Indiana Tribüne, Volume 24, Number 130, Indianapolis, Marion County, 27 January 1901 — Page 7

Jndiana Tribüne, 27. Januar 1901.

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ligFouirioute

Verkaufsdatum: 1. und 15. Januar, 5. und 19. Februar, 5. und 19. März, L.nnd 1. April 1901.

Weiße Mäuse. Von A. Suppen. Dtt gepflasterte Schulhof lag derlassen zwischen den mächtigen Flügeln

fces Sandsteinbaues, hinter dessen löchlichen Mauern der höheren rnäirn ldn Jugend von N. Ströme der

i Weisheit erschlossen wurden.

einförmig, schläferig plätscherte der Schulbrunnen. Die kühlen" Wasser vergaben für Stunden all den Unfug, der" bei den Brunnen der Sckulhöfe im Schwünge ist. sobald die geöffneten Thore zur Rechten und zur Linken jene jrchterlichn Massen ausspeien, die man schonend die liebe Jugend" - zu nennen pflegt. An den hohen, theilweise offenen Fenstern ringsum erschienen und derschwanden die Köpfe der dozirenden Lehrer, von dem weißhaarigen, genialen Kopfe des Rektors, bis zum bartlosen, blonden Haupte des Assistenten, der rnit der Geige unter dem Kinn vor den. Reihen seiner begeisterten Sänger uf- und abschritt. In einem ebenerdigen, vergitterten Fenster, das verstaubte, aber blüthenreiche Geranien zierten, saß die schwärze Katze des Schuldieners. Sie leckte sich zierlich die Pfoten und überfuhr damit Kopf und Gesicht; dann drückte sie den glatten, glänzenden Rücken gegen die Gitterstäbe, und schließlich scbcb sie sich mit einem behaglichen Miau zwischen den Geranien hindurch in's Freie, 'wchl wissend, daß sie sich ihres Lebens im Schulhof nur freuen konnte, so lange kein Glockenzeichen ankündete, daß sie wieder losgelassen seien, die ungezügelten Horden künftiger Mensck-cn. Ist schon der fertige Mensch die Zuchtruthe aller übrigen Kreatur, so noch viel mehr der werdende, denn kein Tyrann entschwundener und kommender Zeiten ist so durchdrungen vom Gefühl des Herrseins über Alles, tta kreucht, fleucht und athmet, als ein gesunder Junge von acht bis vierzehn Jahren. In den stillen Schulhof herein fuhr jetzt ein seltsames Vehikel, von einem, zerlumpten, schmutzigen Alten gez Len. Am Brunnen blieb der Mann stehen. Er lehnte den kreuzförmigen Griff der Deichsel an den Brunnenrand und zog ein mißfarbenes Taschentuch hervor, die Schn?eZßperlen von Gesicht und Hals zu trocknen. Und mit demselben Tuch begann er dann den blaugestrichenen, kleinen kastenartigen Wagen vom Staub zu säubern. An den Speichen der nie-

deren Räder fing er an und am Kreuz der Deichsel hörte er auf. Danach fuhr er mit der schnrutzstarrenden. verkrüppelten rechten Hand über den Deckel des Wagens, so anerkennend und liebevoll, wie etwa die Mütter wilder Vuben diesen über die ZZöpfe fahren, wenn sie beim Waschen schön still gehalten hatten. Des Alten Gesicht war so verwittert und durchfurcht, als hätten schwere Unbilden des Lebens und des Wetters Ianre Jahre ihre Arbeit daran gethan, und über den Furchen und Rinnen lag der Schmutz der Landstraße. Die bärtigen und bartlosen Herren in den Schulsälen blickten im Vorüber-

schreiten hinunter auf den Ankömmling. Sie hemmten ihre Schritte nicht, noch unterbrachen sie ihren Vortrag; wahrscheinlich kam es ihnen gar nicht recht zum Bewußtsein, daß dort unten im H:f ein zerlumpter, schmutziger Alter stand. Menschen in wohlgedürstetsn Röcken und mit reingewaschenen Gesichtern, Menschen, die ihr Amt und ihre Pflichten Haber:, sie sehen so selten Diezenigen, auf denen Landstraßenschmutz liegt. Und wenn sie sie sehen, so bleiben sie weniqstens nicht stehen,

dafür ist man reinlich und hat seine

dringenden Pflichten!

.!Xet: ertönten von rechts und von

links gedämpfte Glockenzeichen. Des

Schuldieners Katze stellte den buschigen

Schweif in die Hohe, sie machte rasch,

erschrocken einen Buckel, sah scheu nach

allen Seiten und verschwand rnn erllgen Sätzen hinter den Geranien.

Katzen sind äußerst klug; zuweilen

kluger, als so ein alter, schmutziger

Mann, der trotz aller Glockenzeichen bei

seinem Wagen stehen bleibt. Und sie kamen, wie sie immer kommen. Mit polterndem Toben, ein entfes-

selter Orkan, stürmten sie die breiten

Steintreppen herunter. Junge Menschen in ihrer ungedämmten Menschlichkeit.. Sieh' nur den Kerl!" rief im Da-

hersturmen der lange Erwin aus Ver sechst'n Klasse, und sie drängten Alle

blitzschnell um den Alten.

Ist der aber dreckig!" johlten drei, vier der Jungen, und sie fingen mit Jauchzen und Lachen an, die Löcher im

Wamms des Allen zu zahlen, sich die Schmutzflecken auf dem gekrümmten Rücken zu zeigen, die schildlose Mütze,

die zerfransten Beinkleider vom BubenPunkt aus zu kritisiren. Im Gesicht deö Alten zuckte keine Miene. Er kannte sie. die Rotte ohne Gnade, er kannte sie in ihrer ganzen Ungeberdigkeit; aber die. die ihn hier Wie überall umbrüllten. sie waren ihm nicht eine Horde böser Vuben, sie wa ren ihm Publikum, und seinem Publilum hält man Stand, man erzürnt es nicht, man beleidigt es nicht, man macht es nicht kopfscheu. Erst als kleinere und größere, schnru, tzigc und reine Hände sich auf den Wagen legten, der wie ein Miniaturläfiz

fc'cEe nähere Lw;k!5eilen find zu erfragen bei den flQtnien der ,iz 4 Route" ctn man schreibe an : arren I. Lkznck. O P.Texpe,

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einer Menagerie gebaut war,' als beehrliche Rufe laut wurden und noch begehrlichere Bubengesichter .sich allzu nahe an des Alten kostbaren Besitz herandrängten, erst da blitzte es in des Landstreichers kleinen Augen auf wie heimliche Angst oder wie zorniae Ab-.

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gen ri.i,'l!es jey: ungeduldig ein frischer Junge, der sich mit Püffen und Ellbogenstößen bis in die vorderste Reihe durchgearbeitet hatte und nun mit der Stieselspitze gegen das blaugestrichene Vehikel stieß. Der Alte lächelte, und es war fast, als nehme dies Lächeln ein gut Theil des Landstraßenschmutzes aus dem

verwitterten Gesicht.

Salutirend wie ein ungeschickter

Rekrut, legte er die verkrüppelte Rechte an den Mützenrand und sagte stolz:

Weiße Mäuse-, meine jungen Herren. Der frische Junge, der die Frage ae-

than, krähte mit denAnderen vor Ver-

gnugen. Sem rothbackiges, hübsches Gesicht mit den klaren, lustigen Spitzbubenaugen, mit der kecken Stumpf-,

nase, er drückte es an die blauen, bre!-

ten Gltterstabe, an das seine Drahtgeflecht des Käfigs, und er fah sie da

drinnen durcheinanderhuschen, die zier-

lichen, reinlichen Pfleglinge des plum-

pen. schmutzigen Alten.

Ach. sie thaten lhm wahrscheinlich

leid, die Thierchen. Kinder haben ja

so welche Herzchen, so mitleidige Herz

chen. so gute Herzchen! Was anders, als das gute mitleidsvolle Kinderherz sollte denn sl7lst die 'leinen, schmutzigen Bubenfinger bestimmen, an dm

Riegel dort auf der Seite zu ziehen, ganz heimlich, ganz blitzartig schnell?!

In die lustigen Spchbunaugen

kommt ein Glanz, ein sonniger Glanz.

zum Küssen.

Und jetzt wieder die Glockenzeichen. Die Schaar zerstiebt und verschwin-

det. wie sie gekommen.

Der Fahrende im Schulhof rieb sich

jetzt die Hände. Das Geschäft war in die Wege geleitet, der Boden bearbeitet, die Stimmung günitiq, jetzt schnell an Werk.

Der Mann sah an sich hinunter.

fuhr mit dem Aermel zwei-, dreimal

derb über die Stirne, klopfte mit feinem Tuch für Alles auf oje staubigen Stiefel und trat dann den Gang an zu dem Gewaltigen der Schule, 'der sein Geschick in Händen hielt. ,Aber er hatte sich verrechnet, der kecke Mensch! Wenn jeder staubige Landstreicher vor den Herrn Rektor hintreten wollte! Der durchaus reinliche Schuldiener übermittelte dem Gebietenden die Kunde, daß im Schulhof

Einer sei, der weiße Mäuse in den Klassen zeigen möchte. Der vielbeschäftigte Herr mit dem genialen Kopf fuhr sich vurch's dichte, schneeige Haar. Weiße Mäuse?' Er winkte mit der Hand, kurz, fast unwillig. Wo strhen wir? Also die Lehre des Confucius Lautlos verschwand der Schuldiener. Er hatte sich's gleich gedacht, so kurz vor dem Examen gibt's nichts dergleichen. Der Fremdling stand vor dem Mann und hörte dn abweisenden Bescheid. Seine buschigen, weißen Brauen zogen sich zusammen. Er murmelte leise etwas von lehrreich, von intcressant, von sehenswerth; dann, als er sah, wie der Schuldiener die Achseln zuckte, erhob er nach und nach seine Stimme auf den eindringlichen Ausruserton. den er sonst nur vor zahlendem Publikum anzuschlagen pflegte, und er hielt einen Vortrag über Zucht, Leben und Eigenschaften weißer Mäuse. Umsonst! Der 'wackere Schulmann bedeutete dem Vagabunden, daß sämmtliche weißen Mäuse der Welt nicht werth seien, daß einer von unsern Jungen" durch's Examen falle. Das wa? solch' ein wahre? Satz, solch' ein unanfechtbarer Satz, daß nur ein ganz verkommener Mensch, nur ein Schmutzfink von der Landstraße auffahren und einen Fluch, ja, einen häßlichen Fluch als Antwort dafür haben konnte. Achselzuckend zog sich der Schuldiener hinter seine Geranien zurück. Mit einem schweren Seufzer über den Schmutz und die Verderbtheit der Welt ließ er sich auf den gepolsterten Lehn stuhl fallen, dessen Sitz noch warm war von Lorle", der Schulkatze, die an Respektabilität. an solider Wohlanständigkeit ihrem Herrn nichts nachgab und jedesmal mit demüthigem Miau aus dem Lehnstuhl aufsprang, so oft der Herr diesen Platz für sich beanspruchte. Eben war der Schuldiener daran, sich bedächtig die Butter auf's Vesperbrod zu streichen, da klang es vom Hof herein wie ein Schrei, wie ein Schreckensschrei aus einer heiseren Landstreicherkehle. Mit mißbilligendem Kopfschütteln legte der Mann sein Butterbrod weg und schritt hinaus, nach dem Rechten zu sehen. Und dann mußte er herzlich lachen. Vor dem blauen Kastenwagen saß Lorle, das alte, wohlgenährte Lorle, das seit Jahren keine Maus mehr gefangen hatte, u.id hielt in seinen kohlschwar-

zen Pfoten em schneeweißes Mäuschen. n zweites und drittes de? zierlichen Thierchn lag verendet am Wagenrad, und drei oder vier huschten wie toll im Hofe umher. Erst als die erschreckten Dinger sich gegen das ebenerdige Fenster mit den 5 .nie wandten, hielt der Schuldien.. mit dem Lachen ein. In seiner Stube konnte er keine Mäuse brauchen, nicht einmal weiße. Behend griff er nach dem Reisigbesen, der neb,n dem ofthor lehnte, und mit wohlgezielten Schlägen brachte er die frechen Thiere zur Strecke. Am Brunnenrand lehnte der Landstreicher, regungslos mit verzerrtem Gesicht, mit entsetzten Augen! Wie häßlich dies Gesicht war, wie verkomm men! Wie verwildert, wie abstoßend diese aufgerissenen Augen! Welch' himmelweiter Kontrast zwischen diesem Antlitz und dem frischen Bubengesicht mit den Schelmenaugen don vorbin! ' . " '

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' Auf einmal raffte sich der Männ auf. Er sah um sich, als suche er eine .Waffe, dann sprang er mit wildem Fluch auf die Katze los, die immer noch das x schneeige Mäuschen in ihren Sammtpfoten hielt. Ter Schuldiener schrie auf. Solch' eine Rohheit! Aber freilich! Wer ein derartiges Gesicht hatte! Man sieht's der Bande ja an! Lorle ist klug, sehr klug. Nicht allein weiß sie ein Gitterthürchen, von den, unschuldige Bubenhändchen den, Riegel zurückschoben, vollends zu öffnen. sie merkt auch, wenn sie von einem rohen Landstreicher bedroht wird. Mit behendem 'Satz war sie hinter den Geranien verschwunden, der fahrende Mann aber, er stürzte der .Länge nach hin aufdie harten Steine des Pflasters. seine Stirn schlug schwer gegen den Prellstein" am Thor. Der Schuldiene? trat herzu. Man ist doch ein Christenmensch, und wenn so einem Kerl, der ein unschuldige Thier ermorden will, auch etwas gehört, so kann man ihn doch nicht gerade liegen lassen! Aber der Alte hatte wohl einen härteren Schädel als Bürgersleute. Mit leisem Stöhnen, das in lautes Aechzen und dann in Schimpfen überging, richtete er sich auf. ehe der Schuldiener sich die Hände an ihm zu verunreinigen" brauchte.- Vor diesem rohen Schimpfen hielt des Schuldieners christliches DÜtleid nicht Stand. Angewidert zog sich der Mann zurück und sah mit finsterer Stirn dem Alten zu, der seinen Kärren an der Deichsel nahm und durch's Hofthor hinausfuhr. Vor dem Thor kehrte der Landstreicher um. Sein schmutziges Tuch zog er aus der Tasche, legte die todten, blutbesudeltenMäuse hinein und sagte dabei etwas vor sich hin von unser'm Herrgott. Der Schuldiener schüttelte den Kopf: Wenn doch so heruntergekommenes Volk den Herrgott aus dcm Spiele lassen wollt:! Bedächtig trat der Mann zurück in seine Stube. Als er in sein dickgestrichenes Butterörod biß, wollte ihm fast der Gedanke an die todten Mäuse den Appetit verderben. Nichts als Aerser hat man von dem schmutzigen Va-

gantenpack! Lustig ging's zu vor dem GasthauS zum goldnen Lamm", wo unter den alten Bäumen, die den weiten freien Platz schmückten, die Jugend des Städtchens in der Abendkühle zu spielen pflegte. Auf einem umgestürzten Fäßchen saß der Landstreicher vom Schulhof und trommelte mit einem derben Stock gegen feinen Kastenwagen und lallte mit schwerer Zunge denselben Vortrag, den er vor Stunden dem Schuldiener gehalten hatte. Im dichten Kreis umstanden die Jungen den betrunkenen Mann. Der lange Erich, der blonde Max Alle waren sie wieder da; auch der rothbackige Knirps mit den 'Schelmenaugen, und in diesen, wie in all den andern Bubenaugen lag wieder der sonnige Glanz der ungetrübten Lebenssreude! War's nicht ein Götterspaß, wenn der Alte demonstrirte: Hier die röthlichen Kugeläuglein, das seidenweiche Fell!" und mittlerweile lag nichts in

dem Kasten als ein halbes Dutzend

blutender, zersauster, zusammenge-

hauener. ekelhafter Mäusekadaver, um

die die Fliegen schwirrten! Laut johlten die Buben vor reinmenschlichem Vergnügen, und mit Läckeln qingen sie vorüber, die wackeren Leute des Städtchens. Nichts Netteres. als aufgeweckte Jungen, denen der

Uebermuth aus den frischen Gesichtern lacht. Glückliche Jugend, die sich selbst

über todte Mauze noch freuen kann! Jetzt schritt eine Gruppe schwarzge kleideter Herren heran.

Der tolle Lärm verstummte, die Jungen rissen die Mützen herunter. Der Rektor mit seinem Stab ging vor-

über.

Was habt Ihr hier?" fragte er und

trat strengen Blicks herz, um den

Grund des Auflaufs zu sehen.

Es ist der Mann mit den weißen Mäusen." sagte einer aus der dritten

Klasse.

Des Schuldieners Lorle hat alle

kavut gemacht," fugte der hübsche Schlingel mit den sonnigen Augen hinzu. Alle kaput gemacht," lallte der fahren'de Mann und schlug mit seinem Stock gegen den blauen Wagen, als wolle er auf's Neue seinen Vortrag be-ginnen.

'Sämmtliche Bubengesichter sahen auf den Gestrengen, und in allen lag unterdrücktes Lachen und die naive Frage: Ist das nicht zu komisch?" Der' Rektor aber, ein feiner Mann von hervorragenden pädagogischen Fähigleiten und tadellosen Grundsätzen, sagte verweisend und streng: Schämt Euch, Jungens, den Menschen zu um ßehen, er ist ja sinnlos betrunken Die Buben schlichen abseits; der Rektor aber schritt mit den Herren weiter. dem Saalbau zu, wo er heute) Abend einen Vortrag zu halten hatte. Er sprach gut. der weißhaarige Herr mit dem genialen Kopf. Fließend ging es ihm von der Zunge, und doch galt sein Thema für schwierig, denn er sprach über Goethe und das Christenthum". Was er sagte, und wie er es sagte, war tadellos; am unanfechtbarstcn. was er über das Wort: Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" vorzubringen wußte. Am Schlüsse klatschten sie Alle Beifall. Der Schuldicner. der unter der Saalthüre stand, fuhr sich mit seinem reinen Taschentuch über die feucht ge-. wordene Stirne; ihm ward jedesmal warm, wenn er unsern Rektor" sprechen hörte, und g?r so sprechen hörte, wie heute. -

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-Am späten Abend nahm die Polize: den fremden Schmutzfinken in Gewahrfam für die Nacht. Vn u?.s lä: man Niemanden auf 'der Straße vei kommen. Sogar gewaschen wurde der betrunkene Mann, und fein Karren wurde ausgespült, so daß die blutenden todten Mäuschen lautlos dahinschwammen in den Wellen des Bacbeö.

der so vielen Schmutz hinaustrug aus

dem Städtchen.

Stumpfsinnig sah der Fremdling

zu. Dann überkam ibn vlönlick ein

sonderbares Schlucken und Schluchzen.

er Polizeidiene? nahm ihn am Arme und führte ibn zu seiner Vrit-

sche. Legt Euch hin und schlaft aus!"

lagle er kurz unv dreyte von auen den Schlüssel um.

Hzlnor!stischeS. Gute Bezeichnung. Herr (zu seiner Frau, als an ihm ein vor" nehm gewordener Jugendfreund vorbeifährt): Schau nur Alte der thut ja jetzt, als ob er in einer Equi-

page auf die Welt gekommen wäre!"

Großartige Ausrede. Käufer: Sie haben mir diesen Stock als echt Elfenbein verkauft, und nun finde ich, daß er Imitation ist." Verkäufer: Was? Sollte der Elephant falsche Zähne haben?" Mit anderen Worten. Der kleine Meyer: Papa, in dem Buch steht. Geld mache nicht glücklich!" Der alte Meyer: ..Stimmt auch, mein Sofa; aber die Zinsen, die Du für das Geld bekommst!"

Gemüthlich. Professor sdem im Walde bdm Botanisiren von einem Strolch die Uhr abgenommcn wurde): Seien Sie wcnigsiens so freundlich, und sagen mir noch, wie spät wir jetzt haben?" Höflichkeiten. Student: Sie sind mir empfohlen worden. Meister; mein Name ist Suff!" Schuhmachermeister: Freut mich. Ihre Bekanntschaft zu machen ... vor Ihnen bin ich gewarnt worden." A ucheinePflicht. Gestern Nacht hatte ich von Ihnen geträumt. Herr Doctor." Sehr liebenswürdig, gnädige Frau; eigentlich wäre es meine Pflicht gewesen, von Ihnen zu träumen!" Sie kennt sich. Arzt: Bei Ihrem nervösen Leiden gnädige Frau, wird es gut sein, wenn Sie so wenig als möglich sprechen." Patientin: Ach was. das würde mich erst recht nervös machen!" Renommage. A.: Sie lassen sich ja gar nicht im Gasthaus sehen." B.: Das machen die FlitterWochen." A.: Wie lange sind Sie sckon verheiratet?" B.: Zwölf Jahre!" I mm er Geschäftsmann. Kchn: Wieviel geben Sie Ihrer Tochter Mitaift, Herr Feizel stock?" Feigelstock: Fünfundzwanzigtausend Gulden." Kchn: Wenn ich meinen Kobi nix zu bessere Perzent anlegen kann, braucht er noch nix zu heirathen." Ein Rein fall. Herr (der einer Tme ins Wasser nachgesprungen ist) : O weh. ich Dummkopf kann ja nicht schwimmen!" Eulalia: Aber icb; jetzt rette ich Sie und Sie heirathen mich aus Dankbarkeit, oder ich lasse Sie ertrinken!" Kleines Mißver st ändn i ß. Professor: Nun Vermögen ist nicht gerade die 5auptsache zum Studium für Ihren Sohn; aber Wis-

sensdurst muß er haben!" Rübent cmiir rr r,.r kt m?'

l,'llller. üita , xjuii ;u Nazi anuq. L)err Professor!''

Passen zusammen. Ich

wäre ja wohl in der Lage. Ihnen das Geld zu leihen, aber ich bin nun einmal lein Freund von dem ewigen Mahnen." Das paßt mir, ich hasse

nämlich nichts so sehr als das Gemahntwerden." Die schnippische Nichte. Alte unverheirathetc Tante: Weshalb sprangst Du denn gleich so lebhst auf. als der Baron eintrat? Das gehört sich doch nicht!" Nichte: Ach Du glaubst wohl, ich wollte ebenfalls ewig sitzen bleiben?!" Herbe Kritik. Unsere Prima Ballerina wird doch eigentlich schon recht bejahrt! Ob die noch lange mitmachen wird?" Die? Ich sage Ihnen, die. läßt nicht nach und wenn sie 'schließlich mit Krücken tanzen sollte!" ' Enfant terriblc. Braut (ZU ihrem Verlobten): Papa freut sich sebr. Dich bald kennen zu lernen!"

Die kleine Elfe: ..Jawohl. Papa sagte schon oft: ich bin nur neugierig, ti'u der ausschaut, der Dich mal heirathet!" Berufswechsel. Herr (zum alten Bekannten) :.Donnerwetter, sehen Sie aber jetzt brillant aus, was betreiben Sie denn jetzt. Sie hatten doch als Ehevermittler so w'nig Glück?" Bekannter: Ich mache etzt einen Scheidungsvermittler!" ModerneVerlobungen. Der Bräutigam nach dem Verlobungskuß: Ach dieser erste Kuß, mein süßes Herze, wird mir für ewig in Herrlichster Erinnerung bleiben!" Sie: Ach das glaube ich nicht, das haben mir schon verschiedene versichert!" Vedientenro-itz. Herr: Jean, holen Sie mir mal eine Flasche Burgunder, mir ist heute nicht recht extra!" Jean: Es ist keiner mehr da. gnädiger Herr!" Herr: So. warum denn nicht?" Jean: Weil gestern mir nicht recht extra" war!" Ausdem Kasernhof. Unteroffizier: Schulze, jetzt hab'n Sie schon wieder Regiment und Regliment verwechselt! Merken Sie sich doch, Sie Schafskopf: das wo wir

drin sind, ist's Regiment, und daö was in uns drin ist, , ist's ReaA? menür '

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