Indiana Tribüne, Volume 24, Number 121, Indianapolis, Marion County, 18 January 1901 — Page 7
Jndiana Tribüne Areitag, den 18. Januar 1901.
Argusaugen. Roman von Paul Oskar Höcker. (For:setzung.) XI.
AIs Theo Hüttl in Venwor anlangte, war er nicht wenig überrascht,
den vermeintlichen Hauptmann We:n- lung des deutschen Consuls Ihre ge-. dleton befand. Auf Umfrage durch del im Wartezimmer des Bahnhofes j wattsame Festnahme erzwingen. Da . die Criminalbeamten ergab sich, daß zu treffen. dann aber langwierige Auslieferungs- i in dem Hause ein Herr nicht wohnte, Aber auch Weindel, der sofort auf Verhandlungen einzuleiten wären, so i Cuf dessenNamen die beiden Anfangsihn zukam, spielte den Erstaunten und erscheint mir Ihr freiwilliges Mitge-1 vuchstaben gepafct hätten. Wohl aber fragte in seiner neugierigen Art rasch ! hen für beide Theile vortheilhafter." i fiel dem Untersuchungsrichter Fresenach den Beweggründen des Lands- ; Und Sie wollen mir auch nicht sa- j nius, der zufällig von der Sache hörte, mannes zu dieser plötzlichen Abreise j gen. welchem Umstand ich das Jnter- j die Uebereinstimmung mit den Jnitia"m TN rlir Vnnr St Wrtrttl1l Vfl ' V.. C ,U v ar (X ri m t n nlhns 1 ist i T... V.. (mit, sCsY... t .,.
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Mtney unangenehm. 'emoel Toa)i verdanke? die Kurzangebundenheit Hüttl's aber ! Jch werde Ihnen die Verdachtsnicht weiter an, und er gab seiner , Momente, die gegen Sie vorliegen, an Freude darüber, mit dem Landsmann ; Bord des Dampfers Southampton" die Reise bis nach Hamburg gemein- i mittheilen." sam ausführen zu können, offenen und ; Weindel fragte, einer Verabredung
herzlichen Ausdruck. ..Aber daß Sie sich so schnell ent-
schlössen. Ihre junge Frau in demSee-; troffen seien. Man händigte ihm, bad mutterseelenallein zurückzulassen!- j nachdem er sich legitimirt. zwei Depenahm der Deutsche immer Miede? auf. , schen ein. die er fortwährend den Ich werde ja in wenigen Tagen , jungen Gatten Felicias im Auge bewieder nach der Insel Wight zurück- j haltend rasch überflog. Die Telekehren. Dringende Geschäfte rufen ramme unterrichteten ihn mit kurzen
mich ab." Hatten Sie denn heute Briefe er- ; bauen? fragte der omminar ganz ; überrascht. , Hüttl sah ihn ungeduldig an. Eine kurz abweisende Bemerkung schwebte ihm auf den Lippen, denn die Belästi- j oung ennuyirte ihn. ; ..ie munen namticy wincu. imu , der Andere lächelnd fort, daß derHo-' telsekretär mich mit Ihnen verwechselt - rc . ? jn -rr, ii . , . u . hat; und als ich. vonFreschwater kom- ; mend. in der Office nachfragte, ob , Briefe für mich eingetroffen seien, erhielt ich zur Antwort: Bedauere, j Herr Hüttl." Daher also mein x j KknMrttn fipflfl'" i Ituuitvii, Tbeo biß sich auf die Lippe. Krx sah ein. daß dieser seltsame Mensch . nicht mit allgemeinen Phrasen abzufertigen war. Run denn, wenn es Sie durchaus interessirt. Herr Hauvtmann." sagte der Direktor endlich, so will ich Jh- ,
nen den Grund meiner Reise mitthei- sich schleudern wollte, machte er sich len. Dieser Hamburger Fritz Beyer nut erst recht verdächtig. Alles Matz der da auf fo seltsame und höchst j überstieg aber seine Verzweiflung dabedauernswerthe Weise um's Leben rüder, daß es ihm durch die List Weingekommen ist. war ziemlich hoch bei I del's unmöglich gemacht war, vorher meiner Gesellschaft versichert. Als ich ; och mit seiner Gattin zu reden. Der gestern Nachmittag durch Sie Einblick j Gedanke sei ihm entsetzlich, sagte er, in die Hamburger Zeitung erhielt, ent- , daß Felicia von seiner Verhaftung erschloß ich mich sofort, die Reise nach ! fahren könne, noch ehe es ihm geglückt Berlin anzutreten. Der stellvertretende , sei, vor dem Gericht die Sinnlosigkeit Direktor ist neu. Ich möchte nicht. , der gegen ihn gerichteten Anklage zu daß in meiner Abwesenheit Fehler in j beweisen. Denn selbstverständlich rechder Abrechnung gemacht werden. nete er darauf, sofort nach seiner VerDas Assecuranzwesen ist ein so oielsei- j nehmung. deren gewaltsame Herbei-
tiges ..." 'Weindel hatte den Sprecher ganz erstaunt gemustert. Es ist das Erste, was ich davon böre. daß Beyer bei der Hammonia" versichert war! Ich glaubte immer, er habe mit der Gesellschaft Polarstern" in Verbindung gestanden. Hm nun, ich habe allerdinas nur flüchtig einmal über die Sache erwähnen gehört und kann mich , also geirrt haben. ! cv y, , vr, . vnnf v. Tr-fr r: ! i 0u, uu ivivu juu sagte Theo kurz. Er bog dem eigenmächtigen Examinator von da an geflissentlich aus, konnte es aber nicht verhindern, daß dieser dicht hinter ihm in dasselbe Eoupee einstieg. In Portsmouth angekommen, wich der Deutsche ftinem Landsmann erst recht nicht von der 2t:it. Weindel hoffte, den Tirekzor durch die fortgesetzte Beaufsichtigung und Begleitung zum Bezeigen desTampfers Southamxtcn" zu zwingen, ohne daß er nöthig bätte. Gemalt anzuwenden. Auf der Depeschen-Office, woselbst sich Hüttl endlich ganz energisch die Aufdringlichkeit des Landsmannes verbat, der in dasManuscript eines Telegramms Einblick haben wollte, sah sich Weindel aber doch veranlaßt, sich zu legitimiren. Hüttl hatte, ärgerlich über die fortgesetzte Beläsiiaung. das Depeschensormular. das er zu beschreiben begönnen, in Fetzen zerrissen und zu anderen Papierresten geworfen, nock ebe ibm der Fremde in den Arm fallen konnte. Wer sind Sie. zum Henker? Und was wollen Zk von mir? Meine Geduld ist erschöpft und ich verbitte mir jetzt Ihre Gesellschaft!" T ix Eriminal-Eommissarius zeigte dei.. Deutschen seineErkennungsmünze und seinBeglaubigungsschreiben, ausgestellt von dem Ebef der Geheimpolizei. Erschrocken wich der Direktor einen Schritt zurück. Was wollen Sie aber von mir?!" Das werden Sie später erfahren. Ich frage Sie ietzt dienstlich, ob Sie gewillt sind, ohne Umstände mich an Bord des Dampfers zu begleiten?" ..Ich bin aus keinem anderen Grunde von St. Lawrence aufgebrochen als aus dem, mich unverzüglich nach Deutschland einzuschiffen." Der Commissär lächelte. Wenigstens dürfte Ihnen nunmehr, kaum noch ein anderer Weg offenstehen." ..Was soll das heißen. Herr Commissär?" fragte Theo schroff. Nun, das soll heißen, daß ich Sie hindern würde, einen anderen Weg vielleicht den nach einem überseeischen Hafen einzuschlagen. Ich fage Jh BCfl das nur. um hv.tv. n?5nned.m-
sichtenen zu ersparen. Wagen Sie j aller Vorhaltungen nicht aus demBurkeinen Fluchtrersuch dennSie wür- ; schen herauszubringen, bei welcher den sich dann einer sehr unbequemen Gelegenheit er den Diebstah! begattTransportweise aussetzen." gen. Um aber von dem Verdacht der Transportweise? Herr Commis-, ihm zur Last gelegtcnKörperverletzung farius, Sie wenden Ausdrücke an, ge- freizukommen, mutzte er sich schließlich gen die ich entschieden Protest einlege." ! doch dazu bequemen, das Grundstück Ich habe einen Verhaftsbefehl für j anzugeben, auf dessen Hof er in der Sie in der Tasche. Wenn Sie sich Nacht von 11. bis zum 12.März übersträuben, mir nach Hamburg zu fol-! nacktet hatte. Es war das Saus, in
j gen. kann ich sofort durch Vermitte - eile vki jyumuuiyci &niimu4vav mit Stanway gemäh am Schalter nach, ob für ihn Telegramme einge Worten über die Vorgänge im Hotel : ExcelfZor Palace nach seiner Abreise Don St. Lawrence. Ztopsnmend veendigte er die Lektüre. Die Vorfälle schienen ihn nicht zu überraschen. Er j warf dem Direktor aber schließlich ei-' ncn mitleidigen Blick zu und forderte i ibn in ernstem, ruhigem Tone auf, mit 1 - M . an ord zu kommen, Theo Hüttl sträubte sich nicht, Erst als die mächtiae Schiffsschrau Df der Southampton" sich in Bewegung setzte und der Koloß langsam die Fluthen zu durchschneiden begann, mit I dem Rumpf den Gischt aufwühlend, der weithinaus die Kämme der grün-; flDnnn Vno ifl fnrfl S r'nHrtek ! IIUIJI -CUVtjui ivnp uiti, nv pikn Weindel dem Direktor, daß er derBeiHilfe an dem Raubanfall und der Ermordung des Fiitz Beyer beschuldigt werde. Theo war wie vom Donner gerührt. Doch durch ein paarBemerkungen. Mlt denen er diese Beschuldigung weit von führung er lächerlich fand wie er dem Commissanus erklärte wieder ! freigelassen zu werden. Er zeigte sich, nachdem er den ersten Schreck überwunden, überhaupt sehr siegesgewiß auf der ganzen Reise. Mit dem Commissarius, der einige Male einen sehr strengen Verhörston angemnr.h hnitt durch den sich ?beo beleitfg WU, sprach der junge Direktor c(n Wort mehr. srr.:nfceI lieh ck durck ds flott. Wesen seines Gefangenen nicht täuschen. Von Bord konnte Hüttl ja nicht entfliehen. Der Commissarius nahm sich aber vor. bei der Landung inHambürg ganz besonders vorsichtig zu sein. Ob nun Theo Hüttl sich in sein Schicksal ergeben atte oder ob er hoffte, durch sicheres, furchtloses Auftreten seine Richter zu täuschen er machte keinen Fluchtversuch, sondern bestieg am Hafen die von dem Commissarius herbeigerufene Droschke, die die Beiden nach dem Untersuchungsgefängniß bringen sollte, ohne jede Widerrede. An Ort und Stelle angekommen, führte Weindel seinen Gefangenen sofort nach dem Verhörzimmer, woselbst er ihn der Aufsicht des Criminclolizisten übergab. Dann verfügte sich der Commiffar zum Landrichter Fresenius, den er in übelster Laune antraf. Verzeihen Sie eine etwas unqeduldige Frage. Herr Landrichter." redete , der Commissär den Untersuunas richte? an. be'inde: sich Miß Woicester noch in Haft " Nein! Das ist ja eben dasSchreckliche! Am Tage nach Ihrer Abreise mußten wir sie laufen lassen! DiePerson hatte ein verteufeltes Glück!" Fresenius war so aufgeregt, daß es eine ziemliche Weile dauerte, bis er den ganzen Hergang der Sache erzähl: hatte. Der Alibibeweis war mit Hilfe eines Strolches gelungen, der obdachlos im Hafengebiet aufgetrieben und in Haft genommen worden war, da er im Verdacht stand, an einer Messeraffair: in St. Pauli betheiligt gewesen zu sein. Er behauptete steif und fest, in v o ; i u.. v v:r r ! der Zeit während dieser Schlägerei in emem Schuppen im Hofe in der Berastraße genächtigt zu haben. Man fand
bei der körperlichen Visitation eine sil- j So kann also auch Niemand zwiberne Cigarettendose bei ihm vor. die ' schen fünf und sieben Uhr das Fahrzweifellos von einem Diebstahl her- rad herausgeholt haben?" rührte. Es wurde ihm auch nachge-! Nee, bei Gott nicht. Und wenn es wiesen, daß er diesen Gegenstand bei einer nachträglich gestohlen haben einem Pfandleiher habe versetzen wol- sollte. . . . len. Da die Dose jedoch die Initialen j Ruhe. Ruhe, mein Junge, darum E. W. trug, und der Pfandleihe? nicht handelt sich's nicht. Also Du bleibst an den rechtmäßigen Besitz glauben 1 dabei, daß Du erst um acht Uhr den wollte, so war das Geschäft nicht zu ! Verschlag geöffnet und Dich dann aus 2!nde ce'Ow.men. 1 ar tot du, Bsubr acma&i iit" .
! dem sich die Pension der Frau Mid-
ici t uci JJiIq V. ucu iouumu uu. Sofort hatte er die Amerikanerin vorführen lassen. ..Rauchen Sie. Miß Worcester?" fragte er die trotzige Untersuchungsgefangene. ..canchmal eine Zigarette ge wih." lautete die Antwort, auf längeren Zweiradpartieen." Worin bewahren Sie Ihren Cigarettenvorrath gewöhnlich auf?" In einer silbernen Cigarettendose." Ist sie irgendwie gezeichnet?" Mit meinen Anfangsbuchstaben E. W." So ist es vielleicht diese?" Ja." Nun interessirte sich der Untersuckunosrickter für den ftcQ Jq0 pflegten Sie die Cigaretten00'c aufzubewahren?" jjian wird sie wohl in meinem Svortamua gefunden haben." v j i DerLandrichter schüttelte den Kovf. Ab. nun entsinne ich mich. ch hatte an jenem Montag mit Kleist's eine Radpartie unternommen. Frau Ada sieht es aber nicht gern, wenn ich QlIf Dcr Straße rauche ; deshalb batic die Ciaarettendose weaaesteckt." nd wohin hatten Sie sie ir nu gethan?" In das kleine Täschchen an meinem Zweirad." Entsinnen Sie sich dieses Umstandes ganz genau?" CV H ,,y5aNun verfügte sich Fresenius in ziemlicher Aufregung zu dem aufgegriffenen Strolch. Wie spät war's, als Du am Montag AbendDich in die Remise schlichest, mein Junge?" Es war woll grade zehn Uhr." ..Hattest wohl dort was ausbaldowert, und wolllest einen kleinen Einbruch vornehmen?" O Herr Gerichtshof, wo denken Sie hin? Ich bin man'n ehrlichen Arbeiter. Was kann ich für. wenn ich keine Arbeit nicht finde. Aber einbrechen nee. Herr Gerichtshof, das kränkt mich nu. wenn Sie das von Vätern seinen Jungen glauben." Na, na, na, so ganz ohne Langfingerarbeit ist das nicht abgegangen. Stand da nicht ein Zweirad in der Remise, in derDu Dich zum Nächtigen hingelegt hast?" ..awoll. Ich nahm man bloß die Decke, die darüber hingebreitet war. und wickelte mich da in, weil mich doch so höllschen fror." Wie lange schliefst Du denn da. mein Junge?" ..Bis gegen acht Uhr. Ich kann's nicht anders beschwören. Bei die Keilerei bin ich wahrhaftigen Gott nicht bei gewesen." Hm. Aber warum hast Tu denn aus dem Ledertäschchen von dem Zmeirad die Cigarettendose gemopst?" Der Bursche blinkerte mit den Au gen. Gemopst. Herr Gerichtshof, daö ist wirklich 'n hartes Wort. Ich hatte sie man bloß so gefunden." Gefunden?" Jawoll. Also wie ich aufwache, da hör' ich's gerade achte schlagen ich hatte natürlich 'n mörderlichen Hunger und taste so an meineiKleidung herum, ob ich nicht vielleicht noch so'n Hä:pcr,en bei mir hätte, und da fühl' ich doch plötzlich den harten Ge-cei-stand in meiner Nähe. War man blos 'n Tabak. Na, mich räucherte htig und da steckte ich das Zeug in die Tasche, machte mich aus dem Hause weg. und. am Jungfernstieg Hai mir'n feiner Herr, den ich um ijtuzt ansprach es war 'n riesig fei ner .Herr, er l-atte sogar 'n Cylinder auf'm Koppe einen Groschen a?zeben." Also auch gebettelt?..Herr Gerichtshof, was kann ich da für. daß mich der Herr mißverstehen :bct, wo ich ihn doch nur ganz gebildet um Feuer bat." ,.ag' mal. mein Jungchen, hast Tu denn in dem Schuppen Dich sicher gcfühtt?" ..Ach. Herr Gerichtshof, mir hat noch Niemand 'was gethan. Ich bin ja so'n verträglicher Mensch." Da glaub' ich. Aber hattest Du nicht Angst, daß Dich der Portier er . ! r n . i -. ii.'lillien muroe 5 Ich hatte von innen verriegelt. i- r , . . u D oan icrn cenich nicht eintonnte.
Habe die (?hre. He'r Gertlt:sdof. Und die Dose nur gefunden. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort darauf." Na. darüber nachher noch ein Wörtchen!" Sofort erledigte der Untersuchungsrichte? noch verschiedene Gänge. Dann vernahm er die Amerikanerin noch einmal. Das Verhör endete mit der Freilassung der Miß Worcester. Frau Ada Kleist, die durch Fresenius schon eine halbe Stunde vorher von dem geglückten Alibibeweis ihrer Freundin in Kenntniß gesetzt worden war. holte die hartgeprüfte Amerikanerin mit einem Wagen ab und geleitete sie, wie im Triumph, nach Haufe. Sehr beruhigend war unter diesen Umständen dem Untersuchungsrichter die ihm bereits von Portsmouth aus telegrahpisch angekündigte Ankunft des geschickten Criminalcommissarius mit dem stark in Verdacht der Beihilfe zur Thäterschaft gerathenen Theodor Hüttl. Außer sich war Fresenius aber darüber. daß Weindel die Gattin Hüttl's in den Händen des Privatdetective zurückgelassen hatte. Grimmig warf er die verschiedenen Depeschen, die an den Commissär und an ihn eingelau-
j fen waren, auf dem Pult durcheinander und rief: Da haben wir nun die Besckeerung! Einen Selbstmordversuch hat sie gemacht! Das hätte doch nicht pas- : siren können, wenn Sie die Personen in's Gebet genommen hätten!" ..Sie vergessen. Herr Landrichter, daß ich gegen Hüttl selbst keinen VerHaftbefehl in der Tasche hatte. Es war ihm also nur mit List beizukommen. Natürlich ließ ich ihn nickt merken. daß ich zu seiner Festnahme keinerlei richterliche Befugniß hatte. Sie werden sich erinnern, daß bei unserer Abreise der Verdacht der Thäterschaft sich lediglich auf Felicia Beyer richtete." ..Nun und?" Und nicht sie hat den Mord beg.'.ngen. sondern Theodor Hüttl." Fresenius setzte sich erstaunt in seinen Lehnsessel. Hören Sie. Weindel, ich schätze Ihre Talente gewiß sehr hoch. aber wenn Sie mir zu knifflich werden. . Sie werden nach dem ersten Verhör selbst nicht mehr daran zweifeln, Herr Landrichter. Ob Felicia Beyer nunmehrige Hüttl der Beihilfe schuldig ist, darüber erlaube ich mir kein Urtheil. Mr. Stanway nimmt an. daß sie bei der Mordthat ihres Geliebten gewissermaßen Schmiere gestanden" hat. Ich kann überhaupt nicht anders sagen, als daß der Herr mir in jeder Hinsicht behilflich gewesen ist." Na. Ihr eigener Schade, lieber Weindel, denn so werden Sie die tausend Mark, die auf Ergreifung des Thäters gefetzt sind, theilen müssen." Mr. Stanway hat mir oft versichert, daß er lediglich um den Argus" in die Höhe zu bringen, für den der Tod Beyer's doch ein großer Verlust war, mir die Hand reichte." Alfo ReclämezmeZe. Und rcix müssen die Sache auch noch unterstutzen. Hätten Sie die Frau Q&tö na f.? , such nickt gleich an Bord der Southampton" mit herüber bringen können?" ...Ich sagte Ihnen ja, daß Alles verloren gewesen wäre, wenn Hüttl vorher schon Verdacht geschöpft hätte. Denn Sie kennen ja die Ungefälligkeit der englischen Behörden, Herr Landrichter. Ich hätte im vorliegenden Fall auch nicht auf die geringste Unterstützung drüben rechnen können. Also war die Trennung des Paares für uns noch der denkbar beste Fall." Wie benahm sich Hüttl auf der Reise?" Durchaus gefaßt. Als ich ihn in Portsmouth in die Enge trieb und faßte, spielte er natürlich den Großartigen, wie das diese Herren ja immer thun. Und da er annehmen mußte, daß er seine Lage durch ein auffälliges Benehmen nur verschlimmern würde, so fügte er sich willig m die Ueberführung hierher. Er hat sich da ein ganz raffinirtes Märchen ausgesonnen, mit dem er sich herauszureden gedenkt. Aber soviel habe ich ihm doch schon herausgelockt, daß er es war. der auf der Treppe um die fragliche Zeit das Rencontre mit Stanway und dem Rechtsanwalt Kleist hatte." Na. dann wird der Jndicienbeweis schon das Seine thun." Ich denke auch, Herr Landrichter." Bevor Fresenius den Gefangenen aufsuchte, machte er sich noch einmal' an ein genaues Studium der Akten. Da der Fall nun schon beinahe vierzehn Tage zurücklag, waren ihm man-, che Kleinigkeiten des Thatbestandes ! wieder entfallen. Er arbeitete die Sache also noch einmal durch, dachte! sich mit Anspannung aller Geistes-1 kräfte wieder in die Situation hinein, ! und dann erst las er die Protokolle! und Aufzeichnungen, die der .Commissarius von seiner eraenißreichenReise mitgebracht hatte. Inzwischen war auf sein Geheiß auch der ganze Zeugenapparat wieder ! aufgeboten worden, um den Jnhastirten gegebenen Falles den einzelnen Zeugen gegenüber stellen zu können. Es war schon Abend geworden, als der Landrichter sich endlich nach dem Verhörzimmer verfügte. Hüttl war ein Brausekopf. Er hatte dem ibn bewachenden Beamten schon
: ZU wiederhoUen Malen sein 'Erstaunen darüber kundgegeben, daß man ihn in einem fo elenden Raum stundenlang ; warten lasse, wo es sich doch zweifellos . nur um ein Mißverständniß handele, das er sofort aufklären werde. Er fordete feine unverzügliche Verneh- ! mung und als der grämliche Be- ; amte fortgesetzt taub blieb, begann er ! ihm mit Beschwerde zu drohen. Ganz aufgeregt kam er nun dem Unterfuchungsrichter entgegen. Ich bin im höchsten Grade empört , über die Behandlung, die man mir j hier angedeihen läßt!" sagte er in ! scharfem Tone zu Fresenius. Es ist
lelvlrverltandlich, daß ich als Mann von Bildung solch' untergeordneten Organen wie diesem Herr Weindel zum Beispiel Uebergriffe nicht weiter ; übel genommen habe. Aber unerfindl lich ist mir's, daß ich auch mit Ihrer Bewilligung, Herr Landrichter, wie ' ein Verbrecher hier festgehalten ! werde." Das war auch nicht der Ton. der oen untersuchungsnchter von vorn herein zur Milde gestimmt hätte. Zornig fuhr er den Häftling an, die Würde des Ortes zu respectiren, an dem er sick bekind. (Fortsetzung folgt.) Deutsches Wurftgeschäft VON i , t ( Zllcirtin :: üetfycL Die feinste Frankfurter. Ertra feine Knackwurst, Braunschweiger Leberwurft, Zungenwurst, rother und weißer Schwartemagen, sowie Mettwurst, Salami-, Brat-, Wiener- und Knackwurst, etc. M ART IX REIFFEL, 545 West Rav Str. Ost Markt Stand 52. Neues Telephon 3311. Wirthschaft von G. LEUKHARDT zur Gemüthlichen Ecke, 12 N. Noble Str. eues Pbone 2011. THE "C0ZY" SAMPLE R00M John N. Matz, Eigenthümer. Hinter 123 Nord Pennsylvania Str. alte Trlevbon 2964. Weine, Liuö"? unk gigar?en. kinrr Lunch den ganzen Tag. Joshtt . Flores. eorge eetttnftW Adolph Eeidenfticker. Florea & Seidensticker, Advolattn und Notare, 27, m Umtt ttt. Telephon 177. Gelder auf hypothekarische Sicher heil zu verleihen. An alle Arbeiter, deren Frauen und Freunde. Wenn Ihr die Lage der Bäckerarbeiter verbessern helfen wollt, so kauft nur Brod, welcheö mit diesem Label versehen ift. ÜKfilSTUKD) Alles Brod, welches nicht dieses Label trägt, ist kei Union - Brod. Emitd Svn. Fott avne ve.: I. P. Bruce. tvtS Virginia Ave. : Bernhard Thau, Hosbrook und Vrove Ltt. ; Henry Richert, 810 Indina Ave.
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