Indiana Tribüne, Volume 24, Number 147, Indianapolis, Marion County, 13 February 1901 — Page 3

Jndiana Tribune, 13. Februar 1901.

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Zlcttcr Eustav. Con P. Arcnbcrg. ' 5x lebte lustig in fctn lag hinein, und be:rachte die Welt als eine groß-: Vergnügunzsanstalt. Er war :ci3 und brauchte nicht wie seine Ccllezen r hatte das AaufaÄ studirt zu arbeiten und sich ttr. Kopf über den Bau von Häusern und ähnlichen nüylichen Instituten zu 5rbr4en. Hztte tz also nicht alle Veranlassung, das Leben in vollen Zügen zu genießen? Er wurde von aller Welt verhätschelt. tz war der erklärte Liebling der vorBmen Gesellschaft und ein besonderes kostbares Individuum in den Augen allr Mütter heirathsfähizer Töchter. Es hätte auch nicht viel gefehlt, so hätte ZNQN ihn mit der Tochter des Geheimraths Pir verheirathet. Aber nein, zum Glück hatte er sich noch zu guterletzt aus der Schlinge gezogen. Er als Ehemann man denke! Um Gottes Willen, nur nicht! Was sollte er denn mit einer Frau? So was wird ja auf d Dauer langweilig. Konnte er es denn besser haben als iefet? Eine ele

gante, mollige Junggesellenwohnung. ein Wirthschaften, die die vorzüglichsten Diners herzurichten verstand, Freunde und Freundinnen in Hülle und Fülle, ein monatlicher Wechsel von 1500 Mark Du lieber Gott, so lebte stch's doch ganz erträglich. Was hat man denn von der Ehe? Doch nur urmngenehme Pflichten und Ei7.schränlangen! Es war ihm daher nicht wenig peinlich, als sich eines Tages seine Tante nebst Tochter zum Besuch bei ihm anmeldeten. Na. das fehlte noch, daß die nach Berlin kommen! Und gerade jetzt, mitten im schönsten Wergnügen! Nun konnte er die alte Dame. die sich immer so plebejisch kleidete und so laut benahm, an seinem Arm durch die Stadt schleppen, in die Oper führen usw.. usw. Schöne Bescheerung ! Und die Kleine, seine Eousine? Ach so, ja, die mußte jetzt ein ganz niedliches Mädel geworden sein, hm, ganz niedlich. Na, wenigstens ein kleiner Ersatz für die Qual mit der Tante. Im Uebrigen aber war das doch eine recht fatale Geschichte! Jetzt stand er gerade in bester Position bei der neuen .Primadonna vom Operettentheater, .uur nur noch eine kleine Bemühung, und die Zahl seiner Freundinnen würde wieder um eine erhöht werden. Nun mußten die ihm dazwischen kommen! Donnerwetter ja . . . Nein, das ging nicht. Die Beiden mußte er sich abwimmeln. Am einfachsten war es wohl, wenn er sich verleugnen ließ. Er wäre verreist, oder so etwas, ooer so was Aehnliches . . . Die Tante war aber schneller, als seine Berechnungen. Ehe er sich dessen versah, war sie da, stand in seinem Salsn und streckte ihm mit der liebenswürdigsten Miene beide Hände entge-

&tl Und da war auch die Cousine. Das war ja ein ganz allerliebster Balg geworden, Donnerwetter ja! .Tag. Käthe!" sagte er. drückte ihr fest die Hand und beugte sich zu ihr. uni sie wie früher zu küssen. Aber da fuhr die Tante von dem Sessel, auf dem sie es sich bequem genacht hatte, in die Höhe, stürzte auf das junge Mädchen zu. riß es an sich und sagte in höchster Empörung: .Erlaube mal. lieber Gustav! Du denkst wohl. Käthe ist noch immer ein Kind? Da irrst Du Dich! Sie ist jetzt eine erwachsene Dame, und Du hast ihr mit allem gesellschaftlichen Respect entgegenzukommen, verstehst Du?" .Jzwohl, er verstand vollkommen, die liebe Tante möge sich nur nicht aufregen. Er würde ja wohl wissen, wie xz sich gegen eine so reizende, junge Dame zu betragen habe. Im StilUn wünschte er die alte Dame zu allen Teufeln. Käthe stand da, verwirrt und erregt, und wußte nicht, was sie sagen sollte. Der Gustav war doch wirklich ein sonderbarer Mensch geworden. Wie er sie ansah, nein, da konnte einem ja angst und bange werden . . . Nachdem Gustav seinen hohen Besuch in die für ihn hergerichteten Zimmer geführt hatte, gab er seiner Wirthschafterin einige Anweisungen für die Abendtafel und zog sich zurück, umToileite 3ü machen. Es war ihm doch plötzlich ganz sonderbar zu Muthe geworden. Was die Käthe für ein schönes, stattliches Mädel geworden war! Wenn sie nur nicht so ernst und gesetzt wäre! Zum Abendessen erschien Käthe in einem weißen, dieTante in einem knallrothen Kleide. Letztere, eine Kleinsiädterin von echtem Schrot und Korn, sprach den Speisen eifrig zu. plapperte unaufhörlich und unterzog den guten Gustav schleunigst eines längeren Verh'örs über seine Lebensweise. .Ach, weißt Du, Tante," sagte er, reden wir doch lieber von etwas Antxm, ja?" .Aha, meine Zunge ist Dir wohl unangenehm, wie? Hilft Dir aber nichts.- Dabei zerbrach sie die Schale eines Hummers und führte dessen Fleisch mit großer Schnelligkeit und mit noch größerem Behagen zum Munde. Das junge Mädchen war durch dieses Thema sehr unangenehm berührt, außerdem hatte sie daS unbewußte Verlangen, ihren Vetter in Schutz zu neh men. Nach einigem Bemühen gelang es Käthe, die Mama zu besänftigen, und

so verlief die Mahlit ohne weitere ährlichkeiten. In den nächsten Tgcn mußte nun Gustav seine Äiwandten mit dem Strudel der r.euefan berliner Verzr:ü-

gunzn bekannt machen, wobei er ane i

gute Or:ent:runzsre zeigte, irr trat dies mit sehr gemischten Gefühlen. Die Tante, so gestand er sieh offen, war ihm einfach ein Greuel. Das junge Mädchen hingegen flößte ihm ein stetig wachsendes Gefühl der Zuneigung ein und machte ihm das Zusammensein mit ihr zu einer besihe: noch nicht gekannten Lust. Eines Nachmittags saß er mit Käthe allein in seinem Salon. Das Gespräch wurde allmälia lanaiamer und leiser.

bis es schließlich stockte. Nun betrach- i Neißzeug hervor und entwarf einen

linier

Dick, nicht vertheidigen. Du :hu, r wirklich nichts, Du arbeitest ja nicht. Du bringst ja nur cas Glo durch. Und icn i;a:t d?ch fth: g'.IÜnscht. daß Du van allen i?aö:rt und gcehrt wirst, dayj Du groß da stchst! Die 2?ö:& der cze:stzru-.g verklärte ihr Gesicht. Sie sah ih:i an mit tium Blick voll fragend:: Zärtlichleit, voll vorwurfsvoller Liebe

Dieser Augenblick hztt-: einen deren Menschen aus ihm gemacht zoa ne fest an sich und küßte si:

Mund und Aua:n, sie schlang ihre

Arme um seinen Hals und erwiderte alle seine Zärtlichkeiten. Am nächsten Tage ging Gustav an die Arbeit Er holte Zeichenbrett und

an-Er

aus

r ss? m,t fhimrrrrr lntucken. Vauvlan nach dem anoeren.

55s- führt fVir?! wirf auf ibrem Kör- i dielen Vlänen befand sich auch

der ruben. und eine beike Blutwelle ! für eine reizende kleine Villa: aber

stieg ihr in die Wangen. Je größer ihre Verlegenheit wurde, desto schöner.

desto reizvoller erschien sie ihm. Sag' mal. .äthcken." begann er zärtlich, was hast Tu denn? Du bist ja so entsetzlich schüchtern. So warst Du doch früher nicht?" . O durchaus nicht. Ich weiß selbst nicht verzeib." Sie hob langsam den Kopf, und ihre Augen sandten ihm unter den seidenen Wimpern hervor einen halb innigen, halb verwirrten Blick. Er rückte seinen Sessel an den ihn gen heran und ergriff ihre Hand. Sie wollte sie ihm entziehen, doch er kielt sie fest. Der holde Liebreiz, der sie umstrahlte, versetzte ihn in einen Zu-

stand seligen Entzückens. Und sie, sie empfand ahnend, daß dieser Mann für sie bestimmt war. trotzdem sie nicht daran glauben wollte. .Sag' mal. Käthe." unterbrach er endlich das Schweigen, bist Du mir noch so gut wie früher?" Sie lächelte freundlich und sagte im Tone stiller Herzlichkeit: Gewiß, Gustav, ich bin Dir noch ebenso gut wie früher, als wir noch Kinder waren " A5er anders bist Du doch geworden. das kannst Du doch nicht leugnen; so zaghaft, so zurückhaltend, als ob wir garnicht verwandt wären ?" Und plötzlich platzte er heraus: Kannst Du denn eigentlich noch küssen, Mädeichen?" Sie lachte leise auf, dann hielt sie ihm schnell ihr Mündchen hin und ließ sich gutwillig von ihm abküssen. Nun war der Bann, der zwischen ihnen gelegen hatte, mit einem Mal gewichen. Potz Wetter ja, Käthe, wir waren doch rechte Esel, daß wir das nicht schon längst erledigten." Sie erröthete und sah dabei reizend aus. Dann sagte sie: Darf ich mir eine Frage erlauben?" Bitte, zwei sogar." Scherze nur nicht, ich meine es sehr ernst. Was arbeitest Du eigentlich?" Diese Frage begleitete sie mit einem so eindringlichen Blick aus ihren großen, braunen Kinderaugen, daß er in. ersten Augenblick wie gebannt war'. Dann stand er auf und ging erregt im Zimmer umher. Fast war er ihr böse wegen dieser Frage. Und dennoch konnte er ihr nicht zürnen. Sie sah so rührend schön aus in ihrem weißen Kleidchen, ihre Augen hatten einen so eigenthümlichen, herzigen Ausdruck, und die K?one ihrer schweren schwarzen Haarflechten l lieh ihrem Gesicht einen Hauch 1. ! -statischer Würde. Aber er war äü -lieh, daß so ein kleines Mädchen, das kaum den Kinderjahren entwachsen war. mit der soeben gestellten Frage an sein Selbstbewußtsein gerührt hatte. Er trat auf sie zu und wollte ihr antworten. Aber da sah sie ihn wieder mit ihrem vorwurfsvollen Kinderblick an, daß er verstummte. Du bist ja riesig vernünftig geworden, Käthe." sagte er endlich. Hätt' ich garnicht gedacht. Du siehst garnicht so aus. und wenn ich denke, wie Du früher warst, will es mir nicht recht in den Sinn Was will Dir nicht in den Sinn?" Sie war ebenfalls aufgestanden. Daß ich Dich frage, was Du arbeitest? Wenn man auch reich ist, soll man doch arbeiten. Du thust das nicht. Du hast nie gearbeitet und wirst nie arbeiten. Und daS ist traurig. Wer nichts weiter kennt als die großstädti' sehen Freuden, wessen Leben nur aus Genuß bestehf, der, will ich Dir ganz osfen sagen, ist in meinen Augen nicht viel werth. Verzeih', daß ich so rede, entschuldige, es kommt plötzlich so über mich." fügte sie stotternd hinzu. Gustav war vor ihr stehen geblieben und starrte sie stumm an. Wie kommst Du eigentlich darauf?" sagte er. Hat Dich jemand beauftragt, mir Moral zu predigen?" Sie senkte den Blick zu Boden und schwieg. Dann sah sie ihm tief in die Augen, und plötzlich zuckte es über ihr Gesicht, ihr Blick verschleierte sich und sie athmete heftig... Eine leise Ahnung stieg in ihm auf. Im nächsten Augenblick hatte er seinen Arm um sie geschlungen, sie an sich geprefzt und ihr Gesicht mit unzähligen Küssen bedeckt. Käthe, mein liebes Käthchen. was hast Du denn?" Er hob ihren Kopf empor und sah in zwei thränenfeuchte, liebevolle Augen. Sieh sieh stammelte sie. wenn sie immer zu Hause über Dich herzogen und auf Dich schimpften, dann that mir immer daL Herz weh. Aber s hatten ia reckt, und ich konnte

einer

für

wen die bestimmt war, das verrieth er keinem Menschen. Nur manchmal

warf er seiner Käthe einen vielsagenden Blick zu. Den verstand sie wohl und sie lächelte. Und am Nachmittage ging Gustav in einen Iuwelierladen und kaufte zwei aoldene Rinae. zwei ganz einfache, schmucklose Ringe. Und da erfuhr denn die brave Tante, was passirt war, und ihr Appetit war noch einmal so groß. Zatsche Ztellenvertl)eilung. Von Alfred af 5edenstierno. So lange so mancher Hohlkopf noch zu Amt und Würden kommt, so lange

ti Zeitschristen giebt, die aus Mangel an Lesern eingehen müssen, und Restaurants mit vielen leeren Tischen. und so lange manche Hausfrau kein Dienstmädchen- bekommen kann, so lange kann ich der Ä!einunz, daß es zu viele Menschen auf unserer Welt giebt, nicht beistimmen. Ich glaube vielmehr, daß der Fehler daran liegt, daß die Menschen sich ein wenig zu unbedacht am Tische des Lebensmahles placiren. Als kürzlich der fchivedische Reichstag mitten in der Großpolitik steckte, klingelte einer der liberalen VolksVertreter bei mir an und trat mit verstörter Miene herein. Hat schon wieder ein Minister einen Versassungsbruch begangen?" fragte ich. Er keuchte nur. Hat man Sie wieder mit persönlichen Angriffen verleumdet?" Ach. lassen Sie mich nur ein Weilchen bei Ihnen sitzen, daß ich mich vor der Menschheit verstecke und für ein paar Minuten ausruhe!" sagte er. Und als er sich ein wenig erholt hatte, erzählte er, was ihm widerfahren wäre. Er wäre da unten in seiner Vaterstadt ein großer Bankier, hätte

vierzig Actien und wäre der einflußreichste Mann im Gemeinderath. Vorgestern um die Mittagszeit wäre der jüngste Bank-Buchhalter gestorben.

der zwolsyundert Kronen Gehalt gehabt hätte. Eine Stunde später hatte er als Herr Bankdirector" einundzwanzig Telegramme bekommen, während das Telephon fortwährend klingelte, und man ihn bat, doch, da ihn siebenunddreißig Personen in wichtiger Sache" sprechen wollten, daheim zu bleiben für einige Stunden. Das waren also schon achtundfünfzig Personen, die wegen der freigewordenen Stellung eine Mittheilung ihrer Bewerbung vorausgehen ließen. Eine Frau bat für ihren Sohn und erinnerte den Herrn Director" daran, daß sie und der große Finanzmann voi etwa dreißig Jahren einander sehr gern gehabt hätten. Der Buchhalte? des Magazins, von dem der Directoi sein Petroleum bezog, meldete sich mit inständigen Bitten, ein adliger pensionirter Major und Kneipkamerad hielt es für selbstverständlich, daß sein alter Freund" ihm unbedingt" den Platz geben würde, wenn er ihm mittheilte, daß er'sich herablassen wolle, sich darum zu bewerben. Und so weiter. Als er am Morgen erwachte, stand an seinem Bett bereits ein junger Mann aus seinem Ort, der sich sogleich in den Nachtzug geworfen hatte, um persönlich seine Aufwartung zu machen. und als er sich dann angezogen hatte, fand er im Vorzimmer fünf andere, die denselben genialen Gedanken gehabt hatten. Und da die Berichterstattung in der Presse so großartig entwickelt ist, daß selbst der Tod eines Bank-Buchhalters in einer Provinzialstadt an die gutinformirte Hauptstadtpresse gemeldet wird, wurde der Bankdirector auf der Straße von sieben jungen Söhnen U kannter Hauptstadtfamilien angesprochen, die sich auf'sBeste ihm empfahlen. Den letzten Stoß hatte der Director in seinem Frühstücks Restaurant bekommen, wo der jung', sehr flotte Kellner. der ihm servirte, sich ihm unter Verbeugungen erröthend und verlegen genähert und geflüstert hatte: Herr Director, ich habe eine gute Ausbildung genossen . . ." Das schadet niemals, mein junger Freund." ermunterte ihn der Director- . . . ich bin nämlich bis zur Tertia gekommen und hatte immer Eins in Mathematik, und wenn es möglich wäre, die Stelle an der Bank des Herrn Director zu bekommen, würde meine ewigeDankbarkeit ..." Um dieselbe Zeit aber war der Schwager des Directors in Verzweiflung. weil es ganz unmöglich war. für einen verstorbenen Stallknecht Ersatz zu finde. .

Nun ist es ja wenig ' wahrscheinlich, daß einer von demn. die sich um die ! Lank-Buchhalterstelle beworben, zum ; Stallknecht gepaßt hatte; abLr ine kleine Verschiebung in den Berufsarten abwärts wäre wohl allcs. dessen es bedürfte, dicsc Verhältniße öess-.r zu regeln. Ein Vraue?:idircctor, der sich für communale Angelegenheiten interes sirte. sah kurz vor den GemcinderathZ Wahlen äußerst bekümmert aus. Ist es so schwer, eine Eandidatcnliste aufzustcllcn?" fragte ich theil nehmend. Sie meinen für die Gemeinderathswahlcn? Ach Unsinn! Da könnte ich drei vortreffliche Männer für jeden Platz nennen; aber wo in aller Welt bekomme ich einen nüchternen Bierkutscher her?" Eine unserer liebenswürdigsten Schriftstellerinnen, die einen ersten Preis bekommen hatte und wirklich ganz Ausgezeichnetes leistete, kam eines Tages zu einem hervorragenden Verleger, der sich, sobald er sie erblickte, sehr tief verneigte und sagte: Ich bedaure auf's Tiefste, aber . . ." Ich will ja nur anfragen . . ." Sehr schmeichelhaft für mich, ich bin Ihnen sehr verbunden, Sie haben eine ausgezeichnete Feder, aber . . "' Aber so hören Sie mich doch nur an . . ." Es thut mir ungeheuer leid, ich be dauere unendlich, aber habe bereits zu viel übernommen. Im nächsten Jahr . . . vielleicht . . ."

Mein Herr, ich wollte nur . . Ja. ja, ich weiß, diese kleinen, fei

nen, geistvollen Skizzen, wirklich reine litterarische Perlen, aber die Geschmacksrichtung ist nun einmal . . ." Es handelt sich auch gar nicht um derartiges, ich wollte nur fragen, ob Sie . ." . . . einen längeren Roman? Ja. sehen Sie. meine Gnädige, das geh: gar nicht! In unserer Zeit . . ." So hören Sie doch . . . einen Laufbarschen will ich Ihnen anbieten, einen Jungen unserer Aushilfefrau!" schrie die Schriftstellerin in voller Verzwcis lung. So, ach ist eö möglich? Wirklich?

Einen netten und braven Jungen? Aber bitte sehr, setzen Sie sich doch! Nein, ich bin durchaus nicht so sehr beschäftigt! Das ist ja ungeheuer freundlich von Ihnen! Also, bitte, bitte sehr, bitte sehr, setzen Sie sich nur. damit wir von dem jungen Mann gemüthlich plaudern können. Er sollte wirklich Lust haben . . ." Eine mir bekannte Dame, die viel und großes Unglück mit ihren Mädchen gehabt hatte, sah eines Tages so zufrieden aus. daß ich wirklich froh wurde. Wie steht es denn nun in Ihrer inneren Abtheilung des Haushalt?" fragte ich. O. danke, ganz ausgezeichnet! Nun bin ich mit ten Dienstmädan fertig. Nun habe ich statt dessen eine Studentin und eine Landgerichtsrathstochter." Als Dienstmädchen?" Nein, als Freundinnen! Sie sind zu ihrerAusbildung hier und sind froh, freie Wohnung und Unterhalt zu haben und sich nicht in Schulden stürzen zu müssen- Es sind tüchtige Mädchen, die sich vor keiner Arbeit scheuen, wenn die Thüre abgeschlossen ist und sie sich die große Schürze vorgebunden haben. Sie widersprechen niemals! Ein richtiges Dienstmädchen will ja kaum ein paar Brödchen über die Straße holen. Meine Mädchen machen ihre wissenschaftlichen Arbeiten und dann noch weit mehr als ein Mädchen für Alles". Und dann sind wir noch Abends gemüthlich beisammen!" Ja. ganz entschieden, einer der Hauptfehler in der heutigen Weltordnung ist, daß die Menschen sich falsche Stellen suchen. Wenn einer Hofpfarrer wird, der sich besser zum Advokaten und Volksredner geeignet hätte, und sich zu jedem Hungerposten eines Buchhalters Hunderte von Bewerbern melden und mindestens fünfundzwanzig holde junge Damen mit Seminarbildung, musikalischt? und zeichnerischer Ausbildung sich darum reißen", einesGutsbesitzers einzigem verzogenen Töchterchen für Essen und ein kleines Taschengeld höhere Töchterschulbildung" beizu bringen, sich aber kein einziges Mädchen gegen guten Lohn meldet, die zwanzig prachtvollen Kühe des GutsHerrn zu melken dann meine ich doch, daß da etwas nicht in Ordnung ist.

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