Indiana Tribüne, Volume 24, Number 136, Indianapolis, Marion County, 2 February 1901 — Page 2
Jndicmn Tribune, L. Februar 1901.
Dampfrosj'Nirchen.
Ter Vambus in (Hilft.
Einzelne amerikanische Eisenbahn j Gesellschaften hatten schon vor längerer i Zeit Geistlichen - Dienste, zunächst für ihre Angestellten, teilweise in An-!
sprnch genommen; aber viel neueren Datums sind besondere EisenbahnWaggonswelche ausschließlich als Kapellen mit Orgel, Kanzel u. s. w. und sogar mit Wohnräumen für den Geistliehen und seine Familie eingerichtet sind und ständig lausen. Ehapel Cars" werden sie genannt, und die bisher vorhandenen in unserem Lande stehen sämmtlich unter Controlle der baptistischen Kirche, und John D. Rockefeller hat an ihrer Geschichte beträchtlichen Antheil. Ihr Einsluß erstreckt sich ausschließlich üUx bestimmte Theile des Westens. Der Ursprung der betreffenden Vewegung läßt sich in die Bergbauer-La-ger des nordlichen Wisconsin hinein verfolgen und ist von einem Besuch des Dr. Wayland Hoyt. Bruders des Eisenbahnmannes Colgate Hoyt. in diese Regionen her zu datiren; das war vor eun fahren. Dr. Hoyt bemerkte zu seinem großen Bedauern, daß in diesen Distrikten gar keine Gottesdienst-Plätze in irgend einer Gestalt zu finden seien, und setzte dann seinem Bruder auseinander, daß es im Interesse der Bahngesellschaften selbst sein würde, wenn sie in Verbindung mit dem Bahndicnst 5Zapellen herstellte und dieselben zeitweilig an den kleinen abgelegenen Orten auf Seitengeleisen verlveilen ließen. Diese Anregung fiel nicht auf unfruchtbaren Boden, und schließlich baute ein Eisenbahn - Syndicat. zu dessen leitenden Persönlichkeiten John D. Rockefeller gehörte, den ersten Kirchen - Waggon und verehrte ihn der American Äaptist Publication Cociety". Heute laufen bereits 8 solche Eisenbahn - Kirchen in den westlichen Staaten und besonders in den abgelegenen Wald- und anderen Districten von Nord - Wisconsin und Minnesota umher. Sie sind größer, als die gewöhnlichen Bahnwaggons, je 80 Fuß lang und bieten, obwohl auch ihre sonstigen betreffenden Einrichtungen bedeutenden Raum in Anspruch nehmen, für 100 Personen bequeme Sitz-Gelegen-heit. 20 Fuß der Waggon-Länge sind für den persönlichen Gebrauch des Evangelisten und seiner Familie reservirt. Jeder solcherWaggon ist aus dem ft--sten Material hergestellt und kostet $7000; er wird sorgfältig in guter Ordnung erhalten und so oft es erforderlich erscheint, neu angestrichen und lackirt. Theils haben diese DampfroßKapellen ihre besonderen Namen, wie .Messenger osPeace". Gfod Tidings". theils werden sie nach Nummern in der Reihenfolge ihrer Herstellung benannt. Jede der Kapellen ist die Stiftung eines oder mehrerer Einzelnen; die Bahnge sellschaften als solche haben die rollenden Gotteshäuser und ihre Bedienung nicht unter sich, leisten ihnen jedoch allen Vorschub, vor Allem Gratis-Beför-derung von einem Ort zum anderen. Durchschnittlich bleibt eineKapelle fünf bis sechs Wochen an demselben Orte; doch kommt dies ganz auf die Verhältnisse an. Erwähnenswerth ist noch, daß die Gelder für den Unterhalt einer dieser Kapellen, wie für ihre Herstellung ausschließlich von Frauen ge!iefert wurden. Dies war der fünfte ocr erbauten Waggons; er ist besonders schön ausgestattet und hat den Narcr Woman's Chapel Car" erhalten. Die genannte religiöse Gesellschaft kjebt mit Stolz hervor, daß diese Dampfroß - Kapellen auch für die sonstige Ausdehnung ihrer Thätigkeit weithin in den Umgegenden sich sehr werthvoll erwiesen und zur Crvauuna einer Anzahl stehender neuer Kirchen aeführt hätten
- m m m EtnLiliput.Sergwerl. Wohl das kleinste Goldbergwerk der Welt ist im Cripple Creek-District, unweit Anaconda, zu finden, und seine Besitzer sind jedenfalls die kleinsten BerZbauer. Es sind drei Brüderchen, deren ältestes noch nicht weit über das
zehnte Jahr, daH zweite 9. und das j dritte 6 Jahre all ist! John. Burt und '. Dan O'Brien sind ihre Namen, und ! ihr Vater ist Superintendent des be1 kannten Morning Glory"-Berg-Werks. Es ist der einzige Ehrgeiz der Knaben, ihrem Vater dereinst in der j Leitung dieser Mine nachzufolgen, und i darauf bereiten sie sich in ihrem eigenen Bergwerk mit allem Eifer vor. t Yellow Kid"-Mine wird dieses Lii liput-Bergwerk genannt, und die drei Jungen haben die ganze BergwerksAnlage selber gebaut und eingerichtet, aU Miniatur-Nachahmung eines der s großen Minen des Distriktes, aber nicht ganz ohne eigene Ideen. Der Schacht, d-en sie gegraben, ist jetzt 25 Fuß tief, mit drei Gängen. Vom Mork gen bis zum späten Abend arbeiten die Jungen wie die Biber in diesem Bergjwerk. und dann legen sie sich in einem t kleinen Holzhäuschen schlafen, das sie l für sich allein bwohnen. Sie haben 'zwölfstündigen Arbeitstag! j Dieses Liliput-Unternehmen ist mit ganzen 30 Cents capitalisirt. John ist : General-Superintendent und Oberarbeiter der Gesellschaft. Burt ist Schatzmeiste? und gleichzeitig Erz-Sortier. 1 und Dan. der Kleinste, ist Maschinist ! und Präsident der Gesellschaft, k Burt soll schon über erstaunliche rninei ralische Kenntnisse verfügen.
8 Der Vater ist stolz auf dieses Trio.
Jö so ganz mit Recht?
Ueberall in Mittel- und Süd-China Wächst der Bambus. Während er aber am Äangtsekiang ziemlich unscheinbar bleibt, kann man ihn in den südlichsten Theilen des Reiches und in Formosa in seiner vollen Schönheit entwickelt sehen. Die Halme dieser Riesengrasort werden hier 50 bis 00 Fuß hoch und am unteren Ende etwa 10 Zoll dick. Steckt man, ' eine Anzahl von Bambusstengeln an einem Orte in die Erde, der genügend Raum zur Entfaltung gewährt, so dehnen sie sich durch Scitenschößlinge allmählich zu einer mächtigen Gruppe aus. Mühe hat der Eigenthümer so gut wie gar nicht davon. Er muß nur die ältesten Stämme herausschneiden, sobald sie geblüht und Samen getragen haben, weil sie dann absterben wie alle anderen Gräser. Es soll indessen nur in Zwischenräumen von 18, 20 und noch mehr Jahren einmal vorkommen, daß der Bambus blüht. Die Chinesen nennen ihn den König der Bäume", weil es ihnen unbekannt ist. daß er zu den Gramineen gehört. Sie wissen seine Schönheit ebensogut zu würdigen wie die Ausländer. Er bietet ihnen Motive für mancherlei Zweige ihrer Kleinkunst. So bedeutend diese ästhetische Seite für das geistige Leben des nüchternen Volkes ist, so wird sie doch weitaus übertroffen von der unschätzbaren Wichtigkeit des Bambus für die verschiedensten Seiten des praktischen Lebens der Chinesen. Es ist erstaunlich. zu wie außerordentlich vielen Dinczen er verwendet wird. In Folgendem seien einige der wichtigsten Verwendungsarten des Bambus aufgezählt. Die Liste kann nicht einmal auf annähernde Vollständigkeit Anspruch machen. Gleichwohl wird schon daraus zu ersehen sein, daß wir es hier wohl mit dem wichtigsten Erzeugniß im ganzen Reiche de; Mitte zu thun haben. Die sehr harten und zähen, aber dabei doch leichten Stämme dienen einer großen Menge von Zwecken. Das Machwerk aller nur mit Matten bedeckten Bauwerke besteht fast ganz daraus, sowohl das der oft sehr großen, zu vorübergehenden, meist religiösen Zwecken errichteten Schuppen, wie das der kleineren. von armen Leuten dauernd b?wohnten Hütten; ebenso die Gerüste, die sich um Neubauten erheben. Wegen seines röhrenartigen Gesüges eignet sich der Bambus vortrefflich zu Röhren von Wasserleitungen, nachdem die dicken Zwischenwände bei den Knoten durchbrochen worden sind. Die Kulis auf derStraße. sowie die Stuhlträger könnten ohne ihn nicht viel anfangen, denn den einen liefert er Tragstangen. während, anderseits oft das ganze Gerippe eines Tragstuhls einschließlich der Schäfte daraus verfertiqt ist. Die Schifföstangen der Bootsleute. sowie die Rippen für ihre Mai tensegel sind aus Bambus, desgleichen die Harken und Eggen der Landleute, viele Werkzeuge der Tischler und Schneider, sowie die meisten Eßstäbe. ferner Tische. Bänke. Stühle. Ständer. Griffe von Handlaternen. Halter für Schreibpinsel. Vogelkäfige. Hühnerkörbe. Leitern. Vergitterungen.Rollvorhänge. Besen. Bürsten. Kämme. Körbe jeder Art. die Stangen der Regenschirme. Musikinstrumente. Blumenvasen. Flöße. Brücken und tausenderlei andere Dinge. In Süd-China trifft der Blick sowohl im Hasse wie auf der Straße und auf den Aeckern überall auf Sachen, die aus Bambus qefertigt sind. Alle Chinesen, auch die ärmsten, haben eine gjpfce Abneigung dagegen, sich dem Regen auszusetzen; sowie der Himmel seine CÄleusen öffritt, lausen sie wie die Katzen in, die Häuser. Äus diesem Grunde sucht sich Jedermann einen Regenmantel zu verschaffen; ein solcher läßt sich einfach und ganz billig aus den getrockneten Blättern des Bambus herstellen, die man lose zusammennäht. Eine der wichtigsten Verwendungsarten des BambuS ist die zur Herstellung von Papier. Aus Bambus hat
man aber schon tx wenigstens zweitausend "Jahren Papier gemacht, nämltcy seit dem ersten oder zweiten Juhrhundert vor Christus, während sich dessen Anfertigung im Abendlande erst im Zeitalter derKreuzzöge sehr allmählich verbreitete. Die hölzerne Faser des Bambus wird von den Chinesen in Lohbrühe eingeweicht und darauf in Mörsern zu einem Brei zerstoßen, den man schließlich zwischen Platten preßt. Das ist ohne Frage ein sehr rückständiges Verfahren. Wie so manches andere im Reiche der Mitte hat es zwar ein hohes Alter, aber im Laufe der Jahrhunderte ist wenig oder gar nichts daran gebessert worden. Die Folge ist. daß das aus Bambus bereitete Papier eine recht geringe Haltbarkeit zeigt. Es zerreißt sehr leicht und ist in Süd-China obendrein der Zersiörungswuth der zahllosen Inselten, besonders der Termiten oder weißen Ameisen sowie in der Regenzeit dem Schimmel ausgesetzt. Daß der Bambus auch eine durchaus nicht zu verachtende Speise liefert, könnte auf den ersten Blick sonderbar erschei, nen. Denn weder die Blätter noch die kieselbarten Stämme sehen so aus, als ob sich daraus ein schmackhaftes Gericht herstellen ließe. Die ganz jungen Schößlinge geben scdoch ein treffliches Gemüse ab, dessen Geschmack an Spargel erinnert, und das sowohl von Chinesen wie von Ausländern gern gegessen wird. Einige Vertragshäfe.
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Das alte Leiden
eiche da Leben de vmerlkaner am meisten xlgt und vtthltttxi. tft bekannt al )ff s in vteltn Formen, elche all leicht geheilt werde können durch ?r. August Söuig's Samburger Propfen dessen trkungen allenthalben bekannt find als prompt und sicher.
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Hische alS Stthleten. Manches ist in neuerer Zeit über das Geheimniß des Bogelfluges geschrieben worden, das zum Leidwesen von Gelehrten und Erfindern noch niemals eine positive Lösung gefunden' hat. Doch nicht minder geheimnißvoll, wenn auch weniger beachtet, sind die Bewegungen der Fische im Wasser bis zum heutigen Tag geblieben! Richt nur
Schiffahrende. sondern auch Liebhaber !
von Aquarien können in dieser Beziehung gar manche merkwürdige Wahrnehmungen machen, die im letzteren Fall sogar noch genauer sind, wenn auch nicht verständlicher. Die Bewegungs - Schnelligkeit vieler Fische, ihre plötzlichen Sprünge von bestimmten Stellungen im Wasser aus, ihre scharfen Drehungen in geringerer Länge als ihr eigener Körper hat, und noch manches Andere, vor Allem ihr Beharrungs-Vermögen. das sie in den Stand setzt, gegen die gewaltigsten Gegenströme zu schwimmen, bieten mehr unlösbare Probleme, als sich der flüchtige Beschauer träumen läßt; denn ste scheinen manche Naturgesetze geradezu auf den Kopf zu stellen." So äußerte jüngst ein gelehrter Liebhaber, und mit Recht. Wohl können wir sagen, daß die betreffenden wunderbaren Kraftleistungen irgendwie durch Bewegungen der
Flosse und des Schwanzes hervorge-)
bracht wurden. indeß sind, nach der für uns möglichen Berechnung, diese Organe in 99 unter 100 Fällen viel zu klein, um die anscheinend gewaltige Kraft-Entwicklung zu erklären. So kann ein Goldfisch von drei Zoll Länge in irgend einer wassergefüllten Glaskugel eine MengeDinge verrichten, welche nach unserem Verständniß theoretisch unmöglich" sind, und im Ru ein Gesetz der Dynamik in das andere, wie f uns in den Phystk-Lehrbüchern eingebläut wird, über den Hausen rennen. Um solche Leistungen voll zu würdigen, muß man sie natürlich auch im Verhältniß zur Größe des Fisches betrachten und sie dann etwa mit denjenigen mechanischer, von Menschenhand hergestellte? Körper vergleichen. Man stelle sich z. V. einen Dampfer vor, loelchcr mit einer Schnelligkeit von nur etwa 5 Knoten in der Stunde dahwgondeln und dann urplötzlich seine Geschwindigkeit auf eine Meile in der Minute erhöhen würde, Solches wäre durchaus nicht erstaunlicher, als Bewegungen, die man z. B. durch kleine Forellen in ewem Aquarium häufig ausführen sehen kann! Und dazu kommt noch die so äußerst zarte und geschmeidige Natur der Flossen und des Schwanzes eines solchen Fischleins, welche gar keine entsprechende Gegenkraft gegen die Wassermacht bieten zu können scheinen. Es ist unaefäbr. als
ob ein dcttn-Limendapfe.; einen! 1?L...L:Ua ..s kllu.
iU.UUUuy.4 MUS VUUUliU Uvi oder Gaze hätte. Und doch leisten die Fische mit solcher Ausstattung ve rhältnißmäßig mehr, ls die mächtigste Maschine, welche jemals vom Menschen gebaut worden ist. Wo ist die. Quelle dieser ' gewaltigen Energie, und wie kann sie sich betbatigen und behaupten? Darüber wissen wir, wie gesagr, bis jetzt noch gar nichts. Wenn die Natur uns dieses Geheimniß eines Tages enthüllen sollte, so könnte dies vielleicht von höchstem practischenWerth bezüglich zweckmäßigerer Herstellung unterseeischer Boote sein! In der That haben sich schon Boot-Erbauer dieser Frage gewidmet; aber ohne allen Erfolg ist ihr Forschen und Grübeln geblieben. besonders Futschau. führen eine große Menge dieser Schößlinge aus. Zum Schlüsse dürfen wir eine Art der VerWendung des Bambus nicht ganz übergehen, die im Auslande mehr bekannt sein wird als die meisten anderen hier aufgezählten Arten: die zum Prügeln. Deutsch und Französisch in Nußland Die All'.ance Fran?aise", deren Zweck es ist, die französische Sprache und Literatur in der ganzen Welt zu pflegen und zu fördern, hat vor rim-' ger Zeit eine förmliche Untersuchung der Lage des Französischen außerhalb Frankreichs angestellt. Vor einem Jahrhundert stand die französische Sprache an der Spitze der Cultursprachen; gegenwärtig nimmt sie einen weit niedrigeren Rang ein. Während nämlich zur Zeit der Königin Elisabeth von England, also vor etwa dreihun-
dert Jahren, das Englische nur von 5
Millionen Menschen gesprochen wurde nd das Svanische. Deutle iir.b
Französische vorherrschend waren, wiro gegenwärtig das Englische von 116 Millionen Menschen gesprochen, das Russische von 80. das Deutsche von 70. das Spanische von 50, das Französische von 45. das Italienische von 30 Millionen. DasFranzösische kommt also unter den europäischen Sprachen erst in fünfter Reihe. Das gesteht auch der Vorsitzende der Alliance Franaise". P. Foncin. in seinem letzten Berichte unumwunden zu. allein er tröstet sich damit, daß die Bedeutung einer Sprache nicht blos von der Zahl der Menschen abhängt, die sie sprechen, sondern auch von mancherlei anderen Umständen; sind diese günstig, so werde auch die Zahl wieder zunehmen. Der Bericht weist in dieser Beziehung auf Rußland hin. in dessen Gymnasien das Französische obligatorisch sei und nicht weniger als das Lateinische gepflegt werde. Diesem Optimismus tritt nun der russische Mitarbeiter des ..Figaro", Ossip-Louri'. in einer längeren Darstellung entgegen, in der er zunächst auf Grund der amtlichen russischen Berichte feststellt, daß der Unterricht im Französischen in den Gymnasien nicht obligatorisch ist, sondern daß es den Schülern freisteht, das Deutsche oder das Französische zu wählen, und daß durchschnittlich 70 Procent dem Deutschen den Vorzug geben. Dann führt er an, daß nach dem amtlichen Berichte der neugegründeten Handelsschule in Moskau die Zahl der Theilnehmer, die sich für die verschiedenen Fächer eingeschrieben haben, die folgende ist: Buchführung 314, Russische Sprache 139, Französische Sprache 166, Deutsche Sprache 658. Englische Sprache 35. u. s. w. Am Schluß des Schuljahres gibt es freiwillige Prüfungen; an der letzten Prüfung haben sich 534 Schüler betheiligt, von denen erfolgreich bestanden: in der deutschen Sprach 95, in der französischen 17 und in der englischen 4. . Die Zöglinge dieser Schulen, berichtet der Gewährsmann des Figaro" weiter, stammten aus allen Classen der Bevölkerung; die Mehrheit bestände aus Handlungscommis, niederen Beamten, dann aber auch Studenten. Lehrern u. s. w. Viele besäßen schon Kenntniß der deutschen Sprache, da es in allen größeren Städten deutsche Schulen gebe und die Deutschen überhaupt ihre Sprache eifrig zu verbreiten suchen. Es gäbe sogar deutsche Lyceen; so das Peter und Paul-Ly-ceum in Moskau für Mädchen, das bei der Bürgerschast sehr beliebt sei; alle Professoren seien Deutsche und die Unterrichtssprache sei die deutsche. An der Handelsschule Petet des Großen in St. Petersburg, die vom Handelsstände derHauptstadt unterhalten wird und untet dem Proiectorat deö Kaisers steht, seien 62 Stunden der deutsehen und 54 Stunden der franzosischen Sprache gewidmet; die Schule zähle vier Professoren für das Franzöfische und sechs für das Deutsche. Es sei richtig, daß die Russen, die auf Reisen gehen, meist französisch verstehen; aber das sei eine ganz kleine Minorität. Daß ein russischer Gelehrter seine Werke, wenn er sie zu.r Kenntniß seiner College im Ausland bringen wolle, französisch schreibe, sei ein Irrthum; er kenne zahlreiche Werke von Russen, die deutsch geschrieben seien; die französischen seien äußerst selten, höchstens seien es schlechte Uebersetzungen. Aus dem Allen zieht der Gewährsmann des Figaro" den Schluß, daß das Französische in Rußland stetig an Boden verliere, und zwar zum Vortheil des Deutschen. Er sei kein ??eind der deutschen Sprache, aber es sei für ihn doch traurig. denNiedergang des Französischen feststellen zu müssen. Wenn es noch ein Mittel gebe, den Verfall zu hindern, fo sei es einzig die Gründung von französischen Schulen in den Hauptstädten. Wenn Frankreich von Rußland gehört sein wolle, so müsse es vor Allem dafür sorgen, daß seine Sprache in Rußland verstanden werde.
DieLIJahrealteGertrud Küppers aus Heerdt bei Düsseldarf begab sich nach dem Bahnhof Neuß. um zum Markt nach Gladbach zu fahren. In der Nähe des Bahndammes wurde sie überfallen und durch einen Schuß in den Kopf und einen Sckrnitt in den Hals tödtlich verletzt. Der That verdächtig ist ein jun. ger Mann Namens Schrott aus Osterath, den Eifersucht zu dem Mord zetrieben haben soll.
Deutscher
Vereins- und Logen-Kalender.
Gcsattgvcrcittc. Lzarugari Sängerchor. Jeden 1, Sonntag Geschäftsversammlung. Probt jeden Donnerstag in 29 Süd Tclaware Str. Präsident, Conrad Ries, Sekretär, Jos. Pftüger ; Dirigent, I. Guntermann. Indianapolis Männerchor. Gesangprobe, gemischter Chor, jeden Dienstag. Männerchor jeden Freitag Abend in der Männcrchorhalle. Präsident, Fred Franckc; Sekretär, Rudolph Müller; Dirigent, Franz Bellinger. Monatliche Vorstands Versammlung jeden ersten Sonntag im Monate. Indianapolis (iederkranz. Probt jeden Donnerstag in der St. Marien Halle, S. Dclaware Str. Prä sidcnt, Fritz Weiffenbach sr.; Sekretär, Valentin Hoffmann; Dirigent, Ernst Knodel. Monatliche Geschäftsvcrsamm lung jeden zweiten Sonntag im Monat. D. R. und Musikoerein. Gemischter Chor, probt jeden Dicn stag und Männcrchor Freitag Abend im Teutschen Hause. Präsident, George Kothc; Sctrctär, I. George Müller. Dirigent, Alexander Crncstinoff. Regel mäßige Vorstands-Bcrsammlung jeden zweiten Montag im Monate. Sozialistischer Sängerbund. Probt jeden Dienstag Abend in der Columbia Halle. Präsident, Gustav Döpper; Sekretär, Louis Mcycr; Diri gent, Joseph Gantcrmann. Geschäfts Versammlung jeden ersten Freitag im Monat. Südseite TNännerchor. Probt jeden Mittwoch Abend in der Lyra Halle. Präsident, Albert Schrö der; Sekretär, Christ. Michel; Dirigent, Joseph Guntcrmann. Gefchäftsvcr sammlung jeden vierten Sonntag im
Monat. Turnvereine. Socialer Turnverein.
Versammlungen am ersten und dritten Mittwoch jeden Monats im Deutschen
Haufe. Erster Sprecher, Heinrich Mösch; Schristwart, Konstantin Bccherer; Turnlehrer, Hugo Fischer. Südseite Turnverein. Versammlung am ersten Dienstag jeden Monats in der Südseite Turn halle, 230 und 236 Prospekt Straße, Erster Sprecher, Henry Victor; Schrift wart, Otto Deppermann; Turnlehrer, Curt Toll. Unabhängiger Turnverein. Versammlung am zweiten Mittwoch jeden Monats in der Halle des Unabh. Turnvereins, Ecke Ohio und Illinois Str. Erster Sprecher, Joseph Keller; Schriftwart, Adam Äroßkopf; Turn lehrer, Oskar Ruthcr. Vorort des Nordamerikanischen Turnerbundes. Versammelt sich jeden ersten Samstag im Monat im Teutschen Hause. Erster Sprecher, Hermann Lieber sr.; Erster Schriftwart, Theo. Stempfel, P. O. Box 166.
Logttt. Odd Zellows. Germania Loge No. 129. Versammelt sich in der Grand Lodge Halle jeden Donnerstag Abend. Frank
Dcckert, Präsident; Henry Thoms, Sc kretär. Mozart Loge No. 531. Ver sammelt sich jeden Freitag Abend. John Dietz, Sekretär. verbesserter Grden der pthias ritter. Castle Hall, 14 W. Ohio Str. G r o ß l o g e. Versammelt sich in der Castle Hall jeden zweiten Dienstag im Februar. Columbia Loge N o. 8. Ver sammelt sich in der Castle Hall jeden Donnerstag Abend. Jamcö Rcagon, Sekretär. Körner Loge N o. 1. Ver sammelt sich jeden Montag Abend in der Castle Hall. Aug. F. Dich, Präsident; Friedrich Wenzel, Sekretär. Liberty Loge No. 5. Ver sammelt sich in Castle Hall jeden Mitt woch Abend. Gustav Kothc, Sekretär. Pbönir Loae No. 4. Ver
sammelt sich jeden Freitag Abend in Castle Hall. Schiller Loge No. 2. Ver sammelt sich jeden Dienstag Abend in der Castle Hall. Grden der Druiden. Germania Circle No. 1.
Versammelt sich in der Druidcnhalle
jeden zweiten und vierten Sonntag im
Monat. Octavia Hain So. 3. Ver
sammelt sich jeden Montag Abend in
der Druiden Halle. M. Dammel,
Sekretär.
Grden der arugari. H c r t h a L o g c N o. 1 3. Vcrsam Titelt sich jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat. Schiller LogcNo. 381. Versammelt sich jeden 2. und 4. Montacr im Gebäude der Deutschen gcucrvcr' sicherungs Gesellschaft an der Süd De. laware Str. Präsident, Christian Orthwein; Sekretär, John Dietz. Anights and (adies of onor. Martha Loge 23 6. Verfam mclt sich jeden Dienstag Abend in der Druden Halle. John Wörner, Sekretär. Elisabeth Loge N o. 498 Versammelt sich im Morrison Vloi. jeden Freitag Abend. Rnights of Lzonor. Eureka Loge No. 2 4. Versammelt sich jeden Freitag Abend No. 132 N. Pennsylvania Str. Germania Loge N o. 2 634.. Versammelt sich jeden ersten und letzten Donnerstag im Monat No. 138 OstWashington Str. Schiller Loge No. 40. Vcrsammelt sich jeden ersten und letzten Donnerstag im Monat No. 29 S. Dc laware Str. Hermanns Söhne. Cherusker Loge N o. 1. Vcr sammelt sich jeden 2. und 4. Freitag in der Columbia Halle. Präs,, Sebastian Oeftering; Sekretär, Chas. Thiclmann. Tcutonia Frauenloge No 1. Orden der Hermanns Schwestern Versammelt sich jeden 3. Donnerstag im Monat in der Columbia 5oalle. Prä sidcntin: Anna Dux ; Sekretärin: Agnes Zcrnicke. Germania Loge No. 2, O D. H. S., Haughvilie. Versammelt sich jeden 1. und 3. Montag im Monat in Baists Halle. Präsident : Fricdr. Eoetsche; Sekretär : Henry Kl'ngworth. Adelina Loge No. 2, O. D. H. S., Haughville. Versammelt sich jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat in Baists Halle. Präsidentin.: MargaretheKühn; Sekretärin : Pauline Möller.
Unicrftutzun.qs- und sonftige Vereine.
DcutscherGärtnerVerein. Versammelt sich jeden ersten Sonntag im Monat in der Germania Halle. Deutscher Veteranen Vcr ein. Versammelt sich jeden zweiten. Sonntag im Monat im Deutschen Hause. PfälzerVcrein. Versammcl sich am 1. Sonntag im Monat im Loka
von Fritz Bernhardt. Präsident, Daniel Monninger, Sekretär, Heinrich Meyer.
PreußenVerein. Versammelt
sich am letzten Sonntaa im Monat in der Columbia Halle. Präsident, Chris.
Brehob, Sekretär, John Hostmark. PionierVerein. Versammelt sich jeden dritten Sonntag im Monat
im Lokal von O. Keller. Präsident,
Fritz Schradcr; Sekretär, Wm. Weiland.
Sachsenbund. Versammelt sich
jeden 3. Sonntag im Monat in der
Columbia Halle. Prändcnt, Theodor-
Hausse; Sekretär, Hugo Keil.
Bäcker Verein. Versammelt.
sich am 1. Sonntag im Monat im Gebäude der Deutschen Feuerversicherung--
gescllschaft. Präsident, Bernhardt Thau;
Sekretär, Bcrthold Schreiber.
Deutscher Gegen f. Unt
Verein. Versammelt sich am letzten
Sonntag im Monat im Jcsterson Hause. Präsident, Louis tzcllmann; Sekretär Louis Zicglcr.
Verband DcutschcrVereine
von Indianapolis. Vorstands.
Versammlung in der Männcrchor Yallc-
jeden zweiten Montag des Monates.
Präsident, Fritz ranclc; isclrctar, .
W. Löpcr.
Indianavolis Schützen.
Verein. Versammelt sich No. 110
Süd Dclaware Str. Schützenpark an
der Süd Meridian Str., südlich vom Plcasant Run. Präsident. Philip
Zaps; Sekretär. Edward A. Vrctz. Wcstphalia Unt. Verein. Versammelt sich jeden letzten Freitag im Monat in Warwcgs Halle, Ccke Mich. -BcvilleAve. Präs.: Anton Wiese ; Sckr. : Heinrich Dcerbcrg. Schweizcröund. Versammelt sich jeden zweiten Sonntag im Monat tn der Germania Halle. John Stoll, Präsident, Jos. Keller, Sekretär. Zweiundzwanziger Unt. Verein. Versammelt sich. 1. jeden Sonntag im Monat.' I. Ll'zius, Prä. sident; Fred. Noclke, Sekretär; Wm. Kiemcyer, Schatzmeister. Arbeiter Kranken und Sterbekasse. VnsauuuU sich
