Indiana Tribüne, Volume 24, Number 147, Indianapolis, Marion County, 13 February 1901 — Page 7

Jndiana Tribune, 13. FcbruarZIUUl.

Ohne Frieden.

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lüiiiuii vvu Htfjju'ci ,iomcr.

(Fortsetzung.) iiticfii lUz das Werk hatte damals verschieden gelautet, es war noch unreif, rerschn?omnien. gärend: Gewalten rangen darin noch ungeklärt. aber einige bliesen schon KarnalZ in die Rukzmposaune und erklärten das Schauspiel für die Arbeit eines groften Talents. Später folgten zweiendere Stücke, die ohne Aufsehen zu erregen. auftauchten und verschwanden, ietzt Die Enterbten", das war ein großer Scklag. Schöne Sprache, meisterhafter Aufkau. knappe Tiktion. brillante Aktschlüsse und vor allem herzerschütternde Wahrheit lauter Lob und kaum ein Tadel fiel auf den Glücklichen, der einmal einen vollen Wurf getban und in das Leben seiner Zeit tief hineingeschaut hatte. Das Elend war geschildert, das Elend in ergreifender Gestalt, aber in poetischerVerklärung schwebte über den Gefallenen, in Noth Geborenen und unter ihrer Last Keuchenden ein stilles, stetiges Licht. Selbst in der Seele des Stumpfsten glühte ein Funke, aus dem die Gottesflamme noch emporlodern konnte und empcrlodert.wenn auch erst in de? Sterbestunde. Das hatte gewirkt, gezündet, die Schlaffen gerüttelt. Aucb in diesen. vomWohlleben und den raffinirten Genügen stumpf Gcwordenen flammte dasLicht auf. dürftig und flüchtig flackernd, aber doch hie und da plötzlich einen ganz dunkeln Winkel in den Hinzen beleuchtend, vor dem man .:sammenfuhr. llnb die S.lukworte des legten

Aktes: ..Auch ihr, die ihr an üppigen Tafeln sitzt, friedlosen .Herzens, seid die Enterbten, denn ihr seid nicht mehr genußfähig und darum dem Geringsten und dem .hungernden gleich". sie wurden in diesem von Blumenduft und Schönheitscultus erfüllten Salon wiederholt und discutirt. als ginge sie alle, die sie da auf seidenen Polstern saen. der Rede Inhalt an. Plötzlich tauchte aus dem lebhaften Durcheinander dieser Debatte ein Name auf. der Robert traf wie ein elektrischer Schlag. Delius! Wer ihn ausgesprochen, rrnd in welchem Zusammenhang wußte er nicht, aber der Rame wurde wiederholt, und bald klärte es sich. Es war der Rame des Anonymus. des unbekannten Verfassers. Einer der Anwesenden hatte ihn gestern unter dem Brausen des Enthusiasmus nennen hören, von jenem Journalisten. der das Stück auf die Bretter gebracht hatte. Delius? Wer war das? Niemand kannte ihn, niemand wußte Näheres von ihm. Aber er sollte in Berlin sein, heimlich gestern der Aufführung beigewohnt haben, von New )cri, wo er bisher als Journalist gelebt hatte, dazu herübergekommen. Robert war bleich geworden, und es dunkelte ihm vor den Augen. Delius und er kam von New ?)ork. seine Ahnung, sicher wußte der Mensch von ihr. Es wurde ihm schwer, sich zu be herrschen, am liebsten wäre er gleich gegangen, hätte jenen ihm bekannte:! Kritiker aufgesucht, von ihm erforscht, ob diese Kunde toerir sei. ob Delius, der Delius. den er gekannt, in Berlin sei. und wo er -ihn finden könne. Aber seine Dcnne fesselte ihn in an geregter Unterhaltung und schien seine zerstreuten Antworten gar nicht zu bemerken. Und jet,t trat eine bekannte und vielgefeierte Sängerin an den Flügel, und man verlangte stürmisch von ihr ein Lied, das sie neulich gesungen und womit sie aNe ihre Hörer ergriffen und entzückt hatte. Robert lehnte sich in seinen Stuhl zurück. Es war lhm eine E:lösung, schweigen zu dürfen nnb nur zu hören. Und da begann die Künstlerin mit ihrer vollen, wunderschönen Altstimme

und ihrer vollendeten Kunst im Vorirag. und jeder Nerv in ihm begann zu zittern. Schwebten die Geister der Lerganqenheit heute Abend alle um ihn in mystischem Spiel? Ich sah ein holdes Weib im Traum auf rothem Laube sitzen Wohl unter einem bereiften Baum, der thät wie Silber blitzen. Und auch der Schönen wallendes Haar sah weiß wie Schnee ich prangen. Denn ach! wie manches liebe Jahr ist schon ins Land gegangen. Doch blühte noch ihr Antlitz fein, gleich weißen Rosensuen, Im Aug' der alte Sternenschein, und roth der Mund zu schauen. Wo kommst du her? Wo gehst du hin? sprach ich mit sa?lfiem Beben. Bist selig? Bist du Büßerin? Wo lebst du nun dein Leben? Sie lächclte mild am selben Ort, auch hab' ich sie nicken sehen, Sie sprach ein halb gehauchtes Wort, das konnt' ich, nicht verstehen " Er schloß die Augen, um ihn ging alles im Kreise. Hedwigs süßes Bild schwebte vor ihm nach den Worten des Liedes. ein Geistergruß von ihr während er hier neben dieser andern saß es überwältigte ihn, er war völlig fassungslos. Leise erhob er sich und schlich ins Nebenzimmer. Er mußte allein sein, unbeobacbtet. ihm

war, als griffen kalte Geisterhände in seinen Nacken. Er hatte das Gefühl für seine Umgebung völlig verloren, er wußte nicht mehr, wo er war. Sein Kopf lehnte bleich an dem dunkelrothen SammetVorhang, und athmete schwer. Seiner Schwester Stimme weckte ihn. er fuhr auf und starrte sie verwirrt an. ..Robert, was ist dir ?4 Bist du funk?" Ein Rauschen, und auch das weiße Gewand der Adlerkron flimmerte vor seinen Augen. Ich sah es. wie Sie erbleichten", sagte ihre Stimme dicht neben fhm ; mein Gott, wie sehen Sie aus ! Sie haben sich gründlich überarbeitet." Er suchte sich zu fassen, auch zu lächeln es kam verzerrt zur Erschei nung. Seine Glieder waren schwer wie Blei, es war wie ein Anfall. ?Zreiin Melanie zeigte einen Grad warmer besorgter Theilnahme, der 5?rau Gertrud sehr angenehm berührte. Ihm kam sie gar nicht zum Bewußtsein, ihn quälte ihre Abwesenheit, was war sie ihm? vor seiner Seele stand ein anderes, süßes, geisterhaftes Bild, verklärt, schattenhaft, das seine Nerven vibriren machte. Mit eiserner Willenskraft schüttelte er den Bann ab und stand wieder aufrecht und gefaßt da. Aber er gab zu. daß es für ihn besser sein mochte, nach

i Hause zu fahren, ihm war in der That

nicht ganz wohl. - Er küßte dankbar die Fingerspitzen der sich so huldvoll zu ihm Neigenden und kam sich selber lächerlich vor in dem Augenblick. O. diese Komödie; diese Welt der Lüge und Verstellung! Am andern Tage forschte er nach Delius. Es ließ ibm keine Ruhe, er war wie im Fieber, und seine Gedanken waren nur mit den Bildern der Vergangenheit erfüllt. Lebte Hedwig? Fand er sie wieder? Wußte Delius von ihr? Delius der Name prangte heute auf den Theaterzetteln, war in den

Spalten der Zeitungen zu finden, die den Erfolg der Enterbten" besprachen

ein Name, aus dem Dunkel aufge

taucht wie ein Stern, und mit einem

Male in aller Leute Munde.

Nun war auch der Träger desselben zu finden, er wohnte bei seinem

Freunde, dem er es zu danken hatte.

daß sein Wer! an's Tageslicht gekom

men war. War es derselbe, den er g:-

kannt? Gab es nicht mehrere dieses

Namens?

Mit einem Herzklopfen, als ob ein Hammer ihm in der Brust schlüge,

wartete Robert im Vorzimmer, nachdem er erfahren, daß Herr Delius zu Hause sei, und seine Karte zu ihm hin-

eingesandt.

Und da trat n durch die Portiere.

das volle Sonnenlicht fiel auf das röthliche Haar, derselbe blöde, schüchterne Mensch mir dem blassen Gesicht und den weltfremden Augen. Robert fühlte ein Brausen undSausen in seinem Kopf und eine Eiseskälte in seinen Adern, er vermochte kaum seine Anrede zu machen, und er mußte doch kaltblütig und besonnen zu Werke gehen diesem großen Schweiger gegenüber. Er brachte denn auch ein paar der Situation angemessene Phrasen über die Lippen. seme Ueberraschung. in dem alten Bekannren jetzt den beriihm teil Dichter begrüßen zu können, und so weiter. Delius lächelte, sein altes stille!, ei? ganz klein wenig ironisches Lächeln. Wie -unverändert war der Mensch. Gleich einem Blitz schoß die Erinnnerung an den Moment, als sie sich zuletzt gesehen, durch Roberts Gehirn, d?r Mann mit dem schmerzdurchwühlen, übernächtigen Gesicht, dem beschmutzten Anzug und den in Sumpf und Moor durchweichten Stieseln stand wieder vor ihm. der damals nach einer Leiche gesucht. Ihm rieselte es grausig über den Rücken. Nein, dieser Mensch war fcoch t:r ändert, je klarer ihm im Gehirn wurde. desto deutlicher sah er es. Er war sehr gentil und sorgfältiger als früher gekleidet, und wenn in der Haltung

auch noch die alte Eigenthümlichkeit, eine gewisseNachlässigkeit. sich kund gab. in den Zügen lag Lebensfrische und Lebensfreudigkeit, und in den sugen der Mensch hatte ganz merkwür:ige Augen, es war Robert wohl in jener früheren Zeit schon mitunter aufgefallen diese durchsichtige Klarheit, dieser seltsame, unirdische Strahl. Das trat jetzt, wo die übrige Erscheinung sich vortheilhaft gehoben hatte, j noch auffallender hervor. Sie schüttelten sich die Hände und setzten sich. Delius saate wieder nicbt

viel. Seine Redeweise schien noch rrVnfn ftnefpnh unh itnnpspnf nt IVtn

r v v 0 Wie früher. An Robert war es. in j

fragen. Das war unglaublich schwec, namentlich, weil der andere gar nicht fragte. Wie sehr seine. Roberts. Lebensstellung sich geändert seit jener Zeit, schien Delius'gar nicht zu berühren oder zu interessiren. Robert holte tief Athem und nahm einen Anlauf. Sie verließen damals Malchow gleich nach mir. nach uns" er ward bleich und roth. der andere mußte es bemerken, mußte ahnen, verstehen; aber er verstand nichts. Er saß da und beschaute seine weißen Hände lange, feine, mit durchsichtigen blauen

Adern durchzogene Hände, wie die ei-

ner ZVrau und saate mmts.

Sie waren m Amerika, in New 7)oxt, haben Sie o! Sie muffen mich und meine Qual errathen, haben Sie nichts von ihr Sie wissen, von wem ich rede gehört?" Delius blickte auf und ihn voll mit den wunderbar klaren Augen an. Sprechen Sie von von " er gerieth ins Stammeln aber Sie glaubten sie doch todt." Ja aber später nein, ich ich fand dann einen Brief von ihr sie hatte sich von mir geschieden, freiwillig, ohne Grund. Sie begreifen, daß mich das tief verletzte sie wollte nicht, daß ich ihr nachforsche, ich mußte ihren Willen ehren aber im Laufe der langen Jahre ist mir ihr Bild nicht erloschen, ihr Andenken ist mir heilig geblieben mein Herz verzehrt sich noch oft in Sehnsucht nach ihr." Er hatte kastig und im Zusammenhang gesprochen zuletzt, jetzt wurde es still im Zimmer, man hörte nur das leise Ticken der Pendule. Täuschte er sich, aber es dünkte Robert, als ob Delius schwer athme. Wollen Sie mir keine Antwort geben?" fragte er jetzt ungeduldig, empört über das Schweigen des andern. Delius schüttelte den Kopf in seiner alten Manier. Wie kann ich?" sagte er langsam ; wie fordern Sie das von mir? Wenn Ihr Herz noch hing an Ihrem anaetrauten Weibe, mußten Sie sie doch suchen und finden; sie schied sich von Ihnen, um Ihnen die Bahn frei zu machen, es fragte sich, ob Sie das ungeheure Opfer annehmen wollten oder nicht." Der Bann war gebrochen, seit Delius nur sprach. In Robert brauste es auf. wie es immer in ihm aufgebraust war. wenn man ihm einen Borwuf machte. Hatte ich etwa nickt Grund ihr

schwer zu zürnen, trieb ich sie in die Welt hinaus? Sie mußte es sich sagen.

daß solche That uns schieb. e:n

öffentlicher Skandal vor der Welt, der läßt sich nicht ungeschehen machen.

Das mußte sie wiiien."

Sie wußte es auch." Die Worte

kamen einfach.nicht vorwurfsvoll, nicht

scharf, sondern sehr ruhig von Delius

Lippen.

Robert griff nach seinem ait. In

ihm loderte der helle Zorn empor über

diesen . hartnäckigen, unerträglichen

Schweiger.

Sie wissen also, wo mein mir an-

aetrautes Weib sich aufhäll." sagte er

bitter, .und Sie wollen es mir nicnt

sagen. Ich nehme also nur die Ge

wißheit mit mir, daß sie lebt, denn das

verräth mir Ihr Benehmen. Ich werde jetzt selbst suchen, denn ich bin kein freier Mann, bis ich von der, die mich verließ und mir vielleicht schon lange

die Treue brach, rechtsgültig geschieden

bin."

Ha! Was loderle 'da in den Augen

des andern empor also endlich ver rieth er sich doch, 'dieser Heilige, die ser Unergründliche. Er hatte sie im

mer geliebt war er erhört worden.

hoffte er jetzt auf eine dauernde Ver

einigung? Eine wilde Eifersucht, ein neues peinigendes Gefühl packte ihn plötzlich Hedwig lebte, die Geliebte

seiner Jugend, dre -immer noch ihm gehörte und aehörcn sollte, und ein

anderer Einen Moment tanzten bunte Lich

ter vor seinen Augen, dann suchte er

gewaltsam sich zu fassen und zu besin

nen. Die Uaren. reinen Augen des Mannes da vor ihm trafen in die seinen. da war keine Lüge, da war keine

Schuld.

Gab es solche Menschen in der

Welt, die rein und schuldlos bleiben

unter solchen Versuchungen? Er war

jetzt überzeugt, als ob jener eö ihm gesagt hätte, daß Delius sie gefunden, gestützt und geschützt habe alle die Jahre hindurch, daß er in ihrer Nähe gelebt und sie gelebt hatte ohne ihr Leben durch seine Leidenschaft zu trüben. Er trat noch einmal auf ihn zu und sagte leise, bittend: Geben Sie mir eine Spur, ich muß sie jetzt suchen." Delius zuckte zusammen, seine Mienen verriethen einen inneren 5!ampf. Ich darf nicht, ich verrathe nie das Geheimniß eines andern", erwiverte er dann. Robert wendete sich mit kurzem Gruß und glnc. " Das Drama Die Enterbten" wurde Abend für Abend gegeben und erhielte immer ein volles Haus. Auch Robert ging, um es zu sehen. Er hatte sich in den Hintergrund der Prostenium.loge zurückgezogen, wo er von niemand beachtet wurde, und verfolgte

mit einem seltsamen Interesse den Gang der Handlung. Akt für Akt. Seit er Delius gesprochen hatte, war keine Ruhe mehr in ihm. Er ar beitete im Bureau unter großer Anstrengung und war kaum im Stande, seine Aufregung zu verbergen. Excel lenz hatte ihn schon ein paarmal gefragt, ob er krank sei, und freilich, er sah schlecht genug aus. Selbst Schwester Gertrud äußerte sich besorgt seit jenem Anfall, wie sie es nannte, der ihn in ihrer Soiree gepackt hatte. Delius saß in der Loge des Direktors. er blieb im Schatten der Gardine. und man sah nur hin und wieder den hellen Kopf mit dem röthlichen Haar, den jetzt bereits jedermann kannte, auftauchen. Widertrebev

trat er einmal vor bis an die Brüstz der Loge bei dem donnernden Applaus und dem stürmischen Begehren des Publikums, dem Dichter seine Ovationen zu bringen. Lorbeerkränze und Blumengewinde umrauschten ihn, und er stand da scheu und fast erdrückt von der unbekannten Last der Ehren, die er nie gesucht hatte und an die er nicht gewöhnt war. Robert, welcher der Loge gegenüber saß. beobachtete ihn scharf, mit fieberhafter Spannung. Da gewahrte er, wie die klaren, in diesem Moment in wunderbarem Feuer aufleuchtenden Augen sich in eine der dunklen Parkettlogen richteten, ein verstohlener, verständnißvoller Gruß ward da hinübergesendet zu wem? Wer stand dem Dichter hier so nahe, außer seinem freunde, der an seiner Seite saß? Robert folgte unter Herzklopfen der Richtung des Blickes, er nahm sein Glas zu Hilfe und entdeckte seine Hand zitterte, siedende Gluth erfüllte plötzlich seine .Adern eine weibliche Gestalt in dunkler Kleidung. Sie beugte sich jetzt einen Moment vor. das elektrische Licht streifte ihren Scheitel, diese kastanienbraunen Wellen. sie winkte' heimlich mit der Hand und lächelte glücklich. Robert ließ das Glas sinken und lehnte sich zurück.ihn faßte ein Schwindel. rothe Lichter tanzten vor seinen Augen. Gefunden sie war es, Hedwig. mit einem glücklichen Lächeln auf ihren Lippen, das einem andern galt. Es wäbrte eine Weile, bis er klar zu dcnken vermochte und die Herrschaft über sich selbst zurückgewann. W2s

nun thun? Er beugte sich noch einmal vor und spähte athemlos nach dem Platz, wo er die Erscheinung gesehen hatte ; sie war v?rschwunden. zurückgetaucht in das Dunkel, aber die Stelle war ihm im Gedächtniß geblieben, er zählte, die vierte Loge war es gewesen. Er erhob sich. Das Interesse an dem letzten Akt des Stückes war erloschen, er trat hinaus und faßte Posto vor der Thür der vierten Parkettloge. So konnte sie ihm nicht entgchen. Er lehnte in einem taumelnden Zustande, der ihm wenig klare Gedanken im Kopfe ließ, cn dem Pfeiler im Eorridor. sehr zur Verwunderung des Lvgenschließers. der ihn anfangs für einen Kranken nahm und seine Hilfe anbot. bis ein herrischer Wink ihn beiseile scheuchte. Jetzt erschütterte dieser donnernde Ton die Lust, der Ausbruch eines ein-

stimmigen Gesühls von Tausenden. Die Logenthüren öffneten sich. Klatschen. Rauschen. Stimmengesurr, dann ein sich gießender Menschenström. Zwei oder bin Damen waren schon aus Naimmer vier geschlüpft, schwatzend, mit erhitzten Köpfen. Robert wartete, hinter dem Pfeiler verborgen, und wendete stin Auge keinen Moment von der kleinen, schmalen Eingangsthür. Jetzt endlich das war sie, ihre schlanke, mädchenhafte Gestalt. Ein Gewand von dunkler Seide umbüllte Pe. von elegantem, modernem Schnitt. man sah es auf den ersten Blick, daß sie nicht mit den Sorgen des Lebens kämpfte. Mancher der eilig Vorwärtsstürmendm'sah sich nach ihr um. trotz ihrer Einfachheit siel sie auf. Wie ihm das 5zerz schlug, wie ein Kammer. Sie marf jetzt ein "schwarzes Spit)engcwebe über den Kopf und nahm in der Gardeobe ihren Mantel, einen weichen. pelzverbrämten. Begleitung schien sie .nicht zu haben oder zu erWarten. Er ttilvx sie keinen Moment aus den Augen, .er folgte ihr bis vor das Portal, wo sie an den Wagenreihen entlang schaute, und jetzt eilte ein Mann vom Seitenausgang her auf sie flu Delius. Sie reichten einander die Hände, tx beugte sich zu ihr nieder, sie sprach Robert hörte durch das Gewirre eine Sekunde lano ihre Stimme, den weichen, silbernen Klang frisch, heiter die Worte konnte er nicht erhäschen. Delius führte sie zu ihrem Wagen,

Ire redeten eifrig miteinander, dann stieg sie allein ein, er stand noch am Schlag, redete und nickte vor RoT. 1 rt Cf t. , r

oeris Äugen ounleile es. Aver er

raffte sich gewaltsam zusammen, blitzschnell hatte cr auch einen Fiaker ge düngen, er drückte dem Kutscher ein reichliches Trinkgeld in die Hand und gebot ihm, dem Wagen, den er ihm bezeichnete, um jeden Preis zu folgen. Er sah es noch, wie Delius, den Hut tief in die Stirn gedrückt, scheu der Menge und jedem Lichtschein auswei-

chend, einsam in entgegengesetzter Rich-

tung davonschritt. Nach einer Viertelstunde hielt er vor

einem ansehnlichen Hotel in der Des-

sauer Straße, und sah m dem strab

lenden Lichtschein des EingangSportals seines Weibes zierliche Gestalt die teppichbelegten Stufen hinanstei-

gen.

(Fortsetzung folgt.)

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