Indiana Tribüne, Volume 24, Number 136, Indianapolis, Marion County, 2 February 1901 — Page 1

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rsdjctnt jeden Nartxtnittag und Sonntag Morgens.

Jahrgang 24.

Die sterölichcn Zlcöer'

restc Der Königin Victoria von England Alit aukerordentlichem Zlomp nach Ztortsmouth gebracht.

Indianapolis, Ind.. Samstag, den 2. Februar 1901.

Wo sie über Nacht an Bord der Jacht AlbeIta" Metten wird

Um dann nach London und Wind sor überführt zu werden.

Äaise? und Könige, Königin und Prinzelsinncli, Folgeu dem Targc 311 Fnß von OS bornc nach Cowcs. W Die Beerdigung der K ö n ! gin Victoria. C o w e s. 2. Feöruar. Mit groß artigem Pomp wurde am Freitag Nachmittag die Leichz der Königin Victoria von Osborne House nach Portsmouth überführt, wo sie über Nacht an Bord der königlichen Jacht Alberta" bleiben wild, um am Garns tag Morgen nach London und von dort nach Windsor gebracht yd werden. Das Schauspiel, als der maritime rauerzug sich langsam zwischen der doppelten, zehn Meilen langen Neihe mächtiger Kriegsschiffe hinbewegte, die alle Salutschüsse abfeuerten, war ein überaus imposanter.' Zwischen dem Donner der schweren Schiffsgeschütze wurden hin und wieder die Klänge von Chopins und Beethoven's Trauermarsch vernommen und die Mannschzften dtt Schiffe, die sonst bei großen Flotten - Demonstrationen mit ihren energischen Hurrahs" Leben in das Bild bringen, standen diesmal stillschweigend auf den Schanzbekleidüngen. Acht Torpedojäzer übernahmen von Cowes an die Leitung, ihnen folgte die Yacht Alberta" mit der Leiche der Königin Victoria an Vo:d. Diesem Fahrzeug schlössen sich an die Yacht Victoria and Albert" mit dem König Edward, der Königin Alexandra und der königlichen Familie an Bord, die Yacht Osborne" mit anderen Fürstlichkeiten, die Yacht Hohenzollern" mit dem Kaiser Wilhelm, dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm, dem Herzog von Connaught und Anderen, die Ädmiralitätsyacht Enchantreß" und eine Trinity House Yacht. Dieser Trauerzug zu Wasser bewegte sich durch die Reihen der zwei und eine halbe Kabellänge von einander verankerten und Salute feuernden Kriegsschiffe Hinduich. Die Linie erstreckte sich von Cowes bis Spithead. eine Distanz von beinahe zehn Meilen. Die Hauptlinie bestand aus den folgen den großen britischen Panzerschiffen: Alexandra. Camperdown. Rodney, Lenbow. Collingwood. Collous, Sans Pareil, Nile, Howe, Melampus, SeVera, Galatea, Bellona. Pactolus, Pelorus, Diana, Conqueror. Arrogant. Minerva, Niobe. Hero, Hood, Trafalgar, Rosolution. Jupiter. Hannibal. Mars. Prince George und Acajestic. Von dem Augenblick an. in dem die Alberta" 5owes verließ, wurden von den sämmtlichen Schiffen alle Minuten Schüsse abgefeuert, jedes Schiff hörte aber sofort zu Feuern auf, sobald die letzte der in der Prozession befindlichen pachten vorbeigefahren war. Nachdem die Yachten die Maiestic". das letzte der britischen Schiffe, passirt hatten, begannen die Fort und Schiffe im Hafen von Portsmouth Salutschüsse abzugeben, bis die Alberta" an der Werfte angelegt hatte. Der Sarg mit der todten Königin wird über Nacht an Bord der Alberia" bleiben. Die Ceremonien bei der Ueberführung der Leiche v?n Osborne House nach Cowes waren kaum weniger interessant. als die spätere Fahrt nach Portsmouth. Es war gerade Mittag, als das Bahrtuch von dem Sargin der Todtenkapelle entfernt wurde. Der Krönungsmantel. den die Königin bei ihrer Thronbesteigung trug, wurde dann iifor den Sarg geworfen und Krone, Szepter und Reichsapfel, welche die Köiigin in ihrem Leben fast nie getragen, wurden auf den Mantel gelegt. Nachahniungen dieser Stücke werden mit der Nönigin in Frogmore in di: Gruft gesenkt werden. : Um viertel vor zwei Uhr wurde der lSarg von. Matrosen von der Yacht 'Victoria und Albert aus dem Schloß "getragen. Diese Aufgabe war zuerst to. Lochändern zugefallen, bei der

Vrsöe' venaymen Ire iiaz aoe? io ungeschickt, daß beschlossen wurde, an ihrer Stelle Watrosen in Anspruch zu nehreen. Außerhalb des Schlosses waren Grenadier-Garden aufgestellt, die. als der rauerzug aus dem Schlosse kam, die Gewehre präsentirten. Direkt hinter dem Sarg ging der Kktig und neben ihm der deutsche Kaitar. Der König ging gebeugten Haupk'daher, während der deutsche Kaiser ü -erhobenem Angesicht, das aber aui druckslos war, einqerschritt. Nach ih nm kamen die königlichen Prinzen und zunächst die Königin Alexandra und acht Prinzessinnen, alle gaz einfach in schwarz gekleidet, tief verschleiert und zu Fuß. Sie gingen je drei nebeneinan der. Mehrere von ihnen, namentlich die Prinzessin Beatrice, weinten bitter lich. Gegen die schwarzen Gewänder der Frauen stachen die glänzenden Uniformen der königlichen Hofbeamten, die den Frauen folgten, in auffallender Weise ab. Nachdem der Sarg auf die GeschützLafette gehoben worden, setzte sich der

! Zug langsam nach Cowes in Aewe

I gung. Das Schauspiel, das die beiden ' Monarchen boken, als sie, von den Da-

men ihrer Familien begleitet und von Dutzenden von Fürsten Europas gefolgt, langsam den einsamen Landweg entlang schritten, hinter der Todten-

bahre her, aus der die Edelsteine in ! der königlichen Krone blitzten, wird ! denjenigen, die Gelegenheit hatten, zu-

zusehen, lange unvergeßlich bleiben. Die Ehrerbietung und Liebe, welche hierbei zum Ausdruck kamen, wurden durch den Glanz der Uniformen so

vieler fürstlicher Persönlichkeiten accen-

! tuirt. j Es war Viertel vor 3 Uhr, als der ! Zua an dem Pier in Cowes ankam.

Die Königin Alexandra und mehrere andere der Damen waren von dem ungewohnten Marsch sittlich erschöpft. Die Garde-Grenadiere stellten sich zu beiden Seiten der Landungsbrücke auf und der Sarg wurde dann, während die Kirchenglockcn läuteten und die Kanonen donnerten, an Bord der Alberta" gebracht, wo er auf einer karminroth drapirten Platform niedergesetzt wurde. Nachdem sich dann die Herrschaft eingeschifft, setzte sich die Prozession nach Portsmouth in Bewegung. P o rt s m o u t h. 2. Feb. Die groß; Glocke im Nathshaus fing bei der AnZunft der ..Alberta" zu schlagen an und zwei Stunden lang ertönte alle Minute ein Schlag. Die Majestic" und das deutsche Flaggschiff Baden" waren die letzten Schiffe der Flotte, welche Salutschüsse abfeuerten. Die ..Alberta" fuhr um 4:40 im Hafen ein und wurde am Landungsplatz festgemacht. Die königlichen Yachten Victoria und Albert" und Ssbonte" wurden mitten im Hafen von Bojen festgemacht, während die kaiserliche Yacht Hohenzollern" neben dem chiffsbauhof anlegte. Die Mitglieder des Parlaments kamen am Morgen in drei Spezialzügen von London hier an und sie werden am Samstag die Leiche nach London begleiten. Das Befinden des Herzogs v o n Y o r k . In dem Befinden des Herzogs von Cornwall und York ist noch keine Besserung eingetreten, und wenn sein Zustand auch kein gefährlicher ist, so ist der Prinz doch sehr krank, und die Herzogin hat Vorbereitungen für einen wenigstens dreiwöchentlichen Aufenthalt in Osborne getroffen. Der Kulturkampf in Frankreich. Paris. 2. Febr. Eine Phase des in Frankreich stattfindenden Kulturkampfes ist ein von dem Bürgermeister von Kremlin Bicötre bei Paris erlas senes Verbot gegen das Tragen von religiösen Ordenskleidern . in seinem Bezirk. Dieses Beispiel wurde von einer ganzen Reihe von 'antiklerikalen Bürzermeistern im Lande nachgeahmt. In der Ortschaft Persan wurde jedoch die Angelegenheit durch das Gericht dahin entschieden, daß die Erlasse der Bürgermeister ungesetzlich seien'und daß derartige Anordnungen nur von der Regierung getroffen werden könnten. Aus dein deutschen Reich. Berlin. 2. Febr. Baron Von Stradonitz, der prominenteste deutsche Heraldiker. erklärt, daß der Kaiser Wilhelm auf väterlicher Seite ein direkter Nachkomme der Königin Maria (Stuart) von Schottland sei. durch Sophia Dorothea, die im Jahre 1757 starb und Prinz August Wilhelm. Bruder Frie richs des Großen. Kommendr Ostern wird das preußische Schulsystem in den Reichslanden eingeführt w sen. D.? 5mstbea'5 in D??5d?n bat die neue 'aderewski's anae-

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nomrnen und ii um!) in aiai zr vu

führung gebracht werden. Der Reichstag hat mit großer Matorität eine Resolution zu Gunsten der Einführung einer einheitlichen deutschen Ortographie angenommen. In Moerchingen. Lothringen, hat am 27. Januar, dem Geburtstag des Kaisers Wilhelm, der Premier - Leutnant Benger den Hauptmann Adams im Streit erschossen. Die Jagdbeute des Kaisers Wilhelm ist im Jahre 1900 gegen das Vorjahr etwas zurückgeblieben. Im Ganzen hat der Kaiser 3,563 Stück Wild er legt, darunter 2.750 Fasanen und 143 Hirsche und Rehe. Die Frankfurter Zeitung- erklärt, daß in dem Befinden derKaiserin Friedrich eine solche Besserung eingetreten sei, daß sie vielleicht noch Jahre lang leben könne. Aus zuverlässiger Quelle kommt die Nachricht, daß das Reich die Ver. Staaten nicht ersuchen wird, für die be nöthigte Anleihe von 197.000.000 Mark zu ,subscribiren, weder für die ganze Summe noch für einen Theil derselben, sondern daß die ganze Anleihe in Deutschland plazirt werden wird. Die Vossische Zeitung" sagt editoriell über den Besuch des Kaisers WilHelm in England : Der deutsche Kaiser wird, selbst wenn er britischer Feldmarschall ist, nur deutsche Politik machen und keinen anderen als deutschen Interessen dienen. Eine Offensiv- und DefensivAllianz zwischen den beiden Ländern gehört heute, wie dies bisher der Fall war. in das Reich der Einbildung. Noch ist keine Veranlassung für eine solche Allianz vorhanden und weder die Deutschen noch d.ie Engländer wünschen eine solche. Sie ist unmöglich, denn jedes der beiden Länder hat zu viele eigenen Interessen, die ein anderes Land weder vertheidigen kann, nochLust hat. sich damit zu identifiziren. Aber diese Verschiedenheit der Interessen ist keine solche, daß England und Deutschland deshalb nicht im besten Frieden miteinander leben könnten. Es wird eine angenehm? Aufgabe für den Kaiser sein, diese Entente zu befestigen und wenn die britische Presse zu der Ansicht kommt, daß das Verhalten Wilhelm II. das englische Volk zwingt, ihm Sympathie. Achtung und Dankbarkeit entgegenzubringen, können, wir nur die -Hoffnung aussprcchen. daß öie Polilik des Hofes von St. James stets im Einklang mit diesen Gefühlen sein möge. Wenn morgen Victoria zur letzten Ruhe geleitet wird, wird das ganze deutsche Volk mit England trauern und hoffen, daß die zwischen Wilhelm II. und Edward VII. bestehende Freund schaft eine gute Bürgschaft für eine neue und permanente Freundschaft zwischen den beiden großen stammverwandten Nationen sein wird; eine Freundschaft, die auf gegenseitiger Achtung und gegenseitiger Unabhängigkeit basirt, zum besten des Friedens und der Civilisation." - Der Kaiser hat den Herzog von Cornwall und York a la Suite der deutschen Armee ernannt. Eine Anzahl Gründer der Helios" Glühlichter-Gesellschaft wurden wegen Betrugs zu längeren Freiheitsstrafen verurtheilt. Herr Haes erhielt 4 Mo nate, Herr Reinicke G Monate, Herr Richter 2 Monate und vier Andere kürzere Gefängnißstrafen. Außerdem wurden in jedem Falle schwere Geldstrafen erkannt. Prinz Albrecht von Preußen, welcher Kaiser Wilhelm bei .der Hochzeit der Königin Wilhelmine im Haag vertreten wird, wird am Montag dorthin abreisen und am 8. Februar zurückkeh ren.'- Die Nachricht, daß der. Kronprinz einige Zeit während des Jahres inEng land zubringen soll, wird rn wohlunterrichteten Kreisen dementirt. .. --: . - Anläßlich deö Todes der Königin Viktoria hat der 5laiser folgende Ka binetsOrder erlassen i ' 'Nach 'den großartigen ;. und, wohlthuenden' .Freudenbezeugungen, meines Volkes anläßlich des zweihundertjährigen Gedenktages der Monarchie -istmein Kaus durch , das Ableben der, iKLnigin Victoria - von England, meiner gelieb ten Großmutter, in tiefe .Trauer.versetzt worden. - Unter dem Eindrucke.:dieser Trauerbotschaft habe ich alle Festlichkeiten an meinem Geburtstage, verboten und stehe in stiller Trauer an, der Bahre jener erhabenen Herrscherin. Die zahlreichen Zeichen aufrichtiger Theil nähme seitens meines Volkes an meinem Verluste und die Wünsche für mein ferneres Wohlergehen dringen warm und gefühlvoll in mein patriotisches Herz. Es hat mir gut gethan zu sehen, wie trotzdem die Deutschen im In- und Auslande meiner an meinem Geburts? tage gedacht haben .und ich statte Allen dafür meinen herzlichsten Dank ab. ' . Möge der gütige Gott auch in Zukunft alle Deutscken. welche Stellung sie auch einnehmen mögen, beschützen. Möge er deutsche Treue. deutschenFleiß und deutsche Arbeit segnen -immrdar. WilbN'mJ.R.

Das Kriegsministerium hat folgende Depeschen vom Grafen Waldersee er halten : Peking. 31. Januar. Em Detachement von vier Kompagnien, mit Kavallerie, berittener Infanterie, Feldund Gebirgsgeschützen, unter General von Trotha. sind von hier nach dem Sen Kia Pien Distrikte übergegangen und werden von dort nach Chu Tow und den Gräbern der Ming Dynastie vorgehen. Bei einer Explosion in Shan Hai Kwan wurde ein japanischer Hauptmann und 37 seiner Leute getodtet und 17 schwer, verwundet. Ein . britischer Hauptrnana und. ein Sergeant, erlitten schwftt Brandwunden. . Die Lage in China. yeking. 2: Feb. Es ist wenig Aussicht vorhanden, daß die verbünde-

ten Trupven zurückgezogen werden, solange nicht eine starke chinesische Regierung etabljrt worden ist, die wirklich im Stande .'ist, Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten. Tausende von entlassenen chinesischen Soldaten ziehen im Land umher, raubend und plündernd, und bereit, sich irgend einer Bande anzuschließen, die. wie sie selbst, es auf Raub abgesehen hat. Das nachsichtige Verhalten von Rußland und den Ver. Staaten trägt mehr als alles andere dazu bei. daß Leben und Eigenthum in Peking immer mehr gefährdet werden. Die Gebäude der provisorischen Regierung in Tien Tsin sind durch Zeuer zerstört worden. Es scheint Brandstiftung vorzuliegen, denn seit einiger Zeit waren chinesische Plakate in den Straßen angeheftet, in denen gegen die von der provisorischen Regierung erhobenen Steuern protestirt wird. ' Peking, 31. Jan. Feldmarschall Graf von Waldersee, der Oberstkom mandirende der vereinigten Truppenkontingente in China, hat nunmehr seine Bedingungen, unter welchen das Militär aus Peking und der Umgegend zurückgezogen werden soll, den Gesandten der Mächte unterbreitet. Graf Walderfte sagt in der Hauptsache : Bevor dem Verlangen, der chinesischen Regierung Folge gegeben werden kann, muß die, letztere wenigstens ihre Bereitwilligkeit zeigen, die Bedingungen des FriedensvertrageZ zu erfüllen. -Füinen. solchen Anfang wäre es genllg?ad, wenn die über die schuldigen Borer" verhängten Todesstrafen vollstreckt und China sich bereit erklären würde, den verschiedenen Regierungen die noch näher zu bestimmenden Entschädigungen zu zahlen. Erst dann mögen die Truppen der Mächte aus Peking und Paoting-Fu zurückgezogen und die Anzahl der Soldaten in Pechili verringert werden. Doch kann wegen des Eises auf den Flüssen und der beschränkten Transportmittel an eine Einschiffung von Truppen vor März überhaupt nicht gedacht werden. In Tientsin und in der Nachbarschaft von Shanhaikwan muß internationales Militär verbleiben, bis folgende zwei Bedingungen erfüllt sind: 1)' China muß den Beweis liefern, daß es Ruhe und Ordnung in der Provinz Pechili aufrecht zu erhalten und die dortigen .Missionäre und Ausländer zu schützen vermag. 2) China muß konstatiren, in welcher Weise es die Entschädigungen an di: Mächte aufzubringen gedenkt. - Während der Uebergangsperiode hqben Truppen an folgenden Plätzen zu verbleiben: 2000 Mann in Peking zum Schutze der Gesandtschaften, 6000 Mann in Tientsien. Lutai und Taku. 1500 Mann in Shanhaikwan. kleine Garnisonen entlang der Eisenbahnlinie an vielleicht sieben Stationen. Die Aufsicht über die Stationen führen die Vertreter der Mächte. Auch die Mili'tärstationen am Pei-Ho in Hosimu. Matow und Tungchow werden verbleiben und die temporäre Regierung wird in Tientsin bis Schluß der Verhandlunen funktioniren. In 'Friedenszeiten dürften 1500 Soldaten der interessirten Mächte als Garnison in Tientsin genügen, doch mit Postendienst auf dem Wege nach Peki.ng." H o n g K o n g , 2. Februar. Aus Canton wird gemeldet, daß der dortige deutsche Konsul Z100.000 Schadenersatz für jeden Deutschen verlangt habe, der bei den kürzlichen Ueberfällen auf dem West River verwundet wurde, und $59,000 für anderen angerichteten Schaden. Das Piratenthum nimmt in solcher Weise zu. daß die Konsuln bessere Beschützung der Wasserwege verlangt haden. Der Vizekönig antwortete, daß er alles thue, was in seiner Macht stehe? die Konsuln sind damit aber nicht zufrieden. Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn in einer einzigen Nacht ein Dutzend Ueberfälle, die auf dem Fluß stattgefunden haben, gemeldet werden. Dem Standard" wird aus Tien Tsin .telegraphirt. daß. einem Gerücht zufolge.. Li Hung. Chang gestorben sei.

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L o n d o n, 2. Feb. Richard Croker kehrte am Mittwoch vom Kontinent zurück und begab sich sofort nach Moot House, Wantage. Er kam am Donnerstag nach London und bezahlte die $5000 Einkommensteuer für ein abgeschätztcs Jahreseinkommen von $100, 000. Er hat die Idee aufgegeben, gegen die Entscheidung der AbschätzungsKommission zu Protestiren, da er sich vor den inquisitorischen Fragen fürch tet, die er gezwungen sein wurde, zu beantworten, und eine falsche Beantwortung auch nur einer einzigen Frage eine schwere Strafe nach sich ziehen würde. Blutige Kämpfe in Abessi-

n i en. L o n d o n, 2. Feb. Eine Depesche aus Cairo sagt, daß m Abessinien hef tige Kämpfe stattgefunden haben, in denen 7000 Mann allein getodtet worden seien. Es scheint sich hierbei um einen Aufstand unzufriedener Unterkönige zu handeln, der während der Abwesenheit des Kaisers Menelit ausgeörochen ist. Der Negus befindet sich jetzt an der ägyptischen Grenze, um der GrenzRegulirung beizuwohnen. Der Krig in Südafrika. London. 2. Feb. General De Wet's Kolonne besteht aus 1500 Mann mit zwei Geschützen." meldet der Korrespondent der Daily Mail" aus Kapstadt. Es wird unoffiziell bestätigt, daß er in die Kapkolonie eingedrungen ist. bestimmte Nachrichten werden aber mit der größten Ungeduld erwartet." Eine Depesche des Standard" aus Durban. Natal. sagt, daß die Feldoperation binnen Kurzem wieder in großem Maßstab aufgenommen werden sollen. Die Boeren sollen dann mit berittenen Truppen gejagt und aus der Kolonie vertrieben werden. Die Daily Mail" sagt editoriell. daß die Anwesenheit so vieler Fürsten und Repräsentanten europäischer Staaten in London ausgenutzt werden sollte, um eine Beendigung des unglücklichen Krieges in Südafrika" herbeizuführen. Eine Depesche aus Pretoria sagt, datz Pretorius. einer der prominentesten Boeren, sich den Briten ergeben habe. Pretorius erklärt indeß selbst, daß die Boeren entschlossen seien, den Kampf weiterzufüren.'.-' -;-.. Hohe Verlobung. London. 2. Febr: Die Verlobung des Herzogs von Roxburgy mit Frl. Pauline Astor. der Tochter von W. W. Astor. wird bekannt gemacht. Die Hochzeit wird im nächsten Sommer stattfinden. AusdcrBttttdcshattPtstadt

äUfailifct Zueile Sifon. Senat. Washington, D. 6., 1. Febr. Die Schiffssubstdien-Vorlage wurde während des ganzen Tages vom Senat in Erwägung gezogen, und um die Erledigung der Vorlage beschleunigen zu können, wurde beschlossen, daß ' die Samstagssitzung um elf Uhr Vormittags beginnen soll. Die Senatoren Hawlins von Utah und Berry von Arkansas nahmen die meiste Zeit mit Re den in Anspruch, in denen sie die Vor läge bekämpften. Gegen Schluß der Sitzung machte Sen. Clay von Georgia den Vorschlag, daß die Nicaragua-Ka-nalvorlage der Schiffsvorlagc angehängt werden solle, diesem Vorschlag wurde aber in der energischsten Weise von den Senatoren Frye und Chandler opponirt. Sen. Frye wandte sich mit dem Ersuchen an die demokratischen Senatoren, daß sie nach genügenderDe batte der Majorität Gelegenheit geben sollten, die Subsidienvorlage zu passiren und, als Majorität, die Verant wortlichkeit dafür zu übernehmen. - Die Sen. Jones von Arkansas und Teller von Colorado bestanden darauf, daß der Diskussion keine Grenze gesetzt werden solle. Repräsentantenhaus.' Das Haus nahm am Freitag die Omnibus-Bill" an, in der 191 Schadenersatzansprüche für von der UnionsArmee während der Rebellion fortgenommene Vorräthe bewilligt werden. Die Ansprüche waren von dem Ansprüchegericht gutgeheißen worden und belaufen sich insgesammt auf $344,480. Die Leute, die das Geld erhalten sollen, leben ohne Ausnahme im Süden. Am .Anfang wurde der Vorlage .starke OpPosition gemacht, sie ließ aber allmählig nach und die Vorlage wurde schließlich ohne namentliche Abstimmung ange nommen. Es wurden außerdem mehrere un wichtige Vorlagen angenommen, da runter eine, durch welche das AntiChinesengesetz in solcher Weise amendirt wird, daß die unerlaubte Einwanderung von Chinesen besser verhindert werden kann.

No. 13

Große ZZcuersbrunst ixt Clcvelmld, O.

Mehr als $390,090 Schaden. m Die Cempcrcm'Vewcgmis in Dausas. Die 120 Witthe in Topcka alannirt.

Selbstmorde in Milwaukee unb Toledo.

Der Temperenznnfug." ! Sioux City, Iowa, Z Februar. Fünfzehn oder zwanzig Frauenzimmer. welche die Taktiken der Frau Carrie Ratio nachahmen wollten, versammelten s im Hause einer Frau Luther und gingen von dort in Begleitung deZ Stadtmarschalls Wm. Luther und deö Stadtraths Steve Gasser die Straße hinunter nach derWirihschaft von John Peysan. Luther erbrach die verschlossene Thür der Wirthschaft und dann drangen die Weiber ein, demolirten das Innere 'und schleppten das Mobiliar auf die Straße. Ein Frauenzimmer, Frau John A. Davis. kletterte auf eine Leiter und schlug das Bier - Schilo über der Thür weg und schmierte Farbe über das Wort Saloon" über dem Einrng. Die Bande begab sich dann nach dem Blankiron Gebäude, wo Eeo. Ammerman angeblich eine Spielhölle betreiben soll. Blankiron sagte ihnen jedoch, daß sie das Gebäude nur über seine Leiche betreten könnten und die Weiber zogen wieder ab. Sie behaupten, ihre Arbeit noch nicht vollbracht zu haben. Frau Deitsch. die Gattin eines anderen Wirthes, hat sich jedoch mit einem großen Schießeisen versehen und wird der Bande, wenn sie in ihren Platz einzudringen versucht, einen warmen Empfang bereiten. Topeka. Kas.. 2. Februar. Die Frage, ob Wirthschafts - Eigenthum zu gesetzlichem Schutze berechtigt ist, wird im Laufe des nächsten Monats gerichtlich entschieden werden. Frank Asborne, der Eigenthümer einer Wirthschaft in Danville, Harper County, hat gegen die bekannte Tem-perenz-Megäre Frau Sheriff Klagewegen Sachbeschädigung erhoben, da sie vor einigen Wochen seinen Platz de niolirt hatte. Topeka, Kas., 2. Feb. Frau Carrie Nation hat an alle WirthschaftsBesitzer Briefe geschickt, worin sie auffordert, ihr Geschäft aufzugeben Der Brief war gerichtet An die Kner pen-Besitzer von Topeka" und begann z Meine lieben Sünde: auf dem Wea zur Hölle". In dem Epistel droht die Megäre mit Gewalt, wenn die Wirthe ihre Plätze nicht schließen. Feuer. C l e v e l a n d , O., 2. Febr. DaZ große Engros-Putzwaarengeschäft von Foote, Reed & Co., ein vierstöckiges Backsteingebäude an Bank Str., würd am Freitag Morgen ganz durch Feuez zerstört. Ein Nachtwächter, der sich in dem Gebäude befand. Friedrich Köster, wird vermißt und man glaubt, daß er in den Flammen umgekommen ist. DeZ

Verlust, den die Firma an dem Waarenvorrath erleidet, beläuft sich avt $250,000 und der Verlust am Gebäude auf $30.000. Der Verlust der Firma ist theilweisc durch Versicherung gedeckt. Die Flammen theilten sich auch bald den benachbarten Gebäuden mit und Root- & McBride. Enzros-Schnitl, Waarenhändler, erlitten einen Verluj) von $25,000 und Adams & Ford, En gros-Gummiwaaren. einen solchen vofl $13.000. Der Verlust der beiden leH genannten Firmen ist vollauf durchVer cherung gedeckt. ; Mord i m ersten Grade. H u n t i n g t o n. W. Va.. 2. Febr. John Gibson. der in Catlettsburg. Ky.. wegen der Ermordung seines dreijähri gen Stiestöchterch?ns prozessirt wurd. ist am Freitag des Mordes im ersten Grade schuldig befunden worden. Er wurde zu lebenslänglicher Zuchthaus strafe verurthcilt. , Eisenbahn -Unfall. Ashtabula. O.. 2. Febr. Eka Bostoncr Passagierzug fuhr am Frei tag bei Wallace Junction. Pa.. in tU nen Frachtzug der Nickel Plate Eisen bahn. Der Kondukteur Peter Do nohue wurde getodtet .und zwanzig Passagiere verletzt, niemand aber ge fährlich. Selbstmord. Toledo, O.. 2. Feb. Chas. H'. Layton von Upper Sandusky. Sohn des Präsidenten der Commercial Na tional Bank, hat sich hier erschossen. Krankheit hat ihn zu der That getrie ben.' '

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