Indiana Tribüne, Volume 24, Number 133, Indianapolis, Marion County, 30 January 1901 — Page 1

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Ä8 Dem üciilsrfjrn Nelch.

Der Vorwärts" macht mit einer merkwürdigen Geschichte Sensation Äer aber wenig Glauben geschenkt wird.

Das strenge Zvinterwetter hält in Deutschland an. ' Der Herzog von Jork und Corn wall , In Osborne an den Masern erkrankt.

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Eine Verschwörung in Lyon. , Verschiedenes ans Südafrika.

5treik an der unterirdischen Bahn in Paris.

Aus dem deutschen Reich. Berlin, 30. Jan. In einer Versammlung der Aktionäre der deutschen Grundschuld-Bank. die am Dienstag stattfand, wurde beschlossen, daß die Bank liquidiren solle. Dem Baron von Richthofen, Staatssekretär des Aeußeren. wurde am 27. Januar, dem Geburtstage des Kaisers Wilhelm, von dem letzteren der Äitel Geheimrath mit dem Prädikat Excellenz verliehen.

Der Geburtstag des Prinzen uu gust Wilhelm, vierter Sohn des Kai sers Wilhelm, wurde am Dienstag wegen des Ablebens der Königin Z:dd ria in keiner Weise gefeiert. Der Vorwärts", das Hauptorgan der Sozialdemokraten, veröffentlichte heute eine merkwürdige Geschichte. Die Zeitung behauptet, das; die pl'liche Abreise des Kaisers Wilhelm nach England nicht einzig seinem Wunsche zuzuschreiben gewesen sei. seine sterbende Großmutter noch einmal zu se. hen, sondern' vielmehr dem dringenden Wunsche des Prinzen von Wales,. vor seiner Thronbesteigung noch eine Pri satschuld zu regeln. Diese Schuld soll, dem .Vorwärts- zufolge. 24.000,00 Mark betragen haben, welche Summe oer Kaiser Friedrich sofort nach seiner Thronbesteigung dem Prinzen von Wales geliehen haben soll, um damit seine Privatschulden zu bezahlen. Die erwähnte Summe soll ein Theil des Nachlasses des Kaisers Wilhelm I. getittr sein, der auf 56.000.000 Mark abgeschätzt wurde. :af von Stoll-5erg-Wernigerode. der damalige Minister des kaiserlichen Hauses, soll verzebens gegen dieses Darlehen protestirt und resignirt haben, als die erwähnte Summe an den Prinzen von Wales ausbezahlt wurde. In hiesigen offiziellen Kreisen wird die obige Geschichte als ein kolossaler Unsinn bezeichnet. Aus den zuverlässigster. Quellen verlautet, daß die wiederholt von der deutschen Presse aufgetischte Behauptung, oer Kaiser Wilhelm schulde Herrn Krupp und anderen deutschen Kapitalisten bedeutende Summen, durchaus unbegründet ist. Es wird versichert, daß der Kaiser nicht nur schuloenfrei sei, Indern auch noch jährlich eine ansehnlies Summe für seine Kinder spare.

Das strenge Winterwetter hatt in ?MZ Deutschland an. Den grdßten Schaden scheinen die Stürme an der Küste von Ostfriesland angerichtet zu haben. Leer und Emden haben ungezuren Schaden gelitten, da eineSturmsluth große Eismassen in diese beiden Städte geworfen hat. Der Verlust an Menschenleben war indeß nicht groß. Der neue Hasen in Leer ist ganz zerstört orden. Im preußischen Landtag hat Dr. -Lotz um Hülfe für 1000 Personen nachgesucht, die in Folge der Stürme zum Theil Hab und Gut verloren haben und :3 sind Hülss - Kommittees gebildet worden. In Nord- und Mitteldeutschland ist der Schneefall ein unerhörter. In Berli.i selbst ist der Verkehr infolge des starten SchneefzllZ bedeutend gestört. Dem Lokal-Anzeiger" wird aus dem Haag berichtet, daß' Präsident Krüger'.s Krankheit in einer MuskelKontraktion des Augenlides bestand, welche durch eine einfache Operation sofort behoben wurde. Die Depesche meldet des Ferneren, daß die Boeren vorläufig auf jede diplomatische Aktion verzichten und zu kämpfen fortfahren werden, bis die militärische Lage, in Südafrika sich so gestaltet hat. daß die diplomatische Aktion wirksam durch dieselbe unterstützt wird. Mehemed Ali. ein türkischer Öffizier, welcher aus Wunsch des Sultans zur Dienstleistung im 115. Jnfante-

seiner Garnison Darmstadt unter Umständen verschwunden, welche auf ein Verbrechen schließen lassen. Die Polizei hat eine Belohnung für seine Auffindung ausgesetzt. Die Behörden haben in den poln!sehen Provinzen Ermittelungen über eine Anzahl Gesellschaften gemacht, welche Propaganda für eine Revolution machen. In Posen sind bereits tine Anzahl Verhaftungen erfolgt. Einer der Rädelsführer, ein Studenl Namens Wladislaw Bolinski, entkam über die österreichische Grenze. Eine weitere hitzige agrarische Debatte fand im preußischen Landtage zwischen dem Konservativen Baron von Zedlitz und dem Führer der Freisinn!gen, Dr. Barth. statt. Dr. Barth erklärte es für eine unerhörte Zumuthung. daß das Königshaus der Hohenzollern einen Theil der Bevölkerung auf Kosten des anderen bereichern solle. ' Prinz Leopold von Hohenzollern ist nach London abgereist, um sich an der Beerdigung der Königin Victoria zu betheiligen. Das offizielle Militär Wochenblatt kündigt an. daß der Kaiser Wilhelm ?en König Edward VII. zum Chef deZ ersten Garde Dragoner Regiments ernannt habe, dessen bisheriger Chef die Königin Victoria war. Die Leiter des Lessing - TheaterZ fcben das Aufführungsrecht für das ?ieraktige Lustspiel Toll Bismarck" öon dem Verfasser Walter Harlan erivorben. In dem Stück wird der große Staatsmann als ziemlich wilder junger Nann vorgeführt, dessen Handlungen ztn schon auf seine zukünftige Größe Andeuten. Das Stück wird noch in diesei Saison aufgeführt werden. f Genral Graf Gurko. f S t. P e t e r s b u r g . 30. Jan. Der Z?eldmarschall Graf Gurko ist am, Dienstag auf seinem Gute in Scharow,, bei Jver. im Alter von 72 Jahren gestorben. Ossip Wladomirowitsch Gurko stammt aus alter adeliger russischer Familie. Er wurde im kaiserlichen Pagenkorps in Petersburg erzogen und tat 1846 als Kornett in das Garde-

Husarenregiment ein. wurde 1852 als hauptmann in dZeLinieninfanterie versetzt, in welcher er den Krimkrieg im Regiment Diebitsch mitmachte. 1857 trat Gurko wieder als Eskadronschef in das Garde-Husarenregiment zurück, wurde 1860 Flügeladjutant des Kai lers und 1861 Oberst, nahm 1863 an

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standes mit Auszeichnung theil und wurde 1866 Kommandeur eines Husacenregiments. 1867 Generalmajor-und Kommandeur des LeibgardeGrena dierregimentS zu Pferd. 1873 Kommandeur einer GardeKavalleriebrigade und 1376 Divisionskommandeur. Bei Ausbruch des Krieges gegen die Türkei 1877 erhielt Gurko den Befehl über ein hauptsächlich aus Kavallerie zusammengefetztes besonderes Avantzardenkorps. mit dem er inGewattmärsehen nach Tirnova (7. Juli), sowie danach über den Balkan bis auf zwei Tazemärsche von Adrianopel vordrang. Dieser kühne Zug. wodurch die Russen in den Besitz des Schipkavasses kamen, machte Gurko's Namen sehr bekannt, war indessen für den Verlauf des Krieges nicht so entscheidend, wie es, Anfangs schien, da die wenigen unter sei-

nem Befehle ms Tundzatyal vorge-

drungenen Truppen sehr bald von der türkischen Südarmee über den Balkan zurückgedrängt wurden. Bald darauf wurde Gurko nach Petersburg zurückberufen, um seine Garde-Kavalleriedi-sision auf den Kriegsschauplatz zu führen. Im Oktober übernahm Gurko den Befehl über die gesummten Garden und die Kavallerie der Westarmee mit dem Auftrage, die rückwärtigen Verbindunzen des bei Plewna stehenden türkischen Heeres unter Osman Pascha zu unterbrechen und dessen Einschließung zu vollenden. Dies geschah, nachdem Gurko am 24. Oktober das verschanzte Gorny Dubnik erstürmt und am 23. Oktober das ebenfalls verschanzte Tilisch durch Beschießung zur Uebergabe oezwunZen hatte. Darauf überschritt

er Ende Dezember den Balkan, besetzte am 4. Januar 1873 Sofia, marschirte bon dort nach Philippopel und zersvrengte in der dreitägigen Schlacht, 15., 16. und 17. Juni, bei Philippopel die Armee Suleiman Paschas, woraus Gurko beiAdrianopel mit der russischen Hauptarme? in Verbindung trat und mit dieser den Zuq bis in die tfäh? v?n Konstantinopel mitmachte. Nach Beendigung des Krieges wurdeGurko zum General der Kavallerie und Generaladjutanten des Kaisers befördert und am 14. April 1879 mit ausgedehnten Vollmachten zum Generalgouverneur von Petersburg ernannt. Da Gurko jedoch während des nächsten Winters die Attentate gegen das Leben des Kaisers nicht zu verhüten gewußt hatte, wurde er' 1880 seiner Steüuna enthoben und

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leistung entbunden. Erst Kaiser Alexander III. rief 1882 Gurko wieder in den aktiven Dienst zurück und übertrug ihm 1833 das Generalgouvernement über den Militärbezirk Warschau-, da? er aber bereits vor einer Reihe von Iahren wegen anhaltender Kränklichkeit niederlegen mußte. Er trat mit dem Range eines Feldmarschalls in den Ruhestand. Verschwörung unter Poli-zei-Beamten. Paris, 30. Januar. Ein Skandal ganz eigenthümlicher Art ist inLyon an's Tageslicht gekommen. Dortige hohe Polizeibeamte, die im Geheimen an der Spitze einer reaktionären Bewegung standen, haben auf dem ungewöhnlichen Wege mikrophonischer Verbindung ihre Gegner und deren Konversationen zu überwachen gewußt. Die Hauptperson des schlau einge fädelten Planes war Charles Meyer, ein Polizeichef. Dieser Tage wuri er krank. Man erfuhr, daß er mit großer physischer Anstrengung einen Haufen kompromittirender Dokumente aus seinem Bureau bei Seite geschafft hatte. Das kam dem Präsidenten M. Alapetite nicht geheuer vor. Er ließ die Thüre zum Bureau aufbrechen und fand alsbald einige verstreute Papiere über die hauptsächlich gegen ihn, selbst gerichtete Verschwörung. Wie groß war aber sein Erstaunen, als er unter dem falschen Boden einer großen Kiste eine starke Telephon - Batterie entdeckte, deren Drähte in die Mauer liefen. Man forschte den Drähten nach sie stellten eine Verbindung mit dem Bureau des Präfekten her und unter dem Pult des letzteren befand, sich ein Schallbecher. Meyer konnte derart, jedes Wort hören, was beim Präfekten gesprochen wurdet -Ja 'noch mehr, auch zu seinem Schlaf-, und Speisezimmer und nach der Wohnung anderer Beamten liefen solche Drähte. Meyer wurde Knall' und Fall entlassen. Er hat eine 'Anzahl Mitverschworene, denen Verhaftung winkt. . . ' . l. I n Ungnad e. ... M a d r i d. 30. Januar. Der General Francois de Bourbon h Castelloi ein Vetter des verstorbenen Königs Alphons und Militär-Kommandeur in Aragonien.' ist pensionirt worden. In der offiziellen Ankündigung wird die übliche Vermerkung vermißt, daß die Königin-Regentin das Ausscheiden eines so tüchtigen und ergebenen Offiziers aus dem aktiven Armee-Verband mit Bedauern erfüllt-. Man schließt daraus, daß der General sich die Ungnade der Königin zugezogen haat. und das Bedauern" wohl mehr auf Seite des Bourbonen-Prinzen ist. König Edward wiedernach London'zurückgekehrt. C o w e s. 30. Januar. 'Der König' Edward ist am Dienstag Morgen nach London abgereist , Der, Herzog von Jork mußte aber im Schloß Osborne zurückbleiben, da er an den Masern erkrankt ist. Es ist möglich, daß er sich nicht an 'den Ceremonien bei der Ueberführung der Leiche der Königin Victoria nach Windsor, am Freitag, bethetligen kann. Das Hauptgebäude , des , Schlosses Osborne wird' in Zukunft . von .der Prinzessin Beatrice in ihrer'Elgenschast als Gouverneurin der Insel, .Wight be-' wohnt werden, . der andere' Theil wird für den König reservirt. ' ' "' Der Prinz Heinrich hon Preußen ist am Montag . mit . dem' Panzerschiff Baden" und dem 'Küstenpanzer Ha, gen" von Kiel aus abgegangen. Der Befehl, des Königs, daß die.Gebäude karminroth drapjrt werden sol, - len. hat nicht geringe Bestürzung, verursacht. Viele Gebäude hier und in London sind bereits schwarz drapirt worden. Die Aenderungen werden viel Geld losten und dann ist -auch kaum genug karminrothes Tuch vorhanden. L o n d o n. 30. Januar. Der K'ö-, nig Edward und der Herzog von Cambridge kamen um 3 Uhr am Dienstag Nachmittag hier an. Eine große Menschenmenge erwartete den König an der Victoria-Station, wo er höchst enthusiastisch empfangen wurde. Die Frage, wo der König künftig residiren wird, giebt zu mancherlei Spekulationen Anlaß. Der König so-

wohl, wie auch die Königin Alexandra lieben den Aufenthalt in Sandringham und der König wird diefts Schloß wahrscheinlich auch in Zukunft, wenigstens dann und wann, bewohnen. Es ist aber möglich, daß er Marlborough House aufgeben wird. Wenn der Herzog von ?)ork nichts vielleicht dort zu wohnen wünscht, ist es sehr wahrscheinlich, daß Herr Wm, K. Äanderbilt das Schloß für den Herzog und die H:rzogin von Marlborough' kaufen wird. Die Herzogin hat ''schon länge diesen Wunsch aebeat.

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'S t. Petersburg. 30. Januar. Der engere Anschluß Deutschlands an England, besonders die Ernennung Kaiser Wilhelms zum englischen Feldmärschall wird in der russischen Presse ziemlich abfällig beurtheilt. ;Der Svet" schreibt: Diese Ernmnung und die Flotten-Demonstration inSpithead bekunden deutlich das Schutz- und Trutz-Bündniß zwischen Deutschland und England. Es ist jetzt klar, daß Herr Krüger nicht in Berlin unpfangen wurde, da Deutschland die Hilfe Englands benöthigte, , um im Balkan. Kleinasien und dem fernen Osten" 'eine d'ominirende Stellung einzunehmend Der Svet" betrachtet das Entente cordiale" zwischen Deutschland und England uls - eine direkte Bedrohung Rußlands. '.Die Borsenzeitung" ist der Ansicht, daß eine andere Phase in der Politik Deutschlands eingetreten ist, welche es direkt in die Arme Englands fuhrt, das jetzt emsig nach Verbündeten sucht, statt auf seine glänzende Jsolirungzu pochen. Der Novosti" betrachtet es als ein Hirngespinst, daß die englisch-deutsche Alliance ein Heilmittel für das kranke England" sein sollte. Er bezweifelnden Bestand eines engeren Bündnisses und halt es nicht für wahrscheinlich, daß die Leiter der. deutschen -Politik die ihnen unterschobenen Pläne wirklich hegen. -FeindlicheJndianer. Mexic o. 30. Jan. Eine Anzahl Truppen, welche Arbeiter eskortirten, die Wege im südlichen Theile der Halb-. insel Fucatan bauen' sollten, wurden von 1000 feindlichen Indianern angegriffen. Die letzteren konnten nur durch das Feuer verschiedener MaschinenGeschütze zurückgetrieben werden welche mit großer Wirkung in Thätigkeit gesetzt wurden , Der Zusammenstoß fanö m der Nähe von Santa Cruz statt.' Großer Streik in Paris.. ;! Pari s, 30.. Jan: Ein allgemeiner Streik der Angestellten der Untergrundbahn ist erklärtwordcn.' v Die- Stationen, sind von Truppen besetzt. Der Verkehr ist auf allen Punkten der Bahn ge hemmt und besonders die Geschäftsleute haben darunter schwer zu leiden. Der Streik folgte der Weigerung der Gesellschaft, höhere Löhne zu bewilli gen und die entlassenen Leute wieder einzustellen. Die Streiker verhalten sich vollständig ruhig. . Die Gesellschaft sucht durch Annonzen Motorleute und Kondukteure zu rlangen.' wird aber während der näch sten 14 Tage nicht im Stande sein, den Betrieb aufzunehmen, wenn sie die strerkenden Arbeiter nicht wieder einstellt. Die Bahn hat seit ihrem Bestehen viel Unglück gehabt. Betriebsstockun gen gehörten zur Tagesordnung und die gegenwärtige totale Unterbrechung des Betriebes gestaltete sich zu einer wahren Kalamität. ' : Die Streiker haben einen Appell an das Publikum erlassen, wocin sie die Schuld der Gesellschaft zuschieben. Aus Südafrika. K a p st a d t. 30. Jan. R. Solomon. der Generalanwalt in dem Schreiner-Ministerium war. ist zum juridischen Rathgeber der Administra tion der Transvaal-Kolonie ernannt worden. 'Diese Ernennung sieht man als Beweis dafür an, daß die Reichsregierung bemüht ist, das Boeren-Ele-ment zu versöhnen. Adelbert S. Hay. der Ver. St Konsul in Pretoria, wird am 30. Januar von hier aus nach den Ver. Staaten abreisen. Er wird wahrscheinlich nicht zurückkehren und es, verlautet, daß Wm. D. Gordon. der jetzige Ver. St. Könsular-Agent in Johannesburg, der Nachfolger des Herrn Hay als Konsul in Pretoria werden wird. -Olive Schreiner-Crownright. die Schriftstellerin, und ihr , Gatte sind thatsächlich Gefangene in ihrer Wohnung. Sie dürfen den Hanover Distrikt nicht verlassen, weil das Kriegsrecht dort proklamirt worden ist. C a r n a r v o'n.' 28. Jan. Die Boeren sind in Calvinia verschanzt, daZ ihren jetzt als Operationsbasls dient. Der Distrikt ist reich an Lebensmitteln und Pferden. . C l a n w i l l i ä m, Kapkolonie, 28. Jan. Die Kolonne, des Obersten Bethune hat ' sich mit derjenigen Le Lisle's vereinigt. Oberst Bethune führt das Oberkommando und ihm ist die schwierige Aufgabe übertragen worden, die Boeren aus der Kapkolonie zu vertreiben. .

Y:.- . ' Meinen Freunden und Gönnern jU? Kenntniß, daß ich bei M. A. Wil Uts & Co., 121 West Washington Str., Tapeten- und RahmenGeschäst, bin.' Henry W. Zimmer, Verkäufer.

der CrliMe .fajfo. KW, ZI. 3. McAllister, Campbell und Death . Zu je 30 Jahren Zuchthaus vcrurtheilt.

Kerr kommt mit 15 Jahren davon.

Die Berurtheilten erklären, sich in ihr Tchicksal fügen zu vollen.

Feuersbrunst in TeS Moiues, Jova. . Jackson Ceutre, Ohio, vom Feuer heimgesucht. 'liicksfälle verschiedener Art.

Di. Bosschieter -Mörder verurtheilt. P a t e r s o n . N. I.. 30. Januar. Walter C. McAllister. Wm. A. Death und Andrew I. Campbell, die in Verbindung mit der am 18. Oktober 1900 erfolgten Tödtung der Jennie Bosschieter des Mordes im zweiten Grad schuldig befunden wurden, wurden am Dienstag, zusammen mit George Kerr, der auf eine Vertheidigung verzichtet hatte, dem Richter Dixon vorgeführt, der McAllister. Campbell und Death zu je 30 Jahren Zuchthaus bei harter Arbeit verurtheilte, und Kerr zu 15 Iahren. Es ist bei allen die höchste unter dem Gesetz zulässige Strafe. Der Gerichtssaal und selbst die Gänge im Gerichtsgebäude waren mit Menschen dicht angefüllt, lange ehe die Gefangenen in den Saal gebracht wurden, und auch auf der Straße hatte sich eine neugierige Menschenmenge ' angesammelt. Im Gerichtssaal befanden sich der Vater, die Schwester und die Stiefmutter der Jennie Bosschieter." Michael Dun.einer der Anwälte der

,Verurtheilten. plaidärte für. ein mildes

Urtheü für seine Klienten und er sagte, daß. bei Death und Campbell der Gerichtshof in Betrackt ziehen sollte daß die Beiden ihre Mitschuld an dem Verbrechen aufrichtig bereuten, und daß sie bisher sich eines sehr guten Rufes erfreut hätten. . - Der frühere Richter Scott sprach im Interesse McAllisters. Er machte für

ihn geltend, daß er bisher einen guten v r .

eoensmanoel gefuyrr uno einer yocyachtbaren prominenten Familie angehöre. McAllister. Campbell und Death wurden dann aufgefordert, sich zu erheben. Die beiden Ersteren waren cmßerordentlich bleich und man sah es Death an, daß er sich vor Aufregung kaum auf' den Füßen halten konnte. " Richter Dixon wandte sich dann wie folgt an die drei Gefangenen: Sie sind des Mordes im zweiten Grade schuldig befunden worden. Hätte der Wahrspruch auf Mord im ersten Grade gelautet, dann würde es meine Pflicht geworden sein, Sie zum Tode zu verurtheilen, aber die Gnade der Ge schworenen, die von ihrer gesetzmäßigen Autorität Gebrauch gemacht haben, hat sie von dem Galgen gerettet. Wir müs sen die Gesetze dem Buchstaben nach vollstrecken. Es ist wahr, diese Urtheile werden Ihre Leben zerstören und Ihnen jede Möglichkeit nehmen, noch einmal eine ehrbare Existenz inmitten des Volkes zu führen. Das Gericht darf sich aber nicht daran kehren und muh das Urtheil sprechen. Ich bin überzeugt.' daß die furchtbaren Folgen dieses Verbrechens nicht verfehlen werden, Eindruck auf junge Männer und Madchen zu machen und ihnen klar machen werden, daß sie nur auf dem Pfade der Tugend und Ehre glücklich werden können. Das Urtheil des Gerichtes ist. daß jeder von Ihnen für die Dauer von dreißig Jahren bei harter Arbeit m Staatsgefängniß zu Trenton eingesperrt werden soll." Kerr wurde dann aufgerufen. Sein Anwalt erklärte, daß der Angeltagte auf einen Prozeß verzichtet habe und an die Gnade des Richters appellire. Er sprach von dem Vater des Gefangenen, der jetzt, wenigstens zum Theil, in Folge der Schmach, welche der Sohn auf ihn gebracht, am Sterben sei, von seinen Schwestern, seiner Frau und seinen sechs Kindern, von denen das jüngste erst zwei Monate all sei. und zuletzt voa dem bisherigen guten Charakter d:s Gefangenen. Richter Dixon sagte dann, sich an Kerr wendend: Aus dem Zeugenma terial in dem Fall geht nicht hervor, daß sie halfen, der Ermordeten das Gift beizubringen, Sie nahmen aber an der Schändung des Mädchens ihoil. In einer Hinsicht ist Ihr Fall schlimmer als derieniae der Anderen. Sie sind älter

- ünd hatten 'größere Verpflichtungen,

tugendhaft zu sein. Sie hatten eine

" wr; M ' w Ihren guten Namen erhalten mußten. ' Sie ließen dies aber alles außer Acht, Sie trieben vom häuslichen Leben fort und jetzt stehen Sie hier, eines furchtbaren Verbrechens angeklagt, daS alle Welt empört hat. Ich denke an jene schreckliche Fahrt, jene schmachvolle Schändung, und wie das arme Opfer herzlos auf die Straße geworfen wurde, unbekümmert darum, ob es von befreundeten Menschen gefunden oder von Thieren' angenagt werde.. Wie gern würde ich Ihren Verwandten das .Schreckliche ersparen, in der Ausübung meiner Pflicht kann ich aber auf mifc dere Regungen keine Rücksicht nehmet Das Untheil des Gerichts ist. daß Sie für die Dauer von fünfzehn Jahren inp Staatszuchthaus bei harter Arbeit ' X i

rergeoracyr weroen. . Die vier Gefangenen wurden danny nachdem sie mit ihren Anwälten undVerwandten noch einmal die Hände gedrückt hatten, aus dem Saal geführt. - McAllister, Death, Campbell un Kerr gaben am Nachmittag tnt langtErklärung an das Publikum ab. Dievier Männer erklären darin, daß sie kereit feien, sich in ihr Schicksal zu füge, und mit Vertrauen in die Zukunft zu: blicken, so dunkel diese auch sei. DeSWeiteren erklären sie. keine Kritik übe: zu wollen, obgleich ihr schweres Urtheils ?mu Theil der künstlich erregten öffentlichen Meinung zuzuschreiben sei. und', daß sie durch gutes Betragen im Gefangniß ihre Strafe abzukürzen ver-. suchen würden. Dr.R o-der m u n d e.n t k o m m e n. Apple ton. Wis.. 30. Jan. Ungeheure Aufregung herrscht hier und auf Meilen weit im Umkreis. Dr. M. .I. Rodermund.' der. um den Beweis zuliefern, daß die Blattern nicht ansteckend seien, fich - mit Pockengift einrieb und dasselbe auf. möglichst viele, seiner Be kannten zu übertragen versuchie, ist ent-. .kommen. Auf unerklärliche Weise ge'lang es ihm. letzte Nacht, aus demHause,. in welchem er unter starker Polizeibcwachang quarantainirt - war, zu'entV fliehen. ' :. Wie er seine Flucht bewerkstelligte, ist ein' unerklärliches Räthsel. Seine Wächter behaupten, daß sie ihren Posten, während der ganzen 5!acht keinen Au-, genblick verließen. Die Theorie der Polizisten ist, daß der Flüchtling, der mit den an seinem Körper haftenden Krankheitskeimen, namenloses Elend anrichten - und die Seuche nach Dutzenden von Städten tragen kann, von einem Freunde -mit einem Fuhrwerk nach Waupaca gebracht wurde, und dort einen nach Chicago gehenden Zug bestieg. Die Polizei- und Sanitätsbehörden der Ortschaft ent lang der Bahnlinie sind telegraphisch aufgefordert worden, auf den netten Doktor mit der Bazillenkultur, oder auj seinen Leichnam zu fahnden- und ihn einzustecken. . j Todt oder lebendig. Middlesb'oro. Ky.. 30. Jars Sheriff Andy Hughes von Claiborni. County hat mit einer starken Mann schaft den Desperado Lewis MyerZikä N?r,i?n? in ?nm T5sv-f,iir sin.

nvjitlil (IV Vlliltt VVUUUV VIII geschlossen. Myers hat fünf Mord, thaten auf dem Kerbholz, u. A. hat n eine Frau in Virginien und zwei Bun desmarschälle aetödtet. Z2200 Belob., nung sind auf seinen Kopf gesetzt und Sheriff Hughes wird ihn , lebend odet todt in seine Gewalt , bringen. Kam noch bill.i-F davon. ' Atlanta, Ga... 30. Jan. Im. Kreisgericht zu Jackson. Miss., erklärt, sich der Unternehmer Gibson auf die Anklage des Bestechnngsversuchcs gegenüber dem Gouverneur Longino für schuldig. Er hatte dem Gouverneuz für Zusicherung des Kontraktes für da? Staatshaus in Jackfon Geld angeboten. Nach einem vorher mil dem Staatsanwalt vereinbarten Av'.ommen wurde er zu einer (Feldstrafe von $1000 und den Kogen verurthcilt, die Ver fallserklarung seiner $!3000 betragen dn Bürgschaft dagegen aufgehoben. Die. Räubereien in KansaZ City. K a n s a s C i t y. Mo 30. Januar. Alfred I. Hovey. ein Grocer von Kansas City, Kas.. der am Montag in sei nem Laden von einem Räuber in bru taler Weise angegriffen wurde, ist am Dienstag im Bothany-Hospital seinen Verletzungen erlegen. Die Straßenräuber, die in hiesicer Stadt operiren, sind überaus brutal bei ihren Angriffen. Ein halbes Dutzend Freuen sind von den Kerlen niederoeschlagen und schwer verletzt worden. Frau Mary Bolder. die vor einem Monat ans der Straße niedergeschlagen und beraubt wurde, ist jetzt in Folge des Schlages auf den Kopf wahnsin-. mfl Geworden.

IsO" Weitere Depeschen auf Seite 5.