Indiana Tribüne, Volume 24, Number 127, Indianapolis, Marion County, 24 January 1901 — Page 7

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Jndiana Tribüne, 24. Januar 1901.

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Argusnugen. RrmanvcnPaul Oskar Höcker. (Fortsejung.)

"Sjx. 'y eim wmlic ocm ?cunr:u2, bem er mit flüsternder Stimme einen Auftrag ertheilte. Der Gcrichtsbote irirttc und verfügte sich nach fccin Zeugenzzmmer. Während der Vernehmuna des nach-

S sten Äeuaen. des Vortiers Lüttke.

kehrte der ?!untius schon wieder zu dem Vertheidiger zurück. . Theo Hüttl," der. traurig vor sich niederstarrend. d:n Darstellungen der . Zeugen lauschte, bemerkte nicht, daß sein Vertheidiger lautlos von seinem Zltveischwand, '"Dr.'Veims oegao nr? aus ven Jeycn nach der Thür des Zeugenzimmers. In dem Augenblick, in dem er die Thür öffnete, drang ein ziemlich lebhaftes Durcheinander aus dem Nachbarraume ' iv den Saal. Sofort verstummte es . aber wieder; denn rasch zog Helms die Thür hinter sich zu. " Felicia war eingetroffen! Aber in welch' einer Verfassung! Helms erkannte sie kaum wieder. Er hatte die junge Frau kennen gelernt.als sie nochleidendauf dem Siech bett lag. Ihre Stimme war matt und - tonlos, ihr Blick farblos gewesen; er

l hatte in ihr ein hilfloses, schier georoh je ? (n.r. .s

Uj(ilt9 -coctu iimicii yticiui. Nun sah er mit einem Male ein lei denschastlich erregtes Weib vor sich. Felicia erschien ihm größer, bedeutender. Sie war nicht mehr Dulderin sie erschien ihm als Kämpferin, Rächerin! Die junge Frau hatte in großer Hast ihre Tante, die sie mit Vorwürfen über ihre geheimnißvollen, becngstigenden Gänge empfing, begrüßt; soeben verschwand sie aber wieder an Vif V A hnn lsijilf' T!.(inn?.

i,llit Wll OUlll S -OllCl IIC JIS U " collcaen in dem Zimmer der Vertheidi,

ger. Bestürzt fragte auch Helms die Gattin seines Clienten nach dem Grund ihrer auffälligen Verzögerung, 5.b:r Felicia ertheilte ihm keine Antwort, bat ihn nur. in den nächsten zehn Minuten aufmerksam Zuhöre? zu sein. An den Collcgen ihres Mannes sich

wendend, begann sie dann: (Können Sie sich entsinnen, an wel- ' chem Tage mein verstorbener Vetter sich bei der Gesellschaft Hammonia" verl sichert hat?"

Gewiß ; eö ist verschiedene Male von dieser Angelegenheit die Rede geWesen. Stanway selbst hatte 'uns An- ' zeige von dem gewaltsamen Ende seins Compagnon erstattet. In solchen Fällen Pflegen wir nämlich zumal . wenn die Versicherung noch nicht unantastbar ist, d. h. noch nicht länger als drei Jahre besteht gerichtliche Erhebungen auch unsererseits anstellen zu lassen. Stanway erleichterte uns i dies wesentlich dadurch, daß er er- ; Härte, das versicherte Capital erst dann erheben zu wollen, wenn die gerichtliche Untersuchung völlig beendigt sei. Ich fand dies correct und willigte selbstverständlich ein. da die. Police erst vom September vorigen Jahres da- ' tirte. Ende März wäre die zweite 5albjahrrate der Policengebühr fällig geworden." Also Ende September vorigen Jahres fand die Versicherung statt. Wissen Sie vielleicht, ob mein Vetter damals persönlich in Berlin erschien?"

I j Ich war damals noch Generalagent il einer anderen Gesellschaft, habe also S keine persönliche Erfahrung. Wohl

aber las ich in den letzten Tagen vor meiner Abreise hierher noch einmal den Versicherungsantrag Beyer's durch, der in seiner persönlichen Anwesenheit im Bureau der Hammonia" Unter v . n " on . f ...f.

i oen inocn in einu aujgcHuiauicu Mf wurde.-

Felicia athmete ties aus. Stimmt es, daß Medicinalrath Dr. Katz in der Kronenstraße die körperliche Untersu. chung des Versicherungs - Aspiranten vorgenommen hat?" Der genannte Herr ist von der Hammonia" hierfür ein für alle Mal anaestellt." Und stimmt es auch, daß der erste Buchhalter Ihrer Firma, ein Herr

fl Neubring, bei dem Abschluß der Police

zugegen war i Auch diese Frage muß ich bejahen;

denn zufällig erinnere icg miaj, uu der Antrag auf die Versicherung von

Herrn Neübring gegengezeichnet ist." ) ' Ich habe an die beiden Herren eiI f mm . . , f Y. .! Jtm. 11

genmachtig das riucyen geriet, heute zur Verhandlung zu erscheinen. Ich bitte Sie, Herr Direktor, um Verzeihung, wenn ich Herrn Neubring dazu gezwungen habe, in Ihrer Abwesenheit sich einen Urlaub selbst zu bewilligen; aber vielleicht hängt von seinem Erscheinen Ehre und Leben meines Gatten ab." Aber so erklären Sie sich doch deutlicher. gnädige Frau!" beschworen sie die beiden Männer. ' Nur so viel will ich Ihnen verra'.tben. dak mein Vetter in der genann-

hitn Zeit September vorigen Jahres üf in Berlin nicht gewesen sein

kann." . . v w Aber wenn Herr Neubrrng und der ZNedicinalrath doch selbst. . ." Lassen Sie mich kurz sein. Ich muß meine Fassung und meine Gelstesgegenwart für meine nachhenge Vernehmung bewahren. Nur noch eine ftrctqe. Herr Director. Ich habe die

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cciccn Herren yeu:e sruy um luttiuyr vom Bahnhof abgeholt und mit ihnen bis zu dieser Minute eine lange Besprechung am Thatort gehabt. Die Herren sind gleich mir der Ueberzeugung. daß der Betreffende, der sich im September vorigen Jahres in Berlm als der Referendar Fritz Beyer ausgewiesen hat. nicht mein Vetter war. Denn der lag damals drei Wotfen lang hier im Elisabeth-Kranken-laus an einem Lungenleiden schwer krank darnieder.- ' Aber ich weiß nicht, wie das mögsich sein sollte! Die Legimation pflegt U uns sehr genau geprüft zu werden. Uebrigens brachte der Aspirant damals auch gleich einen Ausweis mit, der die Höhe der Versicherung rechtsertigt!" Felicia sah ihn forschend an. Und dieser Ausweis bestand in einem Schreiben des Herrn Rechtsanwalt Kleist?" . , Allerdings. Soviel ich m.cn entsinne, war diesem Schreiben eine Art Schuldvertraq beigefügt, in dem sich RechtscmwaltKleist verpflichtete. Herrn Fritz Beyer zur Fundirung des Dc-tective-Jnstituts Argus" die Summe d?n einmalhundertfiinfzigtausendMark gegen dreieinhalb Procent Zinsen baar zu leihen, falls Herr Beyer ihm zur Sicherheit eine LebensversicherungsPolice in der genannten Höhe verpfändete. Dieser Vertrag war gestempelt die Unterschriften waren bc?lo.ubiat." uno o'ocy yat man die Gesellschaft Hammonia" getäuscht!" sagte Felicia ernst und bestimmt. Sie wissen", fuhr sie, zu dem bestürzt lauschenden Helms gewandt, fort, daß Beyer auch bei der Gesellschaft Polarstern" versichert war. nicht wahr? Nun. damit hatte es seine Richtigkeit. Diese Police nahm mein Vetter im Betrag von fünfzehntausend Mark auf Grund des Eontractes mit Herrn Kleist auf. Die Null hinter der Ziffer 15.000 ist aber nachträglich hinzugesetzt worden von Einem, der sich während der Erkrankung meines Vetters mit Leichtigkeit in den Besitz der LegitimationspaPiere Fritz Beyer's zu setzen wußte und der übrigens an dem Tode meines ZLetters ein ganz besondes großes Interesse haben mußte und dies ist Stanway!" Die beiden Herren fuhren zurück und sahen die junge Frau ungläubig an. Sie wollten hastig noch weitere Fragen thun; aber in diesem Augenblick ward die Thür ausgerissen, und der Nunitus rief'in's Zimmer: , Frau Zeugin Felicia Hüttl!" Einen Augenblick nur zögerte Felicia. Die gewaltige Erregung schien ihre Kräfte zu übersteigen. Doch schnell faßte sie sich und folgte dem Gerichtsboten. Große Bewegung erregte ihr Eintritt in den Gerichtssaal. Vor ihren Blicken flimmerte es. Sie schien eine Sekunde lang wie betäubt, als ihr irre über die Kopfreihen gleitender Blick plötzlich an dem wachsbleichen Antlitz ihres Gatten haften blieb. Sie faßte nach dem Arm des Beamten, der sie stützen mußte. Auch Theo befand sich in namenloser Aufregung. Mit großen, glänzenden Augen verfolgte er die schlanke, schwarze Gestalt, die langsam, fast feierlich, an die Schranken herantrat. Frau Felicia Hüttl!" sagte der Präsident. Als Gattin des Ang:klagten steht es Ihnen frei, die Aussage zu verweigern." Ich will jede Frage gewissenhaft beantworten!" kam es fest, wenn auch etwas dumpf von ihren blutleeren Lippen. . Wir nehmen von Ihrer Vercidigung selbstverständlich Abstand!" fuhr Werner fort. Aber erzählen Sie uns nun ganz ruhig Ihre Erlebnisse an jenem Morgen." Athemlos lauschte das Auditorium. Felicia schilderte ihren Aufbruch von Uhlenhorst, ihr Zusammentreffen mit Theo, den gemeinsamen Weg nach den Großen Bleichen. Ein Summen störte die Sprecherin ; der Präsident gebrauchte die Glocke. .In Ihrer brieflichen Darstellung lautet die Sache aber ganz anders!" bemerkte der Staatsanwalt scharf. Damals gaben Sie an. Zeugin, mit dem Angeklagten erst um halb sieben Uhr zusammengetroffen zu sein." Antworten Sie darauf!" sagte der Präsident, der sich etwas ungnädig nach dem öffentlichen Ankläger umgesehen hatte. Ich schrieb jenen Brief unter einem persönlichen Zwange!" erklärte Felicia fest. Und wer hat diesen Zwang auf Sie ausgeübt. Zeugin?" fragte der Staatsanwalt. Der Landgenchtsdirector gebrauchte abermals die Glocke, da das Publikum unruhig ward. Er erhob sich und wechselte mit dem Staatsanwalt ein paar kurze Worte. Anscheinend verbat er sich die fortgesetzten Eingriffe in die Führung der Verhandlung. Jenen Zwang hat der Compagnon meines erschlagenen Vetters auf mich ausgeübt. Mr. Stanway!" sagte Felicia. Er bewies mir die Schuld meines Gatten oder vielmehr er jagte mir die Furcht ein. daß mein Gatte, wenn der Verdacht sich, auf ihn lenkte, unrettbar verloren sei. Er steigerte meine Verzweiflung dadurch bis zum Wahnsinn. Er hatte es darauf abgesehen, mich in den Tod zu treiben." ..Beweaung im Auditorium': ein

spöttifches Achelzuclen oes 'Siaaisanwalts. Aber. Frau Zeugin", ermähnte sie auch der Präsioent. welches Interesse sollte Stanway hieran gehabt haden?" Es mußte ihm doch wohl darauf ankommen, daß die Untersuchung in dem Mordfall nicht ergebnißlos verlief. Er rechnete darauf, daß wenn ich meinem Leben ein gewaltsames Ende gemacht haben würde eines von uns beiden, entweder mein Gatte oder ich. des Verbrechens für schuldig gehalten werden mußte. Bon einem solchen Abschluß des Processes hing für ihn gar viel ab denn er war durch die Lebensversicherung seines Compagnons der reiche Erbe Beyer's! Ich bemerke", fiel hier der Staatsanwalt ein, daß dieselbe verschleierte Verdächtigung auch schon von dem Gatten der Zeugin, dem Angeklagten, vorgebracht wurde. Es wäre wohl nicht ausgeschlossen, daß eine vorherige Verständigung des Ehevaares stattgefunden haben könnte." Groß, fast majestätisch sah die junge Frau den Staatsanwalt an. Im Auditorium ward ein grollendes Murmein vernehmbar, das deutlich bewies, wie rasch sich die schöne, junge Frzu die Sympathie der meisten Anwesen den durch ihre klare, überzeugende Redeweise verschafft hatte. Ich habe Ihnen das Wort ertheilt. Frau Zeugin Hüttl," sagte der Präsi dent. damit Sie uns die Gründe nennen für Ihre Angabe, das Interesse Stanway's habe diesen auf Sie ausgeübten Zwang verursacht. Nun werden Sie aber doch wohl wissen, daß die mehrfach erwähnten 15.000 Mark schon beinahe aufgebracht waren ; das Fälligwerden der Versicherung brachte dem Compagnon Ihres Vetters also doch nur einen verhältnißmäßig sehr geringen Gewinn. Denn die 15.000 Mark flössen ja in die Tasche des Gläubigers. cnn RechtsanwaltKleist. zurück." Ich spreche von einer zehn Mal größeren Summe, Herr Präsident, einmalhundertfünfzigtausend Mark.die Mr. Stanway von der Hammonia" zu erwarten hatte." Ich bemerke, fiel hier der Vertheidiger ein, daß Mr. Stanway es durch ein seh geschicktes Manöver verstanden hat, die Erörterung dieses Punktes bei der Verfolgung des Thäters auszuschließen, indem er nämlich selbst dem Directorium Anzeige machte von dem gewaltsamen Tod. der eingeleiteten gerichtlichen Untersuchung und seiner Bereitwilligkeit, bis nach Schluß des Processes auf die Auszahlung Verzicht zu leisten." Es ist eigenthümlich", ließ sich Dr. Holzingen vernehmen, daß diese etwas weit hergeholten Dinge sich gerade gegen den einzigen abwesenden Zeugen richten. Die Absichten, die die Vertheidigung hierbei verfolgt, sind wohl lediglich dem Bestreben, eine Verschleppung herbeizuführen, zuzuschreiben." Wieder mußte der Präsident energisch eingreifen, um die Fehdesucht der beiden Parteien einzudämmen. Felicia erhielt nun wieder das Wort und unter dem verwunderten Geflüster der Menge entwickelte sie di: eigenthümliche Thatsache von dem Abschluß der Versicherung bei der Hammonia" zu einer Zeit, da ihr Vetter bettlägerig war. Sie hatte eine beglaubigte Abschrift aus dem Journal des Elisabeth-Krankenhauses mitgebracht, die sie auf den Tisch des Präsidenten niederlegte. Sie werden daraus ersehen, daß mein Vetter am Tage des Abschlusses der Police nicht in Berlin gewesen sein kann!" schloß sie mit erhobener Stimme. Und ich behaupte, daß derjenige, der einen solchen Betrug mit Raffinement sechs Monate vor dem gewaltsamen Ende .der versicherten Person in Scene gesetzt hat, zum mindesten ebenso verdächtig ist wie. . AthemloS brach sie ab. Es war daL erste Mal, daß sie ihren Gatten frei angesehen hatte. Das Blut schoß ihr nach den Schläfen; Helms, der ihre innere Erregung zu verstehen vermochte, sandte ihr den Boten mit einem Stuhl. - Der Präsident, der sich erhoben hatte. ließ sich vernehmen: Da dieser Punkt zur Klärung der Angelegenheit nicht unwesentlich beitrüge, so wird Wohl eine Vertagung doch nicht ausbleiben können; denn ich bin dafür, daß betreffs dieses Moments erst noch genauere Erhebungen vorgenommen und die Zeugen vorgeladen werden müßten." Felicia, die sich etwas erschöpft cesetzt hatte.erhob rasch den Kopf. Helms rief an ihrer Stelle: Die nöthigen Zeugen der Hammonia" sind im Saale anwesend!" Der Staatsanwalt legte seine UnZufriedenheit deutlich an den Tag, als der Landesgerichtsdirector Werner nunmehr die Herren von Hammonia" aufrufen ließ. Hüttrs Directionscollege erschien aus dem Zeügenzimmer, Dr. Katz und Neubring tauchten im Auditorium auf. Das Publikum folgte diesen Vorgängen mit lebhaftem Interesse. Der Medicinalrath, dem die Ab. schrift aus dem Journal vorgelegt wurde, erklärte sofort: Wenn Beyer damals, als ich ihn untersuchte, in diesem hohen Grade an den Lungen afficirt gewesen wäre, so hätte ich für die

j Annahme s.ei?e.s Versichrungsantra-

ges nicht stimmen können. Jcy om alio der Ueberzeugung, daß derjenige, der hier krank lag. und derjenige, den ich in Berlin untersuchte, nicht ein und dieselbe Person gewesen ist." Neubring wurde dann über den ihm vorgelegten Vertrag vernommen, den Beyer mit dem Rechtsanwalt Kleist abgeschlossen haben wollte. Kleitt. der nock mitten unter den

Zeugen saß, .erhob sich sofort, aus's

Aeußerste bestürzt, und rief: Aber das wäre ja ein Betrug, eine Täuschung gröbster Art gewesen, die ich meinem Freunde Beyer- nie und nimmer zutrauen kann!" Der Präsident prüfte, trotz aller

Einwände des Staatsanwalts, die An-

gelegenheit aufs Genaueste. Er bewunderte den Scharfsinn der jungen Frau, deren angestrengter geistiger Thätigkeit es gelungen war, eine solche höchst verdächtige Schiebung herauszufinden. Plötzlich wandte er sich an den Angeklagten: Nun, Sie selbst müssen aber doch anzugeben wissen, ob der Herr, der sich in Berlin für Fritz Beyer ausgab, thatsächlich der Ermordete war!" Theo Hüttl hob die Schulter. Ich habe die Leiche des Ermordeten ja nicht gesehen!" sagte er einfach. Und hatten Sie Beyer inVcrlin gcsehen?" Der Angeklagte verneinte. Aber am Tage vor seinem Tode haben Sie ihn doch zweimal gesehen einmal in seiner Wohnung und einmal im Alsterpavillon?" , Allerdings. Nachmittags sah ich den Vetter meiner Braut um zwei Uhr etwa, als ich mit ihm die mehrfach erwähnte Unterredung im Bureau des Argus" hatte." Helms war von seinem Platz aufgesprungen. Aber mein Client irrt sich da ganz entschieden!" rief der Vertheidiger. Denn ich entsinne mich genau, an dem genannten Tage bei einem ausgedehnten Frühstück im Meyerschen Austernkeller neben Fritz Beyer gesessen zu haben, mit dem ich ein bemerkenswerthes und mir genau im Gedächtniß haften gebliebenes Gespräch über die Kraft der Jndicienbeweise geführt habe." Der Angeklagte zuckte die Achsel und sah seinen Vertheidiger ruhig an. Ich kann nicht anders aussagen und ich täusche mich nicht daß der Herr, der mich im Bureau deö Argus" ziemlich lange warten ließ, sich mir als Be.yer vorgestellt hat." Als Hüttl nun sein Aussehen beschrieb, ging eine große Bewegung durch alle Reihen; denn er schilderte nicht Felicias Vetter, sondern dessen Compagnon. Wissen Sie denn einen Zeugen für die Unterredung anzugeben, Angeklagter?" fragte der Staatsanwalt scharf. Da meldete sich der Groom. der bis jetzt ängstlich in eineiEcke gesessen hatte, da ihm der Nuntius schon' zu wiederholten Malen angekündigt hatte, daß man ihn seiner Jugend wegen nicht im Sitzungssaal dulden und ihn nächstens vor die Thür setzen werde. Der Knabe sagte aus, daß er an jenem Mittag von den beiden Compagnons im Bureau allein zurückgelassen worden sei. Um zwei Uhr ungefähr er habe gerade sein mitgebrachtes Frühstück in der Küche verzehrt sei ein fremder Herr gekommen, der Herrn Beyer zu sprechen gewünscht habe. Heute wisse er ja den Namen. Damals habe er ihn aber nicht behalten können, und er habe -im Frühsiückskeller dem Mr. Stanway. der eilig auf ihn zugekommen sei, nur mittheilen können, daß ein err von einer Berliner Versicherungs - Gesellschaft zu Hause warte. Und war der Fremde der Herr da?" fragte der Präsident den Knaben. aus den Angeklagten deutend. Der Groom bejahte. Das Publikum folgte athemlos dem Gang der Verhandlung; nur bei einigen neuen, überraschenden Wendungen ging ein Flüstern und Murmeln durch die Reihen. Man merkte es allen Mienen an, daß man ahnte, der Proceß werde der sensationellen Färbung auch in seinem letzten Stadium nicht entbehren. Aber am Abend", nahm Werner wieder auf, müssen Sie doch herausbekommen haben, welcher von den beiden fremden Herren Stanway war?" Der Angeklagte zuckte die Achsel. Ich vermied es natürlich, nach dem Nachbartisch hinzusehen. Doch dessen glaube ich mich genau entsinnen zu können, daß Miß Worcester links von Beyer und rechts von einem mir sremden. Herrn saß." (Fortsetzung folgt.)

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