Indiana Tribüne, Volume 24, Number 123, Indianapolis, Marion County, 20 January 1901 — Page 15
Jndiana Tribüne. Sonntag, den 80. Januar I001.
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Von il. Steglitz.
I Wir jüngeren Ofsiciere des X. Infanterie - Regiments in G. hatten ' Abends von 8 bis 10 Uhr den sögej nannten Abendschoppen in einem Se-
vrtzimmer des eitauranis ce?iuz
am alten Markt. Zum Direktor der Abendgesellschaft war der RegimentZAdjutant, Leutnant von Randau, wählt, der die Sitzungen pünktlich 8 Uhr eröffnete und um 10 Uhr schloß. Die Statuten bestanden in drei Paragraphen: a) UnPünktlichkeit bei Beginn der Zusammenkünfte ist zulässig. l) Pünktlichkeit beim Schlich der Zusammenkünfte wird erbeten. c) Ueber Dienst darf nicht gesprochen werden. Eines Abends, es war soweU ich mich erinnere der 6. März, erschien der Negiments-Adjutant erst gegen 9 Uhr. Er sah verstimmt aus und entschuldigte sich kurz, er hätte Abhaltung gehabt. Es wollte in die Gesellschaft keine rechte Stimmung kommen. Etwas Besonderes mußte hier vorliegen. Mochte auch jeder seine Schuldigkeit gethan haben, man konnte nie wissen, ob nicht irgendwie ein Versehen begangen war. Und wenn der RegimentsAdjutant infolge dienstlicher Verhältnisse wie man annahm heute unpünktlich war, lag die Vermuthung nahe, daß beim Negiments-Eom-mando für einen oder den anderen Kameraden etwas Unangenehmes vorlag. Der NegimentS-Adjutant, sonst heiter und alles belebend, blieb still und schweigsam und verzog nur öfter sein Gesicht, als wenn er Zahnschmerzen habe. Es mußte etwas ganz Besonderes vorliegen, und als Leutnant von Randau nach einer halben Stunde aufbrechen wollte, stürmte alles auf ihn ein, was denn los sei. Nach vielem Bitten nahm der Adjutant Wieder Platz. Er sah wieder heiter in den Kreis seiner Kameraden. Run", meinte er, über den Dienst soll hier nicht gesprochen werden, und das wollen wir festhalten. Es ist tU was Außerdienstliches passirt, und ich will es erzählen, aber ich bitte, daß die Sacke unter uns bleibt." Alles athmete auf. Also dienstliche Sachen liegen nicht, vor, und das Außerdienstliche konnte den Einzelnen nicht treffen. Bitte, lieber Randau. erzählen Sie." Alle waren höchst gespannt. Als ich heute Vormittag". so begann Randau zum Vortrag beim Obersten erscheine, fand ich ihn in nicht angenehmer Stimmung. Statt am Schreibtisch zu sitzen und mich wie sonst mit einem Guten Mor gen zur Vorlegung der lausenden Sachen zu begrüßen, schreitet er auf und ab und beachtet mich kaum. Doch entging mir nicht, daß er sich öfter nach der Stirn faßte und auf ein kleines
Pflaster drückte, das nicht groß genug war. um einen längeren Hautriß zu verdecken. Das erste Wort was ich heute vernahm, war: Zum Schinder!" Dabei sah der Oberst so finster drein, daß mir doch etwas bange wurde. Endlich rief der Oberst kurz: Kommen Sie". Er vollzoa. ohne ein Wort
I zu sprechen, die Unterschriften. Denn
platzte er wieder mit den Worten heraus: Zum Schinder." Ich wußte nicht, wie ich mich der halten sollte. Ich sah ihn voll an und fragte, ob noch Befehle wären. Rein", war die Antwort, aber ich will Jnen noch etwas sagen. Heute Vormittag reite ich den Schimmel. Als ich am Vreitthor in die Stadt einbiegen will, wird das Thier plötzlich unruhig. Es fängt an zu schnaufen, ich will es beruhigen alles umsonst. Ich göe ihm die Sporen. Ein Satz nach der Seite, ich komme aus dem Satl, fall:, und das Thier geht wie wahnsinnig durch. Sie wissen lieber Randau, ich reite den Schimmel acht Jahre. Er hat gute Tage bei mir gehabt, und jetzt diese Undankbarkeit. Zum Schinder" mit ihm. Und das besorgen - ie. Ter Oberst ist, wi Sie wissen, ein vorzüglicher Reiter. Er hat ja doch drei vortreffliche Pferde, aber der Schimmel ist sein Leibroß. Ich überlegte einen Augenblick, dann bat ich den Oberst, mir zu gestatten, den Schimmel Nachmittags denselben Weg arbeiten zu dürfen. Es müßte da etwas Besonderes sein, was das treue Thier so aufgeregt hätte. Gut" erwidert der Oberst, den Gnadenritt bewillige ich, und morgen zum Schinder mit ihm." Nachmittags reite ich mit dem Schimmel ab. Es ging vortrefflich. Da komme ich an das Breitthor. Der Schimmel spitzt die Ohren, fängt an zu schnaufen und macht, als ein Mann mit hellem kurzen Rock sich nähert, einen mächtigen Seitensprung. Ich liege im Sande, und das Thier geht wie rasend durch. Das alles ging so schnell, daß ich kaum wußte, wie ich aus dem Sattel kam. Der Oberst hatte sich die Stirn derletzt, ich hatte greuliche Schmerzen im linken Knie. Das Gehen wurde mir schwer, und der Mann im bellen Rock, der näher gekommen stützte mich. Es ist mir", sagte ich, recht unangenehm, daß das Thier mich abgewor fen, und mir unerklärlich. Hm", meinte der Mann, so ganz unerklärlich ist mir das nicht. Ich kenne den Schimmel. Mein Freund, der Bursche des Herrn Oberst, hat mir das Thier vor einiger Zeit aufs Gehöft gebracht, und da haben wir ihn, weil er zu weiß aussah, hinten etwas dunkler gefärbt. Das mag. weil die Farbe in die Haut einzieht, etwas sohmerzhaft gewesen, sein und die Kr-
.'HYiUung uu oke Vegenv, w? wir ihn färbten, hat es wohl ungeduldig gemacht." Das also war des Räthsels Lösung. Morgen muß ich dem Oberst über meinen Ritt berichten. Was soll ick nun
thun? Der arme K'rl. der Bursche! Johann, der es so gut gemeint, ist ret- i tunaslos verloren, er hat vierzehn Ta,
ge Arrest zu gewärtigen. Gute Nacht, meine Herren." Am nächsten Morgen ging derOberst zur Vesicktigung seiner Pferde in den Stall. Während die anderen Thiere ruhig weiter futterten, drehte der Schimmel den Kovf wiederholt nach seinem Herrn. Der Oberst war gerührt. Hör mal, Johann", rief er denn Burschen zu. der Schimmel bleibt hier, es scheint ihm leid zu thun." Als der Regiments-Adjutant zum Obersten zum Vortrag wollte, machte ihm der wackere Bursche Johann Meldung über die Begnadigung desSchimmels. Und fügte er noch hinzu: Ich hatte doch große Angst, daß der Schimmel schlagen würde. Ter Herr Oberst stand ganz dicht hinter ihm, der Schimmel drehte den Kopf immec mehr zurück er ist doch hinten etwas kitzelig geworden." So bekannte John Farbe. Der R:-giments-Adjutant aber war sehr befriedigt, daß die Schimmelgeschichte tinen so glücklichen Ausgang genommen hatte.
In ewiger IM). Erzählung von I. Hoechstelter. Sie stieg die Treppe l.nauf. Da war sie plötzlich bei ihm in der Briennerstraße, sie, die er noch ganz lies un:en in Meran glaubte. Ah was wohl für :r. Gesicht machen würde, wenn sie so unvermuthet vor ihm tand? Und ob er wohl schlecht ausah? Er hatte so lange nicht mehr gechrieben, sondern immer nur Telegramme geschickt, welche sagten, daß er unwohl sei Influenza u. s. w. Deshalb war sie nun hergekommen. Sie wollte ihn pflegen o, er sollte bald wieder lustig sein, der schöne Gustav. Wo er wohl sein würde? Run zu dieser Stunde fand sie ihn sicher in dem Eckzimmer, wo er gewöhnlich arbeitet. Sie warf erst einen flüchtigen Blick in den Spiegel. Er liebte es so, wenn sie Side trug, und das dunkle Blau stand gut zu ihren lichtbraunen Haaren. Sie klinkte die Thüre auf ganz leise. Dann trat sie ein. Da da saß er vor dem Schreibtisch. Nur sein dunkler Kopf ragte über die Fauteuillehne, wie auf einem FriedrichsruhInterieur von Allers. Wenn er ahnte ! Wer ist da?" hörte sie eine Stimme.
Wie war das Gustav? Dieser
matte, färb- und glanzlose Ton kam von ihm? Sie zögerte einen Moment dann lief sie auf ihn zu und schmiegte ihr Gesicht an seine Haare und sagte leise, lachend, zärtlich: Ja. wer ist es?" Wie im Krampf zog der Mann die Schultern hoch. Du?" rief er. Du? Du bist es?" Er fuhr in die Höhe und wandte sich zu ihr und sie hing an seinem Hals. Schatze!," flüsterte sie, süßerSchatzel. Konnte ich denn anders, als zu Dir kommen? Konnt' ich denn? Und krank bist Du gewesen, Du armes Hascher! und ja wie ist es nun ist es gut?" Sie machte sich von ihm los und sah ihm zum ersten Mal in's Gesicht. Da zog rasch unterdrückt ein Ausdruck des Schreckens über das ihre. Gustav ja, was ist Dir denn?" Er strich sich mit einer nervösen Bewegung die Haare in die Snene. Ich bin so krank gewesen," sagte er mühsam und noch so so elend. Du mußt schon verzeihen, wenn ich" Verzeihen? O Du armer lieber Schatz verzeihen " Sie blickte wieder auf ihn fast zögernd furchtsam. Gott ja wie
sah er aus? Die Unterlippe hing ihm so seltsam vor, und der Schnurrbart war nicht gebürstet und ungepflegt und über dem ganzenUntergesicht lag jener bläuliche Ton, den schlecht entfernte Barthaare brünetten Gesichtern geben. Wie war es möglich, daß er sich so vernach-
lassigte? Sie fühlte, wie etwas Haßliches in ihr aufkroch . Aber nein nein. Freut es Dich denn gar nicht ein bissel, daß ich da bin?" fragte sie und trat einen Schritt gegen die Thüre hin. Dann kann ich ja auch wieder gehen soll ich. Schatze!-" Hedwig," sagte er mit einer Stirnrne, die gequält und heiser klang, HedWig!" Was ist Dir Gustav? Du Boser Böser. Du hast mir noch keinen einzigen Kuß gegeben." Sie lachte. Es klang leise durch das Zimmer. Da stürzte er auf sie zu. Aber in kleiner Tisch stand zwischen ihnen, der fiel lärmend zur Seite. Sie trat unwillkürlich einen Schritt gegen das Sopha hin. Und da sah sie, w'c er an der Stelle, wo sie eben gestanden, eine sonderbare, fast lächerliche Armbewegung in die Luft machte. Und dann verzehrte ein Ausdruck von sinnloser Wuth sein Gesicht. Ich sehe Dich ja nicht," schrie er, ich sehe Dich ja nicht. Ich bin ja blind blind." Er hielt sich krampfhaft an dem nächsten Stuhl. Blind?" rief sie. Du bist blind? Heilige Maria blind?" Ihr schauderte. Da gab sie sich plötzlich einen Ruck. Sie trat zu ihm. Sie schlang den Arm um seinen Nacken. den weichen, jungen Arm.
2)U Lieder Du Äermster." sag:e sie und wollte ihn küssen. Aber oj sah sie dies schlecht gepflegte Gesicht und die häßlich verzerrte Lippe und sie konnte nicht. Heiliger Gott sie konnte nicht. Sie drückte immer seine Hand. Es kann doch gar nicht sein es kann doch nicht. Oder es wird bald wieder gut? Man heilt doch jetzt Alles. Wir gehen miteinander zum Herzog Karl ach, es muß ja zu helfen sein es muß!" Man kann nichts thun," sagte er mechanisch, wie wenn er sich das schon unendlich oft vorgesprochen, gar nichts. Kommt von der Influenza Sehnerv geschwächt Operation unmöglich. Aber vielleicht giebt es sich von selbst wieder die Natur kann heilen. Und ich muß sehr kräftig leben sehr, den ganzen Tag über essen und trinken und das thue ich auch, das ist ja so wie so mein einziges Vergnügen " Gustav!" War es häßlich, was ich sagte? Jetzt wo Du bei mir bist. Aber ich sehe Dich ja nicht ich sehe Dich ja nicht. Weißt Du. wie das ist, wenn man nicht sieh!, ob Du weinst oder lachst und daß es immer so bleibt immer. Wo bist Du denn? Du bist doch gekommen zu mir, und Du hast mich doch lieb Du " Und er riß sie an sich und küßte sie. Sie zuckte zusammen, sie empfand ein körperliches Unbehagen dabei. Sie warf mit einer injtinctiven Bewegung den Kopf zurück. Da hielt er ihre Hand und streichelte sie, und sie sah nur immer, daß seine Fingernägel ungepflegt waren. Und lyr fiel garnichts ein, was sie ihm sagen konnte gar nichts. Er that ihr ja jo leio aber aber Ihre Gedanken machten den gleichen Weg. Da in dieser Stube wenn es dunkel war da hatten sie zusammen gesessen und von ihrer Liebe gesprochen : daß sie ewig sein würoe und unendlich, und stärker wie der Tod. Und er hatte sie geküßt, daß es ihr wehe that mit jener wilden Zärtlichkeit, die kein Abwägen und keine Slbstbewahrung kennt. Es war einmal Und nun nach sechs Wochen? Er stöhnte. Scheint die Sonne-" sagte er plötzlich. Ja, Gustav. Es ist ein Uhr." Wirst Du wirst Du wieder zu mir kommen, wenn es Nacht ist wenn es dunkelt? Heute?" Seine Lippen zitterten. alZ hinge von dieser Frage Alles ab. Sie schwieg einen Augenblick. Ich muß dicsen Abend zu Professor Schnitzlers ich versprach es aber morgen, Gustav morgen." Er lachte müde. Ja, morgen."
Eine Pause entstand. Aber Du darsst Dich nicht so lange bei mir aufhalten," sagte er dann. Nicht so lange. Willst Du nicht ge-
hen?" Sie war wie gelöst. Gehen ja gehen fliehen vor diesem Manne, der ihr vorkam, als gehöre er gar nicht mehr unter die Lebenden, als sei er schon halb gestorben. Ja ich muß fort, Gustav es fällt sonst auf." Er wandte sich ein wenig zur Seite und fuhr mit der Hand über die Augen. Verzeih," sagte er nun, ich habe Dich gar nicht gefragt, wie es in Meran war. Sehr hübsch ja? Und Du hast Dich gut amüsirt?" Ja ja gewiß. Wenn ich wiederkomme, erzähle ich Dir Alles morgen." Ein unheimliches Lachen ging über sein Gesicht. Morgen morgen und wenn ich Dich dann ermorde Hedwig?" Sie floh unwillkürlich weg von ihm. Ach Du," sagte sie ein wenig ängstlich, das kannst Du Deinem" Sie unterbrach sich. Deinem Schatz." hatte sie nach alter Gewohnheit sagen wollen. Aber nein das ging nicht. Das kannst Du mir doch nicht thun." Er hörte heraus: das kann so ein hilfloser, blinder Kerl doch nicht fertig bringen. Es ist auch gar nicht mein Ernst," sagte er. Ich danke schön für Deinen Besuch. Jetzt muß doch bald Dinerstunde sein, nicht wahr?" Ja." nickte sie. Herrgott, wie essen denn wohl blinde Leute, dachte sie. Alles mit dem Löffel wie kleine Kinder ? O, nur das nicht mit ansehen. Adieu, Gustav, sei nur guten Muthes." sagte sie mit Anstrengung.. Es wird gewiß bald besser." Er antwortete nicht. Adieu." sagte sie wieder. Und sie drückte noch einmal die Wange gegen sein Haar leise flüchtig. Und dann ging sie erleichtert wie Jemand, der aus einer Grabcapelle tritt, wo er die schuldige Pietät zeigen mußte. Morgen." flüsterte er, morgen". Und er wollte sie zur Thüre geleiten. Aber in der Erregung stieß er sich das Knie an einen Stuhl. Ein halb unterdrückter Fluch entfuhr ihm. Sie
hörte nicht sie war schon draußen. Er tastete sich müde nach dem Sessel zurück und heftete die lichtlosen Augen nach der Richtung der Thür. Morgen morgen. Er hatte so ein eigenthümlichesSausen im Ohr das klang immer: morgen .morgen. Und die Uhr im Zimmer tickte auch immerzu in eintönigem Fall: morgen morgen. Er lachte rauh. Er wußte, daß sie nicht wieder fam.
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?on?l. Thcinert. Ein thaufrischerSommermorgen ist's in Slldaustralien. Ucppige BlüthenPracht entfaltet der Orangenhain, unter dessen dunkelm Laubbaldachin tin junges Paar wandelt, das an diesem für die geplante Picknickfahrt bestimmten St:lldicheinplatze vorzeitig sich eingefunden hat. Lange sind die beiden nicht allein, die andern Mitglieder der Gesellschaft kommen an. und scherzend und lachend vertheilt sich das muntere Völklein in die draußen vor demParkgitter haltenden Wagen. Geräuschlos rollen wir auf dem sandigen, von stattlichen Pinien eingesäumten Wege der nahen Landstraße zu, wo die Hufe der Pferde mit scharfem Klänge anschlagen. Schatten leichter Wolkm huschen über die frischgrünen, mit Blumen übersaeten HUgelhänge, die Eukalypten prangen im üppigsten Flor gelber und scharlachrother Blüthen, die langen Staubfäden der Spinnenorchis schaukeln im linken, von füßem Duft geschwängerten Lufthauch und die Bienen musiciren dazu mit nie aussetzendem Gesummse. In das Rasseln der Räder, in das rhythmische Gestampfe der Rosseshufe, in das Geplauder lebensfroher Menschen mischt sich auf der Höhe des Hügelkammes das Säusein des Windes. Blau in blau am Horizonts liegen zur Linken die gro-
ßen Seen, und vor uns dehnt Wald und Buschland sich aus bis in purpurn und violett schimmernde Fernen, durch die das von der Morgensonne beschienen, glitzernde Silberband des Murray in vielen Windungen sich schlängelt. Gegen zehn Uhr ist das Ziel erreicht, eine idyllische Waldlichtung. Die Pferde werden abgeschirrt, die Proviantkörbe ausgepackt und ein buntes, fröhliches Treiben entwickelt sich auf dem schwellenden Rasenteppich. Eine Stunde später Lat die Gesellschaft sich im Busch zerstreut, in Paaren und in Trupps. Beeren zu suchen. Ich streife allein durchs Dickicht, Beobachtungen machend, und eines der lebenden Bilder, die ich damals geschaut, hat das Gedächtniß treu bewahrt: ein blondes Köpfchen mit tief imNacken hängendem Strohhut, ein frisches, liebliches G:sicht. eine zierliche Gestalt. Ihr Begleiter biegt die stacheligen Ranken auseinander, aber emsig wird das Beerenpflücken nicht betrieben. Hände finoen und halten sich fest, innige Blicke werden ausgetauscht, hingebend schmiegt das Mädchen sich an den Mann, und ein langer Kuß besiegelt den geschlossenen Bund. Jene beiden sinds. die am Morgen die Ersten waren im Orangenhain. In weltvergessener Glückseligkeit schweifen auf der Heimfahrt die Augen des Mädchens auf die vom Mondlicht verklärte Landschaft, in den Zügen des Mannes aber zuckts manchmal, wie wenn Schweres ihn bedrück-
te. bange Ahnungen ihn quälten. Morgen müsse er verreisen, weit weg nach Norden, erklärt er, aber in acht Tagen spätestens hoffe er wieder m Adelaide zu sein. An der GartenPforte haben sie Abschied genommen von einander und das Mädchen schreitct dem Hause zu. Als sie in einen von Lilienbeeten umsäumten Pfad einbiegt, streicht ein frostiger Hauch über die Fluren, und geheimnißvoll nicken die weißen Kelche der zwischen ihnen Wandelnden zu. Jsts freudige Theilnahme, ist Mitleid, was sie öekünden? Dem Mädchen wirds so beklommen ums Herz, unbestimmte Schatten verdunkeln das Zukunftsbild, das eben noch in strahlender stelle ihr vorgeschwebt. In Adelaide feiern die Insassen einer Pension das Ehristfest. Eine junge Pinie ist geschmückt mit glänzendem Flitter und brennenden Wachskerzen, und von der Decke hängt der Mistelzweia. Deutsche und englische Weih-
nachtsbräuche reichen sich hier die Hand. Habt ihr schon gehört? fragt ein eben ins Gesellschaftszimmer getretener, vor einer Stunde aus dem Hinterlande angekommener Schafzüchter. nachdem er die alten Bekannten begrüßt. Habt ihrs schon gehört, daß der Schwindler entdeckt und gefaßt ist, der vor sechs Monaten die FarmersBank in Melbourne in so raffinirter Weise um 1000 Pfund Sterling geprellt hat? Die Spuren wiesen nach Sydney, aber alle Nachforschungen dort waren umsonst. Hier hat man ihn, glaube ich, gar nicht gesucht und doch hat er etliche Wochen in eurer Mitte geweilt. Wißt ihr wers ist ? Der flotte Jrländer, der letzten Sommer den Mädchen und Frauen in Adelaide die Köpe verdrehte. Ich war ja damals auch grade in der Stadt und habe so allerlei munkeln hören. Heute bin ich mit dem Menschen ein paar Stunden in demselben Zuge gefahren, und ein angenehmerer Gesellschafter ist mir noch nie begegnet, das muß ich sagen. Ein gebildeter und ein liebenswürdiger Spitzbube! Hat mit seinem polizeilichen Geleite und mit
uns andern Passagieren aufs anregendste und so unbefangen geplaudert, wie wenns sich für ihn um eine Vergnügungsreise handelte. Na, jetzt werden seine Talente wohl eine Weile brach liegen müssen. Schade, wirklich jammerschade um ihn! Ein blondes Mädchen, das an der ausgelassenen Fröhlichkeit der andern nicht theilgenommen, steht auf und will das Zimmer verlassen. Sie schwankt, ihre Augen blicken starr, und ohnmächtig sinkt sie einer zuspringenden Freundin in die Arme. Als Fälscher und Betrüger zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurtheilt! Er steht vor den Gerichtsschranken .im vollen Licht der durch das Ostfenster einfallenden Sonnenstrahlen. Den
Urtheilsspruch hai 'er drcnonttncl?', aber keine Muskel zuckt in dem schönen Gesicht, und die hohe Gestalt reckt noch höher. Auch jetzt noch einc lxstechende Erscheinung. In entsetzlicher Einförmigkeit reiht cinTag sich an den andern. Vom Morgen bis zum Abend arbeitet No. 1373 in den Steinbrüchen mit Hammer,
Meißel und Brecheisen. Ob die Son-1
ne glüht und blendet, ob der Neg'.n gegen den grauen Fels klatscht, ob der rauhe Südwest übers Land fegt, das harte Tagewerk bleibt immer dasselbe für den Paria in der Sträflingsjack?. Die Spannkraft des Körpers läßt nach, Verstand und Gemüth werden stumpfer und stumpfer. . . Monate und Jahre sind vergangen, das letzte ist ihm in Gnaden geschenkt worden, und eines Morgens steht er vor dem Gefängnißthore, ausaerüstet mit ordentlichen Kleidern, mit ein paar Pfund 'Sterling in der Tasche und frei, zu gehen, wohins ihm beliebt. Wie im Traume wandelt er durch die so lange nicht betretene Stadt. Aller Blicke, meint er, seien, auf ihn gerichtet, und jetzt erst wird er sich so recht der selbstverschuldeten Schande bewußt. Eine Art Heimweh nach der Einsamkeit der Zelle beschleicht ihn. Dort hat er nie empfunden, was er heute empfindet, dort ist, nach den ersten leidenschaftlichen Ausbrüchen wilder Verzweiflung, ruhige Ergebung über ihn gekommen und Gleichgültigkeit.
Gleichgültigkeit! Könnte er doch die wiederfinden! Aber wie und wo? Trinken! trinken! Das wird Betäubung, wird Vergessen bringen. Er biegt in eine enge Gasse ein; dort liegt, wie.er von früher her sich erinnert ein Restaurant, eine gewöhnliche Pintenwirthschaft, aber ein Asyl, wies ihm für feine gegenwärtige Lage am passendsten erscheint. Wie bekannt ihm dasSchanklocal vorkommt. Nichts verändert, nur noch schäbiger ists geworden da drinnen in den vergange nen vier Jahren. Das lederüberzzgene Sofa steht noch an demselben Platze, aber aus Löchern und Ritzen quillt die Roßhaarpolsterung, und die Sprundfedern sind verbogen und zerbrochen. Die alten verblichenen und verstaubten Papie?blumen verunzieren noch immer das Kaminsims, und an Decke und Wänden kriechen die Fliegen herum, ganz wie ehedem. Er bestellt ein Glas Brandy und stürzt es hinunter, er bestellt ein zweites, ein drittes. Zecher finden sich ein, und man trinkt sich zu. Mit den Kneipkumpanen verläßt er Abends spät die Spelunke, mit ihnen bummelt er in den verrufensten Quartieren der Stadt herum. Mehr Brandy, mehr Whisky; Spielkarten. Streit. Rauferei; und mit einem Messerstich durch die linke Lunge wird der aus dem Gefängniß Entlassene vierundzwanzig Stunden später ins Hospital geschafft. Keine Rettuna mehr: jeden Ausn-
blick kann der nur noch schwach glimwende Ltbensfunke verlöschen. Eine Ordensschwester sitzt dicht verschleiert am Bett res Sterbenden. Schwester, flüstert er mühsam in abgebrochenen Sätzen. Schwester, wollen Sie's ihr ihr. von der ich Jhnen erzählt. ihr sagen, daß mein letzter Gedanke ihr gehört hat; daß ich sie bitte ach so flehentlich bitte, mir zu verzeihen. Ich bin ein Schurke gcwesen, ihren Seelenfrieden zu stören, aber Schwester, ich habe sie geliebt, innig und rein geliebt. Wäre ich ihr eher begegnet vielleicht vielleicht wäre alles anders gekommen. Laut ausschluchzend schlägt die Schwester den Schleier zurück von dem thränenüberströmten Gesicht. Der Mann blickt auf und erschrickt. Me'N Gott! murmelte er. Du! Du bist es! Und das hier! Nach dem am Gürtel der Schwester hängenden Kreuze tastend: Ter Welt entsagt meinetwegen durch meine Schuld. O, ich
Elender!
Das Mädchen krnet nieder, sie faßt die Hand des Sterbenden, und Worte des Trostes und der Liebe kommen über ihre Lippen. Sie hat verziehen, längst verziehen. Ihr Herz hat sie ihm geschenkt in jener Stunde im Orangenhain, ihr Herz gehört ihm immer noch. Er lächelt verklärt, er will sich auf. richten, aber die Kräfte versagen. Ein tiefer Seufzer, und die Seele hat sich frei gerungen vom Körper. Die Knieende betet, sie hc ucht einen Kuß auf die bleiche Stirn und druckt die Lider über die gebrochenen Augen. Ueberwunden!
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