Indiana Tribüne, Volume 24, Number 137, Indianapolis, Marion County, 3 February 1901 — Page 9

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QSölflttz Miste: Edithor! Unsere tischte Performenz in die Hm' j T . .

-Licijiciicm 13 en eyiger geivee, oo is gar kein Juhs, da mer driwwer tahte duht, awwer die Selma, die steckt derzn im sagt, dab mer sich von so t kleine Eckzident nit dißkorretsche .derft losse. Jetzt bitt ich Jhne um ei. lnges. wc?nn i-die Sittjuehschen im Kiatschinne könn?, wo ich drinne gewese sin. dlnn müsse 'Se zugewe. daß das keine Kleinigkeit gewese is. Wer ich b'ätt in die Erd krawwele könne, so eschemt sin ich gewese. Wisse Se, wie die Fezersch an die Stehtch geschumpt , sin komme, do hen ich schnell mein

chk'ort ussgeplckt nn sin - fort, gelaufe, wwer was wer'n Ee denke, die Fellersch hen mich getackelt un hen mich so verschmisse, daß ich geblut hen wie e Pick. Ick sin dann heim gedrimoe lvorde in en Eckspreßwage un do hen ich mich ins Bett gelegt Awwer der choh is ireiter gespielt worde. Es i? enauanzt worde, daß ie Gränpa ebbes gehäppend wär, was sie uff die Brust ge schlage wär un for den Niesen wär die alte Lehdie ihr Part ganz ausgekott worde un die Kompenie wollt trete mitaus sie zurecht zu komi:ie. Do Hot sich Widder alles hingesetzt tt.'d der Schoh is gefinnischt worde un die Leut hen das Pleh arig gut gealiche. 2t hen gefragt, daß dald Widder gespielt sollt wer'n, awwer die Granma derft nit mehr mit inache. Ich srn nur froh gewese, daß Niemand ausgefunne Hot, wer ich sin, un am Liebste is es mich, wann se mein Name auch ganz aus den Pehper sortlosse. Te nächste Dag is die Selma zu mich komme un Hot mit mich gesickert un do is, weil mer doch das ganze Vißnes in drei Theile getheilt hen. for jeden siwwezehn Dahler iw wer aebliwwe. un mei Schmiß hen ich

noch bieseidS gehabt. Die Selma Hot gesagt: Meik. ich siehle arrig sarrie. daß du e wenig Truwel gehabt Host, awwer das macht nickö aus. mir spiele doch Widder, duhn mer nit?" Do hen ich gesagt Luckehier. Selma. Ihr

könnt so diel spille wie Ihr wollt awwer ich sin nit mehr in itt. Mehbie, wann ich Widder spiele deht, dann dehte se mich vielleicht kille un do drin kann ich dorchans kein Fonn sehg; wei 5s nimmt mich wenigstens acht Dag bis ich die letzte Krankheit iwwerstanne hen, un do soll ich dran denke wid der ebbes annerschter zu ketsche, natt inotsch." Cell Hot's osf Kohrs gesettelt un die Selma Hot gesagt, well dann müßt se sehn wie se mitau mich duhn deht; ob ich dann auch nit theile wollt, un oo hen ich off Kohrs gesagt, schuhr Ding hen ich gesagt, wann ebbes zu theile gibt, dann sin ich immer in it. Well, ich hen vier Dacr in mei Bett gelcge un wie ich immer noch nit besser sin' worde. do hen ich den Dackter Wort geschickt un der Hot mich dann gefragt, was die Matter mit inich wär. Do hen ich gesagt, wann ich das wußt, dann hätt ich nit for Jhne au schicke brauche. Da Hot er gesagt: Well was duht Jhne dann weh?" Do hen ich gesagt: O mei, hen ich gesagt, frage Se mich liewer, was mich nit weh duht. Ich hen e ,Hettehk, o sotsch e Hettehk! Mei LimbS siehle. al wann se dorch e Dreschingmeschien gange wäre. Eppetit hen ich noch nit so vil wie en Speider wann er grad drei Flei enunnergeworgt Hot; mei NohZ fiehlt. als wann sie in e Klohspinn stecke deht un schnieße muß ich tu biet de Bänd; Nachts hen ich en ganz schreckliche Koff un mei tschen nerell 5siehlinz is so-mien,'dab ich'ö gar rnt sage kann." Zeige Se mich emol Jhne Ihr Züngelche," Hot der Dackter gesagt un do hen ich ihn en ünzelche erausgehängt, seil war e Putsch. Do Hot er gesagt: Sie hen se ahlrecht genug." Was hen ich. wenden ich?" hen ich gefragt un ich hen allrwwer geschiwwert UN do ho! er gesagt: Sie hen die Gripp; sehn Ä mir-Viehsischens sin auch nit all wissend un wann mer nit ganz genau wisse, was t Sickneß is. dann rufe Nlir's'die Äripp un in zehn aus nein Kehses hen me? da! richtige gestrocke. n die erschte Lein drinke Se emol se viel Witzlie wie se Jstseit bringe kön. ne. Dann bleiwe &t tuhi$-in8 Bett liege un wann se recht viele Pehni hen. dann denke Se dran, daß es viel Leit gibt, wo noch viel mehr aushalte müsse. Sie sönne auch, wann S5 d z,t siehle. als e wenig Käsier Eul nemut, unwer nit mehr wie e Halmes Peintsche uff eemol Das is so ebaut alles was ich Jhne prschreiwe kann, ich kann Jhne nor sage, sin Se mit den Wizzkie nor nit stischie, liewer t tot uig bessere Sor; und viel, als schlechte .Sor! un, wenig. Morge komm ich Widder un sehn wie Se siehle un jetzt

anbei." Do is er for! un ich hen mich! 1 rv p 1 1

retteweg e Vanet vlglle georoerl un Izen zu mich gedenkt o)vell. daS lana mer ja noch stende,'so e Preskrippschen

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is gar nit so schlappig; osf Kohrs hen ich das Kästereul eweg gelasse, dafor hen ich liewer e wenig mehr Wißic gc läppert. Ich kann Jhne sage, ich hen so en schreckliche Eppeteit for Wißkie kriegt, daß ich befor Nacht en Duft gehabt hen. Die Selma Hot immer mit den Kopp geschehkt un Hot nit gewiß! was se drauö mache sollt. Wie der Dackter de nächste Dag Widder komme is. do Hot er gesagt, er könnt noch kei große Jmpruhsment sehn un ich müßt noch mehr Mtzkie trinke. Well hen ich gesagt, do muß ich mich schon e Peiplein von e Mßkie Fäktorie in mei Bettruhm lege losse. Ich hen mit den Christ en Tahk gehabt un der sagt, ich hätt gar kein Bißneb zu kicke, et wisckt er deht emol so ebbes verschriwwe krige. Do könnt wenigstens die 'clma nit kucke. Well was wer'n Se denke am nächste Morgen is der Christ in den Bett liege gebliwwe. Cr Hot gesagt, er hätt die Gripp un er wollt denselwe Dackter hen wie ich. Sell werd mich e schöne Geschicht gewwe. Ich hoffe, daß wenigstens die Selma nit die Gripp kriege duht bikahs eins muß doch in die Familie sein, was sauwer is. Mit beste Riegabrdö, Juhrs Trulie, Meik Habersack, Eikweier un Scheriff von Apple Ja. Holie Terrer Kauntie.

ZUie in China geplündert wurde. VonJranjWoaS. Ueber die Plünderung in China ist

j naturgemäß bisher nur Weniges in Europa berichtet worden; in diesem j Wenigen war aber viel Unrichtige? mit manchem Richtigen durch einander geworfen. Versuchen wir es, uns von . dem wirklichen Hergange auf Grund I eigener Beobachtungen und zuverlässi-

ger Berichte das richtige Bild zu machen. Als ich mich anfangs Oktober auf dem Landwege der Stadt Peking näherte, traf ich auf einen starken Trup penkörper; es tvar ein russische Infanterie Regiment, das bis auf eine Compagnie die Hauptstadt geräumt hatte und sich auf dem Rückwege nach Ticntsind befand. Die elf Compagnlen des Regiments führten einen Wagenpark von rund 300 Wagen mit, was also auf die Compagnie nicht ganz 30 Wagen ergiebt. Run dürften auch für die Russen die freilich unnöthig viel dienstliches Gepäck mit sich zu füh. ren pflegen 10 Wagen für das regelrechte Gepäck genügen; der Rest von 20 Wagen war also außerdienstliches Gepäck, und daß dem wirklich so war, lehrte mich deutlich der Augenschein, denn' in einzelnen Wagen lagen z. B. ganze Ballen gelber Seide offen zu 2age. In der That ist es namentlich den Russen allgemein nachgesagt worden, daß sie stark geplündert hätten; in Wirklichkeit war aber gerade bei den Russen das Plündern auf das strengste verboten worden, und e war ihnen nur das zu nehmen erlaubt, was sie zu eigenem Bedarf und um sich Unterkom men zu verschaffen, gebrauchten. Da sie aber zusammen mit den Amerikanern und den Engländern diejenigen waren, die die Stadt Peking und deren kaiserliche Paläste unmittelbar nach der Flucht des Hofes besetzten, so mögen sie bei der Fülle von Gebranchsgegenständen, die sie darin vorfanden, vielfach in gelinden Zweifel gerathen sein, ivas eigentlich Gebrauchs- und was LuzuLgegenstände seien. Waren doch hierüber auch andere Truppen und sogar Offiziere in Zweifel, die für ihre

Kasinos ganze Aallen von seidenen Stoffen requirirten, um bei etwaigem Bedarf ihre 'Speife- und Empfangsräume damit zu verschönern. Während die Mannschaftsquartiere sich zumeist recht ärmlich zeigten, so gab es doch hier und da auch solche, wo die Lager reiche seidene Decken aufwiesen. UnterOffiziere und Feldwebel gar prunkten mit schwerem Pel'-'.rk, üppigen Kissen und schweren seicenen Vorhängen. Man fasse dies aber nicht zu tragisch auf. Tr ermüdete Soldat, der den Tod immer dicht vor Augen in eine fanatisch kämpfende Stadt ein dringt, kann nicht-immer erst peinlich erwägen, ob dies oder das auch wirklich ixn nothwendiger Gegenstand oder ein Luxusartikel ist; er wird auch selten die Wahl haben, sondern nehmen müssen, was sich ihm bietet; in den liaiserllchen Schlössern aber boten stch eben nur Kostbarkeiten selbst in den Gegenständen des gewöhnlichen Ge brauche. Diese Schlösser sind es vornehmlich, die für die Plünderungen, soweit sie vorkommen, in Betracht zu ziehen sind; denn die Plünderungen der eigentlichen Stadt Peking stammen nicht von den fremden Soldaten, sondern von den kaiserlich chinesischen Truppen sowie von den Boxern. Die Stadt Peking liegt heute zu drei Aierteltheilen in Asche und Trümmern; wer aber diese Trümmer erschaffen hat, das sind so gut wie ausschließlich die Chinesen selbst. Die kaiserlichen Paläste dagegen sind so ziemlich unversehrt gewe sen, als die fremden Truppen sie betraten; sie waren somit voll von all den mannigfaltigen Gegenständen, die ein kaiserlicher Haushalt, wie der chinesische es ist, sie gebraucht; dann aber auch voll von einer unglaublichen Zahl aller möglichen Putz und Kunstgegenstände. Die kaiserliche Stadt enthält wohl mehr als 200 einzelne Gebäude, .die

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! zu.n größten Theil Paläste, Tempel, Wohnhäuser höherer Beamten u. s. w. sind und jedenfalls sämmtlich auf

wohnlichste eingerichtet und gestopft voll von Mbeln und Kunstwerken al!er Art waren. In allen diesen Gebänden zusammen genommen war, als zuletzt die Deutschen den eigentlichen kaiserlichen Palast besetzten, kaum mehr so viel an unversehrtem Möbelwerk vorhanden, ini das Armee - Oberkommando einigermaßen menschenwürdig unterzubringen. Nur die großen, schwer beweglichen Stücke, Spiegel, Wandschirme und dergl. warctt noch da: das nöthige Bettzeug mußte schon überall zusammengesucht werden; die beiden prunkvollen Thronsessel ixz eine sür die Kaiserin, der andere für den Kaiser bestimmt die im Herrschersaale der Kaiserin standen, waren so ziemlich unversehrt und stehen noch heute an derselben Stelle, wo sie zu Zelten der Kaiserin gestanden haben; sie waren wirklich zu groß, um sie mitzunehmen. Russen, Japaner. Engländer und Amerikaner waren diejeni gen, die sich in der Besetzung der verjchiedenen kaiserlichen Schlösser theilten. Den Russen war es, wie gesagt, auf das strengste verboten, zu plündern; ob für die übrigen der genannten Nationen ein solches Verbot bestanden hatte, ist nicht bekannt geworden, und so erklärt es sich, wenn der russische General, als er sah. wie die anderen Truppen handelten, nachträglich sein Bedauern darüber aussprach, daß das Plünderungsverbot erlassen worden sei. Das Verbot blieb trotzdem aufrecht erhalten und ist es noch bis zur Stunde; alle Gegenstände, die bei den russischen Soldaten gefunden werden

und von der Plünderung herzurühren scheinen, werden ihnen unbarmherzig weggenommen. In Port Arthur aber, wohin die Russen sich nunmehr in der Hauptsache zurückgezogen haben, wurden sämmtlichen Soldaten die Koffer durchsucht, und alles Verdächtige soll selbst bei Offizieren confiscirt worden sein. Die Plünderung der genannten Paläste war eine gründliche; sie war aber leider auch eine barbarische;' denn es genügte den Plünderern nicht, Geld und Gut zu finden; wo sie solches nicht fanden, da zerstörten sie einfach alles. So kommt es, daß nicht nur Kisten und Kasten, Schränke und Schubladen durchweg und aufs gründlichste durchsucht worden sind .sondern hohle Bron zestatuen, in deren Bauch Geld vermuthet worden, sind umgestürzt und aufgeschlagen worden; am Ende hat sich auch wirklich das vermuthete Geld darin gefunden. Wo die Gegenstände zu

groß und doch kostbar waren, wurden sie zerschlagen, um wenigstens, die werthvollen Theile davon mitzunehmen. So sind viele große Uhren, und Spielwerke an welch letzteren sich der wohlhabende Chinese gern zu ver gnügen scheint, denn man trifft sie aller Orten und in den besten Aussüh rungen an im Sommcrpalai und in sonstigen Palästen in Stücke ge-

schlagen worden und das Gold davon ist mitgehen geheißen worden. Im Sommerpalaste standen unter große Glasglocken zwei Uhren in den Wohngemächern der Kaiserin. Eine große Sonne zierte die Zifferblätter, deren weithin geworfene Strablen aus purem Golde bestanden. Die Sonne, die n"" aranirt war. blieb an Ort un Stelle; die beiden Uhren gehen heute noch; die goldenen Strahlen aber sind in die Taschen eines Plünderers hineingefallen. Am Lotosteiche des Kaiserpalastes zu Peking steht ein kleines Gebäude, in dem offenbar ein Glockenspiel untergebracht war. In einem ziemlich geraumigeu Saale stehen rechts und links Gefäße für die Glocken, die je nach ihrer Größe einen höheren oder tieferen Ton abgaben, sobald mit einem Klöp pel von außen daran geschlagen wurde. Dem Musikmeister, der hier einst sei. nes Amtes waltete, loird es schwer werden, jemals wieder ein Konzertstück zum Besten zu geben, es sei denn, er sei ebenso geschickt aus seinen Glocken wie Paganini auf seiner Geige, dem nur die -Saite erhalten geblieben; denn nur noch die tiefen Töne sind auch hier vorhanden, weil die großen Glocken wirklich zu groß waren, um sie mitzunehmen; die kleinen Glocken aber waren leicht wegzubringen. Wer weiß, wo ste ferner ihre Stimme werden er iönen lassen? Am selben Teiche, nur am entgegen gesetzten Ufer, sieht der ziemlich umfangreiche Palast, der dem jungen Kaiser als Aufenthalt dienen mußte, als ihn seine Pflegemutter ab- und in Gefangenschast setzte. Es ist diese Thatsache oft bezweifelt worden; aber heute kann man leicht die eine Thür erkennen. die die Kaiserin hie? an den Ge mächern des Kaisers vermauern ließ, damit nur die 5auptthür zu bewachen war. durch die er unmöglich entkommen konnte. Die Wohnung des Kaisers hestand nur aus drei Räumen. einem Empfangszimmer, einem Schlafzimmer und der Bibliothek, die voll von kostbaren Bllckzern. eingeschlagen in die gelbe, kaiserliche Seide war. und wo er anscheinend sein trübeZ Dasein der brachte, sehnsuchtsvoll nach den LotusMumen des Sees hinausschauend. Das kaiserliche Bett war hier nicht in der sonst gewohnten Weise in Gestalt einer hölzernen oder massiven Pritsche hergerichtet, sondern bestand aus einem richtigen, überaus großen Schkaffofa. Dieses muß, nach den Resten zu schliewi, einstmals miterauS kostbarem

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dunkelbraunem Seidensammet überzogen gewesen sein. Dieser Sammet ist in die dunklen Taschen der Plünderer gerathen und wird wohl als kostbares Kleid einer schönen Europäerin demnächst seine Auferstehung feiern. Stühle, Bänke und Tische, zumeist aus werthvollem, dunkelbraunem, steinhartem Holze angefertigt und aufs reichste und in besonderein Geschmack verziert, sind zu Hunderten zerschlagen und weggeworfen worden, weil sie nicht mitgenommen werden konnten. Kurz, es ist in barbarischer Weise hier gehaust worden. Von wem? Bn welcher Na tion? Von welchen Truppentheilen? Ties mag ununtersucht bleiben. Deutsche' können jedoch dabei so gut wie gar nicht in Frage kommen, und zwar aus dem einsacken Gru'-de nicht, weil sie bei der ersten BeskFng dieser Paläste gar nicht dabei waren; sie rückten mit ihren ersten Spitzen abgesehen von dem kleinen Kommando, das sich zuru Schutze der Gesandtschaft in dieser htfand erst am 30. August in die Stadt, nachdem diese bereiis am 14. und 15. August genommen worden war. Dabei darf jedoch nicht verschwiegen werden, daß auch deutsche Soldaten im Besitze von Sachen ge funden worden stnd, die offenbar aus den kaiserlichen Palästen stammten. E? sind dies aber sämmtlich Stücke voll niederem Werthe gewesen, die die Soldaten entweder selbst mitnahmen oder erwarben, um dann ein Andenken an die chinesische Kaiserstadt und ihren Palast zu besitzen. Wirkliche Werthgegenstände. wie Goldsachen, Uhren, theure Bronzen. Diamanten und Perlen, habe ich nirgendwo im Besitze deutscher Soldaten gesehen, während sich solche zu, Unmengen in den Händen der

Soldaten anderer Nationen gefunden haben. So wird von einem Russen erzählt, er habe seinen Brodbeutel voller Taschenuhren gehabt und eine um die andere verkauft das Stück 2 Dollars. Erklärlich ist es, daß sich auf diese Weise ein gewisser Neid der deutschen Soldaten einstellte, und daß sie nachträglich auch ihrerseits im Stillen den Wunsch hegten, hier und da eine billige Erwerbung zu machen. Die schlechteren Instinkte der Menschen schlummern ja nur, um ab und zu zu erwachen, und an einzelnen, die sich solch verhängnißvoller Instinkte nicht erwehren können, ist selbst bei der be-

sten Truppe kein Mangel. So hatte daö Generalkommando trotz alledcm auch bei den deutschen Truppen seine Mühe, um nachträgliche.Plünderungen im kleineren Stile zu unterdrücken. Ganz gelungen ist es nicht; aber immerhin ist das Wenige, was in dieser Beziehung bei den deutschen Truppen

vorgekommen .ist,. gänzlich . verschwind

dend gegen das. was sich bei den übrigen Truppen eingestandenermaßen und oft ereignet hat. Bei den übrigen Nationen, mit Ausnahme der in den Spitzen wenigstens gleichgesinnten Russen. fand man überhaupt an den Plünderungen als Requisitionen" nichts Strafbares oder Unangemessenes. Bei Ur. Deutschen war selbst die Requisition der nothwendigsten Gegenstände und selbst in den dringendsten Fällen ein- für allemal bei schwerer Haftbarmachung des betreffenden Truppen kommandos untersagt; die anderen Truppen aber requirirten und plünderten nach Herzenslust. Ja. ste ver kauften offen und ehrlich wieder weiter, was sie requirirt hatten, wofern es ihnen nachträglich nicht paßte. So fanden wochenlang bei den Sihk der Engländer förmliche Auktionen solcher Gegenstände statt, bei denen zunächst diese Sihks selbst die betreffenden Sack)en für ein Spottgeld ankauften, worauf sie sich ans Thor ihrer Quartiere

oder auch auf den offenen Markt be- j gaben, wo sie rasch das Doppelte und Dreifache erhielten. Namentlich viele! Seide fand so ihren Weg wieder auf den Markt zurück, aber auch andere

Gegenstände aller Art erschienen nach und nach auf den Märkten, als die chi nesifchen Händler inne wurden, daß ihnen nichts davon gewaltsam durch die Truppen abgenommen und nichts zu Leide gethan wurde. Jetzt sind trotz der Zerstörung der Stadt überall die großen Märkte wieder flott im Gange; zu 5)underten und Tausenden erscheinen die Gegenstände im 5)andel. die einstmals die kaiserlichen Paläste füllten. Die geheiligte gelbe Farbe die sonst ausschließlich dem Hofe selbst unter schwersten Strasen vorbehalten war geht in alle Schichten der Bevölkerung über. Werwundert bemerkt es der Chinese; eS dämmert ihm, daß eine neue Zeit im Werden ist. dankbar und bescheiden.

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: Ich hab dich lieb".. Ich hör das so. ttönnt ich s glauben. Wär ich wohl sroh. Ich hab dich lib" . . Welch halber Ton! Wie Geig und Me.... Ich hörte ihn schon. Ich hab dich lieb . . Sac;s immer. Kind! Ich loeift, dab LÜM Geschenke sind.

Nein fall. Dichterling: So ein Pech! Schreibe ich da im DalleS Neklamegedichte für eine Jnsektenpulverfabrik, und nun schicken mir die all Honorar zehn Flaschen Jnsektenpul verl

assen Isla, und 3Iat.

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Keine Bezahlung, wenn nit geheilt. 9al Ist mein Vorschlag allkn Männern nd 7r,inrn, wkliyk an sviaknden .rantdrlt,'N lrtren: ?.'ervcniN'.Vt,e, rrschtpsung, schirachfr Culten. dnmiiiomi, Tkttrn schmerz oder Schmerzen in iraenk einem lOnlc tc .SiH rer. Dr. OZkLaughlin'S klektrischir Gürtel Kellt schnell und tr immer alle i'eiven Hcfcr rt und ich gzranNere eine Heiluna irren ZaUes, ten tch ar.nrdwe, nd verlange keme r)llitna M 5tt fCn-Htlrtr; wenn 3dr mich irr rifUt. rtrriM tut motn buMU jUiinrtrt Vuch, welchem metne edanklungomkifore er Mil und tonirtje ü'ittlfcttnnacn aitu Dr. A. . MeLaughlin.! 2l4 State Straße. Chicago.

Angekommen : Culia Papageien.

Jett ist die Zeit mi einen jungen Dogel sprechen zu le.-nen. anch find dicscid? jetzt am dilligsten. rn cder roird garantirt prechcn jn lernen. Alle andere Sorten Vögel, Kange, S warnen usw. Junge Qm batter n,td eicaniscyc Gelb-öpfc. C. F QSp, 431 133 SVafjat Llrmont und

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