Indiana Tribüne, Volume 24, Number 122, Indianapolis, Marion County, 19 January 1901 — Page 7

Jndiana Tribüne, Samstag, den 19. Jannar 1901.

Argttsnttgen.

Roman von Paul -3 f c r yödcr. (Jortsttzung.) ÖhuK'n Sie nicht, daß Sie mix mit hochfahrenden Redensarten irnpo nirei'., err Hüttl. Vor dein Gefttz sind alle Menschen gleich. Ihre Bildung werden Sie mir aber nur beweisen können dadurch, daß Sie offen und ehrlich der Wahrheit die Ehre geben. Das wird Sie mehr zieren als der herausfordernde Ton. der Ihre Lage nur verschlimmern kann." Theo sah den strengen Richter stirnrunzelnd an. Da ti sich in seineMacht gegeben sah. so unterließ er die grollende Bemerkung, die ihm auf der Zunge schwebte. Umständlich nahm nun Fresenius die Personalien des Versicherungsdirectors m's Protokoll auf. das der bereits beim Lampenschein schreibende junge Beamte führte. Können Sie sich noch erinnern", begann der Untersuchungsrichter darauf das Verhör, zm wieviel Uhr Sie am Montag, 11. März, in das Bureau des lrgus" gekommen sind?" Gewiß!" erwiderte Hüttl. Es muß 2 Uhr gewesen sein. Ich war um halb zwei von Berlin angekommen; meine Braut hatte mich vom Bahnhof abgeholt."

Was treiben Sie von Herrn Beyer?" Ich wollte einige Briefe von ihm zurückholen, die meine Braut ihm unvorsichtizerweise anvertraut hatte." Warum erschien Fräulein Beyer nicht selbst bei ihrem Vetter? Hatten Sie etwa vor, die Herausgabe der Briefe gewaltsam zu erzwingen, für den Fall, daß Herr Beyer die Herausgäbe verweigern würde?" Hüttl schürzte verächtlich die Lipve auf. Meine Braut konnte einfach deshalb nicht bei ihrem Vetter erscheinen, weil sie vom Bahnhof aus nach Ubllnhorst hatte fahren müssen, um ihr Reisegepäck zu Frau Dr. Finckc zu schaffen. Ich hatte in Erfahrung gebracht, daß Dienstags der Dampfer schon um halb sieben nach Helgoland abfährt. Zu so früher Stunde wäre die Fortschaffung des Gepäcks von Uhlenhorst aus aber sehr schwierig gewesen. Ich entschuldigte ihr Nichtkommen vor Herrn Beyer ausdrücklich damit. Daß er im Sinne haben könnte, die Briefe dazubehalten, um ein Gejckjäfi damit zu machen das fiel nii: nicht im Entferntesten ein. Ich ahnte damals ja nicht, daß ich es mit einem Schurken zu thun hatte." Fresenius warf ihm einen forschenden Blick zu. Die große Erbitterung gegen Beyer mochte ihren gerechten Grund haben belastend war sie aber auf alle Fälle für die Brutalität, mit der der Ueberfall ausgeführt worden war. Weiter!" sagte der Untersuchungslichter. Nahmen Sie aus jener Unterredung die Ueberzeugung mit, daß der Vetter Ihrer Braut die Briefe auf unrechtmäßige Weise auszunutzen ge dachte?" Hüttl verneinte diese Frage. Herr Vcyer war sofort bereit, mir die Papiere auszufolgen. Er zeigte mir. wo er sie aufbewahrte, holte aus einer Art Archivschrank einen länglichen Blechkästen, der verschlossen war, suchte den Schlüssel, fand ihn aber nicht und theilte mir dann mit. daß der Truhenschlüssel im Geldspind hänge. Der Schlüssel zu diesem werde aber von seinem Compagnon verwahrt. Er vertröstete mich damit, daß er mir die Briefe unter meiner Adresse nach Heiaoland nachschicken werde; denn er sehe selbst ein so sagte er' mir daß diese Briefe mich stark compromittiren könnten, wenn sie in die unrechten Hände geriethen." Sie wollen aber auch da noch keinen Verdacht geschöpft haben?" Ich vertraute ihm vollkommen." Aber Sie sind doch an demselben Nachmittag wieder im Bureau des Argus" erschienen?" Ich kam. als ich die für unsere Trauung vorgeschriebenen Documente 'meiner Braut vom Amt abholte, zufällig dort vorüber und wollte daher mein Glück versuchen traf aber Niemanden an außer dem Groom. Und das letzte Mal war schon Alles geschlössen und finster. Auch auf der Trepp? brannte kein Licht, und ich mußte mich im Dunkeln hinuntertasten." Fresenius nickte mit dem Kopf. Er trat zum Schreiber und machte sich an dem freien Rand des Protokolls ein Zeichen ; denn es erschien ihm wichtig, daß Hüttl schon am Tage zuvor einige Uebung in der Benutzung der Treppe erlangt hatte. Abends sahen Sie nun die beiden Compognons wieder, nicht wahr?" Jawohl, im Alsterpavillon. Ich war dort mit meiner Braut und deren Tante erschienen." Sie bemerkten an einem Nebentisch Miß Ellen Worcester und ein Ihnen fremdes Ehepaar?" Hüttl bejahte. Ich hatte der mir lästigen Nachbarschaft halber schon aufbrechen wollen da traten plötzlich die beid' ? ein. Ich war der Mnrnnv;, " Beyer mich suchte dem; ,! ' -.c chm den Alsterpavillon ali ou3 angeben lassen durch .' i, nahm wenigstens an. d '. ' . !.rag ausgerichtet wor-

oen i, und war nun um o erschrockene? und empörter, als die beiden .Herren ostentativ auf den Nebentisch zugingen und sich auf's Freundschaftlichste mit Miß Worcester und deren Tischgenozien begrüßten, auch Seite an Seite mit ihr Platz nahmen." Daraus entnahmen Sie nun natürlich, daß die beiden Compagnons nicht die Absicht hatten. Ihren Vortheil wahrzunehmen. Erklärlicherweise entbrannte nun in Ihnen ein großer GroU gegen den Setter Jhrer Braut?" Gewiß. Meine Braut beschwichtigte meine Besorgnisse aber wieder, indem sie mir ein Bild von den Charaktereigenkhümlichkeiten Beyer's entwarf. Er sei wohl schwach und leicht lenkbar, aber eben so leicht auch zum Guten lenkbar, und weiln sie nur ein paar Worte mit ihm spreche, um ihn ernstlich in seine Pflicht zu mahnen, so werde er sich der Parteinahme für Miß Worcester schämen." Und Fräulein Beyer führte ihr Vorhaben dann auch aus?" Ja, trotzdem ich ihr sagte, daß es unter Umständen zu einer peinlichen Controversl kommen könne. Meine Braut bat mich aber so dringend, mit Frau Hölderlin voranzugehen und sie gewähren zu lassen, daß ich mich schließlich fügte. Ich sah nur noch, daß sie auf den Tisch zuschritt. Langsam ging ich mit Frau 5Mder!in voraus. aelanate auf die Straße, mußte

aber noch mehrere Minuten warten, bis Felicia endlich folgte." Machte sie Ihnen nun sofort Mittheilung von dem Ergebniß ihrer Unterredung?" Nein, erst auf dem Dampfer, der uns zu Tritt nach Uhlenhorst brachte. Frau Hölderlein hatte sich in die rothen Plüschpolster der Cajüte zurückaelehnt und war eingenickt. Wir beide blieben aber an Deck, und dort berichtete mir Felicia, daß ihr Vetter fest entschlossen sei. uns die Briefe auszuliefern. Er hatte sich erboten, sie gleich in der Frühe be anderen Tages zum Helgoländer Dampfschiff zu bringen ; doch Felicia hatte ihm erwidert, daß wir sie lieber selbst von ihm abholen würden, damit wir einander nicht verfehlten." Fresenius nickte. Haben Sie das?" fragte er den Protokollführer, indem er ihn blinzelnd ansah. Herr Beyer hatte meiner Cousine auch noch den Hausschlüssel eingehändigt, um unseren frühzeitigen Besuch zu ermöglichen." Ah richtig!" Fresenius sah dem Schreiber über die Schulter und prüfte das Protokoll. Wir kommen nun zu dem Hauptpunkt, Herr Hüttl. Am folgenden Morgen, einem Dienstag. sind Sie srühzeitig von Ihrer Wohnung, dem Alsterhotel, aufgebrochen?" . Leider nicht frühzeitig genug. Es war schon fcchs Uhr, als ich das Hotel verließ. Meine , Taschenuhr war stehen geblieben das hatte ich früh beim Aufstehen nicht bemerkt. Felicia beschämte mich. Ich begegnete ihr unweit vom Hotel an der Alster." Sie hatte einen RadfahrerinnenAnzug an Blouse. Faltenrock von grünblauem Loden?" Das stimmt." War ihr Haar etwa vom Winde zerzaust?" Allerdings." Wäre es möglich, daß einzelne Haare von ihrem Kopfe sich an Ihren Paletot verirrt hätten?" Hüttl zuckte die Achsel. Möglich gewiß denn selbstverständlich hieß ich doch meine Braut sehr herzlich durch Umarmung willkommen. Sie war vom Rad abgesprungen die Straße war menschenleer und fast dunkel. . ." Sie begaben sich nun gemeinsam nach dem Hause Große Bleichen 11c, nicht wahr?" Jawohl. Unterwegs sagte mir meine Braut, daß sie die Absicht gehabt habe, allein zu ihrem Vetter hinaufzugehen. Sie habe aber gefürchtet. gesehen zu werden eine gewisse Scheu habe sie zurückgehalten denn es war ja klar, daß man den Herrn Beyer erst aus dem Bett herausklingeln mußte. Ich bot ih: sofort an. ihr den Gang ganz und gar abzunehmen. Sie sollte vor dem Hause mit dem Rad warten, während ich mich anschickte, hinaufzugehen." Fresenius befand sich in höchster Erregung, doch unterbrach er den Redner nicht, nickte nur ein paar Mal zustimmend. Doch nun erhob der Protokollführer den Kopf und mengte sich ein: Wollten der Herr Landrichter nicht danach fragen, wer in jenem Augenblick etwa auf der Straße gesehen worden ist?" Ah richtig. Antworten Sie auf diese Frage. Herr Hüttl." Ich entsinne mich nur einer Zeitungsfrau. die weiter oben in ein Haus eintrat, und einiger Leute mit Fahrrädern, die von der Poststraße her kamen. Felicia zog sich in das Dunkel eines Thoreingangs zurück. Wenn Du belästigt wirst", sagte ich zu ihr denn ich konnte in der Dunkelheit nicht erkennen, ob man es nicht etwa mit rüdem Volk zu thun hatte . so warte nicht auf mich, sondern nimm den kürzesten Weg zu Frau Fincke". Damit trennte ich mich von ihr, schloß das Haus auf und tastete mich zur er sten Etage empor." ,Iedes Wort kommt in'3 Proto-

teil!" raunte Fresenius Dem viqteifcer zu. Stenographiren Sie!" Ich wollte gerade die Klingel in Bewegung setzen, da bemerkte ich, daß die Entreethür offen stand. Ich trat in die Wohnung ein und rief nach Beyer. da ich mich doch in den Räumlichleiten nicht auskannte. Die Thür am weitesten links war geschlossen ; ich klinkte ein paarmal, rief wiederholt Beyer's Namen Niemand antwortete. Ich vernahm nur ein lautes, heisercs Schnarchen übertrieben laut, wie von einem Menschen, der sich nur schlafend stellt." Weiter. Wohin begaben Sie sich dann!" Ich ging nach rechts zum Kassenräum. Er war unverschlossen. Ich trat ein und wanderte in den zweiten Raum, in dem sich gleichfalls Niemand befand. Von da aus verfügte ich mich in Beyer's Privatcomptoir dasselbe, in dem ich am Nachmittag zuvor eine Unterredung mit Felicias Vetter gehabt hatte." Bemerkten Sie dort etwas Auffälliges?" Allerdings. Der Archivschrank war zertrümmert mehrere der Blechtruhen waren gewaltsam geöffnet." So? Das war also Alles schon? Sehr schlau, hm, hm, hm. Sie haden sich aber doch natürlich dafür interessirt. zu erfahren, ob zufällig auch der Haften mit dem Buchstaben W geöffnet war?" . Ich kann's nicht leugnen. In einer bösen Ahnung trat ich näher und überzeugte mich, daß die Truhe leer war." In was für einer bösen Ahnung" traten Sie näher?" Nun. ich hegte den Verdacht, daß man eine ganz erbärmliche, plumpe ConiLdie in Scene gesetzt habe, um mir die Unmöglichkeit, meinen Förderungen zu entsprechen, darzuthun." Was Sie sagen! Und da hatten Sie nicht Lust. Herrn Beyer zur Rechcnschaft zu ziehen?" In meiner ersten Wutb allerdings. Aber im Gedanken an Felicia und an die hohe Weihe, die dieser Tag noch für unser ganzes künftiges Leben erhaltcn sollte, verzichtete ich darauf, den erbärmlichen Wicht, dessen jedenfalls gespielter schwerer Schlaf mit dem pfeifenden, übertriebenen Schnarchen mich anwiderte, zu züchtigen. Er hatte sich ja auch fertig verbarricadirt. . . ." Sie täuschen sich. Nur die Thür vom Corridor nach dem Schlafzimmer war verschlossen; die Thür von dem Raum, in dem Sie sich befanden, zum Nebenzimmer war unverschlossen." Hüttl zuckte die Achsel. Möglich. Ich dachte in jenem Augenblick nur daran. wie ich die Wortbrüchigkeit Beyer's vor Felicia verschleiern konnte." Warum wollten Sie sie denn derschleiern?" Um Felicia nick,) die Festtagsstimmung zu trüben. Sie hätte sich über ihre Unvorsichtigkeit geärgert, sich ihres Vetters geschämt ja. vielleicht sogar die Hochzeit noch hinausgeschoben in ihrer Furcht vor der Miß Worcester. mit der die beiden Compagnons ohne Zweifel im Einvernehmen waren. Angeekelt von dieser Gemeinheit, verließ ich den Raum, fest entschlossen. Felicia von der erbärmlichen Comödie dieses offenbar fingirten Einbruchs nichts zu verrathen." Sie bleiben also dabei, die Thür zum Schlafzimmer nicht geöffnet zu haben?" Hätte ich gewußt, daß die Thür zum Schlafzimmer nicht ebenso wie die vom Corridor hineinführende geschlosscn war. so würde ich wohl doch der Versuchung nicht widerstanden haben, den Herrn Vetter aus seinem unnatürlich festen Schlaf zu erwecken und ihm meine ganze Verachtung in's Gesicht zu schleudern; aber ich wollte mich möglichst rasch wieder bei Felicia befinden, und so verließ ich die Wohnung. die Entreethür ärgerlich hinter mir in's Schloß werfend. In dem Augenblick, in dem ich auf die Treppe gelangte, fuhr mir Jemand an die Kehle; ich wollte schreien, doch der Betreffende preßte mir die Luftröhre zusammen, so daß ich nicht athmen konnte. In meiner Verzweiflung schlug ich um mich plötzlich erfaßte ich den Hals meines Gegners und vergalt ihm Gleiches mit Gleichem. Jetzt ließ mich mein Angreifer, der sich plötzlich bückte, los. Ich hörte von weiter unten her einen Zweiten rufen und schreien. Indem ich noch taumelnd zurückwich, traf meine rechte Hand ein Stich mit einem Messer hier trage ich noch die Narbe ich floh nach dem Geländer, hielt mich dort fest und erreichte den Flur, ohne daß einer der beiden Strolche mir gefolgt wäre. Ich nahm an, daß es Pennbrüder" seien, die in der Nacht in dem Hause ein primitives Quartier gefunden hatten. Das war eine neue unliebsame Begegnung und ich war seelensfroh, daß nicht Felicia den peinlichen Gang allein ausgeführt hatte." Fresenius beobachtete fortgesetzt das Mienenspiel Hüttl's. Etwas Lauerndes lag in den Zügen des Untersu chungsrichters. Verließen Sie das Haus nun sofort?" 4 Nein. Ich war T:, zur Hausthür gelangt, als ich mir p ötzlich überlegte: Vielleicht stehe der meinem Urtheil nach fingirte Einbruch doch in einem gewissen Zusammenhang mit dem Ue bcrfall dur.'H die beiden Strolche. Ei-

nen Augenblick' läng hatte ich sogar den Verdacht, daß man uns eine Falle habe legen wollen. Nun, die ganze Angelegenheit widerte mich an, und ich eilte in's Freie." Hörten Sie rufen, lärmen, als Sie auf die Straße gelangten?" Ich hörte aus den Fenstern einer oberen Etage eine Art Zank, legte dem aber keinen Werth bei, denn ich hatte Anderes im Sinn; ich sah Felicia nicht mehr und eilte nach der nächsten Seitenstraße, um sie am Besenbinderhof einzuholen." Sie sahen auch nicht, daß in der Richtung nach dem Jungfernstieg Ihre Braut auf dem Zweirad davonraste?" Die Beleuchtung war so schlecht, daß man kaum fünfzig Meter weit sah. Allerdings sagte mir Felicia, als ich sie um halb sieben bei Finckes erreichte, daß sie fortgefahren sei, weil sie von irgend einer Person, die sie wohl habe ängstigen wollen, verfolgt worden sei." Und was berichteten Sie ihr über Ihren Gang, Herr Hüttl?" fragte Fresenius scharf. Ich sagte Felicia, daß ich die Papiere immer noch nicht bekommen habe; Beyer wolle sie aber bestimmt schicken. Und ich stellte mich sehr siegessicher, damit Felicia nicht anfange, kleinmüthig zu werden oder gar anderen Sinnes werde. Es war in jenem Augenblick aber gar keine Zeit zu langen Auseinandersetzungen ; denn wir hofften noch immer, mit dem Schiffe mitzukommen. Als ich Felicia aber den 5ausschlüsse! einhändigte, bemerkte sie, daß ich verletzt war. Ich sagte ihr, ich sei unterwegs gestolpert und in einen Glasscherben gefallen. Von dem häßlichen Abenteuer wollte ich ihr natürlich nichts sagen; denn Felicia, die sehr seinfüh'ig ist, hätte dann vielleicht ihre festliche, freudig erregte Stimmung verwren." Fräulein Beyer". fiel der Richter ein, ließ sich von Frau Fincke also estpslaner geben und veroand Sie. Dabei wurde ihr Aermel etwas blutig. Wie kommt es. daß auch die Schulter der Blouse einige Blutflecken aufweist?" Als ich Felicia im Flur bei Finckcs wiedersah, umarmte ich sie wir waren, trotz der kleinen Unfälle, lustig und guter Dinge. Und als Felicia meine Siegessicherheit fah, verlor auch sie das letzte Bedenken." So fuhren Sie also nach sieben Uhr gemeinsam zum Hafen, erreichten aber natürlich das Helgoländer Schiff nicht mehr und entschlossen sich, ein Schiff nach Portsmouth zu benutzen, das Sie dann auch richtig um halb neun Uhr von Hamburg fortführte?" Hüttl nickt? zustimmend. Wissen Sie nun, was an demselben Morgen mit Beyer geschehen ist?" Ich entnahm es der Zeitung, die mir der Commissar Weindel auf der Insel Wight zu lesen gab." Sie bewiesen aber schon vorher eine ganz eigenthümliche Scheu davor, übe? Hamburger Vorkommnisse unterrichtet zu werden." Allerdings, ich war des Glaubens, daß die beiden Compagnons die Jeraubung ihres Archivs öffentlich bckannt geben würden um ihrer Comödie den Anschein der Wahrscheinlichkeit zu geben und fürchtete, daß Felicia dadurch von der Schurkerei ihres Vetters erfahren würde." Nun. einmal mußte sie es aber doch erfahren und wenn auch nur durch die Entfchädigungsklage. die Miß Worcester gegen Sie einleiten wollte." Aber das Glück der ersten Tage sollte uns durch diese häßliche Angelegenheit nicht gestört werden. Deshalb wollte ich auch unsere' Hochzeitsreise möglichst lange und möglichst weit ausdehnen." Ueberaus feinsinnig!" spöttelte Fresenius. Doch im Amtstone fuhr er fort: Warum erschraken Sie nun so auffällig, als Sie die Nachricht von der Ermordung Beyer's erhielten?" Es ist immerhin doch keine gleichgiltige Nachricht für mich gewesen. Wenn ich auch keine Sympathien für den Herrn hegte, so dauerte mich doch sein Schicksal und namentlich fürchtete ich. daß die grausige Kunde einen großen schädlichen Einfluß auf das Gemüth meines zart organisirten jungen Weibes ausüben könnte. Ich suchte also ihr Ohr davor zu bewahren. Daneben beunruhigte mich freilich auch der Gedanke, daß ich vielleicht zur Entdeckung des Thäters mit beitragen könnte und gewissermaßen verpflichtet sei, mich hier vor dem Gerichte sehen zu lassen. Die Lebensversicherung Beyer's machte so wie so meine Anwesenheit in Berlin nothwendig denn wie ich dem Commissar mittheilte. ist der Vicedirector noch nicht genug eingearbeitet ich entschloß mich also. Felicia für mehrere Tage zu verlassen." Wer. "-rmuthete. daß Sie nach eiü!? .eischen Hasen entfliehen -v.i:- ' v;.!:. a ckte spöttisch die Achsel. .. :,- . lauben Sie nun also über ; . .. aussagen zu können?" das ist doch wohl klar.daß .! l:r. beiden Strolchen, die mich o. : i rr ?eppe überfielen, ausgeführt -..i , .. l :tokollführer sah den Spre- : verdutzt an der Landrich- - . . '' :lz ein trockenes, höhnisches nehmen. , . r c ii ausgcdacht wirklich ex . ' V"' lich, ausgedacht. Und Sie

naymm älp an, 'Daß' Ihre Auslage hierüber uns so wichtig sei. daß wir Sie von Portsmouth hierher überführen ließen?" Ich wollte wenigstens meinen guten Willen zeigen, zu der Ermittelung beizutragen. Leider vermag ich ja über das Aeußere der beiden Gesellen auch nicht das Geringste auszusagen, denn es war stockdunkel auf der Treppe." Die beiden Männer, die Ihnen auf der Treppe begegneten, sind uns längst bekannt. Es ist der höchst ehrenwerthe Rechtsanwalt Dietrich Kleist mit seinem Freund Mr. Stanwsy gewesen, die gleich nach Ihnen die Wohnung des Beyer betraten. Sie vernahmen aber das unnatürlich laute Schnarchen" nicht mehr denn als sie die von Ihnen verschlossen gewähnte Schlafzimmerthür öffneten, fanden sie den Unglücklichen todt durch Messerstiche ermordet als Leiche

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(Fortsetzung folgt.)

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