Indiana Tribüne, Volume 24, Indianapolis, Marion County, 21 January 1901 — Page 4
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Montag, den 21. Januar 1901.
Lokal-Nachrichten. A. I. Lauö, Leichenbestatter, 1024 Süd Meridian Str. Tel. 48. Das Maslcnball.Komite des Unabhängigen Turnvereins beschloß in seiner aestern tachllüttag abgehaltenen Sitzung, daß daö Kindcr.Maskenfkst am Freitag, den 22. Februar, stattfinden soll. Tcr Maskenball für (5rn?achscne ist auf den L Februar anberaumt worden. Theo. Haufe'S neue Halle. 77C 778 Indiäna Ave., die schönste für Club und Bcreinsseste. Beste Gc tränke, Home Brcw, Cigarren, etc.
Fort mit Schaden. Richter Allen bewilligte heute Frau
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Ein Taubstummer als Kläger. . , Ueber die von dem Taubstummen James Wilkinfon gegen die Straßen bahn Gesellschaft eingereichte Schaden ersatzilagc wurde heute im Circuit Gc richt verhandelt.
Erhielt 500 Schadenersatz.
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Der Ädaline Thornberry, welche die Indianapolis Rubber Co. aus 525,000 Schadenersatz verklagt hatte, wurden heute von Richter Carter's Jury $50 zugesprochen. i.i i Polizeigericht. Ueber die heute vorliegenden Fälle traf der Richter folgende Verfügungen : David Mirbacher, thätlicher Angriff, d.23. ds. Mts. Alfred Coffin, thätlicher Angriff, d. 22. ds. Mts. ' ' Ehester B. Watter, Mordangriff, d. 22. ds. Mts. Cofsin und Walker waren am Sams tag in Streit gerathen, in dessen Ver lauf der Erstere den Lchtcrcn rcr möbelte, worauf dieser wiederum einen Revolver auf seinen Gegner abschoß. Joe Davis, Klcindiebstahl, d. 23. ds. Mts. Theodor Colcman, thätlicher An griff, d. 25. ds. Mts. Charles Edgett, Großdiebstahl, d. 23. ds.Mts, Lorcstus Kincade, Großdicbstahl, d. 23. ds. Mts. Paul Shcpard, Klcindiebstahl, d. 22. ds. Mls. Tick Walker, Kleindicbstahl, an die Großgcschworcnen überwiesen. Ehester 53.' Waller, Tragen verborgener Waffen und Schießen innerhalb der S'tadtgrcnzcn, d. 22. ds. Mls. Jacob Gilbcrt, Großdiebstahl, an die Großgeschworcncn überwiesen. Er hatte ein Pferd gestohlen. John Gorman, Klcindiebstahl, an die Großgeschworcncn überbunden. Dick Walker, Klcindiebstahl, dito; Wilber Rcwburg, Einbruch, dito; John Garman, Einbruch, dito; Stewart Don nelly, Einbruch, dito. Frank Davis, Dicöstahl, N'und Kosten. Jacob Barbour, thätlicher' Angriff, 55 und Kosten. David S. Bonner, Großdicbstahl', an die Großgeschworcncn überwiesen.
Im eigenen Heim!
Der Südseite Turnvcrcm weiht in cstlichcr Weise feine . neue Hällc cin. ',.,-. .... . ,. v.,.. . . - ..
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Sämmtliche deutschen Gesang- und Turn-Vereine trugen zur BermlichMg''der--Feier bei.
Ein eigenes Heim ! Ist es nicht der Wunsch eines jeden in's' Leben hin eintretenden Jünglings, wenn er den Kampf um's Dasein beginnt, es soweit zu bringen, daß er dermaleinst ein eigenes Heim sein Eigen nennen kann ? Und wenn dieser Wunsch, vielleicht nach vielen Jahren erst, in Erfüllung geht, er mit seinen Lieben in sein eigenes Haus seinen Einzug hält, dann beschleicht ihn wohl ein Gefühl innerer Befriedigung, es durch eigene Kraft so weit gebracht zu haben. Und wie der einzelne Mensch mit berechtigtem Stolze auf das von ihm Errungene blickt, wenn er seinen Jugcndtraum verwirklicht sieht, so hat auch jeder Verein das Recht stolz zu sein, wenn es ihm endlich nach -jahrelangen Mühen, durch die Energie und Tüchtigkeit, sowie durch das harmonische Zusammenwirken seiner Mitglieder gelungen ist, ein eigenes Heim zu besitzen. Und von diesem ver zcihlichcn Stolze war gestern Abend wohl ein jcdcö Mitglied des Südseite Turn Vereins erfüllt. Galt es doch die schöne neue 5)allc einzuweihen. Dieselbe hatte sich anläßlich der Gelegenheit durch Guirlanden, Flaggen und goldene Adler, in ein festliches Gewand gehüllt. ?t'amcntlich waren die große Halle und die Bühne in reicher und gefchmaclvollcr Weise dckorirt. In der Mitte der Bühne befand sich auf weißem Postament das mit Blumcnguirlandcn umrankte Bild des Herrn Henry Victor, des Ersten Sprecher des Südseite Turnvereins, welcher uncrmüthlich thätig war, damit der Bau zu Stande kam. Auf den Stufen des Postaments lagen Lorbccrkränze und das Ganze wurde von zwei mächtigen Palmen beschattet. Die sämmtlichen Dekorationen sind das Werk der Firma Charles I. Trümpcr, welche bekanntlich im Dckorationsfach stets hervorragendes leistet. Lange bevor die Feier ihren Anfang nahm, waren Halle und Gallcrie bis auf den lehten Platz mit den Mitgliedern des Vereins und eingeladenen Gästen angefüllt und immer neueSchaarcn drängten noch in den Saal.
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Wer nennt die Namen,-nennt die Gaste, Die wallend kamen zum Einweihungsscstc V
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Nachdem die Klänge der Ouvertüre killungen. waren, hob. sich der Vorhang in die Höhe und ein prächtiges Tableau bot sich den Blicken der Besucher dar. Hochobcn auf dem Postament schwebte über dem Bilde des Herrn Victor die in weißen Gewändern gekleidete Göttin der Freiheit mit Fackel und Schwert, wäh rend zwei ebenfalls weiß gekleidete Genjen von beiden Seiten dem Bilde Lorbeer kränze entgegen streckten. Vor dem Postament zur. Rechten, und Linken hatten sich drei Aktive und drei Turnschülcr in Turncrkleidung in malerischer Weise gruppirt. Dieselben reiüten dem Bilde einen Ehrenbries dar. Die Mitwir kendcn bei diesem Tableau, welches mit allseitigem Beifall begrüßt wurde, waren: Frau Curt Toll, Frl. Elisa Weiffenbach, Frl. Minnie Holt, Carl Jrrgang, Otto Graf, Gco. Schnepf, George und Henry Grcbcr und Carl Bcck. Nachdem der Applaus sich gelegt hatte, betraten die. Mitglieder des Bau komites die Bühne und in ihrem Namen übergab der Vorsitzende desselben, Herr Fred. Mack, mit einerlurzcn Ansprache den nunmehr vollendeten Bau dem Herrn Henry Victor in seiner Eigenschaft als, Präsidenten der HallenbauGescllschaft. Derselbe nahm die Halle entgegen, indem er Folgendes erwiderte :'
Rennett's für beste Feiertags.
Photographiern. 38 Ost Washington' Straße. ' " 'V
Rede d e s 1. Sprecher Henry Victor. ' ' . Meine Werthen Freunde! Durch Herrn Fritz Mack haben ; Sie, die Mitglieder des Komites, welches die Aussicht über den zur Freude .aller' Be thciligtcn nunmehr fertig gestellten Hallen Bau hatte, dies Gebäude an mich übergeben. Als erster Beamter der Südseite Turnhalle Bau.Gescll schast und Namens derselben übernehme ich das vollendete Werk mit der Ver sicherung, daß ich im Verein mit dem mir zur Seite stehenden Direktorium, zu welchem auch Sie gchörcn,.uns ic mühen werden, daß die geschaffenen Räume ausschließlich den Zwecken dienen sollen, für welche wir dieselben bestimmt haben. Der Südseite Turnverein, welcher sich als ein Institut für die Erziehung der Jungend in körperlicher und geistiger Beziehung bewährt hat, wird feine Ar beit in diesem neuen heim fortsetzen daneben soll die Pflege deutschen Farn!' lienlebcns, deutscher Sitten und (& brauche unter Uebung unserer Mutter spräche das Bestreben - der Bewohner dieses Hauses sein. Ich spreche Ihnen meine Freunde vom Bau-Komitc, herz lichen Dank aus für 'alle Mühe und Arbeit, welche ' Sie ' der guten, Sachr wdimen. So ' auch . danke'. ich allen Freunden und Gönnern, für, .die. .that?
kräftige Unterstützung, de uns in rci-j
chem Maaße zu Theil geworden ist. Vornehmlich wa'r'es Herr Albert Lie . '""' i : " , ' ber, welcher uns sehr , werthvolle Hilfe leistete, wofür ich demselbcn,unsern hcr lichen Tank euch bei dieser Gelegenheit aussprcche. ; ' ' "'. ' ' In gleicher Weise sinb .wir zu Tank verpflichtet den Herren':" John' P.'
Frcnzcl, Fritz Berner, sr., Louis Ruth, Herrn. Lohs, Charles Rinne, die in hochherziger Weise ihre vollbezahlten -Anteilscheine dem Südseite Turnverein bedingungslos zum Geschenk gemacht häben. '.'.Es erübrigt mir noch, volle Aner kcnnung zu zollen den Herren Vonnegut & 33ohn, welche die sämmtlichen Pläne sowie Zeichnungen für unser Hallen Gebäude lieferten und den Bau bis zur Fertigstellung leiteten. ' Ebenso haben die Herren Kontrakts rcn John A. Schumacher k Co., Haupt Kontraktoren; Hcrman Kirkhoff, Hei zungs.Anlage; Newman & Gcis, Gas und Wasscranlage; Fred. Mack, Dclo rationsmalerei; Henry Maag, Cement arbeit; John Miller, KcgclbahnAnlage; C. Ancshänscl, Beleuchtungs-Apparate; Sanborn Electric Co., Elektrische Licht Anlage, zur vollen Zufriedenheit des Bau.Komitls ihre Arbeiten beendet. Ich schließe hiermit und wünsche, daß die Bewohner der Südseite uns auch in Zukunft, beistchen und unsere Ziele för dcrn helfen werden.".. Hierauf trug Frl. Grctchcn Geiger als Prolog den Festgruß vor, welchen s. Z'tdcr St. Louiser. Turner Adolph Zint zur Einweihung: der Halle des dortigen Südseite Turnvereins gedichtet hättet .Derselbe schließt mit dem Wunsche ::! : Gesegnet sei dies Haus, gesegnet sei Dcr-edlc Zttcck, fur'den Ihr es ge ... ; : ' ' ; ' ': gründet; Und wer hier cinlritt, sei frisch, froh und frei. Mit edlem Muth den Besten stets vcr 1 ' bündet." Das ! anuthige Fräulein trug den Prclog ohne jede--Befangenheit vor.
Ihre Aussprache war deutlich und'ihre richtige Betonung bewies, daß sie mit Fleiß den Festgruß cinstudirt hatte. Reicher Beifall und ein schönes Rosen bouqct belohnten sie für ihre Leistung. Herr Victor stellte hierauf den An wcfenden Herrn Hermann Lieber, den Ersten Sprecher des NordAmerikani schen Turnerbundes vor. Derselbe hielt folgende beifällig aufgenommene Ansprache : Rede des Präsidenten' des N'A.T. B., Hermen Lieber.. Ich bin hierher gekommen um Euch Turner und Freunde von der Südseite einen herzlichen Gruß vom Bundes Vorort zu überbringen. In meiner Eigenschaft als Sprecher des Nordamcrikanischcn Turnerbundes vertrete ich eine fast 40,000 köpfige Ge sellschaft, in deren Namen, ja im Namen eines jeden einzelnen Mitgliedes der selben, gratulirc ich Euch für den großen und schönen Hallenbau, dessen Ein wcihung Ihr heute festlich begeht. Dieser Bau würde einer größeren Stadt wie Indianapolis zur Zierde und Ehre gereichen, und mir scheint, als ob die Bürger der Südseite Demjenigen oder
! Denjenigen, die diesen Bau geplant
und ausgeführt haben, zu großem Dank verpflichtet find. Wenn dicfc Halle im Sinne des Nord Amerikanischen Turncrbundcs ausgenützt wird, dann hat unsere Stadt ein weiteres Erzichungs-Jnstitut crhal icn, in welchem Kinder zu gesunden, kräftigen, vorurtheilsfreien, felbstdenkenden Jungfrauen und Jünglingen her angezogen werden, die in ihrem späte ren Alter einen ehrenwerthen Platz in der Gesellschaft auszufüllen bestimmt sind. Nun Ihr Turner von der Südseite wünsche ich Euch guten Erfolg. Ich wünsche, daß Ihr von der finanziellen Misere verschont bleibt. Ich wünsche Euch eine liberale Unterstützung von Seiten der Bürger der Südseite und wünsche, daß Eurer Verein sich so ent. wickele, damit er unter den Vereinen des Bundes zu deren Besten genannt werden wird. , Der hieraus folgenden Festrede des Herrn. Prof. Charles E. Em m e r i ch entnehmen wir folgendes Bei der vor etwas mehr als 7 Iah ren stattgefundenen Feier der Gründung des Südseite Turnvereins einer Art Taus.Feier hatte ich die Ehre einige Worte an die bei dieser Gelegenheit Versammelten zu richten und sagte ich unter Anderem, es freue mich, konstati ren zu können, daß der Neugeborene ein kräftiger, strammer Junge sei, der die besten Aussichten habe, ein langes, nutzbringendes Leben zu führen." Es freut mich umsomehr, heute wiederum konsta tiren zu können, daß diese Worte soweit im vollsten Sinne zur Wahrheit gewor den sind, und der beste sprechendste Be weis hierfür ist diese prächtige Turn Halle mit ihren schönen Klub und Ver gnügungsräumen, zu deren Einweihung wir heute Abend versammelt sind, und die sich der junge, des besten Gedeihens sich erfreuende Turnverein als sein zukünftiges Heim erbaut hat." Redner kam dann auf die thatkräftige Unterstützung seiner Mitglieder zu spre chen und hob hervor, daß der Verein, trotzdem derselbe erst sieben Jahre alt ist, schon ein kräftiger Jüngling gewor den ist, daß der Verein Zwecke und Ziele verfolgt, welche sein Fortbestehen rechtfertigen. Ueber die Aufgabe, welche ein Turnverein sich zu stellen hat, sprach der Redner sich wie folgt aus : Besteht sie etwa einzig und allein da rin, für das Vergnügen und die UnterHaltung seiner Mitglieder zu sorgen? Nein! Dies zu thun, ist allerdings ein Theil seiner Ausgabe, und mit vollem Rechte. Denn der Mensch ist von Na tur aus ein geselliges Wesen, und Ge selligkeit wird durch Trübsinn und Ein
sirdler Geist nicht gefördert. Sagt doch Goethe Tages Arbeit, Abends Gäste faure Wochen, frohe Feste". Durch eine heitere Lebensanschauung gewinnen wir die Mittel, Beschwerden zu überwinden und das Leben zu ge nießen. Der Turner ist lein Kopfhän ger. F r i s ch soll er an die Arbeit ge hen. und froh und in vernünftiger Weise sich den Genüssen des Lebens hingeben. Aber zum Zwecke des Ver gnügens allein wird ein Turnverein nicht gegründet und durch große Opfer von Seiten der Mitglieder erhalten. Sonst könnte er sich ja irgend einen andern , beliebigen Namen zulegen. Welches denn ist das Hauptziel, das ein
Turnverein im Auge hat oder haben sollte? Die Antwort i't wohl am besten in dem Motto des Turncrbundcs aus. gedrückt: nämlich durch die Kräftigung, die Ausbildung des Körpers in Harmonie mit derjenigen des Geistes frische,, freie, starke und treue Men schen zu erziehen. Menschen,, die nach den Worten handeln: F r i sch von der Leber weg sei unsereRede, Frei unser Thun von Heuchelei und . . : Schein, Stark unser Arm und hülfrcich iw der Fehde, Treu unserm Wort', der Schwachem Schutz zu sein. Ein Turnverein ist daher ein Er ziehungverein. Auf seine Fahne stehen die goldenen Worte geschrieben; FreiV heit, Bildung und Wohlstand für Alle" Möge der Südseite Turnverein dieses Panier stets hochhalten und seiner schwierigen, aber auch hohen Aufgabe stets in vollem Maße gerecht werden. Er ift so zu sagen, ein im südlichen Theile unserer Stadt auf Vorposten stehendcrPiönicr, der eintritt für deutsche Gcsin nung und Gesittung, für deutsche Lcbcnsart, für deutsche Sprache und Er ziehung. Möge sein Arm immer stark scin feine Kraft nie erlahmen in seinem Strcbcn, in seinem Kampfe mit den rcactionärcn Elementen der Gesellschaft, damit er sich die B:hn frei" halten kann von allen Hindernissen, die der Vcrwirklichung seines Ideals im Wege stehen des Ideals: eine liberale, mit dem gc funden Menschenverstände im Einklang stehende Lebensanschauung zu vcrdreitcn, geistig und körperlich gleich tüchtige Menschen heranzubilden. Möge ein guter Geist mit seiner Zaubcrhand ihn berühren, ihm Sinn und Herz erfüllen mit dem Muthe, der nie erschlafft, der Flamme, die nie er lischt, auf daß, wie ich schon einmal an anderer Stelle bei ähnlicher Veranlas sung sagte: Tie Stätte, die wir heute wcih'n so lang der Stein vom Stein nicht weicht, des freien Denkens, edlen Strc bcns, des deutschen Sinnes hehrer Tempel sei!" Herr Henry Victor vom Verein geehrt. Nachdem sich der Beifall, mit welchen Herr Emmerich nach Schluß seiner Rede belohnt wurde gelegt und Herr Victor d?n Rednern, den zahlreichen Gästcn für ihre Betheiligung, sowie allen Gc sang und TurN'Vcreincn, welche sich u n das Gelingen der Einwcihung-fcic verdient gemacht haben, seinen Dank abgestattet hatte, trat Herr H. Mitsch rich, der Zweite Sprecher aus ihn zu und hielt eine kurze herzliche Ansprache an ihn, in wclchcr er darauf hinwies, daß Herr Victor sich durch den Hallen bau sich selbst ein Denkmal erbaut habe. Der Südseite Turnverein halte es daher für seine Pflicht, ihm seine Aner kcnnung durch ein Ehrcnabzcichen zu beweisen. Hierauf überreichte Frl. Clara Roy dem sichtlich überraschten Herrn ein prachtvolles Roscnbouqct und heftete ihm sodann im Namen des Ver eins ein prachtvolles goldenes Ehren abzeichcn auf die Brust. Dasselbe ist von dem bekannten Juwelier Henry C. Scrgens entworfen und in dessen Werk statt hergestellt worden. Es besteht aus einem Adler, welcher in seinen Fängen ein Platte mit der Inschrift hcnry Victor" hält. Mit Ketten an diese Platte gehängt ist ein runder Schild, über dem eine Eule, das Symbol der Wachsamkeit, thront, während der Schild selbst das Turnabzcichen cnt hält, von Lorbcccrkränzcn umgeben. Auf der Rückseite der Schildplattc steht die Widmung: Unserem ersten Sprecher aus Dank barkcit gewidmet, 1901." Die Buchstaben sind eingebrannt. Das Abzeichen ist ein Kunstwerk der
Goldschmicdelunst. Herr Victor sprach hierauf seinen Dank für die ihm zu Theil gewordene Ehrung mit einigen herzlichen Worten aus. Der Männer chor erfreute hierauf die Anwesenden mit dem Vortrag des Liedes Du hast mich vertröstet", worauf die Damen klaffe des Südseite Turnvereins einen Stabrcigen mit Grazie ausführte. ' Herr Gottfried Monningcr trug hier auf mit feinem Verständniß folgenden, von unserm talcnlvollcn Lokaldichtcr, Herrn Werner Amict, verfaßten poe tischen Gruß des Unabhängigen Turn Vereins an den Südseite Turnverein" vor :
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