Indiana Tribüne, Volume 24, Number 149, Indianapolis, Marion County, 15 February 1901 — Page 1
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Jlldianapolis, Ind., Frcitaa, den 15. Februar 1901.
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Von dc::: Könizz Edward in Person eröffnet. Großartiges chzuzepräüzc. Tie Thronrede iw !lönigS enthielt ichts enfationelles.
?ic Zor!Khlttlg des Krieges in Zü)afnKa ttttge!:üli)lgt. Ti: I2:ii&liä c Hochzeit in V!adriö , Ging ohne Ruhcf:örm:gcn vorüber. Ter BclagcrungZzuftand über Madrid verhängt.
Die Franzosen in China
Machen d?n Teutschen das Leben sauer.
Die Eröffnung des britisehen Parlaments. London. 15. Februar. Das erste Parlament unter d:r Regierung des Königs Edward VII. wurde am Donn:rsiag Nachmittag von dem Kömg in Person eröffnet. Ter König wurde von dem Herzog von Connaught und anderen Mitgliedern der königlichen Familie begleitet, der Herzog von Sornrcall und Aork war aber nicht zugegen. Letzterer leidet an einer -leich-ten Erkältung und muß das Zimmer hüten, da ?r nach seiner erst kürzlich erfolgten Genesung von den Masern sehr vorsichtig sein muß. Die Königin Victoria hatte zum letzten Mal im Jahre 1861 in Gegenwart des Prinzen Albert das Parlament in Person eröffnet, und seitdem ist in London keine solche. Entfaltung von Pomp in Verbindung mit der Eröffnung des Parlaments mehr gesehen worden wie heute. Seit der Vermählung des Königs, damaligen. Prinzen oon Wales, mit der Prinzessin Alexandra ist die goldbedeckte Staatskarosse, die bei dem heutigen Ceremoniell verwendet wurde, nicht mehr in den Strafeen von London gesehen worden. In dieser Staatskarosse fuhren heute der König und die Königin vom Bucking-'?am-Palast nach Westminstcr. Die Karosse wurde von acht Pferden zezogen. 5000 Soldaten standen in den Straßen, durch welche sich der kurze, aber großartige Zug bewegte. Spalier. Fünf Equipagen mit uniformirten Beamten und Mitgliedern des königli chen Haushalts, jede von sechs Pferden gezogen und mit Vorreitern, fuhren dem königlichen Wagen voran. In Westminster angekommen, begaöen sich der König und die Königin in das Privatgemach. wo sie mit den königlichen Jnsignien. dem Mantel etc. versehen wurden. Der König, der die Feldmarschalls - Uniform trug, trug. Diesmal nicht die Krone. Unter Vorantritt der höchsten- Staatsbeamten begaben sich dann der König und die Königin in den Sitzungssaal des OberHauses, wo sie auf dem Throne Platz nahmen. Nachdem dann auch die Mitglieder des Unterhauses erschienen wacen und dem König der Eid abgenommen worden, verlas er mit fester, klarer Stimme die Thronrede. Die Thronrede. Nachdem der König auf den Tod seiaer Mutter, der Königin Victoria, hingewiesen hatte, erklärte er. es sei deren Wunsch gewesen, daß der Herzog von Cornwall und Jork das erste Parlament der australischen Föderation eröffnen solle. Obgleich er sich zur jetzigen Zeit nur ungern von seinem Sohn trenne, müsse er aber doch dem Wunsche der Verstorbenen Rechnung tragen und der Herzog werde daher die Reise nach Australien antreten und sie auch auf Neu-Seeland und Canada ausdehnen. Der König drückte dann Australien und Canada seinen Dank dafür aus, daß diese Kolonien so bereitwilligst weitere Truvpen für den Krieg in Südafrika gestellt haben; dann drückt zx Befriedigung darüber aus. daß der Aufstand in Äschanti, obgleich mit schweren Opfern, so erfolgreich unterdrückt worden sei. Des Weiteren erklärt der König, daß das Parlament eine neue Civilliste festZusetzen habe, und er zu diesem Zweck, wie seine Vorgängerin, alle ererbten Einnahmequellen dem Parlament zur Verfügung stelle. Nachdem dann der König erklärt, daß die Beziehungen zu allen anderen Mächten der freundschaftlichsten Art seien, fuhr er fort: Der Krieg in Südafrika ist noch iötLanbeendet. aber die.üauvtttädte
öeö Mtnvez uno tinz lyauvisivCTt. Kommunikations-Linien befinden sich in meinem Besitz; auch sind Maßregeln getroffen worden, die. wie ich hoffe, genügen werden, um allen Widerstand der Truppen zu überwinden, die uns noch gegenüberstehen. Ich bedauere von ganzem Herzen den Verlust an Menschenleben und die großen Geldopfer. die uns die Fortsetzung des Guerillakrieges seitens der Anhänger der beiden ehemaligen Republiken auserlegt. Eine baldige Unterwerfung ist in ihrem eigenen Interesse zu wünschen. denn solange dies nicht geschehen ist, wird es mir unmöglich sein, in ienen Kolonien diejenigen Institutionen einzuführen, die allen weißen Bewohnern die gleichen Rechte und den farbigen Freiheit und Schutz sichern. Der Einnahme von Peking seitens der verbündeten Truppen, und der glücklichen Erlösung der in den Gesandtschaften Belagerten, woran meine indischen Truppen ruhmreichen Antheil nahmen, ist die Annahme der von den verbündeten Regierungen gestellten Bedingunaen seitens der chinesischen Rcgierung" gefolgt. Weitere Unterhandhingen sind noch im Gange Zum Schluß kündigte der König an, daß dem Parlament mehrere Gesetzesvorlagen, darunter solche zur Verbesserung der Schlagfertigkeit von Heer und Flotte, unterbreitet werden würden. Nachdem er geendet, verließ der König mit der Königin und seinem Gefolge den Sual. und die Prozession bewegte sich dann in derselben Folg: wie sie gekommen, nach dem Buckingham - Palast zurück. .In beiden Häusern wuroe nachher mit der Berathung der Antwort auf die Tbronrede begonnen. Im Oberhaus drückte der Earl of 5umberlel) Besorgniß über die Lage in Südafrika aus und er maß der Regierung die Schuko dafür zu. daß die Verhältnisse so ungünstig seien. , Loro Salisbury. der ihm antwortete, sagte, daß der Krieg in Afrika in Anbetracht der Verhältnisse kein so ungewohnlich langer sei. und er verglich den Krieg mit dem Aufstand in Indien und dem amerikanischen Bürgerkrieg. Auch sagte er. daß Oesterreich zwei Jahre gebraucht habe, um die bosnischen Bauern zu bezwingen. In einem Land wie.Südafrika. wo so großer Enthusiasmus herrsche und die Bevölkerung so zähe sei. müßten nothgedrungen Monate vergehen, ehe die Ruhe wieder hergestellt werde; es sei deshalb kein Grund für die Besorgnisse des Earl of Kimberley vorhanden. Des Weiteren sagte Lord Salisbury, daß wenn den Voeren auch nur eine Spur ihrer früheren Selbständigkeit gelassen werde, dies weitere Kriege zur Folge haben würde, denn die Boeren würden sofort wieder anfangen, Wassen anzuschaffen und sich auf weitere Kämpfe vorzubereiten. An einen dauernden Frieden könne nicht gedacht werden, so lange England nicht absolut Herr und Meister über das Gebiet der früheren Republiken sei. Was das Land thun solle und müsse, wenn es einmal diese Uebermacht erlangt habe, sei eine andere Frage. Wenn jetzt England auch' nur im Geringsten nachgebe, würde es ein Zugeständnis der Welt gegenüber sein, daß man die Grenzen des britischen Reichs in der unverschämtesten Weise verletzen könne und England nicht im Stande sei, eine solche Verletzung zu verhindern. Die Antwort auf die Thronrede wurde dann angenommen und das Oberhaus vertagte sich bis zum 19. Jebruar. Im Unterhaus sagte Herr A. J.Balfour, der Vertreter der Regierung, die letztere habe allerdings nicht vorausgesehen, daß die Führer der Boeren so schlecht berathen sein könnten, zum Nachtheil ihrer selbst uno ihres Landes den Kampf fortzuführen". Des Weiteren sagte er, die Boerenführer wüßten ganz gut, daß wenn sie die Waffen niederlegten, ihre Person und ihr Eigenthum respektirt und allen gleiche Rechte gewährt würden. Zum Schluß sagte er: Wir haben die Hand an den Pflug gelegt und werden sie nicht zurückziehen. Der Krieg wird fortgeführt werden, bis er zu dem einzig möglichen, mit unserer Ehre im Einklang stehenden Ende gebracht worden ist." Der Krieg in Süd - Afrika. 5 a p sta d t , 15. Febr. Ein Boe-ren-Kommando überschritt am Mittwoch im Philipstown-Distrikt den Oranje-Fluß. Man glaubt, daß DeWet es persönlich befehligte. Van Wyksolei wurde am Montag von 300 Boeren besetzt, die sich von Calvinia zurückzogen. Die Boeren sollen in größerer Zahl 24 Meilen von Carnarvon stehen. Eine Depesche aus Philipstown sagt, daß die Boeren unter De'Wet und Steyn wieder aus jener Stadt vertrieden worden seien. . Bei Aberdeen soll es am ledten Vtxtu
rag uno amslag zu cerngen nam Pfen gekommen sein, bei welchen die
Boeren den Kürzeren zogen. London. 15.. Febr. Das Kriegsernt hat folgende Depesche von Lord Kitchener erhalten: Pretoria. 14. Febr. Unsere Truppen haben Christian De Wet's Streitkräste nördlich von Philipttown. welches in unserem Besitz ist, cngazirt. nachdem Te Wet den OranjeFluß bei Zand Drift, in westlicher Richhing marschirend. überschritten hatte. General French berichtet, daß er eine starke Kolonne des Feindes 25 Meilen südöstlich von Ermelo abgeschnitten, dieselbe nach Piet Relief zurückgeworfen habe und alle Versuche des Feindes, seine Linien zu durchbrechen, bis jetzt zurückgewiesen habe. Das Jnniskilling Regiment griff den Feind an, der 5 Todte und 6 Verwundete auf dem Platze ließ. Zehn Gefangene sowie grcße Vorräthe an Wagen. Karren und Hornvieh fiel den Briten in die Hände. Die Briten verloren 1 Todten und 5 Verwundete. Einer Depesche aus Portsmouth zufolge ist die königliche Dacht Victoria und Albert" in Bereitschaft gestellt, um König Edward und Königin Alexandra nach Deutschland zu bringen. König Edward wird in Vliesswgen Sonntag Nacht auf derNeise nachCronberg ankommen. Das Befinden der Kaiserin Friedrich ist sehr besoranißerregend und König Edward wird ihr in einigen Tagen einen Besuch abstatten. Die Vermählung der Prinz e s s i n von A st u r i e n. Madrid. 15. Febr. Die Vermählung der Donna De la Mercedes de Bourbon. Prinzessin von Asturien, mit ihrem Vetter, dem Prinzen Karl von Bourban, fand am Donnerstag Vormittag in Gegenwart der königlichen Fam:lie. der Granden des Reichs und der höchsten Staatsbeamten in der Kapelle des königlichen Schlosses statt. Um halb elf Uhr Vormittags versammelten sich in den Wohnräumen der Königin - Rezentin die nächsten Verwandten des Brautpaares, nämlich: die Königin - Regentin Christine. Mutter der Braut; ihr. Bruder, der junge König Alfonso XIII.. ihre Schwester, die Infantin Maria Tkerese; ihre Tanten, die Jnfantinnen Jsabella und Eulalie; ihr Onkel, der Erzherzog Eugen vonOesterreich; ihre Großmutter, die Erzherzim Elisabeth; sowie die sämmtlichen Hofbeamten. Granden von Spanien und die höchsten Staatswürdenträger. Gleichzeitig versammelten sich in dn Gemächern der Jnfantin Donna Jsabella die Verwandten des Bräutigams, Prinz Karl, nämlich: Der Graf und die Gräfin von Caserta; der Herzog und die Herzogin von Calabrien; seine Schwestern, Donna Maria Immaculata, Donna Maria Pia und Donna Maria Josephine mit ihrem Gefolge. Der Bräutigam begab sich zuerst mit seiner Begleitung nach der Schloßkapelle, wo gleich darauf aucb die Braut mit ihrem Gefolge eintraf. Das Brautpaar kniete auf der Treppe vor dem Altar nieder und blieb in dieser Stellung. Während der Kardinal Sancha, Erzbischof von Toleöo uno Primat von Spanien, die Messe las. Dem Primaten assistirten der Kardinal Casajares, Erzbischof von Valladolid; Kardinal Herrera, Erzbischof von Santiago de Costela und Kardinal Casana. Erzbischof von Barcelona. Eine weitere Anzahl Bischöfe und Erzbischöfe wohnten der Ceremonie bei. .Während das Brautpaar auf den Stufen des Altars auf Kissen niederkniete, wurde ein weißer, drei. Nards langer und eine halbe Jard breiter Schleier mit Atlas-Einfassung über Kopf und Schultern der Braut ausgebreitet und das eine Ende über die Schulter des Bräutigams gelegt, während gleichzeitig nach spanischem Gebrauch ein weißes Atlasband, ein Joy" genannt, dem Paar um den Hals gebunden wurde, in der Weise, daß der Knoten zwischen Beiden sich befand. Nach der Messe fand die einfache Trauungsceremonie statt, die ganz dieselbe war. wie bei den einfachsten Leuten. und dann wurden die Ringe gewechselt. Ein. alter spanischer Gebrauch wurde auch hier wieder zu Ehren gebracht, nämlich daß der Bräutigam, sofort nach dem Austausch der Ringe, der Braut dreizehn Münzen überreichte. Diese Münzer. könncn von Kupfer, Silber oder Gold sein, je nach dem Stand und den Verhältnissen des Brautpaars. Die Münzen, die Prinz Karl seiner Braut überreichte, waren dreizehn Goldstücke, von denen jedes eine Unze wog, aus der Zeit des Königs Philipp, des ersten spanischen Bourbonen-KLnigs. Es waren diese!ben Münzen, die bei der .Vermählung der Königin Jsabella II.. der Großmutter. der Braut, verwendet wurden. Nach der Trauungsceremonie hielt .der Kardinal-Primas eine kurze Anspracke an das iunae Vaar. in der er
oic zrinzeiun crma?nle,.lyren ant zu lieben und ihm zu gehorchen, und den Prinzen. Karl, seine Gattin zu heben und in Ehren zu halten. Er fügte hinzu: Ich gebe Dir eine Gefährtin, nicht eine Sklavin." Arm in Arm verließ dann das Paar die Schloßkapelle, von den Uebrigen gefolgt. In den Gemächern der Köni-gin-Regentin wurde dann die Vermählung in ein. besonderes Civil-Register eingetragen und von denselben Mitgliedern der königlichen Familie unterzeichnet, die auch am Äcittwoch den Ehevertrag unterzeichnet hatten. Die. sämmtlichen Gäste begaben sich dann nach dem großen Speisesaal, wo ein Staatsbankett stattfand. Die Prinzessin und der Prinz von Asturien, welchen Titel er von jetzt an führen wird, werden im Schloß wohnen. Sie werden vorläufig keine Hochzeitsreise machen. Der Graf und die Gräfin Caserta und die meisten anderen Gäste sind noch am Abend von Madrid abgereist. Der Prinz Karl trug die einfache Uniform eines Artillerie-Hauptmanns, aber mit dem Orden vom goldenen Vließ. Der Herzog von Calabrien trug eine ähnliche Uniform, mit spaNischen und italienischen Dekorationen bedeckt. Prinz Tennaro war in Kadet-ten-Uniform und der Graf von Caserta erschien, gegen alles Erwarten, in einfachem Frackanzug. Auch der König Alfonso trug die Uniform eines spanischen Kadetten. Der Kardinal Primas trug Meßgewander aus der Zeit Ferdinands, reich
mit Perlen und Edelsteinen besetzt. Die Unruhen in Spanien. Madrid. 15. Febr. In Folge der Unfähigkeit der Civil - Regierung. :ie Ordnung in der Provinz Madn3 aufrecht zu erhalten, ist am Donnerstaz Morgen das Kriegsrecht proklamirt Worden, und der General - Kapitän Weyler hat jetzt die oberste Gewalt in Händen. Uebe-all sind die Civilgaroen zurückgezogen und durch reguläre Truppen ersetzt worden. Ein A!inisterw:chsel scheint unvermeidlich. Die Bevölkerung von Madrid ist vorläufig ruhig, außer an den öffentlichcn Gebäuden sind aber keinerlei Tekorationen zu Ehren der, königlichen Hochzeit zu sehen und auch keine Flag gen. In Barcelona und Granada ist die Gendarmerie bedeutend verstärkt warden, da die Unruhen dort im Zunehmen sind. Der Präfekt von Valencia hat telearaphirt, daß dort am Mittwoch ernstfcche Unruhen stattgefunden haben. Es kam zu einem Zusammenstoß zwischen dem Volk und 6en Gendarmen, wobei eine Person getödtet und mehrere ver wundet wurden. In Malaga begaben sich mehrere französische Priester, die sich auf der Reise nach Brasilien befinden, ans Land, um sich die Stadt anzusehen. Ein Volkshaufen verhöhnte und bedrohte die Priester, die sich dann wieder schnell an Bord ihres Dampfers bringen ließen. Ein Polizist wurde durch einen Revo!verschuß verwundet. Erst nach längerer Zeit gelang es dem Präfekten, die Ruhe wieder herzustellen. Um 6 Uhr Abends hieß es, daß eine Ministerkrisis bevorsteht. Seuor Garcia Alix, der Minister des öffentlichen Unterrichts, und Seuor Sanchez Toca, der Minister der öffentlichen Arbeiten, sollen sich der Verhängung des Belagerungszustandes über Madrid widersetzt und demissionirt haben. General Azcarraga wird der Köni-gin-Regentin die Frage, ob ihr Vertrauen in das Ministerium erschüttert ist. am Abend unterbreiten. Schisssnachrichten.
AnS dcrVttttdcshlittptstadt
SK.ZÄ!lgrG 3!i)ei(r &cpi. Jutcresslmtc Debatte im 5!cpra-icutar.tcnljiuis.
Tic ElMpson-Fchleq Kontroverse wieder aufgewärmt. tzdisndstiftung in Chicago.
Feuer im Kairoer Hcusc nnb Grcat Northern Hotel angelegt. Carric Nation in Topeka vor Gericht.
(m Lynch gcricht in Alabama angc dreht.
New Y o r k , 14. Febr. Angekommen: Cevic" von Liverpool. Nenominee" von London, Oldenburg" vor Bremen. Southampton.14. Febr. An. gekommen: New York' von New York Genua, 14. Febr. Angekommen: Augusta Victoria" von New York. Aller" von New York. Liverpool. 14. Febr. Angekom men: Sagmore" von Boston. Teuto. nie" von New York, Corcoran" vo? Boston, Cufic" von New York. Ab. gegangen: NewEngland" nach Boston B o st o n , 14. Febr. Angekommen Saxonia" von Liverpool. : Bremen. 14. Febr. Angekommen: Weimar" von New York. Queenstown, 14. Febr. Abgegangen: Oceanic" nach New York. Rotterdam, 14. Febr. Abgeg.: Rotterdam", nach New York. , London. 14. Febr. Angek.: Mesaba". von New York.
Bennett's für beste-Feiertags, vhotographieen. 23 Ost Washington s trabe.
krin toller Hund iu der Echule. Senat. Washington, 2). C.. 14. Febr. Der Senat beschäftigte sich thatsächlich während des ganzen Tages mit dem Ackerbau-Etat. ohne daß die Vorlage jedoch definitiv erledigt worden wäre. Die Senatoren Hale von Maine und Lodge von Massachusetts sprachen über die ungeheuren Verwilligungen. die von dem jetzigen Kongreß gemacht wurden, und sie warnten ihre Zuhörer, daß dies nicht so weiter gehen tonne. Sen. Hale erklärte, daß das amerikanische Volk bald alarmirt werden würde, und Diejenigen, die für die ungeheuren. Ausgaben verantwortlich seien, würden sich dann hinter Felsen und Bergen verstecken, um dem Zorne des Volkes zu entgehen. 'Sen. Lodae drückte sich in ähnlicher Weise aus und erklärte, daß es Zeit sei, der ungeheuren Verschwendüngssucht ein Ende zu machen. AllcS nöthige Geld sollte bewilligt werden, einige .Vorlagen aber, namentlich die Flußund Hafen-Bill. seien mit unnöthigen und zwecklosen Verwilligungen überladen worden. Die Reden erregten die größte Aufmerksamkeit. Es fand noch eine kurze Abendsitzung statt, in der die Verwilligungövorlage für den Distrikt Columbia zu Ende verlesen wurde. ... Repräsentantenhaus. Während der Debatte über den ver-mischtenCivil-Etat wurde heute für geräume Zeit der Verkauf des alten New Yorker Zollgebäudes an die National (litt) Bank von New York diökutirt. Die Debatte verursachte manchmal große Aufregung. McRae, Demokrat, von Arkansas, brachte die Angelegenheit auf's Tapet, indem er beantragte, die $371,947 für die Miethe des ZoV gebäude' ZU streiche, Uno vieö veran laßte den Repr. Jon.es von VirLiwa. die Regierung wegen des Verkaufs anzugreifen und darauf hinzuweisen, welch' riesigen Profit die Bank bei der Transaktion gemacht habe. Der Sekretär Gag? wurde scharf mitgenommen und es wurde mehrmals Bezug auf den Brief genommen, den Herr Hepburn an den Sekretär Gage geschrieben hatte, und in dem er auf die politischen Ansprüche der Bank hinwies. Die Repr. Cannon und Hopkins vertheidigten die Zollhaus - Transaktion
und Herr Hopkins drehte den Spieß I
um und gegen die Demokraten, indem er eine Anzahl Briefe verlas, die von prominenten Demokraten, darunter Senator Jones von Arkansas, an den Schatzamtssekretär unter der Cleveland'schen Administration geschrieben hatten und in denen um Regierungs Depositen für Banken gebeten wurde, weil die Verwaltung der Banken gul demokratisch" sei. Er verlas auch ein Schreiben von einem prominenten De mokraten aus Toledo, O., an den Senator Brice, in dem Schreiber Deposi ten für ''ie Bank verlangte, die liberale Be'...ge" für die Kampagnefonds geliefert habe. Am meisten irritirte ei aber die Demokraten, indem er einen Brief verlas, den der Repr. Richardson, von Tennessee. jetzt der Führer der Demokraten im Haus, im Interesse ein Bank von Murfreesboro. Tenn.,,ge' schrieben hatte. Von den 137 Seiten der Vorlagt wurden während des Tages 43 erledigt. Marine -Beförderung en. Der Präsident sandte dem Senat während des Tages eine Botschaft zu, in der er erklärt, daß die Offiziere und Mannschaften, welche die spanisch. Flotte bei Santiago zerstörten, in glei eher Weise geehrt werden sollten wie die Offiziere und Mannschaften unter Admiral Dewey, und gleichzeitig empfahl er, daß Admiral Sampson um fünf Nummern avancirt werden solle, sodaß er im Range nach dem Kontre-Admiral John A. Howell komme, und Admiral Winsield Scott Schley drei Nummern, sodaß er im Rang nach Admiral Sajnpfoi m. stehen komme.
Die Schk-nampson - 5!on:roverje wurde heute durch die Weigerung verschieoener Senatoren, die Ernennungen des Präsidenten zu bestätige, wieder aufs Tapet gebracht. Mehre?: dersclben erhielten ein Telegramm von Gen.--ral Felir Agnns in Baltimore, worin gegen die Bcvorzugung Sampson's protestirt wird. Es wird darin darauf hingewiesen, daß an der Schlacht, für welche Sampson befördert werden soll, er gar keinen Antheil genommen und daß Schley allein die Ehre der Flagge vertheidigt bat. Böse zugerichtet und beraubt. El Paso, Texas. 15. Feb. Dr. Alfred B. Mcyer von New York, ein Arzt, der hier eine Woche bei einem reichen Patienten zugebracht hatte, wurde am Mittwoch Abend mit Knockout Drops" betäubt, mit Messerstichen gefährlich verletzt und um mehr als Z1000 beraubt. Dr. Mcyer ging am Mittwoch
Abend allein aus. Einige Stunden vor Tagesanbruch wurde er nach seinem Hotel zurückgebracht, aus einem halben Dutzend Wunden blutend, seine Kleider zerrissen und um seiner ganzen Baarschaft beraubt. Ein Lynchgericht befürch tet. Huntingsville. Ala.. 15. Feb. George Hall, ein weißer schullehrer, der am Mittwoch Cora Pritchett. ein zehn Jahre altes Mädchen, vergewaltigt haben soll, wurde am Donnerstag in Guntersville dem Richter vorgeführt. Eine ungeheure Menschenmenge sammelte sich sofort an und Drohungen aller Art wurden sofort laut. Der Richter, ein Lynchgericht befürchtend, tclegraphirte an den Gouverneur, der auch sofort zwei Kompagnien Staatstruppen von Birmingham nach Guntersville beorderte. Die Truppen, kamen um fünf Uhr Abends hier an und es wird jetzt kein Lynchversuch mehr gemacht tverden, das Gefängniß Wirt aber von eine? Kompagnie Soldaten bewacht. Nach Schluß des Vorverhörs Nachmittag brach ein Pöbelhaufen die Thür zum Gerichtszimmer ein i die Leute zerrten dann Hale in denHof des Gerichtsgebäudes hinaus, mn der Absucht, ihn zu hänge.-.. . Es wurde ein Strick über einen Vaumast geworden, es fand sich aber Niemand, der Hale die Schlinge um den Hals legen wollte. Im kritischen Augenblick erschien ein Hikfssheriff auf der Bildfläche, der Hale mit nach dem Gefängniß nahm. Niemand verhinderte es.
Wiedervergeltungs-Maß-
regeln.
Winsield. Kansas. 15. Feb. Die sämmtlichen Fenster der United Presbyterianer-Kirche in hiesigerStadt würden in letzter Nacht eingeworfen, wahrscheinlich als WiedervergeltungsMaßregel für die gestern stattgefundene Zerstörung mehrerer Wirthschaften. Der Pastor der Kirche war einer der Hauptanführer der Bande, welche die Wirthschaften zerstörte. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf ungefähr $200. To l l e r Hund. Chicago. Jll.. 15. Febr. Eine gefleckte Dogge, mit Schaum vor dem Maule und allen Anzeichen der TollWuth behaftet, rannte in ein mit Kindern gefülltes Klassenzimmer der Koz-minski-Schule an der 54. Straße und Jngleside Ave. und ehe der Köter von einem sofort herbeigerufenen Polizisten unschädlich gemacht werden konnte, hatte er vier Kinder gebissen und eine Panik verursacht, bei welcher mehrere andere Kinder erheblich verletzt wurden. Der Hund biß zuerst ein kleines Mädchen, dann drei Knaben, welche demselben zu Hilfe eilten und auf ihn losschlugen. Inzwischen war der Polizist erschienen, welcher vier Schüsse auf den Köter akgab. Derselbe wurde jedoch dadurch nicht getödtet. sondern nur verwundet, und entfloh. Eine Meile weit wurde er dann von dem Polizisten und and-ren Leuten verfolgt, entkam aber schließlich seinen Verfolgern und treibt sich zum Schrecken der Bewohner in der Gegend um!,. . j . .
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In Marion. Ind.. ist in Folge der Explosion eines Ocl-Ofens in et nem Schlafzimmer Frau Michael Da! ley. die Gattin eines reichen OelPro duzenten von Bluffton. lebendig ver brannt. In Nashville. Memvhis und an anderen Orte in Tennessee wurde am Donnerstag Abend um Viertel nach sechs Uhr ein ziemlich heftiges Erdbe. " . . r.-.i V.ii -w-
jro- Weiten Depeschen ans Seite.
