Indiana Tribüne, Volume 24, Number 129, Indianapolis, Marion County, 26 January 1901 — Page 1

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Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind.. Samstag, den 26. Januar 1901.

No. 129

Die Lage in Ghiua. o Die Mächte lassen von ren Forderungen Nichts nach,

Sie aber kaum alle erfüllt vcrdeu können.

Baron Wilhelm von Nothschild

In Franksurt a. M. gestorben. . - Die todte Königin.

Die Leiche in die Todtcnkapclle in Osborne gebracht. Attentat auf die Königin-Negentin von Spanien.

Verschiedenes aus dem deutschen Reich. Die Lage in China. ' Peking. 26. Jan. ::n chinesischen Hof. der die Zeit der Ruhe zur AuZsinnung neuer Tücken und Aerz'ögerungen benützt zu haben scheint, soll nun mit erneuter Energie auf den Leib gerückt werden. . Es ist durchaus nicht cuZgeschloffen. daß die Dinge sich n?ieder auf's Neue zuspitzen. Eine gestrige Versaninilunz der auZländischen Gesandten in der Wohnung don Sir Ernes: Saton?. deni britischen Repräsentanten, bracht: ren Ball in's Rollen. Die Herren waren der einstinirnigen Ansicht, daß Ehina den Artikel 12 der gemeinsamen Note mißkonstruirt habe, da die chinesischen Bevollmächtigten in ihrem Memorandum das Verlangen stellten: ,.Da China die Präliminar - Note der Mächt: unterzeichnet )at. sollen die Truppen, welche gegenpärtig Peking und die Provinz Chile Nkupiren. Uebereinstimmung mit den Bedingungen der Not: zurückgezogen werden." Die Gesandten beschlossen, den Abzesandten sofort begreiflich zu machen, daß sie sich im Irrthum befänden und ihnen zu empfehlen, die Note genau burchzulesen. In derselben wird näm lich gesagt, daß die Truppen erst dann zurückgezogen werden, wenn China al len Bedingungen der Not: zur Zufrie denheit der Mächte nachgekommen ist. Ferner werden di: Gesandten den chine stschen Hof zum sofortigen Handeln auf fordern und insbesondere auf der Er füllung der Strafen bestehen. Dem Drucke Deutschlands nachzebend.hat jetzt auch England eingewilligt, zuf den härtesten Strafen zu bestehen, und die Mächte verlangen nicht nur die Einrichtung der sämmtlichen Person lichkeiten. die bisher namhaft gemacht worden sind, sondern auch die Degra dirung derjenigen Prinzen und höheren Beamten, die bereits Selbstmord begansen haben; ein: Strafe, die einen tiefen Sindruck auf die Chinesen macht. Der Ver. St. Gesandte Conzer erklärte in der Versammlung, daß er biese Forderunzen nicht unterstützen könne, wenn sie schriftlich gemacht würden. mündlich er si: aber mit ganzem Herzen indoziren wolle. Dies ist die Lage jetzt, und si: wird in den nächsten sechs Monaten kein: wesentliche Aenderung erfahren, wenn nicht doch noch der fchn der amerikanischen Regierung, di: Unterhandlunzen anstatt in Peking in Washington oder sonstwo zu führen, angenommen werden sollte. Tunz Fub Siang. defsenHinrichtung kbenfalls verlangt wird, besitzt im Auzenblick. wie den Gesandten wohl besannt ist. mehr wirkliche Macht, und er kontrollirt mehr Truppen, wie irgend :in Mann in China. Außerdem ist zu bemerken, daß sich der Kaiser thatsächlich in seiner Gewalt befind:t. Und doch toird von dem Kaiser verlangt, daß er ziit seinen Schreibern und Eunuchen die Kansu - Armee zu Paaren treib: znd ihren General enthaupte. Graf von Waldersee trifft in ostentatiser Weise Vorbereitungen für seine .Abreise. Niemand glaubt aber daran, daß die Truppen sobalo abziehen werden. Es ist wahrscheinlich, daß die Thinesen die Forderungen zurückweisen toerden; gewiß ist es aber, daß sie dieselben nicht erfüllen können. Es wird noch lange dauern, bis Ruhe und Friede in diesem Lande wieder einziehen werParis. 26. Jan. Einer Depesche - ZUs Peking zufolge haben die Gesandten , ix: ihrer gestrigen Versammlung ein stimmig beschlossen, die chinesischen Beoollmächtigten zu benzchrickztigen, daß die künftigen militärischen Schritte der Mächte davon abhängen, wie China die !n dem Präliminar -Vertrag eingeganzenen Verpflichtungen einhält. Die , Nächte sollen auch beschlossen haben, die Vollziehung der Todesstrafe an vier eiteren, bis jetzt noch nicht genannten Beamten zu verlangen. Auch soll nachlrg.gli.dL die Verhgnsuna der Todes

strafe über den Prinzen Kang 'Si verlangt werden, der Selbstmord beganzen at. König Alexander abgeblitzt. Wien. 26. Jan. Eine Depesche zus Belgrad sagt, daß der König Alexznder den Präsidenten der Skuptschina, Z?estorovic und mehrere andereAbgeordnete ersucht habe, eine Gesetzesvorlage einzubringen, derzufolge dem früheren Rönia Milan für immer verboten werden soll, nach Serbien zurückzukehren. Der Präsident Nestorovic und seine Kollegen sollen sich aber geweigert haben. dem Wunsche des Königs zu entsprechen. Die Lage in Serbien wird als eine höchst ungewisse geschildert. Heftige Schneestürme. Glasgow. 26. Jan. Heftige Schneestürme wüthen an der ganzen Westküste Schottlands und es sind bereits viele Schiffbrüche gemeldet worden. Der Dampfer ..Hibernian". von der Allan-Linie. der am 11. Januar von Boston nach Glasgow abging, ist am Freitag Morgen in der Clyde aufgclaufen. Es ist noch nicht bekannt, ob das Schiff ernstlich beschädigt worden ist. Die todte Konigin. Cowes. 26. Jan. Die Leiche der Königin Victoria wurde am Freitag Morgen von einer Abtheilung Blaujacken von der königlichen Jacht aus dem Sterbezimmer in den Speisesaal im Osborne House gebracht, der in eine Todtenkapelle umgewandelt worden ist. Die einzigen Personen, denen während des Tages gestattet wurde, einen Blick auf die todte Königin zu werfen, waren solche, die auf der Vesuchs-Liste der Königin standen: Offiziere der Armee und der Flotte und einige prominente Bewohner der Insel. Der Staatssekretär des Aeußeren, Marquis of Lansdowne, Carl Roberts und der Kriegssekretär. Wm. St. John Broderick. kamen ebenfalls während des Tages nach Osborne. Es ist definitiv beschlossen worden, daß die Leiche der Königin nicht auf einem Paradebett ausgestellt werden soll. Der Sarg mit der Königin ruht auf einer mit karminrothem Tuch behängten Erhöhung inmitten des Saales und steht aus einer seidenen britischen Flagge. Den Sarg bedeckt ein Bahrtuch aus weißem Atlas, in das die königliche Krone und die Jnsignien des Hosenbandordens eingestickt, sind. An jeder Ecke des Sarges steht eine Schildwach: mit nach unten gekehrtem Gewehr. Der König Edward. Kaiser WilHelm, der Herzog von Connaught. Sir James Neid und die Prinzessinnen befanden sich in dem Sterbezimmer als der Sarg hereingebracht wurde. Nachdem die Damen sich entfernt hatten, wurde di: Leiche von Sir James Reid und drei Hausbedienten in den Sarg gehoben. Di: Mitglieder der königlichen Familie gingen dann an demselben vorbei und warfen nochmals einen letzten Blick auf die Züge. Erst dann wurde der Sarg in die Todtenkapelle gebracht. Nach Cowes. - London. 26. Jan. Eine solch großeZahl von fürstlichenPersönlichkeiten und Repräsentanten fremder Nationen werden zum Begräbniß der Königin Vitoria hierherkommen, daß die königlichen Schlösser nicht zur Aufnahme der vielen Gäste genügen. Es werden deshalb mehrere Hotels und große Privat-Residenzen in London gemiethet. Das Parlament vertagt. Beide Häuser des Parlaments erhielten am Nachmittag identische Botschaften von dem König, und nachdem sie Trauer-Nesolutionen in Bezug auf das Ableben der Königin Victoria und Resolutionen, in denen tem König zu seiner Thronbesteigung gratulirt wird, angenommen hatten, vertagten sich beide Häuser bis zum 14. Februar. fBaronWilhelm vonRothschild.f Frankfurt a. M. , 26. Jan. Baron Wilhelm von Rothschild, der Chef des hiesigen Bankhauses gleichen Namens, ist am Freitag gestorben. Der Baron war 73 Jahre alt und stand seit fünfzig Jahren an der Spitze des hiesigen Rothschild'schen Bankhauses. Er war ein Onkel der drei Mitglieder des Londoner Hauses und hat viele der größten deutschen Regierungs-Anlei-hen placirt. fGiuseppeVerdi.1Rom, 26. Jan. Eine Depesche der Patria" aus Mailand zufolge ist Giuseppe Verdi, der berühmte Komponist, gestorben. Verdi wurde am 9. Oktober 1813 in Busseto, in Parma, geboren. Aus Südafrika. K a p st a d t , 26. Jan. Herr Löt ter, ein Mitglied des Kav-VarlamentS.

ut.d jkln sicn sind in Uiienhage aus die Anklage hin verhaftet worden, den Beere:: Anstand geleistet zu haben. In Letter's Haus soll Dynamit gefunden worden sein. London. 26. Jan. Im Kriegsamt ist eine Depesche von Lord Küche ner, Pretoria, den 24. Januar, datirt. eingetroffen, in der unbedeutende Zusammenstöße mit den Truppen Delarey's und Haasbrook's gemeldet werden. General Kitchener meldet auch, daß zwanzig Boeren gefangen genommen worden seien, und General Methuen die Boeren aus Grigualand und Kuruman vertrieben habe. Die Boeren haben wenig Schaden in der Kapkolonie angerichtet. Die Bewohner baben sich ihnen angeblich nur zum allergeringsten Theil angeschlossen und die Boeren sollen bei ihnen mit jedem Tag mehr unpopulär werden. Pretoria. 26. Jan. Ein Zug, auf welchem sich Lord Kitchener und eine Abtheilung Truppen nach Middleburz begaben, wurde bei Balmoral durch Dynamit zum Entgleisen gebracht. Die Boeren eröffneten ein hitz'u ges Feuer, welches von den Briten erwidert wurde. Die Boeren zogen sich schließlich zurück. I. T. B. Arnold verurtheilt. L o n d o n . 26. Jan. Julian T. B. Arnold, ein Sohn des Sir Edwin Arnold, der im Oktober von San Francisco ausgeliefert wurde und angeklagt war, Vertrauens-Gelder unterschlagen zu haben, wurde am Freitag zu zehn Jahren Zuchthaus verurtheilt. Attentat auf die Konrgrn Christine. London. 26. Jan. Eine Depesche der ..Daily Expreß" aus Madrid sagt: ..Während am Freitag die Kö-nigin-Regentin mit ihren Kindern auf dem See im Schloßpark zu Madrid in einem Boot: fuhr, wurde vom Ufer aus ein Schuß abgegeben. Die Kugel drang durch die Seite des Bootes, ohne indessen Jemand zu verletzen. Der Park wurde durchsucht, von dem Attentäter wurde aber keine Spur gefunden. Die Königin war im höchsten Grade alarmirt. t Kardinal Galeati. f Rom. 26. Jan. Kardinal Sebastino Galeati, Erzbischof von Ravenna, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Er war Kardinal seit dem Jahre 1890. Deutsche Geschütze für SüdAfrika. Queen stown. 26. Jan. Achtzehn der modernsten Feldgeschütze deutschen Fabrikats, mit der dazu gehörigen Munition, sind zur Versendung nach Südafrika hier angekommen.

Leichenräuber an der Ar beit. P a r k e r s b u rg. W.-Va., 26. Jan. In Tavennerville, einer Vorstadt von Parkersburg. wurde in der Nacht zum Freitag die Leiche de? vor einem Monat gestorbenen Frau Nettie Tracey aus gegraben und um die Ringe, die sich noch an ihren Fingern befanden und um eine werthvolle Broche beraubt. Die Leiche wurde dann in die Grube zurückgeworfen und mit Erde zugedeckt. Soweit hat man keine Spur von den Räubern. Des Mordes angenagt. Williamsburg, Ky.. 26. Jan. Die Grand Jury hat am Freitag An klagen gegen Iahn. Robert und Char les Paris, Roe Shotwell, Clay Kin caid, John Bryant, Sam und Richard McHanque und Willis Cochran erho ben. Die Männer, die alle des Mor des und der Theilnahme an einer Mordverschwörung angeklagt sind, hat ten am 16. Januar White's Laden in Corbin mit Dynamit in die Luft ge sprengt, wobei Sutton Ferris und Susan Cox g't'ödtet wurden. Mußte $15 bezahlen. New Orleans, La.. 26. Jan. Ashea Waba, eine Schauspielerin, wohnte am Donnerstag Nachmittag der Matinee im Crescent-Theater bei und sie weigerte sich, dort den Hut abzunehmen. Sie wurde verhaftet und am Freitag zu $15 Geldstrafe oder fünf zehn Tagen Gefängniß verurtheilt. Es ist dies die erste Verurtheilung unter dem Gesetz, das die Frauen zwingt, die Hüte im Theater abzunehmen. SechsTagelang gehungert. S c r a n t o n. Pa.. 26. Jan. John Zylankus, ein junger Kohlengräber, der am letzten Samstag verschwand, nachdem er eine Woche lang in der Green Ridge Mine gearbeitet, wurde am Freitag Nachmittag in einem verlassenen Stollen aufgefunden. Der Mann war gänzlich erschöpft Und schwatzte durch einander wie ein Verrückter. Vorläufig war nicht aus ihm herauszubringen, wie er in den Stollen kam. '

Inland Depeschen. Ter deutsche Kreuzer Bincta" iu Nav Orleans.

Die Zlllillttlchast wird fürstlich bcwirtkjct werden.

Frau Earric Nation entmuthigt.

Sie will keine Wirthschaften mehr zerstören.

Sie kam mit blauen Augen und be schmierten Kleidern in Ottum- ' . roa an.

Die unruhigen Crcek-Jndiancr. . Lcichcnraub in ParkcrSburg, W.V. Die Vineta". New Orleans. La.. 26. Jan. Rauschende Ovationen wurden dem deutschen Kreuzer Vineta" gebracht, als das Schiff am Freitag Mittag am Fuße der Canal Straße im Mississippi vor Anker ging. Der deutsche Konsul in New Orleans. Herr von Meysen bürg, begab sich mit einer Anzahl der hiesigen Deutschen sofort nach Eintreffen des Schiffes an Bord desselben, begrüßte den Kommandanten, Kapitän Da Fonseca Walheim, und die übrigen Offiziere und nahm mit ihnen über die zu Ehren der Mannschaft geplanten Festlichkeiten Rücksprache. Auch übergab er dem Kapitän Befehle des Ma rineministers, wonach in Folge des Ablebens der Königin Victoria die Offiziere und Mannschaften für die vorgeschrieben: Trauerzeit Trauerabzeichen anzulegen haben. In Folge davon wird auch dem am Samstag zu Ehren der Offiziere der Vineta" zu veranstaltenden Bankett ein mehr privater Charakter gegeben und tzine öffentlichen Beamten eingeladen werden, doch wurde einer der hie sigen deutschen Gesellschaften Erlaubniß ertheilt, am Sonntag Abend zu Ehreö der Mannschaft eine Festlichkeit, zu geben. . Die Vineta" ist' ein Kreuzer der ersteri Klasse von 5335 Tonnen Gehalt. Sie zieht 23 Fuß Wasser und hat eine Geschwindigkeit von 20 Knoten per Stunde. Am Nachmittag stattete in Vertre tung des an der Grippe erkrankten Kommandeurs I. R. Selfridge Leutnant E. D. Sandoz der Vineta" einen offiziellen Besuch ab und begrüßte die Offiziere im Namen der amerikanischen Marine. In seiner Begleitung befand sich Oberst Perilliat. welcher als Verireter des Gouverneurs von Louisiana seine Aufwartung machte. Die Herren kehrten später, von einer EhrenEskorte der deutschen Matrosen begleitet.'an's Ufer zurück. Frau Nation nicht mehr so : kriegsmuthig. Ho pe. Kas.. 26. Jan. Frau Carxit; Nation kam um Mitternacht von Enterprise hier an, entschlossen, die beiden Wirthschaften in Hope zu demoliren, wie sie es mit den Wirtblckaften in Wichita und Enterprise gethan. Sie wurde aber von keinem Kommittee von Temperenz-Frauen am Bahnhof empfangen und als sie am Morgen auf stand, erklärte sie, die Wirthschaften in Ruhe lassen zu wollen, da sie allein sei. Sie weigerte sich, ihr Frübstück zu sich zu nehmen, da sie befürchtete, vergiftet zu werden,, anstatt dessen hielt sie eine Temperenz-Rede vor den Leuten, die sich vor dem Hotel angesammelt hatten. . Um zehn Uhr fuhr sie nach Ottawa. Sie erklärte, dort Freunde besuchen und sich einige Tage ausruhen zu wol len. Als sie sich nach dem Bahnhof begab, wurde sie von den Befiteni der bei den hiesigen Wirthschaften, einen an jedem Arm. nach der Station eskortirt. Eine große Menschenmenge folgte ihr johlend und schreiend. Als sich Frau Nation am Donnerstag Abend in Enterprise auf den Bahnhof begab, folgte ihr eine große Menschenmenge, die sie verspottete und mit Eiern bewarf; die Frau ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. A b i l e n e, Kas.. 26. Jan. Alle Diejenigen, welche in Enterprise Frau Nation angegriffen hatten, wurden am Freitag prozessirt und zu je $1 Strafe verurtheilt. Die Wirthschaften öffneten wieder ihre Thüren und machten gute Geschäfte. Einhaltsbefehle wurden von den Muckern gegen 8 Wirthe des Countys erwirkt, um sie zum Schließen ihrer Geschäfte zu zwingen. Die Temperenz - Organisation des Countys hat einen Kreuzzug gegen sämmtliche Wirthschaften des Countys .unternommen. Ottumwa, Kas., 26. Jan. Frau Carrie Nation erklärte hier am -Abend, daß sie allein keine Wirthschaf

'itn mebr anareifen aher krtkahrm

wuroe. gegen 'die Wirtyschasien zu agr tiren. Die Frau ist, offenbar in Folge der rauhen BeHandlungsweise, die ihr widerfahren,' eingeschüchtert worden. Sie hat ein blaues Auge und ihre Kleider sind von oben bis unten zerrissen und beschmutzt. Hinrichtung.' K o 1 o m a, Wash., 26. Jan. Mar tin Stickle wurde am Freitag in hie siger Stadt wegen der Ermordung von W. B. Shanklin bei Kalso, im Jahre 1899, durch den Strang hingerichtet. Stickle hat nicht nur dieses Verbrechen eingestanden, sondern auch freiwillig erklärt, om 23. November 1900 Cornelius Knapp und Frau ermordet und beraubt zu haben. Der Jndianer-Aufstand. Omaha. Neb.. 26. Jan. General Lee empfing einen telegraphischen Bericht vom. Leutnant Dixon. welcher die Schwadron Kavallerie, die nach dem Schauplatz der Jndianer-Unruhen ab gesandt ist, kommandirt. Leutnant Dixon erklärt die bisherigen Berichte über die Unruhen für start übertrieben. Er ist noch auf keinen feindlichen In dianer gestoßen und den Mittheilungen der dortigen Bevölkerung nach zu urtheilen, wird er überhaupt auf keinen stoßen. Irgend welche Gewaltthätigleiten sind von den Indianern nicht begangen worden. Der Bericht kommt aus Henrietta. welchen Platz Dixon im Laufe des Vormittags erreichte. South M c A l l e st e r. , I. T. 26. Januar. Neu: über den Aufstand wurde am Freitag nicht bekannt. Die Indianer verhalten sich abwartend. Wie man sagt, sind ihre Pläne von jemand verrathen worden, und sie wollen sich am Samstag auf eine andere Taktik tinigen. Die Choctaws haben keinen thatkräftigen Führer und sind nicht so gut organisirt wie di: Creeks. Es heißt daß am Samstag ein: große Versammlung der SnakeZ" stattfinden soll, doch der Platz wird geheim gehalten. Inner balb der Choctaw Nation hegen dieWei ßen keine Besorgniß für ihre Sicher heit. Crazy Snake. di: Seele des Auf siandes. sagt, daß er sich auf die regu lären Creeks ,v?r7ass.jene Jndiann, mit welchen der Originalvertrag abge schlössen wurde, und die Rechte, die ihn'in in diesem Vertrag von der Vun desregierung garantirt sei. würden sie niemals freiwillig aufgeben. Chief Porter, die Squaw-Männer und ihr Anhang erklärt er für Verräther an den Gesetzen und Traditionen de? Creeks, für welche e: und seine AnHänger ihr Leben einzusetzen bereit seien. Es heißt, daß Ex-Sheriff Stephen Roberts ebenfalls eine Bande unzufrie dener Indianer westlich von Atoka in der Choctaw-Station gesammelt hat. Unverantwortlich'esB e neh men eines Arztes. Apple ton. Wis.. 26. Januar. Hier herrscht große Aufregung, Angst und Entrüstung über die unverantwortliche Handlungsweise des bisher angesehenen Dr. H. G Rothermund, welcher absichtlich die Bevölkerung des ganzen Städtchens und des benachbar ten Green Bay der Pockengefahr aus setzte. Rothmund ist ein Augen- und Ohren-Spezialist und ist bekannt als Vertheidiger der Theorie, daß keine Krankheit ansteckend sei oder durch Keime weiter verbreitet werd? könne. Er bat kürzlich ein Buch veröffentlicht untr dem Namen Die mörderischen Hirngespinste der Aerzte". In der vergangenen Woche kam hier ein Pockenfall vor. Rothermund be trachtete dies als eine prächtige Gele genheit. die Richtigkeit seiner Theorie zu beweisen. Er hatte nichts Eiligeres Zu thun, als den Patienten zu besuchen und so lange seine Hände über die Pusieln des Vlatternkranken zu reiben, bis dies: barsten. Dann schmierte der Doktor das Ptckrnzift sich in's Gesicht, über seine Hände und Kleider. In diesem Zustande kehrte er nach Hause, aß mit seiner Familie zu Nacht und ging dann mit ungewaschenen Händen nach dem Merchants Club, wo er bis nach Mitternacht Karten spielte. Er gab sich die größte Mühe, mit allen Anwesenden in direkte Berührung zu kommen und seine schmierigen Hände aufzulegen. Am Dienstag Morgen begab sich Rother mund, ohne daß er sich gewaschen oder desinfizirt hätte, nach Green Bay. wo er einmal per Monat Augenkranke be handelt. Hier traf er viele Patienten und andere Leute. Die Sache wurde erst bekannt, als der Doktor von Green Bay zurückkehrte. Der Gefundheitsrath hielt eine Sitz ung ab. aber ihr Rechtsbeistand war der Ansicht, daß diese Behörde kein legales Recht hat. gegen Rothermund vorzugehen. Man hat nun nach dem Sekretär der staatlichen Gesundheitsbehörde gesandt und dieser wird heute oder morgen hier erwartet. - -Der. y.benaenannte .Club bst den

'Lloklor tn etner Epczialversammlunz ausgestoßen. Seine Kinder wurden aus der Schule verbannt, sein Sohn vom College ausgewiesen und die gan) ze Familie wird gemieden. Gegen dä? Haus ist Quarantäne verhängt. Du Aufregung ist groß und wenn weiter Blatternfällc ausbrechen sollten, wird der Doktor die Verantwortung über nehmen müssen. j Weibliche Rohheit. , Wichita. Kas.. 26. Jan. Frl. Pauline Lewelling, die Zweitälteste Tochter des Ex-Gouverneurs Leuxlling. wird die Spuren ibrer Einfüh rung in den Alpha Theta My-Verein der Wichita-Hochschule auf Lebenszeit in der Gestalt der drei oriechisch, Buchstaben auf der Stirne tragen. Die Buchstaben wurden ihr am Freitag Abend bei der Einführung mit Silber nitrat in die Stirn gebrannt und seit her hat sie ihren Pflichten als Lehreria nicht nachzukommen vermocht. Sie be findet sich in ärztlicher Behandlung und leidet große Qual, will aber die Ver über der Gemeinheit nicht blokstellen.

Professor Allen von der Hochschule legt der Affaire wenig Bcacktung bei. Die Wunden werden schnell geheilt sein und dann weht der Wind über die Geschichte." sagt er gleichgültig, aber verschiedene Mitglieder des Schulra thes sind darüber gewaltia. in Harnisch' gerathen und drohen, die Entlassung sämmtlicher Theilnehmerinnen an die ser wenig weiblichen Einführung" ver anlassen zu wollen. Mehrere andere junge Damen sollen von derGesellschast auf ähnliche Weise gebrandmarkt wor den sein. N e w ?) o r k. 25. Jan. Angekom men: Äugusta Victoria" von Ham bürg.

Aus derBttttdeshauptstadt 50 Jiüiipsj. 3o)cilc ,!.

Repräsentantenhaus. W a s h i n g t o n. D. C.. 25. Jan. Das Haus nahm am Freitag den Kon ferenzbericht über die Armeevorlage an, und zwar nach nur kurze? Debatte. Auch wurde die Marinevorlage defini tiv angenommen und es wurden außer dem noch 77 Prioat-Pensions-Bills an genommen. Senat. Senator Depew, von New Aork, hielt während des Tages eine lange Rede zu Gunsten der Schiffs-Subsidien-Vor-läge. Er machte geltend, daß die ameri kanische Handelsmarine nur durch die Gewährung von Subsidien wieder auf gebaut werden könne. Die Rede wurde im Ganzen sehr bnfällig aufgenommen. Mit dem Jndiancr-Etat wurde nur wenig Fortschritt gemacht. In der letz ten Stunde wurden eine Anzahl Pri bat-Pensions-Bills angenommen. Das schwimmende Trocken dock wird nicht gekauft. Die Marine-Bchörde, die ernannt worden war. um darüber zu berichten, ob es rathsam sein würde, das große aus Stahl konstruirte schwimmende Trockendock anzukaufen, das sich im Hafen von Havanna befindet und der spanischen Regierung gehört, erklärt in einem soeben eingereichten Bericht, daß es 500.000 kosten würde, das Dock gründlich zu repariren und nach den Ver. Staaten zu bringen, und sür diese Summe ein neues Dock gebaut werden könnte. Admiral Endicott hat dem Be richt die Erklärung hinzugefügt, daß' keine Nothwendigkeil vorliege, das Dock zu erwerben, und das Anerbieten der spanischen Regierung, das Dock an die Ver. Staaten zu verkaufen, deshalb zu rückgewiesen werden solle. Der Sekre tär Long hat diese Empfehlung gutgeheißen. Die Lancaster" nach Vene zuela beordert. Auf telegraphischen Befehl des Ma rinedepartemcnts hin ist das Schul schiff Lancaster" am Donnerstag von St. Vin'nt. Westindien, aus, nach La Guayra, Venezuela, abgegangen. DaS Kanonenboot Scorpion" ist am Don nerstag. von La Guayra kommend, in Curaao angekommen. Die Antwort Edward VII. Folgendes ist die Antwort, welche der Präsident McKinley auf seine an den neuen König von England gerichtete Kondolenzdepesche erbalten hat : Osborne. 24. Jan. 1901. An den Präsidenten, Washington. Jbre herz liche Sympathie bei dem unersetzlichen Verlust, der mich und di: Nation be troffen, hat mich tief gerührt. Ich war überzeugt, daß Sie und das amerikani sche Volk mit mir trauern würden. Edward R." 1

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