Indiana Tribüne, Volume 24, Number 128, Indianapolis, Marion County, 25 January 1901 — Page 1

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Jahrgang 24.

Indianapolis, Ind.. Freitag, den 25. Januar 1901.

No. 12

Die Thronöcsteiguttg ßdward VII. Mit uraltem Ceremoniell

In London proklamitt. Der Zicnig wieder in Bsbornc angekommen.

. Sie Beerdigung der Königin Victoria Findet am 2. Februar statt. I Die Lage in China. Russen und Briten haben Differenzen. Verschiedenes aus dem deutschen Stach. : Edward VII. zum König von Enaland auöae-

' rufen. L o n d o n, 25. Jan. Edward VII. wurde am Freitag formell zum König von England proklaniirt, und zwar mit demselben Zeremoniell, wie vor Hirn derten von Jahren die Thronbesteigung eines neuen Königs angekündigt wurde. Ungefähr 10,000 Soldaien, die GardeKavallerie und andere Regimenter, standen in den Straßen Spalier, durch die sich die Prozession bewegt?. Die Ceremonie begann im St.James Palast, wo um neun Uhr Edward VII. formell zum König von Großbritannien und Irland und Kaiser von Indien proklamirt wurde. Die Proklamation wurde von dem König-at-Arms William Henry Weiden verlesen. Der König war nicki anwesend, es waren aber eine große Anzahl prominenter Persönlichkeiten, darunter Carl Noberts mit seinem Stab und Gefolge und andere hohe Armee-Offiziere. anwesend. Vor und nack dem Verlesen der Proklamation wurden Fanfaren geblasen und die Kapelle der Foo! Guards spielte dann die National Hymne. Die Mitglieder des Haushalts des Königs sahen der Ceremonie vom Narlborough House aus zu. Auf dem Balkon, von dem aus man den FriaryHof überblickt, in dem die ProklamaHon verlesen wurde, befanden sich der Herzog von Norfolk und andereStaatsbeamte. Der Balkon war mit karmin rothem Tuch drapirt. In dem Hof des Marlborough House und in der Friary-Court standen ein? große Menge von Polizisten und Solbaten. Die Foot Guards standen di cekt unter dem Balkon. Die Zuschauer dersammelten sich schon zu früher Stunde und die Truppen kamen um zcht Uhr an. Kurz vor neun Uhr ritt Carl Roberts, in Feldmarschalls-Uni form und von dem ganzen Stab des Hauptquartiers begleitet, in d-n Hof nn. Sir Ercley Wood und neun HofWürdenträger erschienen gleichzeitig auf dem Balkon. Die Herolde bliesen dann eine Fanfare, worauf der Kinz-at-Arms" di: Proklamation verlas. Nachdem er geenbet, hob er seinen dreieckigen Hut in die Höhe und er rief mit lauter Stimme: Gs lebe der König." Das Volk stimmte ein. die Fanfaren schmetterten nieder und die Kapelle spielte gleichzeilig die Nationalhymne. Eine dritte Fanfare deutete an, daß die Ceremonie zu Ende sei. Die Hofwürdenträger begaben sich dann nach dem Gesandten - Hof. wo königliche Equipagen für ihre Aufnahme bereit standen. Unter Vorantritt der drei Kings-at-Arms. vier Herolde und ihrer acht Trabanten fuhren die Beamten dann nach der City, von einer AbTheilung Garde - Kavallerie eskortirt. 'Die mittelalterlichenKostüme derKings-at-Arms und Herolde waren von auher ordentlicher Pracht und strotzten von Gold. Die großartige Prozession bewegte sich über den Trafalzar Square und den Strand nach der Temple Bar. der Grenze der City of London, wo die Herolde, das uralte Ceremoniell befolgend, Einlaß verlangten, um der City'" oie Thronbesteigung des neuen Königs verkünden zu können. Früher stand an dieser Stelle ein altes Stadtthor, das aber abgetragen wurde. Jetzt sperrten acht Polizisten die Straße an dieser Stelle mit einer rothseidenen Schnur ab. Als die Pro Zession herannahte, ritt ein King-at-'Arms mit zwei goldbedeckten Trompetern heran, die ein Signal gaben, woraus der City - Marschall heranritt und nach Um Begehr der Ankömmlinge frug. Als die Antwort erfolgt war, erhielten die Herolde die Erlaubniß, di: City zu betreten und sie wurden dann formell von dem Lord - Mayor und den Sheriffs empfangen. Der Herold ixltö nur. auck liier die Proklamation.

iUU spielte die nalwnalyymnc und das Volk brachte Hochrufe auf den neuen König aus. Dasselbe wiederholte sich noch mehrmals, bis die Proklamaticn zum letzten Mal auf dem Platz vor der Bank von England und der Börse verlesen wurde. Der Zug durch die City war höchst pittoresk, da der LordMayors - Zug mit den eigenthümlichen Galawagen und seltsam gekleideten Reitern sich dem Zug der Herolde anschloß. Das zanze Ceremoniell erreichte :!n Uitoe, lnoem aus Verlangen oer. Lord - Mayors, der auf dem Balkon des Mansion House stand, die ganze, riesige Menge die Nationalhymne sang. Die Beerdigung der Koni gin. C o w e s. Insel Wight. 25. Jan. Es ist beschlossen worden, daß die Beerdigunz der Königin am 2. Februar vom Schloß zu Windsor aus stattfinden soll. Die Leiche wird am 1. Febr. nach Windsor gebracht werden. Es war der ausdrückliche Wunsch der Königin, daß ihr Begräbniß einen militärischen Charakter haben solle. Der König Edward, der Herzog von ?)ork. Prinz Christian von SchleswigHolstein, der Herzog von Sachsen-Co-bürg - Gotha und andere nahe Verwandte des Königs kamen am Nachmit tag in Osborne an, wo sie von dem Kaiser Wilhelm empfangen wurden. Als die königliche Jacht sich Cowes näherte, wurde ein Königs - Salut von 21 Schüssen von demPanzerschiff Australia" abgefeuert. Es ist noch nicht bestimmt, was der Kaiser Wilhelm thun wird. Cr wird dem Begräbniß beiwohnen, es ist aber möglich, daß er zuerst nach Deutschland zurückkebrt. Die kaiserliche Yacht ..Hohenzollern-, mit dem deutschen Kronprinzen an Bord, wird am Freitag hier erwartet. 'Kein Ministerwechsel. London. 25. Jan. Die Daily Mail" stellt in Abrede, daß ein Ministerwechsel bevorsteht. Ein solches Gerücht war im Umlauf und basirt ohne Zweifel darauf, daß Lord Salisbury sich bei dem Ableben der Königin von Osborne ferngehalten hat. Es wurde versichert, daß Edward VII. und Lord Salisbury nicht aus gutem Fuß miteinander ständen. Wenn das Parlament im nächsten Monat zusammentritt, muß es dem König ein: neue Cioilliste bewilligen. Die alte erlosch mit dem Tode der Königin. Die Radikalen werden wahrscheinlich versuchen, die Civilliste herabzusetzen, im Allgemeinen scheint das Parlament aber für eine Erhöhung zu sein, da die von der Krone aufgegebe nen Güter bedeutend an Werth gewonnen haben. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 25. Januar. Bei einer Versammlung des Deutschen FlottenVereins erklärte der Vorsitzende. Fürst Mied, daß sich die Mitgliederzahl im Jahre 1900 von' 246,967 auf 599,141 erhöht habe. In demselben Zeitraum seien von Mitgliedern der Gesellschaft

3600 Vorlesungen gehalten unv uver 60 Millionen Bücher und Pamphlete, zum größten Theil in Süddeutschland, vertheilt worden. Homburg. 25. Jan. Das Befinden der Kaiserin Friedrich ist ein befriedigendes. In der letzten Zeit hatte die Kaiserin keine Schmerzen zu erdulden. dies bedeutet aber keine Besserung. Die hohe Patientin erträgt indessen den Verlust ihrer Mutter mit große? Stärke. Berlin, 25. Jan. Großes Aufsehen erregen die neuesten Enthüllungen des Vorwärts" über den zweiten Brief des Kommerzienraths Bueck. aus welchem der Einfluß des Centralverbandes deutscher Industrieller auf die Regierung stark ersichtlich ist. Die Sache wirbelt mehr Staub auf. als die bekannte 12.000 Mark - Angelegenheit. Die meisten Zeitungen greifen den Han delsminister Brefeld an. der mit Bueck unter einer Decke stecke. Der Verkauf der dänish westindischen Inseln. Kopenhagen. 25. Jan. Wahrend der Budgetdebatte im Unterhaus des Parlaments kündigte der Vorsitzer des Finanzausschusses an, daß die Ma jorität des Ausschusses den Verkauf der dänisch-westindischen Inseln an die Ver. Staaten befürworte, wenn dies unter befriedigenden Bedingungen geschehen könne. Er fügte hwu. dak vom rein wirthschaftlichen Standpunkt aus es rathsam sein würde, die Inseln zu verkaufen, da sie das Land mehr ko steten, als sie werth seien. Aus China. Shanghai. 20. Jan. Vor einiger Zeit wurde das britische Kanonenboot Plover" nach den Blonde-Jnseln. östlich von Liao Tuing. neschickt. um die dortigen Piraten zu unterdrücken, die in der unverschämtesten Weise die chinefischen Handelsfahrzeuge ausgeplündert und viele Mordthaten begangen haben. Es gelang dann .auch.dem Ka

nonenooor. oie.Plrattn-U)lcyunttn zu zerstören. In Verbindung mit dieser Angelegenheit hat , nun der russische VizeAdmiral Aleriew ein Schreiben an den britischen Admiral Seymour gerichtet, in dem er a?qen dis Vorgehen der Briten protestirt, erklärend, daß die Inseln in russischem Gebiet lägen. Zum chlun. ocuZle er die Hoffnung aus, daß Admiral Seymour sich dieser Ansicht anschließen würde. Admiral Seymour antwortete, er wisse zwar, daß Port Arthur und Talien Wan russisches Gebiet seien, davon aber, daß auch die Blonde-Jnseln in. russischem Gebiet lägen, sei ihm nichts bekannt und er könne sich deshalb den Ansichten des Admirals Aleriew nicht anschließen. Alles, was er tbun könne, sei. seine Regierung von der Angelegenheit zu benachrichtigen. Admiral Seymour ist der Ansicht, daß die Ansprüche Rußlands auf Insein, die 90 Meilen von Port Arthur entfernt liegen, energisch zurückgewiesen werden sollten, da. wenn die Gültigkeit dieser Ansprüche zugestanden wurden, Rußland naturgemäß auch Anspruch auf die Niatato-Gruppe erheben würde, die viel näher liezt und sich über den ganzen Golf von Pe Chi Li erstreckt. In diesem Falle würde Nußland die Schifffahrt im Golf vollständig beHerr schen. Tien Tsin. 23. Jan. In hiesiger Stadt werden bereits Vorkehrungen getroffen, um im Frühjahr all die Truppen unterbringen zu können, die von Peking zurückerwartet werden. Die Truppen werden in der Umgegend der Stadt lagern, bis sie nach und nach eingeschifft werden. Große Vcrräthe von Eis werden angesammelt. Berlin. 25. Jan. Das Auswär. tige Amt bestätigt die Nachricht, daß 25,000 chinestfchReguläre in der Näh: der französischen Truppen, bei Pao Ting Fu, aufgetaucht seien, die Chine sen haben aber soweit noch keine feindseligen Handlungen begangen. Von hier aus werden 16,000 LederKissen für die deutschen Truppen nach China geschickt werden. Diese Kissen werden an den Tornistern befestigt und verhindern die lästige Reibung beim Marschiren. Vom französischen Parlam e n t. Paris. 25. Jan. Herr Losies, Anti-Semit. opponirte am Donnerstag in heftiger Weise dem AssociationsGesetz. Er vertheidigte die religiösen Orden und griff die Protestanten und die Juden, von denen er behauptete, daß die Vorlage von ihnen ausgegan gen sei, in der heftigsten Weise an. Die allgemeine Debatte wurde dann geschlössen und mit der Erwägung der -.knielnen Varagraphen begonnen. Der Zar nach Petersburg a b g e r e i st . 'S t. P e t e r s b u r g . 25. Jan. Der Zar fuhr am Donnerstag mit seiner "icht nach Sebastopol. wo er sich am Aoend an Bord des bereitstehenden Spezialzuges begab, der ihn nach St. Petersburg bringen wird. Verheerender Orkan. Trondhjelm, Norwegen, 25. Januar. Bei einem Orkan, der hiesigen Platz am 22. Januar heimsuchte, kamen 35 Personen um's Leben. Sechzig Boote gingen im Hafen unter und acht Häuser wurden zerstört. Gewaltsam abgeschoben. M a n i l a , 25. Jan. General MacArthur hat Befehl erlassen, daß der Herausgeber des Marine-Journals Daily Bulletin". George T. Rice. nach den Vereinigten Staaten zurückgesandt werden soll und Rice wird am Montag mit der Pennsylvania" abgeschoben werden. Der Befehl schildert ihn als einen ..gefährlichen Aufwiegler" und seine Anwesenheit als eine Bedrohung der militärischen Lage. Rice's Vergehen bestand in der Veröffentlichung von Anschuldigungen, daß Leutnant-Commander Vraunersreuther. der Hafenkapitän exorbitante Lootsen- und Hafengeollhren verlangt und einen Theil derselben eingesteckt habe. Bei tut Untersuchung durch den General-Jnspektor Major Miles erwiesen sich diese Beschuldigungen als durchaus unhaltbar und völlig aus der Luft gegriffen, da dieselben auf Aussagen einiger Kaufleute hin gemacht waren, die sich über die Höhe der zu berechnenden Gebühren falsch informirt hatten. Rice wurde zum, Hauptquartier des General-Gouverneurs befohlen und sollte dort versprechen, keine derartigen Artikel mehr zu veröffentlichen. Dies weigerte er sich zu thun und bestand darauf, daß diese Publikationen den Thatsachen entsprächen. Auf die Drohung mit Ausweisung antwortete er in trotziger Weise, worauf der Befehl zu seiner Ausweisung erlassen wurde. Rice kommt Llls Redwing, Minn. m i i A. I. Lauck Leichenbestatter, 1024 Süd Meridian Str. Tel. 648.

DerIndiancr-Anfstattd , Droht gefahrlich zu wer-den.

Bundes - Truppen dem Marschall Bennett zu Hilfe geschickt. Der Temperenz - Krieg in Kansas. EineZvcibcrchlacht in den Ztra fielt von Enterprise. Frau Carrie Nation durchgepeitscht. Die Mörder deö Farmers Lcntz In BloominIwn, Jnd , nur des Todt schlags schuldig bekunden. TaS Testament Oswald Ottcndorfer's. DerAufstand der Jndian e r. Muskogee. I. T., 25. Jqn. D?? Aufstand der Creet-Jndianer 'mm.-.'.t gefährliche Dimensionen an. Marschall Bennett hat soeben eine Meldung von Aristow erhalten, daß 600 feindliche Creek-Jndianer zwei Meilen von der Stadt entfernt sind und sich zu einem Angriff auf dieselbe rüsten. Der Mayor der Stadt bitte um sofortige Schutzmaßregeln. Marsckall Bennett und Jndianer-Agent Shoenfeldt haben eine große Anzahl von Hilfsmarschällen angestellt und nach dem Schauplatz der Unruhen abgeschickt, doch fürchtet man. dieselben werden zu spät eintrefsen und der Mayor von Aristow ist telegraphisch angewiesen worden, so viel Mannschaft wie nöthig unter Waffen zu stellen, um die Stadt zu beschützen. In aller Eile werden auch Truppen von Fort St. Remo nach dem Schauplatze des Aufstandes entsendet, doch können dieselben Aristow vor morgen Abend nicht erreichen, da sie per Bahn nur bis Henrietta und von da aber Ll'eri Land befördert werden müssen. Jndianer-Agent ' Shoenfeldt wird mehr Truppen erhalten, da eine Kompagnie Kavallerie durchaus unzureichend ist. Die Indianer theilen sich in mehrere Abtheilungen von je 100 Mann. , Marschall Bennett hat sich mit sechs Hilssmarschallen nach Eufala begeben, wo der Häuptling Crazy Snake gesehen wurde, und'er wird versuchen, ihn zu verhaften. Die Snake"-Bande steht ebenfalls innerhalb dreier Meilen von Bristow und die Kerle sollen zwei weiße Ansiedler durchgepeitscht haben. Die Daws-Kommission ist um diejeni gen ihrer Landvermesser besorgt, welche sich unter Führung des Repräsentanten Hackbush von Leavenworth, Kas.. im Watumpka-Distrikt befinden. Seit zwei Tagen hat man nichts mehr von denselben gehört. Der Temperenz,-Krieg in K a n s a s. Enterprise. Kas.. 25. Januar. Am Donnerstag fand hier ein Straßenkampf zwischen Frauen statt, der die ganze Stadt in die größte Aufregung versetzte. Von den zwei Parteien, die sich bekämpften, wurde die eine von der Temperenz-Fanatikerin Frau Carrie Nation angeführt, und die andere von Frau John ' Schilling, Gattin des Mannes, dessen Wirthschaft Frau Nation am Mittwoch Abend zerstört hat. Die Folge war, daß Frau Nation Verhaftsbefehle gegen Herrn und Frau Schilling und Frau Rittner erwirkte, die sie des thätlichen Angriffs beschuldigte, während der Mayer Hoffman Frau Nation wegen Friedensstörung verhaften ließ. Alle wurden veryaftet, später aber wieder gegen Bürgschuft freigelassen. Um 10 Uhr am Donnerstag Vormittag begab sich Frau Nation in Be gleitung meh'. :rer anderer Temperenzweiber in einen neben Wm. Shook's Wirthschaft gelegenen Laden. Frau Nation ließ Shook, dessen Wirthschaft soweit noch nicht lelästigt worden ist, rufen, wahrscheinlich um ihn zu warnen. Der Mann stellte sich auch ein, ehe aber viele Worte gewechselt werden konnten, wurde Frau Nation von einer Anzahl Frauen angegriffen und eö kam zu einer allgemeinen Keilerei zwischen den Frauen. Eine dicht verschleierte Frau bearbeitete dabei mit einer Reitpeitsche ganz gehörig die sich kräftig wehrende Frau Nation. Die Männer, die den Kampf herbeigelockt hatten, nahmen in keiner Weise Partei und sahen ruhig zu. Die Ruhe wurde erst wieder hergestellt, als die Polizei sich .einmischte. Frau Nation wurde ziemlich erheblich verletzt. Mm Nachmittag bereits wurde Frau VÄL?. von dez. Anklage, den Frieden

gestor:' zu yaven, sreigesprocyen, und die Fälle gegen die drei Personen, die auf Veranlassung der Frau . Nation verhaftet wurden, sind auf Freitag verschoben worden. Frau Nation will die Frauen auch noch wegen Mordangriffs verhaften lassen. Sie ist keineswegs erbaut von ihren hiesigen Erlebnissen, erklärt aber, mit der Zerstörung von Wirthschaften fortfahren zu wollen. Gut davongekommen. B l o o m i n g t o n. Ind.. 25. Jan. Gaines und Thomasson. die jungen Mörder des Farmers Lentz. wurden am Freitag von einer Jury des Todtschkags schuldig befunden. Die Strafe dafür ist zwei bis zwanzig Jahre Zuchthaus. Die beiden Männer wurden sofort in'S Gefängniß zurückgebracht, da der Wahrspruch gestern Unwillen erregt hat und man ein Lynchgericht befürchtet. Gaim?s und Thomasson hatte John Lentz vor einem Jahr in Lawrence in überaus brutaler Weife ermordet, als er sie dabei erwischte, wie sie ihm ein Pferd mit Wagen stehlen wollten. Ottendorfer's Testament. New Y o r k. 25. Januar. Das Testament des verstorbenen Oswald Ottendorfer. des Eigenthümers der N. I. Staatszeitung", wurde heute im Nachlaßgericht ci7.gereickt. Die Aktien der ..N. Y. Staatszeitungvermacht der Testator seinen drei Stieftöchtern Ema Schalk, Mathilda von Reidcnstein und Anna Woerrishoffer. Folgende Legate sind ausgesetzt: Der Freien Bibliotlie! von New York. ?20,M: den Vereiniqten Un-terstühungs-Anstalten der Gesellschaft für Ethische Kultur, 10.000; der Wohlthätigkeits-Gesellscbaft der Stadt New York. 910.000;' der Cooper Union" $20.000; dem Deutschen Hospital und der Klinik. 20.000; der von seiner verstorbenen Frau gegründeten Jsabella - Heimath. 100.000; dem Deutschen Frauenverein zur Unterstützung armer Wittwen und Kran-

ken. Z10.000; ledem Angestellten der Staatszeituna". welcher über ein Jahr dort beschäftigt ist. den Pro-Ra-ta-Antheil an einer Gesammtsumme von $50,000. der ihm nach der Höhe seines Salärs zukommt; dem Ameriramschen Naturgeschichtlichen Museum, $25,000. Unglücksfälle. Piqua. Ohio. 25. Jan. Das einjährige Kind von George Sheppard wurde von einem wüthenden Hunde angegriffen und beinahe zerrissen. Frau Anna Ludwick wollte ihre beiden jungen Kindern ein antiseptisches Bad geben und benutzte dazu eine zu starke Lösung von Karbolsäure, wodrck, die Kleinen an der Brust und im Rücken schwer verbrannt wurden. Die Kinder verfielen in Krämpfe und ihre Lage ijj besorgnißerregend. D i e V i n c i a" xn vzetv üj l e a n s. New Orleans. 25. Jan. Das von den Deutschen von New Orleans mit Ungeduld erwartete deutscheKriegsschiff Vineta". von Kapitän Da Fonseca befehligt, ist hier eingetroffen. Es wird bis nach dem Monate März in New Orleans bleiben. Es hat eine Bemannung von 400. Bekanntlich sind großartige Vorbereitungen von den hiesigen Deutschen getroffen, um die Offiziere und. Bemannung der Vme ia" würdig zu empfangen und für die Ehrung und Unterhaltung derselben während ihres hiesigen Aufenthalts ist ein umfassendes Programm aufgestellt. Die Einladungen der verschiedenen Vereine werden dem Kommandeur der Vineta" unterbreitet werden und wenn derselbe keine Einwendungen dagegen erhebt, was nicht anzunehmen ist, wird sich das Deutschthum von New Orleans als vollendeter Gastgeber erweisen. Für die ersten Tage des Aufenthalts der Aesucher ist Alles bis auf's kleinste Detail vorbereitet und für avez Spätere sind die Arrangements in lebhaftem Gange. Soweit das Programm festgestellt werden konnte, wird es in folgender Weise vor sich gehen : Samstag, Bankett ; Sonntag, Feier auf dem Schiffe und in der Odd Fellows-Halle bei den Rheinpfälzern für einen Bruchtheil der Mannschaft; Montag, Fest des Quar-tett-Klubs in der Odd ellows.Hallez Diensstag. großer Militärball in der gleichen Halle; Mittwoch. Bankett, gegeben von Kommandant Selfridge von der Bundes-Marine. Selbstverstandlich werden die Wogen der patriotischen Begeisterung der hiesigen Deutschen während der für die Offiziere und Bemannung der Vineta" anberaumten Festtage hoch gehen. m Die Warting Jron & Sieel Company in Jronton hat eine jährliche Dividende von 50 Prozent erklärt. Im Ganzen 200.ProLent seit Mai 1899.

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Repräsentantenhaus. Washington, D. (I., 24. Jan. Das Haus hatte während des ganzen Tages die Marine - Vorlage in Erwägung, die bis auf einen Abschnitt auch ganz erledigt wurde. Der auf die Ver mehrung der Flotte Bezug habende Pa ragraph wurde wie vom Kommittee eingereicht, angenommen. Es sollen dem nach zwei neue Panzerschiffe und zwei große Kreuzer gebaut werden. Der starken Vermehrung der Flotte tourdf von verschiedenen Repräsentanten opponirt. und Cannon von JllinoiS warnte gegen jede wehere Erhöhung deö Marine - Budgets, das in den letzten Jahren viel zu schnell angewachsen sei. Er sagte, daß mit den diesjährigen Ver Willigungen für die neue Flotte $310, 000,000 ausgegeben sein würden, und es sei jetzt Zeit, einzuhalten. Senat. Der Senat beschäftigte sich mit dem Indianer - Etat, machte aber nur mäf ßigen Fortschritt. Das Ereigniß deö Tages war ein heftiger Angriff Seitens des Sen. Pettigrew auf die Dawes Indianer Kommission, der er Extravaganz vorwarf und von der er erklärte, daß sie wenig für das ausgegebene Geld leiste. Der Senator fügte indeß hinzu, daß er nicht die Absicht habe, gegen die Vorlage zu flibustiren. Die Schiffssubsidienvorlaae wurde nicht aufgenommen, am Freitag wird aber Sen. Depew eine Rede über die Vorlage balten, die dann den Verwilli- ' gungs - Vorlagen Platz machen muß. Am Anfang der Sitzung nahm der Senat die Pettigrew - Resolution an, in der vom Kriegssekretär Auskunft über die Deportation des Philippinenführers Mabini nach Guam verlangt wird. Die Kriegs st euer - Reduk-tions-Vorlage. Senator Abrich, Vorsitzer des Finanz'Kommittees vom Senat berichtete am Freitag die Kriegssteuer - Reduktionsvorlage an den Senat zurück. Das Kommittee berichtete ein vollständiges Substitut für die vom Haus an genommene Vorlage ein. Senator Al Stich erklärte im Einzelnen die vorg; nommenenVeränderungen, die ungefähl folgend- sind: Stempelsteuern aufgehoben fürWech sel, Hypotheken, Frachtscheine für den Export. Vollmachten. Proteste. Charte, Party, Zertifikate aller Art, Miethkon, trakie. Lagerscheine, telegraphische De peschen. Telephonbotschaften, Passage Billets, die weniger als $30 kosten, Expreß - Quittungen, Frachtquittun gen, Bonds, auszenommen Jndemnt täts - Bonds. Ferner werden steuer frei Vermächtnisse für religiöse, wohl thätige, literarische oder erzieherisch! Institute. Spezial - Steuern aufgeho ben: kommerzielle Makler. Steuern re duzirt: Uelxrtragungen, Versicherung Bankiers, Patentmedizinen, Zigarren, Tabak und Vier. Die Reduktionen werden im Ganze beinahe $40.000,000 betragen, etwal weniger wie die in der Hausoorlage vor geschriebene Reduktion. .Eine Einladung an den ' Präsidenten. Unter den Besuchern im Weißes Haus, am Donnerstag, befand sich auq Kapt. O. I. Humphrey von San Fram cisco. ein Spezial - Abgesandter dez California Commandery No. 1 dez Tempelritter von San Francisco, des dcm Präsidenten McKinley eine Einlat dung von der Commandery überbrachte ihr bei seiner Reise nach der Pacifics Küste, im Frühjahr, einen Besuch abzu statten. Diese Einladungskarte ist wohl di, kostbarste, die je dem Präsidenten über reicht worden ist. Sie besteht aus txnti Platten solidem Gold. 3j bei 5z Zoj groß und uagesähr i Zoll dick. In dn oberen rechten Ecke befindet sich tt eaillirtes Malteser - Kreuz mit deq Jnsignien des Ordens und einem unge fahr ein Karat wiegenden Diamante in der Mitte. Die Einladung an den Sir Knight McKinley" ist sehr schön in die Karte ; eingravirt. und befindet sich in einertz eleganten Etui. Es ist wahrscheinlich, daß der Präsu dent die Einladung annehmen wird. Die Hill'sche Miinzvor ' läge. Mit einem Parteivotum von 9 ae gen 6 Stimmen beschloß an Donnerst tag der Hausausschuß für Münzwe sen. die Vorlage des Repräsentanten Hill von Connecticut empfehlend an das Haus zu berichten, derzufolge bet Silber-Dollar auf Pari mit Gold i halten werden soll.

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Veite 4.

Weitere Depeschen aus

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