Indiana Tribüne, Volume 24, Number 125, Indianapolis, Marion County, 22 January 1901 — Page 1
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Indianapolis, Ind., Ticustag. den 22. Januar 1901.
No. 125
R ' 'M Victoria ist todt. ; i lglattd itt tiefster Trauer.
c: l -c iCfel . . r dir -VT ' V o xi t Depesche ca 0 3 b.-
Januar. Um 6 Uhr heute Abend wurde amtlich das gin Victoria verkündet. Die Nachricht verbreitete sich Z ganze Reich. Die Mitglieder der königlichen Familie nwcfend, als die Königin ihren letzten Athemzug that. !e waren sehr friedlich. Die ehrwürdige Monarchin - sieben Stunden lang ohne Bewußtsein gewesen, n Wales, wird König von Großbritannien als
Januar. Der Lord'Mayor empfing die folgende 6:45 Morgens :
ii. 6:45 Morgens. Meine geliebte Mutter ist soeben.
umgeben von ihren Kindern und Enkeln aus dem Lebe geschieden. Albert Edward.
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Cowes, Insel Wizht. 22. Jan. 1 Uhr Morgens. Abermals ist ein Tag -in der jetzt schnell ihrem Ende zueilenden victorianischen Era vergangen, ohne baß eine besondere Veränderung in dem Zustand der Königin Victoria eingetreten wäre. ' In den vielen Bulletins, die während des Tages ausgegeben wurden. wurde eine geringe Besserung gemeloet, es bedeutete dies aber nur. daß das Unausbleibliche, auf wenige Stunden vielleicht, hinausaeschoben ist. Das Ende kann in einigen Tagen, vielleicht acer auch schon in Stunden erfolgen. Die Mitglieder der königlichzn Familie. bie jetzt im Osöorn: House versammelt sind, wissen aber. daß der Tod der K'önigin nur eine Frage kurzer Zeit ist. Die Königin kam am Nzchmittzz Zum Bewußtsein und war auch noch Am 10 Uhr Abends bei Besinnung. Bis tahin hatte sie den Kaiser Wilhelm nicht empfangen. Es ist dies Thatsache trotz bti gegentheiligen Behauptungen. Nicht weniger als vier Mal wurden die Mitglieder der königlichen Familie am Montag Vormittag in das neben dem Sterbezimmer gelegene Gemach gerufen, da die Aerzte jedesmal glaub ten. daß das Ende herannahe. Sie hatten wenig Hoffnung, die Königin bis zur Ankunft des Prinzen von Wales am Leben erhalten zu können, und sie gaben ihr daher wiederholt Cognac und Champagner ein. Diese Stimuli rungsmittel wurden in einem Maße angewendet, wie sie nur durch die größ te Noth gerechtfertigt waren, sie wirk ten aber, und als der Prinz von Wales und der Kaiser Wilhelm im Schloß ankamen, war der Zustand der Königin etwas besser als man erwartet hatte. Zu so desperaten Mitteln, wie sie am Montag Vormittag angewendet wurden. wird aber nicht mehr gegriffen werden, denn die Aerzte fürchten, daß das Mittel schlimmer auf die Patientin wirken würde, als die Krankheit selbst. Sie werden mäßige Stimulirungsmit tel anwenden und der Königin so viel Nahrung eingeben, als sie assimiliren lernn. Die leichte Besserung der Königin bat Niemand mehr erstaunt, als die Aerzte selbst, sie geben sich aber keinen falschen Hoffnungen hin.. Sie erklären. daß wenn keine besonderen Komplikationen eintreten würden, die Köni gin vielleicht noch bis zum Donnerstag Morgen leben könne. Ein Spezialzug wird hier in Bereitschaft gehalten, um das Kabinet sofort nach Osborne bringen zu können. Bis um drei Uhr Morgens waren keine weiteren Bulletins mehr in London eingetroffen. Das letzte war um Mitternacht ausgegeben worden. Der Kaiser Wilhelm bring! die Nacht im Schloß Osborne zu, das so überfüllt ist, daß die Kinder der Prinzessin Heinrich von Battenberg nach East Cowes Castle, der Residenz Lord Gort's, gebracht werden mußten, um den Gästen Platz zu machen. L on d o n. 21. Jan. Vorbereitun gen für alle möglichen Eventualitäten Werden in offiziellen Kreisen getroffen. Die königlichen Gemächer im Schloß zu Windsor werden für eine baldige Rüäkehr des Hofes in Bereitschaft gefetzt rnd alle Staatsbehörden bereiten sie) 0'if den levorstehenden Thronwechsel vor. Der Kaiser Wilhelm, d.-r Prinz von Wales, Herzog von Fort und der Herzog von Connaught trafen am Montag Morgen in Osborne ein. Bei 'der Ankunft in Portsmouth wurde der Kaiser Wilhelm von ciner Ehrengarde empfangen. Die Herrschaften ließen aber alle Formalitäten ußer Acht und begaben sieb sofort nn aotü ver königlichen acyi uivencr. Als die letztere nach Eowes abfuhr, spielte die Kapelle an Bord des Flaggschiffes MaZeftic" die National-Hymne und der Kaiser und seine königlichen Aerwcmoten eniblön dafoi die'Häuvter. Der Kaiser Wilhelm wurde um ini gefähr fünf Uhr Nachmittags zur Kö-
nigin zugelassen. Sie sprach einige Worte zu ihm und nach zwei oder drei Minuten zog er sich wieder zurück. Die Königin nahm dann einige Nahrung zu sich und fiel gleich darauf in den Armen der Prinzessin von Wales in Schlaf. Berlin. 22. Jan. Das auswär tige Amt ist seit der Ankunft des Kaisers Wilhelm in Osborne benachrichtigt worden, daß der Zustand der Königin Victoria ein hoffnungsloser ist. Der Kaiser hatte die Absicht, der greisen Königin den letzten Abschiedsgrüß seiner Mutter, der Kaiserin Friedrich, zu überbringen, in der hiesi gen britischen Votschaf! glaubt man aber, daß die Könw'n schon seit Mittwoch Abend besinnungslos ist. Berlin. 22. Jan. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung macht die folgende Ankündigung: Die Kaiserin Friedrich ist. zu ihrem großen Bedauern, in Folge ihrei eigenen schweren Erkrankung verhindert, sich nach Osbcrne zu ihrer sterbenden Mutter zu be geben." Die Nachricht von dem bevorstehenden "Ableben der Königin Victoria hat einen sehr nachtheiligen Einfluß aus das Vefinden ihrer ältesten Tochter ausgeübt. Die Kaiserin Augusta Victoria hatte beabsichtigt, sich persönlich nach Schloß Crcnberg zu begeben, da die letztenNachlichten von dort ab.r etwas befriedigender lauteten, hat sie die Idee für den Augenblick aufgegeben. Der Prinz uno die Prinzessin Heinrich von Preußen, der Prinz und die Prinzessin Friedrich Karl und der Erbprinz von SachsenMeiningen ab'er. die am Sonntag in Cronberg ankamen, werden vorläufig bei der Kaiserin Friedrich bleiben. Im Schloß zu Berlin ist es jetzt so still wie im Grab. Alle Gäste sind ab gereist. Die meisten deutschen Zeitungen loken den Kaiser dafür, daß er sich sofort nach England begeben hat. als die Nachricht von dem bedenklichen Zustand der Königin Victoria eintraf. Die agrarischen und all - deutschen Zeitungen schlagen aber einen anderen Ton an. Die Deutsche Tageszeitung", das Hauptorgan der Agrarier, schließt einen Laster - Artikel wie folgt: Dem Steigen der britischen Macht folgt jetzt der Verfall. Der Umstand, daß sie den Anfang dieses Verfalls mit ansehen mußte, hat der Königin Victoria den Todesstoß verseht. Sie mußte den Veginn des Verfalls jenes großen Reiches mit ansehen, dessen herrliche Entwicklung sie während eines langen Lebens mit angesehen hatte. Das ist der tragische Schluß ihrer langen Herrschaft. Die wichtigste Frage für England ist jetzt, ob der neue König seinen Weg wieder aus Süzzfrika herausfinden wird." Einige Zeitungen beschäftigen sich bereits mit Prophezeiungen über den Einfluß, den der neue König auf die europäische Politik ausüben wird und das ..Berliner Tageblatt" veröffentlicht eine Depesche, in der versichert wird, daß der Prinz von Wales von tiefster Freundschaft für Deutschland beseelt ist. P r e ß st i m m e n über die Krankheit de? Königin Victoria. S t. P e t e r s b u r g. 22. Januar. Von allen Zeitungen, welche die Krankheit der Königin Victoria besprechen, berühren nur die Rossia" und die Novosti" die politische Seite, während die übriacn sich nur mit der Verson der
kranken Königin beschäftiget.
Die Rojjia" sagt: England verdankt sein Prestige hauptsächlich der Königin. Um der Königin Victoria nicht zu nahe zu treten, ist ihren Ministein vieles vergeben worden. Mit ihr wird der gute Genius Britannias dahinscheiden." Die Ncvosli" sagt : England ist mit der Lage der Dinge unzufrieden, und diese Unzufriedenheit wird viel leicht deutlicher zum Ausdruck kommen.
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nachoem cie omgin geiroroen qz Nachfolger wird wahrscheinlich in man chen Dingen andere Ansichten haben. Man schreibt ihm starke Sympathien für Frankreich zu. Die Macht der eng lischen Souveräne ist größer wie man gewöhnlich anzunehmen pflegt; der Thronwechsel kann daher eine Nevolu tion in der inneren Politik zur Folgr haben. . Paris. 22. Jan. Die meisten hie sigenZeitungen drücken Sympathie für die kranke Königin aus. das England feindliche Gefühl, das durch den Krieg in Südafrika geweckt worden ist, kommt aber doch in den meisten Fällen zum Durchbruch. Viele der Zeitungen, schreiben den gänzlichen Zusammen bruch der Königin Victoria ihremKummer wegen der unbefriedigenden Lage in Südafrika und der in erschreckendem Maße anwachsenden Todtenliste zu. Joseph Chamberlain wird als der böse Geist genannt, der für ihren Tod ver antwortlich sei. Die Herren Drummond und Mille voye greifen aber in der Libre Parole"
und Patrie die sterbende Korngrn überaus heftig an.
Aus dem Deutscheit Reich. B e r l i n . 22. Jan. Eine Spezial Depesche aus Konitz an die Vossische Zeitung lautet: Ein Lehrer der öffent lichen Schulen Namens W. (Nur der Anfangsbuchstabe ist angeführt) ist als der vielgesuchte Mörder des Gymnasiasten Winter verhaftet worden. vi dem es hieß, daß er das Opfer eines Ritual Mordes geworden sei." In den Wandelgängen des Reichstags wurde diese Nachricht bestätigt, und es wurde die weitere Erklärung hinzugefügt, daß dr Mörder das Ve? brechen dem Kriminalkommissär von Kracht eingestanden habe. Wenn dies aber wahr ist. wird es noch als offi zielles Geheimniß bewahrt. Keine an bere Berliner Zeitung hat eine ähnliche Depesche erhalten und die Nachfraaen bei den betreffenden Behörden haben kein befriedigendes Resultat ergeben. Im preußischen Landtag wurde am Montag das von dem Kaiser Wilhelm begünstigte Projekt in der Nähe des
!. Schlosses in Berlin mit Hilfe einerLpi,
tene-Anleihe ern deutsches Pantheon zu erbauen, scharf kritisirt. Eine Anzahl der Abgeordneten verdammte alle Staatslotterien, einerlei für welche Zwecke sie veranstaltet würden. Ein Korrespondent des Börsen Courier in China fällt über die amerikanischen Soldaten folgendes boshafte, aber mehr zum Lachen reizende Urtheil, das man keineswegs ernsthaft nehmen darf: Von besonderen Kriegsthaten der Amerikaner hat. man nichts vernehmen können: sie fassen den ganzen Feldzuz anscheinend mehr als einen Sport auf, bei dem es etwas zu verknallen giebt, denn mit der Munition gehen sie auf das Verschwenderischste um; die Patro nen sitzen ihnen unglaublich locker im Lauf. Wo sie liegen, hört man es in eimm Ruck knallen; sie schießen auf AI les. was sich nur blicken läßt Harmlose Kulis, die im Mais womöglich wieder zu arbeiten suchen; auf die viel fach herumstreifenden Hunde, wenn sie ihnen lästig werden; auf die schwarzen wilden Schweine, die überall herumstreifen' auf die Reiher, die in der Luft herumschwirren kurz, man meint immer, in unmittelbarer Nachbarschaft sei ein ernsthaftes Gefecht im Gange; in Wahrheit wollen die Amerikaner aber nur ihre Patronen loswerden." Ein Iltis"- und Gneisenau". Schiffbrüchiger ist der Wachtmeisters maat Priebe. Am 23. Juni 1896 ging die Iltis" unter, wobei von d?r Be satzung nur elf Mann gerettet werden konnten. Unter diesen befand sich auch der Genannte, der jetzt auch den schwe ren Schiffbruch der Gneisenau" mit durchgemacht hat und glücklich gerettet wurde.- ' ' In Verbindung mit der Berliner Universität ist formell das Institut für Oceanologie" unter Professor von Richthofen eröffnet worden. Auf Ver-
anlassung des Kaisers Wilhelm werden dort bis Mitte März fast. täglich eine Anzahl h?ch interessanter Vorträge gehalten werden, darunter von den Professoren vn Drygaeski, Meinardus, Forester, Neumayer, Kierchhosf. Plate und Schmoller und mehreren MarineOffizieren. In Folge ihres Besuches in Weimar, gelegentlich der Beerdigung des verstordenen Großherzogs von Sachscn-Wei-mar sind eine Anzahl Personen von hohem Rang an den Masern ertrankt, die zur Zeit im Schloß zu Weimar herrschten. Der Regent von MecklenburgSchwerin. Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg und seine Gemahlin, eine Tochter des verstorbenen Grogherzogs von Sachsen - Weimar, haben sich die Krankheit zugezogen, wie auch der junge Großherzog von Sachsen-Weimar selbst. - Herr F. T. Charles, ein Repräsen.?.?.t'?r.Soutkern Railway (o. in den
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durch Deutschland und versucht deutsche Fabrikanten zu veranlassen. Zweiggesch'äfte in den Südstaaten anzulegen. KönigOscar wieder an der Spitze der Regierung. , S t o ck h o l m. 22. Jan. Am Montag, dem Geburtstag des Königs Os car, übernahm dieser, nach längerer Krankheit, während derer der Krön Prinz Gustav an der Spitze einer Regentschaft gestanden, wieder , die Zügel der Regierung, indem er den Vorsitz bei einer Sitzung des Staatsraths führte. 5der Geburtstag des Königs wurde all mein festlich begangen, der Staatsball, der sonst zu Ehren des Tages ab gehalten wurde, fiel aber aus. Keine Sicherheit für Ei genthum in Venezuela. Port Spain. Trinidad, 21. Aus Venezuela angekommene Leute beftatigen die Nachrichten über einen kri tischen Stand der Dinge in der Republik. Ein hemaliger venezolanischer Minister versichert, daß die Politiker in Caracas anscheinend beabsichtigten, die Vermudez Asphalt Company vollständig auszuplündern. Er sagte, daß sie es einmal vorher versucht und 530.000 aus der Kompagnie herausgepreßt hätten, daß aber dann der Ver. Staaten Gesandte Lvomis protestirt und dem Raub ein Ende gemacht habe. Die Regierung habe damals der Vernunft Gehör geschenkt, jetzt scheine sie aber vor i lauter Habsucht den Kopf ganz verloren zu haben. Sie soll sich erboten haben, gegen Bezahlung von einer Million Dollars der Kompagnie ihr Eiaentbum zurückzustatten. obgleich oas tgenllzum ln.ungeeFltcher Welse fortgenommen wurde. Es i wird auch auf's Neue erklärt, daß wenn diesmal kein Protest gegen das gewaltsame Vorgehen der venezuelanischen Regierung erfolgen sollte, alle ausländischen Kapitalisten gut thun würden, Venezuela zu verlassen, da sie beständig in ungesetzlicher Weise ausgeplündert würden. In Verbindung hiermit wird erklärt, daß keine frühere Regierung in Venezuela es gewagt haben würde, in - solch herausfordernder Weise Washing ton gegenüber zu handeln. . Die BeHorden in Caracas scheinen darauf zu rechnen, daß eine so große Macht wie die Ver. Staaten sich nicht dazu herbeilassen würde, eine schwache Republik wie Venezuela zu bedrohen. In den hiesigen Bureaux der Orino:o Company, deren zwei Dampfer von den Venezuelanischen Behörden mit Beschlag belegt wurden, wurde erklärt, daß der britische Gesandte in Caracas den amerikanischen Gesandten benachrichtigt habe, die britische Regierung würde die Kompagnie nicht beschützen, da die Aktionäre der Kompagnie Amerikaner seien. Die Insurgenten in Venezuela sollen bei Guira eine Schlacht gewonnen haben. Giuseppe Verdi schwer krank. Mailand. 22. Jan. In dem Befinden des berühmten Komponisten Giuseppe Verdi ist eine Aerschlimmerung eingetreten und man befürchtet jetzt das Schlimmste. Frankreich und der Vatikan. P a r i s . 22. Jan. In der Deputirtenkammer wurde der Premiermini-
ster Waldeck-Rousseau bei Berathung des Kirchengesetzes von dem Konservativen Grafen Albert de Mun wegen der angeblich antikirchlichen Politik der Re gierung heftig angegriffen. Er beschul digte die Regierung, einen Religionskrieg heraufbeschworen zu haben, der schwer auf ihren Schultern lasten würde. Die Mitglieder der Rechten und des Centrums begleiteten die Ausführungen de Mun's mit lebhaftem Beifall. Waldeck-Rousseau erwiderte, daß die Vorlage ein Beweis dafür sein würde, ob die Staatsgewalt oder die Kirche do-
! miniren solle. Er hoffe in der Kammer
eine genügende Meyrhett zu sinoen, welche die Vorlage unterstützen werde. Sollte das nicht der Fall sein, so würden die Minister nicht länger die Verantwortlichkeit für die iknen übertragene Aufgabe übernehmen wollen. Er vestritt, daß die Rechte der Kirche in ir gend welcher Weise angetastet seien und wies darauf hin, daß die Regierung die Vorlage nur eingereicht habe, um
j den Frieden und eine ordnungsgemäße
Funktion der Staatsgewalt zu wah-ren.- ' Falls die religiösen Gesellschaften zur Wohlfahrt der Kirche unbedingt nöthig seien, so hätten dieselben durch
das Konkordat wieder eingesetzt werden r . v . r. I
louen. dagegen i.prae oas Ztonlor-, dat nur von Weltpriestern. 'Keine ein zige der religiösen Gesellschaften unter stütze einen Priester in einer neuen Gemejnde,, daeaen ständen viele der letzte
ren umer ver Tyrannei oer irregulären
Priesterschast. Die religiösen Gesellschaften hätten nicht nur das Eeld des Landes ausgesaugt, sondern auch die Gewissen. Die reguläre katholische Geistlichkeit habe von dieser Vorlage nichts zu fürchten, dieselbe sei lediglich gegen die irreguläre Geistlichkeit gerichtet. Er wies ferner darauf hin. daß sich in allen Ländern die Religionsgenossenschaften einer strengen Aufsicht hätten unterwerfen müssen. Die StaatsbeHorden müßten diesen Gesellschaften das Recht des- Unterrichtens entziehen, weilt dieselben seit Beginn des JahrHunderts, stets auf eine Gegenrevolution hingearbeitet hätten. Niemals waren dieselben gefahrli cher als gerade jetzt." schloß WaldeckRousseau. Sie versuchen das Stimmrecht unter ihren Einfluß zu bringen, um ihre Ziele zu fördern, aber wir sind dieser Sklaverei müde und verlangen Befreiung von diesen Fesseln. Wir haben zwischen den Religionsgemeinschaften und den Errungenschaften de? Revolution zu wählen. Wir hören viel Von einer offenen Republik". Ich der lange nichts Besseres, aber die Republik muß für das Volk offen sein, zu gehen und zu kommen." Woldeck-Rousseau's Rede wurde mit großem Applaus entgegengenommen und die Kammer beschloß mit 293 gegen 226 Stimmen, daß die Rede gedruckt und im ganzen Lande angeschla ttn werden sollt.
Aus derBundeshauptstadt 56. JCoiiflrcß. 3rncirc 8kWn. Präsident McKinley wieder gesund.
Jlllaild Depeschen. Kllll taic ZtallM Bringt wieder ganz Wi chita, Kaö., in Aufregttng. Sie zerstört mehrere Wirthschafte Zlnd ohrfeigt den Sheriff. m Der Polizeiches läßt sie lausen.
Repräsentantenhaus. Washington, D.E.. 21. Jan. Das Haus erledigte während des Ta ges eine Anzahl Geschäfte für den Di strikt Columbia und nahm unter Auf Hebung der Regeln mehrere Vorlagen an. Eine davon verfügt die Etabli rung eines Heims für alte und krankt Farbige mit dem Fonds für verstorben Negersoldaten, der sich immer noch in? 'Schatzamt befindet und jetzt Z230.00L beträgt. . . - Eine andere Vorlage versüß d!l Etablirung einer Soldaten-Heimath in Johnson City, Washington County, Tenn.; und eine dritte, daß das Sa lär des Schul-Kommissärs in Porte Rico von $3000 auf $4000 erhöht werden soll. Eine Vorlage, derzufolge Ausläw, dern das Recht gegeben werden soll, im Ansprüchegericht Schadenersatzansprw che für erhaltene Verletzungen anhän oig zu machen, wurde mit großei
Mehrheit verworfen. Die Vorlage war ;
vom Staatsdepartement indossirt wor den. Senat. Der Senat erledigte in der ösfentli chen Sitzung keine Geschäfte von Wich tigkeit. Der Senat hatte die Verwik ligungsvorlage für die Exekutive in Berathung und erledigte G0 Seiten von der Vorlaa?.
In der Exekutiv-Sitzung wurde nad; i
längerer Debatte die Ernennung von James S. Harlan zum General-An walt für Porto Rico bestätigt, und zwar mit 43 gegen 21 Stimmen. Der Ernennung war heftige Opposition ge macht worden, weil Herr Harlan ein Sohn des Richters Harlan vom Ober bundesgericht ist und das Letztere übel Prozesse, die auf den Status von Porto Rico Bezug haben, zu entschei den hat. RichterWingzum Distrikt. Rechter ernannt. Der Präsident McKinley sandte am Montag dem Senat die Ernennung des Richters Francis I. Wing von Ohio zum Distriktrichtcr für den nördlichen Distrikt von Ohio zu. Präsident McKinley gene. s e n . Der Präsident McKinley ist wieder .fast gänziich genasen und er war am Montag Morgen wieder zur gewöhn!! cl)en Stunde in seinem Arbeitszimmer. Er wird sich aber vorläufig auf die dringendsten Geschäfte beschränken und nur solche Besucher empfangen, die wichtige Angelegenheiten mit ihm zu berathen haben. m Samuel George Moy. allgemein als Sam Moy, der König von Chinatown" in Chicago bekannt, hat sich dt für bankerott erklärt. Passiva $13, 007, Aktiva 103.
Wä'ltllilziu cincul Tage zu heilen. Nehmen Sie Larative Bromo Ouininc Täblets"Alle Apothekers statten das' Geld zurück, wenn Heilung fchlschlcgt. E. W. Grove's . Unterschrift an jeder Schachtel. 25c.
Die G. A. R. Ncunion wird in Cleve land, O. abgehalten. Da werden Weiber zu j Hyänen. W i ch i t a. Kans.. 22. Jan. Frau Carrie Nation, welche es sich zur Aufgäbe gemacht hat, sämmtliche Wirthschaften in Wichita zu demoliren. Um. noch einer Jnhaftirung unter den Quarantäne - Regulationen, am Montag plötzlich nach Wichita zurück und zehn Minuten später war sie bereits wieder an der Arbeit", und unter Mitwirkung Von Frau Julia Ebans und Frau Lucy Wilboit hatte sie im Augenblick die Ausstattung zweier Wirthschaften demolirt. Die Weiber gehören , sämmtlich dem Temperenzverein christlicher Frauen an und begaben sich mit Beilen unter den Mänteln zunächst nach der Wirthschaft don James Burns an Douglaß Av. und in kürzerer Zeit, als man es schreiben kann, war in der ganzen Wirthschaft auch nicht ein heiles Stück Glas mehr vorhanden oder ein ganzer EinwurfsAutomat. Die Auslegekästen für Spi rituosen und Cigarren, dieSpiegelglasFenster und Thüren waren im Augen blick in Trümmer zerschlagen und ehe der erschreckte Eigentrümer sich von seiner Überraschung erholt hatte, waren die rabiaten Weiber schon auf dem Wege nach John Herrig's Wirthschaft, wo sofort auch alles, was nicht niet- und nagclfest war. in Splitter geschlagen wurde. Herrig ließ sich jedoch nicht verblüfsen und der Frau Nation einen Revolrer vor den Hops haltend, drohte er. sie niederzuschießen, wenn sie nicht in dem ZerstörungZn?erke innehalte. Dies -hatte die gewünschte Wirkung und die Weiber machten sich wieder auf den Weg. dies mal nach der Wirthschaft im Curey Hotel, wo Frau Nation vor einiger Zeit ihr Debüt als Wirthschaftszerstörerin gemacht hatte. Dort wurde sie von drei Polizisten in Empfang genommen. Sie schlug einen derselben. Detektiv Sutton. mit einem Schürhaken auf den Kopf, doch gelang es den Beamten, schließlich die drei Megären zu überwältigen und nach dem Stadtgefängniß zu bringen, wo sie der Polizcichef Cudbon entließ, nachdem sie ihm ihr Ehrenwort" gegeden. bis Dienstag Mittag leine Wirthschaften zu demoliren. Sofort nach ihrer Entlassung begann Frau Nation, eine Ansprache an die Menge zu halten, welche sich vor dem Gefängniß versammelt batte, wobei sie ihre wirthschaftsfeindliche Thätigkeit
am nächsten Mittag wieder aufzunehmen versprach. Ihre Fäuste gegen die Menge schüttelnd, schrie sie: Männer von Wichita. dies ist der rechte Arm Gottes und ich bin entschlossen, jede Wirthschaft in Eurer Stadt zu demoliren!" Dann verschafften sich die Weiber ein Fuhrwerk und unter Absingung der Hymne Näher, mein Gott, zu Dir" und anderer Kirchengesänge fuhren sie durch die Straßen der Stadt. Der Schaden, welche die beiden Wirthschaftsbcsitzer erleiden, beläuft sich auf 51500 bis 52000. Nicht zufrieden mit ihren bisherigen Eskapaden hatte Frau Nation am Abend noch ein Renkontre mit dem Sheriff, der sie auf dem Bahnhof wegen Eigenthumszerstörung verhaften wollte. Sobald er Frau Nation von ihrer Verhaftung in Kenntniß setzte, schlug ihn ditse in's Gesicht, packte ihn dann bei den Ohren und riß ihn hin und ber. daß der Sheriff, der von kleiner Statur ist. sich ihrer kaum wehren konnte. Mit Hilfe eines Polizisten und einiger der Umstehenden gelang es schließlich, das Weib in eine Kutsche zu heben und nach dem County-Gefäng-nissc zu bringen, wo sie in ihrer Zelle zu beten und geistige Lieder zu singen be gann. Frau Wilboit und Frau CvanZ wurden am Abend ebenfalls verhaftet und im Gefängniß eingesperrt. Frau Nation wird am DienstagMor gen des Wahnsinns angeklagt werden, und wenn dies erfolglos sein s?Jt?, wird sie von den Agenten der Versich?rungs - Gesellschaften verfclgt werden, welche die Spiegelscheiben versichert Hzben. Weitere Tcp eschen auf Feite 5.
