Indiana Tribüne, Volume 24, Number 133, Indianapolis, Marion County, 30 January 1901 — Page 7
Jndiana Tribüne, 3V. Januar 1901.
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Ohne Frieden.
Roman von Alerandcr Römer.
(Fortsetzung.)
Es kam noch nicht zu einer Ausspräche zwischen Vater und Sohn. Am Mittagstisch war Robert nicht erschie nen. er blieb mit seinen wild gärenden Gedanken allein auf seinem Zimmer, Immer in der heimlichen Erwartung, die Schwester müsse zu ihm kommen mit einer Abbitte und der alten Zartlichkeit. Aber sie kam nicht. ' Statt ihrer trat am Nachmittag der Vater nur sür einen Moment bei ihm ein, im Reisemantel, um ihm anzu kündigen, daß er eine Dienstreise anzutreten genöthigt sei und einige Tage von Hause fern bleibe. Du hast es vermieden, bei Tisch zu ersckeinen." font er und es ist auck
, " , " "'s f " ' " 7 Wohl gut, wenn du dich für dich hältst und von deiner Anwesenheit hier überHaupt einstweilen nichts lautbar wird. Wir reden über das weitere, wenn ich heimkomme." Robert starrte ihm nach, als er ohne weitern Abschiedsgrutz gegangen war, und stampfte mit dem Fuß. Also ein Gefangener, ein heimlich , verborgener sollte er hier sein ein netter Zustand. Die Tage verliefen in dumpfer Eintönigkeit. Die Schwester blieb kühl, feindselig, hochmüthig, er erinnerte sich jetzt, sie hatte von jeher nach dem Besten für sich verlangt, ihr war auch immer nur geschmeichelt worden. Jetzt hatte si: Enttäuschungen erfahren, und sie wurde häßlich darunter. Man mühte sich gegenseitig, eine gleichgültige Unterhaltung zu führen, aber in jedem Wort lag "ein Stachel, eine unvorhergesebene Wendung regte die Galle auf. Je überschwänglicher die ehemalige Vergötterung gewesen war gegensc'tig desto greller stach diese Kälte davon ab. Die Interessen stritten sich plötzlich, und alle Liebe flog über Bord. Trude schien den Bruder als einen völlig Verbummelten anzusehen, auf den sie gar keine Hoffnung mehr setzte. Der neue Schwager, Lieutenant von Hochstetter, der immer nur auf ein Stündchen vorsprach, und den Trude herablassend, wie eine Königin ihre Vasallen, behandelte, imponirte Robert wenig. Er kannte ihn oberflächlich von früher und sah jetzt geringschätzig auf ihn, weil er sich solch' Benehmen von seiner Braut gefallen ließ. War der denn fo kopflos verliebt in das schöne Mädchen, oder ? Tante Minette kam in ihrer Einfalt mitunter mit einigen Erläuterungen hercus. Du. Robertchen, er ist ein ganz netter Mensch, schwer von Temperament. ernst und blöde. Mir scheint's, als ob die Trude ein bischen nachgeholfen hat. sonst wären sie nie zusammen-geko.-amen. Run ist er da so hineingerathen, und kann sich in dem neuen Verhältniß noch nicht ordentlich zurechtfinden." Also der gute Mensch war da so hineingeraihen. Er lachte spöttisch vor sich hin. Es überkam ihn eine brennende Sehnsucht nach Freiheit : los! los aus dem ganzen Kram, in die Wüste, in die Wildniß. in die Freibeit. Er verwünschte diese vielgepriesene Cultur. Es war am Tage vorher, da der Vater zurück erwartet wurde, als Robert einen Brief auf seinem Zimmer fand, über Bonn ihm hierher nachgesandt, dessen Aufschrift ihm ein Lächeln entlockte. Solche Pfote schrieb nur einer, sein urfideler Herzensbruder im ersten Semester, als er ein junger Fuchs und dieser, Franz Brömel, schon alter Corpsbursch war. Was für lustige Nächte hatten sie mitsammen durchkneipt. Spater hatte er ihn ganz aus den Augen verloren. Neugierig erbrach er das Schreiben und fand eine lange Epistel. Malchow, den 16. Mai 1582. Du lieber Gott! Malchow. was für ein Nest war das in welche? Himmelsgegend ? Ach! da kam es schon, ein kleines mecklenburgisches Städtchen, und da war Robert lachte laut auf da hatte der Mensch sich als Stadtsecretär anstellen lassen. Na, da hört aber die Weltgeschichte auf, ein großes Bummelgenie war er freilich schon dazumalen. Robert legte das Blatt aus der Hand, ihn durchzuckte der Gedanke, daß man ihn mittlerweile auch so bezeichnen könne, und eine grimmige Falte legte sich um seinen Mund. Aber was sollte denn das alte gemüthliche Haus? Robert las. und seine Züge erhellten sich mehr und mehr. Der alte Knabe hatte sich verheirathet und fühlte sich nun gedrungen. ihm. seinem herzliebsten, ewig unvergessenen Leibfuchs die Anznge von feinem glücklichenEhestande zu machen. Ich schicke meine Epistel nach Bonn." hieb es, denn so viel erfuhr
noch lern Philister, son- , tmatador im Corps der ust, erster Chargierter. Doria, so weit brachte ich ?)u sitzest gut in der Wolle, l r Dir zum gründlichen : - nd wirst laut auslachen nn im Winkel, der Dir da n. 55Iiicf vorrenommirt. Vchich bleib' dabei, alter . a'iet verschiedene Sorten
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von Glück. Wenn Du mich in meiner Bude sehen könntest, wie meine Herzallerliebste mrr den schäumenden Hraa credenzt und mir das Pfeifchen stoptt eine Atmosphäre urwüchsiger Bebaglichleit strömt von ihr aus Du würdest das Loos. das ich mir wählte, nicht mehr verachten. Wer meine Liebste ist. fragst Du natürlich. Na, ihr Name sie hieß, ehe sie Frau Stadtsecretär Brömel wurde. Grete Sahlmann wird Dir' keine großen Aufschlüsse geben. Sie war Wirthschaften auf der benachbarten Domäne, und zwar eine tüchtige. blitzsaubere, ein Kernmädel durch und durch. Unser Verhältniß begann in dem Genre eines Schinken- und Wurstverhältnisses, mit dem kleinen Unterschied nur, daß sie mir nicht gerade heimlich Schinken und Würste zusteckte, wie das sonst unter der Sorte üblich, sondern daß icb am Tische' des Herrn Domänenwächters Fischer ihre Künste in allerlei Arten von Speisezubereitung zu erproben Gelegenheit fand, und so zuerst mein Gaumen, dann auch mein Herz sich für die Stattliche erwärmte. Di? Leute, das heißt die Gefährten aus meiner Vorzeit, sind ja der Meinung, daß ich meine Carriere verpfuscht habe und erbärmlich herabgestiegen bin. Bruderherz! ich aber sage Dir. es giebt gar verschiedene Weltansichten. Ich "bin der Meinung, daß ich aus der cor.vcntionellen Presse in das Eden eines verhältnißmäßig freien menschenwürdigen Daseins hineinspaziert bin. Mir ist köstlich wohl in meiner Haut. Der studierte Herr Bürgermeister von Malchow ist ein alter bequemcr Herr, der lebt und leben läßt. E: hat in mir eine Goldgrübe gefunden und hält mich hollisch warm. Denn was ich in den flotten Burschenjahren an akademischer Weisheit aufgeschnappt habe, das ist ja auf meinem Posten die reine Gratiszugabe. Der Alte braucht kaum noch vom Lehnstuhl aufzustehen. Nahrungssorgen giebt's auch nicht, denn Grete hat die Kasse, das war ihre Bedingung vor der Heirath, da sie mich als hervorragendes Kneipgenie zu gut kannte. Sie hält mich also an der Stange, ist aber klug dabei und giebt den nöthigen Raum. Freund Fischer auf der Domäne. Kar! Busch erinnerst Du Dich noch des Dicken? Er war kurze Zeit Inactiv:r beimCorps, heller Kopf, furcht barer Büffler, bestand das Examen später brillant, hatte aber ein zu loses Maul, machte sich da oben anrüchig, hat's nun aufgegeben, es mit der hoden Carriere zu versuchen. Er ist hier im Winkel Rechtsanwalt geworden, verdient hübsch Geld durch Kundschaft unter . der umgebenden Landbevölkerung Karl Busch also und noch ein paar andre sind immer zu einem xttU len Skat bereit. Das Bier ist gut. Jagdgründe sind auch vorhanden, ich wüßte nicht, was mir noch fehlt. Eins freilich, ein Wiedersehen mit Dir. alter Junge. Wenn Du Dich herbei- oder herabließest, unter meinem niedern Dache einzukehren, ich glaube, die Grete schlachtete ein fettes Kalb. Und ihre Braten sind auf der Höhe, ihre Puddings ebenfalls, und das Gastzimmer ist einfach, aber blitzsauber und behaglich. Kommst Tu bald, geben Dir auch die Nachtigallen noch ein Concert. Was meinst Du. wenn Du Dir einmal den Winkel, wo Dein alter Leibbursch geblieben ist, ansähest." Robert faltete lächelnd den Brief zu sammen und legte ihn mit einem Seufzer auf den Tisch. Hm, das war auch ein Lebensbild. Ja, wie hing man doch an den von Jugend auf eingesogenen Vorurtheilen und Begriffen, als ob das Glück nur auf den Höhen wohne. So wie er den Franz Brömel kannte, begriff er, daß derselbe sich urbehaglich fühlte. Hm, und er er trieb jetzt sieuerlos auf hoher See. sein Kurs konnte noch in alle Windrichtun gen gehen. Als er kurz vor der Theestunde hinaufging, um mit der Tante und Schwester die Abendmahlzeit einzunehmen, hörte er schon, bevor er die Thür des Wohnzimmers öffnete, ein Rauschen und Rascheln. Als er eintrat, fand er Gertrud in eifriger Berathung mit Tante Minette über das wichtige Thema der Garderobcnfragen. " Ballen von Spitzen und Seiden-
ftosfen lagen auf Tischen und S:üh-
len. das ichiuernde blaßrothe Feenaewebe, welches Trude durch ihre Hände gleiten ließ und vor dem Spiegel an ihr Gesicht hob. zur Probe der Kleidsamkeit. schlängelte sich über den TepPich. Tante Minette wandte sich ihm herzlich nickend zu. Trude blickte nur flüchtig um und setzte ohne Unterbrcchung ihre Rede über das geplante Arrangement fort. Er trat näher und schaute mit spöttischer Miene aus den Firlefanz, wie er den Kram plölich bei sich nannte. Trude hielt jetzt inne und sah ihn an. Sie hatte seine Miene bemerkt und errieth seine Gedanken. "'Wenn es Dich langweilt, so gehe so lange in's Eßzimmer." sagte sie kurz, ich muß daran denken, daß ich ein anständiges Kleid habe für die Gesellschaften, die in nächster Zeit bevorstehen. Die Aufgabe ist schwierig genug, da Papa sich anstellt, als sei er nicht im Stande, einen Eztrazuschuß zum Garderobengeld für solche Gelegenheit zu geben." 4' Eökommt mir vor, als dächtest Du an nichts anderes mehr als an Geld," entaeanete Robert bitter .und, ..wF
der Schwester einen geringill)atzenc'7t Blick zu, wie er ihn noch nie für sie gehabt. D! ich begreife, daß das Wort Dir augenblicklich keinen lieblichen Klang hat." rief sie scharf auflachend, aber nicbts destowcniger spielt es seine große Rolle in der Welt. Was meinst Du übrigens zu dieser Farbe." fuhr sie einlenkend fort, früher interessirtest Du Dich für meine Toilette und bewiesest mitunter guten Geschmack." Ja, früher." wiederholte er 'spöttisch; übrigens, wo steht denn ein Fest bevor?" Zunächst das Diner zu Ehren meiner Verlobung bei uns, es fällt auch nicht jeder Braut zu, das allein in'S Werk zu setzen; Tante Minette" die Alte war eben abgerufen worden ist schlaff und lau und thürmt eine Schwierigkeit nach der andern auf.Papa kümmert sich um nichts, hat in seiner Gemüthsverfassung für nichts Ohr." Ja, daran bin ich Schuld," fiel er ihr scharf in die Rede, aber, so wie die Sachen nun einmal stehen, finde ich, daß wir wohl sämmtlich nicht in der Stimmung sür eine größere Festlichkeit hier bei uns sind." Freilich" Trude lachte, ihr jetzt so häßliches Lachen Du bist eigentlich incognito hier. Gestern fragte mich eine Freundin, was schreibtTein Bruder aus Bonn? und ich that, als ob ich zerstreut sei und erwiderte: O! nichts Besonderes." Das heißt so viel als: Befreie uns doch recht bald wieder von Deiner Gegenwart." Hübschen Dank. Schwester, und Du kannst überzeugt sein, sobald ich mit demVater eingehende Rücksprache genommen und im Stande bin, feste Pläne zu fassen, erfülle ich Dir Deinen Wunsch. Im übrigen werden mir die Bethätigungen Deiner schwesterlichen Liebe während dieser Zeit in leuchtender Erinnerung bleiben." Eine dunkle Nöthe der Scham oder des Zornes flog über ihr Gesicht. Das pflegt gewöhnlich, so zu fein in der Welt." erwiderte sie, sich gewaltsam zur Ruhe zwingend, der Schuldige setzt sich auf's hohe Pferd und klagt die Unschuldigen an. Kann ich etwas dafür. wenn Du bei dieser Gelegenheit vielleicht nicht die bisherige Rolle in der Gesellschaft spielst? Ich fürchte es allerdings, daß man Dir allerseits heikle und unbequeme Fragen stellen wird. Aber mich dünkt, auf lange kannst Du Dein Incognito doch nicht wahren, die Geschichte von Deinem plötzlichen Scheiden von der Universität, von der gewaltsamen Ezamenpresse, dcr ganze fatale Krach kommen doch an den Tag. Robert knirschte. .Gib Dich zur Ruhe, Schwester, ich werde Dir Dein Fest nicht durch meine Gegenwart stören." Er wandte sich kurz und ging. An 'ein Ohr schlug noch ihr Aber Rolert! Du bist maßlos empfindlich." er nahm aber keine Notiz mehr davon. Er verließ das Haus, suchte ein abgelegenes Bierlokal auf, wo er ziemlich sicher war, keinen Bekannten zu treffen, und saß dort einsam und grimmig bis nach Mitternacht; die wunderlichsten Pläne reiften da in seinem Kopf. Am andern Morgen kam der Vater. Seine Miene verrieth nichts Versöhnliches. als Robert ihm gegenübertrat. Wie bist Du zu diesem Duell mit dem jungen Grafen Ortenstein-Bern-bach gekommen?" war des Herrn Präsidenten erste scharfe Frage. Robert's Stirn verfinsterte sich. Wer hat Dir denn davon berichtet?" fragte er dagegen. Sein Onkel. Graf Konstantin. Ich traf ihn in Berlin, er hat bisher stets mir ein auszeichnendes Wohlwollen bezeigt, Du weißt, was er in den aller, höchsten Kreisen gilt, gerade auf ihn und seinen Einfluß hatte ich für Dich und Deine Carriere gerechnet und jetzt sein Nacken war steif und seine Rede scharf. Es scheint, daß Du für einen Raufbold im Corps gegolten, seine Andeutungen na, vielleicht weißt Du sie Dir besser als ich zu ergänzen. Dcr junge Graf liegt schwer von Deinem Säbelhieb getroffen darnieder, man fürchtet, daß derArm lebenslänglich steif bleibt; die Schuld an dem ungewöhnlich scharfen Duell schreibt man Dir ausschließlich zu, und das. mein Sohn, ist ja nun der letzte Tropfen in dem Becher, der ihn zum Ueberfließen bringt. Mein Gott! was hast Du Dir eigentlich gedacht!" Der hagere steife Herr, welcher schon genug der Sorgenfalten in feinem Gesicht trüg, schritt stürmisch im Gemache auf und ab. Robert war bleich geworden, aber er zuckte die Achseln. Ich hebe mir freilich nicht gedacht. daß von dem unbedeutenden Burschen, dieser winzigen Erlaucht, meine Zi. kunft abhängen könne," sagt: er p'6U tisch. Dcr Präsident war ein don Natur sehr heftiger Mann. Er war tn seiner Stellung oft genug gezwungen, sein Temperament zu zügeln, den Untergedenen, den Seinen gegenüber brach es oft ungehemmt heraus. Augenblicklich war seine Stimmung auf das höchste gereizt. Je glänzender die Hoffnungen gewesen waren, die er auf den Sohn gesetzt, desto schwerer war die Enttäuschung. Von maßlosem Ehrgeiz beseelt, hatte die Art und
Weise, wie Graf Konstantin von Robert gesprochen, ihn niedergeschmettert. Es dunkelte ihm vor den Augen bei , dem Gedanken, daß sein Einziger in der Menge versank, im Nachtrab hink-
te entsetzlich! So fielen denn zorniae. aufreihende
sisoxu von seinen Lippen. Wor5. welche des Sohnes Ehrgefühl verwunden mußten, und die wenig dazu geeignet waren, die Situation zu klären. Robert stand bleich, mit bebenden Lippen und funkelnden Augen ihm gegenüber. Er, dem immer nur geschmeichelt worden war, den man zu einem Halbgott gestempelt hatte, er war jetzt ein Verlorener, einer, dessen man sich schämte. Sag. wie denkst Du Dir die nachsie Zukunft?" rief der Vater, der wie ein grimmiger Löwe in feinem Käfig, im Zimmer auf und ab schritt. Robert zuckte die Achseln in kaltem Hohn. Die Heftigkeit des Vaters erzeugte in ihm das Gegentheil, kalte Ruhe. Ich habe einstweilen nur den Wunsch, euch so bald als möglich von meiner Gegenwart zu befreien. So, und wohin wolltest Du? Nach Bonn zurück, um das alte Leben wieder anzufangen?" Nein, nicht nach Bonn zurück. Ich habe dort Abschied genommen auf Deinen Befehl, in unbedingtem Gehorsam, jetzt, Vergangenes kann ich nicht ändern, aber meine Zukunft will ich mir aufbauen nach meinem eigenen Sinn. Einstweilen bedarf ich Zeit, um mich selbst zu prüfen, einen Entschluß zu fassen, es ist da ja noch Platz in unsern Kolonien drüben für die, die man hier als ungeeignet ausstößt." So. also so weit bist Du. rechnest Dich schon zu den verpfuschten Exi stenzen, die drüben ohne Sang und Klang vor die Hunde gehen. Du. Du, der " Der Präsident sank in einen Stuhl, biß die Zähne zusammen und stöhnte. Robert blickte finster auf ihn. und einen Moment kam ihm ein Mitleid an mit dem. .er so viel sür ihn gethan hatte, und den er so arg enttäuschte. Aber der Trotz behielt die
Oberhand über die weichern Regungen; er hatte es nie gelernt, sich zu dcmüthigen. Nein, so weit bin ich noch nicht." sagte er, obgleich es mir zweifelhaft erscheint, in wie weit diese, mit allen Mitteln arbeitenden Streber hier jene sogenannten verpfuschten Existenzen überragen, welche sich loslösen von Vaterland und Vaterhaus und unter Entbehrungen und harten Mühen ihr Leben sich aus eigener Kraft gestalten. Einstweilen habe ich beschlossen, mich in einem stillen Winkel zu vergraben, ein Zufall hat mir solchen Winkel gewiesen dort will ich versuchen, ob ich nachholen kann, was ich versäumt, wenn nicht " Der Vater richtete sich auf und sah aushorchend zu ihm hin. Sein Kopf war wüst, er wußte nicht, wohinaus der Sohn wollte. Robert reichte ihm Brömels Brief. Willst Du die Güte haben und Einsicht von diesem Schreiben nehmen. Du wirst wohl keine Versuchungen für mich auf diesem Platze wittern, und ein kostspieliger Aufenthalt wird es euch nicht. Also darf ich wohl auf Deine väterliche Genehmigung des Planes, mich bei dem Studienfreund in Kost zu geben, dort in Einsamkeit zu arbeiten, zu rechnen." Der Präsident überflog finstern Auges den Brief. Arbeiten willst Du da.- entgegnete er geringschätzig, ohne Anleitung in der Umgebung des verbummelten Menschen " Bitte, lies etwas genauer, da wird es Dir vielleicht einleuchten, daß dieser Rechtsanwalt Busch mir vorzüglich als Einpauker dienen kann. Ich kenne ihn als klugen Kopf, er hat glänzende Examina gemacht." DerVater sann nach. 41 war gründlich mürbe von all derklufregungen. Meinetwegen." brummte er. für Dich gibt's nicht mehr viel Wege. Wenn dieser nur zum Ziel führt Du mußt zum Herbst fertig sein und glänzend bestehen, mittelmäßig genügt nicht für Dich nicht, für mich nicht vielleicht zwingst Du's, wenn nichts Dich abzieht." Der alte Herr seufzte schwer. Robert stand am Fenster und blickte in die Maienherrlichkeit hinaus, von der er nichts sah. Zum Herbst." wieverholte er sich, und in seinem Kopf wirbelte es. Im Augenblick war es ihm. als stecke darin kein blasser Schimmer vom deutschen und römischen Recht, und die beklommene Ahnung. daß ein umfangreiches Material vor ihm zum Bewältigen lag, drückte ihn wie ein Alp. Aber er mußte jetzt vorwärts und durch. ' Der schmähliche Abfall der Seinen denn so nannte und so empfand er ihr Benehmen füllte sein Herz mit grimmer Bitterkeit. Der wunderliche Einfall, zu Freund. Brömel in das kleine Nest zu geben, war ihm gestern 5eim einsamen Schoppen gekommen. Der Plan war so gut wie ein anderer, und wie hatte der Vater gesagt? für ihn gab's nicht mehr viel Wege. Er verließ mit kühlem Gruß" das Zimmer. Der Vater schaute ihm sin ster nach. So etwas erlebte man an hoffnungsvollen Söhnen, für die man Opfer auf Opfer brachte dieser blühende, schöne, stattliche Mensch konnte kein Verlorener sein. Der Zorn begann zuverrauchen,es kam dem Präsidenten der Gedanke, ob er den Sohn richtig behandelt habe. Er war bisher zu nachgiebig gewesen und hatte ihn jetzt zu hart angefaßt. Sollte er einlenken? Aber nein, dieser Plan war nicht übel, in der 7Weltabgeschie denheit kam er am ehesten zum Arbeiten. Der Vater fing wieder an zu hoffen.
Das Haus des Stadtsek.retärs Brömel lag am Ende der schlecht gepflasterten Hauptstraße, in freier Umgebung. Es war einstöckig, mit einem Giebel, und hinter demselben dehnte sich ein Garten aus. der an das freie Feld stieß. Die größere Hälfte desselben war zum Gemüsebau verwendet, aber ein schnurgerader Mittelsteig, auf beiden Seiten von buchsbaum-eingefaßten Rabatten begrenzt, führte zu einer geräumigen Fliederlaube, und von dort aus fiel das Auge auf blühendeSträu cher und Blumenbeete, welche die Hausfrau sorgsam Pflegte. Auch hochstämmige Rosen edelster Sorte, jetzt voll üppiger Knospen, zierten diese! den. Es war Anfang Juni, als Robert hier eintraf, als Miether der zwei freundlichen Giebelstuben und Kostgänger für ein paar Monate. Natürlich hatte Robert es nicht über sich vermocht, sich in den dumpfigen Postwagen zu sperren, der den Verkehr wischen dem Städtchen und der eine halbe Stunde entfernten Station ver mittelte, er fuhr in schwerfälliger, viersitziger, offener Kalesche vor. Franz, der ehemalige fidele Bursch, eilte aus der Hausthür an den Wagenschlag. Er hatte sich ein Bäuchlein zugelegt, sein Gesicht glänzte wie der Vollmond, er sah in seiner grauen Sommerjoppe furchtbar philisterhaft aus. wie Robert bei sich dacbte. (Fortsetzung folgt.)
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