Indiana Tribüne, Volume 24, Number 123, Indianapolis, Marion County, 20 January 1901 — Page 1

v

Y

8-

Sonntag,

J2MGrcatiütJtete as.

s

2 den SO. Januar 1Zl1. Z Z 8 ?!o. 12.-5. J UUXH X AHHRUAM

MMlWMO

tS? V U-1

O (1

7f s lYf)" 'sl's vU

y

oo

CrvO

IMVIVUA

Fest u.sereLt

n

o

J tCjCSCÄ ifiCfittR !K4t4LwkAAAftiiBSV4feA-4OVk0VkAA

l iZ Seilen

I Seiten 1-8. . ' 8 ... ... 1 i jwicKicrnso

Goldenes Jubiläum des

scmlen

urn

Vsrem

Der Sociale (Turnverein, Gleichwie die Bedeutung die Größe eines einzelnen Menschen nicht nach der durchschnittlichen Höbe seiner Fähigkeiten bemessen und anerkannt wird, sondern vielmehr nach der außergewöhnlichen Krast einzelner (harakterzügc, durch die er sich hervorragend von der Masse seiner Mitmenschen unterscheidet, so finden wir auch auf dem Gebiet gcscllschastfördcrnder Vereine das Maß für die Bedeutung eines jeden in dem hervorragenden, das er als Verein leinet. In dieser Hinsicht nimmt der Sociale Turnverein von Indianapolis unter den Vereinen unseres Landes line beneidenswerthe, achtunggebietende Stellung ein. Seit dem halben Jahrhunderte seines Bestehens bat er eine Zahl freiheitsliebender Männer unter seinem Banner versammelt, deren ?!amen guten Klang im Lande haben und deren Wirken, namentlich dem neuen Heimwesen. unserer schönen Stadt Indianapolis zunächst zu Gute kam. Die alten treuen Mitglieder, ihre Söhne und Enkel ha'en ja Stadt und Verein mitsammen aufwachsen gesehen. Von einer kleinen Turnhalle in Holzbau in der Noble Straße bis zum imposant aufragenden Deutschen Hause, von Gasbeleuchtung und Schlammwegen, bis zum elektrischen Licht und aöphaltirten Wegen, vom Knownothingthum bis zur Einführung des deutschen Unterrichts in den Volksschulen, in Leid und greud, ja gebrauchen wir das Wort, durch, Dick und Dünn hat der Verein seine Fahne hocligeheltcn. Nicht durch l'ob und nicht durch Tadel hat er sich an dem Ziel irre machen lassen, das er sich vorgesteckt. Seine Mitglieder und gedenken wir hier auch dankbar deren, die nach fleißigem ernsten Schassen sich zur Nuhc gelegt und uns in das grosic Ungewisse vorangegangen sind sie alle haben nach Maß ihrer Kräfte mitgearbeitet an so vielen segensreichen Errungenschaften, deren sich durch das Dcutschthum unsere Stadt rühmen kann. So sehen wir einen Verein, der Rcchr gegen Rechte, Freiheit gegen Freibeitcn vertritt, einen Verein, der über die natürlich cnggezogcnen Grenzen eines Turnvereins hinaus seines ersprießlichen Wirkens waltet, einen Verein, der seine höchste Aufgabe in der Befolgung vernünftiger Lcbcnsanschauungcn sieht und der zum Beweise seines ernsten Willens diesem seinem Ideal daö imposanteste Monument errichtet hat welches bislang die Geschichte der Deutschen in Amerika kennt Das Deutsche H aus.

Das Iubiläumsjahr. Mit dem Antritt des 20. Jahrhunderts ist für den Socialen Turnverein ein wichtiger Zeitabschnitt gekommen. Fünfzig Jahre sind seit seiner Gründung in den Strom der Zeit geschwunden. Ein halbes Jahrhundert lang ist der Sociale Turnverein den von seinen Gründern vorgezcichnctcn Weg gewandelt, und hat, allen Hemmnissen und Hindnnissen-zum- Troh, unentwegt und unerschütterlich an seinen Idealen und Principien festgehalten. Er hat eine keinem deutschen Vereine ersparte Sturm- und Drangpcriode duräzerlebt und durchgekämpft und darf hcte mit Genugthuung und stolzem Selbstbewußtsein auf seine Errungenschaften zurückblicken und mit Beruhigung seiner Zukunft entgegensehen. Das Jahr 1J)01 ist für den Socialen Turnverein ein Jubeljahr. Die Gründung des Vereins fällt in den Monat Juli und das eigentliche goldene Jubelfest wird auch in jenem Monate im Turnerparkc statthaben. Beabsichtigt ist die Abhaltung eines großen Volksfestes daselbst, zu dem sämmtliche hiesigen deutschen Vereine eingeladen werden sollen. Der Verein hatte beschlossen das Jubeljahr durch Aufführung eines großen Jcstspielcs einzuleiten und nach Abhaltung des Volksfestes im Juli durch ein großes Hcrbstfcst zu beschließen. Das Fcstspicl wird am Freitag, den 25. Januar, im Deutschen Haus abgehalten werden unter Betheiligung der Turner und Mitglieder der Dramatischen Sektion. Einladungen dazu an Vereine wurden nicht erlassen, doch ist jeder Deutsche eingeladen und herzlich willkommen. Den Schluß des Fcstspicls wird ein Tanzkränzchcn bilden. Erwähnen wollen wir noch, daß wir die Daten für die ältere Geschichte des Vereins der von Theodor Stcmpfcl herausgegebenen Festschrift : Fünfzig Jahre unermüdlichen Deutschen Strcbcns in Indianapolis" entnommen haben.

Die Geschichte des Socialen Turnvereins. D i e Indianapolis Turngemeinde. In Indianapolis begann das deutsche Äereinsleben im Jahre 1851 und zwar mit der Gründung der Indianapolis Turngemeinde, aus welcher im Laufe der Jahre durch eine Verkettung von Umstanden der heutige Sociale Turnverein von Indianapolis sich entwickelte. Der eifrigste Agitator für die Gründung der Turngemeinde war August Hofsmeister, ein strebsamer, thatkräftiger junger Mann, der das Talent besaß, zur rechten Zeit das rechte Wort zu finden. Er war schon in Deutschland Turner, und gehörte, bevor er nach Indianapolis kam, der im Jahre 1849 gegründeten Cincinnati Turngemeinde an. Am Montag, den 28tcn Juli 1851, wurde die Indianapolis Turngemeinde" unter entsprechenden Feierlichkeiten gegründet. Ihre Gründer waren außer dem schon genannten August Hoffmcistcr, Jakob Metzger, Alex. Metzger, Clemens Vonnegut. John Ott, Karl Hitt. Die Möbelwerkstätte von John Ott, ein einstöckiges Holzgcbäude, 215 West Washington Str., gegenüber dem Staats-Kapitol, diente als Versammlung-' lokal und der vor dem Hause liegende Hofraum als Turnplatz. Die Turn geräthe bestanden aus einem Reck und später wurde unter den Mitgliedern Geld zur Anschaffung eines Barrens zusammengetrommelt. Nach Verlauf eines halben Jahres miethete der Verein für den Preis von 3.00 per Monat ein durch Feuer thcilweise zerstörtes Holzgcbäude in 225 Ost Washington Str., durch dessen vcr fallenes Dach die liebe Sonne und des Himmels Blau neugierig hinein schauten. Bei Regen oder Schnecwcttcr war jedoch der Aufenthalt in der Turn halle weniger gemüthlich. Ein einziges Zimmer im ersten Stock war von des Feuers Macht verschont geblieben und befand sich in leidlich gutem Zustande zur Abhaltung der wöchentlichen Versammlungen, in denen nach Herzenslust Welt, verbessert" wurde. Der Socialistische Turnverein. Ganz dem deutschen National-Charakter entsprechend, bildete sich kurze Zeit

nach dem Entstehen der Turngemeinde ein Oppontlons-Verem, der Socialistische Turnverein," zu dem meistens ältere Männer gehörten. Dr. Homburg, ein seit Ende der 30er Jahre hier ansässiger Arzt, hatte den Verein in '3 Leben gerufen. Dr. Homburg hatte sich f. Z. an der Erhebung der Burschenschaftler betheiligt, und mußte, wie so viele Andere, aus Deutschland flüchten. Er war ein Mann

H , 3s iL I

Hl "W?

: M" ' " : M " '2 TY f ? l ' - s 5' -" ' . j ' iZr ,, Cl IiY"M v";,k -Zg 5 sÜM 7 x ,4. . iKSvA kntt a H -v i JuiS' W'h'' xK .fq H V iV c- f;uy . -Av. . X 5 ' XX5 vl 5 1 l v n- ; V,!- f,VXvVN l Li CVf ' !;VU Za&!f4 ? ? p : - .MÄi'". nrr m M f ! 5 im i.T-cr Vyf n - '-rrn T )A -U iJ --t 1 Yrn k UN!. UO' I hhz.m PUL i. mmämmiiPmx sMNzÄi L-- vc ' ;rxs frrr .si.z ' . L--'-v v'V ' -4nn'4 ' v v " :vv; . -.41 ,-:,rr i . v-feiiiv inpffn-M- '- ' ji?u. -.3 1 -f - "isy ?,',n-k- 1k II :-ffJ:r.:''j.::'-v. v-V ' 'wk ; f-f it. IX :c :wji s ,C t;i ll;-w 3 I . 3.. Hr r Wjl fvja fmihfinfy .. m wEmJs&& iMlMMäMMJM u. i fi-' niH &:t-iimim rrVrSS5i JJÜSrj.J 'fcCTr:-ry-i&L- " -. "" "' j'" j ( .j,..,,. - "rT , m'lnm Mi -v v: . ; ; . -.. . ' ;" ' ' ' .- --.iv ' '-. ' ' ''' V7-V- ... s-.;c-.it-:'"'1----.-- . - .-... , . . r v".- - . . . i ü, - ' ' "i. .. ' - - - f . - ' f K-,::.: :-: : , . 1:.--, ..... i.-.-.r" . ; V s -t- ... "- - - , '. . . . i -v' . : r 'P - - VrÄ '.-7.: '- .. ' 5 -' '.. ' . ' ' -: ,

.-wj-a iuAy-Ä.' Vf. .:J.V -V. z. - . .--i -.r , , .. 4-. v , - . ,..w.

1

H - ii;.i,1',yy'. w .r ' iJrf-Ji,yWyvJ.M

Das Deutsche Haus.

SMMMfMZMWMsMMMWL

AU1N

Goldenen Jubelfeste

-ysX)

&Ss

dc:

rO

Qr

Soeiaien Turnvereins. Schon fünfzig Ialr? sind dalntt geschwunden Im Strom' der Zeit, in frohen, trüben Stunden, Seitdem sich eine Schacir von wack'ren Sprossen, Die von tenton'scheln eldenblnt durchflossen, Aus Deutschlands Gauen hier zusammenfand. So kam es, daß in kurzer Zeit entstand, 2Nit froher Zuversicht, aus ihren 2xeih'n: Der Sociale Turnverein". Und was sie einst mit Freuden sich geschworen, Das haben sie gehalten immerdar. Sie hatten ja zum Vorbild sich erkoren Turuvatcr Iahn, des;' Ivahrsvruch immer war: Daß zu vernünft'geln Geist, wie lichten Seelen, Gesundheit auch und Körperkraft gehören, Die sich durch's Turnen wohl am besten stählen." Den brachten sie auch stets vollauf zu Ehren. Sie huldigten der edlen Turnerei, Dem schönen Notto: Frisch, frei, stark und treu V' (Db sinst'rer Geist auch das Prinzip verdamme, Das Korn doch wuchs zu einem miichf gen Stamme, Der seine 2leste weithin um sich breitet Und allen Gliedern, die fest zu ihm halten, Tluch stets Erfrischung, Schutz und Schinn bereitet, Auf daß sich kräftiger auch kann entfalten, Was immer auch die Turnerei bedeutet, Die selbst zu Jünglingen noch macht die Alten, Ivie heute wir mit eig'nen 2lugen seh'n, wenn vor uns noch die alten 9kccken stelz'n. Doch Jener auch, die, ach ! schon lang verblichen, Die einst mitpflanzten unsres Raumes Kern, Sie bleiben ist auch manches Jahr verstrichen Doch unserm öerzen nah, wenn anch dem Zluze fern. So bringt zum Schlüsse herzlich die Tribüne" Feuf dem vereine ihren Glückwunsch dar : ! Daß sein Stamm auf's Neue stets ergrüne, Und üppig wachse noch von Jahr zu Jahr !

Mumm

CXsv-

l-

von reichem Wissen, auf allen Gcbitten zu Hause und erwarb sich, trotz aller Schroffheiten feines Charakters, einen groftcn Freund cskrns, in hiesige? Stadt. Ein Ereigniß von geschichtlicher Bedeutung für Jndianapsli gab den Anlaß zur Vereinigung der beiden Turnvereine. Die zur Zeit tagk-de-Staatslcgislatur hatte nämlich Lmlis Kossuth zum Besuche unserer Stadt 'eingeladen.- Ende Februar 1852 kam der berühmte Magyar? ton Cincinnati hier an, von der Stadtbehörde und der Bürgerschaft festlich bewilllommt. 7.',' Unsere Turne? in voller Uniform bildeten bei seinem Cwsug Spalier und waren darob nicht wcnrg ftolz. Zwei Tage spater hielt der einst ige Diktator Ungarns einen Vorlrcrg in der Masonic Halle über den Rcvolutionskampf. Die große Rolle, die Kossuth erst vor wenigen Jahren im Kampfe gegen die österreichische Ccntralgewalt gespielt hatte, sein leidenschaftliches ?!aturcll, . seine radikalen Ideen, denen er mit dem ganzen Feuer seiner Beredsamkeit Ausdruck verlieh, seine lebendige Schilderung der bestandenen Kämpfe, sicherten ihm ein begeistertes Auditorium und erinnerten unsere Tur?icr wieder an den alten Wahrspruch : Einigkeit macht stark." D i e S 0 e i a l i st i s ch e T u r n F e m e i n d e." Kurze Zeit darauf vereinigten sich die beiden Turnvereine unter dcm Namcn; Socialistische Turngemeinde." Die Socialistische Turngemcindc" hatte bald in hiesiger Stadt festen Fuß gefaßt und sich sogar zum Grundcigenthumsbcsihcr aufgeschwungen. Durch frei

willige Beiträge und den durch Festlichkeiten erzielten Ueberschuß hatte der Vcr ein ein kleines Kapital angesammelt, das zum Ankauf eines Bauplatzes, 117 N. Noble Str., verwendet wurde und die Turner hatten gebaut ein stattliches Haus" (mit dem Gottvertrauen d'rin" war's allerdings nicht weit her), das im Januar 1853 festlich eingeweiht wurde. Bei der Einweihung dieses ersten eigenen Heims eines deutschen Vereins in Indianapolis hielt Clemens Bonncgut die Festrede. Für die damaligen Verhältnisse war die Erwerbung eines eigenen Heims, so bescheiden dasselbe nach unseren heutigen Begriffen erscheinen mag, eine Er rungenschaft, aus welche die Mitglieder stolz zu sein berechtigt waren. Es läßt sich wohl denken, daß die Mitglieder der Turngemeinde von ihrer Halle den ausgiebigsten Gebrauch machten. . Größcrc Festlichkeiten wurden in der Washington Halle" (der späteren Lyra Halle, jetzt Halle des Clcveland Klub) abgehalten. Die Hauptfestlichkeit, für die Geschichte der Turngemeinde geradezu epoche machend, war die im April 1854 abgehaltene Fahnenweihe. Cincinnati mit seinem Turngesangvcrein und Louisville hatten eine volle Deputation geschickt und Terre Haute, LaFayette, Madison, New Albany, Logansport und Shclby ville waren rcpräsentirt oder volle Deputationen der Turnvereine gekommen. Am Mittwoch Mittag wurden die mit 'den verschiedenen Zügen angekommenen Turner von den hiesigen Turnern am Union Depot begrüßt und abgeholt. In Procession marschierten sie durch die Straßen, wurden in der Turnhalle begrüßt und dann in ihre Wohnungen gebracht ' Am Donnerstag Morgen sollte der Zug in 's Freie stattfinden', "ahex der schUmmc April hatte'dS'Änd'erse schloffen Gerade zur Zeit des Auszugs ergossen sich Ströme von Regcn vom Himmel herab, dabei war es so kalt und unfreundlich, daß man sich schließlich ' genöthigt sah, das Festprogramm umzuändern und die feierliche Ucbcrrcichung der Fahne, anstatt wie ursprünglich beabsichtigt im Freien, in der Washington Halle, wäh rcnd des Fcstballcs, stattfinden zu lassen. Fräulein Metzger (die jetzige Frau Hcrm. Lieber) überreichte die Fahne, wobei sie eine kurze, wohlgesctzte Anrede hielt. Herren Vonnegut und Wcndcroth antworteten für die Turner. Die schöne Fahne wurde dann entrollt und durch den Saal getragen. Unter den Cincinnaticr Gästen befand sich Hermann Lieber, dem die Stadt Indianapolis fo gut gefiel, daß er beschloß, sich dauernd hier niederzulassen. Jedermann weiß, welchen Einfluß Herr Herman Lieber späterhin auf die Gestaltung des Vereins ausgeübt hat und noch ausübt. Das Deutsche Haus" war stets fein Ideal, das zu erreichen ihm kein Opfer zu groß erschien. Er war die Seele des Unternehmens, von dessen Durchführung ihn nichts abzuschrecken vermochte. Erfolg krönt jetzt das große Werk, das er als seine Lebensaufgabe betrachtet hatte. So sieht man, wie der Zufall bei wichtigen Anlässen eine große Rolle spielt. ... Die Turngemeinde blühte, das Haus an der Noble Straße bot nicht Raum genug, es wurde aufgegeben und die Turner übersiedelten nach dem Apollo Garten, südwestliche Ecke Capital und Kentucky Avcnuc, woselbst sich das dama ligc deutsche Leben und Streben von Indianapolis konccntrirte Mit der Gründung der jungen republikanischen Partei .und der Erwählung von Abraham Lincoln zum Präsidenten trat auch ein Wendepunkt in .der Gc schichte des Turnvereins ein. Die Sklavcnstaatcn lösten sich von der Union los und der Bürgerkrieg mit all seinen Schrecken hatte begonnen Dem ersten Aufruf Lincoln's folgten alle unvcrhcirathetcn Turner, die Turngemeinde ging dadurch in die Brüche und die Turngcräthe, Bibliothek und Fahne der Turner wurden Herrn Herman Lieber zur Aufbewahrung übergeben. Jnd ianap olis Turnverein. ' Als der Bürgerkrieg feinem Ende nahte, feierte die Türnerci in Jndiana polis ihre Auferstehung. Am 1. Januar 1865 gründeten John F. Mayer, Charles Kochnc, C. I. M. Kostcr, Charles Steffens, F.- Steffens, Math. Moesch und George Meyer den Indianapolis Turnverein". Viele der früheren Mitglieder der Turngemeinde schlössen sich dem rcorgani sirten Verein wieder an. Geräthe, Fahne und Bibliothek der Turngemeinde übergingen in den Besitz des neuen Vereins. Die Sängcrhalle", No. 27 Süd Dclawarc Straße, diente in den ersten Jahren als Vereinslokal, doch hatte der Turnverein die Absicht eine eigene Halle zu bauen. Zum Bau einer Halle brauchte man Geld. Dieses konnte man nur duich Anleihen von Mitgliedern des Turn Vereins beschaffen. Der Bauplatz No. 230 Ost Maryland Straße wurde gepachtet und darauf eine Halle gebaut. Nach manchen Widerwärtigkeiten wurde das Gebäude endlich im Frühjahr 1867 vollendet und am 7. Mai festlich eingeweiht. Mit der Fertigstellung der Turnhalle nahm die Turncrei einen solchen Aus schwung, daß sich sogar ein anglo-amcrikanischer Turnverein organisirte und die Halle fleißig bcnützte. Der Turnplatz stand damals unter der Leitung des Turn warts Wm. Muecke. Der Indianapolis Turnverein schloß sich dem Nordameri' kanischen Turnerbund an. , - Principielle Meinungsverschiedenheiten. . Unter den Beschlüssen der im Jahre 1868 zu Boston abgehaltenen dritten Tagsatzung des Nordamerikanischcn Turncrbundcs befanden sich die folgenden: Rekonstruktion und Wiederaufnahme der ehemals rebellischen Staaten in den Unionsverband auf der Basis der Unabhängigkcits.Erllärung und der amen 'oirten Konstitution." Gerechtigkeit und unparteiische Gerichtswege für Alle, ohne Unterschied der Nationalität, der Rasse und Farbe." Opposition gegen alle Gesetze und Maßregeln, welche darauf hinzielen, die Verbindlichkeiten der ehemaligen Konföderation des Südens anzuerkennen oder