Indiana Tribüne, Volume 24, Number 138, Indianapolis, Marion County, 4 February 1901 — Page 7

Jndiana Tribüne, 4. Februar 1901.

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vutme Ancöcn.

Roman von Älerander Römer.

orlstMg.) Robert "saß an "den Stamm ver Birke gelehnt, die vor der Laube stand, ihm war es drinnen zu heiß geworden. Der Mond war heraufgekommen und goß ein mildes Licht über den wohlgehaltenen Garten. Neben ihm dufteten die Blüthen der hochstämmigen Rosen, sie wandten ihm ihre holden Blumengesichter zu. die Cikaden zirpten wieder im Grase, und in der Abendstille hörte man von fern den Fluß rauschen, der drüben hinter den Häusern vorbeifloß. Er sprach kein Wort. Franz aber redete jetzt ernsthaft, ohne seine trockenen Witze. Ja. die Menschen sind sonderbar," meinte er. Aufregung wollen sie heutzutage, immer etwas Neues, damit sie nur nie zum Besinnen kommen. Ich. für mein Theil, finde nun. daß das Besinnen das beste für den Menschen ist. Was ich so in der Hast und Aufregunq genieße, ist mir gar kein Genuß. Bei solchem Leben, wie du es da schilderst, jagen die Leute ja nur ewig nach Dingen, die. wenn sie sie haden, ihnen nichts nützen und ihnen kein Glück bringen. Sie jagen weiter, weil das, was sie erjagt, eben nichts gebracht hat, und dabei schlucken sie Aerger ein wie Staub, den sie wieder austheilen müssen, um ibn nur los zu werden. Ne. ne. daö wäre nicht mein Fall, ich will leben und leben lassen, ich mag nicht einem andern den Bissen im Mund zur Galle machen, und ich mag auch keine Galle schlucken. Hier hat der Mensch doch noch seine Ruh? und behält seinen Charakter und kann thun, was 'er mag. Du. Robert, solltest es dir noch überlegen, was du thust, du stehst ja noch davor, hast noch eine Wahl. Du schindest und rackerst dich jetzt ab. und pfropfst dir all' die alten Rechtskniffe und Klauseln in den Kopf, und nun arbeiten sie ein neues Gesetzbuch aus. und dann heißt's: Lernt rasch alles um. Bist du hier erst weg. dann geht das Rackern erst recht an. dann heißt es Wettloopen" mit der ganzen Horde, und hui! wer hat den längsten Athem?! Und nun sieh dir mal diesen Herrn Haverland hier an, der hat die Agentur für die Lebensversicherungsgesellschaft Thuringia. bezieht ein nettes Gehalt, bekommt seine reickilichen Diäten für die Reisen, wo er ja tonn das bunte Treiben draußen gemächlich studieren kann. Und d?r Haverland )t ein grober Klotz, der za? nicht auf seinen Posten taugt. Ich fcafc: schon auf Umwegen gehört, daß sie o.crn einen ondern haben wollen, einen feinen Herrn, der besser repräftrtationsfähia ist. den sie dann auÄ besser stel'.n wollen. Ich f.ab' wahrhaftig schon ein paarmal an dich gedacht, da wärst du ein freier Mann und fein n?raus. ohne solche Drängelei und Steiqerei Robert, fuhr auf. An m:5) Frn? wie sonderbar!" Sein Ton klang sehr kühl und gerlnoschätzia. fta, schmeißen Sie den ßebanscn hiitt so unbesehens beiseite." rief Karl Busch, ..der Franz. so dämelig er sich auch mitunter stellt, hat doch ab und an höllisch gescheite Einfälle, man muß ihm nur Zeit dazu lassen. Ha. ha. ha!" Sein dröhnendes Gelächte? übertönte das Rauschen des Flusses. 92i wirklich, wir sind hier ja unter uns." fuhr er gönnerhaft ioxi, die letzten Semester, da von den Herrn Studenten die Collegien belegt zu werdm pflegen, sind für Sie nie gekomrr.?n, wie weit Sie es nun ohn? d!e bringen, bleibt noch abzuwarten. Ich weiß nicht, was ich thäte an Ihrer Statt " Seine Rede schnappte ab, denn Robert hatte sich in seine? ganzen stattlich'.n Höhe erhoben und sagte sehr ruhig und sehr höflich, aber ohn: weitere Erwiderung: Gute Nacht." Hm er nimmt's krumm." brummte Busch ihm nach. Du hatt'st auch gar nicht nöthig, ihm mit deinen Ansichten in's Gesicht zu springen." sagte Brömel ärgerlich, Was hatt'st du überhaupt drein zu reden, aber du kannst niemals dein Maul halten. Lassen wir ihn. gesckeit ist er, er wird schon seinen Weg machen, ich meinte es im Ernst, ich S":tne ihm das Beste." Es wurde kühl. Busch empfahl sich, und Brömel ging in's Haus. i Roberts Sinn war zerstreut. In ihm gährte es. das nahm ihm die Ruhe zu ernster Arbeit. Er wollte Hedwig sprechen, allein sprechen, das Schicksal des armen Kino?s ging ihm tief zu Herzen, und wild lehnte er sich gegen jcre Bevormundung auf. So ging er denn schon am nächsten Tag nach Oebsfelde. Aber im Walde, so sehr er auch spähte, war niemand. Es war ein heißer Tag. die Sonne brannte, als cr auf dem schattenlosen Feldweg dem Hause zuschritt. Der gute Pachter mochte sich wundern, daß er schon heute seinen gestrigen Besuch wiederholte. Aber mochte er denken, was er wollte, er nahm sich vor. direkt nach Fräulein Rüdiger zu fragen, falls sie nicht zum Vorschein kam. Als er in die Hausthür trat, schlug ihm ein unangenehmer Qualm entgeaen. der cifcc Dunst Hon friff crVU

gelter Wasche. Seitwärts schaute"er

durch eine offen stehende Thur in emen langen, kahlen Raum, wo ein Plättofen glühte und ein paar Gestalten in der nebligen Athmosphäre hin und her glitten. Er blieb stehen und erkannte jetzt Hedwig Hedwig mit weißerSchürze angethan, am Plättbrett emsig bügelnd. Ihm schoß das Blut zu Kopf, er trat näher, ihn hatte noch niemand gewahrt. Wie bleich sah das arme Geschöpf aus. als ob sie sich kaum noch auf den Füßen halten könne; die Augen blickten matt und erloschen. Sie stand der Thür zunächst, hinter ihr waren noch zwei derbe Mädchen mit krebsrothen Armen beschäftigt, welche laut in ihrem breiten Plattdeutsch miteinander redeten. Also so mißhandelte und überbllrdete man das süße zarte Kind hier. Er rief halblaut ihren Namen, auf dem Flur war niemand. Sie blickte auf und erkannte ihn eine Purpurwelle schoß in ihr blasses Gesicht, die matten Augen leuchteten auf. ihre Lippen öffneten sich zu einem Ausruf. Rasch machte er ihr ein mahnendes Zeichen zur Vorsicht. Seine Mienen mochten wohl seine Gefühle widerspiegeln, sie folgte seinem Wink, setzte mit zitternden Händen ihr Bügeleisen auf den Rost und huschte zu ihm hinaus auf den Flur. Die Mägde schwatzten und achteten nicht auf sie. Durch ihr kleines müdes Hirn flog flüchtig der Gedanke, ob ihr Thun corrett sei. ob es sich schicke, solchen heimlichen Winken eines jungen Herrn Folge zu leisten, aber es war in ihrem öden Leben, unter all' dieser Qual, der ihre Kräfte nicht gewachsen waren, eine Seligkeit, sein Gesicht zu sehen. Fräulein Hedwig!" raunte er. und zog sie in die tiefe Fensternische, wo sie von denen drinnen nicht gesehen werden konnten, ich bin empört, ich ich kam einzig um Ihretwillen, die Sorge um Sie ließ mir keine Ruhe, aber was ich sehe, übersteigt alle Möglichkeiten. Ihnen muthet man hier solche Arbeiten zu, unter denen Ihr zarter Körper erliegen muß bei dieser a:hmen zu sollen in dem Dunst ist denn Ihre Tante ein Barbar?" St! St! um Gottes willen, sprechen Sie leise, ich ach! ich leiste ja so weniq für das Brot, was ich esse." ihr süßer Mund kräuselte sich bitter. Die Tante nennt dies keine anstrcngende Besckäftigung wenn es nur nicht so heiß heute wäre und ich ein so hinfälliges Geschöpf." Die Purpurgluth war gewichen und eine gelbliche Blässe an ihre Statt aetreten. Robert stützte sie unwillkürlich mit seinem Arm. sie sah aus. als müsse sie umsinken. Sie machte eine gewaltsame Anstrengung, um sich aufrecht zu halten; Robert ergriff den Strohstuhl, der in der Nähe stand, und schob ihn in die Nische. Sie sank erschöpft darauf nieder, den Kopf an den kalten Steinsims lehnend. Roberts Brust arbeitete schwer, es war ein Anblick zum Erbarmen. Eine Welt hätte er darum gegeben, wenn er sie jetzt hätte in seine Arme nehmen und in sichere Hut bringen können. Das kann ja so nicht weiter gehen. Sie müssen um jeden Preis hier fort," sagte er beinahe rauh. Sie erholte sich ein wenig, richtete den Kopf auf und lächelte. Es ist ja nicht so schlimm," sagte sie leise, so wie heut' geht es ja nicht alle Tage, mir ist schon besser ach. welch' ein Trost war Ihr Anblick!" Wieder sprach sie es aus, was sie selbst nicht passend fand. Fräulein Hedi, wir müssen uns jetzt öfter fehen. dieses sich aus dem Wege gehen wollen, aus pedantischen Gründen, wie wir es nun (ine Zeitlang versucht haben, ist Unsinn." sagte er rasch. Können Sie morgen sich frei machen? Wann? Befehler- Sie, zu welcher Stunde ich erwarte Sie im Walde, auf der Bank, wo wir uns zuerst trafen." Sie machte ein scheues, ängstliches Gcsicht und er fuhr bastig fort: Wir miissen berathen über hre Zukunft, ich habe keine ruhige blaute jetzt; seit ich Sie wiedergejehn, habe ich ja Nacht und Tag yrer gedacht, und jetzt gehen Sij auf Ihr Zimmer und legen Sie sich nieD:r, gleichviel, was Jr,re voiticsfliche Frau ZivM denken oder l::i inag. Süber soll ch zu ihr gehen ihr ten Sia'.Vcpil erst klar mc.d tri, wie sie eine ia:::e Ihres Standes zu behandeln hatt" Hedi fuhr auf. Um Gottes willei, dann wäre tl je aus. und wir dürfte, uns nie wiederschen. Gehen Sie jetzt, bitte, ich vergessen ganz, daß uns hi'c:

eden Augenbl'.c: ein ITicnjch i!5cr?chen kann. Die Tnte htte iare, r; " C-.l

Gottlob, fcaij die irjrc Migräne hat. wollte Gott, sie hätte sie immer." rief Robirt ingrimmig, und Hedlig wehrt?, ihm az'gstvzll. Seine Stimme erhob sich übn den Flüsterton. Sie drängte ihn fort. ..Also morgen, auf der 2ar. im Holz, wann?" "fragte er leise. Sie besann sich einen M?7nent. ein kurzer Kampf, dann siegte ihre S:1'.7.sucht. Um sechs Uhr." haucht: sie ; ich hoffe, dann frei zu sein." Er nickte glückstrahlend und ging mit leisen Schritten bis zur Hausthür, noch einen glühenden Blick zurückwerfend, den sie mit einem vertraulichen Kopfnicken erwiderte. Dann sank sie noch einmal auf den Stuhl in der Nische. In ihrem Köpfchen wirbelte es. Also er hatte sie nicht ver-

! aeilen. wie fk aealsiiibt. ?r w.at. nickt

gleichgültig 'peoamlsche itunCc

ach ja! alle kühlen, vernünftigen Menschen würden sie verurtheilen, weil weil sie in dieses Stelldichein gewilligt, aber sie konnte nicht anders. Sie war zu elend, und vielleicht wußte oder fand er einen Ausweg, er war doch so viel, viel klüger als si?. Eine der Mägde trat aus der Plattstube. Ach, hier sind Sie, Fräulein, wir wußten gar nicht, wo Sie geblieben waren, ja du lieber Gott Sie sind woll ganz swak legen Sie sich man hin, wir beiden wollen schon fertig werden, die Madame braucht's ja gar nicht zu merken." Hedwig erhob sich, die urtheilslosen Mädchen hatten Mitlied, sie war auf deren Gnade angewiesen. Sollte sie heimlich, gegen der Tante Wissen annehmen ihr feines Gefühl empörte sich. Aber als sie jetzt stand, sah sie ein, daß es eine Unmöglichkeit für sie war, die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Erregung war zu der Ermattung gekommen, ihr schwindelte, und sie fühlte sich einer Ohnmacht nahe. Nein, nicht heimlich," sagte sie mit einem Anslug von Stolz in der matten Stimme, sagen Sie es der Tante, daß ich nicht mehr gekonnt." und Mankenden Schrittes stieg sie die Treppe hinan. Am nächsten Abend war sie zur b:stimmten Stunde am verabredeten Platz. Er harrte ihrer schon in fiebernder Erregung. Seit gestern hatte er nun keinen andern Gedanken mehr als sie. Ein Plan, wie er sie aus ihrer unglücklichen Lage befreien könne, war

freilich noch nicht rn seinem Kopf gereift, sie kamen auch nicht dazu, darüber zu reden. Sie saßen nebeneinander auf der Bank. Hand in Hand, und er flüsterte abgebrochene, stammelnde, heiße Liebesworte an ihrem Ohr. die sie wie in einem süß:n Taumel hörte und einsog. Der alles überwältigend? Rausch der ersten Liebe, in zwei jungen Seelen. War es ein so erstaunliches Wunder, war es unnachsichtlich zu verdammen, daß sie am Ende in seinen Armen lag. seine glühenden Küsse duldete und erwiderte, und über der Seligkeit des Augenblicks alles vergaß? Ihre Augen glänzten. Sie schauten sich an wie zwei neue Menschen, die über allem Erdenleid in Wolken schwebten, einem unermeßlichen Glück entgegen. Und immer auf's neue sie len sie einander in die Arme und küßten sich und stammelten Worte, die für jeden andern Unsinn gewesen wären. Für sie beide lag die höchste Offenbarung darin. Und dann schnitten sie ihre Namen in des Baumes Rinde, ihre Namen eng verschlungen, und trieben sonst noch mystischen Zauber, und als ein dreister Buchfink bis dicht vor ihre Füße spazierte und sogar an Hedwigs zierlichem Schuh pickte, nahmen sie es für eine Gratulation. Wie hatten sie da Zeit, an die Zukunft zu denken, an das. was zunächst werden sollte! Und doch Robert hatte kurz vor dem Abschied noch so viel Besinnung, daß er daran rührte. Jetzt soll mir alles leicht werden. Geliebte." rief er. jetzt werde ich arbeiten und streben für dich, für uns'.e Zukunft. Und da. harre noch ein Weilchen aus. nimm es auf die leichte Achfel. was die alte Xanthippe dir sagt und thut, und schone dich." Sie nickte mit ihrem strahlenden, glüfccrccn Angesicht. O. jetzt mußte alles leicht sein, jetzt gab es gar nichts Schweres mehr auf der Welt, und er schaute sie wie in Verzückung an. und sein leises: Wie schön bist du!" hallte noch in ihren Ohren, als sie. wie von klügeln getragen, heimschritt. Er stand und verfolgte sie mit seiMn Blicken, solange sie in seinem Gesichtskreis blieb; er konnte sich nicht losreißen von der Stätte, wo er sein Glück gefunden. Er stand noch immer vor den verschlungenen Buchstaben da, in der Baumrinde. Da fuhr er zufammen, denn neben ihm erscholl ein Geräusch. Delius kam an der Seite eines alten, zerlumpten Weibes, das er mehr trug, als führte, aus dem Gebüsch. Er brachte sie zu der Bank, wo sie in äußerster Erschöpfung zusammenbrach. Da hinten in der Schonung hatte er sie gefunden, wie er Robert auf seine Frage hastig erklärte, wie sie unter ihrer Last dürren Holzes gelegen hatte, unfähig, sich auszurichten und sie weiter zu schleppen. Er mühte sich, ihr einen bequemen Sitz p schaffen. So. Mütterchen, so nun geht's besser." sagte er in einem weichen Ton, als spräche er zu seiner Mutter, während die Alte jämmerlich stöhnte. Er suchte in seiner zerfahrenen und zerstreuten Manier in allen seinen Taschen. und brachte aus den verschiedensten Tiefen einzelne Geldmünzer hervor Nickelmünzen Gold besaß er

nicht, und schüttete sie ver Älten in rnc Schürze. Der Anblick wirkte belebend, das Weib taumelte empor, ließ das Geld durch ihre dürren Finger gleiten, sah ihren Wohlthäter mit einem stumpfen Blick an und bewegte den zahnlosen Mund. Wat Se good sünd us Herrgott vergelt Se dat hei deih't vok sLlen mal seihn Se geiht dat noch mal good in de Welt." Robert war herangetreten und steckte ihr einen Thaler in die Hand, sie sah aber nur flüchtig zu ihm hin und schien die größere Gabe kaum zu beachten. Sie bumvelte eilia davon, ttvd

murmelte noch fortwährend SegenZ-

Wunsche für den andern. Sie kennen die Alte?" fragte Robert lächelnd. Ihm war das Jnterwezzo peinlich, ein lächerlicher Aberglaube packte ihn. Mutzte gleich darauf auf dem Platz, wo er mit der Geliebten gesessen, dieses elende Geschöpf rasten. Ihn dünkte es eine Entweihung. Für das Mitleid, das auf Delius' Zügen sich malte, war in seiner Seele nicht Platz. Dieser antwortete ihm nicht auf seine Frage, er starrte wie geistesabwesend auf die aus det dunkeln Rinde frisch und hell aufleuchtenden Buchstaden und sah ihn dann mit einem wirten Ausdruck fragend an. Robert wich dem Blick aus und zog ihn von dem Platz fort. Wir haben wohl einen Weg. oder gehen Sie weiter? Ich begleite Sie gern noch ein Weilchen." Delius wendete sich und folgte ihm schweigend, wie im Traum. Dann sagte er unvermittelt, und es klang wie ein Stöhnen: Also Sie lieben sie ich dachte es mir." Wen? Was meinen Sie?" Roberts Ton war herrisch und abweisend. Aber bei diesem half ihm das nicht. Delius winkte nur mit der Hand, als wolle er sagen: Mir gegenüber keine Comödie, und nach einer Pause fuhr er fort: Ja. es ist ja natürlich aber was wollen Sie jetzt thun?" Die einfache Frage traf ihn wie ein Pfeil. Hier, bei diesem Menschen war keins der Mittel anzuwenden, die ein gewandter Mann sonst für einen unbequemen Frager in Bereitschaft hat. Hier apb es keine Möglichkeit, die Wahrheit zu leugnen. . Sie Sie sind zufällig Mitwisser unsers Geheimnisses geworden." sagte er langsam und finster, aber Sie fragen mich Dinge, die ich selber noch nicht weiß." Hm das ist es ja eben." Delius sah gequält aus und schwieg wieder. Robert sah ein, daß Verstellung hier nicht am Platze war, sein Herz war überdies voll und sloß über, so redete er denn von seinem Glück, den andern dringlich zum Schweigen ermahnend. Ob der gute Mensch selbst ein Auge auf Hedi geworfen haben mochte, dachte er bei sich. Wahrscheinlich; nun, der hatte doch noch weniger zu bieten als er. Und ihn dünkte in diesem Augenblick, als wäre eine Welt für die Geliebte zu erobern, ein leichtes Spiel für ihn, den Starken, und als wären feine Aussichten immerhin glänzend. Ein wenig Zeit freilich ging darüber hin. bis sie sich verwirklichten, aber sie waren ja beide jung. In diesem Sinne sprach er sich aus, und das im Grunde himmelweit Entfernte, die bedenklichen Möglichkeiten alle in der Zwischenzeit, wurden nur gestreift. Mit einem Händedruck trennten sie sich am Eingang des Städtchens. Delius schritt hinter den Häusern entlang, da. wo der Fluß, der heut' sehr ruhig floß und wenig Wasser hatte, sich fchlängelte, am andern Ufer von Wiesenland begrenzt. Er erreichte so auf näherem Wege sein Redaktionslokal, !?o er noch den Artikel über die Frage der Löhne für weibliche Arbeiterinnen in großen Geschäften fertig

stellen wollte, den Artikel, der ihm aus dem Herzen quoll und den er gegen den Wunsch und Befehl des Verlegers in die Morgenzeitung brachte. Seine Schultern waren gebückt beut' Abend, wie unter einer schweren Last, und in seinen weltfremden Au gen lag ein grübelnder Ausdruck, der sonst nicht darin war. Robert aber schritt wie ein Sieger über das holperige Pflaster, auch die Mitwisserschaft dieses Sonderlings störte ihm sein strahlendes Glück nicht. Wochen vergingen, Robert arbeitete angestrengt nach seiner Weise, aber dazwischen schweiften seine Gedanken bedenklich ab. Das neue Glück erfüllte ja seinen ga:nzen Menschen. Täglich versuchten die Liebenden einander zu sehen, und wenn auch nur auf flüchtige Minuten. Hedi litt weniger unter der Tante Launen und Anforderungen, eine Stunde des Tages brachte ihr ja den Himmel. Auch Zukunftserwägungen irrten durch Roberts Kopf und machten ihm denselben warm. Franz Brömels weise Beschränkung, sein friedliches Los erregten oft seinen Neid, ja, der

von demFreunde damals hingeworfene Gedanke, er könne hier eine bescheidene Brotstelle finden, sich jetzt gleich selbstständig und frei damit machen.flackerte zuweilen in schlaflosen Nächten durch sein Gehirn. Freilich ein ungeheurer Sprung ein Sprung zum Erschrecken, ein Hinwerfen der ganzen Carriere, ein Aufgeben jeden höheren Strebcns, und seinen Vater rührte ja wohl der Schlag, wenn er ihm solches anthäte. Nein sie mußten Geduld haben, warten. Seine Stimmung wechselte stündlich. Hedwig kam häufig in die Stadt, um Einkäufe zu machen, ihr wurde der Weg jetzt niemals zu weit. Sie sah frischer aus, rosiger und in den dunkeln, schwärmerischen Äugen fehlte der melancholische Ausdruck. Sie trafen sich dann irgendwo, meist auf dem Wege hinter den Häusern am Fluß, wo es am einsamsten zu sein pflegte. Eines Abends, es war später geworden und Hedi mußte sich eilen, rechtzeitig zum Abendbrot nach Oebsfelde zu kommen, standen sie abschiednehmend am Rand der kleinen Brücke, die bin-

Wornen as Well as Men Are Made Miserable by Kidney Trouble.

Kidney trouble preys upon the rnind. dis;ourages and lesser.s arnbition; beauty, vigor

and cheenulness soon disa-rpear vhen the kidney; are out of order or diseased. Kidney trouble has teetme so prevalent that it is not uneommen for a child to be born afflicted with weak kidneys. If the child urinates too often. if the

vrine scalds the flesh or if, when the child reaches an age vhen it should be able to control the passage, it is yet afflicted vith bed-wetting. depend upon it. the cause of the difficulty is kidney trouble, and the first step should be towards the treatment of fhese important organs. Th:s unpleasant trouble is due to a diseased conditien cf the kidneys and bladder and not to a habit as most people suppose. Women as well as men are made miserable vith kidney and bladder trouble. and beth r.eed the same great remedy. The mild and the immediate effect of Swamp-Root isscon realized. It is seid

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Überführte auf den Wiesenpfad, "auf dem man ein gutes Stück von dem UmWege auf der Chaussee nach der Domäne abschnitt. Sie hielten sich noch an den Händen, und der beginnenden Dunkelheit vertrauend, raubte er ihr rasch einen Kuß. Sie lief hastig auf dem freien Wege weiter, und er wandte sich, um nach Hause zu gehen, da stand er Frau Grete gegenüber. Sie sah ihm mit einem seltsamen Blick fest in das Gesicht. Er war ihr nicht näher getreten in dieser Zeit, zwischen ihnen lag etwas Trennendes, Unbequemes. Er that nichts dazu, um einen freieren, wärmeren Ton anzuschlagen, sie blieb stets gleich freundlich, aber zurückhaltend. Jetzt grüßte er verlegen und ärgerte sich selbst über diese Empfindung. Was er that und trieb, ging diese gute Frau doch sicherlich nichts an. Sie ging auch vorüber, ohne ein Wort an ihn zu richten, und er folgte in einer kleinen Entfernung, obgleich es nahe gelegen hätte, daß er ihr feine Begleitung anbot, da sie einen Weg batten.. (Fortsetzung folgt.)

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