Indiana Tribüne, Volume 24, Number 145, Indianapolis, Marion County, 11 February 1901 — Page 7

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Jndiana Tribune, 11. Februar 1901.

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Ohne Frieden.

2icr.mii von Alcrander Nömcr.

(Fortsetzung.) en 'Jäter' n;Üie ucch jede Vufre

fiirng erzpJü werden. Seine Gesvrcche rnit dem ilranfen hatten sich immer rnübsam und vIrsichtig auf der Crcnzscheide ehalten, icnseitö roetäcr das

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Schwere, UnauöschlZche lag. Schwes!er Gertrud tear nur einen Tag nn EÜcrnhas gewesen, sie war nach dem ersten Gefühlsausbruch roeltzeroandt und liebenswürdig geblieben und hatte taktvoll vermieden, heikle Dinae zu ereitern, oraen wollt: sie noch einmal von Berlin lommen, und vorher mußte er mit dem Vater reden. Da kam an diesem Morgen eine DeresÄe. Er riß sie hastig auf und verfärbte sich. Deine Frau ist seit gestern Abend bersÄÄundcri, komme sofort. Brömel." Seine Frau? Hedi? Er begriff Anfangs kaum. Verschwunden? Wohin? Sie halte je keinen ?:nfchen in der Welt, zu dem sie gehcn konnte. Kalte Schweißtropfen perlten auf seiner Stirn, ein Gedanke jagte den andern. Tanke Vincite batt: das seinen Händen entfallen? Telegramm gelesen und starrte ib,n wortlos an. Ich muß fort sogleich " seine Livvcn waren blau, er zitterte. ..Mein Gott. Robert Du denkst doch nicht was für ein Wesen Kt sie Deine Frau?" Er schlug die Hände vor das Gesicht. Ein Engel an Sanftmuth und Liebe. Tante und dies o, mein Gott! frage mich nicht, es ist ja. v.n den Verstand zu verlieren." Er sah nach der Uhr; in einer "rc.U ben Stunde ging ein Zug. Ich überlasse es Dir. den SSciei y.i verständigen," murmelte er heiser, ich nur, unverzüglich fort." Freu Liömel empfing Robert an der Iahn. lim Gottes willen ist sie gefunden? Was ist geschehen?" Der gutmüthige Franz sah den Freund mitleidig an und zuckte die Achseln. ..Komm erst zu uns in's Haus. Robert, besinne Dich, wir wissen ja mich nichts." 'n4:;T;, v;t vt, f.-.t.i

JlUlUkllVJ IU );V iUCl Jh? sie gefunden? In dem Fluß? Dem Gesicht kündet ja die ganzHicöPost." Nein nicht gefunden. RrZert; e3 wcrr ja ein schreckliches Unwetter geftan, und sie ging, trotz aller Warnungen. immer spät noch zum 5Urchhof. -und dz ihr Tuch, weißt Du. daZ schwarze, welches sie immer trug hat an einem Seifen der von Sturm und Fluth weggertssenen Brücke gehangen und da haben sie beute natürlich gesucht aber noch -nichts gefunden." Robert stieß einen unartikulirten Laut aus das hatte sie ihm da5 angethan? Er saß da in dem Vromel'schcn Wohnzimmer auf demselben Plat. wo r schon einmal verzweifelt gesessen und Frau Grethe um ilfe ar.ceflett ha!te. als er für Hedi ein Obdach bei -ihr r? sucht. Jetzt stand sie wieder r?r Trrr. mit ihrem guten, mitleidigen Eesi.cht und berichtete ausführliS. Sie könnte nur im fck,limmstenFaU verunglückt sein bei dem Unwettrr, gesucht hat sie den Tod nicht," sagt? sie' leise. DZafür lag doch bei ihr kern Grund vor. und sie war aucü tt zu vernünftig und religiös, um sich so zu versündigen." Es brauste Rober! vor bn Crre?. er war kaum im Stanke zu hören, lein lZewiffen sprach leuh i Sie war 'spät nöäz ausgegangen, einig Leute hatten sie gesehen und sich gewundert, warum sie sich in das UnWetter hinauswage. Nun hatte der Sturm die Heine Brücke, welche sie im mer passiren mußte, wenn sie zum Kirchhof ging, weggerissen, und da sei freilich zu fürchten " Robert erhob sich leichenfahl. 3$

will in die Wohnung gehen, vielleicht finde ich da eine Aufklärung." fagte er. Als Franz Miene machte, ihm zu fclcen, hielt seine Frau ihn zurück. .iLa ihn allein." flüsterte sie, er muß es mit sich auskämpfen und doch allein tragen." Der gute Brömel war völlig außer Fassung. Grethe, hat sie sich denn so unglücklich gefühlt, und wir haben davon gemerkt wenn ich mir denken soll, daß sie aus freiem Antrieb und wir waren hier " Auch Frau Grethe war tief ergriffen. Franz. ich habe nie klar in ihr Inneres geblickt, sie war eine verschlofsene Natur, auch zu mir. ich kannte sie nicht aus. Solange das Kind da war, babe ich sie für glücklich gehalten, nachher ihr ging wohl vieles durch den Kopf." Während die beiden Redlichen mit sich zu Rathe gingen, ob sie in ihrem Theil etwas versäumt hätten, fand Robert in seiner Wohnung die Schlüs. sel und den Brief. Hinter verschlössenen Thüren las er ihn.

Ich verlasse Dicy. ich breche mein Dir gegebenes Gelübde, obgleich ich von der Heiligkeit der Ehe den höchsten ' Begriff habe. . Aber wir schlössen sie in Uebereilung. ich. die HUflose. hing mich mit meiner heißen Liebe an Dich und ward Dir eine Fessel. Die ErZennwik batS mix sxläloHtn. SZvi

konntest nie frei werden. Du ging? unter, wenn ich an Deiner Seite blieb. Gott nahm uns das Kind, das ist mir zu einem Zeichen geworden. Was ich damals, als ich heimathlos wurde, hätte thun sollen, mich auf meine eigne Kraft stellen, das thue ick jetzt. Dir ist ein Weg zur Rückkehr in Dein Vaterhaus geebnet, ohne mich Du kannst nachholen, die verlorenen drei Jahre hinter Dich werfen und Dich zu ernster Arbeit inder Dir zufügenden Sphäre aufraffen. Meine heißen Gebete folgen Dir auf Deinen Wegen. Weil meine Liebe echt ist. thue ich. was ich thue und damit Dich nicht der Gcdanke an mein gebrachtes Opfer drückt, fo wisse, ich thue es auch um meinetwillen. Das Gefühl, den. dem man Glück geben möchte und sollte, zu hemmen, ihn zu trennen von allem, was für ihn Glück bedeutet, erniedrigt, raubt alle Selbstachtung. Wir müssen versuchen, auf getrennten Wegen unser freies Selbst wiederzufinden. Ich danke Dir für die großen Opfer, die Du mir gebracht hast, möchte das, was ich jetzt zu spät freilich als Gegengabe bringe, zum Segen werden. Sorge nicht um mich und forsche nicht nach mir. Ich tauche unter in dem großen Menschenstrom draußen, und es wäre vergeblich, ein winziges Wesen, das keine Spur hinterläßt, darin zu suchen. Jckz nehme mein Erbtheil mit mir. die Summe schützt mich vor Mangel in der ersten Zeit, und ich bin heute eine andere als vor drei Iahren. als ich verweichlicht und haltlos Dir in die Arme sank. Wir sehen uns nie wieder, unsere Wege werden sich so weit scheiden, daß nie eine Wiedervereinigung möglich ist. Du wirst mir nicht zürnen ob dieses Schrittes, Tu dachtest an ähnliches, es war unwürdig. da zu zögern Du sollst glücklich werden und frei und Dich ausleben das ist die Hauptsache. Und willst Tu später ein anderes Band knüpfen, so wirst Du eine Scheidung von der Berschollenen, die Dich böswillig verließ, leicht bewirken können. Draußen in den Kreisen, in die Du zurückkehrst, brauchst Du dieser Episode kaum zu erwähnen, mich sannt: Niemand, und Gerüchte pflegen so rasch zu erlöschen, wie sie auftaucben. Ich gehe noch zu unserem Kind hinaus, um Abschied zu nehmen, und verlasse mit dem Nachtzug den Ort, wo ia so glücklich und so elend war.

Gottes Segen über Dich! Hedwig." Robert las mit schwimmenden Augen. So hatte sie wenigstens nicht den Tod gesucht, sie war gegangen sie hatte ihn verlassen. In dem Wirrsal seiner Gefühle stieg jetzt Zorn herauf nach der wahnsinnigen Angst. Durfte ein Weib ihren Sötten verlassen heimlich für imrner den Mann, der ihr seine ganze Existenz zum Orfer gebracht hatte! Und in welchen Tauschungen war er besangen gewesen er batte gemeint, ihre Liebe für ihn sei eine vergötternde, und eine vielleicht nothwendig werdende zeitweilige Trennung in die schonendste Form zu kleiden sich zergrübelt. Jetzt sprach sie von Erniedrigung ja. eine Anerkennung bei den Seinen hatte er ihr nicht verscbaffen können.auch keine glänzende Stellung vor der Welt. Er 'hatte für sich selbst um ihretwillen darauf v'rzichtet. Die große Spannung in ihm löste sich in Vorwürfen für sie. Er kragte sich nicht, inwieweit sie gerecht waren. e war ihm eine Erleichterung nun. .da der entsetzliche EedanZe. sie sei in

'Äerzweiflung in den Tod gegangen,

.von ihm genommen worden unem.geschränkt zornig sein zu können. Es war ihm auch lieb, daß er allein 'War. Dieser toll: Streich warf ja alles Bestehende um, er mußte ,erst ,ruhig darüber werden, überlegen. Und plötzlich in einem jähen Umschwung der Gefühle, verbarg er sein Gesicht in den Sofakissen und schluchzte laut, herzbrechend wie noch nie iu seinem Leben. Es dauerte lange, ehe der Parozysuius vorüber war. dann saß er starr, erschöpft, mit einem dumpfen Gefühl im Kopf. Also geschieden auf immer ihr süßes Gesicht gaukelte ihm her-

aus, er ballte die Hände sie hatte es gewollt sie. Und dann fing er an zu denken, zu überlegen. Wohin konnte sie sich gewendet haben? Wie ein Blitz leuchtete es vor ihm auf zu Frau Grethes Schwester nach New York. Aber da mußte Bromels Frau doch darum wissen und diese nein, die war wahr und ihre Angst nicht erheuchelt. RobertsGedanken irrten unstät umher Schmerz. Zorn. Angst Wechselten jäh.wer hätte dieser sanften, schüchternen Frau, seiner Hedwig solch einen sensationellen Schritt zugetraut. Er hob plötzlich den Kopf wenn er von diesem Brief zu Niemand sprach wenn er die Menschen in dem Glauben ließ, sie sei verunglückt sei todt war es nicht milder, würdiger? Er versank in tiefes Nachsinnen und fuhr abermals zusammen. Das UnWetter in der Nacht di? zerstörte Brücke ihr Tuch, das man gefunden trenn sie verunglückt wäre. Es litt ihn nicht länger in der Einsamkeit; er ging zu Bromels und berieth mit den treuen Freunden. Es mußten Maßregeln für fortgesetzte Durchsuchung des Flusses getroffen tnerden er redet-baüi. 5äo5ra

verwirr:. rau'GM' sarsyn mitunter mit einem prüfenden Blick an. Seine Aufregung war ja begreiflich, aber er erschien ihr doch sonderbar. Des Briefes erwähnte er nicht. Am andern Morgen floß der Strom wieder friedlich und ruhig dahin, als hätte nie ein Sturm ibn aufgewühlt, nur schmutzig und trübe waren seine Wasser geworden. Robert, bleich und gef "'cktc sich an, mit den Fischern in den Kahn zu steigen, man konnte heute weiter hinauf rudern, vielleicht so redete man ihm tröstend ein sei sie vom Strudel fortgerissen und habe sich irgendwo an das Ufergestrüpp klammern können, da finde man sie in einem der umliegenden Dörfer, wo sie vielleicht krank liege und keine Nachricht habe geben können. Brömel besonders versuchte jeden Strohhalm als Hoffnungsanker aufzugreifen. Da kam Delius unter den Weiden am Ufer hervor. Alle erschraken bei seinem Anblick. Wie sah der Mensch aus! Sein Anzug war beschmutzt, die hohen Wasserstiefel verriethen, wie !o:it er in Schlamm und Sumpf gewatet, wirr Haar und Bart, das Gesicht geisterhaft mit hohlen, übernächtigen Augen. Er hatte nicht geschlafen, seit sie fort war. er hatte sie gesuckt bei Tag und bei Nacht. Robert durchschauerte sein Anblick, er trat auf ihn zu. Delius starrte ihn an wie geistesabwesend. Haben Sie Sie haben gesucht?" stammelte Robert. Delius nickte. Nichts nichts es ist unnütz, da hinauf zu fahren, mir entging kein Fleck." Robert faßte an seine Stirn, unwillkürlich beschattete er mit der Hand sein Gesicht. Er wandte sich zu den Fischern. ..Ist es eine Möglichkeit, daß es wurde ihm schwer, das Wort auszusprechen, das doch schon jedem auf der Zunge faß daß der Körper weiter meilenweit hinab getrieben sein könnte?" fragte er. Die Fischer sahen sich vcrlegen an und nickten dann. Einer von ihnen sprach leise mit Del.ius, Es hilft uns nichts, Herr." wandte er sich jetzt an Robert, der Herr da ist in allen am Wasser liegenden Dörfern gewesen, und wenn wenn sie fo weit herunteraeschwommen ist, da geht's ja in's große Wasser da da ist's ganz unberechenbar, roo man sie findkt." Line schwüle, schaurige Pause entstand. Robert regte sich zuerst, er griff nach Brömels Arm und sagte heiser: So lassen wir es. ich sehe ein, es ist nuklos." Delius blickte plötzlich auf. In seium verstörten, von Leiden entstellten Gesicht blitzte es merkwürdig, r fixirte einen Moment den Gatten drc Verlorenen scharf. Der der wcrr sonderbar. In seinem wüsten, schmerzdurchwühlten Gehirn tauchten neue Gedankenreihen auf furchtbare Er schlich, von den andern nicht beachtet, und sich auch nickt um sie kümmernd, den Kopf tick nnr yyi Brust gesenkt, seitwärts die Strafe entlang. Robert wurde allmälig ruhiger. Er hatte innerlich nie an He'owigs Tod geolanbt, den Gedanken. 1?aß ein un oücklicker Zufall die Tragik der Sachläge noch mehr vermehrt habe, weit von sick gewiesen. Sie hatte ihn verlassen, und sie forderte von ihm, daß er ihr nickt nackforscken solle. Je mehr er nachdachte, desto mehr festigte sich 'in 'bm dr Entschluß, dem Wunsche zu Willküren. batte diesen Schritt mit voller lberlegnng gethan; was er noch un bedanken an sie schwer 2rnd peinlich er wogen, die Trennung, vor der er noch zurückgebebt.sie hatte sie lasch und voreilig vollzogen ein .Wiederfinden konnte jetzt das Geschehene nicht ungeschehen machen sie halte ihr kleines Vermögen mitgenommen, jedenfalls Vorbereitungen für ihre Zukunft ge troffen was blieb ihm da zu thun übrig? .Und was für eine Perspektive eröffnete sich ihm? Seine Schläfen hämmerten war es nicht das bequemste, wenn er alle Welt, auch die Seinen glauben ließ, sein junges Weib sei verunglückt, ihr Andenken ward ja am besten geehrt, wie das einer Todten. Und seine Empfindungen? Der furchtbare Schmerz ihres Verlustes? Er hatte keine Ruhe, keine Muße, sich demselben hinzugeben, er hatte so vieles zu betäuben, beiseite zu schieben, ehe er an die wirklichen Gefühle seines Herzens kam er zergliederte sie nicht, er gab sich keine Rechenschaft von ihnen.

Für Bromels stand es fest, daß die arme junge Frau ihren Tod in den Wellen gefunden, aber sie sahen es jetzt, wie es den unglücklichen Mann packte, wie mühsam er seine Fassung behauptete, wie verstört er war. Die innere Aufregung vibrirte ja in jedem seiner Worte. Robert löste seine Beziehungen zu der Lebensversicherungsgesellschaft sofort, ordnete dann seine Angelegenheiten, bat Brömels, den Hausrath zu veräußern und das Nothwendige für ihn abzuwickeln, und kehrte dann in sein Vaterhaus zurück. Mit bewegten Worten nahm er Abschied von den treuen Freunden, und sie erfuhren noch von ihm, daß er mit offenen Armen von den Seinen wieder aufgenommen worden. Es erhellte wenigstens aus den nachsien kurzen Berichten, daß man dem frei und ledia UimUhuntiriL verlore

nen Sohn mit Freuten' ein letteZ Halb geschlachtet hatte. Vielleicht bat der liebe Gott es gut gemeint mit der Aermsten," sagte Frau Grethe seufzend. Sie pflegte und fchmückte des Kindes Grab, und ihr mitleidiges Herz trug schwer daran, daß man den Körper der Verunglückten nicht gefunden, und nicht habe in geweihter Erde betten können. III. Beim Cultusminister fand ein parlamentarisches Diner statt, zu dem Abgeordnete aller Fraktionen geladen waren. Seine Excellenz hatten diesmal die Einladungen sogar weiter als üblich ausgedehnt, auf allerlei Männer der Oppositionsparteien, da die Lage ernst war. Die Tafel war aufgehoben. In den hohen, schönen Räumen des MinisterHotels zerstreute sich die buntgemischte Gesellschaft, beim Kaffee wurde eine zwanglose Unterhaltung geführt. In einem der Nebenzimmer hatte sich eine Gruppe Freisinniger zusammengefunden; die Herren saßen da bei einer extraguten Cigarre um einen kleinen runden Tisch. Die Rede führte hauptsächlich ein dicker Herr, mit einer seit einiger Zeit in politischen Kreisen wohlbekannten Physiognomie. Sein Organ ertönte in den Reichstagssitzungen oft genug zum fchadenfrohen Ergötzen seiner Parteigenossen und zum Aerger der anderen. Dabei ermangelten seine Einwürfe niemals geistiger Schärfe, einer momentan verblüffenden Wirkung, und so war er ein Mann geworden, mit dem man zu rechnen hatte. Eine geradezu blendende Kenntniß des Materials. eine brillante Orientirungsgabe auf den betreffenden Gebieten mußte man ihm auch nachrühmen. Was von seiner eigentlichen Gesinnung zu halten sei. darüber waren die Meinungen sehr getheilt. Seine Wähler und Fractionsgenossen sahen in ihm einen Fels und Führer, seine Gegner und sie waren die Ueberzahl hielten naturgemäß von seiner Gesinnungstüchtizkeit und seinen übrigenCharaktereigenschaften weniger. Er aber lachte über die gelegentlichen verächtlichen Blicke und die oft seh? unverblümt gegebenen Angriffe der gegnerischen Redner und der gegnerischen Presse, und sein breiter Mund zeigte die ganze Reihe der blendend weißen Zähne, wenn er sein Schlagwort: Und sie müssen mir schließlich alle einmal kommen." losließ. Heute war er in glänzender Laune. Seine Excellenz hatte ihn vorhin mehrmals angesprochen o. man war geschmeidig da oben augenblicklich na, er. Karl Busch, wußte ja ganz genau, woher der Wind wehte.

Rechtsanwalt Karl Busch hatte seine

Zeit abgewartet, war nach Berlin über

gesiedelt, nachdem er durch Gütcrverkäufe und sonstige einträgliche Praxis und Geldgeschäfte unter der ländlicher.

Bevölkerung da hinten im mecklenbur gischen Winkel sich einen hübschen klei

nenFonds gesammelt und sich von dem bortigen Kreise zum Reichstagsabge-

ordneten batte wählen lassen, und jetz spielte er hier seine Rolle.

Ja. sehen Sie." sagte er. da dieser

steifnackige junge Herr. Nase hoch

Hacken zusammengeschlagen, dem da

jetzt von oer Excellenz gewunken wird,

dem babe ich die Lichter im Schäde

einstmals anstecken helfen, hm das

sind nun mittlerweile so ein zehn

Jährchen her. Heute kennt er mich

kaum naturlich wenn nicht be

Gelegenheit, na. das wissen wir fa.

kommen müssen sie Mir alle einmal.

.Meinen Sie den Regierungsrath

von Preuß?" fragte einer aus der

Runde.

- Freilich, gerade den; gucken Sie mal. wie er da katzenbuckelt, jede Miene eine Nachbcterei, ein Echo der Worte

seines Chefs, ia, rn und dazumalen

Artikel für eine ganz andere Partei

schrieb er, ob er sie abgeschickt hat, weiß ich .allerdings nicht, und feine Tiraden über die Streber und Kriecher die

Trauben hingen ihm zu hoch zu jener

ert. das macht emen gewaltigen Unterschied." Sagen Sie doch einmal ja richtig, ich habe auch fo allerlei von feiner

Vergangenheit gehört, ist er nicht schon

verheirathet gewesen? fragte em Anderer. Jawohl, verheirathet, als Monsieur Habenichts und Binnichts, ein Bummelgenie erster Klasse, na, na. die Fahrten, ich habe sie ja mit ihm durchlebt davon schweigt die Geschichte. Jetzt Herr von Preuß der Vater wurde ja Unterstaatssekretär und geadelt, just zu einer Zeit, wo es daraus

ankam, den Sohn in die Höhe zu bringen. Diesen Leuten gelingt so etwas, das verstehen sie." Wo ist denn die Frau geblieben? Denn das war doch wohl keine Ebenbürtige?" hieß es. Die Herren um ihn waren neugierig geworden bei seiner abgebrochenen Erzählung. Hm daö kleine, feine Ding gar nicht unebenbürtig, Regierungsrathstochter, aber Waise, arm wie eine Kirchenmaus, und dumm, wie eine Motte in's Licht geflattert. Solchem Burschen, wie der Robert Preuß damals war, wenn der alle Regisier aufzieht, ist ja schon manch eine zumOpfer gefallen. Er heirathete sie. ja, aber nachher na, sie ist todt, verunglückt durch Zufall oder Absicht,und ihm war das derzeit ungeheuer bequem. Er fühlte sich heilsfroh als freier Mann, und ;ci j.ä bstiit jirnlicMa etwas

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von emer zweiten'HeiräTdle im üöerf sein soll von der ersten wissen die Leute hier kaum." Ja, man redet Herren von Preuß mit der Freiin von Adlerkron zusam men," bestätigte einer der Jüngsten, ein Industrieller, im Kreise, die ist aber schon ein bischen in Saat geschossen, und man hat sie oft genug fchon verlobt gesagt. Er aber ist doch ein sehr schonerstattlicher Mann." Die Augen des Sprechers hingen bewundernd an der eleganten Erscheinung dessen, von dem die Rede war. So etwas ärgerte Karl Busch jedesmal. Er brauchte übrigens seine Galle als Mittel zumEmporkommen und zur Selbsterhaltung. Der Aerger hatte bei ihm die glänzendsten Wirkungen, ihm verdankte er alle seine Erfolge. Jawohl, fchöner Mann," krähte er. Salonheld aus dem Modejournal, Rückenmark abhanden gekommen, warum sollte die Adlerkron zu dem nicht passen? Er steckt voller Schulden.denn was sein Alter, der etwa vor einem Jahr das Zeitliche segnete, hinterlassen hat, mag's unsereiner auch ein Vermögen nennen, in den Händen der beiden Erben, dieser brillanten Frau von Hochstetter und dieses Robert zerrinnt das wie Schnee auf heißem Eifen; und die Adlerkron hat ein paar Hunderttausend, disponibel, frei. Denn mündig ist sie lange. Dazu ihr Papa, augenblicklich per8cma grata am Hofe, dichtet ja wohl Märchen und Mondscheinsonette, comvonirt. malt, und ist dabei auch so hübsch wirbelschwach. Solche Leute sind heutzutage eine Goldgrube. Das wäre also eine brillantePartie für ihn, Notabene wenn sie ihn will." Sie soll eine capriciöse Dame sein bemerkte der junge Industrielle, Körbe ausgetheilt haben rechts und links." Na solch ein Frauenzimmer will schließlich heirathen krähte Busch, alt genug ist sie wahrhaftig dazu." Hm, hm." meinte der junge Mann, man sieht die Dame diel mit der Frau von Hochstetter zusammen freilich" Sehen Sie wohl, die wird schon die Geschichte für den Bruder fertig machen, die sieht mir danach aus, als ob sie das verstände." Während diese Reden am Tisch der Freisinnigen über ihn geführt wurden, stand Robert von Preuß der neugebackene, dem Vater verliehene Adel war erblich noch immer neben dem Minister. Sein üppiges Haar war etwas gelichtet und ließ die Stirn noch höher erscheinen. Die Züge des Gesichts wa. ren härter und schärfer geworden, in den Augen lag etwas Beobachtendes, Kaltes, aber immerhin war er ein schöner Mann. In jüngster Zeit war seine Stellung zu seinem hohen Chef eine vertrautere geworden, er erwies sich als ein brauchbarer Mensch, der rasch die Jntentio-

nen errieth, nirgends Schwierigkeiten

sah und geschmeidig aus Andeutungen einzugehen verstand. Dabei hatte er

Fühlung mit verschiedenen Kreisen.

und seine gewinnende Persönlichkeit . . rni

cj.rjceoie uverau nerirauen. (Fortsetzung folgt.)

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