Indiana Tribüne, Volume 24, Number 145, Indianapolis, Marion County, 11 February 1901 — Page 2
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Jndiana Tribune, 11. Februar 1901.
Aberglaube in Nuszland. r"" - ' Es ist ein Steckenpferd der russische Presse, überall von tröstlichen Erschv!nungen im Leben der Provinz zu sprechen. Die Schulen wachsen wie t Pilze, das Volk legt Beispiele von rührender Liebe zur Aufklärung an den Tag. indem es die letzten Brosamen für die Sache seiner Bildung opfert, die Volksbibliotheken beimsen eine reichliche Ernte ein. In den näher bei den Städten gelegenen Ortschaften klärt der Mann der Intelligenz seinen geringern Bruder in verstärktem Maße cuf; er zeigt ihm Nebelbilder, liest ihm von Borodino und Iwan Sussanin vor und errichtet für ihn Liebhaberoorstellungen. Mit Vergnügen vertieft 7nan sich daher in die Lectüre der Provinzialzeitungen, in der Hoffnung, .weitere Beweise der fortschreitenden Volksbildung in ihnen anzutreffen, stößt aber plötzlich auf die Beschreibung von Erscheinungen, die von einer solchen thierischen Barbarei und geistigen Hülflosigkeit der russischen Bauern, von einer solchen unbarmherzigen Macht der Finsterniß in den Reihen des Volkes zeugen daß man unwilltürlich die Händ sinken läßt, daß alle Träume wie Rauch auseinander stieden. Da wird ein Kind das Opfer der grausamen Mordgier eines tyrannischen Vaters, da leitet eine Mutter ih?e minderjährige Tochter zur Prosti--tution an, da röstet ein Bauer, um einem eines Diebstahls beschuldigten Mädchen ein Geständniß herauszupressen, sie auf dem glühenden Ofen, da wettet ein Bauer, daß er drei lebendige Sperlinge mit Federn und Knochen auffressen würde und gewinnt die Wette. Bei reiflicher Ueberlegung sieht man dann, daß die Strahlen des Lich-
tes noch lange nicht das ganze Dunkel. die entsetzliche Unwissenheit, in die das j flache Land gehüllt ist. zerstreut haben, j daß die geistige Weckunz des Volkes j eben erst anfängt. i Aberglaube, großer und grundloser, C-n.i m.c.f v!. r r v.
vicwci einen jicuti um oie JtopC vet I Masse. Man kann noch heutzutage auf Winkel stoßen, wo die Leute steif und fest daran glauben, daß die Erde
auf drei Fischen ruht, von denen, nach den neuesten Nachrichten, der eine an zufangen scheint, sich zu bewegen, wo mein vorn bösen Blick erkrcikt und
durch Sympathie geheilt wird. In diesen Winkeln herrscht noch heutzutage wie früher der Glaube an Hexen, Wald- und Hausgeister und allen möglichen Spuk, und das Volk glaubt in
; seiner Herzenseinfalt, wie es vor neun Jahrhunderten that, an Besprechungen ; und Bezauberungen, an das Verhexen des Getreides, an Wünschelgeld und , die Zauberkraft des Strickes eines Er- - hängten. In dieser Hinsicht waltet ein - besonderer eigenartiger Zug im russi- : schen Volke, und auf diesem dankbaren Boden zeichnet das Leben von Zeit , zu Zeit Skizzen und Scenen, die bisi weilen einen hohen Grad von Komik streichen, bedeutend häufiger aber . durch wahrhaft tragische Einzelheiten erschüttern. u In tv.tm Vororte von Kischinew "wohnt ein 22jähriges Mädchen bei Vater und Stiefmutter. Von der Rak tur vernachlässigt, bucklig, mit einem : unschönen alten Gesicht, ist die Arme . schon von Kindheit an Gegenstand des
; Spottes. Die Verfolgungen der Sties- j mutter. die ihre Stieftochter zudem bergwöhnt, daß diese hinter ihr her im j Geheimen spionire. machen das Dasein j des Mädchens noch trauriger. Sie be- i
, ginnt das Haus zu smhen, sich im Garten oder Weinberg zu verstecken, die Rückkehr des Vaters erwartend, ohne es zu wagen, in die Hütte der Stiefmutter früher zurückzukehren. Unter dem Einfluß der Verhältnisse entwickelt und verstärkt sich ihr Hang zur Einsamkeit, und das Mädchen fängt an, erst dann zur Hütte zurückzukehren, wenn alle schon schlafen. Jrgend jemand spricht halb im Scherz, halb im Ernst die Vermuthung aus. daß sie eine Hexe sei; das Wort macht die Runde durch das ganze Dorf. AUe Unglücksfälle nxrden durch die Tücke des Mädchens erklärt. Der rohe und abergläubische Vater ist selbst bereit, dem Märchen zu glauben, wenngleich ihm doch der Umstand auffällig ist, daß seine Tochter sowohl das Kreuz am Kettlein um den Hals trägt als auch in die Kirche geht. Aber siehe, irgend eine Persönlichkeit, die bei den
örtlichen Bewohnern des Ortes großes Ansehen genießt, stellte da den Satz auf. daß. wenn bei der betreffenden Person kein Schwanz vorhanden wäre, sie auch keine Hexe sei. Fast das ganze Dorf versammelte sich darauf in und um ihres Vaters Hütte, um den Schwanz seiner Tochter zu besehen. Das arme Mädchen empfing, glühend vor Scham, volle drei Stunden hindurch zwangsweise ihre Besucher. Erst hiernach erkannten viele von den Einwohnern des Ortes die Gerüchte, daß sie eine 5exe ttxue, als ein Ammen märchen. Einige der russischen Zei tungen betrachteten den Vorfall nur als ein erheiterndes Curiosum. Im Dorfe Sinizewo. im Gouvernement Saratow. wurde der Bauer Denssow für einen Zauberer gehalten. Wie auch im oben erwähnten Falle, beschuldigte das Gtticht ihn der Urheberschaft an allen Unfällen, die das Dorf treffen; besonders an Krämpfen von Frauen und Kindern. An einem Feiertage hebt der Wächter Suwajew den betrunkenen Tenissow von der Straße auf und führt ihn nach Huse. Wie er sich aber ?:innert, daß Duiisso ein Zaubere?
s:Z, reißt SuwaZew ein Brett aus tU mm Zaun und schlägt den vermeintlichen Zauberer mit solcher Kraft auf den Kopf, daß das Brett in zwei Theile zersplittert, der Unglückliche aber todt liegen bleibt. Vor Gericht bekennt Suwajew zwar offen seinen Todtschlag, besteht aber mit voller Ueberzeugnug auf seiner Unschuld, indem er darauf hinweist, daß der Geiödtete ja ein Zauberer gewesen wäre. Jrgendwelche persönliche feindliche Beziehungen waren zwischen dem Mörder und seinem Opfer, wie das Verhör ergab, nicht vorhanden. Aehnlich ist die That eines gewissen Schuganow, eines Einwohners der Stadt Wolsk, im Gouvernement Saratow. Der neunzährige Sohn Schuganows leidet an Krämpfen. Vier Frauen sind nicht im Stande, das unglückliche Kind in seinen Krämpfen zu halten. Die Aerzte erklären die Krankheit für unheilbar, auch die Schwarzkünstler beiderlei Äeschlechts bekennen sich diesem schweren Uebel gegenüber machtlos. Es Vt klar, daß hier Verzauberllttg vorliegt. Der gequälte Vater sucht den Schuldigen und glaubt in der Familie der Beloussows ihn gefunden zu haben, auf die der Kranke selbst als die Urheber seiner Krankheit hingewiesen hat. Schuganow geht zu der feindlichen Familie und droht, sich mit ihr mittels eines Revolrers auseinanderzusetzen. Wegen Beleidigung und Bedrohung vor Gericht gerufen, klagt Schuganow, dem Weinen nahe, die Beloussows an und erklärt, daß sie die Teufel wie Tauben hätten auseinanderschwirren lassen, auf daß sie die Menschen nach aU len Seiten verdürben und verzauberten. Von altersher seinen überzeugten Glauben an die Existenz von Hexen. Zauberern und Hausgeistern vererbend, bewahrt das Volk auch den Glauben an die aus alter Vorzeit geerbten Talismane. Bis auf den heutigen Tag behauptet der Volksglaube, daß ein Licht, das aus dem Fett eineSelbstmörders bereitet worden ist.
Nässe und Dürre aufhören läßt und !
den Träger deszelben unsichtbar macht. daß die von einemTodten abgeschnittene Hand die Möglichkeit gewährt, ohne jedes Hinderniß jeden beliebiaen
Ticbstahl zu vollziehen, daß der Strick eines Erhängten seinem spätern Vesi-1 her P t rfi fri i rrr frtl k sinsi. I
V v in;m vmnj. O" v"ifc Utt Jugendarbeiten benutzt der verstorbene russische Schriftsteller H. S. LesIow die ersten dieser abergläubischen Vorstellungen als Motiv und baut darauf eine tieftraurige Geschichte auf: ..Wofür man in Rußland in die Bergwerke kommt". Unter der Dürre leidende Bauern holten die Leiche eines alten Trunkenboldes aus dem Grabe hervor, kratzten das Fett von ihm ab und brannten ein daraus angefertigtes Licht auf dem Felde ab. um den zürnenden Gott zu erweichen. Beim Lesen der Erzählung kann einem die Fabel erdacht erscheinen, die Thatsache eines solchen gotteslästerlichen Unfugs den Verdacht der Uebertreibung erwecken.
in die der verstorbene Sittenmaler
nicht selten verfiel. Da liegen einem aber trockene, häufig halbamtliche Zei tungsberichte vor, die man durchaus keiner einem Künstler eigenen Tendenz ode? starken Farbenauftragens überführen kann. Im Dorf Paschkowskoje im Kiewschen Kreise fand man auf
tem Friedhof das Grab der Bäuerin : Germanowa ganz aufgewühlt und den Leichnam mit einer abgehackten Hand. Ein Diebstahl, der bald darauf im Dorf stattfindet, gibt der Obrigkeit des Dorfes Anlaß, bei einem verdächtigen Bauern eine Untersuchung vorzunehmen und dem Dorfältesten gelingt es. bei ihm ein Stück von dem Aermel des Leichenhemdes der Verstorbenen aufzustöbern. Der Bauer bekennt beide Verbrechen, sowohl das der GrQbschändung as auch den Diebstahl, und zeigt auch seine Mitschuldigen an. Die Ur sachen des Verbrechens sind so einfach: die Hand der Todten hatten sie dazu nöthig, um ihre Diebstähle erfolgreich auszuführen. Wenn er die Hand eines Todten hat. wird der Dieb nicht entdeckt. Einfach sind auch die Einzelheiten der That, von denen das Verbrechen begleitet war. Nachdem er sich mit Schnaps den nöthigen Muth angetrunken, geht der traurige Held der Geschichte auf den Friedhof, gräbt das Grab bis zum Sarge auf, haut
mit dem Beil eine Oeffnung durch den Deckel, durchsucht den fast aus lauter Knochen bestehenden Leichnam, leiert dann ein Entsühnungsgebet los und hackt die Hand sammt dem Aermel des Leichenhemdes ab. Er geht mit dem tröstlichen Bewußtsein, seine Sache erledigt zu haben, schneidet das Fleisch von der Hand ab und wirft es den Hunden vor. den Knochen aber versteckt er als Talisman. Aehnliche Fälle, die zweifellos durch dieselben Ursachen bedingt r.'erden, sind auch an anderen Orten beobachtet worden. Im Ort Faleschtui. im Gouvernement Bessarabien, fand man auf dem jüdischen Friedhof ein aufgewühltes Grab und die Leiche der kürzlich verstorbenen Frau mit abgehackter Hand; trn vongen Jahre diente eine gleiche Grabschändung zum Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung im Gouvernement Woronesch. Es kann sein, daß die Slawen mth
; Mystiker sind, als irgend ein anderes Volk. Ein sehr niedriger Bildungs grad verstärkt und nährt die Liebe zum Geheimnißvollen. Der Russe liebte , es von jeher, das Schicksal zu befra j gen; und auch heute noch geht das
Volk !n der Freude sowie im Leide so. fort zum Hexenmeister. Im Falle eines Diebstahls, einer Mißernte, einer Krankheit, eines Unglücksfallcs ' sucht man Rettung bei ihnen, bei diesen Leutcn, die, wenn sie wollen, den Kummer mit den Händen verscheuchen können. Wie viel Mißbrauch aber dieser Glaube an 'Zauberer und Hexen nach sich zieht, wie viel neuen Kummer er in die so wie so schon überfüllte Schale des Wehes der Welt hineinträgt, das ist kaum festzustellen. Der Zeugnisse von Mißbräuchen verschiedener Art, die von vermeintlichen Zauberern vollführt werden, gibt es eine solche Menge, daß der Beobachter des provinziel len russischen Lebens vor dieser Macht der Finsterniß wie starr da steht. Für die Einträglichkeit des Zaubergewerbes spricht übrigens der Umstand, daß ganze Dörfer die Zauberei als ihr besonderes Handwerk erwähnen. Das Dorf Kljutschitschi im Wassilkirschen Kreise genießt als ein Dorf von Zauberern und Wunderleuten eine Be rühmtheit durch ganz Rußland. Die Kunst der Zauberei ist hier erblich. Hier findet mau Leute, die aus der Hand wahrsagen, Krämpfe heilen, unreine Kräfte austreiben. Zahnschmerzen und alle Arten von Krankheiten besprechen. In unserem praktischen Jahrhundert ist die Zauberei nichts anderes als ein Rebengewerbe geworden; der dunkeln Masse stellt sie sich zwar in ihrer geheimnißvoll finstern Majestät dar. aber für praktischere Leute ist es schon längst bloß ein einträgliches Handwerk. Uebrigens haben die Städte das flache Land nicht sehr weit überholt. Der provinzielle Stillstand, die Stille, die Abwesenheit lebendiger Jnteressenveranlagen zum Aberglauben der Mae der halbgebildetcn Leute. Der ewige Klatsch langweilt und zur Abwechselung erscheinen dann allerlei Geschichtchen auö dem Gebiete des Uebernatürlichen auf dem Tapet. Das Gerücht trägt die aberwitzige Kunde davon herum, daß es in dem und dem Hause umgeht, daß in der und der Straße gespenstische Erscheinungen gesehen worden sind, und auf einige Tage ist diese Einbildungskraft des sich langweilenden Einwohners mit dieser Neuigkeit beschäftigt. Man nenne doch eine Stadt, in der es diese bis zum Ekel abgedroschenen Häuser mit Gespenstererscheinungen, diese Wahrsagerinnen, die mit Hülfe don Karten und Kaffeegeschirr das Schicksal des kleinen Mannes propheseien, nicht gäbe. Wenn alles das in der den Ton angebenden Residenz vorkommt, so ist es natürlich auch in der sich langweilenden Provinz zu finden. Alle diese Finsterniß schleppt Nußland auch in sein neues Jahrhundert hinüder, denn nur ein Zeitraum von JahrHunderten kann jahrhundertalte Irrthümer ausrotten, und nur wenn er eine sehr hohe Stufe geistiger Entwicklung erstiegen hat. wird der Mensch die Kraft finden, der Macht der Finsternlß Halt zu gebieten. Ein schauriges Ccrichtsbild. sWlenrr Skizze.) Ein langer, dunkler, schmutziger Gang. An der einen Wand Thür an Thür, an der anderen hohe, ungeputzte Fenster; zwischen diesen plumpe, gelb angestrichene Bänke. Eine schwere und dicke Luft brütet in dem unheimlichen Raume: so recht die Luft, in der Lerbrecher athmen sollen. Unlauter, wie die Leute, die sie ein- und ausathmen, ist sie selbst, glftgeschwängert, verderbend und verdorben. . . . Auf den plumpen, gelb angestrichenen Bänken sitzen sie: die Verbrecher. Und man muß leider sehen, daß sie ollen Gesellschaftskreisen angehören. Neben dem eleganten Herrn im Cylin der sitzt der Arbeiter im schmutzigen Arbeitskittel. Neben der Dame im rauschenden Seidenkleid und schillernden Federnhut drückt sich bleich und furchtsam eine arme Näherin, mit tu ner blauen Schürze angethan, an die Wand. Angst., Sorge vor dem Kommenden prägt sich auf den meisten Gesichtern aus. Nur Einige aus der zufammengewürfelten Schaar tragen einen stoischen Gleichmutn, vielleicht sogar einen frivolen Cynismus zur Schau. Aber laßt Euch nicht täuschen. Dieser Gleichmuth ist gemacht, dieser Cynismus erkünstelt: alles Lug und Trug! Sie wissen Alle, ebensogut wie die. welche ihre Angst und Furcht nicht verbergen können, daß sie bei der Ausübung eines furchtbaren Berbrechens ertappt worden sind, daß sie der gerechten Strafe nicht entgehen
werden. Abgesondert von ihnen halten sich die Wachleute, welche sie ertappt" haben. Ernst ruhig und im erhebenden Vollbewußtsein ihrer treu erfüllten Pflicht sitzen sie da und unterhalten sich gegenseitig mit ihren Thaten. Sie jcigf.it einander die Berbrecht'r. Der dort, der Alte", raunt ein besonders scharf dreinschauendes Auge des Gesetzes- feinen Nachbarn zu. das is ein ganz hartgesott'ner Kerl. Vier mal hab' ich ihn erwischt. Viermal! Na. der kann sich freu'n!" Und voll Bewunderung fchauen die College zu diesem thätigen und erfolgreichen Hüter der öffentlichen Sicherheit auf. . . Der .ganz hartgesott'ne Kerl- ist ein alter, gebrechlicher Mann mit schneeweißem Haar. ' Wie ein Mitglied des ÄrecHagS sieht er au2. Und trotz-
dem ist er ein so eefährlicher. unverbesserlicher Verbrecher. Jetzt sitzt er auf seiner Bankecke und brütet dumpf vor sich hin. Woran denkt er? An feine Verbrechen, an die vierfache verschärfte Strafe, die ihn heute treffen wird?. . . Hinter einer der Thüren hört man auf einmal laute, zornige Stimmen. Eine schrille, kreischende Frauenstimme und eine tiefe, tönende Männerstimme. Die Stimmen ringen mi?einander um die Herrschaft, und schon scheint es, als ob die der Frau den Sieg erringen würde, als mit einmal eine Stille eintritt, eine unheimlich:. Alle erschreckende Stille. Gleich darauf öffnet sich die Thür und eine Frau tritt heraus, mit hochgerötheten Wangen und escortirt v?n einem baumlangen Justizsoloaten. der ostentativ mit einem mächtigen Schlüsselbund rasselt. So schön, jetzt haben die Kinder Nix z'Haus z'kssen". brummt die Unglückliche im Vorbeigehzn. Servas, die hat scho ihr'n Salat", bemerkt einer der noch harrenden Vcrbrecher." Der. Baumlanze dreht sich empört um der Vorlaute knickt furchtsam in sich zusammen und verbirgt sich scheu hinter dem breiten Nucken einer Marktfrau. Der Justizsoldat kehrt zurück, verschwindet hinter der ominösen Tbür. öffnet dieselbe wieder und ruft mit lauter Stimme die Namen von einem Dutzend Verbrecher. Männlein u.d Weiblein durcheinander. Am ganzen Leibe zitternd und bebend, folgcn sie dem Nufer in den Saal. Jetzt wird ihr Schicksal entschieden, jetzt. . . ' Sie werden in Bausch und Bg:a verhört und vcrurtheilt. Sie haben Alle dasselbe Verbrechen begangen. Und rasch, rasch! Der Nichter hat keine Zeit: Draußen warten noch Vierzig bis Fünfzig. Die wollen Alle noch ihre TM bis 12 Uhr Mittags sühnen." Sie sind angeklagt. . ." ..Herr kaiserlicher Rath. . ." ..Seien Sie ruhig!" Ter Nächste. Sie sind angeklagt. . ." ,.5err Präsident, i thät titt'n. . . Ruhig! Daß die Leute immmer rcden müssen! Wachmann . als Zeuae." Wachmann X. tritt in Erscheinung. Erfüllt von dem heiligen Ernst der Stunde, erzählt er in feierlichen Werten, wie. . . Was sagen Sie dazu, Angellagter?" Nil!" Dieses von tiefer Neue zeugende Geständniß wird protokollirt. und der. der es sick, hat entreißen lassen, ist abgethan. Nie wieder kann er behaupten. er habe noch keinen Anstand vor Gericht aehabt. Tas heißt, wenn er den Anstand haben wird, dies nicht vielleicht rundweg abzuleugnen. Einer der Angeklagten, der letzte gerade in dieser Serie, macht einen verzweifelten Versuch, seine eigene Eristenz zu verneinen. Es hilft ihm Nichts. Er wird verdonnert, wie die anderen alle. Ter bewußte Baumlange öffnet die Thür; die Verurtheilten strömen hinaus. jene, welche dies Schicksal erst erreichen soll, hinein. Die alte Scene entwickelt sich von Neuem. Sie sind angeklagt. . Zwölf Uhr! Die Stunde der Th?mis hat ausgeschlgen. die Stunde des Mittagsessens schlägt. Mit potcnzirter Geschwindiakeit erfließen die Urtheile. Lauter Strafen, kein Freispruch. Der Richter verspürt ein menschlich Rühren aber im Magen. nicht im Herzen. Lautlos verschwindet Einer nach dem Anderen der Verbrecher aus dem furchtbaren Gebäude. Sie eilen nach Hause zu ihrer ängstlich harrenden Familie. Und während der Richter noch sein strenges Amt ausübt, sitzt bereits der ganz hartgesott'ne Kerl" beim Tisch und ißt behaglich, als ob es gar kein rächendes Gericht gäbe, sein saftiges Rindfleisch mit Essiggurken . . . Und die That, die alle diese Verbrecher begangen? Sie haben ihre Herren Hunde ohne Maulkorb spazieren geführt. Wehe, wehe, wehe! .
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