Indiana Tribüne, Volume 24, Number 127, Indianapolis, Marion County, 24 January 1901 — Page 1
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Jahrgang 24.
Indianapolis Ind., Donnerstag, den 24. Januar 1901.
No. 127
Kdward VII., Der citc König von Eng land.
Legt den Eid auf die Verfassung ab. Die Zeit der Deerdigung der Königin Victoria Vorläufig noch nicht festgesetzt.
Die Ankunft der fürstlichen Personen vom Kontinent
Muß erst abgewartet werden.
Verschiedenes aus dem deutschen Reich.
Nicsize Fcucrsbruust in Montreal. Edward VII.. der neue St ö n i g. 2 o n d o n , 24. Jan. Der neue König von Großbritannien und Kaiser von Indien kam am Mittwoch Nachmittag um 1 Uhr in London an und fuhr sofort nach dem Marlborough House. Auf der ganzen Strecke, von der Jictoria-Statlon bis nach dem Mcrlborough House stand schon vom frühen Morgen an eine dichtgedrängte Menschenmasse, die geduldig auf die Ankunft deZ neuen Königs wartete. Derselbe kam' schließlich, in tiefe Trauer gekleidet, in einem einfachen Brougham angefahren. Ein halbes Dutzend berittener Polizisten bildete den Vortrab der Prozession. Nach dem König kamen der Herzog von Aork. der Herzog von Connaught und andere Mitglieder der königlichen Familie. Es fanden keinerlei Demonstrationen statt, die Leute nahmen aber ehrerbietig die Hüte ab. als der König vorbeifuhr. Vom Marlborough House fuhr der König nach dem St. James Palast, wo er den Vorsitz bei der Versammlung des Geheimraths führte. Als der König in Felomarschalls-Uniform ankam, waren die Prinzen, die Minister. Pairs. Bischöfe u. s. w.. die den Geheimrath bilbin, bereits alle versammelt. Die Her zöge von Aork und von Eonnaught, Lord Salisbury. A. I. Balfour. der Herzog von Devonshire und viele andere prominente Persönlichkeiten waten anwesend, um der Eidesablegunz des neuen Königs beizuwohnen. Die Ceremonie wa? höchst interessant. Der König befand sich in einem separaten Gemach. Der Präsident des Geheimraths, der Herzog von Devonshire. benachrichtigte die Versammelten formell von dem Ableben der Königin Victoria und der Thronfolge ihres Sohnes, des Prinzen von Wales. Die Herzöge von Jork und von Eonnaught und einige Lords wurden dann beauftragt, sich zu dem König zu begeben und ihn zu benachrichtigen. Gleich darauf betrat der 5iönig den Versammlungssaal. wo er eine kurze Anspräche an den geheimen Rath hielt. Der König sagte Folgendes : Königliche Hoheiten, Mylords und Gentlemen ! Dies ist der traurigste Anlaß aus welchem ich Sie jemals anreden werde. Meine erste und traurigste Pflicht ist s, Ihnen den Tod meiner geliebten Mutter anzuzeigen und ich weiß, wie tief Sie und ganz England, und ich kann wohl sagen, die ganze Welt, in meinem schweren Verlust mit mir sympathisiren. - Ich brauche Ihnen wohl kaum zu sagen, daß ich unentwegt be strebt sein werde, in ihren Fußstapfen zu wandeln. Indem ich mein schweres und verantwortliches Amt übernehme, habe ich es mir zur festen Richtschnur gemacht, -ein konstitutioneller Souverän im voll sten Sinne des Wortes zu sein und so lange ich athmen kann, für das Gute und die Wohlfahrt meines Volkes zu 'wirken. Ich habe bi'schlonen. den Namen Ed'ward anzunehmen, welchen sechs meiner Vorfahren getragen haben. Ich thue dies nicht, weil ich den Namen Albert, den Namen meines unvergeßlichen gro ßen und weisen Vaters gering schätze, welcher mit seltener Einstimmigkeit als Alfred derGuie bezeichnet wird, sondern weil dessenNamen allein für sich bestehen bleiben soll. Zum Schluß hoffe ich. daß das Parlament und die Nation mich in den schweren Pflichten unter stützen werden, welche durch die Thron folge mir auferlegt sind und denen ich den Rest meines Lebens zu widmen ent schlössen bin. Der Lord-Kanzler. Lord' Halsbury. nahm dem König dann den Eid ab. Nachher legten auch die Mitglieder des Geheimen Rathes dem König den Treueid ab. Nachdem dieses geschehen, defilirten die Herren an dem König vorhei. wie bei einer Cour, nur mit dem ljntersied. daß jeder dem König
ine igunu tunie. Zeremonie er reichte damit ein End?. Um halb vier Uhr kehrte der König nach dem Marlborough House zurück. Diesmal wurde er aber überall mit Jubel empfangen. Um halb fünf Uhr begann die Artillerie im St. James Park einen KönigsSalut zu feuern, als Zeichen der Thronbesteigung des Königs. Das Parlament trat pünktlich am Mittwoch Nachmittag um vier Uhr zufammen. Im Unterhaus erhoben sich die sämmtlichen Anwesenden, die alle in Trauer gekleidet waren, als der Spreche? Gully den Saal betrat und erklärte, daß in Folge des Ablebens der Königin Victo?ia das Pa?lament zusammengetreten sei, um dem neuen König. Edward VII., den Treueid abzu legen. Der Sprecher nahm den Mitgliedern dann in der gehörigen Form den Eid ab. Im Oberhaus legten der Herzog von Aork. der Herzog von Eonnaught. Earl Roberts. Lord Rosebery. Lord Salisbury. der Herzog von Argyll. Lord Lansdowne und hundert andere den Eid ab. Am Donnerstag wird die Thronbestciauna des Königs Edward V II. von
i den königlichen Herolden angekündigt j werden. 6300 Mann Truppen werden ! bei dieser Gelegenheit in den Straßen
Londons Spalier stehen. Die offizielle Gazette' kündigt an. daß der Hof bis zum 24. Juli Trauer und bis zum 24. Januar 1902 Halbtrauer anlegen werde. Der König, der über Nacht in London bleibt, fuhr, nachdem er den Eid auf die Verfassung abgelegt hatte, nach dem Buckhingham-Palast, wo er mit seiner Schwägerin, der Herzogin von Albany, speiste. Später begab er sich nach Marlborough House. wo er sich zur Ruhe begab. Er wird sich am Donnerstag Morgen wieder nach Osborne begeben, um die Arrangements für die Beerdigung zu treffen. Wann diese stattfindet, kann nicht eher angekündigt werden, als bis bekannt ist, wann die fürstlichen Persönlichkeiten oder ihre Repräsentanten vom Kontinent ankommen werden. Die Beerdi aung wird aber aus Rücksicht auf den Kaiser Wilhelm, der seinen Aufenthalt in England abkürzen muß. sobald als möglich stattfinden. Der Buckingham-Palast wird für die Aufnahme der fürstlichen Gäste in Bereitschaft gesetzt. Repräsentanten
sämmtlicher fürstlicher Familien tn Europa werden wahrscheinlich dem Begräbniß beiwohnen, darunter die KLnige von Italien. Belgien und Griechenland. die Kronprinzen von Deutsch land und Schweden und der Erzherzog Franz Ferdinand von Oesterreich. Am Sarge der todten Kö n i g i n . C o w e s . Ins:! Wight. 24. Januar. Um elf Uhr am Donnerstag Morgen werden sich ct2 Mitglieder der königlichen Familie um die Leiche der todten Königin versammeln, die in einem einfachen Sarg in dem großen Speisesaal aufgebettet liegt, der in eine Todtenkapelle umgewandelt worden ist. Den Sarg bedeckt der königlich: Purpur. Die Züge der Königin sind durchaus frieollche und die Aiie sind auf der Brust gekreuzt, auf der ein großes goldenes Kreuz ruht. Am Mittwoch durften die Anzestellten von Osborne. vom höchsten bis zum niedrigsten, einen letzten Blick auf die Züge der Todten werfen. Der Kaiser Wilhelm und seine Tante, die Prinzessin Louise. Herzogin von Argyle. gingen am Nachmittag zu Fuß nach der Kirche in Whippingham. Wann der Kaiser Wilhelm abreisen wird, hängt von der Zeit der Beerdigung ab. die kaum vor zehn, vielleicht erst in 14 Tagen erfolgen wird. ' Trotz der gegentheilizen allgemeinen Annahme, wird der Herzog von Fork in Folge , der Thronbesteigung seines Vaters nicht sofort Prinz" von Wales. Dieser Titel bleibt dem König, der letz ter wird aber von seinen Prärogativen Gebrauch machen uno dem Thronerben das Fürstentum Wales verleihen., KöEdward VII. wurde am 9. November 1841 geboren, er wurde aber erst am folgenden 4. Dezember zum' Prinzen von Wales ernannt. Sechs königlich: Prinzen. Thronfolger, sind niemals Prinzen von Wales gewesen. Der Herzog von ?)ork wird aber sofort Herzog von Cornwall und die Herzogin von Fife (eine Tochter des iegigen Königs, erhält den Titel einer königlichen Prin zessin. Das Vermögen der Konigin. Die Königin bezog aus ihrem Pri vatvermögen ein jährliches Einkommen von 200,000 und außerdem erhielt sie vom Parlament 5385.660 jährlich. Nachdem Tode ihres Gemahls vor 40 Jahren erbte sie fast das ganze Vermögen des letzteren. 5600.000. und im Jahre 1852 hinterließ ihr John Cam den Neild. der Sohn eines reichen Juweliers 5500.000. Die Königin be
las, immer einen quicü ?:ss?i?sx und alle ihre KapllatsantagLN waren höchst glückliche. Verurtheilte Studenten. St. Petersburg, 24. Jan. ; Der russische Unterrichtsminister Her? Bogalepoff hat einen Bericht über die kürzlichen Studenten-Unruhen in Kieff veröffentlicht. Die Untersuchungs Kommission beendete ihre Arbeiten am 13. Januar und verurtheilte 2 Studenten zu 3 Jahren Militärdienst. 5 zu 2 Jahren und 335 zu 1 Jahr. Von den Letzteren wurden 209 begnadigt und erhielten eine Verwarnung. Das Urtheil gegen die Uebrigen wurde be stättgt. Der Krieg in Südafrika. Kapstadt, 24. Jan. General Kitchener hat große Truppenmassen in einem Halbkreis, dessen extremer lin ker Flügel bis an die See reicht, so auf gestellt, daß er hofft, die Boeren even tuell einschließen zu können. Di; Ko können, die alle mit einander Fühlung haben, rucken gleichzeitig vor. Die größte Gefahr für die Briten liegt in der Möglichkeit, daß General DeWet in der Kap-Kolonie auftauchen könnte, denn man glaubt, daß die Holländer ohne Ausnahme seinem persönlichen Ruf zu den Waffen folgen würden. Sie halten DeWet für einen größeren Feld Herrn als Navoleon oder Wellington. ' Unter einer Anzahl von den Boeren erbeuteter Briefe befindet sich auch einer von General Hertzog. in welchem der letztere den Präsidenten Steyn ersucht. 1000 unverheirathete junge Männer nach der Kap-Kolonie zu schicken, um Truppen anzuwerben. Aus dem d e u t s ch e n R e i ch. - Berlin, 24. Jan. Hauptmann von Besser, der bekanntlich vor einigen Monaten von der Schutztruppe in Kamerun abberufen wurde, befindet sich im Militärarresthause. Es scheint sich auch in diesem Falle wieder um einen Ausbruck des Tropenkollers zu handeln. Ein Eingeborener, der dem Hauptmann bedienstet war, wurde von diesem derartig mißhandelt, daß er die Flucht ergriff. Dieser schon früher gemeldete Fall ist aber nur .Beiwer'., Dem Hauptmann v. Besser werden viel' schwerere Mißhandlungen zur Last ge legt. . Bei der Bewohnerschaft von Konitz hat die Nachricht, daß eine neue Spur in Sachen des Knabenmordes verfolgt werde, eine gewisse Erregung hervorgerufen. Es ist aber über allen Zweifel feststehend, daß die Veröffentlichungen einen thatsächlichen Untergrund haben. Die Untersuchung bewegt sich gegen wärtig in einem Rahmen, welcher die erklärlichste Lösung der dunklen Mord that haben würd?. Man forscht nach einem Soldaten, der Fleisch?! von Beruf ist und eine Freundin in Konitz hatte, mit der Winter nachweislich verkehrte. Die in Betracht kommenden Personen sind unmittelbar nach Winter's Tod aus Konitz verschwunden. Der Hof hat Befehl erhalten, vier Wochen lang zu trauern. Die Kaiserin Augustä Victoria ist in Homburg angekommen, wo sie vorläufig im königlichen Schloß verbleiben wird, um der Kaiserin Friedrich nahe zu sein, deren Zustand besorgnißerregend ist. Der Reichskanzler. Graf von Bülow, kündigt am Mittwoch im Reichstag das Ableben der Königin Victoria an. von der er sagte, daß sie stets darauf bedacht gewesen sei. die freundschaftlichen und friedlichen Beziehungen zwischen Deutschland und England zu kultiviren und zu befestigen. Er fügte hinzu : Nicht nur die nahe Verwandtschaft unseres kaiserlichen Hauses mit der englischen Königsfamilie, sondern auch die vielen wirthschaftlichen und politischen Interessen, die Deutschland an England binden, veranlassen uns,' gemeinschaftlich mit dem britischen Volk aufrichtig um seine ehrwürdige Konigin zu trauern. Ich bin überzeugt, daß ich im Sinne eines Jeden der Anwesenden spreche. wnn ich diesen Gefühlen der Sympathie Ausdruck gebe Die Mitglieder des Reichstags hörten stehend der Rede zu. Im Unterhaus des Landtags kündigte der Präsident den Tod der Königin Victoria an und er ersuchte um die Autorisation nach, dem Kaiser und der Kaiserin im Na men des Hauses Sympathie ausdrücken zu dürfen, welche Autorisation auch ge währt wurde. Der deutsche Kronprinz. Fr'''.'.: Wilhelm, wird wahrscheinlich Kr digung de? Königin Victorio nen. Der offizielle Reichsanze -hält das folgende kaiserliche . Osborne, 23. Januar. meiner geliebten, hochgeehrte: . , :: vergeßlichen Großmutter. V " ., mich und. mein Haus r. ; ' "
Trauer versetzt. Ich bin üb. v. . : . :
mit .?'-- .
hiermit, ....
MbkMUVfc VVV. f meine Armee aufrichtig mid befehle deshalb hie
sjrrtztere metner virmee oierzcgii iagr lang Trauer tragen sollen. . Das erst: Garde - Dragoner - Regiment der Königin wird drei Wochen lang trauern. Die Flaggen sollen auf allen mili tärischen und anderen öffentlichen Gebäuden auf Halbmast gelzißt werden. gez. Wilhelm. R. I. Alle offiziellen Festlichkeiten in Ber lin, darunter auch das Diner, dasjraf von Bülow zu Ehren des Geburtstags des Kaisers Wilhelm geben wollte, und die von den anderen Ministern geplanten Festlichkeiten sind abgesagt worden. Der Geburtstag des Kaisers wird ganz stille, mit einigen wenigen Festessen in militärischen Kreisen begangen werden. Die Presse bezeichnet den Monat Januar als Mensis fatalis" für die Ber liner Gesellschaft. Sie führt neun Fälle an, indenen in den letzten 20 Jahren der Hof im Januar Trauer hatte.- Im Januar vorigen Jahres hatte der Hof Trauer wegen des Ablebens der Mutter der Kaiserin Augusta Victoria. Der sächsische Hof wird drei Wochen trauern und derjenige von Sachsen-Co-bura-Gotha sechs Wochen. Der Prinzregent Luitpold von Bayern hat Kondolenzdepeschen an den Kaiser Wilhelm nd an die Kaiserin Friedrich geschickt. Alle Morgenzitungen loben die Re zierung der Königin Victoria und drücken Bedauern über das Ableben der Königin aus. sie enthalten aber auch in den meisten Fällen für England unfreundliche Bemerkungen, namentlich in Verbindung mit dem Boerenkrieg. Das Tageblatt sagt z. B.: Ein großer Theil der Welt, der den Krieg in Südafrika verdammt, der von den Her ren Chamberlain und Rhodes und an deren Minen-Spekulanten angefangen worden ist. damit sie sich dadurch berei chern könnten, sieht in dem Tode der Kö nigin Victoria zur jetzigen Zeit einen großen Theil göttlicher Gerechtigkeit, denn zuverlässigen Nachrichten zufolge kann nicht daran gezweifelt werden, daß die ungünstige Lage in, Südafrika die Königin außerordentlich niedergedrückt und viel dazu beigetragen hat, ihr Ende herbeizuführen. ".'Die kaiserliche Facht Hohenzollern" der Kreuzer Nymphe"-und tin Tender sind nach England abgegangen. Auf Befehl des Kaisers wurde die erste Di )ision Marinesoldaten mit ihrer Musik Kapelle mitgenommen. Oberst von Resb und andere Offi ziere vom ersten Garde-Dragoner Regiment werden sich nach England begeben. Die bayerischen Behörden haben alle Versuche aufgegeben, den Räuber
Kneissel cinzufangen, der seit einem.
Monat die Bevölkerung m den am dichtesten bevölkerten Theile Bayerns ter rorisirt. Die Vossische Zeitung" behauptet, aus authentischer Quelle die Nachricht zu haben, daß die Mächte mit China über Aufnahme einer Anleihe von 51.000.000.000 Mark für Kriegsentschädigungszwecke verhandeln. Die Mächte sollen die Anleihe garantiren. Aus China. Tien Tsin. 24. Jan. Der Ver. Staaten Transport - Dampfer Suniner", der in Taku angekommen ist. hat 150 Mann Truppen gelandet, die bestimmt sind, die dienstuntauglich gewordenen AmerUane: zu ersetzen. Zwei amerikanische Deserteure mit einer amerikanischen Fahne, haben in letzter Zeit in der Umgegend allerlei Räubereien .und an den Dorfbewohnern Erpressungen verübt. Beide wurden eingefangen, es gelang einem aber wieder zu entkommen und er befindet sich noch in Freiheit. Es ist wahrscheinlich, daß sie alle Beide er schössen werden. Drei Sikhs. die sich ähnliche Verbrechen haben zu Schulden kommen lassen, erhielten je fünfzig Stockschläge. Auch von anderen Truppen werden viele gesetzwidrige Handlungen begangen. Ein französischer Soldat wurde zu fünfjährige? Gefängnißstrafe verurtheilt, weil er einen australischen Poli zisten mit einem Bajonet bedroht hatte. Bei Wirthshaus - Streitigkeiten sind zwei Franzosen erschossen und ist ein Amerikaner gestochen und gefährlich verwundet worden. Die französischen Soldaten greifen bei der geringfügigsien Gelegenheit zum Bajonet. Paris, 24. Jan. Eine Depesche der. Havas-Agentur aus Peking sagt, daß 25,000 chinesische Reguläre bei Chan Ting Fu, einen Tagemarsch von den französischen Truppen entfernt, konzentrirt seien. General Veyron läßt die Chinesen scharf beobachten und der französische Gesandte, Herr Pichon. hat in energischer Weise die sofortige Auf "ösung der Truppen verlangt.
Marfhall & Seyfried, deutsche Cioil und Criminal.Advokaten, No. 10 Süd Delaware Str.
Aus dcrBttttdcslianptstadt m KZlMch. Meile 8W:!. Die Regierung m Zvird sich nicht in den Ztreit der Asp!;alt'I:ompaytticn in pk nezucla einmifchett. Frau Nation wieder auf dem Krieg? Pfad.
Zerstört jetzt Wirthschaften an anderen Ortcu.
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'iroren.
Ter Aufstand der Creck Indianer.
Z3000 Belohnung für die Verhaftung dcS Mannes ausgesetzt,
Der den Eonvcrncur von bestechen wollte.
S e na t. Washington. D. C., 24. Jan. Der Senat nahm am Nachmittag wieder die Schiffssubsidien-Vorlage auf. Auf Veranlassung des Senators Frye, von Maine. wurde die Vorlage wieder zum unerledigten Geschäft des Senats gemacht. Senator Best hielt eine bei nahe drei Stunden lange, charakteristi sche, brillante Rede gegen die Vorlage. Er befürwortete freie Schiffe und griff in heftiger Weise die Schifffahrtsgesetze der Ver. Staaten an, denen er den Verfall der amerikanischen Handels marine zuschrieb. Am Anfang der Sitzung fand ein lebhafter Wortwechsel statt, nachdem Sen. Rawlins, Demokrat von Utah, behauptet hatte, daß die republikanischen Mitglieder der Legislatur von Utah sich auf einen Handel mit gewis sen Eisenbahn-Jnteressen und den Beamten der Mormonenkirche eingelassen hätten, dessen Zweck es gewesen sei, Herrn Thos. L. Kearns zum Senator von Utah zu erwählen. Dies veranlaßte die Sen. Hale, von Maine. und Chandlervon Vermont, zu derErklärung,.daß eine solche Behauptung nicht im Senat aufgestellt werden sollte, so lange der neue Senator für Utah noch nicht definitiv gewählt sei. Repräsentantenhaus. Das Haus nahm am Mittwoch die Verwilligungsvorlage für den Distrikt von Columbia an und nahm dann die Marinevorlage auf. Es kam dabei zu einer Diskussion der Frage, in welchem Maße die Flotte eventuell verstärkt werden solle und der Repr. Wheeler, Demokrat von Kentucky und Mitglied des Marine-Kommittees. erklärte hier, daß seiner Ansicht nach die Flotte in solchem Maf-.e verstärkt werden sollte, daß sie es mit jeder Flotte der Welt aufnehmen könne, während Repr. Ri chardson. von Tennessee, das überma ßig schnelle Anwachsen der Marine-. Ausgaben kritisirte. Keine Einmischung.
Das Staatsdepartement hat beschlos sen, sich in den Streit der beiden in Venezuela domizilirten amerikanischen Asphalt-Gcsellschaften nicht cinzumischen, sondern die Regelung der Angele genheit den zuständigen oenezuelanischen Behörden zu überlassen. Der Gesandte Lcomis wurde in diesemSinne instruirt und wird der Regierung Venezuela'S die betreffende Nachricht übermitteln. Es wird nur ein formeller Protest gegen die Einschränkung der Rechte irgend ei
ner der Kompagnien durch die dortige Regierung erhoben werden, da sich die amerikanische Regierung durch einen derartigen Protest für die Zukunft freie Hcnd schaffen will. Vertreter der beiden Kompagnien, Senator Frank Hiscock für das War ner Quinlan Asphalt-Cyndikat und General Francis V. Greene für die New Fort und Bermrdez Co.. hatten eine ziemlich lebhafte Kontroverse vor dem Syndikus Henfielo vom Staatsdepartement. Die Warner Quinlan Co. will sich auf keinen Kompromiß einlassen, sondern ihre Gruben in Betrieb behal ten, nöthigenfalls unter Anwendung bon Gewalt. , X Frau Nation wieder auf dem Kriegspfad. Enterprisc, Kas.. 24. Jan. Frau Carrie Nation begann ihren Kreuzzug am Mittwoch in Enterprise, indem sie in der Wirthschaft von F. Schilling mit einem Beil die Glasthiiren einschlug und die Spiegel und alle Gläser und Flaschen zerstörte, wie auch die Möbel ruinirte. Auch der ganze Inhalt des Refrigerators wurde zerstört. Die Frau wurde schließlich von dem Marschall Benham auf die Straße gebracht, wo sie eine Brandrede an die Versammelten hielt. 5!rau.Nation will sich am Dunnerstaa
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r.ati viticnc l-et.. Wirthschaften zu
Als sie am Abend loieber auf der Straße eine Rede hielt, versetzte ihr die Frau des Wirthes mehrere keftige Schläge ins Gesicht, ihr eine Wunde über dem linsen Auge dcibringend. Frau Nation stillte in einem NachbarHause das Blut und begab sick dann wieder auf die Straße, um ihre Brand reden fortzusetzen. .Auf dem Kriegspfade. Muscogee. I. T., 24. Januar. Die kriegerischen Vorbereitungen der unzufriedenen Creek-Jndianer dauern fort und bis jetzt ist nichts geschehen, den Aufstand zu unterdrücken. Zwei der Aufständischen wurden von Bundesmarschällen arretirt und hierher ge bracht. Sie schwören, daß man sie rächen würde und falls man sie nicht freiließe, daß ihre Gefährten sie mit Gewalt befreien würden. Die rabiate sten Mitglieder der Bande drohen sogar, die Stadt Muscogee anzugreifen, wenn die Gefangenen dort internirt würden und si? zu befreien. Ein indianischer Läufer, welcher au5 dem Lager der Aufständischen hier ankam, sagt, daß die Zahl derselben im Zunehmen ist und daß alle Stämme, die Choctaws, die Chickasaws, die Cherokees und Seminolen, stark unter der Bande vertreten seien. Drei Indianer. welche sich den Aufwieglern nicht anschließen wollten, wurden aus gepeitscht und diejenigen VollblutIndianer, welche ihre Heimstätten verlassen wollten, wurden gezwungen, zu bleiben und sich den Aufständischen anzuschließen. ; Unerklärlicher S e l b st - j mord. 1 New York. 24. Jan. An der Stätte seiner langjährigen Wirksamkeit nahm der 36jährige Juwelier John Müller, von No. 133 Mauser Straße, Brooklyn. in selbstmörderischer Weise Gift zu sich und wurde todt von seinen Angehörigen aufgefunden. Müller lebte angeblich in den allerbesten Verhältnissen und Niemand vermag sich die richtige Ursache der That zu tu klaren. . . ITnnofrtfir scks W5V.,4'N rtrfitMftl
MllVJVMIV Mm V MrvVVB .stets in. der Juwelier-Werkstätte und der Mann hatte sich, nach' Angabe sei ner Angehörigen und Freunde, nicht über schlechten Geschäftsgang zu bekla gen. Müller begab sich am Abend nach einem Lokal in New Jork. das er ziem lich regelmäßig zu besuchen pflegte, und kehrte später anscheinend bei bester Laune zurück. Nachdem er etwas ge gesscn hatte, erklärte er seiner Gattin, in die Fabrik gehen zu wollen, um für den nächsten Tag einige Vorrichtungen zu treffen. Er verließ die Wohnung und wurde von der Gattin nicht mehr lebend gesehen. Kurz nach Mitternacht erwachte Frau Müller und entdeckte zu ihrer Verwunderung, daß der Gatte nicht zu rückgekehrt sei. Von Furcht erfaßt, begab sie sich nach der Fabrik und fand die Thür unverschlossen. Auf dem Stuhle in der Office saß ihr Gatte, die Augen starr auf sie gerichtet. Sie ries ihn bei Namen, allein keine Antwort erfolge, und di: erschrockene Frau rt jetzt laut um Hilfe. Nach kurzer Zelt stellten sich Nachöarn und ein Arzt ein. welch letzterer Müller sofort für todt erklärte. Nach Aussage des Arztes vergiftete sich der Juwelier mit Cyan kali. Müller ist der Eigenthümer gro ßen Grundbesitzes in der 16. Ward, in welcher er seit 20 Jahren wohnhaft war. Entkommen. ' Warsaw. Ind., 24. Jan. Sheriff O. P. Smith empfing heute eine Depesche vom Gouverneur Langino von Mississippi, worin eine Belohnung von 53000 für die Verhaftung des Bau Unternehmers Jordan E. Gibfon. von Logansport, . Ind.. offerier wird. Gibfon ist in Jackson, Miss., angeklagt. Gouverneur Langino Vestechungsgelder angeboten zu haben, um den Kontrakt für das neue Staatsgcbäude von Mis sissippi zu erhalten. Zu seiner Zeit hatte der Gouverneur Langino Gibson sofort verhaften lassen, welcher gegen 5000 Bürgschaft auf freien Fuß ge setzt wurde. Er stellte sich später dem Gerichte nicht und ließ die Bürgschaft verfallen. Da bekannt geworden war, daß er in letzter Nacht in geschäftlichen Angelegenheiten nach Warsaw, Ind.. gekommen war, so erfolgte sofort eint Requisition des Gouverneurs von Mississippi für seine Verhaftung, aber Gib son hatte die Stadt bereits wieder verlassen, ehe der Haftsbefehl vollstreckt werden konnte. Gibson wurde am Abend in Detroit Mich., verhaftet.
Seite 5.
Wettere Depeschen auf
Die neuesten. Tapeten bei Carl Möller, 162 N. Delaare Str.
