Indiana Tribüne, Volume 24, Number 151, Indianapolis, Marion County, 17 February 1901 — Page 3
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(7. Fortsetzung.) Dies war also die himmlische FreiIjrit, die ich mit ihm hätte theilen solleni Mühsam machte ich Toilette auS -meem Reisesack; ein Krug Wasser, den 'ch von dem Arbeiter begehrte, half nrir dabei;-ich sah aber, als ich i ihm trat, die leeren Whiskyflaschen in dem kagerstroh vor der Thür, da.zwischen bie Reste des Abendmahls, abgenagte Wildknochen, Vrodkrusten und Käserinden. Vor dem Blockhause -stehend und in die Gebe Hinausstar--rend. sah ich in weiter Ferne die Leute auf der Bahnstrecke arbeiten. Mr. Lampion ließ mir sagen, er kehre erst -am Nachmittag oder gegen Abend zutM, . . Mein Entschluß war gefaßt. Ich wollte fort. Archibald war hier verwildert; was erwartete mich hier ? Er war fort, ohne mir nur einen Morgengruß zu bringen; er war so ?oh, wie ste Alle hier waren. Wie atte er es nur wagen können, mich "hierher zu rufen? Ich betrachtete das Ivie eine Minderachtung, die ich ihm -nicht vergab. Mein ganzer Stolz bäumte sich in mir, mein Herz war todt für ihn. Er. "ixn ich sonst so elegant zu sehen zeohnt war) stand vor mir, wie er mich -gestern zu empfangen gewagt hatt, mit ungepflegtem Haar und Bart. Wie war diese Veränderung möglich ; besaß er nicht so viel Achtung für . mich. . .? Wer war ich in seinen Augen, daß er mich dieser Umgebung preisstellen durfte. Ich sah mich in -einer verzweifelten Lage, denn hier mußte auch ich verwildern unter diesem Gesindel; st lbst feine Collegen, die 'übrigen drei Ingenieure, erschienen mir als nichts Besseres und mit welchen unverschämten Augen sie mich angeblickt hatten. Fort! rief es in mir, fort so schnell wie möglich, denn hier kann Dir Alles Tviderfahren!. . . Mein Gepäck war zesiern noch auf der Station zurückg:blieben; Gott sei Dank, ich konnte es "dort noch vorfinden! Schnell entschlossen fragte ich also den Arbeiter, ob er mich mit der am Hause stehenden Maschine zur Station fahren könne, um niein Gepäck zu holen. Er war dazu bereit. Wie ich da war, bestieg ich )iese; die an der Strecke beschäftigten Arbeiter schauten mir nach, ich aber athmete hoch auf, als ich die Station erreichte, in der eben ein Zug unter . Dampf stand, und der trug mich dann mri meinem Gepäck davon, zurück unitt anständige Menschen, die ich mit Freuden begrüßte. Mit bitteren Thränen langte ich endlich in New Fork wieder an. Was aber war aus meinem armen Herzen geworden, das so voll Liebe zu ihm geeilt war und ihn ohne ein Zeichen des Abschieds wieder verlassen hatte. An Leib und Seele krank, suchte ich die Frau Stockers wieder auf. fand sie aber nicht mehr. Ich fuchtc einige meiner früheren Freundinnen, die aber horchten mich aus, als sie mich so unglücklich sahen; eine von ihnen nannte mich sogar eine ihrem Manne durchg'.gangene Frau und wandte mir den Rücken. Und da. gänzlich verlassen, mit Schmerz und einer furchtbaren Oede im Herzen entschloß ich mich, zu dem Herrn zu gehen, von dem mir der 5lerk gesagt, und so bin ich denn da, in verlorenes, für die Gesellschaft unmögliches Weib, das die Achtung für sich selbst verloren hat. . Aber fürchte
nicht, ich wolle Dir zur Last fallen, da ich Dich aufgesucht habe. Das geschah nur, weil ich die S'hnsucht empfand, mein Kind wieder zu sehen, das ich mit mir nehmen will. . Wohin?" fragte Mary schnell und schrocken. . Jenny lachte spottisch. Der Burgun)er .hatte sie neu belebt. Nun. meinetwegen in mein Elend! Es würde mir wenigstens ein Gefährte sein, dieses Kind!" Sie lehnte sich zurück, die Arme auf der Brust und blickte düster entschlossen vor sich hin. Mary sprang auf und schritt ung:siüm im Zimmer auf und ab. Das darf nimmermehr geschehen!rief sie aus. Ah. so steht Ihr wohl auf freundschaftlichem Fuße mit ihm?" fragte Jenny spöttisch. Nur so weit, als wir uns des Kleinen angenommen zben, und der Oheim die Nachforschungen nach Dir betrieb. . . Und wie verhielt sich das? Du hattest vor Deiner Reise nach dem Westen an Deinen Mann wegen Auszahlung Deiner kleinen Erbschaft schreiben lassen Jenny blickte sie groß und erstaunt an. Ich hatte der' Frau Stockers nur davon gesagt; später erinnerte ich mich, baß er sie mir schon aus seiner Kasse gezahlt habe." Du schriebst also nicht an den Advokaten hier?" fragte Mary. .Niemals!" So muß das eine Fälschung gewe sen sein! Diese Frau war eine Betrügerin!" Ich sagte Dir schon, daß ich sie als Gaunerin erkannt habe! Sie hatte einen Burschen in ihrem' Geschäft, der einmal scherzweise meine Handschrift täuschend nachahmte.' Ich hätte mich niemals zu dergleichen erniedrigt!" - Und was gedenkst Du jent Z2 thun?" Erst einen langen Schlaf, denn ich ging vom Schiff aus die Bahn und im an allen Gliedern zerschlagen. Ich hab mich bei einer früheren Dienerin
in d:r Vorstadt einquartirt. Sie ist mir zu Dank verflichtet und verschwiegen."" . Aber der Oheim kann schon durch seinen Correspondentcn- unterrichtet sein. Ich vermuthe das sogar." Der kann nicht wisse.i, wohin ich mich gewendet habe." In Jennys Ton lag e!was Wegwerfendes, das Marys Gefühl verletzte. Sie sah. wie umkrusiet das Herz der Schwester bereits war; mußte sie sie ja schon für eine lieblose Natur halten, in der nur die eine Schwärmerei für Den Platz gefunden, durch den sie jetzt zurückgestoßen war. Und was wollte sie jetzt? Was blieb ihr? Das war ein Weib, dem Erich nicht mehr als bloße Verzeihung hätte gewähren können! Hätte sie Jenny niemals wiedergesehen! Rathlos ließ sie sich wieder hinsinken. Dem Oheim ein Geheimniß aus Jennys Hiersein machen, das erschien ihr ein großer Undank für das, was er um ihretwillen gethan hatte. Und nur um Harrys willen war Jenny nach ihren Worten gekommen, um den schuldlosen Kleinen vielleicht mit sich in ihr Verderben zu ziehen. . . Nimmermehr! Sie heftete das Auge scharf auf die Schwester, wie diefe scheinbar so ruhig entschlossen dasaß. Ich darf dem Oheim nichts derschweigen, nachdem er sich so viel Mmhe um Dich gegeben hat!" sprach sie ebenso entschlossen. Du solltest ihm dankbar sein!" Dem reichen Mann! Wie könnt' es ihm darauf ankommen. . . auf die paar Hundert Dollars!. . . Uebrigens gedenke ich. mit Harry wieder nach New Fork zurückzugehen. Mir ist da unterwegs eine Idee gekommen. Einer der Schiffspassagiere sagte mir, es würden ja in den Ver. Staaten so viel junge Frauen im Beamtendienst ver-' wendet, daß es auch mir nicht feblen könne, wenn ich mich bemühe. Vielleicht entschließe ich mich auch zu etwas Anderem, das mir derselbe Herr gerathen hat." Dein Ehrgeiz reicht nicht weit! Uebrigens gib den Gedanken an Harry nur auf!. . . Gedenkst Du denn ihn. Deinen Mann, der er immer doch noch ist, wiederzusehen?" Ich wüßte nicht, mit welchem Gefühl ich das könnte!" rief sie. wieder im Ton der Minderachtung. Er wird auch kein Verlangen danach tragen ; höchstens nach einer gerichtlichen Scheidung, und schon deshalb darf er nicht ahnen, daß ich hier bin." Mary schüttelte unangenehm berührt den Kopf. Er hat sich seh? theilnehmend gezeigt bei des Oheims Nachforschungen, als er hörte, daß Du verunglückt seist!", Das wäre ihm vielleicht am liebsten gewesen!" spottete Jenny. . . Ihr seid wohl sehr intim mit ihm geworden? Das wundert mich! Freilich mit einer so hübschen Scbwägerm. . .!" Ich begreife nicht, wie Du in einem Moment, wie dem gegenwärtigen, zu solchen Reden aufgelegt sein kannst!" rief Mary mit Bitterkeit. Und da brachen denn die Thränen aus Jennys Augen. Sie erhob sich, stürzte vor der Schwester nieder und barg ihr Antlitz in deren Schooß. Siehst Du denn nicht, daß nur die Verzweiflung aus mir spricht, daß ich mich nur gegen Dein Mitleid zu wehren suche?" schluchzte sie. Glaubst Du, ich fühle mein maßloses Elend nicht, eine Frau zu sein, die keine Achtung vor der Welt mehr verdient? Wähnst Du, ich sei so ti f gesunken, daß ich mir keine Rechenschaft mehr gebe über mein Vergehen, das doch nicht mehr zu sühnen ist? Als ich noch sein Weib war, machte ich mir stets den Vorwurf, daß ich ihn geheirathet habe; ich fühlte mich unglücklich
und sann endlich nur darauf, wie ich die Fesseln sprengen könne, die mich an ihn ketteten. Die Außenwelt tu schien mir so verlockend gegen die Sklaverei dieser Ehe, in der mein Herz sich vergrämte. Ich machte' mir keine Vorstellung von dem Schicksal, das mir beschieden sein könne, wenn ich diese Kette zerriß, als ich mich immer tieser hinein gelebt in die Vorstellung, daß ich ein unglückliches Weib an seiner Seite sei. Sogar die Liebe zu meinem Kinde starb schließlich in mir; es riß mich fort mit dämonischer Gewalt, als ich die Ueberzeugung von seiner Untreue gewonnen hatte. . ." Die nur eine Täuschung von Dir selbst war; er hat es bei dem Leben sei nes Kindes dem Oheim geschworen", unterbrach sie Mary. Jenny, nur mit sich beschäftigt, hörte nicht darauf. Sie erhob die Stirn, strich das Haar zurück und die Schwester blickte hinab auf ein entstelltes, von Vorwurf gequältes Antlitz. Die Worte fehlten ihr. Ich habe Dir einen Blick in mein unglückliches Herz gewählt," fuhr Jenny fort. Jetzt laß' mir meine Maske; ich bedarf ihrer für mich selber!" Sie fuhr mit dem Taschentuch über Augen und Gesicht, richtete sich in ihrer knieenden Stellung halb aus und versuchte ein mißlingendes bitteres Lachen. Zu helfen ist mir nicht mehr; zu was soll ich Hilfe suchen? Er wird mich verachten, wie ich es verdiene; in Zurück giebt es nicht mehr, ich will es auch nicht! Meine Abneigung mag ungerecht sein, aber ich vermag nichts gegen sie. Ich muß jetzt tragen, waö ich mir selbst bereitet habe." Sie erhob sich, scheinbar wieder ge faßt, und blickte nach ihrem Paletot umher. ; Du willst gehen?" fragte Mary rotiZ, aber doch zufrieden . Ich sage Dir Adieu! Bewert
inen Geheimniß, so gut Du kannst. ,
Ich schreibe Dir!" Sie -reichte der Schwester kalt die Hand und ging. Diese sank mit gefalteten Händen auf einen Sessel. Das also war ihre. Schwester!. . . Sie empfand ein Grauen vor ihr. Mit welchem Frtimuth sie von ihren Erlebnissen erzählt, mit welch' kalter Abneigung sie . von ihm gesprochen hatte, der für ihr Unglück noch so viel Theilnahme bewahrte. Mit welcher jede Gemüthsregung verleugnenden Fassung sie von sich selbst gesprochen, bis sie doch die Einsicht von ihrer Rettungslosigkeit zu einem Ausbruch der Verzweiflung geführt hatte, den sie aber wieder verleugnete aus falschem Stolz! Jetzt gla.lü: s , dieses pflichtvergessene june s.b zu begreifen; aber schwer fiel iht die Frage auf das Herz, was aus Jenny werden sollte, gerade hier, wo. sie ein solches Andenken hinterlassen. wo sie wieder zu erscheinen den Muth gehabt hatte!. . . Und weshakb!. ,. . Um ihres Kindes willen? Das erschien ihr unglaublich. Aber weshalb sonst?. . . Der Oheim mußte es erfahren. Er, der kluge Mann, sollte rathend Sie saß noch immer da, das Gehörte erwägend, die Schwester vor sich sehend, aber eiskalt überlief es sie, wenn sie sich diese Scene vergegenw'ärtigte. 14. Beruhigende Botschaft. Als der Consul von seinem Ausfluge zurückkehrte, fand er Mary in trübster Stimmung. Vergeblich hatte sie darüber nachgedacht, was aus dieser Schwester werden solle. Er sagte ihr, er sei auf der Fahrt vom Bahnhof dem Dr. Soltmann beLegnet und habe ihn gebeten, eine Tasse Thee mit ihm zu trinken. Dann fragte er, ob inzwischen nichts Neues passirt sei. Mary hörte die Frage mit schwerbedrücktem Herzen. Sie schöpfte tief Athem. Sie schuldete ihm die Wahrheit. Ja!" sagte sie, ihn fast furchtsam anblickend. Etwas, das mich sehr ergriffen hat!. . . Meine Schwester Jenny war bei mir!" Hier bei Dir?" fragte er, hoch aufhorchend. Sie nickte schweigend. Hab' ich mir doch so etwas schon gedacht!" Er setzte sich und trommelte mit den Fingern auf den Tisch. Ich wollte Euch nicht davon sprechen. Mein Correspondent telegraphirte mir Du warst gerade nicht zu Hause als die Depesche kam eine iunge Dame, die sich als Jenny Encs, verehelichte Soltmann lcgitimirt, sei bei ihm gewesen; jene Nachricht von ihrem Tode sei also dadurch berichtigt. Sie habe ihm bekannt, daß sie durch schnöden Betrug ganz mittellos sei, und er habe ihr also dreihundert Dollars eingehändigt, damit sie abreisen könne; wohin, das habe er nicht erfahren. Die Sache sei also sehr günstig erledigt." Und Sie verschwiegen mir das?" Hm! Da mein Geschäftsfreund ihr gesagt hatte, in wessen Auftrag cr handle und wo wir seien, wollt' ich abwarten, was sie thun werde. Ich war auch wegen Soltmann in Verlcgenheit. Meine Ursache wirst Du wohl bemerkt haben. Ich war auf eincn Brief von ihr gefaßt, wenigstens auf einige Zeilen des Dankes. . . So, sie war also selber da!. . . Und wie fandest Du sie? Was gedenkt sie hier zu thun?" Mary befand sich in Verlegenheit. Sie ist sehr unglücklich, aber sie scheint entschlossen zu tragen, was sie sich selbst bereitet hat." Mary erzählt: ihm jetzt von J?nnys leichtsinniger Fahrt nach dem Westen, und daß sie den Brief an den Advokaten gar nicht geschrieben habe. So war sie also, wie ich vermuthet, in die Hände einer Schwindlerin gefallen! ' Daß sich ihre That bestrafen werde, das war vorauszusehen!. . .
Und was will sie jetzt?" Darüber war von ihr nichts zu erfahren. Sie sprach davon, nach Amerika zurückzukehren, um eine bescheiden? Stellung im Staasdienst, wahrscheinlich bei irgend einer Eisenbahn, zu suchen, was ihr ein mit ihr reisender Herr empfohlen bat." Da wird sie in die Hände eines anderen Schwindlers gefallen sein! Daß ein junges Weib so leichtgläubig sein kann!. . . Wie sah sie denn aus? War sie noch gut conservirt nach ihrer Irrfahrt?" Nur angegriffen von der fangen Reise. Sie trug einen dichten schworzen Schleier, venn sie .will unerkannt sein. Sie können sich meine Lage denken, wie ich ihr gegenüber stand, wie ich, als sie den Schleier zurück that, erschrak über unsere Ähnlichkeit. Der Moment hatte viel Aehnlichkeit mit -dem. als ich in ihrer Wohnung Soltmann nach meiner Schwester kragte." . ' Ja. den Moment hatte ich. als einen möglichen nur, gefürchtet; ich war. aber vorher auf ein Schreiben von ihr an 'Dich gefaßt. . . Was machen wir jetzt mit Soltmann?" JÄ habe ihr versprechen müssen, selbst Ihnen gegenüber von ihrem Hiersein zu schweigen. Sie hat sich Iti einer früheren Dienerin einquartiert, auf deren Verschwiegenheit sie vertraut." Der Consul wiegte den Kopf. Sie erwartet keine Versöhnung mit ihm?" Nein! Nach ihren Worten nicht!" Hat sie denn noch GJeld?" ,.Sie sprach nicht davon und brach auch zu plötzlich auf, als daß ich sie fragen konnte, nachdem sie vor i mir auf den Knien aeieaen und mt
Reue bekannt, aber auch erklärt hatte, sie trage ihr Schicksal mit Fassung." Sie scheint also ebenso resolut zurückgekommen zu sein, wie sie von hier ging!" Ich bedauerte sie, bewunderte aber auch ihren Muth, mit dem sie ihr Schicksal zu tragen entschlossen ist." Ein gewöhnliches Weib scheint sie also nicht zu sein. Man muß mit ihrem Charakter rechnen! Ich hätte sie gern gesehen. . . Was machen wir jetzt nur mit Soltmann? Und so ganz kann ihre Anwesenheit hier, falls diese von Dauer ist, doch nicht geheim bleiben! Ich wünschte um seinetwillen, sie setzte ihren Stab weiter." Das Beste wird sein, wir schweigen ihm gegenüber bis. . ." Und ich habe ihn heute zum Thee eingeladen!" Er blickte nach seiner Uhr. Was wirst Du ihm für eine Miene zeigen?" Müßt' ich nur, in welcber Weise wir ihm mittheilen könnten, daß sie noch am Leben sei! Das würde ihn beruhigen, und wir sind ihm das schuldig." warf Mary ein. Darüber werde ich nachdenken; auf eine kleine Nothlüge darf es dabei nicht ankommen. Was wird er nur sagen, wenn er dennoch von ihrem Hiersein und dabei erfährt, daß wir davon gewußt haben!" Inzwischen fand Erich sich ein. Er war in sehr elegischer Stimmung und Mary desgleichen. Beim Thee zog er ein großes Zeitungsblatt hervor. Eine beruhigende Nachricht in diesem amerikanischen Blatt, das ich in meinem Bureau jetzt Eifrig durchlese", sagte er. Hier steht die Notiz, es habe sich mit ziemlicher Gewißheit herausgestellt, daß das junge Weib, das man bei einer kleinen Station in den Rocky Mountains erschlagen und beraubt gefunden hat, die Wittwe eines Deutfch-Amerikaners sei, nach der man lange vergeblich gesucht." Ah, veranlaßt von meinem Geschäfisfreund wahrscheinlich!" dachte sich d'r Consul, das Blatt nehmend. Seine Aufgabe war ihm also um die Hälfte erleichtert. Während er las, trat ein Schweigen ein. In Marys Augen stand Erich heute wie eine Art von Märtyrer da. Jenny hatte so kalt und gleichgiltig von ihm gesprochen und er. er zeigte so viel Theilnahme an ihrem Loose! Jenny verdiente diese nicht, denn ihre ganze Reue bestand doch nur darin, daß ihre Absicht so kläglich gescheitert war, daß sie sich dadurch um Alles gebracht, daß sie sich durch ihr leichtfertiges Herz hatte verführen lassen. Hatte Mary noch einen Schimmer von Hoffnung gehabt, daß, wenn sich jene Unglücksbotschaft nicht bewahrheitete, eine Wiedervereinigung zwischen den Beiden möglich sei, so hatte sie diese jetzt aufgegeben, denn das Mißgeschick hatte Jenny jedenfalls noch herzloser gemacht, als sie schon gewesen war. Hätte er geahnt, daß sie hier sei! Sie wäre auch nicht im Stande gewesen, ihm davon zu sagen. Nein, die Beiden gehörten nicht mehr zusammen, sie mußten einander fern bleiben. . . Aber was wird aus Jenny ? so fragte sie sich. Deren Entschlossenheit erregte ihr Angst. Und sie hatte dem Oheim noch nicht einmal von Jennys Absichten auf das Kind gesprochen! Erich entfernte sich zeitig. Es hatte keine Stimmung aufkommen wollen. Er ging in den Club, sich zu zerstreuen. Sie war also noch am Leben, so sagte er sich. Wo aber war sie? Der Consul hatte die Nachricht der Zeitung mit solcher Ruhe hingenommen, während in ihm ein so unbehagliches Gefühl Platz gegriffen. Auch Msrys Benehmen am h:utigen Abend erschien ihm jetzt so eigenthümlich, als habe sie das warme Interesse für die Schwester verloren. Er hatte wohl bemerkt, wie sie ihn zuweilen so reservirt angeschaut, als forschte sie in seinen Zügen. . . wonach? Erwartete sie vielleicht, daß etwas Anderes als nur die Pietät ihn veranlassen konnte, sich um ein unglückliches Weib zu kümmern, oder... . fürchtete sie dies sogar? Aber Mary war zu gerecht; sie selbst hatte nur mit Entrüstung von ihr gesprachen, obgleich immer mit schwesterlicher Theilnahme, seit sie ihn unschuldig wußte. Es hatte sich zwischen ihnen ein Einvernehmen hergestellt, das auf gegenseitiger Zuneigung
ruhte, das er sogar herzlich nennen durfte. Als er kürzlich, früher als sonst aus dem Bureau, zurückkehrend, sie bei dem Kleinen gefunden hatte.war sie erröthet. als habe sie etwas, Unrechtes gethan. Nein. Mary mußte wissen, wie es in dieser Richtung in seinem Herzen aussah, daß auch sein Ehrgefühl hier mitzusprechen hatte. Sie brauchte um ihn nicht besorgt zu sein, wenn sie das wirklich war. Er verstand nur nicht, was sie mit ihren so sonderbaren B!icken gewollt habe. Uebrigens war ihm im Lesezimmer des Clubs etwas vor Augen gekommen. das ihn erregt hatte, nämlich der Artikel eines San Francisco - ournals. in dem es hieß: Man erinnert sich der Forschungen, die durch einige New York Detektives in den Rocky Mountains nach einer jungen Deutschen Namens Jenny Ewers angestellt wurden, die an der Bahnstrecke übersollen, ermordet und beraubt worden sein sollte. Neueren, wiederhotten An strcngungen ii) es gelungen, die Leiche der Verunglückten auszugraben. Diese wurde noch leidlich erhalten aufgefunden und als die der Wittwe eines Handelsmannes .Namens Engelbert erkannt. Die genannte Jenny Ewers soll in New Bork wieder erschienen
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tm, und lomtt !i vre Bejorgmn rarer Angehörigen beruhigt worden."
Er und der Consul hatten Schwel-
gen hierüber beobachtet. Jedenfalls aber lasen auch Andere diesen Artikel,
der etwa gleichzeitig mit dem von ihm schon gelesenen erschienen. Man durfte
sich also fragen, warum das von der
Familie geheim gehalten worden natürlich nur deshalb, weil die Betref-
sende ein abenteuerliches Leben drüben
führte!. . . Und wo war sie jetzt?" so fragte er auch, als er seine Wohnung aufsuchte." - Es ließ ihm keine Ruhe. Am nächsten Mittage suchte er den Consul auf, um ihm auch diesen Artikel zu Zeigen. Er fand nur Mary zu Hause. Diese wechselte die'Farbe als sie las, und wieder las, um sich zu fassen. Schweigend gab sie ihm das Blatt zurück, er aber sah. daß sie verlegen war. daß ihre Hand zitterte. Ist etwas Neues über sie bekannt geworden, so sollte man es mir sagen!" bat er. Brauche ich denn zum hundertsten Male zu versichern, daß nur die erklärliche Theilnahme für die Mutter Harrys es mir zur Pflicht macht, zu wissen. . .?" Nein, nein!" Mary versuchte ein beruhigendes Lächeln. Seien Sie unbesorgt!" Der Gedanke, ihm gegenüber eine Unwahrheit sagen zu müssen, war ihr unerträglich und wiederum schmerzte es sie, ihn durch die Wahrheit noch mehr beunruhigen zu sollen. Haben Sie doch Vertrauen zu uns!" bat sie. Er sah sie so bewegt, sah ihre Au gen sich röthen und kam zu der Ueberzeugung, man verschweige ihm aus Zartgefühl etwas. Er wollte also nicht in sie drangen, küßte ihr sogar dankbar die Hand. 15. Adrianis Sensation. Der Consul hatte eine günstige Gelegenheit, sein Geschäft zu verkaufen, benutzt, um sich mit seiner Gicht in Ruhestand zu versetzen. Er fragte sich danach wohl: wohin jetzt?, beschloß aber, einstweilen zu bleiben, wo er war, bis cr mit Mary in die Bäder gehen könne. Das hatte jedenfalls den Vorzug der Bequemlichkeit. Von Jenny war nicht mehr die Rede gewesen, bis Erich auf einige Wochen in Geschäften verreisen mußte, und dennoch beschäftigte sich Mary im Stillen mit ihrer Schw.'ster. Diese hatte ihr brieflich ein Rendezvous auf einer wenig besuchten Promenade gegeben. Sie fand Jenny schon ungeduldig ihrer wartend, wieder tief, bis zur Unkenntlichkeit verschleiert, auf einer Bank sitzend. Sie war höchst einfach gekleidet, ärmlich fogar, meinte Mary, sie musternd. Du weißt, ich will incongnito bleiben", sagte Jenny dies bemerkend. Mit meiner Garderobe sieht's allerdings sehr mäßig aus. denn ich habe mir lange nichts Neues angeschafft, hatte auch gar keinen Sinn dafür." Das war acht Tage nach Jennys Ankunft; sie hatte die Schwester lange genug auf ein Zeichen von sich warten lassen. Ich bin schon mehreren Bekannten begegnet", fuhr sie fort. Aber zu mek ner Beruhigung erkannte mich Niemand; freilich, wer achtet denn auf meinen bescheidenen Anzug!" Kann ich Dir mit Etwas dienen?" fragte Mary bescheiden; sie sah aber, daß Jenny sich verletzt fühlte, und bereute ihre Frage. Wie geht es Dir denn?" setzte sie schnell hinzu. Armselig einweilen noch, aber es wird schon besser werden; Du brauchst mich nicht für muthlos zu halten!" Sie kratzte dabei mit. ihrem Sonnenschirm in dem Kies zu ihren Füßen. Ich wollte Dich eben nur sehen, da ich Dir versprochen hatte " Mary schwieg. Aus dem Ton der Schwester klang doch ein so verbittertes Gemüth,, aber sie mußte sie mit Schonung behandeln und wollte sie reden lassen. Sie erwartete, daß sie nach ihrem Kinde fragen werde. Jenny schwieg, sichtbar überlegend. Mit der Rückreise nach Amerika wird's wohl nichts", fuhr sie, vor sich blickend, fort. Wenn es mir wirklich gelänge, es wäre doch für mich eine elende Existenz, so am Telegraphen, am Bahnschalter oder bei der Post zu sitzen. Der Herr, mit dem ich auf dem Schiff zusammentraf,' besuchte mich in meiner ärmlichen Wohnung; er war so aufmerksam, mich nichi zu verges sen. da ich ihm meine Adresse genannt ha-tte." Mary ward jetzt ängstlich gespannt. Jenny bemerkte das. Du brauchst Dir nichts dabei 5 denken," fuhr sie fort. Ein sehr achtbarer Mann mit mehreren Orden. Er hörte, wie ich auf dem Dampfer zum Piano meine Lieder sang, aus purer Langweile, und interessirte sich lebhaft für meinen Vortrag und meine Stimme. Die Tante in New Jork liebte nämlich die Musik und sorgte für meine Ausbildung. Man kennt meine Stimme aucb hier in der Gesell schaft." Marys Spannung wuchs. Er ist nämlich Theater-Jmpresa-rio und leitete in New Fork, wie er mir sagte, ein Opernunternehmen, klagte aber über schlechte Geschäfte. Stack) seinen Worten verkehrt er auch hier mit den Bühnengrößen. Er beschäftigt sich mit der Ausbildung von Talenten. Als er auch mir Vorschlä machte, entdeckte ,ich mich ihm, er abir fand das gerade höchst interessant; ich mußte gestern zu ihm kommen, natürlich tief verschleiert, und ihm Ver-
schiedcnes vortragen, und daraus sgtt
er mtr, er werde mich übermoraen be suchen ' Mary zog sich das Herz zusam- : men. Das. also!" sprach sie kaum vernehmbar. Du scheinst auch an Vorurtheilen zu kleben! Was bleibt mir übrig! Nur nicht deklafsirt als Weib, ich sagte Dir's ja! In meiner Lage muß man etwas zu sein vermögen und ich fühle t)ie Fähigkeit dazu in mir. Ich fciQ nicht vor All' und Jedem nur die Frau sein, die ihrem Mann durchgegangen und ihrer früheren Liebe nachgelaufen ist, denn meine frühere Dienerin sagte mir, auch das letztere erzähle man sich. So aber könnte ich sagen, ich habe ihn nur verlassen, weil ich den künstlerischen Beruf in mir empfunden habe, und wäre also mit einem Schlage vor der Welt rehabilitirt. Den kleinen Harry könnte ich allerdings nicht zu mir nehmen, da er mich stören würde; ich müßte ihn teshalb einstweilen noch in fremden Händen lassen." Traurig!" rief Mary aus. Und hier wolltest Du es wagen?" Warum nicht? Gerade hier, wo mich die Gesellschaft kennt!" Und das Andenken, das Du hier hinterlassen hast?" Gtbt eben die Sensation, auf die man doch rechnen darf", rief Jenny selbstbewußt. Was heißt es. wenn irgend Eine auftritt, nach der kein Mensch fragt, die sich erst durchringen muß! .Auch der Impresario, der eb:n seine Gesellschaft hier vorführt, verlaßt sich auf den Effekt, den es mach'.n wird, wenn man mich, die ich unt:r einem Künstlernamen auftreten werde, mit Erstaunen erkennt. Er verspricht sich volle Häuser! Mein G:heimniß soll gewährt werden bis zu meinem Debüt. Es gibt unfehlbar große Sensation!" Und Deine Absicht steht also fest? Du bist entschlossen?" Es wird sich nur noch um das Honorar handeln, von dem noch keine bestimmte Rede gewesen ist." Und was wird ,er sagen. Dein Mann?". . . Das kommt gar nicht in Frage. Ich bin meine eigene Herrin!" Uebrigens wollt' ich Deinen Rath gar nicht hören! Da Du doch meine Schwester bist, solltest Du die Einzige sein, die vorher davon erfährt. Alles soll im Geheimniß betrieben werden, tief verschleiert werde ich auf den Gesangsproben erscheinen und unter dem Namen Hanny Ehlers; das bereitet die Sensation schon vor; man wird sich den Kopf zerbrechen, wer ich eigentlich sei, und ich höre sie schon ihr Ah! rufen, wenn sie mich auf der Bühne erkennen. Das wird ein großer Moment werden." Und bist Du. überzeugt, daß man Dir wohl wollen wird?" O, entschieden! Mann wird das originell finden, wird mich schon auf der Bühne bestürmen wollen. Es ist ja den Herren so interessant, einer Künstlerin die Hand zu küssen,.und ich habe ja viele Freunde hier." Und die Frauen?" Ob. die gelten beim Applaus nichts!" Und wenn man Dich schon vor' er erkennt?" Das ist nicht wahrscheinlich! Dies könnte höchstens' auf den Proben geschehen, die Künstler aber sind alle auf ein:r Tournee und also fremd hier!" Mary glaubte, ihre Einwendungen erschöpft zu haben. Rath von ihr verlangte Jenny ja nit. Sie senkte vctrübt die Stirn. Ihr ward es fast unheimlich in der Nähe der Ver, schleiertA. Sie dachte an Erich, der noch nichts von Jennys Hiersein, noch weniger von ihrer Absicht wußte, und ob es nicht .strafbar sei. ihn in dieser Unwissenheit zu erhalten. Wieder um zauderte sie, die Schwester zu verlassen. Doch Jenny erhob sich jetzt und schob den Schleier dichter über ihr Antlitz. Ich bin also Deines Schweigens gewißZ" sagte sie. Ich danke Dir da für, daß Du es bisher beobachtet hast; wir wären sonst getrennt gewesen. Ich würde Dich um Deinen Besuch bitten, aber ich weiß mcht, ob das gut sein würde." Sie schaute die Schwester neugierig an. Ich habe ja von meiner Vertrauten gehört, wie man Dich anfangs für mich gehalten hat", tzte sie lächelnd hinzu. Wir hätten übrigens viel über unser bisheriges Leben, so ganz getrennt von einander, zu plaudern, doch Du begreifst, daß mir der Sinn dafür fehlt. Wir müssen uns das für spater Aufsparen. Adieu also für heute! Wenn ich Ursache dazu habe, bitte ich Dich wieder um ein Rendezvous. Halte nur reinen Mund! Meine Wohnung brauche ich Dir ja nicht zu nennen." Sie ging und Mary schritt schwei gend neben ihr. An der nächsten Ecke trennte sie sich von ihr durch einen Blick und einen Händedruck. Das also war meine Schwester!" seufzte Mary. Und welch ein Entfchluß ist das wieder! Sie hat Vertrauen zu mir gefaßt, weil sie glaubt, ich habe auch dem Oheim gegenüber geschwiegen, und was beginne ich mit diesem? Darf ich weiter schweigen auch vor ihm, ihrem. . . Soll er diese peinliche Ueberraschung erleben? Gott sei Dank, er ist noch nicht zurückqekehrt! Aber der Oheim! Ich schwieg ihm auch von diesem Rendezvous, wollte erst hören. . .! Wie undankbar sie gegen Erich ist! Er empfindet das schon, denn er spricht nicht mehr von kbr."
(Fortsetzung folgt).
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. Marschall .'Suppe'! lfund mageres in Stückche: tes Ochsenfleisch und yx Kalbsknochen setzt man mit i
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ein Stück Rindermark kocht Stunde mit. Von einigen
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mit etwas Muskatnuß, seiht
darüber, nachdem man sie noch
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das Fleisch in einem Stück nicht gcnvi weich kochen, nimmt es dann heraus und schneidet es in nicht zu kleine viereckige Stücke. Gleichzeitig setzt man eine Portion klein gewürfelten Speck und ebenso Zwiebeln auf, läßt beidesgut anbräunen, giebt etwas Mehl dczir und rührt die so erhaltene Sauce mit etwas Brüh: klar, würzt sie mit Salz und stark mit Paprika. Alsdann giebt man .die Fleischstücke dazu und läßt sie vollends weich werden. Man qiebt gewöhnlich irgend ein saures Compott dazu, Mired Pickles. Gurken, Essigpflaumen. Kürbiß, rothe Rüben ' oder dergleichen. Feine Sauce für Blattund End ivien -.Salat. Man rührt ein hartgekochtes, durch ein Sieb gestrichenes Eidotter und -ein rohes Eidotter mit Salz zu einer Salbe, fügt einen Salatlöffel Oel. iz 2 Löffel saure Sahne, und einen halben Löffel Mostrich, einen Löffel Wein und einerv Löffel Estragonessig, sowie etwas Salad-Cream oder WorcestershireSauce hinzu. Dan r fügt man etwas Pfeffer bei und misc'zt den recht klein gelesenen Salat damit. Wer saure Sahne nicht liebt, nimmt statt ihrer 2 Löffel Provenceröl. Auch genügt fi;r einn einfachen Tisch ein rohes Eidot ter. Eandirte Süßkartof sein. Man schält diese roh, schnei det sie in Scheiben und legt sie in ein: Backschüssel mit Zucker und Butterslöckchen durchstreut. Dann wird eirr wenig Wasser angegossen, und man läßt sie im Ofen backen, bis sie gar sind und der Saft sich zu einem reichen Syruy verdickt hat. Man kann sie heiß oder kalt essen. Kalbsfrikafee. Man schnei det das zum Frikasce bestimmte Fleisch in kleine Frikaseestücke, legt es in's Wasser, thut in einen Tiegel oder Schmortopf mit festschließendem Deckel aus 4 Pfund Fleisch ein halbes Pfund
Butter, acht gewässerte und gewiegt' Sardellen, eine ganze Citrone in Scheiben geschnitten, ganzen weiße Pfeffer und etwas Muskatolumen. gießt nichts darauf, deckt es mit dein Deckel fest zu und beschwert oder verklebt es so. daß kein Dampf heraus 'kann. Sa bleibt es auf mittelheißer Platte stehen, bis man anrichten will. Au bemerken ist noch, daß man au5 den Citronenscheiben die Kerne herausmacht, bevor man sie hineinthut und daß das aus dem Wasser genommene
, vleisch mcht abgetrocknet iriidr
Wettstreit. Meine Ahnen kämpften in den Kreuzzügen!" O, ich stamme noch viel complicirter ab!"
Berschnappt. i3ati .V.: Wurst ist furchtbar klein!" Wirt: -3ch soll Ihnen wohl gleich ein gan: Pferd aus den Tisch bringen!" -EinbraverKerl. Elnbrr. eher (nach gethaner Arbeit): Noch einen solchen Einbruch, undb kann daran denken, ein ebrlick?.5' r
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Farcirt e r Braten. Man
nehme feingchacktes Rindfleisch, welchcs mit ein Drittel Schweinefleisch gennscht wird, gebe auf ungefähr ein halbes Pfund 2 geweichte Semmeln, die man gut ausgedrückt hat. 2 feingeschnittene Sardellen und ein Drittel Unze gewiegte Kapern, etwas gestoßenen Pfeffer. Salz und ein Ei. Gut durcheinander gemengt, formt man einen 'Striezel daraus und giebt ihn in eine Kasserole. wo man ihn mit etwas beißer Butter anbraten läßt, gießt etwas Suppe auf und brat ihn in der Röhre etwa eine Stunde. Dann füllt man etwas Rahm darüber, läßt diesen noch braun anbraten und richtet AllcZ mit der Soße an. FeineRagout- Sauce. In dieser Sauce laßt man jede Art von zierNch zurecht geschnittenen Bratenresien mit etwas Jus sehr heiß werden (nicht kochen) und servirt sie sodann mit Kartoffeln. Klößen oder Bouillon reis. Man schneidet Zwiebeln und Mohrrüben in Würfel und läßt beides mit Butter und Mehl einschwitzen und dabei recht schön braun werden. Run löscht man es womöglich mit Fleischbrühe, sonst mit Wasser, ab und giebt das nöthige Salz, etwas Paprika. Mucker, Citronenscheibe, ein bischen Weinessig, feingewieczte. gebrühte Pilze. Liebigs Fleisch-Extrakt. etwaZ Rothwein hinzu und läßt dieses alles schön seimig kochen. Man braucht diese Sauce nicht unbedingt durch ein Sieb zu geben, doch wird sie dadurch feiner. Aepfelfchnitte. 12 große Aepfel werden geschält. daS Kernhaus
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a'lsacooori uno jooann vie ucpjei m dünne Scheiben geschnitten. , . quirlt man 2 ganze Eier mit 2 Tber-' 1 ir rm'i r c t (W ' i. r
ranen vou Mllcq uno jooiei juci, vag ein recht dicker Teig entsteht, den man recht süß macht.' In diesen taucht man die Aepfelringe und bratet sie in reich-
lichcr Butter, die mit Schweinefett re mischt sein kann, auf been Seite
kroß und braun wie Eierkuchen.. Man: giebt sie mit Zucker und Limmet Be
streut, ohne Sauce zu Tasche. Mn Teig übrig geblieben ist. so bäckt rcas daraus am nächsten Tage, einen Eier kuchen oder auch einen Apfel-Eier-kuchen. indem man noch etwas mehr Mehl und Milch, sowie 6 mit einen: Gurkenhobel fein geschnitzelte, geschält: Aeriel hinzufügt, und aus der Masse ü steigender Butter braune Kuch:2 macht.
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