Indiana Tribüne, Volume 24, Number 137, Indianapolis, Marion County, 3 February 1901 — Page 6
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Andlana Tribüne, Sonntag, 3. Februar 1901.
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Die Weiße Tame".
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Die Sag von einer weiß:n Dame, die sich im Königsschlosse zu zeigen pskgt. wenn ein Todesfall in der Herrscherfamilie unmittelbar bevorsteht, ist in vielen Ländern verbreitet. Auch im Stockholmer Schlosse kennt , inau die unheilverkündende Erschei nung. . So wird in den von dem Geistlichen' Pastor Wadström kürzlich veröffentlichten Erinnerungen" folgende interessante Geschichte erzählt, die ihm von der vor einigen Jahren 'verstorbenen Prinzessin Eug6nie, einer Schwester des Königs Oscar, mitgetheilt worden ist. Die Erzählung der Prinzessin lautet so: Während der letzten Tage des MoNQtS März im Jahre 1871, kurz vor dem Tode der Königin Louisa, hatte ich den Abend bei meiner Mutter, der Königin Wittwe Josephina. verbracht. Wir waren beide sehr froh darüber, daß eine günstige Wendung in der Krankheit der Königin eingetreten zu sein schien, so daß die Aerzte die beste Hoffnung auf eine baldige Genesung hegten. Es war schon spät Abends, und ich stand gerade im Be griffe, meiner Mutter gute Nacht zu wünschen und in meine Gemächer zurückzukehren, als der diensthabende Kammerherr uns meldete, daß in der Nähe des Schlosses ein großes Feuer lusgebrochen sei. Meine Mutter fragt: mich, ob ich ihr nicht nach der großen Gallerie folgen wolle, um' von dort us den Brand in Augenschein zu nehinen. Ein Diener wurde fortgeschickt, um in den Gemächern, die wir passiren sollten, Licht anzuzünden, und wir begaben uns dann nach der Gallerie. wo wir das unheimliche, aber prachtvolle Schauspiel lange betrachteten. Als wir wieder nach unseren Zim rnern zurückkehren wollten, schlug meine Mutter vor, durch die Gemächer des Königs (Earl XV.) zu gehen, um uns persönlich nach dem Befinden der hohen Patientin zu erkundigen. Wie wir den Salon, der durch eine Treppe rnit dem Gemache der Königin in Berbindung stand, erreichten, sah ich eine hohe Dame mit feinen Zügen mitten im Zimmer gerade unter dem Krönleuchte? stehen. Sie trug ein weißes Atlaskleid, das mit einem großen Spitzenkragen, der bis auf die Schulter reichte, geschmückt war. Ich glaubte ganz bestimmt, daß es eine der Hofdarnen der Königin sei, die den Befehl erhalten habe, die Rückkehr der KöniginWittwe abzuwarten, um ihr mitzuthilen, wie die Königin sich befinde. Die Dame betrachtete uns unverwandt, ohne ihre Stellung zu ändern oder eine Miene zu verziehen. Da ich diese Dame nie zuvor am Hofe gesehen hatte, wollte ich erst meine Mutter ganz leise fragen, wer sie sei. Ich that es jedoch nicht, weil ich dachte, die KöniginWittwe werde wohl einige Worte an sie richten und sie dann bei ihrem Namennennen,,. Groß war daher meine Verwunderung, als meine Mutter, indem wir bei der Dame vorbeigingen, sie gar nicht zu sehen schien. ' Auch machte die Dame nicht die gewöhnliche Verbeugung. Es fiel mir gar nicht ein, ba5j etwas Uebernatürliches an der Sache sein könne, und ich dachte daher, es sei die einzige Erklärung, daß die Dame noch nicht am Hofe vorgestellt worden wäre, und daß meine Mutter daher thäte, als ob sie sie nicht sähe. Bei alledem kam mir's aber doch ganz sonderbar vor, daß sie Niemand von uns kannte; da die Königin - Wittwe ber keine Bemerkung darüber machte, schwieg auch ich über den seltsamen Vorgang. Als wir den Ausgang erreicht hatttn, wandte ich mich um und sah die wiße Dame noch immer unbeweglich, wie eine Marmorstatue, unter dem Kronleuchter stehen. Nachdem ich sie einige Augenblicke betrachtet, ging sie einige Schritte vorwärts, anscheinend, um sich uns zu nähern. Im nächsten Salon richtete ich gleich an meine Mutter die Frage: Wer war sie?" .Sie? Welch fcT fragte mein Mutter erstaunt. Die weißgekleidete Dame, die drinv.tn stand und uns anstarrte, ohne zu grüßen." Weine Mutter blieb stehen und fragle mit einer vor Angst bebenden Stimme: Hast Du eine weißgekleidete Dame in dem Zimmer, das zu den Gemächern der Königin führte, gesehen?" Ohm daß ich mir den Grund zu erklaren vermochte, wurde ich nun von derselben Angst wie meine Mutter ergriffer:. Ja, gwiß sah ich sie antwortete ich. Sie stand gerade unter dem 5lrLnleuchter. Hast Du sie denn nicht
gesehen? Ich will die Thür wieder vffnen, um zu sehen, ob sie noch da
istMutter ergriff meine Hand und J sagte: Du mußt vorläufig keinem Menschril von dem. was Du hier gesehen hast, etwas erzählen. Du hast vielleicht dtt weiße Dame" gesehen, und wenn dem so ist. so verkündet diese verhängr.igöoüc Erscheinung den bevorstehenden Tod der Königin." Mit angstvollen Gedanken ging ich an jenem Abend zur Ruhe, und es bau crte lange, bis ich einschlief. Ich that ein inbrünstiges Gebet für die Königin Lcuisa und meinen Bruder, den König, der vielleicht einen großen Verlust erleid? sollte. Am ' folgenden Tage theilten die Acrzie Bulletins -mit, daß das Befind'z? h?r Sl'6ma'm stA verscklimn'.ert
hab:. Drei Tage später war fuj
Zodt. So lautete die Erzählung der Prin-Hessin-War es eine Hallucination? Hai die Prinzessin in ihrer wegen der L!ran!he!t der Schwägerin erregten Stimmung gemeint, die weißDame", fcca Yx sie sicher schon während ihrer
Kindheit' Erzählungen gehört, geeyen zu haben? Wer vermag dieses Räthsel zu lösen? Königin Viktoria. Im Osborne House auf der Jif sel Wight ha! die greise Königin Victo:ia von England die altersmüden Hugcn zum Todesschlummer geschlossen. Während der ungewöhnlich langen Regierungszeit der Verstorbenen sind die Blätter der englischen Geschichte mit einer überaus großen Zahl der wichtigsten Ereignisse gefüllt worden. Die Aufgabe, ein junges Mädchen zur Herrscherin eines Reiches zu erziehen, das mit der Größe des alten Rom den Vergleich herausfordert, war einer deutschen Mutter beschieden. Georg lH.. König von England, endete im Wahnsinn. Sein Sohn, der Prinzregent. seit 1820 König von England. Geora IV. blieb kinderlos und auch Wilhelm IV., sein Nachfolger auf dem Thron, hatte keine Erben. So heirathete denn Georg's III. vierter Sohn, der Herzog von Kent, in vorgerückten Jahren die Prinzessin von Koburg. die verwittwete Fürstin von Leiningen, und ihnen ward am 24. Mai 1819 die Tochter, Prinzessin Victoria, im Pa.'ast zu Kensington geboren. Sie war 'ein Jahr alt,' als der Vater starb. Die Mutter lebte in tiefer Zurückgezoaenheit einzig dem Wohl ihrer Tochter. Die erste Erzieherin der Prinzessin war eine Teutsche. Fräulein Lehzen. der sie treue Anhänglichkeit bewahrte, und Deutsch blieb zeitlebens für sie
tugal je vier. Schweden und Holland je drei, und Oesterreich und Belgien je zwei. Es ist nur natürlich, daß diese lange Regierung auch die größtenFort schritte und Veränderungen sah, die
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Königin Victoria, und die Ihrigen eine Muttersprache. Selten erinnerte Wilhelm IV. seine Nichte an die Zukunft, denn er gab die Hoffnung auf eigeneNachkommenschaft nicht auf. Unter der Leitung vorzüglicher Lehrer wuchs die Prinzessin heran und am 20. Juni 1837, drei Wochen nachdem sie großjährig geworden, wurde sie Nachts von ihrer Mutter aus dem Schlummer geweckt mit der Nachricht, sie sei Königin von England. Erst am 23. Juni 1833 wurde sie in der alten Westminster - Abtei gekrönt. Im zweiten Jahre ihrer Regierung, am 10. Februar 1840, vermählte sich die junge Königin mit ihrem etwas jüngeren Vetter, Prinz Albert von Sachsen-Eoburg. und vier Söhne und fünf Töchter entsprossen dieser Ehe. Am 14. December 1861 starb der Prinz - Gemahl an einem typhösen Fieber, und auch eine Tochter Alice. Großherzogin von Hessen, sowie zwei Söhne, Herzog Alfred von Sachsen-Eoburg-Gotha, und Prinz Leopold,
Herzog von Albany wurden ihr durch !
den Tod geraubt; von ihren fünf Schwiegersöhnen sind drei nicht mehr am Leben. Ihr Nachfolger auf dem Throne, Albert Eduard. Prinz von Wales, wurde am 9. November 1841 geboren, und ist seit dem 10. März 1863 mit einer dänischen Prinzessin vermählt. Königin Victoria, die im Jahre 1878 den Titel einer Kaiserin von Indien annahm, hat den Record" als Regentin schon am 23.September 1896 gebrochen, denn damals regierte sie bereits länger als irgend ein englischer Monarch vor ihr: nämlich 59 Jahre 3 Monate und 5 Tage, und damit war die bisher längste Rcgierungsdauer, die ihres Großvaters König Georgs des Dritten, um einen Tag übertraffen. Von anderen europäischen Herr-
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Prinzgemahl Albert. die Geschichte Großbritanniens -kennt. Der mächtige Aufschwung der englischen Industrie vollzog sich während der Regierungszeit der Königin Victoria und es war auch in dieser Periode. daß durch Einführung der Eisenbahnen sich die großartige Umgestaltung des Verkehrswesens vollzog. Hand in Hand damit ging die polttische Entwicklung des Volkes, denen Rechte sich erweiterten und das in höherem Maße als früher die Gestaltung der Verhältnisse zu beeinflussen b:gann. Auch seine Gesittung hob sich, obwohl in den breiten-Massen des englischen Volkes noch heute mehr Rohheit zu finden ist. als in den gleichen Schichten der mitteleuropäischen Länder. Königin Victoria hat auch eine beträchtliche Erweiterung des ena.lt schen Eolonialbesitzes gesehen. Aber derselbe ist nur durch zahlreiche blutige Kriege erworben und erhalten worden. Es ist ganz interessant, einmal die Kriege herzuzählen, welche die an der Spitze der Friedensbewegung stehenden Engländer in diesem Zeitraum gcführt haben. Im Jahre 1833 begann der erste afghanische Krieg, nach dessen Beendigung im Jahre 1841 der erste Krieg gegen China anhob. Dann folgten in geringen Zwischenräumen der Sikh-Krieg. der Kaffernkrieg. der zweite Krieg gegen China, der zweite Krieg gegen die Afghanen, ein neue? Sikh-Krieg. ein Kampf gegen die Airmanen, dem nach einem neuen Kaffernkriege schnell ein zweiter folgte. Das sind die kriegerischen Unternehmungen Englands bis zum Ausbruch desKrim kriegs. Nach diesem gab es wieder einen Krieg mit China, während dessen der Aufstand in Indien ausbrach. Nach kurzer Pause folgte der Krieg gegen die Maori. der fast gleichzeitig mit einem neuen Feldzug gegen China
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' Im Krönung 8 co st üm. schern hat nur einer diesen Record geschlagen, nämlich Louis der Vierzehn it. der von lt43 bis 1715 auf dem Throne der Bourbonen saß. Während die Königin aber von Anfang an die Pflichten und Verantwortlichkeiten ihrer Stellung selbstständig übernahm, stand Louis der Vierzehnte als König lange unter Vormundschast. und dasselbe gilt von anderen englischen Herrschern, wie Heinrich dem Dritten, Erward dem Dritten und Heinrich dem Sechsten, die außergewöhnlich lan ge Zeit auf dem Throne ihrer Vater saßen. Die Durchschnittsdauer der Regierung englischer Herrscher seit 1066 war 23 Jahre; die Königin aber hat nicht nur elle Herrscher, die sie 1837 auf dem Throne fand, sondern such lllle, die während der nach-
si:n 21 Jahre den Thron bestiegen. überlebt. Während sie regierte tets Preußen fünf Herrscher gehabt. Ruß-! land. Dänemark. Spanien und Por
Prinz und Prinzessin von Wales. stattfand, dann folgte ein neuer Krieg gegen die Maori, einer gegen die Aschanti. die Campagne in Bhutan, der abessinische Feldzug. während des-
sen eine Expedition gegen die Bajuh unternommen wurde, und der von einem dritten Maorikrieg gefolgt wurde. Dann wurden wieder einmal , die Aschanti bekriegt, ein Zug gegen die Kaffern, ein anderer gegen die Zulus unternommen und selbst gleichzeitig das Kriegsbeil gegen die Afghanen geschwungen. Noch ehe diese Unternehmungen beendet waren, brach derKrieg in Basuteland aus. gleichzeitig mit diesem der Krieg gegen Transvaal; nach dessen Beendigung kam der egyptische Feldzug, dann der im Sudan; diesem folgte eine neue Unternehmung gcgen Virma, dann Kriege in Sansibar und Indien. Nach mehrjähriger Pause wurde der Stock - Exchange - Krieg gegen die Matabele arrangirt und endiich haben die Engländer eine Campagne in Tschitral. sowie den Krieg gegen Prempeh, König der Aschanti, geführt und den zweiten Sudanfeldzug unternommen. Einen der fluchwürdigsten Kriege, die England je unternommen, hinterläßt die verstorbene Königin ihrem Sohne und Nachfolger als' furchtbares Erbe. Währcnd ihrer Regierungszeit sind auf die Dahingeschiedene wiederholt Attentate verübt worden und auch diese haben dazu beigetragen, daß der Greisin auf Englands Königsthron außer dem Glanz des Lebens ein reich bemessen Theil von Leid wurde. ' Aus der altenZeit. .
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Aus uralter Zeit.
Im Departement Morbihan, dem südlichen Theile der Bretagne, von der Seeküste nicht weit entfernt, liegt ein Lezirk, der einige der größten und interessantesten Ueöeröleibsel der Kelten und Turanen auszuweisen hat. Der ganze Bezirk, der einen Flächenraum von mehreren Quadratmeilen umfaßt, ist sozusagen dicht mit Dolmen, Tumulithen und Monolithen besät und gewährt dem Auge des Besuchers einen höchst eigenartigcn, überaus reizvollen und eindrucksvollen Anblick. In unmittelbarer Nähe des Städtchens Carnac selbst bilden die Menhirs (Steinsäulen) elf lange, parallele Linien oder Alignemenis. Vom Mittelpunkte aus betrachtet, scheint es. als befände man sich in einem aus Steinen von riesigen Dimensionen bestehenden Walde. Viele dieser Blöcke erreichen die Höhe von ca. 25 Fuß, andere überschreiten dieselbe gar. und mancher diese? Kolosse wiegt schätzungsweise 100,000 Pfund. . Ursprünglich müssen die Steine zu Tausenden vorhanden gewesen sein, und es bleibt nur )ie Annahme, daß viele von Menschenhand später wieder entfernt wurden, so z. B. .von den Bauern zu dem Zwecke, den so gewonnenen Boden zu bebauen, und dies um so eher, um
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RiesensteZn in Kardes. dem Staate vorzugreifen, der dann auch späterhin sich der Pflicht zur ErHaltung der interessanten Stätte angenommen hat. Die Alignements erstrecken sich ungefähr zwei Meilen in östlicher und westlicher Richtung und sind gemäß der durch größere, freiliegende Felder bedingten Theilung in drei zusammengehörige Gruppen gegliedert, denen die ansässigen Örtsbewohner vor vielen Jahrhunderten, als hier die bretonische Sprache noch die eigentliche Umgangsspräche war. die Namen: Le Menec (die Erinnerungsstätte), Kermairo (die Todtenstätte) und Kerlescant (die Verbrennungsstätte) beilegten. Auf vielen dieser Dolmen sind primltive Figuren eingemeißelt und Ausgrabungen haben Asche, Feuersteine, Bruchstücke von rohem Steingut und thönernen Gefäßen unter ihnen und in ihrer unmittelbaren Nähe zu Tage gefördert; Ueberreste menschlicher Ge deine hat man jedoch trotz eifriger und gründlicher Nachforschungen nicht auffinden können. Der eigentliche Zweck, der der Errichtung dieser sonderbaren Sieindenkmäler zu Grunde liegt, ist mit zahlreichen Ueberbleibseln keltischer und anderer Urvölker im Laufe derZeit in Vergessenheit gerathen und bildet bis jetzt ein mysteriöses Räthsel. Man nimmt heute allgemein an. daß die Alignements Grabstätten anzeigten. Diese Wahrscheinlichkeit gewinnt wesentlich an festerer Gestalt, wenn' man die Bedeutung der obigen Namen der Gruppen von Menhirs. wie die mündliche Ueberlieferung diese Bezeichnungen von Generation zu Generation fortpflanzte, in Betracht zieht.
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Gardist: Die neue Pulverkammer ist in die Lust geflogen!" Hauptmann: Um GotteL willen wo ist denn der Posten?" Gardist: Der hat glücklicherweise gerade im Wirthshaus gesessen!" Galant. Leutnant (beim Ball zu seiner Tänzerin): Gewiß mein Fraulein, es gibt Pulver ohne Rauch. Telegraph ohne Draht. Wagen ohne Pferde, aber kein Vergnügen ohne Da men
Tisch der Kaufleute. Einer der schönsten und vollkommensien Dolmen Frankreichs ist der Table des Marchands" (Tisch der Kaufleute). Er besteht aus einem Stein von riesigen Dimensionen, ist auffallend gleichmäßig geformt und ruht auf drei Trögern. Hinter ihm befindet sich ein eNvas kleinerer Stein, der eine Art Vorhalle bildet. In dem inneren Kreise des Erdbodens unter dem Dolmen ist die Erde entfernt und dadurch die Grundfläche dem Auge des Beschauers sichtbar. In diese Grundfläche ist eine Figur, die einen Schild darstellt, roh eingemeißelt; außerdem ziert die Abbildung einer Steinaxt das Monument. Angestellte . Ausgrabungen haben Steinäxte an's Tageslicht befördert. Außer dem schon erwähnten Tisch der Kaufleute" geben wir in unseren Abbildungen einen der größten Steine in Kardef wieder. Tiefsinnig.
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" Geschieden.
. ' ' Die Ehe des Fürsten von Monako ist geschieden worden. Es gab in dieser Ehe einen eigenthümlichen Familienwirrwarr. Die am 10. Februar 1858 geborene Fürstin war eine geborene Heine, in erster Ehe mit dem Herzog von Richelieu vermählt, und heirathete nach dem Tode des Herzogs am 30. October 1889 in Paris den Fürsten von Monako. Aus ihrer ersten Ehe entstammen zwei Kinder, ein Knabc und ein Mädchen. Dr Fürst von Monako war seinerseits in erster Ehe mit Lady Mary Douglas - Hamilton vermählt. Aus dieser Ehe, die
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Fürstin Alice. am 3. Januar 1880 von der römischen Kurie für nichtig erklärt würd, stammt der am 12. Juni 1870 geborene Erbprinz Ludtoig von Monako. Lady Douglas heirathete später den ungarischen Magnaten Grafen Tassilo Festetics. Die Fürstin Alice wird ihren dauernden Wohnsitz in Paris nehmen, der Fürst das Schloß Marchais im Saone - Departement bewohnen, wo auch seine erste Hochzeit mit Lady Douglas stattfand.
dh Postpalast.
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neuerbaute Reichspost- und Telegra-
pyengeoaude inAnwesenheit des GroßHerzogs von Baden und seiner Gemahlm sowie des Staatssekretärs des Reichspostamts v. Podbielski feierlich eingeweiht und dem Verkehr übergeben. Hufeisenförmig erhebt sich das massive Bauwerk, das seine Hauptfront der verkehrsreichsten Straße in Karlsruhe, der Kaiserstraße, zuwendet, während die Seitenflügel rechts und links sich nach zwei Nebenstraßen erstrecken. Die beiden Flügel sind durch einen mit der Hauptfront parallel laufenden Querbau verbunden. In einem sich von jeder Ueberladung fern haltenden Barockstil, wie er im badischen Lande vorherrscht, errichtet, wirkt dasVebäude schon durch die Wucht seiner Ausdehnung und durch die monumenlale Gestaltung seiner Bauart. Drei Ein-
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' Vagabund (philosophirend): Merkwürdig, wie man ein Mitteleuropäer und trotzdem ohne Mittel sein kann!" m l Feuerung genug. Dame: Entsetzlich! Die Kohlen werden im-
. mer theurer!" Redakteur: Schadet ! ' mir nichts! Jetzt kommen bald die.
' ttrüblinasaedichte." '
Das Postgebäu'oe. gange öffnen sich an der Hauptfron! gegen die Straße. Durch das MittelPortal gelangt man zur Haupttreppe und weiter zu den Räumen der Oberpostdirektion; die Seitenportale führcn zu den dem Publikum geöffneten Hallen. Während das Erdgeschoß das Hauptpostamt, die Postkasse und die Rechnungsstelle enthält, ist das zweite Geschoß für die Dienjträume der Oberpostdircction, das dritte für Telegraphie und Fernsprechwesen sowie für die Dienstwohnungen der Directoren bestimmt. Ter Bau - Entwurf des Karlsruher Reichspostgebäudes ist im Reichspostamt unter der Oberleitung des Geh. Oberpostraths Hake ausge-arbeitet-worden, während die örtliche Bauleitung dem Regierungsbaumeister Walter unter der Beaufsichtigung des Postbauraths Saeger übertragen war.
Beleidig!.
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Sie, Ihren Dackel schau'n S' an, toie dumm der in d' Welt 'nein schaut!" Sie wissen ja gar net, was mein Dackel von Ihnen denkt!-
Kleine Ursachen etc. etc. Nickter (um Anaeklaaten. der Käufia
vor Gericht steht): ... Aber mit Ein-1 brechen und Schlösser öffnen befaßten.k
Sie sich doch nie wie kamen Siez darauf? Angeklagter: Meive Al-I
te hat mir den Hausschlüssel nie gege den, und so verfiel ich darauf!".
In die Tiefe. . Oon H. Nestel-Toeppe. -Es ist Nacht. Auf absteigendem Pfade fliehen sie in rasender Eile auf schäumenden Pferden dahin. Es rauschen die Bäume, es knistern die Zweige, rollende Steine stürzen, es saust der Wind. In der athemberaubten Hast ihres tollen Rittes führen die Liedenden stoßweise, abgebrochen ein erregtes Gespräch: Man wird uns einholen murmelte er. Es ist um uns geschehen," erwiderte sie. Er: Wenn sie uns todten... Um so besser!" Sie: Ach! Ja mögen sie mich nur tödten!" Er: Warum Dich? Sie werden Dich nicht tödten!" Sie: Glaubst Du?" Er: Sie wissen, das Leben ohne Dich wäre mir qualvoller, als sterben ohne Dich." Sie: Wir müssen zusammen in den Tod!" Er: Und Dein Gatte? Wird er uns schonen?" Sie: Mein Gott! Schweig von ihm!" 'Er: Dich schont er, weil er Dich liebt!" Sie: Aber ich verabscheue ihn!" Er: Mich aber haßt er!" Der Wind benimmt ihnen die Worte. Jetzt beschleunigen sie das Tempo. Nach kurzem Schweigen sagt sie: Bist Du sicher, daß uns keine Rettung bliebe?" Er: Nicht eine." Sie: Giebt es keinen Ausweg?" Er: Nicht einen." Sie: Könnten wir leben, ohne uns zu sehen?" , Er: Niemals! Ich kann nicht! Nimmermehr!" Sie: Nun dann laß uns sierben!" Er: Du willst. Geliebte? Ich bin bereit! Ich will es!" Sie: Höre! Am Ende dieses Weges öffnet sich ein fürchterlicher Abgrund . . . . " Er: Gut! Gieb dem Pferde die Sporen!" Sie: Vorwärts!" Er: Schneller! Wenn man uns vorher einholte Immer noch schneller!" Sie: Ja!" Er: Stürzen wir ohne Besinnung hinab" . . . Sie: Oh. noch einen Kuß." Er: In den Tod! Schnell! Wir sind am Ziel" Darauf stürzt sich der Geliebte mit seinem Pferde in die Tiefe. Aber sie. die tolle, geschickte Reiterin, hält mit einem heftigen, kurzen Ruck das sich aufbäumende Pferd vom Abgrunde zurück, beugt sich nach vorn und sieht, wie der, der sie so treu geliebt, von Fels zu Felsen stürzt, und lächelt, als er ihr. vom fahlen Lichte des Mondes beschicken, die blutenden Arme entgegenstreckt. Boshaftes Mißverstand-niß.
Graf: Die amerikanischen Jagdgründe werden allmälig auch immer weniger ergiebig." Herr: Ach. wollen die reichen Erbinnen nicht mehr so wie früher an beißen?" , Nette Wirthschaft. '
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Junge Frau: Karl, jetzt ist es aber endlich Zeit, daß einer von uns beiden kochen lernt.--Juristische Praxis.
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Richter (zur Zeugin): Sind Sie mit dem Angeklagten verwandt ode: verschwäaert?"
Dc PfisfigeNachtwächter.
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Gäste: Wenn nur der verfluchte Nachtwächter zu tuten aufhöret'! Der weckt uns n?Ä unsere Weiber auf!" Wirth: Das werden wir gleich haben! D:r warte! nur auf seinen
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Schlaftrunk! ... So ...! ' Der unheimliche Schatten.
Zu hoch geschätzt. Frau
(entsetzt): Zweitausend Dollars hast'
Du in Sicilien den Briganten ausge-
liefert?" Bankier: , Was wollte ich! machen! es hieß die Börse oder das Leben." Frau: Na, weißt Du, Du
taririi Dick aber sehr hock!"
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Jessas. Muckerl. da schau her. in Deiner Stuben is a Rhinoceros!"
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Aber na, Freunderl, das is blos rnei' Alte, die auf mich wart'!"
ZittereLogik.
Na, Herr Studiosus, wer'n Se mer beute endlich emol zahl'n?" Bitte, haben Sie nur noch bis zum Ersten Geduld! Ich will ein schlechter Kerl sein, wenn ich Sie dann nicht Zahle!" Wie baißt? Wenn Se mer nix zahl'n jetzt, wo Se sin noch e' ehrliche? Mann, werden Se mer erst recht nicht zahl'n. wenn Se sein e' schlechter Kerl!"
Niezufrieden.
... 's isch nix dies Jahr, mit dem viele, viele Obst und Sach! Schinde' muß ma' sich, und kriegt schier nix da. für!" Hascht recht. Hans, i' hab' au' scho' d'ra' denkt! 's sollt' ebe au' a' Versicherung gebe für dös, wann's z'viel gibt!"
Die reiche Partie.
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. . . Daß Du Dich mit Deiner haß. lichen Zukünftigen Kar so häufig - Straßen zeigst!?" ' . .Gläubiger beru
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