Indiana Tribüne, Volume 24, Number 135, Indianapolis, Marion County, 1 February 1901 — Page 1
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Jahrgang 24.
Indianapolis, Ind.. Freitag, den 1. Februar 1901.
No. 135)
Foröcrciiuttgcn . Für die Beerdigung der
Himiani Victsria.
?er Sarci wird am Snmmz ilonniitaij um 11 Zllir I n Londc n ankommen.
33,000 Zlltttttt Truppen Kondon.
111
Tc? Krieg in Eüdafrika Te Wct hat die Bloemfontein Lady brand Üiuie durchbrochen
Und rückt nach Süden vor.
Tic Lai;c in (zhina.
Q 0 r b e 1 e i t u n a e n für die
Beerdigung der Königin. G 0 w e s , 1. Febr. Prinz Heinrich von Preußen mit seinem Stab landete .. Qm Donnerstag Mittag. Nachdem er die Ehrengarde inspizirt. begab er sich nach Osbcrne. wo er bis am Abend blieb, um dann an Bord seines Flagg- ( schiffes zurückzukehren. T,- ? Voit4- Irr- r-AvnSflr Sa Mtil.i
vtv.ija.yv (jva..vut.i, vu' aiiivv dem Kommando des Prinzen Heinrich steht und aus dem Panzerschiff Baden", den Küsienpanzern Hagen" und .Odin", denKreuzern Victoria Louise" und Nymphe", sonn: zwei Torpedobooten besteht, kam am Morgen vor Spithead an und nahm Stellung Plymouth gegenüber, am extrem östlichen Ende der Linie von Krieasschiffen, die sich, auf einer Distanz von 10 Meilen, von Eowes bis nach Portsmzuth erstreckt. Der Sarg mit der Leiche der Köniyin wird am Samstaz Morgen von der königlichen Yacht Älberta" durch die zwei Reihen von Kriegsschiffen von Coives nach Portsmouth gebracht werden und um elf Uhr Vormittags in 0 S l rt s. I "t 4- rt a ry
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nem Offizier uno zwölf Mann von den Grenadier-Garden auf ein: Geschütz- ' . Lafette gehoben werden, und Krone und , Kissen werden auf den Sarg gelegt werden. Der Zug wird sich dann nach der i Pendleton-Station in Bewegung setzen. Dreitausend Mann Militär, eine große Anzahl Regimenter repräsentirend, werden dem Sarg voranmarschiren, . ' während 30,000 Mann in den Straßen, durch welche sich der Zug bewegt. Spaj lier stehen werden. Neben dem Sarge marschiren zwölf Unteroffiziere der Garde und ; neben diesen die höchsten Hofbeamten. Direkt hinter dein Sarge folgen zu Pferde der König Edward VII., zu i ' seiner Linken der Herzog von Eonnaught und zu seiner Rechten der Kaifer Wilhelm. Diesen folgen die Mitglieder der ko-
V- - nignchen amnie und die fremden Fürsten und ihre Vertreter, alle zu Pferd: dann kommen vier vierspän- . mif M,?a?n mit d?n nrirneffinnfn und
r y w v V V V w v 9 die Könige von Belgien, Portugal und Griechenland, wahrscheinlich zu Pferd, bilden den Schluß der Eskorte. Weitere Truppen-Abtheilungen schließen sich dann an. Die Londoner Nachmittags-Zeitun-gen werden am Samstag nicht erscheinen. Man glaubt, daß der König Edward den Hof von St. James zum brillantesten Hof in Europa machen wird. Es ist gewiß, daß in Zukunft alle offizielle Empfänge des Abends stattfinden wer- , den. anstatt Nachmittags, wie dies in den letzten 25 Jahren der Fall war, und
i.aß den Gasten im Palast ErsrischunZ ":n geboten werden. Früher waren sie e.wunaen. Sandwick:s" in ibren
ö quipagen zu essen und vor den Augen d er Menge. a 4 a a X "z W
V L i)U Ulj i ii WUVUi4U London, 1. Febr. Man ist jet allgemein der Ansicht, daß der Wortlaut der Proklamation, mit der die Thronbesteigung des Königs Edward in Pretoria angekündigt wurde, und in welcher der König als SuO c r t -n
- ' pleme oro von uno uoer oas ransvaal" bezeichnet wurde, absichtlich so fihnpfnhi irnirV um S?a
'tvt, ui.i Wlt JVtltil vtisöhnen. Besondere Wichtigkeit legt x man derThatsache bei. daß die Times" '. ein Schreiben von Sir Henry Drum- - . crrcr tL ; w , rr
t. 7 iiiyay vtss uüucuui, in cem oer ips " ( lomat erklärt, daß die Wichtiakeit die-
t ses weisen Schrittes kaum überschätzt
,' werden kenne. Dieser Titel würde mehr als andere zur Pazifizirung des Transvaal beitragen. Es wird dadurch die Suprematie des Königs von England etablirt. während gleichzeitig die moralische Zusammengehörigkeit des Transvaals anerkannt und die Kolonie von den: konstitutionellen Reich se-
parat gehalten wurde. Die alten Ge setze, Gebräuche. Traditionen, Religion, Generalogie und der Privatbesitz werden der obersten, separaten Herrschaft und dem Schutz des Königs unterstellt. London. 1. Febr. Einer Depesche des Generals Kitchener aus Pretoria. vom 31. datirt. lautet wie folgt : DeWet's Kolonne kreuzte in der Nacht des 30. Januar bei Jsraelspoost die Bloemfontein - Ladybrand - Linie. Die Truppen des Generals Jan Hzsufton, die be: den Wasserwerken sie hen, waren nicht im Stande. Fühlung mit ihm zu bekommen. Gen. French durchstreift mit Kavallerie und berittener Infanterie, das Gebiet östlich von der Pretoria Johannesburg Eisenbahn, zwischen der Delagoa Bai und Natal Eisenbahn, bis nach Ermelo. Im Wilge Thal hatte er ein Gefecht mit 2000 Boeren. Der Feind zog sich zurück, nachdem er vier Mann an Todten verloren und neun Verwundete hatte. Wir hatten einen Todten und sieben Verwundete. Gen. Knox meldet, daß er am 29. Januar De Wet südlich von Welcome engagirte. Der Kampf dauerte mehrere Stunden. Fünf todte Boeren blieben auf dem Platze zurück. Der Feind naham aber seine Verwundeten mit. Unser Verlust belief sich auf einen Offizier und einen Mann an Todten und 13 Verwundete. K a p st a d t . 1. Febr. Die Boeren haben bei ihrem Angriff auf die Bocksbürg Minen einen Schaden von 300, 000 angrichtet. Der Kommissär in Kroonstadt berichtet, daß Andries Wessels, einer der Friedens-Delegaten der Boeren, die am 10. Januar als Gefangene nach dem Lager des Generals De Wet gebracht wurden, am 28. Januar in Klippfontein erschossen worden sei. Johannesburg. 31. Jan. Vier- oder fünfhundert Boeren. denen es gelungen war, den britischen Patrouillen aus dem Wege zu gehen, versuchten dieser Tage die Minen in Benoni zu zerstören. . Es kam zu einem Kampf und die Boeren wurden schließlich vertrieben, zwei Verwundete zurücklassend. Der Kommandant Marcia fiel den Briten verwundet in die Hände.
Aus China. Peking. 1. Febr. In einer am Donnerstag stattgefundenen Versammlung der Gesandten wurde beschlossen, in nächster Woche eine gemeinschaftliche Versammlung mit den chinesischen Friedensbevollmächtigten abzuhalten. In Bezug auf die Bestrafung der schuldigen Chinesen ist noch nichts definitioes geschehen und die Meinungen gehen in dieser Angelegenheit weit auseinander. Einige der Gesandten befürworten drastische Maßregeln, wie die Enthauptung der meisten derHauptschuldigen, insbesondere des Prinzen Tuan. den man nach der KaiserinWittwe für am meisten schuldig hält; andere befürworten aber, unter Instruktionen von ihren Regierungen,
mehr nominelle Bestrafung, wie Verbannung. Es ist eine Thatsache, daß di: sämmtlichen Gesandten, der russische Gesandte de Giers vielleicht ausgenommen, persönlich der Ansicht sind, daß hier Nachsicht schlecht angebracht und schlechte Politik sei, angesichts der Auslegung, welche die Chinesen einer solchen Milde geben würden. . Die Deutschen haben eine Expedition, aus einem Regiment Infanterie und einer Batterie Artillerie bestehend, nach einem Punkt westwärts geschickt. Sie verweigern jede Auskunft und es durfte auch kein Korrespondent die Kolonne begleiten. Es heißt, daß an einem 70 Meilen westlich gelegenen Plak eine Anzahl eingeborene Christen massacrirt worden seien und man glaubt daher, daß die Expedition nach dem Schau-
platz des Massacres geschickt worden ist. Aus dem deutschen Rekch. Berlin. 1. Febr. Die ängstlichen Gemüther, welche den langen Aufenthalt des deutschen Kaisers in England und die Festigung der deutschenglischen Handelsbeziehungen als eine Gefahr für das Reich betrachten, müssen doch allmählich vor den Stimmen der Vernunft in den Hintergrund treten. Weitere Kreise beginnen einzusehen, daß Großbritanniens Freundschaft dem Dreibund nur von Nutzen sein kann. Es wird betont. England
sei aus seiner neutralen Reserve der Selbstpolitik unverblümter denn je her- j ausgetreten, was nur zur Klärung der i europäischen Verhältnisse beitragen könne. Eine hiesige Zeitung charakte- ! risirt bereits das Motto der Zukunft : 1
Hie Vierbund hie Zweibund r Das Berliner Tageblatt" sagt über die Beziehungen zwischen Deutschland und England : Es würde uns freuen, wenn die guten Beziehungen, die jetzt zwischen den Kabinetten von Berlin und London bestehen, sich auch auf die Nationen selbst übertraaen würden.
aocr in diesem Falle dürfen wir mcyt allein die Geber sein und England muß beweisen, daß es ihm Ernst dabei ist,
i wenn es erklärt, unser Freund sein zu
wollen, nizyt nur mit Worten, sondern auch mit der That. ' Die Kölnische Volkszeitung". daZ Hauptorgan der Centrums-Partei, tadelt die auffallenden Freundschaftsbe weise des Kaisers für England" und sagt dann : Die Feinde Englands gehen aber auch zu weit, wenn sie alle Sympathie Bezeugungen in Verbindung mit dem Tod der Königin Vik toria verdammen." Sir Frank C. Lascelles, der hiesige britische Botschafter, ist telegraphisch aufgefordert worden, sofort nach London zu kommen und noch am Nachmittag abgereist. Man glaubt, daß die plötzliche Abreise des Botschafters politische Bedeutung hat. Zu der bereits gemeldeten Neu-Uni-formirung des Heeres verlautet von gut unterrichteter Seite : Es handelt sich im Wesentlichen um Abschaffung des sogenannten Ueberrocks", an dessen Stelle für den Dienst ein Mewkenac?:ger Waffenrock nach österreichischem Schnitt in grauem Tuch treten soll, während der bisherige blaue Waffenrock nur für Parade- und Gesellschaftszwecke dienen soll. Auch sollen in der ganzen Armee durchweg die hellgelben naturfarbenen Stiefel, wie sie bisher nur die Jäger zu Pferde tragen, eingeführt werden. Der Kaiser hat anbefohlen, daß das erste Ga:de-Dragoner-Regiment ' in Zukunft den Namen Königin Victoria von England und Jrland-Regi-ment" führen soll. Boni de Castellane's Streiche. Paris. 1. Febr. Paris lacht wieder einmal über Graf Castellane, den excentrischen Gatten der Annie Gould. Er fuhr heute in einer Miethskutsche der billigsten Sorte am Boulevard spazieren. Man frägt sich, ob dies Armuth" oder Sparsamkeit ist. Auf Wertheimer ist er jetzt sehr böse zu sprechen. Wir lassen uns nicht einschüchtern." erklärte er dem Korrespon denten des New Yorker Journal".Der amerikanischeEinhaltsbefehl wird nicht dazu dienen, daß dieWertheimer's vor den anderen Gläubigern befriedigt
werden." Feuer. Brüssel. 1. Febr. Das Josephs - Institut, ein katholisches Seminar mit 600 Schülern, ist heute Morgen total niedergebrannt. Die Jnsassen hatten ein knappes Entkommen ;
einige werden vermißt. Man nimmt Brandstiftung an. Demonstration imTheater. Madrid, 1. Febr. Bei der ersten Aufführung des Schauspiels Electra". dasden Akademiker Galdos zum Verfasser hat. kam es zu stürmischen Szenen. Der fünfte Akt des Stückes, in dem der Klerikalismus in heftiger Weise angegriffen wird, wurde häusig mit den Rufen : Nieder mit den Ültramontanen V, Tod den Jesuiten !", unterbrochen. Der Reich s r a t h in Sitzung. W i e n . 1. Febr. Der neu erwählte österreichische Reichsrath trat am Donnerstag Vormittag zusammen. Der Präsident des Unterhauses. Dr. Wei-
gel. nahm auf das Ableben der Königin Victoria Bezug und ersuchte um die Ermächtigung nach, im Namen des Hauses eine Kondolenz-Depesche, . an den
König Edward schicken zu dürfen. Die-
fer Vorschlag stteß aber aus Widerstand, namentlich bei den deutschen Radikalen, die Hochrufe auf die Boeren ausbrachten. Rufe wie Sieg für" bic Boeren, Nieder mit England" u. s. w. schallten durch den Saal. Die große Mehrheit der Abgeordneten verdammte aber diese England feindliche Demonstration und erhob sich von den Sitzen als Zeichen der Sympathie für das englische Königshaus. Das Fremdenblatt", die Neue Freie Presse" und das Vaderland" verdammen alle das Verhalten der Radikalen und sie sagen, daß die Unruhen nur von einer ganz kleinen Minorität veranlaßt worden seien, die keineswegs die öffentliche Meinung in Oesterreich repräsentirte. Zu Ehr n Verdi's. Rom. 1. Febr. Im italienischen
Senat wurde heute eine Vorlage angenommen, wonach das Haus, in welchem der berühmte. Komponist Giuseppe Verdi geboren wurde, als ein nationales Denkmal erklärt und daß seine und seiner Gattin sterbliche Ueberreste in der Anstalt für alte Musiker beigesetzt werden sollen, welche Verdi in Mailand gegründet bat. Des Papstes Tribut. R o m.1. Febr. Leo XIII. hat den päpstlichen Nuntius in Brüssel, Msgr. Granito de Velmonte, beauftragt, sich nach London zu begeben und dem Köru?. Edward die Beileids-Veieuaunoen
i setner Heiligkeit über den Tod der Ko'nigin sowie seine Glückwünsche zur
yronoestelgung zu überbringen. . Chinesen in russischer Uniform. St. Petersburg, 1. Febr. Die Russen haben eine chinesische Polizei in Jrlau. in der Mandschurei organisirt. Die Uniformen dieser chinesischen Polizisten sind denjenigen der russischen Soldaten sehr ähnlich. Der 'hundertste Jahrestag der freiwilligen Vereinigung Georgiens mit Rußland, am 31. Januar, ging vorüber, ohne daß eine einzige Zeitung dieses Ereigniß erwähnt hat. Neue französische Bots ch a f t s g e b ä u d e. Paris 1. Feb. Das Budgetkommittee hat sich zu Gunsten der Vorläge erklärt, derzufolge neue Botschaftsgebäude. die der Repräsentanten Frankreichs würdig sind, in Wien und Washington errichtet werden . sollen. Die dafür ausgeworfene Summe ist auf 1.400.000 Francs festgesetzt worden. ; Des 3 rautigams Einzug. Haag, 1. Feb. Herzog Heinrich von Mecklenbu"g-Schwerin, der zukünftige Gatte der Königin Wilbel-
mine, hielt am' Donnerstag seinen offi- ! ziellen Einzug in die Hauptstadt der ! Niederlande.- - Er traf um 8 Uhr Morgens in der Uniform eines holländi schen Generals ein und trug seine holländischen Ordensabzeichen. Am Bahnhofe wurde er von einer Ehrenwache empfangen. Der Premierminister, begrüßte ihn im Namen des ZMnislerlums al? 7en verlosten unserer vielgeliebten Königin Wilhelmine". :Der Herzog fuhr in einem de? Skaatswagen nach dem Palais, wo die
Königin Wilhelmine-ihn am Einganz erwartete. Bei der Anrede, womit der Herzog den Beamten für den Empfang oankte. bediente er sich der holländischen Sprache. , Die Masse der Bevölkerung bekundete, den, größten Enthusiasmus und die Truppen konnten die Volksmassen kaum von dem Palaste 'zurückhalten. Der Papist war großartig dekorir). ' " K 0 1 ljj sion. -j-.. L 0 n'd 0 n. 1. Febr. Das englische Kriegsschiff Opossum" ist in Pembroke,' Wales, mit 5 Fuß Wasser im Vordertheil, eingelaufen. Es war mit dem britischen Torpedobootzerstörer Vigilant" zusammengestoßen. Graf von Metternich deko- . i rirt. London, 1. Feb. Der König Edward hat dem Grafen Wolff von Metternich das Großkreuz des Victoria Ordens verliehen. Graf Metternich steht bei dem Kaiser Wilhelm in hoher Gunst und war im Jahre 1900, während der Abwesenheit des Grafen von Hatzfeld-Wildenburg, der Vertreter Deutschlands in London. Ftürmische Fahrt. San Juan de Porto Rico, 1. Febr Das Venezuelanische Kanonenboot vRestaurador" (früher George Gould's Dampfyacht Atlanta"), wel-
ches am 24. Januar von New York nach ; La Guyara in See ging, traf am Don-
nerstag hier em. Aus der Hohe von Lermuda gerieth das Fahrzeug am letzten Sonntag in einen furchtbaren Orkan. welcher drei Tage lang anhielt.
Kohlen und Wasser gaben aus und die Mahagony-Verkleidung des Deckhauses mußte verbrannt werden. Die Wellen gingen enorm hoch und schlugen die Boote ein. . Auch der Klüverbaum, der Bugspriet und verschiedene Reservespieren' gingen über Bord. Kapitän Merithew war 48 Stunden lang auf der Brücke und nachdem auch die . Fußboden der Kohlenbunken vcrfeuert waren, ließ der Kapitän sein letztes. Faß Schweinefleisch in die Feuerung werfen und erreichte so den hiesigen Hafen. Das Schiff hat trotz des heftigen Sturmes keinen nennenswerthen Schaden gelitten. Die nöthigen Reparatur?n können in einer Woche vollendet sein und das Fahrzeug wird dann nach La Guyara weiter fahren, . Uheater - Brand. KansasCity, Mo.. 1. Februar. Coates , Opera House. 'das hauptsäch-
lichste Theater in hiesiger Stadt, ist am !
Donnerstag Abend nach der Aorstelluna . ? . c . n" f i
ganzil) ourcy jxeuer zerorl worden. Der Verlust beläuft sich auf $125,000. Walter Whiteside hatte kurz vorher Heart önd Sword" gegeben.
Irau Garne Mation Giebt immer noch keine Nuhe.
Ättt einer neuen W wieder aus dem Kricgspfad.'
sie verlegt sich aber jetzt mehr aufs Argumcnriren.
MUte pat. Crowe uachahmen. . , - Ein 15-jähriger Schliugel versucht, L2000 zu crprcsseu,
Wurde aber prompt verhaftet.
Große Fcnersbrunst in New York. Amerikanische Lokomotiveu für Europ
(5rc!!rslon nach Jnöianapoliö via PennsylvaniaBahnen. ' Am 11. und 12. Februar, gelegen! lich der Versammlung der Jndian State Lincoln Lcague werden ErcursionTickets nach Indianapolis über alle Pennsylvania Bahnen verkauft, gültig zur Rückfahrt bis zum 14. Februar.
Carrie Nation's Eskapa den. T 0 p e k a, 1. Fcbr. Frau Carrie Nation ging, mit einem neuen Beil bewaffnet, am Donnerstag Abend um 3 Uhr hinter einander in fünf Wirthschaften, ohne indeß ihre ZerstörungsWuth zu bethätigen. Zuerst ging sie zum Apell". die eleganteste Wirthschaft der Stadt. Sie"sagte. sie wollte -nur eine Rede halten und nichts demoliren. wurde jedoch obne Umstände an
i die frische Luft befördert. Auch in den ! v m: it.'i ci t r. . u : jci
unucica iLüuu;uuicu mir. ic iiuj. zum Zuschlagen. Mehrere Hundert Leute folgten ihren Spuren und verhinderte?.' die Polizei, das Weibsbild festzunehmen. Sie saat. dan sie ibre von Gotr ihr über-
! tragene Mission, sämmtliche Wirth-
schasten m .oveka zu zerztoren, vor ihrer Abreise erfüllen wird. Als die Megäre an die letzte Wirthschaft, die sie mit ihrem Besuche bedachte, eintraf, fand sie die Eigenthümer hinter den verschlossenen Thüren auf einen Angriff vorbereitet. Sie bat um Einlaß, um zu ihnen zu reden, wurde aber abgewiesen. Dann riefen ihr .die - Besitzer.- durch du . verschlossenen Thüren zu : Ihr thut mir leid. Leute. Ich habe nichts gegen Euch und bin Euch nicht feindlich gesinnt, auch wenn ich mit meinem Beile durch die Stadt gehe. Jbr seht so beschämt aus. daß Ihr mir leld thut. Aber Eures Bleibens ist hier nicht' länger in diesem Geschäft." Ich warne Euch jetzt zeitig, macht Eure Thüren zu. oder ich komme in ein paar Tagen wieder und schlage alles kurz und klein." Die Wirthe schienen auch wirklich Angst vor dem Weibsbilde zu haben. Äin Morgen hielt Frau Nation eine Ansprache an die Studenten der Washburn Hochschule und warnte sie vor den Gebrauch von Cigaretten und Cigarren. 5n der Kapelle der Kirche pre-
digte ein Geistlicher. Die Nation hörte ihm einen Augenblick zu, dann sagte sie zu einen -der Beamten: Wollen Sie mich nicht ein paar Worte an die jungen Leute richten lassen. Dieser Mann triebt ihnen zu viel Spreu ; ich möchte Ihnen noch ein paar Weizenlörner ge-
ven. Es wurde ihr indessen nicht gestattet, zu reden. Amerikanische Lokomotiven für Europa. . Philadelphia. 1. Febr. Der norwegische Dampfer Fortuna" ist von hier aus mit einer Ladung Lokomotiven im Werthe von 220,880 nach Europa abgegangen. In Marseille wird der Dampfer zehn Lokomotiven und Tender im Werthe von 120.000 für die Paris-Lyon Eisenbahn landen und nach Bilbao, Spanien, wird die Fortuna" acht Lokomotiven und Tender im Werthe von 190,880 nehmen. Außer diesen Lokomotiven hat die Fortuna" 7473 flache Stahl-Billets im Werthe von $17,799 an Bord. Sie sind nach Newport, England, bestimmt. Kontraktoren undUnionen im Kampf. Fort W 0 r t h . Texas.. 1. Febr. Alle Bauthätigkeit ist . hier eingestellt worden, eine Folge oer zwischen den Kontraktoren und den Unionen ausgebrochenen Streitigkeiten. Die 5loniraktoren hatten in einer Versammlung beschlössen, keine Mitglieder von Unionen zu beschäftigen, die zum Vuilding Trades Council oder zur Trades Assembly gehören. Als sich die Zimmerleute. Plumbers und andere Handwerker am Donnerstag Morgen an die Arbeik begeben wollten, wurde ihnen gesagt, daß sie aus den Unionen austreten müßten. Als sie sich weigerten, wurden sie entlassen. Ungefähr 600 Arbeiter kamen dadurch außer .Arbeit. Die Unionen drohen nun, daß .die Unionisten im ganzen Staat die Geschäftsleute von I?ort Wortb borzcotten
würden, wenn die Geschäftsleute ntch m ihrem Interesse einträten. - E x p l 0 s i 0 n u n d F e u e r S -b r u n st. New York, 1. Februar. DaZ siebenstöckige Gebäude der . William Wicke Co.. Fabrikanten von CigarrenKisten. Bändern und Etiquetten, 401 bis 409 Ost 31.' Straße, wurde am Donnerstag Nachmittag theilweise durch eine Explosion zerstört, die wahrscheinlich durch ausgeströmtes Gas derursacht worden war. Die Gewalt der Explosion war eine furchtbare. Der Thurm, an der einen Ecke des. Gebäudes stürzte ein und das Mauerwerk durchschlug das Dach des Maschinenhauses. Der große. 100 Fuß hohe Schornstein erhielt mehrere bedenkliche Risse. . Beinahe 800 Personen, darunter 350 Frauen und Mädchen, waren zur Zeit
der Explosion in dem Gebäude beschäftigt. Es entstand eine Panik, es wurden aber nur zwei Personen dabei erheblich verletzt, nämlich Joseph Speidler, ein Feuerwehrmann, der besinnungslos und lebensgefährlich verletzt nach dem Vellevue Hospital gebracht wurde, und Emil Barscher, ein Steam Fittec' , der ebenfalls schwer verletzt nach dem Bellevue Hofpital geschickt wurde. Otto Reidele. der erste Maschinist, der gerade vom Lunch zurückkehrte, als die Explosion stattfand und- Fritz Schoefele. sein Assistent, wurden verhaftet. . Am Abend brach in der Fabrik ein Feuer aus. das, für 1,500.000 Schaden anrichtete. Eine halbe Stunde nachdem der erste Alarm gegeben worden war, stand das 'ganze große Gebäude in kellen Flammen, und die Feuerwehr beschränkte dann ihre Ener-' gie nur noch darauf, die benachbarten Gebäude zu retten. . Wie das Feuer zum Ausbruch kam. ist nicht, bekannt, es scheint aber eine Folge der Explosion vom Nachmittag gewesen zu sein. .apfere Seeleute. 'New York.'l. Febr. Der deut-sche-Dampfer Barcelona", .der am 'Donuerftag von Hamburg hier ankam,brachte den Kapitän und' 14 Mann, dieganze Besatzung der russischen Barke' Cuba" mit, .die am 18. Januar auf hr-' ber See. entmastet und mit Wasser ge. füllt, verlassen wurde. , ' Kapitän Böhn. von der Barcelona berichtet, daß er um Mitternacht am 17. Januar ein Feuer sah. das er für ein brennendes Schiff hielt. Der Dampfer wurde auf das Feuer zugesteuert und der Kapitän sah dann, daß es zwei große Feuer waren, die auf einem in größter Noth befindlichen entmasteten Schiff angemacht worden waren. Det ' Kapitän konnte mit Hilfe des Fernrohrs sehen, daß die an Bord befindlichen Leute heftig gestikulirten und schließlich vernahm er den Ruf: Hilfe, wir geben unter!" - Wenngleich die See sehr hoch ging.
wurde doch beschlossen, einen Rettungs versuch zu machen. Es gelang dem er sten Maat'A. Livoni und fünf Matrosen, ein Boot niederzulassen und glück' lich von der Seite des Dampfers wegzu kommen. Nach geraumer Zeit und mit furchtbare Anstrengungen gelang tl , schließlich der tapferenBootsmannschaft. auf der Leeseite des Schisses anzulegen und schließlich, die ganze Mannschaft. . aus, 15 Männern bestehend, im Boot aufzunehmen und nach der Barceloni zu brinaen. Die Euba" war von Steps Jslani nach Bristol. England', bestimmt und hatte eine Ladung Holz an Bord. Aei den heftigen Stürmen, gegen welche das Schiff von Anfang der Reise anzukäm . pfen hatte, wurde es leck und trotzdens die Pumpen beständig im Gang erhal ; ten wurden, nahm das Wasser schnell ' zu. Am 14. Januar brach ein furcht barer Orkan los, der das Schiff auf dii ' Seite warf und nachdem alle Versuchs sich als vergebens erwiesen, es wiedet aufzurichten, wurden die Masten ge kappt.- -Die See schlug nun beständig über das Wrack hin. das dreiTage lang, mit Wasser angefüllt, umhergeworfer wurde. Am 17. Januar kamen mehren . Dampfer vorbei, einer sogar in nächst Nähe, keiner von ihnen beachtete aber du Nothsiznale der Cuba". An jenen! Tage barst das Deck unter dem Druö des im Raum befindlichen Wassers unt die' Mannschaft gab dann alle'Hoffnung auf, wurde jedoch bald von der Barce lcna" gerettet. Die Cuba" war ein Schiff von 112Ü Tonnen und segelt: früher unter deut scher Flagge. öicoe;iü:c:-t g z i? : d t n. a n A n to n i 0. Texas. 1. Febr. Steve Brodie, . der bekannte Brückenspringer und 'Sportsmann von New York,- ist hier an der Auszehrung ge-torb
fT Weitere Depeschen . auf Seite 5. '
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