Indiana Tribüne, Volume 24, Indianapolis, Marion County, 21 January 1901 — Page 7

Argusnugen. Roman von Paul Oskar Höcker. (Fortseöung.) &W aq ung'iäuiig an. So sollte Beyer fdjer. vrrhe? bevor ich die Räume des Arzus" betrai r schlagen worden sein?" Sein Antlitz nahin plötzlich den Ausdruck starren Entsetzens an. und er sagte unsicher, fast stammelnd: Und mithin wären die Laute, die ich vernommen, nicht aus ein übertriebenes Schnarchen zuriickzuführen sondern es wäre das letzte Röcheln eines Sterbenden gewesen? !" Tiefe Stille trat ein. Der Untersuchungsrichter war dicht an den jungen Mann herangetreten und sah ihm mit forschender Strenge in's Auge. Herr Hüttl", sagte Fresenius nach längerem Schweigen, wissen Sie. welcher Verdacht Sie getroffen hat?" Die Blutröthe stieg dem Director Zn's Gesicht. Ja. die thörichten Reden Ihres Commissars haben mich darüber aufgeklärt. Man soll mich der Beihilfe zu diesem Verbrechen bezichiigt haben. Nun, den Zweck meiner Anwesenheit am Thatort um die fragliche Stunde habe ich Ihnen ja nunmehr mitgetheilt: ein Grund. Zweifel

an die Wahrheit meiner Worte zu setzen, liegt ja wohl nicht vor. Ich glaube also, voll und ganz meiner gesetzlichen Pflicht genügt zu haben, und darf Sie wohl bitten. demVerhör ein Ende zu machen. Ich muß sofort nach Berlin reisen, und Sie werden daUt die Güte haben. Ihrem übereifrigen Herrn Commiffar die verdiente N"se in meiner Abwesenheit zu ertheiIen." srresenius musterte ihn mit einem höhnischen Lächeln. Ich muf;' Ihnen das Zeugniß ausstellen, daß Sie sehr gefaßt und was noch bedeutsamer ist sehr routinirt zu scin scheinen."

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i&as wollen Sie damit sagen. Her? Landrichter? Ich hoffe, diesen geradezu ehrenrührigen Zweifeln cn meiner

Wahrheitsliebe jetzt endlich nicht m?h? zu begegnen und ich bitte Sie dringend, mich zu entlassen." Ein Wink von Fresenius und zwei Criminalbeamte. die unbemerkt von Hüttl hinler dessen Rücken in das Vcrhörzimmer eingetreten waren, hatten dem jungen Mann Handfesseln angelegt. Hüttl stieß einen Schrei des Entses aus unwillkürlich suchte er sich zu wehren. Aber der Schmerz der tief in's Fleisch eindringenden gedrehten Schnüre, die von den Beamten fest angezogen wurden, preßten ihm' ein Stöhnen aus der Brust und er sah sich machtlos, wehilos. ohnmächtig! Sie haben sich da in der That ein sehr unschuldiges Märchen ausgedacht, mein junger Herr!" sagte Fresenius kaltblütig. Und finster drohend fuhr er fort: ..Aber Sie halten die Justiz denn doch für ein wenig zu blind!. . . Ihre eigene Darstellung des Falles hat den letzten Zweifel an Ihrer Thäterschaft besiezt. Sie sind der Mörder, Theodor Hüttl!" Ein Wuthschre! ertönte von den Lippen des jungen Mannes. Das ist infam das ist . . . . " Die Stimme versagte ihm. Aber mit Haß. glühendem Haß starrte er seinen Peiniger an. Fresenius pflanzte sich drohend vor ihm auf. Sie haben mit allen Möglichkciten gerechnet, um Ihre Blutthat zu verheimlichen und sich der wohlvcrdienten Strafe zu entziehen. Selbst als Sie sich an Ihrer Flucht gehindert sahen. . . " Ich hatte nie die Absicht, zu entfliehen!" schrie Theo auf. . . . .selbst da noch hofften Sie darauf, durch Ihre S::gessicherheit ünd Ihre angenommene Kaltblütigkeit die Justiz zu täuschen. Aber mit einem Factor haben Sie nicht gerechnet mit dem Verdacht, den Ihre junge Frau gegen Sie selbst im tiefsten Herzen trug!" Theo wankte. Mtnie Frau hätte von dem Verdacht diesem scheußlichen Verdacht gehört?" Und mehr als das. Angeklagter!" donnerte nun der Untersuchungsrichter. Ihre Frau theilte ihn!" Aber das ist ja unmöglich, so unglaublich. . . Sie sagen da eine Liige! Jawohl. Herr, eine Lüge!" ;S2ie übermüthige Sprache wird mau Ihnen bald abgewöhnt haben, junger Mann! Mögen Sie sich mejnetwegen austoben in meiner Abwesenheit nur soviel will ich Ihnen verrathen, daß Ihre Gattin sich in dem Augenblick, als sie von Ihrer Festnah. me erfuhr, von der Terrasse des Hotels kopfüber in den felsigen Abgrund gestürzt hat " Barmherziger Himmel!" schrie der Unglückliche auf. dessen Kriie einbrachen. so daß er wankte und stürzte, ohne daß ihn seine beiden Aufseher zu halten vermochten. Das ist nicht allein ein Zeichen, daß dieses Weib um Ihre Schuld wußte sondern' es magJhnen auch ein Mahnruf zur Umkehr und zur Reue sein; denn diese verzweifelte That entrang ich der endlichen Erkenntniß über die urchtbare Größe des von Ihnen Beioen bis dahin geheimgehaltenen Verbrechens." ' Es)var kein Klagen und Jammern, das der'Äefangene vernehmen ließ, es i-T . yt am . - 0 W X .. ,ilm UMlHmCit. u. ,

unreü'MH das Flehen rang: 5roarmen. Herr Landrichter, ich war schroff gegen Sie aber haben Sie Erbarmen tödten Sie mich nicht durch Ihre Grausamkeit! Sagen Sie mir. ob sie lebt ob sie todt ist!. . . So sprechen Sie doch!. . . Haben Sie denn ein Herz von Stein?. . . Ich schwöre Ihnen zu. Herr Landrichter, daß ich unschuldig bin. Und es ist umöglich. daß Felicia an meine Schuld glaubte, ganz unmöglich. Sagen Sie doch rasch, daß Sie nur Ihr grausames Spiel mit mir treiben " Führen Sie ihn fort!" befahl Fresenius. den die Verstocktheit des Verbrechers immer mehr reizte. Theo weinte und schrie, wehrte sich mit aller Kraft gegen feine beide Auffeher, schlug um sich, geberdeie sich wie Cinn.i--Herr 'Landrichter W 'Folteraualcn sind abgeschafft, weil ihre AnWendung ein mittelalterlicher Auswuchs des Unverstands und der Brutalität war. Aber was Sie da mit mir beginnen, ist mehr als körperliche Vergewaltigung. Verstehen Sie doch die Seelenqualen. . . ach. ich ertrage sie ja nicht. . . . Meine Felicia, mein Weib sollte aus dem Leben gegangen, an diesen wahnwitzigen Verdacht geglaubt haben. . . . Unmenschlich handcln Sie an mir! Sagen Sie mir ob sie lebt! Ob si lebt!" schrie er wieder und wieder in wildester Verzweiflung. ..Zum Geier, worauf warten die Kerls!" raisonnirte Fresenius. der die Komödie satt hatte. Führen Sie ihn fort!" Ob sie lebt sollen Sie mir sagen!" Fresenius erhob mahnend die Hiand. Wenn Sie geständig sind. Angeklagter. .dann wird man Mitleid

mit Ihnen haben, vorher rncht! Trotz aller Gegenwehr ward der Eefanoene .überwältigt und davongeschleppt. Man hörte sein Jammern und Flehen noch lange in den leeren Eorridoren. Dann wurden mehrere Thüren zugeschlagen und der Lärm verstummte. Fresenius athmete tief ßauf. Er wischte sich den Schweiß von derStirn. Der Gefangene hatte ihm gar arg zu schaffen gemach!. Aber das Resultat war zweifellos dieses, daß der verstockte Angeklagte nach einer Nacht voll Selbstqual und Reue ein offenes, zerknirschtes Geftändniß seiner Schuld ablegen würde!

XII.

Der folgende Tag war ein Sonntag. Fresenius hätte nicht nöthig gehabt, werktäglichen Dienst zu thun, dennoch trieb es ihn zum Verhör nach dem Untersuchungsgefängniß. Wenn ihn auch der trotzige, herausfordernde, ja brüskirende Ton des Untersuchungsgefangenen verletzt und gereizt hatte, so regte sich doch auch wieder etwas wie Mitgefühl in der Brust des pflichttreuen Beamten. Er wollte dem Angeklagten die versprochene Gelegenheit zu einem Geständniß gewähren. und so begab er sich denn persönlich in die Zelle Hüttl's. , Der Angeklagte batte sich trotz strenger Mahnungen des Aufstchtepersonals nicht bereit finden wollen, das Lager aufzusuchen oder Nahrung zu sich zu nehmen. Er haltte die ganze Nacht w finsterem Brüten hingebracht. Erschöpft lehnte er, als Fresenius eintrat, an dem kleinen Tisch. Sein Kopf war auf die Tischplatte gesunken sein Haar war wirr, zerrauft; schlaff hingen seine eleganten, sonst so wohlgeflegten. schmalen Hände herab, deren Gelenke noch roth und blutunterlaufen waren von den ihm jetzt abgenommenen Fesseln. Müde erhob der Gefangene, als der Landrichter ihn anrief, seinen Kopf. Die Augen des Unglücklichen waren trübe und geröthet, seine Schläfen waren eingesunken, seine Haut war fahl. Kummer und Gram prägten sich in seinen Zügen aus. Aber als er den Untersuchungsrichter erkannte. da leuchtete es wieder in wildem Grimm aus seinen Augen, und er machte trotzige Fäuste, als wolle er seinem Peiniger zu Leibe rücken. Haben Sie mir etwas mitzutheilen, Süttl?" begann Fresenius in nüchternem Tone. Voll Haß und Verachtung sah Theo ihn an. Nein!" sagte er bitter. Ich kann Ihnen zu Liebe das gewünschte Verbrechen nicht nachholen." Was ist hat wieder für ein knabenhafter Trotz. Sie wollen Ihre Schuld also nicht einräumen?" Der Gefangene antwortete gar nicht. Nun suchte Fresenius auf sein Gemüth zu wirken. Ihre Frau", sagte er in etwas milderem Tone, ist nicht todt. Hüttl, aber sie ist schwer verletzt." Theo schlug die Hände vor's Gesicht. Er sagte auch jetzt noch nichts; man sah nur an der krampfhaften Erschütterung seines Kopfes und seines Rückens. daß er weinte. Das erste Telegramm theilte mit. daß wenig Hoffnung auf vollständige Genesung vorhanden sei;, aber das zweite klana tröstlicher. Aeukere Ver-

letzungen scheinen wenig oder gar nicht vorhanden zu sein; aber eine schwere Gehirnerschütterung ist zu verzeichnen. llnn nicht ein Gebirnscklaa eintritt

"eine Gefahr, die o:s zum dritten Tage nicht ausgeschlossen ist , so ist bei guter Pflege vielleicht doch eine vollkommene Wiederherstellung zu erhoffen. Sie haben sich durch Ihre Unthat ja das Recht auf die Hand eines Weibes verscherzt immerhin entgehenSie dann der grausamen Verantwortung vor Ihrem eigenen Gewissen, auch noch ein zweites Menschenleben geopfert zu haben! Hüttl, wollen Sie mir noch immer nicht bekennen, daß Sie den Beyer umgebracht Kaben? Sagen Sie wenigstens, daß Sie es nicht mit kalter Ueberlegung geplant hatten ; sagen Sie, daß die Wuth über die Herzlosigkeit des egcistischen Menschen Sie übermannt und Ihnen die Mordwaffe in die Hand gedrückt hat. Das wären immerhin mildernde Umstände, die man dann in's Auge fassen könnte. Reden Sie. Hüttl!" Doch der Untersuchungsgefangene blieb ungerührt und verstockt. Er weinte nur. so oft Felicias Name genannt wurde. Als Fresenius sich endlich heiser geredet hatte, ohne auch nur einen Schritt weiter vorwärts zu kommen, verließ er zornig, aufgebracht die Zelle. Unter den dringlichen Posteingängen. die ihm das ständige Bureau übermittelte, befand sich auch ein umfangreiches Schreiben vom deutschen Eonsul in Portsmouth. Zwei einwandfreie Zeugen aus dem Hotel Excelsior Pallace hatten ihm über die Vorgänge jener Nacht Bericht erstattet. Er fügte das Protokoll dem Schreiben bei. das ihm von derSelbstmordcandidatin Felicia Beyer zuge gangen war. Der Bericht Felicias setzte die Angclegenheit nun wieder in ein ganz neues Licht. Fresenius schwirrte schon der Kopf von den tausend wirren Fragen, die man hierbei aufwerfen mußte. Mißmuthig trat er seinen Spaziergang an. um sich von der Last der Arbeit zu erholen. In den Nachmittagsstunden sprach er bei dem Rechtsanwalt Kleist vor.bei dessen Frau augenblicklich Miß Worcester zu Besuch'weilte. Es war dem Landrichter peinlich, mit der Amerikanerin zusammenzutreffen. So blieben die beiden Herren denn allein. Dietrich Kleist hatte von der Einbringung Hüttl's schon gehört und überschüttete den Untersuchungsrichter mit einer Menge Fragen. Fresenius antwortete unlustig und gequält; schließlich gab er ihm Felicias Brief zu lesen. Die Echtheit dieses Schreibens ist nicht anzuzweifeln?" fragte der Rechtsanwalt, nachdem er zu Ende gelesen. Fresenius berichtete über die Vorsicht. die die Selbstmordcandidaten bei Absenkung des Schreibens beobachtet hatte. Der Hotelsecretär war von einem Eonsulats-Beamten darüber vernommen worden. So ist also die düstere Frage: Wer war's?" noch immer nicht beantwor-tet!-sagte der Rechtsanwalt schließlich. Denn gemeinsam können sie nicht oben gewesen und den Mord ausgeführt haden; eins von beiden sagt also die UnWahrheit!" Ich lasse mich durch nichts mehr davon abbringen, daß öüttl der Mörder war. Zweifelhaft ist mir nur, ob seine Braut damals schon um dieBlutthat wußte." Nun. man sollte doch annehmen, daß ein Weib von nur einigermaßen besseren Eigenschaften es wohl kaum fertig gebracht haben würde, mit einem notorischen Mörder vor den Altar zu treten. Ueberhaupt muß ich sagen, daß diese junge Frau trotz der Sünde und Religionslosigkeit, die sich in jedem Selbstmordversuch bethätigt in meinen Augen doch noch nicht all:r Sympathie entkleidet-ist." Pah. ich weiß schon, wo das hinaus soll. Heldenhaftigkeit SelbstOpferung. Das klingt ja alles ganz gut und fchön, auf dem Theater vielleicht und in den Büchern, aber im profanen Leben herrschen nun einmal die gewöhnlicheren Jnstincte vor. Meiner Ansicht nach war es durchaus keine Heldenhaftigkeit. die sie in den Tod trieb sondern einfach Furcht." Also glauben Sie doch an ihre Thäterschaft oder an ihre Beihilfe?" Nein, aber ich nehme an. daß sie sich davor scheute, gegen ihren Gatten aussagen zu müssen." Dazu konnte sie doch kein Mensch zwingen." Das überlegte sie sich in dem Augenblick nicht. Und wenn sie sich's klar machte, so mußte sie sich doch sagen, daß ihr Schweigen ihren Gatten eben so sehr belastete oder doch fast eben so sehr wie eine rücksichtslose Schilderung. Jedenfalls erschien ihr die Flucht aus dem Leben die einzige Lösung des Dilemmas." Sie ist eigentlich zu bedauern wegen der unvollständigen Lösung." Da spricht wieder der Vertheidiger aus Ihnen. Humanitätsdusel, mein Lieber!" Wie läßt sich aber das erklären, Herr Landrichter, daß die Unglückliche wenige Minuten vor ihrem Tode noch eine crasse Unwahrheit gesagt haben soll? Denn Sie glauben doch nicht daran, daß sie wirklich oben bei ihrem Vetter war?" Sie sagte sich wahrscheinlich, da si'. doch sterben müsse, so wolle sie

rnnn" Geltcdten wenigsien retten. Romantischer Einfall mehr nicht." Wann wird die Verhandlung vor dem Schwurgericht stattfinden?" Ich hoffe, schon Ende nächsten Monals. Bis dahin wird auch Hüttl endlich mürbe geworden sein. Das giebt dann ein vereinfachtes Verfahren! Doch apropos. Herr Rechtsanwalt, die Freundin Ihrer Frau Gemahlin denkt daran, so hörte ich. nach Amerika zurückzukehren?" Kleist zwinkerte ihm mit den Augen pu Sie hat zu trübe Erfahrungen hier gesammelt. Die Heirathsgeschichte ist in aller Welt Mund gekommen ihre Verhaftung mit allen Nebenumständen hat ihr die ganze Freude an Deutschland verdor den." Nun, und wie steht's mit ihren Entschädigungsansprüchen?" Um's Himmelswillen, schweigen Sie davon. Herr Landrichter. Ich mag von der Sache nichts mehr hören. Ich hab's satt bis da oben hin. Wenn Sie gegen einen Zuchthäusler noch auf Erfüllung eines Heirathsversprechens liegen wollte, na, fo wäre das für meine schlichten Begriffe denn doch noch mehr als amerikanisch!" Die beiden Herren lachten, und Fresenius verabschiedete sich, um wieder an die Arbeit zu gehen. Er mußte sich auf das neue Zeugenverhör präpariren. in dem er auch Erhebungen über den bisherigen Leumund des Angeklagten und über sein Vorleben anzustellen gedachte.

Der Generalconsul Hüttl hatte seit einem Telegramm, das er aus Portsmouth erhalten und das ihm die Vermählung seines Sohnes mittheilte, nichts mehr von Theo erfahren. Auch von der Verhaftung der Amerikanerin hatte er keine Kenntniß erhalten. Um so niederschmetternder sür ihn war nun plölich die grausame Kunde, daß sein Sohn sich eines so furchtbaren Verbrechens fchuldig gemacht haben sollte und daß er bereits in Untersuchungshaft genommen war! In der Umgebung des Generalconsuls glaubte man, daß der furchtbare Schreck ihm das Leben kosten würde; denn er erkrankte schwer, so schwer, daß er während der nächsten vierzehn Tage das Bett nicht verlassen konnte. Als er nothdürftig wieder hergestellt war, machte er seinen ersten Ausgang zu dem ihm bekannten Staatsanmalt Dr. Holzingen. Dieser konnte ihm die ungeheuerliche Kunde nur bestätigen. Er hatte nur mit Rücksicht auf die Erkrankung des Generalconsuls damit gezögirt. dem alten Herrn über das Verbrechen seines Sohnes Mittheilungen zu machen. Holzingen schickte den Generalconsu! nun zu Fresenius. der über den Stand der Untersuchung genauer unterrichtet war. Der Landrichter bediente sich der schärfsten Ausdrücke über den verstockten Verbrecher. Der alte Hüttl ließ sich den Hergang der Sache erzählen. Er mußte selbst zugeben, daß die Fülle der gegen seinen Sohn vorliegenden Verdachtsmomente schier erdrückend war. Ganz gebrochen wurde aber seine Haltung, als Fresenius.uf die Vorgeschichse des Mordes einging, aus der demGeneralconsul klar wurde, daß er felbst die indirecte Ursache zu demVerbrechen gewesen war. Sofort verlangte der alte Herr zu seinem Sohne gefuhrt zu werden. Das Wiedersehen zwischen den Beiden, das in Gegenwart des Unter suchungörichters stattfand, war erschütternd. Der alte Hüttl sprach seinem Sohn in ergreifender Weise zu. der Wahrheit die Ehre zu geben und vor Gott und den Menschen ein reuiges Geständniß abzulegen doch der abgehärmte, blasse, junge Mann mit den scharfen, altgewordenen Zügen und den tiefliegenden Augen schüttelte nur grämlich das Haupt und sagte: Ich habe nichts zu gestehen. Aber wenn der leibliche Vater an die Schuld seines Sohnes glaubt dann ist er jca. rettungslos verloren." Da regte sich doch der Zweifel in der Brust des alten Mannes. Er nahm an dem kleinen Klapptisch der Zelle seinem Sohn gegenüber Platz und drang mit flehentlichen Bitten in ihn. ihm doch wenigstens eine Erklärung zu geben für all' die Räthsel seiner Handlunasweise, die ihn in den Augen der Welt belasteten. Manch bitterer Vorwurf von den schmalen Lippen des Häftlings traf den alten Mann. Hüttl sen. verwünschte nun selbst seine Starrköpfigkeit. die den Gegensatz zwischen seinem Sohn und der Miß Worcester nur vergrößern geholfen hatte; und es schlich sich dann wieder etwas wie Rührung in sein Herz, als Theo in flüsterndem, innigem Tone über Felicia und sein kurzes Glück an ihrer Seite sprach. Bewegt mußte sich der alte Herr abwenden. Er vergrub sein Antlitz in den Händen und schwieg lange, lange. Endlich richtete er sich dann wieder empor und sagte: Aber über das Eine mußt Du mir Auskunft geben, Theo, über das Eine, das so unerklärbar ist. wenn Du, wie Du sagst, Deine junge Frau wirklich aufrichtig und treu geliebt hast: über Deinen Fluchtversuch, der Dich auch vor dem Gesetz so schwer belastet!" Verzweifelt rang der Gefangene die

anoe. Äver zum wievielyunoerinen Male soll ich's denn sagen, Vater, daß es mir nicht im Entferntesten einfiel, an Flucht zu denken!" Fresenius, der geglaubt hatte, das ernste, würdige Auftreten des tiefgebeugten Vaters werde den Verstockten zur Umkehr treiben, stampfte zornig mit dem Fuße auf. Da haben wir ihn ja wieder den alten Trotzkopf!brummte er dabei. Theo sah sich verächtlich nach ihm um. Es schwebte ihm eine grimmige Bemerkung auf der Zunge; aber mtt öcücksicht auf feinen fassungslosen, schwer leidenden Vater unterließ er sie. Ihr Sohn will uns nämlich glauben machen", setzte Fresenius scharf ein, er habe die Reise nur im Jnteresse seines Geschäfts und zwar nach Berlin ausführen wollen. Beyer war nämlich auch bei der Hammonia" versichert. Die Nachricht von seiner Ermordung soll Ihren Sohn daher veranlaßt, haben.festzustellen. ob die Poli-cen-Honorirung nicht etwa anfechtbar sei. Damit hat es übrigens gar keine Gefahr. Denn Stanway hat, noch am Todestage feines Compagnons selbst wie wir durch den Vertreter Ihres

Sohnes erfuhren ein Schreiben an

die Hammonia" gesandt, in dem er ausdrücklich darauf hinweist, daß er den Betrag der Versicherung unter den hier obwaltenden Umständen nicht eher erheben wolle, als bis die durch die Staatsanwaltschaft eingeleitete StrafVerfolgung gegen den Thäter die mystische Angelegenheit klargestellt habe. Nun.ich denke, das ist anständig gehandelt. Und es spricht nur sür die Ratlosigkeit und das schlechte Gewissen Ihres Sohnes, wenn er es unternimmt, auf's Gerathewohl einen Mann zu verdächtigen, der mit am eifrigsten bei den Recherchen thätig war. Es kommt dies einem Racheakt gleich, der den Eindruck der Schuldlosigkeit auf die Geschworenen kaum verstärken

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(Fortsetzung folgt.)

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