Indiana Tribüne, Volume 24, Number 129, Indianapolis, Marion County, 26 January 1901 — Page 2

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Jndiana Tribüne, 26. Januar 1901.

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Der Sultan und die MoölimS in Ckzws.

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JUm das Jar 1TOO, also eiwa im Jahre 600 nach der m?hamedanisch:u Zeitrechnung, wurde die Zahl der Bekenne? des Propheten in China nur auf einige Hundeittausende geschätzt. Bis zu dieser Zeit waren die in China wohnenden Mohammedaner von Äradien gekommen; sie hatten, ohne in der dringenden Art christlicher Mission näre Seelen zu fangen, allmählich und langsam an Zahl zugenommen und erfreuten sich vollkommener Duldung im Reich der Mitte. Der gewaltige Aufschwung des Islam in China begann erst mit dem Auftauchen deö großen weltgeschichtlichen mongolischen Sternes Dshengis-Chan. Dieser kraftvolle Mann, der Asiens Geschick für lange Zeit die Richtung gab. bahnte die Verbindung zwischen dem Westen und dem Osten Asiens an; auch Theilfürsten der nach dem Zerfall seines Reiches entstandenen Herrschaften bleiben in Verkehr mit dem Osten. Cs war ein beständiges Kommen und Gehen zwischen den Hauptstädten des großen Mongolenreichs, sagt Martin Hartmann in seiner Studie China und der Islam", und nicht nur Naturproducte und Waaren tauschte man aus, sondern auch Gelehrte und Kunsthandwerker. So traten die beiden Culturkreise, die buddhistisch - chinesische und der islamisch - persische, in enge LeZiehungen. Zu den in Samarkand durch Tamerlan und seine Nachfolge? ausgeführten Prachtbauten wurden ncben Künstlern der ganzen islamitischen Welt auch .Kunsthandwerker aus China ve?wandt. Mehr aber als der Osten dem Westen gab, gab dieser jenem. Persische Einflüsse in Kunst und Literatur machten sich in China bemerkbar, und noch heute ist das Persische und auch das Arabische den chinesischen Moslims wohlbekannt. Seit dem grauen Mittelalter bis in die neueste Zeit wcrden in China religiöse Bücher des Islam in arabischer Sprache gedruckt, wenngleich die Herstellung und der Verkauf nicht öffentlich geschehen. Die Verehrung des Alten, des Heibrachten, theilt der chinesische Muselman mit seinen andersgläubigen Landsleuten. Trotzdem die Muselmanen in China in vielen Beziehungen ein Sonderdasein führen, hat sich im Laufe der Zeit die feste Verbindung mit ihren westlichen Glaubensgenossen sehr gelockert. Von den schiitischen Perse?n völlig get?ennt. blieben sie durch die Mongolei über Kaschga? und Aarkand mit den Sunniten Türkestans in Beziehungen. In Konstant;-. nopel sind Besuche bedeutende? chinesische? Mohammedaner große Seltenheiten gewesen. M. Hartmann erwähnt nur 1845 den Besuch von Mafatchu und 1894 den von Suleiman Effendi. 'Es liegt nicht außerhalb des Bereich? de? Möglichkeit, die Verbindung zwischen dem Stambuler Khalifat und den Sunniten Chinas fester zu gestalten, namentlich sobald eine iirnu asiatische Eisenbahn den Verkehr zwischen dem Westen Asiens und den vorwiegend mohammedanischen Provinzen Chinas erleichtern wird. An Versuchen von Seiten des Sultans hatte es bisher gefehlt. Die Gerüchte, di: die Hand des Sultans in dein Ausstande der Mohammedaner gegen die Russen in Andidshan 1898 gespürt haben wollten, sind in den damaligen Verhandlungen des russischen Kriegsgerichts unerwiesen geblieben, ja als grundlos erwiesen worden. Die Pol. (Sqtx läßt sich nun aus Konstantinopel über einen Versuch des Sultans, sich als Khalisen den Mslims Chinas in Erinnerung zu bringen, u. a. melden: Der Ursprung des Gedankens. eine aus zwei Ulemas und zwei Cioilbcamten zusammenzusetzende AbOrdnung nach dem Reiche der Mitte zu schicken, ist nicht auf der Pforte, scndern im Iildis Kiosk zu suchen. Obgleich die Türkei in der chinesischen Frage keinerlei Rolle spielt, möchte der Sultan diese Angelegenheit doch nicht als eine seinem politischen Wirkung--bereich fernliegende ansehen. Er hat vielmehr in Unterredungen mit den Botschaftern der G?oßmächte seh? bäufig den Ve?lauf de? Ereignisse in Chi7 besprochen. Sein Interesse fü? di:sen Gegenstand verdichtete sich sogar, wie erinnerlich, zu der Absicht, eine türkische Truppenabtheilung behufs Mitwirkung mit den Streitkräften der Mächte nach China zu entsenden, von welchem Plane er jedoch durch Einwendüngen von diplomatischer Seite abgebracht wurde. Der eingangs erwähnte Plan, den der Sultan mit dem russischen und dem italienischen Votschaf-

ter. den Herren Sinowjew und Pansa. besprochen Hai. ist offenbar nur eine neue Form des Wunsches, bei der Lösung der chinesischen Frage irgendwie mitzuwirken. In den diplomatischen Kreisen überwiegt die Ansicht, daß die Ausführung des unerwarteten Planes, eine türkische Mission nach China zu entsenden, der Erreichung des von den Mächten in Ostasien verfolgten Zieles in keiner Weise förderlich, ja. wahrscheinlich sogar nachtheilig wäre. Der russische Botschafter, Herr Sinowjew, hat denn auch die mehre?wähnte Ab sicht für unzweckmäßig erklärt, während man von anderer Seite dem Sultan gegentheilige Rathschläge ertheilt haben soll. Es heißt, daß auch in den leitenden türkischen Kreisen selbst der neue Plan keineswegs einmüthige Zustimmung findet.

Im Lager der Alliirten.

Eine hochinteressante Schilderung entwirft der Eorrespondcnt eines Berline? Blatte- von dem großen Heerlage? in Ticntsin, der Basis der kriegerischcn Action de? Mächte. Schon die verschicd:ncn Waffen der eu?opäischen Nationen, de? Deutschen, Englände?, Franzosen. Jtaliene?. Oeste?reicher, Russen Infanterie, Cavallerie. Artillerie und Marine durcheinander c?geben eine kaum übe?sehba?e Musterkarte von Formen und Farben; besonders malerisch wirken die Zuaven mit ihren weiten rothen Plude?hosen und den seh? decvrativ benähten orientalischen Jacken. Dazu gesellt sich dann die Menge der asiatischen Völker, der Jnde?, der Veludschen. de? Anamiten, Tonkinesen, Japaner und endlich noch die amerikanische Truppe, deren Uniformen zwar wenig militärisch anmuthen und mehr im Cowboy-Schnitt gehalten sind: Schlapphut. stramme Reithosen und lose Blousenjacken, die aber bei dem schlanken, hoch und kräftig gewachsenen Bau und den verwegenen Gesichtern ihrer jungen Träger meist vort?efflich aussehen. Dies alles nun auf dem exotischen Boden einer chinesischen Stadt, in deren Straßen und Gassen es durcheinande?qui?lt wie die bunten Glasstückchen eines Kaleidoskops! Jede? Ritt du?ch die St?aßen Tientsins bietet neue Lbe?raschende Vilder, von denen man mi? bedauert, daß man ihren flüchtigen Wechsel so

wenig festhalten kann. Sei es, daß man zu den Lage?n hinausreitet, wo die Leute unte? Zelten alle? Art campiren. wo Feldschmiedcn, Feldbäckereien. ' Feldsattlereien, Pfe:deställe etc.. gehe es, wie es gehe, improvisirt sind, wo sich die Offiziere ihre kleinen nothdürftig aufgebauten Casinos mit Hilfe von allem möglichen chinesischen Kram, Beutestücken de? ve?schiedenen St?eifzüge und dergleichen ausgeputzt haben, sei es, daß man am Peiho entlang st?eift, wo ungeheure Mengen requirirter Dschunken schwimmen, wo rasch hergestellte Schiffsbrücken den Verkehr der Proviantcolonnen über den Strom vermitteln müssen, wo ungeheure Hausen an Heu, Getreide. Mehl, Conser.ven, mit Matten bedeckt, aufgespeichert sind, von Posten bewacht. Grauenhaft ist der Anblick der zerstörten Stadttheile, die in unbeschreiblich wüsten Trümmern liegen. Ganze Stadtviertel bestehen aus wirren Hausen von Ziegeln mit nackten, brandgeschwärzten Mauertheilen, dazwischen, nur belebt von halbverhungerten Hunden und hier und da von armseligen Menschen, die im Schutt nach verschütteten Münzen graben. Auch das weitläufige Europäerviertel ist an den Stellen, die im Sommer den Geschossen de? belage?nden Boxe? besonders cusgesetzt gewesen sind, ein Haufe verwüsteter Häuser, in deren öden Fenste?höhlen das G?auen wohnt. Die unrersehrt gebliebenen Theile aber sind zum größten Theil von den Militä?Verwaltungen besetzt. Auf den weitläufigen Höfen stehen Zeltreihen und Wagenburgen, die Nebengebäude sind in Ställe, die Wohnhäuser in Offiziersquartiere. militärische Amtsstuben, Wachtlokale und dergleichen verwandelt, die frühere Universität von Tientsin ist ein Hospital geworden, ihren Hof füllen die Karren und Kisten der Trainverwaltung. Endlose Reihen von Karren ziehen wie fortlaufende Ströme zwischen den Dschunken und den Lagerhäusern und Speichern hin und her. und nirgends in der Welt habe ich solch einen Ueberfluß von Fahnen und Fähnchen gesehen, wie hier. Jedes Anwesen, jeder Provianthaufen, jede Dschunke, ja beinahe jeder Karren wird von der Station, die diese Dinge besitzt ode? gemiethet hat. mit ihrer Flagge bezeichnet. In der ganzen Stadt flattert und fli??t es in bunten Farben, als sei täglich ein kaiserliche? Gebu?tstag zu fete?n. Die Schaaren von Kulis selbst, die Morgens zu dielen Tausenden aus den noch unze?störten Theilen Tientsins in das Feldlager ziehen und Abends dorthin wieder zurückkehren eine lebendige Fluih und Ebbe von Wesen, die bei ihrer Massenhaftigkeit, ihrem gleichartigen Aussehen, der UnPersönlichkeit, mit der sie in Lausch und Bogen von ihren Arbeitgebern behandelt werden, kaum noch als Menschen erscheinen selbst diefe tragen die Flagge der Nation voran, von der sie engagirt sind, seitdem es Gewohnheit geworden war. daß die Soldaten, wenn sie Arbeitskräfte brauchten, irgend welche KuliHaufen auf der Straße aufgriffen und sie mit Prügeln zu ihrem Dienste

zwangen. Sehr erfreulich ist in diesem riesigen Feldlager die Cirfahrung gewesen. wie vortrefflich sich im Großen und Ganzen die Soldaten der verschiedenen Nationen untereinander verständigen und vertragen. Schlägereien haben zu den größten Seltenheiten gehört, überall dagegen konnte man die rasch gefchlossenen Freundschaften zwischen den Vertretern der heterogensten Sprachen und Rassen beobachten. Die Schwie?igkeit der Sp?ache scheint fü? den gewöhnlichen Soldaten eine erstaunlich geringe Rolle zu spielen. Ein russischer Offizier, der auch Deutsch und Französisch verstand, e?zählte' wie e? einmal einem solchen Gesp?äch zwischen einem Russen, einem Franzosen und einem Deutschen unbeobachtet hätte folgen können. Der Russe sprach begeistert von der riesigen Körperkraft seines verstorbenen Zars Alezanders des Dritten: Den hättet ihr mal sehen

sollen, der hatte Euch Muskeln sagte er und such!elt: dabei mit seinen Arwen bezeichnend in de? Luft herum. Treu bien nion arni, trös bien, fiel der Franzose noch lebhafter ein, und wir lassen Euch nicht allein, wir stehen an Eurer Seite. Wenns zum Fechten kommt." Det stimmt." bestätigte endlich der Deutsche ruhig nickend, ' ick hab et imme? jesogt. dct Eenzige, wat de? Chinese ve?steht, is Keile!" Und so plaude?ten sie seelenve?gnügt weite?, jede? ve?stand ganz etwas ande?es, als de? Vo?de?mann meinte, aber sie unterhielten sich auöge-zeichnet.

Weiße Sklaven.

' Von Rom aus wird wieder einmal die Aufmerksamkeit auf jenen nichts würdigen Knabenhandel gelenkt, der seit Jahren zwischen Italien, der Schweiz und Frankreich im Gange ist. Der Sklavenjäger, gewöhnlich ein im Ausland gewesener, mit etwas Capital in sein Heimathsdo?f zu?ückkeh?ender Italiener, überredet darbendeLeute, die Söhne im Alter von 9 bis 13 Iahren haben, ihm diese für ganz geringe Summen zu übe?lassen. E? ve?siche?t den Elte?n, daß e? im Stande sei, ihren Kindern gut bezahlteBeschästigung zu verschaffen, sodaß sie in kurze? Zeit ihre Angehörigen mit ihrem Erwerb unterstützen könnten. So erhielt der Sklavenhändler die nothwendigen Papiere und erlangt ohne Schwierigkeit von der Polizeibehörde Auslandspässe für sich und seine Opfer. Sein Ziel ist eine große Fabrikstadt in Frankreich oder in der Schweiz. Hie? verliert er keine Zeit, aus seiner lebenden Waare den Kaufpreis hundertfach wieder herauszuschlag:n. Die älteren. k?äftigeren Bürschchcn bringt e? in Fabriken unter und die Schwächlinge" ?ichtet e? dazu ab. in den Straßen zu betteln. Am Ende der Woche streicht er den Lohn de? jugendlichen Fabrikhandlanger ein. Während er diese mit dr klvthdürftigsten Nahrung und Kleidung versieht, verlangt er von den anderen Kleinen, daß sie sich alles, was sie zu ihrer armseligen Existenz benöthigen, von mildherzigen Leuten schenken lassen, ihm aber täglich den klingenden Erlös ihres Bettelns abliefern. Ist der Betrag an Kupfermünzen nur seh? ge?ing. so erhalten die armen, hungernden Geschöpfe obenein noch Prügel. Wie gut die Einnahmen" eines solchen Spekukanten meistenteils sind, beweist der Fall eines Italieners, der ein Kapital von $25,000 verdient hat. Ein anderer Sklavenjäger trieb die Sache so toll, daß ihm die Pariser Polizei schließlich doch das Handwerk legte. In einer engen Gasse des verrufensten Viertels wohnend, ließ er nicht weniger als zwölf Knaben, die täglich zehn Stunden in einer Glasfabrik arbeiteten, in einem mit zwei harten Matratzen ausgestatteten fensterlosen Raum die Nacht zubringen. Als Polizcibeamte die mißhandelten, in Schmutz verkommenden kleinen Burschen entdeckten, befanden sich drei von ihnen schon in so vorgeschrittenem Stadium der Schwindsucht und starben wenige Tage später im Ho-spital.

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Ter betrogene Madchenhandler.

Durch ein Versehen seltsamer Art ist kürzlich in der russisch - polnischen Gouvernementsstadt Petrikau das schamlose Treiben einer internationalen Bande von Mädchcnhändlern, die geschäftsmäßig junge Mädchen aus Russisch - Polen zur Auswanderung nach Südamerika verleiteten und dort verkauften, ans Tageslicht gezogen worden. Einem der Mitbetheiligten wurde nämlich von. seinem Geschäftsfreunde versehentlich die eigene Geliebte entführt und nach Buenos Aires verkauft, wo sie verschollen ist. Aus Aerger hierüber machte der Ezbräutigam von dem ganzen Treiben den Sicherheitsbehörden Anzeige. Aus diescr ging hervor, daß die Mädchenhändler ein ganzes Heer von Unteragenten hatten, die sich damit befaßten, ihren auserlesenen Opfern die Herrlichkeiten Südamerikas, insbesondere Buenos Aires, verlockend zu schildern. Sobald die Mädchen auf die Pläne der Agenten eingegangen waren, wurden sie nach Sosnowice geschafft, dort gut eingekleidet, mit falschen Pässen versehen und dann über die Greze nach Deutschland oder Oesterreich gebracht. Dort wurden die unglücklichen Opser von den ausländischen Agenten zur Weiterbeförderung in Empfang oenommen. Ungemein zuvorkommend wurden sie von ihren Begleitern behandclt. Stets fuhren sie erster Klasse, und bis zur Einschiffung lebten sie auf Kosten der Agenten in der feinsten

Weise. Mit glänzenden Äeriprecyungen wurden alle Bedenken über die Aukunft von den Agenten verscheucht. Während der Jahre 1898 und 1899 wurde das Geschäft von der Bande im großen Stil betrieben, und ganze Trupps junger Mädchen wurden auf einmal weggeschafft und verkauft. Das alles wurde nun durch den eigenthümliehen Fehlgriff" eines der Verbrecher aufgedeckt. Die meisten Mitschuldigen, darunter auch der betrogene Liebhaber, wurden wegen Kuppelei zu schwerem Kerker verurtheilt. Bitte. Parvenü: Herr Professor, wollen S mer malen mit demselben Pinsel, mit dem Se haben abkcnteiseit den Herrn Mirnster

Vereins- und Logen-Kalender.

Gesangvereine, arugari Zängerchor. Jeden 1, Sonntag Geschäftsversammlung. Probt jeden Donnerstag in 29 Süd Dclaware Str. Präsident, Conrad Ries, Sekretär, Jos. Pflüger ; Dirigent, I. Guntcrmann. Indianapolis TNännerchor. Gesaugprobe, gemischter Chor, jeden Dienstag. Männerchor jeden Freitag Abend in der Männcrchorhalle. Präsi dent, Fred Francke; Sekretär, Rudolph Müller; Dirigent, Franz Bellingcr. Monatliche Vorstands Versammlung jeden ersten Sonntag im Monate. Indianapolis (iederkranz. Probt jeden Donnerstag in der St. Marien Halle, S. Delaware Str. Prä sident, Fritz Weiffenbach sr.z Sekretär, Valentin Hossmann; Dirigent, Ernst Knodel. Monatliche Geschäftsversamm lung jeden zweiten Sonntag im Monat. D. R. und Musikverein. Gemischter Chor, probt jeden Dien stag und Mannerchor Freitag Abend -im Deutschen Hause. Präsident, George Kothe; Sekretär, I. George Müller. Dirigent, Alexander Ernestinoss. Regel mäßige Borstands.Vcrsammlung jeden zweiten Montag im Monate. Sozialistischer Sängerbund. Probt jeden Dienstag Abend in der Columbia Halle. Präsident, Gustav Töppcr; Sekretär, Louis Meyer; Dir! gcnt, Joseph Guntermann. Geschäfts Versammlung jeden ersten Freitag im Monat. Südseite Alännerchor. Probt jeden Mittwoch Abend in der Lyra 5alle. Präsident, Albert Schrö der; Sekretär, Christ. Michel; Dirigent, Joseph Guntcrmann. Geschäfts sammlung jeden vierten Sonntag im

Monat. Turnvereine. Socialer Turnverein. Versammlungen am ersten und dritten Mittwoch jeden Monats im Deutschen Hause. Erster Sprecher, Heinrich Mösch; Schriftwart, Konstantin Bechcrer; Turnlehrer, Hugo Fischer. Südseite Turnverein. Versammlung am ersten Dienstag jeden Monats in der Südseite Turn halle, 230 und 236 Prospekt Straße, Erster Sprecher, Henry Victor; Schrift wart, Otto Tcppcrmann; Turnlehrer, Curt Toll. Unabhängiger Turnverein. Versammlung am zweiten Mittwoch jeden Monats in der Halle des Unabh. Turnvereins, Ecke Ohio und Illinois Str. Erster Sprecher, Joseph Kcllcr; Schristwart, Adam Grohkopf; Turn lchrcr, Oskar Ruthcr. Vorort des Nordamerikanischen Turnerbundes. Versammelt sich jeden ersten Samstag im Monat im Deutschen Hause. Erster Sprecher, Hermann Lieber sr.; Erster chriftwart, Theo. Stcmpfcl, P. O. Box 166.

Logen. Odd Fellows. Germania Loge N o. 129. Versammelt sich in der Grand Lodge Halle jeden Donnerstag Abend. Frank Dcckert, Präsident; Henry Thoms, Sc krctär. Mozart Loge No. 63 1. Ver sammelt sich jeden Freitag Abend. John Dietz, Sekretär. verbesserter (Drden der psthiasritter. Eastle Hall, 14 W. Ohio Str. G r o ß l o g e. Versammelt sich in der Castle Hall jcdcn zweiten Dienstag im Februar. Columbia Loge No.8. Vcr sammelt sich in dcr Castle Hall jeden Donnerstag Abend. Jan.eö Reagan, Sekretär. Körner Loge N o. 1. Ver sammelt sich jcdcn Montag Abend in der Castle Hall. Aug. F. Dictz, Präsident; Friedrich Wcuzcl, Sekretär. Liberty Loge No. ö. Vcr sammelt sich in Castle Hall jcdcn Mitt woch Abend. Gustav Kothe, Sekretär. Phönix Loge No. 4. Ver sammelt sich jcdcn Freitag Abend in Castle Hall. Schiller Loge No. 2. Vcr sammelt sich jcdcn Dienstag Abend in der Castle Hall. (Drden der Druiden. Germania Circle No. 1. Versammelt sich in der Druidenhalle jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat. Octavia Hain No. 3. Vcr sammelt sich jeden Montag Abend in der Druiden Halle. M. Dammel, Sekretär..

Orden dcr öarugari.

H er t h a L o g c No. 4 3. Vcrfam melt nch jcdcn zweiten und vicrtcn Sonntag im Monat. Schiller LogeNo. 381. Vcr sammelt sich jcdcn 2. und 4. Montag im Gebäude dcr Deutschen Fcucrrer sicherungs Gesellschaft an dcr Süd Dclaware Str. Präsident, Christian Orthwein; Sekretär, John Dietz. Frieda Loge N o. 114. Vcr sammelt sich jeden ersten und dritten Sonntag im Monat am Nachmittaoe. Präsidentin, Frau Caroline Embardt? Sekretärin, Frl. Pauline Emhardt. Anigkzts and (adies of onor. Martha Loge 2 3 6. Versammelt sich jeden Dienstag Abend in der Diden Halle. John Wörncr, Sekretär. Elisabeth Loge No. 498 Versammelt sich im Morrison Block jeden Freitag Abend. Rnigkzts of öonor. Eurcka Loge ?!o. 2 4. Vcrsammelt sich jcdcn Freitag Äbcnd No. 132 N. Pennsylvania Str. G c r m a n i a L o g e N o. 2 6 3 4. Versammelt sich jcdcn ersten und lctzun Donnerstag im Monat No. 138 Ost Washington Str. Schiller Loge N o. 40. Vcrsammelt sich jcdcn crücn und lctztcn Donnerstag im Mona! No. 29 S. Dclaware Str. Hermanns Söbne. C h c r u s k e r L o g c N o. 1. Vcr sammelt sich jcdcn 2. und 4. Frcilag in der Columbia Halle. Präs,. Sebastian Oeftcring; Sekretär, Chas. Thiclmann., Tcutonia Zvrauenloae No.

1. Orden der Hermanns Schwestern. Versammelt sich jcdcn 3. Donnerstag im Monat in dcr Columbia Halle. Präsidentin : Anna Dux ; Sekretärin : Agnes Zcrnicke. Germania Loge No. 2, O. D. H. S., Haughvillc. Versammelt sich jeden 1. und 3. Montag im Monat in Baists Halle. Präsident : Fricdr. Eoetsche; Sekretär : Henry Klingworth., Adelina Loge No. 2, O. D. H. S., Haughvillc. Versammelt sich jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat in Baists Halle. Präsidentin : Margarethe Kühn; Sekretärin : Pauline Mollcr.

Nnterstüiznngs- und sonftige Vereine.

DeutscherGärtnc r'V e r c i n . Versammelt sich jcdcn crllen Sonntag im Monat in dcr Gcrmania Halle. Deutscher Veteranen Ver ein. Versammelt sich jcdcn zweiten. Sonntag im Monat im Teutschen Hause. PfälzcrVcrcin. Vcrsammcl sich am 1. Sonntag im Monat im Lcka von Fritz Bernhardt. Präsident, Daniel Monningcr, Sekretär, Heinrich Mcycr. PreußenVcrcin. Versammelt sich am letzten Sonntag im Monat in. der Columbia Halle. Präsident, Chris. Brchob, Sekretär, John Hossmark. PionierVercin. Vcrsammclt sich jcdcn dritten Sonntag im Monat im Lokal von O. Kcllcr. Präsident,. Fritz Schradcr; Sckrctär,Wm.Weiland. Sachscnbund. Versammelt sich jcdcn 3. Sonntag im Monat in dar Columbia Halle. Präsident, TheodorHausse; Sekretär, Hugo Keil. Bäcker Verein. Versammelt sich am 1. Sonntag im Monat im Gc bäude der Deutschen Feuervcrsichcrungs gesellschaft. Präsident, Bernhardt Thaux Sekretär, Bcrthold Schreiber. Deutscher Gegen f. Unt. Verein. Versammelt sich am letzten Sonntag im Monat im Jeffcrson Hause. Präsident, Louis Hellmann; Sekretär Louis Zicglcr. VerbandDeutscherVcreine von Indianapolis. Vorstands Versammlung in dcr Männcrchor Hallo jcdcn zweiten Montag des Monates. Prändcnt, Fritz Francke; Sekretär, I. W. Löpcr. Indianapolis Schützen Verein. Versammelt sich No. 110 Süd Delaware Str. Schützcnpark an dcr Süd Meridian Str., südlich vom Plcasant Nun. Präsident, Philip Zapf; Sekretär, Edward A. Bretz. Wcstphalia Unt. Verein. Versammelt sich jeden letzten Freitag in Monat in Warwcgs Halle, Ecke Mich. ä?BcvillcAve. Präs.: Anton Wiese ; Sekr. : Heinrich Dccrberg. Schweizcröund. Versammelt sich jeden zweiten Sonntag im Monat in dcr Germania Halle. John Stoll, Präsident, Jos. Keller, Sekretär. Zweiundzwanziger Unt. Verein. Versammelt sich 1. jeden Sonntag im Monat. I. Ltzius, Prä

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