Indiana Tribüne, Volume 24, Number 145, Indianapolis, Marion County, 11 February 1901 — Page 1
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Jahrgang 24.
Indianapolis, Ind.. Biontag, den 11. Februar 1901.
Blutige Kampfe Ünilfii roir Dr r auf örn Jsrießsfisjanpfaljc in Süö
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In Kapstadt ist die Bew lenpest ausgebrochen. Zehn Personen sind bereits daran erkrankt.
Tnglttnd wiU angeblich von psr tugnl Truppen leihen. Amerika's Konkurrenz auf dem deutschen Eisenwaarenmarkt.
Mcnlungsvcrschicdcnheitcu zwischen dem Grafen Waldersee und den Franzosen.
Der Joeren-Krieg. London, 11. Februar. Das riegsamt hat von Lord Kitchener eine Depesche aus Pretoria erhalten, die das Datum des 9. Februar trägt und wie folgt lautet : Die nach Osten vorrückenden Kolonnen haben ain 6. Febr. Ermel? besetzt und zwar ohn: auf starken Widerstand zu stoßen. Eine aus 7000 Mann bestehende Streitmacht der Boeren, unter Louis Botha, zog sich liach Osten zurück. Etwa 800 Wagen mit Familien fuhren durch Ermelo auf dem Wege nach Amsterdam. Viel Vieh lvird nach dem Osten gebracht. Alle Berichte beweisen, welch bittere Zefühle die Boeren hegen. Ein Friedensdelegat. der zum Tode verurtheilt Dar und andere Boerengefanaene wurden von den Boeren weggeführt. Fünfzig Boeren haben sich ergeben. Louis Botha griff den General Smith-Dorrien am 0. Februar bei Orange Camp, Bothwell, mit 2.000 Mann an. der Feind wurde aber nach heftigem Kampfe zurückgeschlagen. Geiieral Spruit wurde getödtet, General ttandemeier schwer verletzt ; außerdem sielen 2 Fel'okornets und 30 Mann auf Seiten der Boeren, während die Briten 24 Todte und 53 Verwundete hatten. Unsere Operationen nach Osten zu haben alle Berechnungen des Feindes tu Schanden gemacht und in dem Distrikt ist eine große Panik entstanden. Christian De Wet scheint die Linie südlich von Jagersfontein überschreiten zu wollen, nachdem es ihm nicht gejungen war. die Furten östlich von Be'chulie zu benutzen. In der Kap-Kolonie hat Oberst DeLisle am 6. Februar Caloinia besetzt, während der Feind sich auf Kenhardi zurückzog und Oberst Haig treibt anbe Kommandos vor sich her, nach Korden zu." East London. Kap Kolonie, 11. Februar. Einzelheiten über blu iige Kämpfe bei Tabaksberg, etwa 40 Meilen östlich von der Eisenbahn und zwischen Small Deel und Bloemfonkein, sind hier eingetroffen. Major Crewe siel am 31. Januar einer Abtheilung Boeren. die sich mit Oberst ZUlcher's Truppen imKampfe befanden, In den Rücken, mußte sich aber zurückziehen, nachdern er einen Pompon" im Stiche zu lassen gezwungen war und schwere Verluste erlitten hatte. Die Boeren hatten 2.500 Mann, die unter General DeWet's persönlicher Fühcung standen, während die Engländer nur' 700 Mann stark waren. Major Crewe erreichte schließlich General Knox's Abtheilung, mit der er nach Aloemfontein zurückkehrte. K a p st a d t . 10. Febr. Sir Alfred Milner inspizirte Sonntag 7000 Freiwillige und hielt eine begeisterte Ansprache an dieselben, in der er u. A. sagte : Man hat gesagt, der Feind werde Kapstadt nie erreichen, aber Derjenige, der in Anbetracht der Ereignisse der letzten Monate etwas für unm'öglich hält, weil es unwahrscheinlich ist, ist zu dumm, um mit ihm argumentiren zu können. Vielleicht wird man mich einen Alarmisten nennen, aber es lst besser ein Alarmist zu sein, als zu viel zu ri-kiren." London. 11. Februar. Herr William L. A. B. Burdett - Coutts hat en Zeitungen lange Artikel zugesandt, in denen er den Bericht der slldafrikaNischen Hospital - Kommission scharf kritistrt und behauptet, derselbe b ftäiige eigentlich das. was er anfänglich über die Hospital - Leitung gesagt hab. London. 11. Febr. Der Korrespondent der Times" meldet aus Kapstadt, daß siebenKolonnen der britischen Truppen unter Knor, Hamilton, Acit well, Whitc. Pilcher und Crewe alles aufboten, um De Wet auf die am Oranae-W,?er konzentrirten britischen
Korps züTucrzuroerfcn. eiau vcssen erbeuteten die Boeren bei einer geschickt ausgeführten Flankenbewegung einen Pompom" von Major Crewe und entkamen über die Eisenbahn zwischen Springfontein und tzndenburg. De Wet ist jetzt wahrscheinlich im Philippolis-Distrikt. Zum Schluß der Depesche heißt es: Die letzten Proklamationen, die De Wet und Steyn erlassen haben, schließen folgendermaßen: Ich werde jetzt in die Kap-Kolonie einzieyen uno oen oor tigen Farmern einenGeschmack von dem geben, was wir selbst während dieses Krieges durchzumaazen gemacht haben. Umerika als Deutschland's Konkurrent. Berlin. 11. Febr.' Die allgemeine Festigkeit des Eisen- und Koh-len-Markts wird verschiedentlich erklärt. Die Vossische Zeitung" meint, daß die zwei großen Finanz-Operatio-nen. die der Union Pacific Bahn und die Stahl - Kombination, die Hauptrolle spielten. Amerika." sagt die Zeitung, hat nach und nach die Führerschaft der Finanzen der Welt übernommen und Europa hat sich daran gewöhnt, seine Haupt - Impulse von den Geschäfts - Bewegungen an der anderen Seite des atlantischen Ozeans zu erhalten." Der Berliner Tageblatt" sieht in der Stahl - Kombination den Beweis für eine schärfere Konkurrenz der amecikanischen mit der deutschen Industrie, die nicht überschätzt werden kann. Die Reduktion der Rate der Ban! von England wirkte günstig auf das Spekuliren. übte sonst aber wenigWirkung aus. Die Kohlen - Produktion Preußens im Jahre 1900 war 101.930.000 Tonnen, eine Zunahm: von 7.200.000 Tonnen gegen das Vorjahr. Die Handelskammern und andere kommerzielle Körperschaften des Rheinlandes haben Resolutionen angenommen, in denen sie höhere Schutzzölle gegen ausländische Eisenwaaren, besonders gegen amerikanische, verlangen. In den Beschlüssen wird darauf hingewiesen, daß amerikanisches Roheisen um 50 Prozent billiger ist als deutsches. Die.Dekorirung Lord Rob e r t s '. Berlin. 11. Februar. Die Nachricht, daß bei der Abreise des Kaisers von London. Feldmarschall Lord Roberts bereits das Band des Schwarzen Adlerordens getragen habe, hat in Deutschland sehr verstimmend gewirkt. Zur Beschwichtigung dieser Verstim-, mung wird offiziöserseits ausgeführt, da Roberts neben den höchsten englischert Orden auch das Großkreuz des Rothen Adlerordens bereits besaß, sei eine andere Auszeichnung für ihn unmöglich gewesen. Die Berliner Neuesten Nachrichten" ertheilen dem Kaiser einen Tadel und finden damit beim großen Publikum lebhaften Anklang. Zu der Londoner Meldung, der Kaiser habe bei seiner Ernennung zum britischen Generalfeldmarschall gesagt : Er freue sich über diese Ehre, weil sie ihm ermögliche, die Uniform eines Wellington und eines Roberts zu tragen, sagt das Blatt, da müsse mindestens ein Uebersetzungsfehler" vorliegen ; denn für den Kaiser wie für jeden anderenDeutschen könne es keine schönere Uniform geben, als die. welche deutsche Helden wie Blücher und Moltle getragen haben. Die mit dem Dampfer Frankfurt" in Wilhelmshaven cingetroffenen abgelösten Chinakriege? begrüßte Admiral Thomsen als Chef der Marine - Station der Nordsee. Er verlas eine kaiserliche Depesche, in welcher der Kaiser bedauert, daß es ihm unmöglich sei, persönlich zu erscheinen, um den An kommenden seine Anerkennung und seinen Dank dafür sagen zu können, daß sie als brave Seeleute ihre Pflicht gethan und dem Vaterlands Ehre gemacht haben. Hof - Zeremoniell. L o n d o n , 11. Febr. Das Amtsblatt meldet, daß diejenigen Personen, welche unter der Regierung der Königin Victoria bei Hofe vorgestellt wurden,jetzt nicht wieder vorgestellt zu werden brauchen. Bei der Eröffnung des Parlaments wird König. Edward eine purpurne Staatsrobe mit Hermelin-Besatz tragen.' Die Damen hab.en Erlaubniß, Perlen und Diamanten zu tragen. Abschieds - Audienz beim Sultan. Konstantinopel. 11. Febr. Herr Lloyd C. Griscom. der Charge d'Affaires der Ver. Staaten, hatte eine Aoschieds-Audienz beim Sultan, in der dieser seiner Freude darüber Ausdruck gab. daß jetzt endlich freundsckaftliche Beziehungen zwischen der Türkei und den Ver.- Staaten gesichert seien. Herr Griscom hat ein Exequa tur für Herrn Harris, den Ver. Staa-
ttn-Zsonjul m Tripolis, Syrien, erlangt. D i e R e b e l l i o n inColombia Kingston. Jamaica. 11. Febr. Der britische Dampfer Trent" bringt die Nachricht, daß die Insurgenten in Colombia immer noch sehr thätig sind. Trotz großer Verstärkungen, die die Regierungsruppen erhalten haben, dringen die Rebellen doch auf Panama und Colon vor. Die Bevölkerung ist sehr unzufrieden mit der Regierung, die nicht im Stande ist, der Rebellion ein Ende zu machen. England und Portugal. L o n d o n, 11. Februar. Der Lissaboner Korrespondent der Daily Mail" meldet, daß eine feierliche Bestätigung der englisch-portugiesischen Allianz bevorsteht und England Portugal ersuchen will, ihm Truppen zu leihen, die gewisse Punkte in Südafrika besetzen und beschützen sollen, damit die dort siehenden Truppen in Stand gesetzt werden, sich den kämpfenden Truppen anzuschließen. Lissabon. 10. Februar. Die ..Monde" greift die Regierung heftig zn, weil sie die Neutralitäts-Gesetze daDurch verletzt, daß sie England gestatiet. Truppen aus portugiesischem Gebiet zu landen. Zum Schluß heißt es. die Presse der ganzen Welt verdammt das Vorgehen Portugals. Die englischportugiesische Allianz bedeute Portuzals Ruin. Lissabon. 11. Februar. Die behauptet, daß Portugal Vorkehrungen grifft. Truppen nach Süd-Afrika zu schicken, um oen Briten zu helfen. König Karl wird bis Montag in London bleiben. Große Anstrengungen werden gemacht, einen neuen Vertrag mit England zu erzielen. Gegen die Erhöhung der G e t r e i d c z ö l l e. Berlin. 11. Februar. Der Vorwärts", das Organ der Sozialisten, bringt Sonntag einen Appell der sozialistischen Mitglieder des Reichstags an die arbeitende Klasse Deutschlands gegen die Erhöhung der Zölle auf Getreide. Der Aufruf ist in Pamphletform in Millionen Exemplaren im ganzen Lande vertheilt worden. Schneiderstreik in Paris. P a r i s. 11. Februar. Der Streik der Kleidermacher nimmt großeDimensionen an. Sonntag fand eine große Versammlung der Streiker statt, in der auf die bevorstehende Saison hingewie sen und behauptet wurde, die Arbeitgeber würden zum Nachgeben gezwungen sein. Der Vorschlag, die Werkstätten Derjenigen, welche nicht nach geben, niederzubrennen, fand nur weMg Anklang. Die Arbeitgeber sollen sich bis heute Mittag erklären, oö sie den achtstündigen Arbeitstag und einen höheren Lohn für Frauenarbeit be willigen wollen. E z - K ö n i g Milan schwer krank. Wien. 11. Febr. In dem Befin ben des früheren Königs Milan von Serbien, der seit längerer Zeit krank gewesen ist. ist eine Wendung zum Schlimmeren eingetreten. Seine Lunge ist asfizirt und das Herz ist sehr schwach. Soldaten, keine FriedensKommissäre. London. 11. Febr. Lord Raglan. der Unter-Sekrctär des Kriegsamts. hat dem Korrespondenten der Ass. Presse gegenüber erklärt, daß auch nicht ein wahres Wort an dem Gerücht sei. daß eine Friedens-Kommission nach Südafrika- abgeschickt werden solle, Truppen", sagte er. ..gehen nach SüdAfrika, aber keine Friedenskommissäre." Auch stellte er in Abrede, daß General Sir Evelyn Wood nach Südafrika gehen werde. D i e B e u l e n p e st i n K a p st a d t. Kapstadt. 11. Fbr. Zehn Personen. die allem Anschein nach an der Beulenpest leiden, sind isolirt worden. Einer der Patienten ist ein Weißer, di Uebrigen sind Eingeborene. . Ein Kind ist der Krankheit bereits erlegen. Aus dem deutschen Neicy. Neues von Samoa. S a m o a. 23. Januar. Die $41, 176, welche Deutschland, die Ver. Staaten und England .?en Samoanern für die Auslieferung von Gewehren im Jahre 1899 versprachen, sind denselben kürzlich in 2lpia ausbezahlt worden. Dies geschah in englischer Münze und zwar warenGouverneur Sols (Deutschland). Generalkonsul Osborne (Ver. Staaten) und Vize - Konsul Trood (England) bei der Transaltion zugegen. Der Geburtstag des deutschen Kaifers wird großartig gefeiert werden. Jedermann soll drei Tage lang , thun und lassen können, was ihm beliebt. Das Wetter ist in den lezten Tagen sehr stürmisch gewesen.
t Albert G. Shaw f Der bekannlc G. A. !!. Mann erliegt einem Zchlagflus Er vertrat den Watertoton, N. , Distrikt im Ncpräscntautenhause. Seine Seiche im Niggs Dousc in Mashington, gefunden. In manchen Theilen New Aork's herrscht großer Wassermangel.
Topeka'er Wirthen vird ein Uttima tuul zugestellt.
Bis Freitag Mittag miisseu sie ihre Wirthschaften schließen.
Kongreß - Abgeordneter Col. Albert D. Shaw g e st o r b e n. W a s h i n g t o n . D. C.. 11. Febr., Der Kongreß - Abgeordnete Oberst Albert D. Shaw, aus Watertown, N. A.. der frühere Chef - Kommandeur der G. A. R.. wurde Sonntag früh todt in seinem Zimmer im RiggsHouse aufgefunden. Die Aerzte erklären.
daß et einem Schlagfluß erlegen ist. Col. Shaw war um halb 2 Uhr Morgens von einem Bankett zurückgekehrt, das zu Ehren seines Nachfolgers als Chef - Kommandeur. Gen. Leo Rassiem, im Ebbitt House stattfand. Dort bielt er noch eine längere Ansprache und schien bei bester Gesundheit zu sein. Ein Sohn des Verstorbenen, Dr. Henry L. K. Shaw, wird Montag hier erwartet. Zwei Töchter, die in Brooklyn Und Watertown wohnen, wurden ebenfalls sofort benachrichtigt. Oberst Shaw war 59 Jahre alt und seit einem Jahre Wittwer. Er war am 27. Dezember 1841 in Lyme. N. 9).. geboren und machte den Bürgerkrieg im 35. N.Y. InfanterieRegiment mit. Später gehört: er der Staats - Legislatur an,' war Konsul in Toronto im Jahre 1863 und in Manchester im Jahre 1873. Präsident Cleveland berief ihn im Jahre 1885 von diesem Posten ab und zwar aus politischen Gründen. Nachdem er Departements - Kommandeur der G. A. N. in New Jjozt gewesen war, wurde er zum Chef - Kommandeur erwählt und dann auch in den Kongreß. Er wurde der Nachfolger von C. A. Chickering, der in New Aork einen so tragischen Tod fand. Die Temperenzler in ToP e k a. T o p e k a. Kan.. 11. Febr. Drei tausend Männer hielten Sonntag eine Massenversammlung ab und beschlossen, den Jointkeepers" bis nächsten Freitag Mittag 12 Uhr Zeit zu geben, ihr Geschüft aufzugeben. Thun sie es nicht freiwillig, so wiro Gewalt angewandt werden. Fast alle Geschäftsleute der Stadt, selbst diejenig'n. welch: bisher geneigt waren, Milde walten zu lassen", waren zugegen und erklärten, die Bewohner von Topekz müßten auf die Befolgung der Gesetze achten. Ein Ultimatum wurde angenommen und als es verlesen wurde, bemächtigte sich der Anwesenden ein Fanatismus, der kaum zu beschreiben ist. Greife sprangen auf Stühle und Bänke, schwenkten Hüte und Taschentücher und schrieen sich hei ser. Ueber 1200 Personen verpflichteten sich durch Unterschrift, der Joint Smashers' Army" beizutreten, wenn die Wirthschaften nicht geschlossen wer den. -Freche Diebesbande. Mansfield. O.. 11. Febr. Sechs maskirte Einbrecher drangen Samstag Nacht in die Wohnung des Farmers John Duncan bei der Ortschaft McKay in Ashland County. knebelten und fesselten Duncan und die vier übrigen Mitglieder der Familie und zwangen sie. indem sie ihnen die Füße verbrannten, anzugeben, wo $450 verborgen waren. Außer diesem Gelde erbeuteten die Räuber vier goldeneUhren, Silbergeschirr und sonstige Werthsuchen. Vier der Kerle fuhren dann mit einem Schlitten davon, während die beiden anderen sich zu Fuß aus dem Staube machten. Bis jetzt ist noch Ke: ner von ihnen verhastet. Frau Nation zieht in Chic a g o nicht. Chicago. Jlls.. 11. Febr. Das Direktorium des Preß Klubs, unter dessen Auspizien Frau Carrie Nation am Dienstag Abend im Auditorium einen Vortrag halten sollte.' hat denselben abbestellt. In zwei Tagen waren durch den Sitzverkauf $12 vereinnahmt und man kam zu der Ansicht, daß das Un-
ternchmen finanziell ein Mißerfolg werden würde. Frau Nation will aber dcch nach Chicago kommen. Arbeit für den Kongreß. W a s h i n g t o n . D. C., 10. Febr. Die Kriegssteuer - Reduktionsvorlage wird diese Woche im RepräsentantenHause zur Sprache gebracht werden und zwar sind Aussichten auf animirte Debatten vorhanden. Die Minorität des Kommittees für Mittel und Wege befürwortet eine Konferenz mit dem Senat, aber dagegen ist die Majorität. Die Verwilligungsvorlage für den dislomatischen und Konsulardienst wird ebenfalls auf's Tapet gebracht werden und dasselbe gilt für das Armee Budget. Die Ausstellung in St. Louis wird auch . besprochen werden und vielleicht beschäftigen sich die Herren Kongreß-Abgeordneten auch mit der Fuchsprellerei in West Point. Im Senat wird die Besprechung deS Narine-Budgets jedenfalls am Montag zu Ende geführt werden und dann wird Senator Frye die Schiffssubsi dien-Vorlage zur Sprache bringen. Ob Abendsitzungen' angeordnet werden, um diese Bill bald erledigen zu kön nen. ist immer noch nicht entschieden. Den Bemühungen, in Verbindung rn-if )er Armee-Verwilligungsvorlage geeignete Gesetze für Cuba und die Philippinen zur Annahme zu bringen, wird allgemein viel Aufmerksamkeit geschenkt. Wassermangel inNewJork. New Jorkll. Febr. Jm.Vorough Bronx sind tausend Häuser jeglicher Wasserversorgung beraubt und 5000 Häuser können ihr Wasser nur des Nachts erhalten. Oberhalb des Harlem sind die Bewohner gezwungen, ihre Badewannen. Behälter, Krüge und andere Gefäße des Nachts mit genügend Wasser zu füllen, um für den folgenden Tag versorgt zu sein. Infolge derart!ger Zustände sind Durst. Krankheit und Schmutz an der Tagesordnung. Diphtheritis und Halskrankheiten haben sich allenthalben eingestellt. . Seit Monaten war die Wasserzufuhr nach dem Bronr ungenügend. Cine Bürgerdelcgation nach der anderen sprach beim Mayor und beim Wasserkommissär vor und bat um Abhilfe. Die beiden genannten Beamten vcranlaßten hierauf die Einbringung einer Resolution im Stadtrath, welche einen auf $80.000 lautenden Kontrakt für eine temporäre Pumpstation guthieß. Weil dies nun ohne öffentliches 5ton-kurrenz-Ausschreiben geschah, weigerten sich die Mitglieder des Stadtraths, da für zu stimmen, weil sie sich des Argwohns nicht entschlagen konnten, daß man einen besonderen Kontraktor begünstigen wolle. Viele Blatternfälle sind im Bronr aufgetaucht. Mehrere Wohnhäuser mußten auf Befehl des Sanitätsamtes geräumt werden, weil Wasser selbst zu sanitären Zwecken nicht vorhanden tvar. Die Eigenthümer dieser Häuser drohen mit Schadenersatzklagen gegen die Stadt. Von ärztlicher Seite wird die Lf.ge als ungemein ernst hingestellt. Nicht nur. daß Epidemien drohen, bei Bränden würden sich große Gefahren ereignen. und eine Viertelmillion Menschen ist jeden Komforts beraubt. Traurig ist. daß das Wasscr-Departemcnt gestehen muß, eine unmittelbare Abhilfe sei nicht in Sicht. Es dürften weitere sechs Monate vergehen, ehe die geplante Pumpstation in Betrieb gesetzt wird. In den Süd - Distrikten Vrooklyns herrscht ebenfalls Wassermangel. Die Bezirke innerhalb der Bai. Fort 5amilton Ave.. Prospect Ave. und 60. Str., die ihren Wasservorrath früber aus dem Ridgewood Reservoir schöpften, sind von der üblichen Wasserversorgung abgeschnitten und auf die Zufuhr aus den Atlantic und Wiloughby Ave. Leitungen angewiesen. Auch in Vrooklyn ist die Wasserfrage eine Geldfrage, die seit fünf Jahren vergeblich ihrer Lösung harrt. Schlitten und Straßenbahn. C l e v e l a n d . O.. 11. Febr. An der Ecke von Scoville Avcnue und Kennard Straße kollidirte gestern früh ein elektrischer Straßenbahnwagen mit einem großen Schlitten, in dem zwanzig Personen saßen, welche von einem Tanzvergnügen auf dem Lande zurückkehrten. Die folgenden Ptrsonen wurden verletzt: May, Lillian und John Farley. 11 Evans Court; Christian und Thomas Kelly und AlbertHopkins, 21 Ocean Sraße; P. I. und M. McGuire. Honald und Grand Sr.; C. I. Dorsey. 1347 Woodland Ave.; P. R. Hickey. 18z Ocean Sr., und Wm. A. Nunn. 1423 Woodland Ave. GroßerSchwindel. Colorado Springs, Col., 11. Febr. Eine Untersuchung der Bü-
t eher der Goldstone Mining Company
hat ergeben, dak 3,000,000 Antheilscheine zu viel ve.r.ausgabt worden sind
No. 145
un'o"ba Die Ame zwei EentS tcjteic, so ist der Betrag $60,000. E. B. Bentley, der zur Zeit eine sechsmonatliche Strafe für ein ähnliches Vergehen verbüßt, war Sekretär der Goldstone Company, als der Schwindel begangen wurde. Neues Mittel gegen Schwindsucht. New Y o r k , 11. Febr. Dr. Geo. M. Barney von Brooklyn. früher Präsident der medizinischen-Gesellschaft von Long Island, behauptet, ein neues Mittel gegen die Schwindsucht erfunden zu haben. Er sagt, daß 90 Prozent aller Fälle, die nach seiner Methode behandelt werden, kurirt werden können. Richter Lynch droht. Paris. Ky.. 11. Febr. Große Aufregung herrscht hier und es wäre kein Wunder, wenn der Neger George Carter, der beschuldigt wird, vor drei Wochen einen kriminellen Angriff auf Frau W. E. Board, die Gattin eines Bankiers, gemacht zu haben, gelyncht würde.
Ein Oberrichter von Alabama angeschossen. Montgomery. Ala., 11. Febr. Oberrichter McClellan von Alabama wurde Sonntag Morgen in seiner Wohnung entweder von Jesse D.Äeale oder von dessen Sohn Phelan Beale angeschossen und schwer verletzt. ES heißt, daß die Beales den Hilfsanwalt von Jcsserson County, John McQueen von Birmingham, suchten, der angeb lich mit Frl. Caroline Beale die ganze Nacht in einer Droschke in der Stadt umhergefahren war. Als McClellan nicht gestatten wollte, daß die Beales sein Haus durchsuchten, erhielt er eine Kugel in die Schulter. McQueen hatte sich in einen Wandschrank eingesperrt, durch dessen Thüre viele Kugeln ge schössen wurden. Keine derselben traf aber, weil McQueen sich in eine Ecke gedrückt hatte. Polizisten verhafteten Vater un Sohn. , Später stellte es sich heraus, daß McQueen und Frl. Beale nach Mitternacht beim -batrichter Gaston vorgesprochen und ihn um eine Hei rathslizens ersucht hatten. Diest wurde verweigert und das liebend Paar soll dann die ganze Nacht in bei Stadt umhergefahren sein, auf dei Suche nach einem County-Richter. bei es trauen sollte. Frl. Beale's Eltern waren stets gegen die Hochzeit. Als alle Thatsachen in Verbinduno mit der Geschichte bekannt wurden, ga ben die Eltern ihre Zustimmung zu der Hochzeit und in dem Hause des Richters Gaston wurde dann die Trau ung von Pastor Edward Cobbs voll zogen. Kapitänsfrau gestorben. New York, 11. Februar. Frau William H. Reeder, die Gattin des Ka pitäns des Schulschiffes St. Ma ry's". ist Sonntag auf dem Schiffe, das bei Brooklyn vor Anker liegt, ge starben. Sie war eine Tochter deZ Kontre-Admirals Clarke Wells. Eisenbahnräuber verhaf tet. Sioux City, Ja.. 11. Febr. -John Jackson, John Stovall und Char. les Haues aus Manila sind hier ver haftet worden. Sie sollen den Sicher heitsschrank von dem Chicago. Mil. waukee und St. Paul-Zuge gestohlen haben, der angeblich $12.000 in baaren Gelde und etwa $28.000 in Wechseln. Checks u. s. w. enthielt. Man kam de Leuten auf die Spur, indem man Spu. ren im Schnee folgte. Etwa zwei Blocks vom Bahnhof entfernt würd! der Schrank auf einen Wagen geladen und dann außerhalb der Stadt ge sprengt. Die Arrestanten, die sich bi! jetzt eines guten Rufes erfreuten, be. Häupten, unschuldig zu sein. Das G. A. R. - Feldlager in Cleveland. C l e v e l a n d , 11. Febr. Das G. A. R.-Kommittee für das im Septem ber hier stattfindende National-Feldla. ger wird noch diese Woche seine Beam ten erwählen und obwohl die Zeit für die Vorbereitungen zum Feldlager ver hältnißmäßil; kurz ist. wird doch Alle pünktlich besorgt werden. Wer Aus kunft haben will, sollte sich an F. D. Doty, American Trust Vuilding. Cle veland. O., wenden. Mayor Cisney gestorben. W a r s a w , Ind.. 11. Febr. JameH. Cisney, der Mayor von Warsaw, ist Sonntag im Alter von 60 Jahr an der Lungenentzündung gestorben. Er war zwei Termine Sheriff von Kosziusko County und wa? Inspektor der Jndianer-Agenturen während der Administration des Präsidenten Harri son.
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IPGT" Weitere Depeschen auf Seite 5.
