Indiana Tribüne, Volume 24, Number 131, Indianapolis, Marion County, 28 January 1901 — Page 1

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rsdjchtt jeden Z!aclx,tttttag und Sonntag Morgens.

Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind.. Montag, den 28. Januar 1901.

Kaisers Heöurtstag. König Edward ernennt ihn zum Feldmarschal! der britischen Arnicc.

Außerdem wird er zum Hüter des Dolcubnnd-Grdcns gemacht. Kronprinz Friedrich Wilhelm bringt den Toast auf seinen Vater aus. Die höchsten Herrschaften Gäste des Kaisers auf der Hohen zollern".

Gkdächtnlßscicm werden in ganz Eng land abgehalten. . Kaiser Wilhelm als britischer Feldmarschall. C o w e s , Insel Wight. 28. Jan. Kaiser Wilhelm wurde am Sonntag Morgen vom Herzog von Connaught im Beisein des königlichen Haushalts und vieler britischer und deutscher Ma-rine-Offiziere am Sarge der Königin ein Degen überreicht und er wurde gleichzeitig zum Feldmarschall der britischen Armee ernannt. Seine Maie stät drückte große Freude über die ErNennung aus. Er wird König Edward und dessen Familie auf seiner Yacht Hohenzollern bewirthen. Sonntag war der Geburtstag des Kaisers. Die deutsche Gesandtschaft in London üoersandte ihre Gratulationen. Die Mitglieder der deutschen Gesandtschaft in London machten am Sonntag dem Kaiser ihre Aufwartung, um ihm zu seinem Geburtstage zu gratuliren. Sie wurden von dem Kaiser und dem Kronprinzen empfangen, doch wurden keine Reden gehalten. B e r l i n , 23. Jan. Die meisten hiesigen Zeitungen nehmen die Gelegenyeit wahr und verherrlichen den Kaiser anläßlich seines Geburtstages. Viele Fahnen sind auf Halbmast. Die Post" sagt in einem längeren Artikel. Deutschland sollte der Königin Victoria ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren, weil sie im Jahre 1864 einen großen Einfluß zu Gunsten Deutschlands ausübte und sie der eng-lisch-französischen Allianz, welche in Lorschlag gebracht war. opponirte. Eowes, Insel Wight. 27. Jan. jtech dem Gottesdienst in der Whippinhamer Kirche begaben sich der Kaiser und der Kronprinz direkt auf die Hohenzollern", die 21 Schüsse als Salut abfeuerte. Gäste des Kaisers beim Luncheon waren u. A. Lord Kintore. Oberst Earrington. der dem Stäbe des Kaisers während seines Aufenthaltes in England zugetheilt ist. und die Mitzlieder der deutschen Gesandtschaft. Kronprinz Friedrich Wilhelm brachte einen Toast und ein Hoch auf den Kaiser aus und dieser tränt dann auf die Gesundheit des Königs Edward. 'Der Kaiser warf sich sodann in die Uniform :ines britischen Admirals und empfing eine Anzahl Besucher, die gekommen waren, ihre Glückwünsche darzubringen. Unter diesen waren der König Edward in der Uniform eines Admirals, der Herzog von Connaught, Prinz Christian und andere Fürstlichkeiten, sowie Earl Roberts rno Herr Broderief, alle in voller Uniform. In Folge des hohen Wellengangs hatten die Damen die Herren nicht begleitet. Später am Tage waren der Kaiser und der Kronprinz zur Tafel beim König Edward. Dieser bat den Kaiser nicht nur zum Feldmarschall gemacht, sondern ihm auch den mit Diamanten besetzten Hosenband-Orden verliehen, den die Königin Victoria bestellt hatte, damit rr dem Kaiser an seinem Geburtstage überreicht werde. Der Kaiser hat das folgende Telegramm an Lord Saliöbury und Earl Äoberts gesandt: Der König, mein erhabener Onkel, verleiht mir den Rang eines Feldmarschall in seiner Armee. Ich beeile mich.

.Ihnen mltzutyel!en. dan tch ein so ve-H sonderes Zeichen der Zuneigung Sr

Majestät sehr hoch schätze und der Gedanke, daß ich einen der höchsten Posten in Sr. Ma'tät tapferen Armee bekleiden soll, freut mich sehr." In der Antwort-Depefche gratuliren Lord Calisbury und Earl Roberts dem Kaiser in warmen und herzlichen Worten. Wie verlautet.' wird auch der Fronprinz Friedrich Wilhelm den Hosenbandorden erhalten. Die Hohenzollern" wird an der Flotten-Demon-stration Theil nehmen. Der Kaiser wird den König nach London und Windsor begleiten und nach der Beisetzung der Leiche direkt nach Deutschland zurückkehren. Konstantinopel, 28. Jan. Nach Beendigung des speziellen Gotäesdienstes. welcher zur Fier von Kai-

ser? GedurlZrag tn der yiengen oeuischen Kirche abgehalten wurde, erfolgte die Einweihung der vom Kaiser der giebt geschenkten Fontäne auf dem Platz des Hyppodroms. Die Feierlichkeiten fanden in Gegenwart der Mitglieder der deutschen Botschaft, des türkischen Ministers des Auswärtigen Tewfik Pascha, anderer Mitglieder des türkischen Ministeriums und vieler hoher Regierungsbeamten, sowie Deputationen des deutschen Schulschiffes .Moltke" und desStationschiffes 2o reley" statt. Türkische Truppen vil deten Spalier um den Platz und Tau sende von Zuschauern wohnten dem Festakte bei. Gedächtnißfeiern in Eng land. London, 23. Jan. In allen Kirchen des Landes wurden Sonntag Gedächtnißfeiern für die Königin Victoria abgehalten. In der St. Pauls Kathedrale war eine besonders starke Schaar Andächtiger und Leidtragender anwesend, die alle in Schwarz gekleidet waren. Um 10 Uhr war die Kirche bis auf den letzten Platz besetzt. An dem Gottesdienst in der Kapelle nahmen die Prinzessin Friedericka von Hannover, die Prinzessin Francis von Tect. viele andere hohe Persönlichkeiten und Mitglieder des Kabinets Theil. Auf Befehl des Zaren fand in der Kapelle der russischen Gesandtschaft eine besonders erhebende Feierlichkeit statt. Die französische Gesandtschaft war vollzählig in der französischen Kirche erschienen. Telegramme aus den Kolonien und von überall her. wo britische Untertha nen wohnen, besagen, daß dort besondere Trauergottesdiensie stattfanden. Sir Alfred Milner wohnte in der Kathedrale in Kapstadt dem Gottesdienst bei. Der französische Marineminister De Lanessan hat angeordnet, daß der ar rnirte Kreuzer Dupuy de Lome" Frankreich bei der Flotten-Revue auf der Höhe von Spithead vertreten soll, wenn die Leiche der Königin am Freitag von Osborne nach Portsmouth überführt wird. C o w e s . Insel Wight. 23. Jan. Earl Roberts und Kriegssekretär Wm. St. John Broderick waren beim Mor gen-Gottesdienst in der Whippinghamer Kirche zugegen. Um 12 Uhr kamen König Edward, Königin Alexandra und alle zur Zeit in Osborne versammelten Fürstlichkeiten ebenfalls dahin. Russische Straf - Expedit i o n e n. London. 28. Jan. Der St. Petersburger Korrespondent der Times" meldet : Die Russen fahren mit ihren Straferpeditionen gegen die Briganten in der Mandschurei ebenso fort als die Verbündeten unter dem Grafen v. Waldersee mit den ihrigen gegen die Boxer. Oberst Alikhanoff vom Kaukasus-Di strikt ist nach der Mandschurei beordert worden, um die Hungus (Räuberbanden) zu bekämpfen. Deutschland und England. London. 28. Januar. Alle Morgenzeitungen besprechen mit großer Genugthuung den Austausch der Höflichleiten zwischen dem Kaiser und dem Kömg Edward, sowie die telegraphische Korrespondenz zwischen dem Kaiser und Lord Salisbury und Lord Robcrts und sagen, daß alles das die eng-lisch-deutschen Freundschaftsbande noch fester knüpfen werde. De; Daily Tclegraph" sagt : Geschichte wird jetzt mit Blitzesschnelle gemacht. Der Aufenthalt des deutschen Kaisers ist bei all den großen Ereignissen der letzten Zeit das Wichtigste. Niemand zweifelt daran, daß durch die letzten Tage ein bis her vorherrschend gewesenes Mißverstandniß beseitigt worden ist." Theure Heringe. S t. I o h n s . N. F.. 28. Jan. Heringe bringen zur Zeit einen höheren Preis als t zuvor. Das Faß kostet $4. viermal so Viel als sonst. Der Krieg in Südafrika. London, 23. Jan. Das Kriegsernt hat vom Höchstkommandirenden der britischen Truppen in Süd - Afrika eine Depesche aus Pretoria, vom 26. Jan. datirt, erhalten, in der er über zahlreich: Gefechte berichtet. Das wichtigste davon war das. welches Cunningham bei Middlefontain und Kopperfontain mit Telany's Leuten hatte. Babington. der von Bentersdorp aus nördlich zog, be drohte die Flanke der Boeren, worauf diese westlich zogen. Cunningham hatte vier Todte und 37 Verwundete; unter den Letzteren sind zwei Offiziere. In dem Kampfe bei Lichtenburg am 17. Januar wuroen einige JcomanryLeute gefangen genommen, doch sind dieselben bereits wieder freigelassen, mit Ausnahme eines Majors und drei Mann. Einzelheiten fehlen noch über dieses Gefecht. Smith - Dorien hatte ein erfolgrei ches Gefecht zwischen Wonderfontein und Carolina. Er verlor drei Offi-

giere und 13 'I'cann an J-vvirn uiro

Verwundeten. Lord Kitchenec bestätigt den Bericht, daß ein britischer Zug mit Soldaten, Munition und Fourag: bei Fourteen Streams von den Boeren weggenom men wurde und fügt hinzu, der Feind habe sich bei Ankunft des armirten Zu ges zurückgezogen. Hungernde Chinesen. Peking, 23. Jan. In Folge der Hungersnoth sieht's in der Provinz Shan Si böse aus. Tausende sind Hungers gestorben. Auf Veranlassung der Regierung wird jetzt Reis in großen Quantitäten vertheilt. Die auswärti f cn Gesandten haben die Nachricht erhalten, daß eingeborene Christen dafür bestraft werden, wenn sie um Nahrung betteln und auf einen von Herrn Conaer. Sir Ernest M. Satow und Herrn Pinchon bei Prinz Ching erhobenen Protest hin wurde ein Edikt erlassen, wonach alle gleich behandelt werden sol len und zwar sollenBeamte geköpft werden, wenn sie dem Befehle nicht nach kommen. Die Jeulenpesi. Hull. England, 23. Jan. Aus dem Dampfer Triary", der Alexandcia am 22. Dezember verließ, am 81. Dezember in Algier war und für die sen Hafen bestimmt ist. hat sich ein weiterer Todesfall ereignet, der auf die Beulenpest zurückzuführen ist. Beschlagnahmte Waffen. P a r i s . 23. Jan. Le Petit Sou", eine sozialistische Zeitung, kündigte vor Kurzem an, daß sie bereit sei. Gewehre ar. ihre Abonnenten zu verkaufen und zwar zu sehr niedrigen Preisen. Sie sei überzeugt, daß eine bewaffnete Nation nöthig sei für das Wohlergehen der Republik und des Landes. Die Regierung ließ eine Woche vergehen, ohne Schritte zu thun, schließlich aber belegte sie den ganzen großen Vorraih' mit Beschlag, da sie zu der Ueberzeugung gekommen war. daß ein Waffendepot in dem Besitz Derjenigen, die nur zu gerne bereit sind, einen Staatssireich zu machen, gefährlich werden könnte. ' ' JnüblerLage. S t. V i n c e n t. Kap Verdlsche Inseln. 27. Jan. Ein italienischer Dampfer lief diesen Hafen an und mel dete. daß er am 21. Januar den britischen Damvfer Cavourseinem Schicksal habe überlassen müssen, nachdem sich mehrere Versuche, das Schiff inZ Schlepptau zu nehmen.' als erfolglos erwiesen hätten. Die Maschinerie des Schiffes war in Unordnung gerathen und kann auf See nicht reparirt wer den. Sturm im Kanal. P a r i s . 23. Jan. Depeschen von der Küste besagen, daß am Sonntag ein heftiger Sturm im Kanal wüthete und mehrere kleinere Schiffe gesunken sind. Aus dem Deutschen Reich. B e r l i n . 23. Jan. Die Vossische Zeitung" theilt mit, daß die MarineArtillerie ein neuesSchnellfeuergeschütz von 23 Centimeter Kaliber einführt. Zunächst würden die vier auf dem Stapel hier liegenden Linienschiffe der armirten WittelsbachtlaNe je vier der neuen Geschütze erhalten, die auf zwei gepanzerte Drehthürme vertheilt werden würden. Das bisherige stärkste Kaliber in Deutschland war 24 Centimeter. mithin werde die vereinbarte

Schlachtflotte einen erheblich gestrigerten Gefechtswerth zeigen. Nach einer Meldung aus Peking haben dort Pioniere im Beisein des Gesandten Dr. Mumm von Schwarzenstein die Messungen für das Denkmal des ermordeten Baron,, von Ketteler vorgenommen. Ferner säubern jetzt Kulis den Plah südlich der deutschen Gesandtschaft, auf dem, später die Kaferne für die dauernd dort verbleibende Gesandtschaftswache errichtet werden soll. Die agrarische Tageszeitung" kann sich nicht darüber hinwegsetzen, daß die betr. Reichstagskommission über 'die Petitionen behufs Einführung . der Prügelstrafe zur Tagesordnung übergegangen ist. Sie kündigt daher an, der Petitionssturm um die Einführung der Auspeitschung werde ' fortdauern. Dazu wiederholt die Vossische Zeitung" höhnisch die schon vorher gestellte Frage, ob die Prügel auch gegenüber dem Weiöerprügler Prinz Arenberg und Genossen in den Kolonien in Anwendung kommen sollen. Der Reichsanzeiger" meldet offiziell. daß der Kaiser die Wahl des Botjchäfters der Vereinigten Staaten Andrew D. White zum Ehrenmitglied der Akademie der Winenschaften bestätigt hat. Während verschiedene Zeitungen öußern, es sei recht gut, daß durch die Abkommandirung des unter dem Prinzen Heinrich siehenden deutschen Geschwaders nach England den Briten einmal die Tüchtigkeit der deutschen Flotte .ad oculos" demonstrirt werde.

yebt "das Berliner Tazedlatt" hervor.

die besondere Betonung der oft oewährten Kameradschaft der englischen Schwestermarine" in dem Befehl des Kaisers an die deutsche Marine habe überall den tiefsten Eindruck gemacht. Sie beweise, daß die Beziehungen zwischen beiden Nationen und Flotten heute ganz andere seien, als im Vortahre, wo die Beschlagnahme deutscher Rcichspostdampfer durch die Engländer einen allgemeinen Entrüstungssturm entfachte. Der Stadtrath von Kiel hat das Gesuch des Herrn Krupp, schwimmende .Docks bauen zu dürfen, abgelehnt, weil die Handelskammer behauptete, daß dieselben den Hafen versperren würden. Dr. Muck, der Dirigent der königlichen Oper in Berlin, ist schwer an der Influenza erkrankt. Zur Feier des Kaisers Geburtstag war Sonntag Morgen die übliche Reveille und das Militär erhielt einen Tag Urlaub. - Zwei große Unterschlagungen wur den Sonntag in Berlin bekannt. Die Mitteldeutsche Kreditbank verliert 200.000 Mark und der Bankier Kreisch rnar 80.000 Mark. Berliner Börse. Berlin, 23. Jan. Die Vorliebe des Publikums für Regierungs-Sicher-heilen .wächst und macht sich auf die amerikanischen Eisenbahn - Papiere bemerkbar. Die Frankfurter Zeitung warnt vor dem Ankauf amerikanischer Papiere zu den gegenwärtigen Preisen. Der Geldmarkt ist sehr gut. Viel Geld ist für niedrige Zinsen zu haben. Trotz des günstigen Ausweises der Reichsdank wird deren Diskonto-Rate nicht herabgesetzt werden, besonders weil die Bank von England ihre Rate nicht herabsetzt. Am 10. Februar dürfte indes, sen eine Reduktion eintreten. Verdi's Tod. 31 o m , 28. Jan. In der Sitzung des italienischen Senats am Sonntag wurde der Tod Verdi's von dem Präsidenten des Senats und dem Premier Saraccö besprochen. Der Letztere sagte, der Tod' Verdi's habe im ganzen Lande, in Palästen'wie in der kleinsten Hütte tiefe Trauer verursacht. Eine Büste des Komponisten werde im Sitzungssaal des Senats aufgestellt wer den. Eine amtliche Delegation werd? an dem Leichenbegängniß theilnehmen und wenn. Verdi's Testament es nicht anders anordnet, werde der Staat die Kosten die Beerdigung tragen. Mailand. 23. Januar. Obwohl Verdi einen zwei Tage dauernden, schweren Todeskampf hatte, war das Ende doch leicht. Er war bewußtlos und Verwandte und intime Freunde umstanden das Krankenlager, als der Todesenael kam. Theater und sonstige

Qergnügungsplcttze wurden geschtoffcn viele Geschäftsleute halten jetzt noch die Thüren ihrer Etablissements geschlossen und zahlreiche Privathäuser haben Trauerflor angelegt. König Victor Emmanuel und seine Gemahlin haben den Hinterbliebenen kondolirt. In seinem Testament ordnet Verdi an. daß das Begräbniß sehr einfach werden soll. Er bittet darin, daß er entweder bei Tagesanbruch oder in der Dämmerung begraben werde und zwar ohne Musik.' Seine Leiche wird in der Kavelle des Heims mittelloser Musiker.

dessen Gründer Verdi war. beigesetzt ! . stA !.f. Sa rW Via w

werocn. ICIC uuiiyc uiu iu vciu Testament bedacht. Die Beisetzung wird 'wahrscheinlich Mittwoch oder Freitag erfolgen. Londoner Aktienbörse. L o n d o n , 23. Jan. In Folge der Todesnachricht aus Osborne wurden an der Aktienbörse letzte Woche nur sehr wenig Geschäfte erledigt. Auch die wenig erfreulichen Nachrichten aus Südafrika verfehlten ihre Wirkung auf den Markt nicht. Kaisers WilHelms Ankunft wurde als ein Anzeichen für den Frieden angesehen und hatte eine beruhigende Wirkung. Annehmbare Vorschläge.

Lima, Peru, via Galveston. 28.

Aus zuverlässiger Quelle ver

lautet, daß Chile, Bolivia neue Vorschläqe gemacht hat, die eine sehr aün-

stige Basis haben und daß Bolivia geneigt ist, dieselben anzunehmen. m Bleibt Towne trn S e n s i? Washington. D. C.. 28. Jan. Die Post" wird Montag sagen, daß ti interessant sein würde, zu erfahren, oö Herr Towne jetzt, wo der Gouverneui von MinnesotaHerrn Clapp sein Wahl Zertifikat zugestellt hat. noch seinen Sitz im Senat behalten wird. Der Sekretä, des Senats habe entschieden, daß Her: Towne seit dem 23. Januar kein Gehali mehr beziehen könne. Trotzdem tourd die am Freitag von Herrn Towne ein gereichte Filipino - Resolution anerkennt. Montag will er über dieselbe sprechen. Herr Clapp will erst sein Mandat vorlegen, nachdem die Rede ge halten ist.

an.

Volksvertreter

In einem brennenden jiolcl in der ZZuttdeshauptstM. Manche von ihnen konnten nur mit knapper Noth das Freie machen. Der Häuptling Crazy Snake von Beamten verhaftet.

Per Ittdiancr'Aufstaud ljält die Weißen immer noch in Aufrcgnng. Soldaten und Bund es marsch alle sollen die Rothhänte zur Rai son bringen.

Eine Schlacht zwischen Bundesbeten und Äkondscheinleru.

Feuer in einem Washing toner Hotel. Washington. D. E.. 23. Jan. In Willard's Hotel brach um halb 3 Uhr Sonntag Morgen ein Feuer aus, das nur einen geringen Schaden anrich tete, aber etwa 100 Gäste, darunter eine Anzahl Kongreß-Abgeordnete. in große Aufregung versetzte. Es gelang indes sen allen, sich in Sicherheit zu bringen, ilnter denen, welche Hals über Kopf das Hotel verlassen mußten, und sich dazu der Rettungsleitern bedienten, waren die RepräsentantenErumpacker von Indiana, Dovener von Best Virginia und Robertson von Louisiana mit ihren Familien. Herr Edward F. Miller von Ost St. Loliis. der Privatsekretär des RepräsentantenRodenberg vonJllinois, schlief in einem Zimmer des obersten Stockwerks. Er wachte von dem Qualm auf und weckte fast jeden einzelnen Gast. Er half dann, dieselben ins Freie zu bringen. Unter den Geretteten befinden sich Edgar I. Gibson. derWashingtoner Korrespondent derPhiladelphiaPreß"; scin Bruder Wm. H. Gibson. Präsident der Lind Warehouse Company von New York nebst Gattin und Herr S. C. Wells. Redaktör der Philadelphia Preß"." Frau Underwood. Wittwe von Thomas Underwood von Chicago, wur de ohnmächtig im 4. Stockwerk gefun den, schnell nach dem Ebbitt House ge bracht und sie erholte sich dort bald. Der Jndianer-Aufstand. S t. L o u i s , Mo.. 28. Jan. Einer Depesche aus Henrietta. I. T., zufolge hat Bundesmarschall Grant Johnson Crazy Snake" bei Eufaula verhaftet.

Dies wird wahrscheinlicb den Aufstand

oeenoiaen. Muskozee. I. T.. 27. Jan. Bundesmarschall Bennett. sechs Assi ffnfn Önnffi-rfifr CSirftfiirS 9Hirnhp2 '

fcVfcVfcf VWMVftV - V V V V V f V V V w kommissär Hanson und T. W. Gulick ainaen Sonntaa nach dem 60 Meilen

! entfernten Henrietta ab, wo sie sich den

Truppen anschließen werden, die abge sandt sind, um den Aufstand der Creek Indianer zu unterdrücken. Sie haben Lager-Ausrüstungcn. 20 Winchester Gewehre und viel Munition bei sich. Kurl vor ibrer Abfabrt wurde von

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yciuiui; icicyyuuin, uuy uic vsuuic5 Indianer Folgendes auf verschiedenen Anschlagzetteln bekannt gegeben haben: Weiße Bürger und freundlich ge sinnte Creeks sollten nach den alten Creek-Gesetzen und nicht nach den Be fehlen des Häuptlings Porter behandelt werden. (Gez.) Latah Mekko, Edward Hajo, zweiter Häuptling." Man glckubt hier, daß die Krisis vorüber ist. G u t h r i e, Okla.. 23. Jan. Der hiesige Bundesmarschall hat die Nach richt erhalten, daß Snake-Jndianer das Haus des Farmers John Bertram in Brand gesetzt haben. Bertram wohnte 16 Meilen östlich von Briftow im Jndianer-Territorium. Gouverneur Barnes wurde am Sonntag zum dritten Male vom Sheriff Tilghman von Lincoln County aufgefordert, zwei Kompagnien Miliz zu entsenden. Tilghman. der ein bekannter Mann ist, sagt, daß die Leute, welche in der Nähe der aufständischen Indianer wohnen, sich in großer Aufregung befinden und daß die Creeks. welche viel Feuerwasser trinken, im Lande umherreiten und nach liiern schießen, was sich zeigt. New York. 28. Jan. Henry Rouse. der Präsident der Missouri, Kansas und Texas Bahn hat den Präsidenten McKinley und General Miles ersucht, sofort Bundestruppen abzuschicken, um die Geleise und anderes Eigenthum der Bahn im Indianer Territorium gegen die Rothhäute zu beschützen. Kampf mit Mondschein-lern.

No. 131

Jackson, tty., kst eine epeaze ringe-

rrvssen, weicve oeagt, daß m einem blutigen Gefecht mit Mondscbeinlcrn am Elkhorn Creek der Bundesmarschall Tom Hollifield und ein Mann Namens Simon Combs. der seiner Nosse angehorte, getödtet wurden, wähnd Blaine Combs gefangen genommen wurde. Rufus Wootan und AmbroseAmburgy, die ebenfalls bei der Posse waren, wurden verwundet. Alle Details der Affaire konnten nicht in Erfahrung gebracht werden. Hollifield war von den Mondfcheinlern sehr gefürchtet. QLi war einer der tapfersten Leute und es sind erst einige Jahre her, seit drei Leute seiner Posse in einem Kampfe mit anderen Mondscheinlern erschossen wurden und er als Einziger mit dem Leben davonkam. Aus Cuba. ' H a v a n a , 28. Jan. Eine Dele oation von 200 berittenen jungen Cu banern aus den Provinzen Havana und Pinar del Rio sprach beim General Gouverneur Wood in Havana vor. um den militärischen Behörden für die jetzt in den Provinzen herrschende Ordnung und Wohlfahrt zu danken. Sie sagten, daß die Einwohner der beiden Provin zen völlig im EinVerständniß mit den militärischen Autoritäten seien, deren weiser Fürsorge das Land seine jetzige Ruhe und Prosperität verdanke. Je der Reiter trug t'int Flagge und unter den kubanischen Flaggen befanden sich auch viele Sternenbanner. Zwei junge Mädchen stellten Cuba und die Union dar. Ein Kommittee der Delegation stellte dem General-Gouverneur indessen vor, daß von Alters her viele lieb geworde nen Gebräuche unter der Bevölkerung. geherrscht hätten, welche jetzt durch das Gesetz verboten seien und welche das Volk gern wieder freigegeben haben möchte. General Wood fragte, ob sie auf die früheren Hahnenkämpfe anspielten, und als sie dies bejahten, versprach er ihnen, mit den Behörden Rücksprache zu nehmen. In den Landdistrikten scheint man überall die Freigabe die ses barbarischen Sports zu wünschen. General-Gouverneur Wood hat die Tabaks-Ezporteure benachrichtigt, daß die Regierung ihrem Ersuchen, dii Ausfuhr-Steuer von Tabak um 50 Prozent herabsetzen, nachgekommen sei. Die Agitation für Herabsetzung der Exportsteuer ist schon seit einem Jahre im Gange gewesen. In einem offenen Briefe an La Lu cha" weist Senor Verona auf die Ge fahr hin. welche die Annahme der Kon stitution in ihrer jetzigen Fassung durch den Verfassungskonvcnt mit sich brin gen würde. Das dadurch angerichtete Unheil würde nicht gehoben wkrdett können. Durch Annahme der Konsti tution würde das lokale Boß-Syslem. zu einer siehenden Institution des Lan des werden. Die Absicht, das Land in

sechs Provinzen zu theilen, sei sehr zu beklagen, da jede Provinz sich selbst ständig halten würde, ohneRücksicht auf die Zentral-Regierung. Jeder Bürger meister würde sich als unumschränkter Herr seines Ortes betrachten und die großen und kleinen Boß?" würden daZ Land aussaugen. Eine dreijährige Re gierung unter den Bcstimmunaen der vorgeschlagenen Konstitution würde ge nügen, das Land zu ruiniren, wenn sich das Volk nicht gewaltsam gegen die Boße" bis dahin erheben würde. Cuha könne sich selbst regieren, wenn ihm eig passendes Regierungssystem gegeben Würde. Provinzen, welche unter der du rekten Leitung der Zentral-Regierun standen, würden blühen und gedeihen aber für Cuba das föderalistische Sy stem einführen zu wollen, würde sein Verderben sein. Ein Theater zerstört. Peru. Ind.. 27. Jan. Das Mit ler Opernhaus wurde am Sonntag durch Feuer zerstört. Das Dail; Chronicle", die Accidenz-Druckerei von Miller Sz Wallick, die Konditorei von C. Griswold und der D. E. Jnken burg'sche Laden wurden arg beschädigt. Der Gesammtschaden beläuft sich aus $25,00. Bekanntet Mann gestorben. M a r i e t t a. O.. 23. Jan. Sa. muel B. Kirby. einer der bekanntesten Vürger der Stadt, ist im Alter von 60 Jahren einem Herzleiden erlegen. Et war ein Bankier, der im ganzen Staati Ohio und weit über dessen Grenzen hinaus bekannt war. Keilerei und Tanzvergnü gen. H u n t i n g t o n. W. Va.. 28. Jan. Frank und John Willy, die bei einet Samstag Abend bei einem Tanzvergnü gen ausgebrochenen Keilerei schwer ver wundet wurden, werden nicht mit dem Leben davon kommen. Eine ganze An zahl anderer Personen wurden leicht

S eringt op. Ky.. 23. Jan. Aus j Weitere Depeschen auf Seite 5.