Indiana Tribüne, Volume 24, Number 146, Indianapolis, Marion County, 12 February 1901 — Page 3

Jüdinn Tribüne, 13. Februar 1301.

s

I

4y

.

I . i

Drchehu. Von Clse Krafst. Frau Iustizrzth Hille hob das lana

gestielte Augenglas prüfend Ee i ficht und schritt langsam um die ge !

schmückte Gestalt ihre? Aeltesien herum. Ich weiß mcht, Paula, aber Du aefällst mir heute gar nicht! Die hellblaue Eeide macht Dick nur noch blasser, um nicht i's s5gen ältcr. Und gerade heute fceuv, wo so o;:I auf dem Spiele sieht, ieh lieber das rothe an, cver " Die Todter unterbrach sie mit sxöttischem Achselzucken. Du hast ja immer etwas an mir

auszusetzen. Mama! Afxr das thut j nichls. Dafür gefalle ich mir selbst um !

so besser. Und Doctor Wendelln liebt blasse Frauen auch, wie er mir neulich versichert hat. Also wozu die Aufregung?" Die Justizräthin seufzte vernahmlies). Ach ja Doctor Wendelin! Glaubst Du. daß er sich heute endlich erklären wird. Paui? Seinetwegen ist doch dieser auserlesene Kreis heute bei uns versammelt. Bist Du erst verheirathet, weih Gott, alle Gesellschaften hören bei mir auf, das steht fest. Und ehe Lisa und Ditty so weit sind " Paula lachte. ' Na ja, ich weiß schon! Dann gibst Um sie eben vertrauensvoll in meine .Hände, Mama. Vielleicht brauchen sie dann nicht so lange auf einen Mann zu warten," setzte sie der Mutter Rede bedeutungsvoll fort. Diese schritt ärgerlich im Zimmer der Tochter auf und ab.

Als ob da meine Sckuld wäre, daß noch Keiner angefragt hat! Ein Verqnügen ist's freilich nicht, von eine? Festlichkeit in die andere zu laufen, um nach einem Freier für Dich auszuspäben. Bring' ich nicht Opfer über Opfer. Paula? Geben wir die ganzen Gesellschaften nicht um Deinetwegen? Würde ich heute Papas Arbeitszimmer ausgeräumt und zum Wintergarten mit all' den theuren Blumen und Palmen eingerichtet haben, wenn ich nicht dabei gedacht hätte. Dir und dem Doctor ein unbelauschtes Plätzchen zum 'Aussprechen bieten zu können, damit es nicht gar zu sehr bei der? Anderen auffallen kann?" Ja, Mama. Hoffentlich glückt der Plan auch. Poesie hast Du. das muß man Dir lassen. Mir genügte schon ein Brief von seiner Hand, wenn's nicht anders ginge. Nur nicht alt. nur nicht heimlich verspottet werden von den guten Freundinnen, daß man unbegehrt, unbeachtet. kurz gesagt, eine alte Junafer bleibt!" Jetzt gefällst Du mir auch." meinte die Mutter, als sie das erregte Antlitz ihrer Aeltesten bemerkte. Wenn Du Dich nur öfter mal für etwas erwärmen könntest, das steht Dir noch einmal so gut." Was gibt's denn?" wandte sie sich on das eintretende Hausmädchen. Ein Brief ist eben noch abgegeben worden, gnädige Frau." Paula blickte neugierig über der Mutter Schulter auf das Schreiden. Es war die Absage eines alten Pro fessors für den heutigen Abend, der in letzter Minute von einem Unwohlsein befallen worden war. Ich dachte schon, der Doctor käme nicht." meinte Paula aufathmend. Die Mutter stand nachdenklich mitien im Zimmer und schien irgend etwas an den Fingern auszurechnen. Dann schüttelte si: erschreckt den Kopf. Das ist mir aber äußerst unangenehm, daß der alte Herr abgeschrieben. Nun sind wir dreizehn bei Tisch. Nein, das geht auf keinen Fall!" . Ach was, das ist ja ganz einerlei, Mama. Je weniger, desto besser!" Aber die Unglückszahl, bedenke doch nur. Paula! Ausgerechnet 13! Wenn das Frau Excellenz von Bending be--merkt, verdirbt sie uns den ganzen 'Abend mit ihren schwarzen Prophezeiungen. Du kennst ja den Aberglauben der alten Schachtel! Und gerade sie, in deren Haus Du die meisten Vergnügunzen hast, gerade sie müssen wir uns warm halten." Paula zerrte unmuthig an ihrer goldenen, langen Uhrkette. Na. wir können doch jetzt Niemand mehr einladen. Mama. In einer hzlden tunde kommen die Gäste. Oder willst Tu Dir irgend Jemand von der Straße heraufholen und ihn flehentlich bitten, mit uns zu speisen?" Die Justizräthin hatte nachdenklich den Finge? an die Stirn gelegt. Halt, ich hab's!" meinte sie erfreut. Wozu haben wir denn das Fräulein oben? Die Mädels müssen heute so wie so früh in's Bett. Und Fräulein Helene ist eine gescheidte Person, aus guter Familie obendrein. Man kann ja mal in solcher Lage ein Auge zudrücken. Was meinst Du. Paula?" Geringschätzig kräuselte diese ihre Lippen. Mein Gott, deshalb Sturm im Wasserglase! Mach', was Du willst, Mama. Man muß ihr eben bei Tisch den Platz danach anweisen. Kinderfräulein bleibt immer Kinderfräulein!" Ob sie sich nicht wundern wird, so plötzlich in unsere Gesellschaft gezogen zu werden?" wandte die Mutter ein. Nun laß Dich aber nicht auslachen. Mama! Alle zehn Finger wird sie Dir entgegenstrecken. Die thut blos immer so nservirt. Brauchst ihr ja nicht gleich zu erzählen, daß sie Lückenbüßerin bei

uns vorstellen soll. Od:r soll ich's ihr sagen?" Nein, n:in!" Die klein: Fra:l war sckon an der Thür. Ich woll-e so so noch mal nach den Bindern sehen. Und hinaus war sie. Um ter runden T!sch, unter der mit grünem Schirm verhüllten. Hänge lampe, saßen Lisa und Ditty fei ihren Schularbeiten. Erstere klappte eben mit einem erleichterten Endlich!" ihr englisches Lesebuch zusammen und blinzelte schläfrig zu dem an einer Handarbeit beschäftigten Fräulein hinüber. Und Sie sind auch so schrecklich müde. Fräulein?" Die Angeredete hob den blonden Kopf lächelnd zu der Vierzehnjährigen aus. Das fragst Du mich nun schon zum dritten Mal, Lisa. Nein, ich bin nicht müde Und doch lag in der tiefen, weichen Stimme etwas, das von einem träumhaften Hinüberdämmern in ein stilles.

nachtumjponnenes Neich erzählte. Die zehnjährige Ditty hielt den Federhalte? nachdenklich an die Lippen gepreßt. Ich liebe heißt j'aime4, nicht wahr. Fräulein?" : , Als diese bejahte, schrieb sie ein Weilchen in ihrem Schulheft, um gleich darauf wieder zögernd emporzusehen. Und wie heißt eS im Fntur, Fräulein?" j'aiinerai," klang es ruhig zurück. ; Und ich habe geliebt"?" Einen Augenblick war es ganz still nach der letzten Frage des Kindes. Tief hatte sich der blonde Kopf über die Handarbeit gebeugt. j'iii rn6," kam es dann langsam. ganz langsam über Helenes Lippen. Lisa kicherte und musterte neugierig das blasse, schmale Antlitz ihres Gegen-

! übers.

Ist wohl schon lange her, Fräu lein?" Sie erhielt keine Antwort, doch streifte ein Blick der ernsten, grauen Augen so seltsam flehend über sie hin, daß dem Backfisch ordentlich schuldbewußt zu Muthe wurde. Eigentlich sind Sie doch noch sehr jung, nicht wahr Fräulein?" Helene lächelte schon wieder. ..Sechsundzwanzig Jahre, Lisa." Sie stand auf und beugte sich über die kleine Ditty. um ihre Arbeiten durchzusehen. Währenddessen trat die Justizräthin in das Zimmer. Ihr Blick streifte musterno die schlanke Mädchengestalt am Tisch, über deren dunklem, einfachem Wollkleid sich das helle Haar in wirren Ringeln um das feingeschnittene Antlttz legte. Ihr werdet heute ohne das Fräulein zu Abend essen," wandte sie sich an ihre beiden Kinder, indem sie unruhig einige Papierstreifen vom Tisch in der Hand zusammendrückte. Drei Augenpaare streiften fragend ihr Gesicht. Die Justizräthin zeigte ihr gütigstes Lächeln. Doch wagte sie nicht, das junge Mädchen vollständig anzublicken. Wir haben heute einen kleinen, gemüthlichen Kreis unten, liebes Fräulein. Wollen Sie uns nicht auch das Vergnügen machen?" So ganz ohne zu stocken, kam es aber doch nicht heraus. Die kleine Frau bedauerte sogar schon, diese Zwangseinladung nicht ihrer Aeltesten überlassen zu haben. Die grauen Augen da vor ihr schienen ja bis in den Grund ihrer Seele zu blicken. Helene stand ganz still. Das Schulheft Dittys in ihrer Hand regte sich auch nicht. Sehr liebenswürd'g, gnädige Frau! Aber ich denke, ich meine, es ist besfer, sich nicht durch mich stören zu lassen. Es ist heute das erste Mal " Die Justizräthin hob abwehrend die Hand. In heißer Angst vor der Unglückszahl, die ihr vielleicht den ganzen, so schön gedachten Abend verderben konnte, vergaß sie ganz das Kinderfräulein". Daß die Worte es ist heute das erste Mal" fast wie eine Anklage gewesen waren, hatte sie vollständig überhört. Nein, nein, Fräulein Lenchen, Sie müssen doch auch mal etwas vom Leben haben! Ganz zwanglos, ganz gemüthlich wird es werden. Eine helle, freundliche Blouse haben Sie doch sicher. Erst ein kleines Souper, dann etwas Musik, nein, Sie würden mich ernstlich böse machen, wenn Sie immer so zurückhaltend bleiben wollen! Und Ihr Kinder. Euch schick' ich etwas Gutes hinaus, seid nur recht vernünftig heute. Also machen Sie sich nur gleich fertig. Fräulein," und ohne eine Antwort abzuwarten, war sie schon wieder zur Thür hinaus. Sie Glückliche," seufzte Lisa. Ditty, welche ihre Bücher eingepackt hatte, legte schmeichelnd die Arme um Helene. Ich hatte mich schon so sehr auf den heutigen Abend mit Ihnen allein gefreut, Fräulein!" Diese strich ganz unbewußt über das Haar des Kindes. Sie hörte immer nur die Worte: Sie müssen doch auch mal etwas vom Leben haben!" Ihr Körper hob sich in einem tiefen Athemzuge. In ihr blasses Antlitz stieg lichtes, warmes Roth. Ach ja jung sein, glücklich sein dürfen mit den Anderen, leben können, leben, so wie damals, al in der Hei-

s i

mathstüdt noch Batec vato Mutter lebten und sie selber i?k ein freier, fröh

licher Singvool durch das Haus flat

tern durf'.e. Damals, als Aürgermeis:ers Harii aoH in den Ferien als Stu- , freut yeimk-n, als er :yr seine Bur- ,

senlieer vorsang, in welche ab und $u sich auch tin holdes Minnelied ein schlich. Und im Sommer das gemeinfame Wandern durch die Haide drauben, wo über den Köpfen der jungen Menschenkinder die Schnalben schössen, dr Duft der roth'n, blühenden Krauter um sie her wehte, und in Seligkeit ein lebensfrohe: ' Mund den ihren suchte. Ach ja. warum muß es auch Herbst, warum muß es auch Winter werden? Nicht nur draußen in den heimathlichen Fluren, nein, auch im Herzen. im jungen, vor der Zeit müde gewordenen Herzen?" Gute Nacht, Kinder." Helene hatte es fast rauh gesprochen. Sie schob das kleine Mädchen bei Seite und ging in ihr nebenan liegendes Zimmer. j'ai aim," sagte sie leise, ganz leise vor sich hin. Dann stand sie lauschend still. Unien hörte sie Stimmen, härte Thüren gehen. Zwischendurch fröhliches, sorgloses Lachen. Alles drang wie ein einziger, großer Lockruf an ihr Ohr. Leben, leben dürfen im Frohsinn und Glück, ach. nur ein einziges Mal so lachen können wie damals, damals, als sie noch eine Heimath gehabt hatte! Sie schritt zum Kleiderschrank. Hastig wühlte sie in den alten, dunklen Sachen. Da, da nar's, was sie suchte.

Weißer, weicher Wollenstoff, am letzten Weihnachtsabend hatte er für sie unter dem Tannenbaum gelegen. Sie hatte das Kleid nie getragen, den ganzen Sommer hindurch war sie in den alten Gewändern umhergegangen. Heute, ja heute würde es passen. Helene war wie im Fieber. Sie dachte gar nicht darüber nach, wie und warum sie unten in der Gesellschaft erscheinen sollte. Mit gefalteten Händen stand sie und sah ihr eigenes Bild im Spiegel an. War sie denn das wirklich? Lagen denn ihre Augen immer so dunkel und tief in ihrem Antlitz, und waren ihre Lippen immer so sehnsüchtig geöffnet, als wollten sie jeden Augenblick dem Glücke ein flehentliches Halt!" zurufen? Sie hatte ja so w:niz Zeit bisher gehabt, in den Spiegel zu schauen. Seit der Eltern Tod war sie ja. der alten Heimath fern, wie eine Ausgestoßene von einem fremden Haus in's Andere gezogen, jähre-, jahrelang. Da, wieder ein Lachen unten. Das war Paula. Sonderbar, wie fröhlich

das kalte, spöttische Mädchen lachen konnte! Und nun eine tiefe, klangvolle Männerstimme. Helene sah zur Uhr. Fünf Minuten vor acht. Es war also die höchste Zeit, daß sie hinunterging. Als das junge Mädchen die Gesellschaftsräume betrat, legte sich's wie ein Schleier vor ihren Blick. Halb gedankenlos ließ sie sich von der Justizräthin vorstellen, kaum auf die Namen der Anderen hörend. Ein paar Damen sprachen sie an, sie antwortete, doch wußte sie nicht, was über ihre Lippen kam. Ihre Augen hafteten nur an einem Antlitz. Gleich, als sie hereingekommen war und Paula mit erstaunten und doch gleich wieder mißachtenden Blicken sie gestreift, hatte dieses Antlitz neben der Tochter des Hauses wie ein Magnet auf sie gewirkt. Auch jetzt noch, als man bei der Tafel saß, ihr zur Seite ein älterer Freund des Justizrathes, der mehr dem Weine als sei ncr Nachbarin zusprach, war es ihr, als würden mit jeder Minute alte, längst verblichene Bilder wieder farbenkräftig, Vergangenheit und Gegenwart in Eins verfließen lassend. Sie wagte gar nicht mehr, aufzublicken. Sie sah ihn ja doch, diesen Männerkopf, an der Spitze der Tafel neben Paula: Hans Wendelin, der Traum ihrer ersten und letzten Liebe. Beide in der großen Welt verloren, durch Fügungen des Schicksals auf verschiedenc Wege geführt. Der Eine zur Macht, zum Glück, die Andere? Helene aß und trank nicht. Sie merkte nicht, wie die Blicke der Anderen neugierig über sie hinwegstreiften, sie merkt: nicht, wie der Held des Abends" vergebens von seiner TischNachbarin zur Lustigkeit animirt wurde und oft mitten im Gespräch sragend zu ihr hinübersah. Wie verzaubert kam sie sich vor. Haideluft wehte über sie hin, und Va ter und Mutter standen wieder auf. Ja, und eine Stimme hörte sie sogar ganz deutlich, eine geliebte, ach, schon so lange nicht mehr vernommene Stimme, tief und klangvoll, wie einst im Frühling ihres Lebens: Lene. meine kleine Lene!" Sie fuhr so erschreckt aus ihren Gedanken empor, als wären diese Worte eben erst gesprochen. Ihre Augen trafen die des Jugendfreundes. Ging es wirklich wie ein lächelndes Erkennen über seine Züge? Sie hatte keine Zeit, darüber nachzudenken. Die Tafel wurde aufgehoben, und ihr Tifchherr. der plötzlich in angeregter Stimmung ein Gespräch mit ihr bcgönnen hatte, sctzte dasselbe, indem er ihr einen kleinen Schemel in die Fensterecke schob, mit lebhaftem Eifer fort. Die Justizräthin ging, liebenswürbig lächelnd, auf Dr. Wendelin zu. Nun kommt das Beste vom Dessert, nicht wahr mein lieber Freund? Ein Liedchen, ein einziges nur, Sie Sänger von Gottes Gnaden!" Er verbeugte sich tig. Sei Au-

gen suchten mit einem kurzen Blick ein blondes, geliebtes, endlich wiedergefunden's Haupt. Dann schritt er zum Flügel, wo ihn die Tochter des Hauses lächelnd erwartete, um seinen Vortraz zu begleiten. Haben Sie Mendelssohn hier, gnädiges Fräulein?" fragte er hastig. Sie reichte ihm schweigend das in zothes Leder gebundene Buch. Doch musterten ihre Blicke um so beredter sein erregtes Anttitz. Dann sang er: O säh' ich auf der Haide dort Im Sturme Dich, Mit meinem Mantel vor dem Sturm Beschützt' ich Dich." Es wurde still umher. Die Justizräthin blickte sich sehr zufrieden im Kreise ihrer Gäste um. Die drohende 13" war vergraben und vergessen. O wär' ich in der Wüste, die So braun und dürr, Zum Paradiese würde sie, Wärst Du bei mir."

Wem anders, als ihrer Tochter, galt dieses Lied? Niemals vorher hatte Dr. Wendelin dieses Lied gesungen, niemals waren die Töne so weich, so sehnsuchtsvoll von seinen Lippen getommen. Als der Gesang beendet war, schritt die Justizräthin aufHelene zu und wies mit geflüsterten Worten auf die Blumenstöcke im Nebenzimmer, welche noch die sonst bereits geleerte Tafel schmückten. Sie bemerkte es gar nicht, wie

blaß und verstört das Mädchen war und wie die Hände sich krampfhaft ineinander verschlungen hatten. Bringen Sie die Töpfe in den Wintergarten, das heißt in den sonstigen Arbeitsraum meines Mannes, Fräulein Helene." Diese beugte das Haupt. Leise durchschritt sie das Musikzimmer und belud ihre Arme mechanisch mit den blühenden Gewächsen. Am Flügel hatte sich eine Dame niedergelassen. Die ersten Töne einer Ouvertüre durchbrausten den Raum. Helene wandte sich nicht um. Mit tief über die Blumen gesenktem Kopfe wollte sie eben das Speisezimmer verlassen, als Jemand leise ihre Schulte: berührte. Das ist doch wohl zu schwer für Sie. gnädiges Fräulein!" Sie blickte nicht auf. Doch durchflog ihren Körper ein Zittern, als zwei Hände ihre Arme erleichterten, und Dr. Wendelin schweizend neben ihr in den matt erleuchteten, mit Palmen und Blumen ausstaffirten Arbcitsraum des Hausherrn trat. Er setzte seinen Azaleenbaum in eine Ecke und nahm auch Helene ihre blühende Last aus der Hand. Und dann sahen sie sich an, lächelnd, verwirrt und hilflos wie zwei Kinder. Ich habe Sie gesucht, jahrelang. Helene! Hatten Sie mich tollen Burschen denn so ganz vergessen, daß Sie niemals meiner Eltern gedachten, niemals Kunde gaben aus der Fremde, in welche Sie so arbeitswillig hinausgezogen?" Sie schüttelte stumm den Kopf. Ueber ihr Antlitz tropften unaufhalt sam Thränen. Da nahm er ihre kalten Finger vorsichtig in seine heiße Hand und küßte sie in scheuer Zärtlichkeit. Lene, meine liebe Lene!" Und während er das sagte und langsam, langsam ihre im alten Haideland begrabene Liebe wieder auferstand, tauchte plötzlich die Justizräthin im Wintergarten" auf, um ihrem Siegesplan gemäß das Terrain zu recognosciren. Doch prallte sie vor dem Hand in Hand stehenden Paare derart zurück, als ob der ganze geschmückte Raum mit einer einzigen unheilverkündenden 13" decorirt wäre. Dr. Wendelin trat ihr ruhig entgegen. Verzeihen Sie unsere unwillkürliche Jsolirung. gnädige Frau. Ich half Ihrer jungen Freundin hier die Blumen aus dem Speisezimmer tragen. Dabei habe ich meine langgesuchte Jugendgespielin wiedergefunden. Ein Kind der Haide, wie ich." Und während er den Arm des Massen Mädchens warm und fest in den seinigen zog, um sie zur Gesellschaft zurückzuführen, hätte die arme, mit einem gezwungencn Lächeln auf den Lippen nebenher schreitende Justizräthin fünf Jahre ihres Lebens für den heutigen Abend gegeben, wenn ihrer Gäste Zahl bei Tische 12" gewesen wäre.

E

isettbtthn - MhrplKtt.

NF & 3t 2 Lira täglich s& St Louis Ervrck

St LouiS Acc, nur Sonntags Western E;preß tägttich d s. T Haute & Efsingham Acc. Schnellzug, täglich Nacht-Expreß, täglich, s...

vandalia (ine. Abgang Ankunft d 6 45Vm Nen, Jork Expreß täglich .. 3 20Vm - - w ss- f -t ..:.,'

.12 neuer expreß täglich s. . . 8 20sm . 7 25Vm Indianapolis Acc täglich.. 10 00Vm . 3 30Nnt Efsingham Acc täglich 1 20Nrn . 4 00Nrn Atlantic Expreß taglich d s.. 3 00Nm . 7 00Nm Fast Line taglich 4 45Nm . 11 20Nm St 2 fe N 9 Lim täglich s & d 7 OONra

Cleveland, (Oncirrnatt, Ztycaqo & St. Coiris ailwas. Clebeland Division. , Abgang Antun) New Jork Erpreß taglich g.. 4 25Vm U'n Citr, & War Acc täglich 9 25Vm Andersen & B H'b'r Expreß 6 45Vm Southwestern Lim tgl s & d 11 30Vm Eleveland Mail 8 00Vin A H'b'r k Anderson Expreß. 2 5O?irn Anderson & B H'b'r Expreßll löVm St Louis 2im täglich d s p. 3 lONra NJKBLin: täglich d 8... 2 55Nm Cleveland Mail 6 30Nrn Union City & War Acc tägl 4 5ONtn B H'b'r k Anderson Erpreß. 8 35Nm Knickerbocker Sp täglich d&s 6 25Nrn New Jork Expreß, täglich, 8.10 40Nm St. Louis Division. Abganz Ankunft St Louis Mail 7 30Vm New Jork Expreß täglich.'. 4 05Vm Southwestern Lim tgl d & s 11 45Vm Mat'n & T Haute Acc . 45Vm St Louis Lim täglich pds. 3 25Nm N J k Boston Lim tägl pds 2 50Nrn Terre Haute k Mat'n Acc.. ü 00Nm St Louis Mail 5 35Nm N J k St L Expreß, tägl 8.11 20Nm Knickerbockcr Sp täglich 8 & d 6 lONrn C. i n c i n n a t i Division. Abgang Ankunft Ein & Lous Nachtexprcß tgl 3 45Vm Grecnsburg Acc 9 O0Vm St Louö & Ein Nachtcxp tg8 4 löVm Eincinnati Acc täglich 11 i5Vm Eincinnati Acc 7 13Vm Ehic k St 2 Expreß lg d 8 k pll 40Vm Eincinnati Acc 10 50Vm Chicago Lous & St 2 Expreßll 40Vm Eincinnati F Expreß, tägl p 2 45Nm White Eity Spczial p 3 25Nm Louis Expreß 2 45Nm Eine & Indianapolis Acc... 6 4üNm Grecnsburg Accom 5 30Nm Enc 2nd & St 2 Expr tg s..ll 05Nm Einc & Wafh F 2 kg d 8 k p 20Nm Ehie & 2ou Nachtcxpreß tz s 11 45Vm Ehicago Division. Abgang Ankunft LaFayctte Accom 7 45Vm Einc Nachtexpreß, tägl s 3 30Vm Ehicago Fast Erpreß tgl d p 11 43Vm 2a Faycttc Accom 10 45Vm Wliite Eity Spccial d & p.. 3 30Nm Einc Fast Expreß tägl p d.. 2 30Nm 2aFayettc Accom 5 15Nm 2a Faycttc Accom 5 15Nm Ehicago Nacht?xprcß tägl L..12 0ZVm Eine & Wash F 2., d & p.. c lONrn M i ch i g a n Division.

Abgang

Bcnton Harbor Expreß 0 45Vm Warsaw Accom täglich

Michigan Mail Expreß 11 15Vm Bcnton harbor M & Exprc

jüXHlato X'lccom iaiilia 4 öO:im Miaun an rurfk

I ' 1 u cir t

Ankunft 9 25Äm

ß 2 S0Äm

8 35Nu

Ankunft

7 2SVm Eolumbus & Cinc Exp tgl 8 3 30Vm

Peoria Divisio n w c st I i ch. fl si rt r

Vil 14 11

Peoria Ervrcö & Mail 7 25Vm

i ir .: r. i." t:.r i t i mo?... c:r.. ? . cm

neuern uxprcp uigucu pu..ii iivnm lzampaign viccont iu 3jin EKampaiM Accom p & d . . . 4 lONnt N A & Ohio Spccial d & p. 2 2,"Nin Pcoria Expreß täglich s 11 50Niu Pcoria Exprcß täglich p & d C.QSn; Peoria Divisio n 5 st l i ch. Abgang Anknnf Eolumbus Expreß 5 45Vm Lvnn Accomodation 9 25Vm Ohio Spccial dp 3 0Mm Ohio Spccial dp 2 5Nm 2ynn Accom 6 15Nm Eolumbus Expreß 10 35Nrn

pittsburgh, CincZnnati, Chicago & St ionvs R's. Oestlichc Division. Abgang Ankunft Eastcrn Expreß täglich 3 35Vm Fast Exprcß täglich 6 30Vm Eolumbus Accom 7 15Vm Limited Mail täglich s & d G 40Vm Fast Expreß täglich s d 8 25Vm Richmond Accom 8 55Vm Richmond Accom 1 25Nm St 2ouis Expr täglich d & sl2 10im Atlantic Expreß täglich K d 3 05Nrn Wcstcrn Expreß täglich 3 25Nm Day Expreß täglich 5 OONnt Mail Expreß täglich 6 50Nm St 2 & N A 2im täglich 8 d 7 lONm Indianapolis Accom 8 ....10 30Nm Ehicago Divisio n v i a K o k o m o. 2ouisville EHic Exp tglp b ll 35Vm Ehic & Lou F Expr täglich 8 3 55Vm 2ou & Ehi F Expr täglich 8 12 20Vm Ehic & 2ou Expr täglich p b 3 35Nm Louisville Division.

2ou & So Svl tägl 3 ü5Vm Mad & Indianapolis Acc.. 10 20Vm

1 . VII II.. . A. VI " VI 1 . V ' . V 7 V. . . . " 4. AI W . iAV-

.onu cc yjiao iice nur onni ui)iu vjiao cc noianapolls acc. o 4U;rira Lou Accom täglich s 8 05'Lm St 2 & Ehi F 2 täglich p b 11 25Vm Zndianavolis & Mad Acc. 3 30Nni Lou & Mick Ertrcn ttäalick s 7 lom

i 2ou k Atlantic F 2täglich p d 4 OONm Mad & 3no Acc nur Sonnt 9 lONrn " V rW AI i-i n m ...

20U16DIÜC X'iccom 7 I0'.'lm 20U & El)tc ,5 Expreß tägl 8 11 55Nm

Indianapolis & vincennes R. R. Abgang

7 20Vm

Eairo & Vinccn Expr täglich

Martinsliille Accom 12 30?!m Vinccnncö Accom 3 55Nm Spencer Accom täglich.... 5 40Nni

Spencer Accom täglich.. . Äinccnnes Accom täglich . Martinöville Accom Eairo Expreß täglich

Ankunft .10 20Am . 8 OONm . 3 55Nm . . 6 OONm

Tie tägliche Tribüne" kostet nur sechs Cents die Woche durch den Träger ins Haus geliefert. ?)Zit dem Sonntagsblatt zusammen kostet das Blatt nur 10 CentS di Woche.

Cincinnati, Hamilton & Dafton R. H.

Abgang

Ankunft

Eincinnati Best täglich s&c4 lOVm Eincinnati Vestibüle täglich 8 12 45Vm

Fast Mail täglich 8 8 2lVm Fast Mail täglich 8 c 50Vm Eincinnati k Dct Expr . . . .10 45Vm Ein Ehi St 2 Ex tgl p. .11 4ZVm Ein Ehi St2K Pco p.... 2 45Nm Eincinnati Best dp.... 3 25Nm Eincinnati Vcst täglich d p 4 45Nm Einc &, 3nd Accom 7 25Nn Ein k Detroit Exprcß täglich 7 02Nm Cin2nd Ct2ä:Pco E5tg8clO 35Nm (ake ErZe & Western R. N. Abganz Ankunft Mail und Expreß 7 OOVm Indianapolis Expreß tcglich 10 25Vm T Det &: W E Ex täglich. .12 20Nm Mail Sc Exprcß 4 löNrn Edening Expreß 7 20Nm Toledo Expreß 10 25Nrn

Why try to stiel things with sornethin tliat doesn't stick? Buy MAJOR'S CEMENT; you know it sticks. Nothing breaks away frorn it. Stick to MAJOR'S CEMENT. Euyonce you will buy sor ever. There i nothing as good; dcn't bclieve tht substituter.

MAJOR'S RUBBER and MAJOnrS LE ÄTHER. I wo separ&to csmnf - thf bert. lnni.tt n Lavlojf tlicnv ESTABI.IS4IED 7. 15 an 1 t5 ctnt per bu.i at all druprrUta. MAJOR CEMENT CO.. NEW YORX CITY

f&Cr- 4 f&&!? y?" -cjjf ;X J MWA -i-.'.- ' . v . cHf.' V t&wy 1 mfö&fa' lXtJre;?, y'A mM::-j

Zndiana, Dccatur & Western R'y. Abgang Mail Expreß 8 lf.S8m Fast Exprcß täglich c&s. Chicago Expreß 11 öOVm Tuscola Accom , Tuscola Accom 3 45Nm Ehicago Expreß Fast Expreß täglich c& s..H30Ntti Mail & Exprcß Via 3., D. k W. Ry. und Roachdale. Chicago Erpreß 11 bOVm Chicago Expreß

Ankunft 4 05Vm 10 40Vm , 2 40Nm , 4 40Nm

2 40Nm

Chicago, Indianapolis & (ouisville R'y. Abgang Ankunft Chic 9light Exprcß täglich 12 55Vm Cincinnali Vest täglich s. .. . 3 30Vm Fast Mail täglich 8 7 OOVm Fast Mai! täglich 7 65Äm Chi Expreß nur Sonntags p 11 5033m Monon Accom 10 OOVm Chi Mich City Vest ä p.. 3 35Nm Chicago Ex. (3D&23)x... 2 40Nm Monon Accom 4 OONm Chicago Vest täglich 6 p.... 4 37Nm

Schlaiwagkn. v'Plorcar, oaircar, S.Dinninzr, dWffetc.

rs