Indiana Tribüne, Volume 24, Number 144, Indianapolis, Marion County, 10 February 1901 — Page 2

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und Brust, am Handgelenk und in den Haarflechten der tonen Anhängerinnen der Göttin scheu. In diesem Erlaß kommt sie oiif eine Mode zurück, die niemals wirkllich in Ungnade war. seitdem, die Menschheit überhaupt ansing, sich zu schmücken. Perlen said sicherlich die älteste aller Formen, von den Feld- und Waldblumen abgesehen, 'die Mädchen und Frauen der Steinund Bronrezeitin ihren wirren Locken befestigt haben jmögen. In vielen 2hci len der Erde sin'd Perlen für Millionen Leute noch immer so wichtig, wie sie je gewesen sind, lind in der That ist kanai etwas hübschejr, als die hellen Farben auf eine? dukklen oder auch bellen Haut. Jcder Künstler schält die .ni zückende Wirkung der flachen blauen venetianischen Perlen auf dem schuecigen Hals einir Blondine oder der rosa Korallen rini des sonnig durchleuchteien Bernsteins auf einem bräunlichen Nacken. Wer die Perlen erfand, weiß Niemand. .Vielleicht hat zuerst ein Wilder vom Holzwurm durchbohrte Nüsse oderGalläpfel auf einen GrasHalm gereiht. Jedenfalls diente irgend etwas mit seinem -Loch zuerst als Perlen, Kauri niuscheln, Fischzähne, Thierkrallen, farbige und gefleckte Samenkörner und dergleichen. Die große Zeit k . ivPicn beginnt aber erst mit der Erfindung 'des Glases; Egypter. 5kar1 thager lnd Phönizier arbeiteten sehr geschickt Perlen. Ihre Methode war fast dieselbe, wie man sie noch heute in Venedig sieht. 'Lange Stäbe farbigen Glases pcrden geschmolzen uttd zusamznengedeht. Aus diesem verschmölzeuen Gkse werden 'dann Ssikfc abgenommen und noch halbflüsn.g 'durchbohrt. Sollen Juwelen nachgeahmt werden so ist 'die Vorbereitung sorgfaltige', aber "das Verfahren bei dem größer n Theil der zu Kleiderbefähen dienenden und nach außerhalb .yehen den Prlen ist einfach. Mit solchen wahrfheinlich 'in Italien angefertigten Perler haben Pizarro und CortezGold und Lind von den farbenliebenden ,Kaziken gekauft. Solche Perlen bilden noch Hute massenhaft ein Handelsobzekt nit Afrika und anderen Theilen des Edballes. Venedig Versender alle zehn Zahre 320,000 Centner Perlen im Werthe von 13 Millionen Dollars, iindjit vielen anderen Stellen ist man bestäidiq beschäftiat, den unersättlichen

Bedirf Zanzjbärs zu decken. Aber d Hazöel muß sorgfältig studirt werden

kommt darauf tyi, an edem

chtrge Sorte Perlen zu sutz-

olaue mrt weißen streifen

nützt nichts, wo scharlach mit schwar-

zen Punkten verlangt wird. In den WaarenniederlagenZanzibars hat man Karten mit wenigstens vierhundert Arir von Perlen für den afrikanischen Handel. Viele 'dieser Perlen sind sehr hübsch, viele seltsam und grotesk, und die meisten führen eigenthümliche Narnen. Die Bezeichnungen der Zwingeborenen lauten B. Kuhaugen", Schlangenzähne'"" Honigtropfen'", Blutperlen", Milchperlen". Eine wichtige Art Hecht bei den Eingebore- . nen Sta'dtbrecher", 'weil die Leute um ihren Besitz eifrig kämpfen. Die Schwarzen zeigen m ihrer Leidenschaft für Perlen einen wirklich künstlerischen Geschmack. Sie bewundern die labliche Farbe einer einfachen Glasperle. die gegen eine andere Perle gehalten wird oder auf der menschlichen Haut ruht. (Lie find nicht dazu zu bringen, die zerbrechlichen, gleichfalls in Venedig fabrizirten Perlen zu kaufen, die aus zierlichen Milchglaskugeln mit WachsMung bestehen. Die dunkle Schöne braucht solide und dauerhafte Schmucksachen, da sie in Hohlen und Kraals manchen harten Stoß auszuhalten haben, und die gutgearbeitete venetiamfche Perle hält in unveränderter Schönheit immer. In Afrika trägt znan woh5heute noch viele Perlen, die von den Kaufleuten König Salomos. der mit Dphir im Handelsverkehr stand, odenvon den lühnen Seefahrern ' der Städte!"Tyrus und Sidon dorthin gebracht werden. Die Perlenindustrie findet noch eine andere bedeutende AnWendung batet) den Brauch. Rosenkränze zu tragen. Auch im Osten wird zum Vortheil! des Perlenhandels der Rosenkranz !viel benützt. Besonders der Islam verwendet den Zikr", eine Schnur aus 9 Perlen, von denen jede einen der 99 Namen Allahs bezeichnet, der inbrünstig ausgesprochen und fromm gepriesen wird, wenn der Gläubige durch di! Handfläche der rechten Hand die polrrte Kugel aus geädertem Marmor, Achat, blauem Lapisla'ull oder geschnitztem Sandelholz zieht und dadurch an imt besondere Eigenschaft seines Schöpeds erinnert wird.

Ein Swönheitsfehler.

A.: Nun. weshalb heirathen Sie das Fräulein Mülles denn nicht?" B.: Sie hat einen Schönheitsfehler." A.: Aber ich bitte Pie! Sie ist doch eine

vollendete Schönheit!" B.: Ab sie

lat kein Geld!'

Durch dSe Blume. Junge?

Herr (nach einer Einladung seinen Besuch machend): i Der Rüdesheimer mundete wirkli ganz vortrefflich.Tochter des Haulses: O, Papa hat noch viel besseren (im Keller der soll aber erst zu meines Verlobung getrunken werden!" ! Auffassülng. Alterthums, forscher (auf einer Reise in ein DorfWirthshaus tretend ): Haben Sie viel-i c: 1::s: n . '

icicyi uier cuicu i;uuuiuigcu aucn

Gegenstand, den inan sich ansehen

könnte?" Gastwlrth: Ja, ich wußte nicht, mein Herr: höchstens meine

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Hinten auf dem großen Hofe deö Wirthshauses zum Stern in Placerrille in 5ialifornicn saßen die beiden Elownö Piet und Pedro, mit dem säubern und Zurichten ihrer Anzüge beschäftigt, der eine kurz und dick und behaglich schmunzelnd, der andere lang und hager und melancholisch brütend. Die Frühlingssonne schien warm; ein paar kolossale Ricinusstauden, die dicht an dem vcranda'ähnlichen, fenstcrlosen Stall standen, wehrten mit ihren riesigen grünen Blaitschirmen dem allzu ungestümen Eindringen des Tagesgestirns in das weite, wüste Gemach, in dem Kisten und Körbe und allerlei merkwürdige Cirkus Utensilien in bunter Unordnung umherlagen. Wie steht's Barometer?" frug der dicke Piet mit einem schelmischen Auaenblinzeln, das ihm ohne Zweifel den stürmischen Beifall der Galerie zugczogen haben würde, auf Sturm, he? Hast Tu nichts gehört? Vorhin zankte er mit Avam. kurz darauf mit Eva und endlich mit sich selber . . . " Der Hamlet - Monoloa, Sein oder Nichtsein." unterbrach ihn der melancholische Kamerad, aber wahrscheinlich stark in's Schmidt'sche travestirt, mit einem Worte: gemein wie der ganze Schuft. Bis jetzt sind die Aussichten nur so fo, da.iZ heißt trübselig." Gomez raunte mir zu, er hätte Adam prügeln wollen, aber der hätte die Zähne gefletscht und da wäre die alte Memme erschrocken."' Soll mich nicht wundern, wenn der junge Riese ihn eines Tages über die Barriere wirft oder durch das Fenstcr ezpedirt." Und das trifft unfehlbar ein, wenn er die Eva noch einmal mit der Peitsche traktirt. Adam hat es geschworen, und der Junge hält es getreulich." Still, erkommt." Er, von dem die Rede war. kam schlürfend über den Hof. die Hände in den Taschen, unter dem Arm die un vermcidliche Peitsche. Der Herr Cirkusdirektor Smith oder Schmidt hatte noch keine Toilette gemacht und sah recht verkommen und verlebt aus, außerdem auch äußerlich wenig sauber. tZx war stark in den Fünfzigern und mochte sogar noch älter sein. Freilich. wenn er des Abends unter dem Lampenschein, glattrasirt, mit dem gefärbten und ruhn gewichsten Schnurrbart und den blanken Stulpenstiefeln in der Reitbahn stand, jeder Zoll ein amerikanischer kleiner Renz, dann könnte er das Publikum über sein Alier und vielleicht auch übe? sein: Maniercn und feinen Charakter täuschen. Nur durfte man ihn nicht in seinem wtimen Privatleben beobachten, da, wo er sich gehen ließ und es sich bequem machte; denn da gab es keinen roheren Patron als den Herrn Direktor, da war er nichts als der Stallknecht, der durch die Heirath mit einer einst wohlhabenden Gewürzkrämerswittwe die Mittel erhalten hatte, sich in das Unternehmerthum zu stürzen. Seit einer ganzen Reihe von Iahren zog der Schmidt'sche Cirkus durch Oregon und Kalifornien und die benachbarten Staaten und machte bald gute, bald schlechte Geschäfte, je nachdem die Zeitverhältnisse waren, und je nachdem es ihm gelungen war, Anziehungspunkte" aufzustöbern, welche bei dem Publikum eine gute Stimmung hervorriefen und dem Unternehmen einen vortheilhaften Ruf gaben. Glänzende edle Voüllutrosse bildeten nicht die Hauptattraktion" der Wandertruppe. dazu reichten die Mittel nicht. Vor längeren Jahren, damals, als Schmidt die 'wohlhabende Wittwe heimführte, hatte er es mit echten" Pferden versucht, die das Tageslicht vertrugen und sogar bei Mittagsvorftellungen glänzen konnten; aber Erfolg hatte er damit nicht gehabt, mancher Farmer hatte bessere Thiere, und die große Masse des Publikums zeigte kein Verständniß für die feine Dresfür und das vornehme Blut, sie zog die derben Cpässe der Clowns und allerlei scndcrbareS Cirlusgethier und ein paar komische Nigger dem soliden Stall vor. Schmidt brachte das Geld seiner Wittib in Kurzem an und hätte bald ganz auf dem Trockenen gesessen, wenn ihm nicht der launische Zufall ein paar neue Mitglieder zugeführt hätte, die ihn vor dem sofortigen Untergang retteten. Was die Rosse anlangte, so beschränkte er sich fortan auf einige ehrwürdige Exemplare, die allabendlich zugestutzt und gefärb! und durch einiges Futter in den Stand gesetzt wurden, den üblichen Cirkusgalopp zweimal oder dreimal um die Reitbahn zu leisten. In einer kleinen Stadt Oregons fand sich vor Jahren unter den Zuschauern ein etwa dreizehnjähriger Knabe ein. augenscheinlich von indianischem Mischtypus, der den Kraftleistungen des starken Mannes" mit großem Interesse folgte und eines Nachmittags in bescheidener aber siegesgewisser Weise einem der Clowns mittheilte, das könne er auch, ja, er getraue sich, noch mehr zu leisten. Der Spaßmacher sah sich daraufhin den Jungen an. prüfte seine Muskeln und erschrak fast vor der unbändigen Kraft des 5inbcn. In unauffälliger Weise holte er den Direktor herbei; Schmidt kam und staunte wie sein Clown. Adam Wilkins den Vatersnamen ließ man bald weg und nannte ihn kurzweg Adam war ein Waise und darum' leicht zu engagiren; Herr und Frau Schmidt zeigten ihm ihre besten Seiten und benahmen sich so Iiebenswürdig, daß der junge Kraftkünstler sich dazu entschloß, ein Mitglied der

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lCil 'iiUl UUll auuili vyuuyuy, muu hatte ihn in der kleinen Stadt, wo eri auf öffentliche Kosten ernährt wurde.

! geradezu darben lassen; und als er nach cwv i rw 1 1 1

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mit" Hülfe' der Frau Direktor seinen quälenden Hunger gestillt hatte, wurde aus ihm ein seltenes Phänomen der Stärke. Mit scchszehn Jahren hob er bereits sechs Centner mit .Leichtigkeit und ein Jhr darauf er zählte jetzt fast 18 Jahre fürchtete er sich euch vor sieben nicht, zerbrach die dicksten Eichenknüpjel. als wären es Strohhalme, warf einen schweren Ochsen zu Boden und zog einen Schlitten, der auf ebener Crde stand und auf de?a neun Männer saßen, zwölf Fuß weit. Zu Ringkämpfen war er nicht mehr geeignet, da Niemand es wagen konnte. mit ihm noch anzubinden; einen der berüchtigstcn irländischen Faustkämpfer hatte er vor Kurzem so übel zugerichtet, daß der Mann sein einträgliches Gewerbe hatte aufgeben müssen. Dabei war Adam die Gutmüthigkeit selber und machte von seinen gefährlichen Gaben nur insoweit Gebrauch, als es das Interesse des Prinzipals erheischte. Zornig konnte er nur werden, wenn Jemand seine Freundin Cva beleidigte oder kränkte. Eva Floyd war der zweite Stern der Gesellschaft und wie ihr starker Freund eine Waise; Schmidt hatte sie bei einem Ausfluge nach Montana aufgelesen. Sie war eine Knospe, die sich eben entfaltete. Obschon kaum IG Jahre alt, begann sie bereits, sich vom häßlichen Entlein in den prangenden Schwan zu entwickeln, ihre Glieder verloren ihre Eckigkeit, das Gesicht hatte seine gelbliche Farbe eingebüßt, sanfte Rundungen stellten sich ein, und ein Zauber glücklicher Jugend war über ihre lieblichen Züge ausgebreitet. Sie war der erklärte Liebling Aller, des Personals wie des Publikums; wenn die Rose von Montana" oder die kalifornische Tuberose", wie Schmidt sie in seinem Anpreisungsjargon abwechselnd zu nennen beliebte, am Schluß eines Tableaus das Sternenbanner schwang und unter bengalischer Beleuchtung etliche patriotische Verse deklamirte, dann dröhnte das Haus von einmrthigem Beifallssturm. Der Farmer ist der dankbarste Gonner des Cirkus; wenn 'Schmidt sein fahrendes Volk in Placerville vcrsammelt hatte, versäumten es die umwohnenden Landleute nie, in hellen Haufen, die Männer und Knaben auf Mustangs, die holde Weiblichkeit in karrenähnlichen Gefährten, sich einzustellen. Das allgemeine Gespräch des Tages drehte sich dann um den stärk sten Jüngling der amerikanischen Welt, unseren Adam, um die kalifornische Tuberose Eva. unl die Witze der Clowns und das Schlußtableau, bei dem das Sternenbanner geschwenkt und der Patriotismus angestachelt wurde. In diesem Jahre war indessen der Besuch spärlicher als sonst ausgefallen. Die Werthe fast aller Minenaktien waren vor etlichen Monaten stark heruntergegangen, eine große geschäftliche Depression hatte sich von Chicago ausgehend bis an den Stillen Ozean verbreitet, und die auffallende Dürre des Winters hatte die Aussichten der Landleute ungünstig beeinflußt. Unter solchen Umständen schränkte man sich ein. die Alten blieben hübsch zu Hause und schickten höchstens ihre erwachsenen Kinder, denen indeß nicht viel Geld anvertraut wurde, und bald machte sich eine flaue Stimmung geltend, da Niemand die Dollars rollen ließ. Schmidt war wüthend und trank in seinem Aerger mehr Whiskey und Brandy als ihm gut war. Umsonst rannte er selbst die Wirthschaften ab. um Propaganda zu machen, umsonst spielte er am Schänktisch den Freigebigen und lud verzweifelnd zu manchem Drink" ein. umsonst schickte er die größten gelben und rothen Plakate, die fußlange Buchstaben enthielten, in die benachbarten Flecken und Dörfer. In diesem Jahre zog nichts, der Besuch

blieb spärlich, die Einnahme gering. Um seinen Groll auszulassen, Prügelte er zuerst seine Frau durch, die an solche Behandlung gewöhnt war und mit einem Bombardement durch derschieden? Haushaltungsartikel antwortete. wodurch das gemeinsame Schmidt'sche Vermögen gerade keinen Zuwachs erhielt. Dann machte er sich an die Clowns, die indeß viel zu dick wattirt waren, als daß die Hiebe des Meisters auf sie irgend einen Eindruck gemacht hätten. Das Neger - Faktatum für Alles stieß er so unsanft gegen das Schienbein, daß dieser unglückliche Sohn Afrikas eine Woche lang eine blaue Dekoration mit sich herumschleppte, und endlich, da er zu sehr unter dem Einflüsse des Alkohols stand, stürzte er in Evas Ankleidezimmer. Es war richtig. Cva hatte wieder einmal miserabel gesprungen und den Reifen zweimal verfehlt, trotzdem Ädam ihr ganz laut den richtigen Au genblick durch einen Pfiff kundgegeben hatte. Aber diese Schaustellungen, das Auftreten in den Flittern, der Stalljargon und die unzarten Bemer Zungen der zuschauenden Hinterwäldler. Alles dies war ihr gründlich über und über verhaßt, sie hatte kein Inte, resse mehr an dem erborgten, fadenscheiniaen Glanz, weder Lampenfieber. noch ein zufriedenes (Zefühl über den Applaus, und die Schmidts waren ihr Leide in tiefster Seele zuwider. Seit mehreren Tagen schon hatte sie mit Adam helmliche längere Gespräche gehabt, waS früher nie vorgekommen war. Es war ein Komplott im Werke, und der Herr Direktor Schmidt sollte bald erfahren, um was es sich handelte. Unmöglich konnte es dem Herrn DU rektor entgangen sein, daß Eva die' Kinderschuhe ausgetreten und sich zurJungfrau entwickelt hatte; aber in sei-' nem Verdruß über vereitelte Hoffnungen nahm er keine Rücksichten hierauf, der Whiskey stachelte ihn an, die volle Brutalität seiner Natur hervorzukeh ren. .Wie soll da ein Geschäft gemach!

werden," schrie er sie purpurroth vor Wuth und Branntwein an. wenn Keins seine verdammte Schuldigkeit thut? Die Leute lachen schon darüber nicht einmal durch den armseligen Reifen konntest Du heute springen cs ist die reine Niedertracht und Du hast doch Dein Essen und Deinen qu ten Lohn hier aber ich werde cs Dir anstreichen. Du einfältige Dirne, und Dich zur Raison bringen!" Er hob die kurze Peitsche und versetzte ihr einen derben Schlag. Eva schrie laut auf ein breiter feuriger Striemen zeichnete sich auf der bloßen Schulter ab. Schmidt holte zum zweiten Schlage aus; doch bevor er dazu kam, ward plötzlich die Thür aufgerissen und Adam erschien. Scheer Dich hinaus, dummer Bengel!" schrie ihn der Direktor an, was hast Du hier zu suchen?" Hat er Dich geschlagen. Eva?" frug Adam besorgt. Freilich!" versetzte sie weinerlich und rieb ihre Schulter. Ja," fuhr Schmidt fort, und die Lektion ist noch nicht zu Ende, es gibt noch mehr! Scheer' Dich fort!" schrie "er noch einmal Adam an. und zugleich schlug er wieder nach dem Mädchen. . Eva war ausgewichen. Adam hatte sich vor sie hingeworfen, so daß ihm der Schlag die Backe streifte. Mit sicherem Griff packte der junge Riese die Peitsche und entriß sie dem vergeblich widerstrebenden Tyrannen, dann ließ er das Marterinstrument gerade nicht fänftiglich auf ihn niedersausen. Klatsch! Klatsch! Schlag um Schlag fiel auf Herrn Schmidt, der umsonst tobte und schrie und um Hilfe rief Niemand von seiner Gesellschaft er schien. Frau Schmidt rieb sich vergnügt die Hände, als sie das Geheul vernahm, und die beiden Clowns kicher ten und sahen sich schmunzelnd und zwinkernd an, während der methodistisch veranlagte Nigger sein Bein rieb und etwas von der Gerechtigkeit Gottes hier auf Erden schon murmelte. Um sich dem Hagel der Streiche zu entziehen, ging Schmidt endlich zur Offensive über; aber dieser Versuch schlug nicht zu seinem Vortheile aus, denn Adam nahm ihn. wie ein Kind eine Puppe ergreift, und warf ihn in eine zur Hälfte leere große Kiste hinein. Da lag das Direktörchen, unfähig, sich ohne fremde Hilfe wieder zu erheben, ohne Perrücke, zerzaust und mit Blutstriemen bedeckt, brüllend und Verwünschungen in reichem Maße hervorsprudelnd. Wir lassen den Vorhang fallen. Adam schloß die Thüre des Gemaches sorgfältig von außen ab, nahm den Schlüssel und warf ihn durch's offene Fenster in die Gosse. Dann faßte er Eva. die an der Treppe seiner harrte, bei der Hand und sagte einfach: Komm!" Nachdem Jedes von ihnen ein Bündel Kleidungsstücke ergriffen hatte, das offenbar zu diesem Zweck schon vorbereitet dalag, schritten sie unter Vermeidung der Straße, um kein Aufsehen zu erregen, über den langen Hof und die anstoßende leere Wiese. In einen Bretterzaun, der im Wege stand, legte Adam mit geringer Mühe eine Bresche; nach wenigen Minuten waren sie dem Gesichtskreis aller Schmidts entschwunden und hatten bald das Weichbild des aufblühenden Städtchens verlassen. Sie zogen, Eva mit dem Zindelröckchen. das mit Schleifen und buntfarbigen Bändern ausstaffirt war. Adam in der Sammetjacke, die er als starker Mann zu tragen pflegte, durch eine Eukalyptusschonung über den Hügel, der mit blau - roth blühenden 5ta!tcen in einzelnen Zwischenräumen besetzt war, fort, in die Wildniß hinein. Unaufhaltsam wie der FrühlingsWille war eine tiefe gegenseitige Neigung in ben Herzen der beiden jungen Menschenkinder emporgckeimt und hatte Wurzeln geschlagen. Die frohsinnige, heitere Eva und der stille, gemüthsreiche Adam hatten schon seit länger denn einem Jahre die Entdeckung gemacht, daß sie zu einander gehörten, daß sie sympathisches Interesse für einander hatten. Je häßlicher die Außenwelt und Alles, was sie umgab, war. desto inniger und fester hatten sie sich aneinander angeschlossen; so wachsen am Rande des mißfarbigen Sumpfgewässers die Magnolien, deren edle weiße Blüthen uns entzücken. All' die Gemeinheit des Schmidt'schen Ehepaares und die abstoßenden Ersahrunaen, die sie als Mitglieder der sah-

rendcn Truppe machen mußten, hatten . nur dazu gedient, sie noch enger zu ver-' binden. Das stereotype Lächeln, das

Eva als Künstlerin auf dem Drahtseil oder als Reifenspringerin zeigen mußte. galt nur ihrem Adam, der jeden ihrer' Schritt: sorgsam beachtete, der sie schützte und tröstete. Von Liebe war unter ihnen nie die Rede gewesen, und Liebkosungen hatten sie niemals ausgetauscht; aber Jedes las in den Blicken des Anderen, daß ihre Herzen aneinanderhingen. Dieses reine, edle und ursprüngliche Gefühl hatte sie hoch emporgetragen, die Ahnung eines kom-

wenden Glückes, das Bewußtsein von Treue und Hingabe, das wie der goldenc Frllhliichssonnenschein über der Landschaft mit einem heißen und stillen Sehnen in ihren unentweihten Herzen schlummerte. Fast eine Stunde wanderten sie in angestrengtem Laufe über Thäler und Höhen, ohne anzuhalten und ohne längere Unterhaltung zu Pflegen. Die Furcht, sie möchten verfolgt werden,! trieb sie unaufhaltsam vorwärts. End-i lich. als sie auf dem Kamm eines steilen Hügels angelangt waren, ereignete I

es sich, daß Eva mit einem lauten Schrei zurücksprang: da lag ein mäch-

tiger Kupferkopf", eine der gefürchtet . sten Schlangen des Westens, und rich-' Utt sich zischend nach ihr emvo?

Adam sah plötzlich ein, daß er, der Starke, auch Pflichten übernommen hatte, er hatt: das Mädchen vor Gefahren zu fchützen. Ein Steinwurf tödtete das ekle Reptil; dann zog er das Messer und schnitzelte sich im Weitergehen aus einem Ast. den er abbrach, eine mächtige Keule, mit der er. voranging und die Bahn frei machte. Eßvorräthe hatten sie außer einem kleinen Päckchen Biskuit, das Eva eingesteckt, nicht mitgenommen. An einer Quelle machten sie Halt und verzehrten ihren geringen Proviant, wozu sie unter frohem Geplauder das frische Wasser tranken, das ihnen herrlich mundete. Aber bald gestanden sie sich Beide, daß sie noch recht hungrig seien, und dann klagte Eva, daß sie anfange, müde zu werden. Wo wollen wir denn eigentlich hin?" frug das schöne Mädchen. Das war eine kitzliche Frage, die Adam sich noch nicht vorgelegt hatte. Ja. wohin? Fort von den Schmidts, fort Dom Cirkus, das war die Hauptfache aber wohin es ging, das hatte er sich noch nicht überlegt. Wir werden nicht umkommen. sagte Adam mit prophetischer Weisheit. Ich werde irgend ein Wild erlegen, wir machen ein Feuer an. Du bereitest den Braten und wir sättigen uns." Das war sehr siegesgewiß gespro chen; aber Adam vergaß, daß er bei dem Nichtoorhandensein eines Schießgewehres auf seinen primitiven Knüppel angewiesen war. Glaubte er. daß ihm im Walde das Wild entgegenlief, um sich mit der Keule erlegen zu las sen? Eva erwiderte nichts, aber ihr Blick drückte einen leisen Zweifel aus. Indessen schleppte sie sich geduldig Hofsend weiter. Eine Stunde verging, sie waren in den Hochwald am Saum des Gebirges eingetreten. Die Sonn: begann sich zu neigen. Bei der kurzen Dämmerung, die in Kalifornien herrscht, war als sicher anzunehmen, daß nach einer weiteren Stunde alle Pfade schattig geworden waren. Mit jedem Schritt wurde der Weg schwieriger. Steingeroll hemmte das rasche Weiterkommen, auch Adam, der seine Künstlersandalen trug, empfand die Wirkung der spitzen Felstrümmer und lahmte ein wenig. Ueber einen Bach, der in den Weg trat, trug er seine Genossin; aber jenseits des Gewässers zeigte der Wald eine dicht verfilzte Wand von Dornen und stachligen Schlinggewächsen, die auch Adams Riesentraft nicht beseitigen konnte. Eva brach in Thränen aus und meinte, sie könne nicht weiter. Jhre dünne Seidenblouse war bereits übel zugerichtet und hing in Fetzen hernieder. Adam tröstete sie, so gut er konnte, und schickte spähend seine Blicke umher, ob nicht irgendwo ein Retkungsport winkte. Da sah er seitwärts in eine? Schlucht ein RauchWölkchen emporsteigen. Eva!" rief er eifrig, nimm' Dich zusammen, nur noch eine kurze Strecke; wo Rauch ist, muß auch Feuer sein. Dort sind gewiß Menschen, die uns helfen werden!" Sein felsenfester Glauben betrog ihn nicht. Nach einer guten halben Stunde, während der die Nacht immer tiefer herabgesunken war, näherten sie sich einer Vertiefung, in der eine kleine Rasenhütte errichtet zu sein schien. An einem Feuer lag ausgestreckt ein alter Mann, in ein Büffelwamms gekleidet, der bei dem Geräusch, das die beiden Ankömmlinge machten, aufsprang und nach seiner Flinte griff. Halt! Steht! Wer seid Ihr? Was wollt Ihr?" Adam und Eva traten hinzu. Mit weitgeöffneten Augen, erstaunt und erschrocken, sah der alte Mann aus das mehr als sonderbare Bild, das sich ihm darbot: zwei junge Menschen, in lustig bunte Gewänder gekleidet, wie sie zu der starren Wildniß des Waldes durchaus nicht paßten, standen vor ihm und sahen ihn ihrerseits naiv und neugierig an. Der Alte, eine hochragende, mächtige Gestalt, ließ die Flinte sinken und fuhr sich mit der Hand über das graue Haar. Erinnerungen aus den Tagen, da er einst Märchenerzählungen gelesen, mochten vor ihm auftauchen. "Ein kurzes Lächeln glitt über seine gefurchten Züge. Paul und Virginie," sprach er leise, wie traumverloren, vor sich hin, oder Adam und Eva ..." Das Mädchen hatte die letzten Worte verstanden. So heißen wir ja." sagte sie, uno ibr Gesicht hellte sich auf. So heißt Ihr?" echote der Jäger, .und wo kommt Ihr denn her in ciesem Aufzuge wie seid Ihr in diese Wildniß hier gekommen?" Wir kommen aus Placerville." fuhr kva fort, die bemerkte, daß bier nichts zu befürchten sei, wir sind vom Schmidt'schen Cirkus fortgelaufen . . ." Der Alte schüttelte das 5)aupt. Sonderbar und wo wollt Ihr hin? Doch Ihr seid müde und hungrig setzt Euch nieder unterdessen könnt Ihr erzählen..." Der Alte war ganz erregt gcwarden über das Abeiteuer. Eilfertig schleppte er eine Decke heran und bereitete den Fremdlingen einen Play am Feuer, dann holte er den ansehnh. chen Rest einer Hirschkcule und theilte den Hungrigen von dem Fleische aus. Und bald hatte ihn das hübsche Plappermäulchen der kleinen Dame über das Nöthigste unterrichtet. Und so zieht Ihr in die Welt hinein, Kinder," meinte der Alte nachdenk lich und wiegte das Haupt, fremd und mittellos seid Ihr Geschwister?" Nein," sagte Adam, aber wir wollen Mann und Frau werden." Adam!" rief Eva erröthend, davon hast Du ja noch gar nichts gesagt!" Still!" scgte der alte Jäger, über den es wie eine tiefe Rührung gekom-

men war. und dann nach einer Weile, nachdem er ihnen prüfend a.nge in daö

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Antlitz geschaut: Wollt Ihr bei mir

bleiben und fortan meine Kinder

sein?" Natürlich wollten sie; sie hatten sofort Zutrauen gefaßt zu dem Netter

in der Roth.

Vor Jahren," erzählte der alte Jäger. hatte ich auch ein Weib und Kinder. weit von hier, jenseits des großen Wassers. Aber meine Frau starb und meine Kinder sind verdorben und verkommen in der weiten Welt. Gebt mir Eure Hände. Ich will für Euch sorgen, so lange ich lebe. Und wenn ein paar Jahre vergangen sind, will ich Euch wieder fragen, ob Ihr noch Mann und Frau werden wollt; so lange mögt Ihr wie Schwester und Bruder unter meinem Dache leben." Nach ein paar Prüfungsjahren führte der kalifornische Adam seine Eva als Weib heim. Dem alten Jägersmann war es noch vergönnt, ih re Sprossen auf seinen Knien zu schaukeln. Es heißt, daß Adams und Eva? Erdenwallen ein langes und glückliches war. . . Ulll ütUnHf . V .

Ueber den ältesten Tauchcr - Apparat findet sich in Friedr. ucae. (cy.ej:ens kuriose en:,oürd.gkelten, Fta.ilfurt a. M., 1689". folgende Naqrlch!: Anno degab s:ch ein artticher (ajus bey dem großen Schutzweyr orer Schleusse, unter der Werder - Vrückcn (zu Ärieg in Schlesien). Es war einem zreßlauljchcn Kausfmann ein Schiff mit Eisen, Vley und dergleichen Waaren beladen, recht dafür in der Tiefft durch Unvorsichtigkeit der Schiffleuie, untergegangen. Hier fand sich ein Sol"bat, von Nation ein Schwede, welcher versprach, gegen ein gutes Tranckgeld Mittel zu beschaffen, die Last aus der Tieffe des Wassers herauff zu winden. Dem Kauffmann beliebte der Anschlag, und ließ den Kerle, auff sein Ang:dcn, in einen ledrn Harnisch feste einn:h:n, und dergestalt verpichcn. daß kein Wasser durchgehen konnte. Vor den Auzcn hatte er ein paar helle Brüll:ngläjer, gleichfals fest eingefüget, und oben vor dem Munde eine lang: l.'d:rne Nöhr über zwölsf Ellen lang, die aus der Tieffe des Wassers bin oben heraus ragte. Umb den Leib banden sie ihm einen breiten Gürtel, und in dessen eingefügten Ring ein Seil, dan er in's Wasser gelassen wurde. In der rechten Hand, die er etwas frey behielt, führcte cr zum erstenmal ein schlafftsSeil. das er im Fall der Not nach sich ziehen, und weil oben daran ein Gtöcklein gebunden, das Zeichen geb:n konnte, s:in:r Herauffziehung wegen. Indem cr nun solcher Massen hinuntergelassen und das versenkte Schiff rekognosziert?, zöge er nach einer guten viertel Stunde das Glöcklein an, worauf ihn die bestellten Männer augenblicklich heraufszogen, den Harnisch ablöseten und sehr matt befanden. Was er niin erzehlete von dem.Schiff, und dessen Leschafsenheit, muste man glauben, wie wohl er nicht das geringste Merckmal mit sich herauff brachte. Wenig Tage hernach hizzardirte er abermals die Abfahrt voriger maßen, nahm auch etliche starke Seile mit sich hinunter, die Bleystücke und Eisenstangen zu binden, ja gar das Schiff zu fassen, und desselben HerauffZiehung zu facilitiren, allein der An-

schlag und die Mühe war umsonst.

dann er zöge bey zeücn das Glöcklein, lveil ihm die Zeit zu lang fallen wollte

und ließ sich wieder aufziehen. Zum

dritten mal wolte er die Abfahrt mt

wagen, und blieb also das Schiff dem

Ncptuno geopfert, ihm aber der ver sprochene Recompens."

Ter gelehrte Pudel?

Ein elegant gekleideter junger Mann betritt ein vornehmes Restaurant in Paris, gefolgt von einem Pudel, dem man die Intelligenz von der Schnauze ablesen konnte. Der Herr wählte einen Tisch und setzte sich an das eine Ende, wäbrend der Pudel auf einem Sesscl

gegenüber Platz nahm und wartete. Nachdem der Herr die Speisekarte stdirt hatte, bestellte er ein Beefsteak mit Kartoffeln. Für mich dasselbe," sprach der Pudel. Es gibt wenig Dinge, die einen Kellner in Erstaunen zu versetzen vermögen, aber ein Herr, der in der Nähe saß. übernahm es auch, für den Theil des Kellners erstaunt zu sein. Als er dies bemerkte, fragte der Herr des Hundes das Thier: Und was für einen Wein, Mussu?" Mumm 93", antwortete der Hund lakonisch und blasirt. Das war zu viel für den Herrn. Er stand auf und äußerte sich lobend dem Hundebesitzer gegenüber: Es ist wunderbar, zu we! cher Vollendung es ein guter Pudel bringen kann. Ich habe im Laufe meines Lebens schon manchen Huix gesel'.'n. aber ich habe noch nie einen so deutlick sprechen gehört, wie den Ihren. Wollen Sie ihn mir für 1000 Francs hergeben?" Eigentlich." sprach d?r junge Mann, habe ich nicht die Absicht, ihn zu verkaufen." Nebmen Sie 2000 Francs!" drängte der Andere. Also gut, wenn Sie ihn w!r! lich haben wollen, ich kann ja leicht einen anderen ebenso abrichten." Der Handel wurde abgeschlossen und der Hund ging in die Hände seines neuen Besitzers über. Doch als dieser sein neuerworbenes C'it an einem Strick aus dem Restaurant hinausführte, warf der Pudel einen vorwurfsvollen Blick auf den Bauchredner und sagte mit einer Welt von Pathos in den Worten: Du hast mich verkauft! Du hast mich verkauft! Ich werde nie mehr sprechen!" Und er hat thatsächlich nie mehr gesprochen. HerbeKritik. Was sa-. gen Sie zu der Novität der beident Lustspieldichter?" Zwei Seelen;' und kein Gedanke!"

sqonyktlSmabregcln. Zu Sarah Bernhardt's Gefolge, daS sie auf ihrer letzten amerikanischen Tourn5e begleitet, gehört auch der französische Arzt Eaissarato. der seit elf Jahren sich speciell mit der Schönheitspflege beschäftigt und deshalb alle großen und reichen Pariser Damen zu seinen Clientinnen zählt. Jetzt widmet er sich nur der großen Tragödin. und obgleich die göttliche" Sarah Großmutter ist, soll sie immer noch so schön und zart, so frisch und gesund wie eine Anfängerin aussehen. Mit Madames seine Rathschläge überSchönheitspflege seine Rothschläae überSchönheitspflege peröfsentlicht. Zur Pflege des Teints bemerkt er: Nur zweimal wöchentlich wird eineFrau, die auf gutes Aussehen hält, ihr Gesicht in Wasser, das womöglich durch etwas Glycerin weich gemacht ist, und mit einer ausgezeichneten Seife, etwa Mandelseife, waschen. Zweimal wöchentlich wird das Gesicht dem Dampf ausgesetzt. An den anderen Tagen wird ein Cr'me gebraucht, der den Anforderungen der Haut entsprechen muß und Lanolin zur Grundläge hat. Nach dem Waschen kann ein leichtes adstringirendes Mittel gebraucht werden. Lauwarmes Wasser ist natürlich erschlaffend. Massage und Elektricität sind empfehlcnswerth. dürfen aber nur mit äußerster Sorgfält angewandt werden. Um gut zu massiren, muß man die Muskeln kcnnen und anatomische Kenntnisse besitzen. Es darf deshalb von keinem Unkundigen gemacht werden. Das Gesicht darf nicht trocken gewischt, scndern muß sanft fast zärtlich", geklopft werden. Auch Puder in reiner Form verdammt Dr. Caissarato nicht. Aber dieser muß. wie alle anderen gebrauchten kosmetischen Mittel. Abends mit einem weichen Stück Baumwollenzeug sehr sanft entfernt werden, was so lange wiederholt wird, bis das G.'sicht so rein ist, wie es durch dieses trockene Waschen" nur möglich ist. Zur Zertheilung eines Doppelkinns wird Massage seitens eines tüchtigen Schcnheitsarztes mit Elektricität, auf die ein Guß kalten Wägers folgt, empfoblen. Während des Schlafcns wird eine weiche Binde, die vorher in ein adstringirendes Mittel getaucht wurde, dicht urer das Kinn gebunden und über den Kops befestigt. Auch betreffs des Haares, das jetzt von jeder beliebiaen Farbe sein kann", wird ein Rath ertheilt. Was die Dichter auch je von w-allcnden Locktn geschrieben haben, was für Visionen man auch haben mag von Heroinen, deren Locken über das Kissen fluthen, man darf niemals mit offenem Haar zu Bett geben. Dadurch bricht und zerreißt es und wird verdorben. Es kann geflochten herunterbängen. Das Haar soll einmal monatlich gewaschen werden. Am besten gebraucht man dazu Dotter roher Eier. Das Haar soll niemals geschnitten, sondern an den Spitzen abgesengt werden. Natürlich braucht man die Nächte nicht aufzusitzen, um das nach dem alten Aberglauben beim Vollmond zu thun." Damit der Scbeitel nicht breit wird, muß er Nachts ganz ausgekämmt und jeden Tag nach der einen und anderen Seite verändert werden. Um das Haar mit einer Brennschecrc zu locken, sollte es Abends vorher mit einem Präparat aus Bandolin vorbereitet werden. Am besten gebraucht man einen groben Kamm, und wenn die Flechten verwickelt sind, soll das lange Haar sanft von den Spitzen, nicht von der Wurzel abwärts gekämmt werden, so daß man allmälig das verwirrte Haar entfernt. Die Bürste muß hart, fest und sauber sein, das Haar wird so lange gebürstet, bis jedes Staubten entfernt ist und das Haar glänzt. Der Toctor warnt Alle, die ibre Augen schätzen, vor dem Gebrauch gefährlicher Mittel, die den Augen Glanz verleihen sollen. Da Bor-. Orangen-. Rosen-, ja sogar einfach deslillirtcs Wasser so toirksam sind, braucht man keine s,efährlichcn Sonhcitswasser. Eine w . . f f C - " I

,yrau. v'.e aus inz eucres na, braucht wenigstens sieben Stunden Schlaf. Heftige Bewegungen entwickeln die Muskeln, verschönern also nicht. Kalte Bäder werden verurteilt, dagegen sind türkische Bäder denen, deren Herz kräftig ist. einmal monatlich zu empfehlen.

Taö erste Panzerschiss. Daß Japan jetzt das arößte Panzerschiff der Welt besitzt, ist bekannt. Es dürfte aber wohl weniger bekannt sein, daß bereits im Jahre 1813 in Japan ein Panzerschiff von 800 bis 1000 Tonnen eristirtc, welches der englische Capitän Saris auf .seiner Reise an den Hof des Shogün Jveyasu im Jahre 1813 beschreibt. Er berichtet folgendes: In 5emma-següa (Shimonofeki) sah ich eine Dschunke von 800 bis 1000 Tonnen Ladungsfähigkeit, ganz mit yron" gepanzert, von sehr eigenthümlicher Bauart, nämlich ganz nach der Art gebaut, wie uns die Arche Nvahs beschrieben wird."

Variante. So, Ihr Studio fällt jedesmal, wenn er bezecht heimkommt, die Treppe hinab?" Ja. der bat geradezu den Treppen koller!"

' Zweierlei, ssrau v. A.: Wie geht es denn Ihrem jüngsten Töchterchen?" Frau v. B.: Ach wissen Sie. es wird mir so schwer, das Kind an die Flasche zu gewöhnen." Diener (im Hintergrund leise für sich): Mir ist das nicht schwer geworden." ... Ausrede. Richter: Aur dem Mittagessen, welches Sie nicht bezahlen konnten, haben Sie sich auch noch drei Flaschen Wein geben lassen?' Zechpreller: Gewiß; es stand ja aus, drücklich auf der Speisenkarte Wk-zwang"!"

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