj Deckung und Sicherheit bietet. Diese Schwierigkeiten muß man wohl berurk sichtigen, wenn man sich ein objektives Urtheil über die Wcchselfälle dieses Krieges bilden will; dann wird mas auch den Engländern nicht die Aner kennunq für die zähe Ausdauer versagen können, mit der sie trotz all Mißgeschicke und trotz der gewaltige?
pfer. die dieser Kneg bisher gefordert hat. an der Ausführung des einmal gefaßten Entschlusses festhalten. Die dünnen, im Terrain vorzüglich placirien Schützenlinien der Bur? haben den Engländern zu Beginn de Krieges ein entschiedenes Halt zugerufen; der ungestüme Drang vorwärts kostete den Engländern manches Opfek af dem Schlachtfelde mußten ft ihre Taktik ändern u.id den Erfolg it Actionen gegen die Flanken der Boere suchen. Die Capitulation CronjeZ was das Resultat dieser neuen Taktik. Die große Beweglichkeit der Boerea Ziwang zur Vermehrung der berittenes Infanterie auf dem Schlacht felde geschah die Organisation derselben? in den Gefechten bei Bloemfontein und Pretoria bewährte sich diese Jmprovisation. Die Engländer haben nebfl persönlichem Muth von Mann und Officieren auch ein Vermögen der Accomodation an die Terrainverhält isse und die Kampfesweise ihrer Gcaner bewiesen, das auch einem modern Berufsheere nicht zur Unebre gereich Würde. Nur zweierlei hal'in'sie noch immer nicht gelernt, trotz rielcr em pfindlicken Nackenschläge: Aufklärung und Sicherung. Ohn: diese Eigen schaften werden sie noch manche üb.'ex, Erfahrungen machen.
Fiat justitia, -ioroat rnunduaS Diesem drakonischen Grundsatz scheid jener Richter in Muncie, Ind.. zu hul. digen, der einen armen Teufel NaÄttUEMcCormack in's Zuchthaus .sandig weil dieser aus Noth zum Dieb gewos-, den war. Seit Wochen war McCcrm mack's Frau in Folge eines Schlagafalles bettlägerig. Ihr Mann hatte fs gepflegt und dabei den letzten Ceai ausgegeben. In falscher Scham wollte er nicht um Hilfe bitten, sondern stahl in einer Grocery Lebensmittel, wurde abgefaßt und zu mehrjähriger ZuH hausstrafe verurtheilt.
