Indiana Tribüne, Volume 24, Number 132, Indianapolis, Marion County, 29 January 1901 — Page 7
Jndkana Tribüne, 29. Januar 1901.
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(2. Fortsetzung.) Gr warf sich aus den Diwan und faßte an seinen Kopf. Der Regen prasfeite gegen die Scheiben, n.an horte das lanaiame Knairen der Räder draußen, der eichenzug drüben setzte sich in Bewegung, er stöhnte, die richtige 33egW 5ur.g zu seinem Seelenzustand. Das rine Ding, die Hedi! Ruhe oder ihr innerlich nahe stehende Verwandte hai'.e sie keine. Er wußte es aus ihrem eigenen Munde, si? waren sehr vertrau lich. sehr aufgeschlossen zu einander gew:sen an jenem denkwürdigen Ballabend. cl2 sein Herz wund und sein Kopf wild war und er das Gebaren Annas, die er liebte, zähneknirschend beobachtete. Die kleine Hedi war im Grunde viel reizender als die hochfahrende Ungetreue; wenn er sich recht darauf besann, so bekam Anna schon scharfe Linien im Gesicht, so ein vier bis fünf Saisons hinter sich, bah! Slüifc vorbei, es hat eben alles seine Zeit. Und er seufzte aus tiefstem Herzensgrund. Was mochte nun zu Hause werden? Visher, wenn er heim kam, war er der vergötterte Liebling. Der etwas steif bureaukratisch angehauchte Vater ve?yaß seine philiströse Würd. wenn er es sich angelegen sein ließ, ihn aufzukratzen. Trude, sein schönes, gefeiertes Schwesterlein, der er nie versäumte, etwas besonders Neues und Hübsches mitzubringen, freute sich ausgelassen auf die Ferienzeit des heißgeliebten Bruders. Tante Minette. mit den was serblauen Augen, erschöpfte sich inAusrufungen des Entzückens über den einzigen Neffen, in ihren Augen war x ein Goldjunge, ein Unicum, was Vollkommenheit betraf. Diesmal wurde seine Heimkehr anders. es ahnte ihm. daß sie viel anders werde, er konnte sich gar keine Borste!lung machen, wie die Zukunft sich eigcntlich gestalten solle. Und zunächst nun das Duell mit der kleinen Erlaucht. Das hättest du dir sparen sollen", hatte Hans gesagt, der jugendliche Weise: hm. hm. es war nun eben auch geschehen. Vieles vielleicht hätte er sich sparen sollen. Seinem Alten würde dieses Duell die Schale des Zornes bis zumRande füllen. Bah! der Teufel hole die Kriecherei und Druckerei. Standesdorrechte galten ihm keinen Pfifferliltg. und in seiner Stimmung war es eine kleine Erleichterung, bei dieser Gelegenheit noch etwas von der verhaltenen Galle ausströmen zu lassen. In strammer Haltung schritt er um fünf Uhr auf die Mensur. Es waren heute weiter keine Paukereim auf der Tagesordnunq. sein Fall war ein schwererer und sollte, da Beleidiger und Beleidigter Corpsbrüder waren, innerhalb desCorps allein aus, aefochten werden. Nur ein Corpsbursche der Vandalen war als Unparteiischer zugezogen worden. Sein Gegner und die Secundanten waren schon zur Stelle, man begrüßte sich förmlich. Die kleine Erlaucht übrigens fchon ein aanz strammer, wenn auch zierlich g:bauter Bursch maß seinen Beleidiger mit haßerfülltem Blick, sein Se cundant. auch der Unparteiische redeten halblaut auf ihn ein. Kühlen Blutes, ohne persönlichen Grimm, sollte solch
ein Ehrenhandel ausgefochten werden. Im Nebel des Bierrausches fiel manch unbedachtes Wort, für welches auf diesem Wege Genugthuung zu finden war. Mit größter Seelenruhe zog Robert seine Fechthandschuhe über, ließ die Präliminarien sich vollziehen. Bedächtia legte er aus. als das Bindet die Klingen!" Fertig!" Los!- ertönte. Der Kleine focht gewandt, parirte geschickt, aber Robert war der Kaltblütigere. Vier bis fünf Gänge verliefen resultatlos. der Eifer und Grimm verleiteten dann den jungen Grafen zu einer Blöße, mit schwerer Wucht traf Roberts Säbel den Arm des Ungedeckien. und ein donnerndes Halt! der Testanten gebot dem Kampf ein Ende. Mit zusammengebissenen Lippen wollte der junge Kämpfer noch einmal vorgehen, der Unparteiische warf sich gebieterisch dazwischen, und kraftlos sank auch schon in der nächsten Secunde der rechte Arm des Getroffenen herab, und eine tödtliche Blässe bedeckte die noch knabenhaften Züge. Man führte ihn ab. Im Nebenraum untersuchte der für den Fall anwesende Arzt die Wunde. Robert stand starr und stramm aus seine Waffe gestützt da. seinGesicht irrn düster ernst, er sprach kein Wort. Er hat sich brav geschlagen, der kleine Bursch," sagte Heldberg neben ihm, und Robert fuhr wie aus einem Traum empor. Bitte, frag nach, wie es um ihft sieht." murmelte er heiser. Na. einen tüchtigen Blutigen hat's gesetzt," meinte dieser, du schlugst sehr geschickt, aber wuchtig, hoffen wir, daß kein Knochen verletzt ist." Er ging. Erkundigungen einzuziehcn. und kam bald zurück. Der Kleine war ohnmächtig, starker Blutverlust, jedenfalls eine Arterie getroffen, ein Lager und Kampfunfähigkeit für meh Tnn-n. ;iol-:rt drückte dem Bechterstatter - ' -V j und wandte sich. Er sah um w: ,.IUt aus. Die Commilitonen . f: .'.irntm vor seiner Miene, und das .r 2! .sonniren über die Einzelfwü'!' vet Paukerei unterblieb heut.
Draußen stand HansArnstedt, bleich und zitternd. Heil?" fragte er, und der andere? Ein erleichternder Stoßseufzer stieg aus seiner Brust, als er den Verlaus erfuhr. (Sott sei Lob und Dank!" sagte er leise. Hab' ich dich darum gestern zum Corpsburschen vcrgeschlagen," brummte Robert, daß du dich heut anstellst wie ein altes Weib?" Ach! du weißt es rechi gut, was ich meine," vertheidigte sich Hans. Er bat, an seiner Seite bleiben zu dürfen, tu hielt aber bestimmten Abschlag. 3ch muß allein sein," hieß es. .Nur das fordere ich als letzten Dienst von meinem Leibfuchs, daß du den Schnabel hältst, bis ich fort bin, und morgen einen Salamander beantragst für mein Abgängniß. Und nun fahr wohl, alter Junge, und noch eins" Roberts Hand lag väterlich segnend auf dem Scheitel des Jugendlichen nimm dir kein Muster an deinem Corpsältesten. Bleib das offene, friscbe junge Blut, das du bist, aber büffle zur rechten Zeit. Wenn dann für dich die alt: Burschenherrlichkeit ihr Ende hat, so sei dein Abgang fröhlicher als der meine." Robert!" Na. flennen wollen wir wohl nicht, und ob wir uns wiedersehen, meinst du vielleicht. Du dann wohl oben auf der Leiter, ich unten. Aber nein. ick spare mir die Steigere! wahrscheinlich ganz. Bon drüben, aus Afrika hörst du vielleicht von mir. wie mich da die Wilden Zerteilt haben, nachdem ich so ein paar Dutzend von ihnen zuvor zu ihren Götzen aeschickt habe. Wer kann
sagen, mein Bursche, was das Leben noch aus ihm macht." Robert! du Glänzender!" Na. Punktum und adieu, mach, daß du in die Kneipe kommst, zu den Jnactivirten gehörst du noch nicht." So schieden sie. Und um Mitternacht fuhr Robert einsam zur Bahn. Drüben im Trauerhause brannte noch ein matt schimmerndes Licht. Es leuchtete aus dem Schlafgemach der kleinen Hedie, der Waisen, und er blickte in einer sehr weichmütbigen Anwandlung da hinauf und winkte ungesehene Abschiedsgrüße zu dem verhangenen Fenster. Die Maiennacht war kühl, der unbarmherzige Regen zerstörte die schon reich entfaltete Blüthenpracht. Die Fliederbüsche sahen zerzaust aus, die duftenden Dolden hingen schlaff und senkten die Köpfe zur Erde, ihre Farbe verblaßt, ihr Duft verweht. Im Mo?gengrauen machte die Landschaft sich kläglich. Robert saß fröstelnd in seinem Eoup erster Klasse, sein Mitpassagier, ein dicker Herr mit einem gutmüthigen rothen Gesicht. Gutsbesitzer aus Pommern, als welcher er sich vorhin in einem kurzen Gespräch erwiesen. schlief schon seit Stunden den Schlaf des Gerechten, laute Schnarchtöne bekündeten das. Robert schlief nicht, er grübelte. Ihm stellte sich die Welt, das Leben vorzüglich sein Leben in diesen Nachtstunden ganz anders dar als je zuvor. War er denn bisher nie zu einem stillen Nachdenken gekommen? Eigentlich nicht. Jeder Tag bol Neues Fechtboden. Frühschoppen, Mittagssitzung, Exbummel, Kneipe ja, die Zeit vertrödelte sich so. Solch' ein Corps war im Grunde ein großartiger Bergnügungsclub. Hm sein Alter hatte dafür ge-
strebt, ihn hineinzuthun. Der war selbst einst Corpsbursch gewesen bei den Westfalen, und bei der Erinnerung daran glätteten sich noch die vielen Falten in seinem Gesicht. Ihm hatten sich die Verbindungen, welche er da angeknüpft, nutzbringend erwiesen, von seinen ehemaligen Corpsbrüdern saßen so und so viele im Herrenhaus, waren einflußreiche Männer in den höchsten amtlichen Stellungen. Darum hatte er, der Bürgerliche, es verhältnißmäßig früh bis zum ViceprLsidenten in der Provinz X . . . gebracht. Hm mit seinem nächsten Borgesetzten, dem Herrn Oberpräsidenten, hatte der Vater kein leichtes Leben. Robert erinnerte sich der kleinen Episoden. die zu seiner Kenntniß gelangt waren, der kleinst: Theil der wirklich durchlebten jedenfalls, die seinem Alten
die Galle m s Blut getrieben und Schuld waren an der Farbe nnd den Falten im Gesicht des Fünfzigers. Ein Rosenpfad, solch' ein Amt dicht unter dem Gipfel, mäßige Ehren und viel Verantwortung, unbarmherzig helles Licht von allen Seiten, das mit Reflcctoren jeden kleinen Fehl beleuchtete, während die Glanzthaten in das Buch des Höheren eingetragen wurden. Ja, ja, ja und im dunkelsten Grunde seiner Seele wisperte eine Stimme: Du räsonnirst, weil dir die Trauben zu hoch hängen. Robert blickte verdrießlich in den trüben Morgen hinaus. Der Regen hatte uidlich aufgehört, aber der Himmel war noch grau. Wie alt war er denn? Dreiundzwanzig, hm, er, das Lumen in der Prima des Gymnasiums. der mit siebzelineinhalb zur
! Universität ging. Im Herst wurden es ! sechs Jahre, seit er sich da herumtrieb, I er erschrak selbst vor dem Zahlen. Und jetzt, so vom Fleck weg. in diesem Semester sich zum Excnen melden, unmöalich. er mußte mindestens noch
zwei rechnen, um genügend vorbereitet zu sein. Na, Bonn hatte er Valet gesagt, des VaterS Befehl buchstablich befolgt, vielleicht über dessen Erwarten hinauS, aber veiter möchte er sich nicht mehr als solch' ein gehorsamer Sohn erweisen. Das Recht seiner Selbst-
desti-.nmun lt er sich nicht nehmen. Da, die abriZschornsteine der Vor stadt, die ersten Straßen, die bedeckte Bahnhofshalle. Es war acht Uhr früh, der D-Zug lies auf die Minute ein. Die Schaffner rissen die Thüren auf, zehn Minuten Aufenthalt, X... Langsam vcrließRobtrt sein Coupö. Heut' erwartete ihn hier niemand. Sonst hatte Trude eö sich nie nehmen lassen, den geliebten Bruder schon auf dem Bahnhof zu begrüßen, jetzt wuß ten sie dieStunde seiner Ankunft nicht. Der Gepäckträger kannte ihn und kam diensteifrig auf ihn zu, nahm Plaid und Juchtentasche und pfiff die Droschke heran. Der Wagen rasselte durch die wohlbekanntenStraßen, nach dem Villenstadttbeil, wo die elegante Wohnung des Va'ers lag. Ein breites. Helles Lachen auf dem Gesicht des Dieners, der das Thor offnete. auch die Flora auf ihrem Postament im Flur lächelte ihn noch an. Die Herrschasten seien beim Frühstück, hieß es. Robert trat in sein Zimmer im Erdgeschoß; hatte man ihn doch so bald nickt erwartet? Hier war nichts in Ordnung, die Vorhänge herabgelassen. In kurzem Vefehlston wies er den Diener an, ihm frisches Wasser zu bringen. Melden Sie oben nichts von meiner Ankunft," rief er ihm nach. Nach kurzer Säuberung stieg er die breite, teppichbelegte Treppe hinan und öffnete die Thür des Frühstückszim-
mers. Der Vater stand schon im Begriff, den Raum zu verlassen, eine hohe, hagere Gestalt mit leicht ergrautem Haar und Bart. War es das trübe Licht, welches ihn so alt erscheinen ließ? Er wandte sich verdrießlich dem un gemeldetenStörer entgegen.eine dunkle Nöthe huschte über sein gelbuches Gesicht, als er den Sohn erkannte. Trude saß noch am Tisch und erhob sich merkwürdig langsam. Es war ein flüchtiger, unbestimmter Ein druck. Robert wandte sich zunächst dem Vater zu. In dessen Mienen war etwas, was ihn, trotz der nächtlichen Re-
flexionen. reizte. Betrachtete man ihn hier schon wie den verlorenen Sohn? Guten Morgen. Vater." Guten Morgen. Also du kommst unverzüglich, hattest weiter nichts zu erwidern, freilich, es ist wohl das beste in Deinem Fall; nein, bitte, jetzt keine weiteren Erörterungen, ich habe zu thun, später, nach Tische. Laß dich von Trude versorgen." Er war blaß geworden, und ein trotziger Zug lag um se nen Mund. Der Vater gab ihm flüchtig eine eiskalte Hand, die sich lose in die seine legte, und verschwand. Trude stand da gesenkten Blickes und räumte die gebrauchten Teller beiseite. Ich will frischen Kaffee bringen lassen." sagte sie. und ihr Ton klang kalt und spitz. Trude!" Es brach in wildem Schmerz aus seiner Brust herauf. Sie blickte ihn halb scheu, halb zornig an. Ja, das sind hier Tage geWesen. Robert, na, ick will lieber in diesem Augenblick nicht an sie zurückdenken. Der arme Papa! Aber ein bischen zu arg hast du es auch getrieben, das muß sogar ich sagen, und warum soll ich's verhehlen, ich begreis's eben nicht, wie ein Mensch mit deinen Gaben sich und die Seinen in solche Lage bringen kann." Sie war ein sehr hübsches, schlankes Mädchen. Brünette, mit schönem Teint und stolzen, hochmütigen Augen. Sie war fünfundzwanzig Jahre alt, früh in die Welt eingefühlt und hatte schon etliche Saisons als siegreiche Ballkönigin fungirt. Auch für sie war das trübe Licht dieses ominösen Morgens nicht günstig, und diese Miene, welche Robert bisher nicht bei ihr kannte, kleidete sie nicht. In all' seiner Qual und Verwirrung drängte sich ihm eineBeobachtung auf, sie stand auch schon an der Grenze ihrer Blüthezeit. Etwas Reifes, Scharfes, Welterfahrenes lag in dem hübschen Gesicht.
In welche Lagen eigentlich, Trude? Mich dünkt, ihr seid hier alle ein bischen verrückt," entgegnete er, indem er den Stuhl hart auf den Boden stieß. Bitte, Robert, du bist hier nicht in
deiner Kneipe. Willst du die Güte haben. dich zu setzen." Sie hatte geschellt, das Mädchen kam, sie gab ihre Befehle für den Kaffee. Ich bin ein bischen mürbe, verzeih, eö kam recht viel zusammen. Papa war ja in einer Verfassung. na, er hat dir wohl in seinem Donnerbrief gar nichts von meiner Verlobung geschrieben." Deiner deiner Verlobung ? Aber, um Gottes willen, Trude, mit wem? Mit dem Freiherrn von . . ." Bitte, mach keine Albernheiten, Robert," wie scharf und bitter kamen die Worte über die hübschen Lippen, mein junges Liebesglück ist mir arg vergällt worden durch deine na. ich will mich lieber jedes Ausdrucks darüber enthalten. Ich verlobte mich mit Lieutenant von Hochstetter, vergangenen Sonnabend, auf einer Landpartie, und gerade in alle die leider in unsern Culturstaaten mit solchem Act verbundenen Erörterungen über Beschaffung der Caution und so weiter platzten
. deine netten Wechsel hinein. Ich sage
dir, es war ein allerliebster Ansang einer Brautzeit." Lieutenant von Hochstetter? Aber um alles in der Welt. Trude. wie kommst du zu dem? Soviel ich weiß, ist er ein ganz armer Schlucker." Und das ist in deinen Augen ein unauslöschlicher Makel, natürlich
h, es thut mir aufriöiig leid, Noöc:i, daß meine sckwesterliche Liebe nicht so weit ying, um dir einenMillionär zum Schwager zu schaffen, der dann gleich zu Anfang diese niedlichen Wechsel und alle deine übriaen Schulden mit Grazie bezahlt hätte." Trude! dieser Ton mein Gott! bist du denn ausgetauscht? Und wenn du meinst, daß ich mir das gefallen lassen und mich nun auch unbändig freuen foll, wenn du in eine? ganz unbegreiflichen Laune dir diesen kleinen, harmlosen Lieutenant etwa schon als Eehestandsnothbehelf erkiesest, so so möchtest du dich gewaltig täuschen." Seine Stirnadern waren angechwollen, seine Augen flammten. Sie tand bleich, mit fest zusammengepreßen Lippen, zitternden Nasenflügeln und kalt funkelndem Blick ihm gegenüber, sie, seine Trude, mit der er bisher nur die innigsten Zärtlichkeiten getauscht hatte. Welch' ein Dämon hatte ihm die Schwester verwandelt? Sie drehte ihm jetzt mit stolzer, verächtlicher Gebärde den Rücken und
rauschte zur Thüre hinaus. Er starrte ihr nach, als äffe ihn ein böse? Traum. Da schlüpfte durch die eben geschlossene Thürspalte eine kleine schmächtige Gestalt herein. Tante Minette; das etwas mangelhaste Morgencostüm mit einem alten seid:nen Shawl drapirt, die Papilloten noch in den dünnen grauen Haaren, über welche ein weißes Schleiertuch geworfen war. Mein Junge, mein Herzensjunge. Kathrin sagt mir eben, du seiest angekommen, da mußt' ich doch na, sieh' mich nur nicht an. ich bin im allertiefsten Neglige, aber sag', du bist doch nicht gleich in der allerersten Stunde mit der Trude aneinander gerathen, sie sie begegnete mir eben und sah so so-" Tantchen, gute Tante Minette. sag mir blos, was hier eigentlich los ist." Robert hatte sich passiv von der Alten küssen lassen und war dann schlaff in einen Stuhl gesunken. Sie saß neben ihm. hielt seine Hand und
streichelte sie mit ihren welken Fingern. Ja. Nobertchen. das war eine recht schlimme Zeit; sag' mal. haben die infamen Juden denn nicht gelogen? Solche Summen kannst du doch neben deinem Wechsel nicht verbraucht haben, und nicht wahr, das Examen machst du jetzt rasch, solch' ein kluger Mensch wie du? Auf der Schule warst du ja allen über." Aber Tante, urn'S Himmels willen, sprich du doch nicht von diesen Dingen, du ach. du gutes, liebes Tantchen! Aber du verstehst ja doch rein gar nichts davon. Sage mir lieber etwas Näheres über Trudes Berlobung." Ja. mein Junge, das kam nun auch dazwischen. Sie will ihn ja, den kleinen, unscheinbaren Menschen. Wir dachten bisher, der Freiherr von Loewen. ihr langjähriger Courmacher, würde Ernst machen. Das wäre eine andere Partie gewesen: er ist Legationssecretär. brillante Lebensstellung, und. er bekommt später das schöne väterliche Gut das hätte der Trxde gepaßt, aber er hat sich kürzlich mit einer Cousine verlobt." So! " Robert lehnte sich in seinen Stuhl zurück, und zwischen seinen Lippen kam ein leiser Pfiff heraus, daher weht der Wind." Ja, ob nun Trude sich wirklich Hoffnungen gemacht und sich darüber aufgeregt hat, das kann ich nicht sa-
gen. Sie hat nichts davon verrathen.
Ich glaube, sie war damals schon mit
ihrem kleinen Lieutenant einig. Er
ist ja nun einmal ihr Geschmack, und seine Familie soll zu den ältesten deS Landes gehören, nur zur Trude scheint er mir gar nicht zu passen." So. der ist also plötzlich nach ihrem Geschmack, und sie denken an baldige Heirath, denn sie sprach von Beschaffung der Caution." Das ist es ja gerade, das brachte hier die großen Scenen. Dein Vater erklärte, daß ihm die Geschichte über den Kopf wüchse, deine Schulden dazu, böser Junge, er wollte seine Einwilligung zu Trudes Wahl nicht geben." Er hat sie aber gegeben." Ja, sie hat es durchgesetzt, und weißt du, ich hätte es nimmer gedacht, daß Trude so viel Sinn für das Geld hätte. Geredet hat sie das Blaue vom Himmel herunter, und dem Vater vorgerechnet, was ihr Recht und ihr Antheil wäre, und wie überall die Töchter den Söhnen gegenüber benachtheiligt würden ach! ich schwatze da, und sollte es wohl gar nicht die arme Trude war eben außer sich, sie kämpfte für ihr Lebensglück." Die Alte schwieg, ein wenig bestürzt, ihresGoldjungen Miene war so furchtbar finster. So, um ihr Lebensglück, um das Geld kämpfte sie, aber lassen wir das Thema fallen.Tantchen; o! der Mensch macht seine Erfahrungen, bittere. Danke, der Kaffee fchmeckt mir nicht im Vaterhause, sie haben Wermuth hineingethan, du kannst nicht helfen, auch deiue drei Stücke Zucker machen ihn nicht süß." Er sprang auf. und sie hing sich noch einmal an ihn. Zum Herbst machst du ein glänzendeS Examen. Robert, dann ist alles gut, der Vater hält noch große Stücke auf dich, und Trude überreden wir, daß sie noch mit ihrer Heirath wartet, bis ihr Schatz Hauptmann ist." Ja, Tante, Lieutenant von Hochftetter macht einen Saltomortale zum Hauptmann, und ich schütte das Examen auö dem Aermel, alles dir und
der Trude und dem Vater zulieb. Es ist eine angenehme, reizende Welt." Er stürmte hinaus, und die Alte sie war die Schwester von Roberts und Gertrudens Mutter und seit der letztern Tode im Hause blieb verblüfft zurück. Ihr Goldjunge war zu sonderbar. Ach! diese Jugend! diese Jugend! Zu ihrr Zeit war sie an-ders.
(Fortsetzung folgt.)
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