Indiana Tribüne, Volume 24, Number 121, Indianapolis, Marion County, 18 January 1901 — Page 1
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' . p ' Zndimm Tribune -Mit Sonntags Blatt IvcperWoSk Sf4 l i&vYdjcitxt jeden Xladjmittacj un Sonntag Morgen. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind., Freitag,- den 18. Januar 1901. No. 121
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Ausland Depeschen Min im felisrtjiiüiii Zu Ehren des S0-jähri. gen Bestehens des preuhischen Königsthums. Die FeftlichKiten werden mehrere Tage dauern. Der Krieg in Südafrika. Die Frauen und Kinder der im Feld stehenden Boeren müssen hungern.
Die tapferen Männer sollen auf diese noble Weise bezwungen werden. Berlin in Flaggenschmuck. Berlin. 18. Jan. Te Feier des zweihundertjähriqen Bestehens der preußischen Monarckie winde hier mit großem lÄlanze begangen. Das Wet.er war kall und klar und als die toin Gliche Tonne am Morgen über der lieichshauplstadt sich erhob, glänzte diese im herrlichsten Flaqgenschmuck. Sis zum Mittag hatte sich eine ungeheure Menschenmenge eingesunken, sovie beim Schlosse und beim ZeugHause, wo die Festakte stattfinden sollcen. Der Kaiser, dn Kronprinz Friedrich Wilhelm, sowie der Herzog jon Crnnauah! tarnen vom Schlosse ;u Fuß nach dem Zeghause. Bei Dem Kapitel der Ritter vom schwarzen Ad':rOrdert, welches im rvenssaale im ?chloi?e stattfano. waren im Ganzen 52 Ordensritter an wesend. darunter drei ausländische, dämlich der Herzog von Connaught, der ErzherOa 7yta:) F-rdinand von Oesterreich Ulfe der 'Großfürst Wladimir von Ruhland. Die Ceremonie der Investitur der neuen Ritter war ungewöhnlich glänzeno und eindrucksvoll. Die höchsten Zpitzen der Civil- und MilitärbehörDen standen in vier Reiben zu beiden Seiten des Throne- und der Kaiser trug die Krone, welche allein Brillanten im Gewicht von 750 Karat, sowie Perlen und ein enormer Saphvr zierien. Die Krone wog völlig drei Pfund. Die königlichen Jnsignien lagen zu beiden Seiten des Kaisers auf roth t'ammetnen Kissen. Bei der Investitur des Kronprinzen Friedrich Wilkielm fungirten die Prinjen Heinrich. Friedrich und Leopold als Zeugen. Besonders auffallen) war die Thatsache, daß oer Reichskanzler. Graf Ion Bülow. trotzöem er sich während der glänzenden Ceremonie geflissentlich in Hintergrunde hielt, vom Kaiser mit großer 'Aufmerksamkeit und sichtlichem Wohlwollen beo-icht wurde. Im Zeughause, wo die Generäle und die Koben Offiziere der Marine versammelt waren, hielt der Kaiser folende Ansprache: Der große Kurfürst faßte den Plan zum Bau einer Flotte zuerst in den Niederlanden. Die deutsche Marine soric das Haus Hohenzollern sind dem Hause Oranien für die von letzterem ausgehende Anregung zu großem Danke oerpflicktet. Unsere Marine, hoffe ich. r?ird sich in Zukunft kräftig entwickeln jnd ich erwarte ferner, daß unsere Offiriete unentwegt nach den höchsten Zielen streben werden. Der Kaiser war während des ganzen Tages in gehobener Stimmung und Nachmittags fuhr er mit dem Herzog oon Connaught durch den Thiergarten nach Charlottenburg, auf dem Wege dorthin überall enthusiastisch von den Lolksmassen begrüßt. Die Vertreter von nicht weniger als 100 Staaten waren bei den Feierlichfeiten anwesend. Die Festlichkeiten der Universität, höheren Schulen und Akicernicn finden beute und am Freitag statt. Heute legten die Deputationen derselben Kränze an den Standbildern cer Könige Friedrick: I. und Wilhelm I. nieder. Die Berliner Kunstakademie hat in Verbindung mit den Jubiläumsfeier lichkeiten eine historische Ausstellung veranstaltet, die Kaufmannschaft hat 50.000 Mark für wohlthätige Zweck gespendet uns die Kriegeroereine über cztm dem Kaiser 120.000 Mark zur Unterstützung bedürftiger Veteranen, welche der Kaiser dankbar entgegen nabm. Außer bei dem Kronprinzen Fried rich Wilhelm fand die Investitur noch bei dem Prinzen Georg von Sachsen, oem Erzherzog Franz Ferdinand, dem Prinzen Rupprecht von Baiern. dem Grafen von Bülow und dem General Plonitz statt. Der Kaiser hing allen neuen Rittern persönlich die Jnsignien des schwarzen Adler-Ordens um. Bei dem Bankett im Königlichen Schlöffe jvaren 120 Gäste anwesend
xer als?r und die Kaiserin saßen sich gegenüber. Der Herzog von Aosta und der Großfürst Wladimir saßen neben dem Kaiser und der Herzog von Connaught und der Erzherzog Franz Ferdinand neben der Kaiserin. Berlin. 17. Jan. Der Bebau ungsplan für das Festungsgelände von Spandau liegt jetzt fertig vor. Ein Theil der Wälle soll in Erholungs- und Spielplätze für die Arbeiterbevölkerung umgewandelt werden; hieran hat es bisher in der stark bevölkerten Altstadt mit den engen Straßen gänzlich ge fehlt. Die Stadt hofft, daß der Mffllärfiskus günstige Zahlungsbedingunzen stellen werde. Auch öffentlicheTurn hallen. Markthallen. Volksschulen und ähnliche der Gesammtheit nützliche städtische Bauten sollen auf dem Festungsgelände Platz finden. Ferner ist in der Mitte der Umwallung ein neuer Personenbahnhof geplant, in den die beiden Kreishavelbahnen Spandau Potsdam und Spandau Hennigsocrf Bötzow münden sollen. Der Krieg in Sützdafrika. London. 13. Jan. Die Unzulänglichkeit der von dem Kriegsamt ergriffenen Maßregeln zur Verbesserung cer militärischen Situation in Südafrika hat in militärischen Kreisen Enttäuschung verursacht. Die Schuld wird wiederum dem Schatzamtskanzler, Sir Michael Hicks Beach zugeschoben, da er. wie vor Ausbruck DeS Krieges, sich beharrlich gegen oie Gewährung der nöthigen Gelder "sträubte. Sir Michael ist ein weiser und vorsichtiger Finanzier, der immer darauf besteht, daß die Ausgaben für den Krieg so viel als möglich eingeschränkt werden sollen. Es heißt, daß Lord Roberts dem Ministerium gerathen habe. 50,000 Mann frische Truppen nach Südafrika zu schicken, uno dafür eine gleiche Anzahl alter Truppen von den Kommunikacionslinien zurückzuziehen. Hohe Militärs erklären, daß dies die einzig richtige Politik sei. da dadurch wenigstens der vierte Theil der erschöpften Feldtruppen abgelöst morden sei. und die anderen durch die Hoffnung ermuthizt worden seien, auch bald nach Hause zurückgeschickt zu werden. Der Schatzkanzler soll wiederholt in )er energischsten Weise gegen diesen Vorschlag protestirt haben, und es wurden deshalb nur kleine Abtheilungen von Ersatztruppen, wie Aeomanrq. Australier etc. nach Afrika geschickt. Das Kommittee. das auf die sofor tige Beendigung des Krieges hinwirkt, das stop the war" - Kommittee, hat am Donnerstag die folgenden Resolutionen angenommen: ..Aus den Befehlen, die ein britischer Offizier in Südafrika erklärt, erhalten zu haben, geht qervor. daß Lord Roberts und Lord Kitchener eine Politik befolgen, die darauf hinzielt, eine heroische Nation auszurotten, indem sie die Frauen und Kinder dem Hungertod preisgeben und unbewaffnete Gesängene massacriren." Der letzter Satz bezieht sich auf den angeblichen, geheimen Befehl des Gene rals Kitchener an die Verfolger DeWets. daß sie keine Gefangene machen sollen. Kopien von Briefen eines britischen Armee-Offiziers. in dem diese und anvere Anklagen enthalten sind, werden von dem Kommittee an Lord Salisbury. Lord Roberts und Andere geschickt werden. General Kitchener telegraphirt aus Pretoria, daß bei Carolina im Trans.'aal 3000 Boeren konzentrirt seien. Er fügt hinzu, daß die fliegende Kolonne Tolville's bei San Tondes Hock ein Gefecht mit den Boeren hatte, die mit schweren Verlusten zurückgeschlagen worden in sollen. Dreihundert Boeren drangen am Dienstag in Aberdeen ein. plünderten die Läden und zogen sich bei derAnkunft britischer Infanterie wieder zurück. Pretoria. 18. Jan. BoerenFamilien werden aus allen Theilen des Landes mit ihrem Vieh in systematischer Weise nach passenden Centren a bracht und dort in Lager einquartiert, wo sie mit Lebensmitteln versehen werden. Diejenigen, die sich freiwillig ergeben, erhalten volle Rationen, dieWenigen aber, deren Gatten sich noch im Feld befinden, erkalten nur halbe Rationen. Erst wenn die Männer sich ergeben, erhalten diese Unglücklichen ; volle Rationen.
St a n d e r t o n. 13. Jan. Boe-ren-Frauen. die von den Soldaten in's hiesige Lager gebracht worden sind, er klären, daß William Steyn. der von den hiesigen Boeren als Delegat zu den kämpfenden Boercn geschickt wurde, um sie aufzufordern, sich unter den Bedingungen der Proklamation Lord Kitcheners zu ergeben, als Gefangener nach Pietrewieff geschickt worden sei. wo er wegen Verraths prozessirt werden soll. Die Boeren sind immer nch sehr aktiv in der Umgebung von Siandertsn. Kapstadt. 18. Jan. In allen Theilen der Kap-Kolonie Kapstadt.
,7monstown. ULmoverg und Porr Elizabeth. East London' allein ausgenommen. ist jetzt das Kriegsrecht proklamirt worden. Ebenso ist es in Tom-bu-Land. Grigualand. Ost und West und in West Pondoland proklamirt worden. Es ist auf der Kap-Halbinsel Jedermann. Beamte oder Soldaten allein ausgenommen, verboten worden, Wasfen oder Munition im Besitz zu haben. Britischer Kreuzer gestrandet. London. 18. Jan. Die britische Admiralität ist von Kapstadt aus benachrichtigt worden, daß der Kreuzer .Sybille", der Blaujacken und Geschütze für die Vertheidigung von Kapstadt gelandet hat. bei Steinbockfontein, an der Lamberts Bei, am Strand aufgelaufen sei. In der offiziellen Depesche wird nicht gesagt, ob die Sybille sich in gefährlicher Lage befindet. Eine Depesche aus Kapstadt sagt, daß die Mannschaft des Kreuzers gerettet worden sei. Die ..Sybille" ist ein Kreuzer von 3400 Tonnen mit einer Besatzung von 273 Mann. Mehr Truppen für SüdAfrika. B r i s b a n e . Queensland. 13. Jan. Robert Philipp, der Schatz meister der Kolonie, versichert, daß Queensland bereit sei, seinen Theil der 10,000 frischen Kolonialtruppen zu stellen, die für Südafrika verlangt worden sind. S ch i f f b r u ch. Port L u i s . Mauritius. 13. Jan. Der britische Dampfer ..Kai,ari", der am 23. November von Ranzoon nach Reunion abging, ist dort während des türzlichen Orkans gescheitert. Von den an Bord befindliHen Personen sind 25, darunter der Kapitän, umgekommen. Mord in: EisenbahnC 0 U p 6. London. 18. Jan. Ein sensaioneller Mord wurde am Donnerst Nachmittag auf einem Zuge der Lonvon & Southwestern Eisenbahn veriDt. Der Mörder bestieg in East Leigh ein Coupö. in dem sich nur eine Frau King von Southampton und W. Paron von Winchester befanden. Als der Zug Surbiton passirte. zog der Mann ?inen Revolver, mit dem er Pearson tödtete und Frau King im Gesicht verrundete. Der Mörder plünderte dann oie Tasche Pearson's aus und sprang in Vaurhall vom Zug. er wurde aber oerfolgt und bald eingefangen. Die Polizei weigert sich soweit, den Namen des Mannes anzugeben. Gruben - Katastrophe. Essen. 13. Jan. Bei einer Erplosion in der König Ludwig Kohlenzeche in Recklinghausen. Westphalen, kamen am Tonnerstag zehn Personen ums Leben. Die .. F r i a r y " i s o l i r t. Hüll, England. 18. Jan. In eiaer Versammlung der Sanitätsbehörden des hiesigen Hafens erklärte Dr. Mason, daß die Krankheit, die auf dem Dampfer Friary" ausgebrochen, die Lungen-Pest sei. eine viel gefährlichere Seucke als die Beulenpest. Der Dampfer ist mitten im Humdee verankert worden und Niemand darf ihn betreten oder verlassen. Sigmund Hertz verhaftet. Q u e e n s t o w n'. 18. Jan. Der Dampfer Corinthian" von der Allanüinie, der am 7. Jan. oon Halifax nach hier und Liverpool abging, kam am Mittwoch Abend um 10 Uhr im hiesigen Hafen an. Sigmund Hertz von New Sork. der der Fälschung und UnZerschlagung von $250,000 angeklagt ist und um dessen Auslieferung die j amerikanischen Behörden nachgesucht haben, befand sich an Bord. Er war oon seiner Frau begleitet. Es waren dies die einzigen Passagiere, die nach Queenstown bestimmt waren, und als sie den Dampfer betraten, der sie ans Land beringen sollte, wurden sie sofort von drei Detektivs verhaftet. Als dem Mann mitgetheilt wurde, weshalb seine : Auslieferung verlangt worden sei. sagte er. daß er von der ganzen Geschichte nichts wisse. Hertz hatte sich als ..Henry Emden" in die Passagierliste eintragen lanen. Das Paar hatte viel Gepäck bei sich, das sofort von der Polizei mit Beschlag beI legt wurde. Gegen die Frau liegt keine
Anklage vor. sie weigerte sich aber, ihren Mann zu verlassen und beide wurden für die Nacht im Polizeiauptquartier eingesperrt. Die Hochzeits - Feierlichleiten in Holland. H a a g . 18. Jan. Der festliche Einzug der Königin Wilhelmine und ihres künftigen Gemahls. Herzog Heinrich von Mecklenburg-Schwerin, in Amsterdam. ist auf den 5. März angesetzt worden.
Inland Depefchczt.
Ein $49,000 Dekzit in einer ?nk von Bowling Vreen, Kentuckq. Der Desperado Marvin KuhnS verhaftet. Frl. Alt Nockeseller mit Parmelee Prentice in New Aork vermahlt. Der Bosschieter-Mord. Die Plaidoyers der Anwälte noch nicht zu Ende. Ein alter Manu von Räubern fast zu Tode gemartert. $49.000 Defizit. BowlingGreen, Kv.. 18. Jan. Luther A. Porter, bis vor Kurzem Kassirer der Warren Deposit Bank von Bowling Green. hat. den Aussagen der Bankbeamten zufolge, beim Ausscheiden aus seinem Amt. ein Defizit oon 549.000 hinterlassen. Das Defizit soll schon am 1. Januar entdeckt woroen sein. Porter genoß das größte Vertrauen oer Bankbeamten und war in allen Kreisen sehr beliebt; die Entdeckung oes Defizits hat daher in gesellschaftlichen wie in Finanzkreisen die größte Sensation verursacht. Porter stellt nicht in Abrede, daß 549.000 in Baar fehlen. Die Thatsache wurde geheim gehalten, um einen Ansturm auf die Bank zu verhindern, inzwischen trafen aber die Bankbeamten ihre Vorbereitunqen.und es ist jetzt genug baares Geld in dem Gewölbe vorhanden, um jeden Dollar ausbezahlen zu können. Es ist nicht der geringste Grund für Alarm vorhanden. Porter befindet sich noch in Bowling Green und er wird auch in Ruhe gelassen w?den. Vom UeberschußFonds der Bank sind 550.000 genommen worden, um das Defizit zu de cken. Rockefeller Prentice. New Y o r k. 18. Jan. In aller Stille fand am Donnerstag in der Wohnung der Eltern der Brau in hiesiger Stadt die Vermählung von Frau Alta Rockefeller, Tochter des vielfachen Millionärs John D. Rockefeller. mit E. Parmelee Prentice. einem jungen Advokaten von Chicago, statt. Es war ursprünglich eine großartige Trauung in der Kirche beabsichtigt worden, diese wurde aber in Folge des vor einigen Tagen erfolgten Todes eines kleinen Reffen der Braut aufgegeben. Nach der Trauung fand ein Empfang statt, dem nur die Verwandten, einige Schulkameradinnen der Braut und einige andere Freunde beiwohnten. Im Ganzen waren weniger als 100 Personen anwesend. Schreckliches Verbrechen. S h a m o k i n. Pa., 18. Januar. Martin Reich, ein 62 Jahre alter Mann, der allein ein kleines Haus an der Grenze hiesiger Stadt bewohnt, wurde am Donnerstag Morgen zu früher Stunde von maskirten Einbre chern in schrecklicher Weise mißhandelt und gezwungen, das von ihm ersparte Geld herauszugeben. Die fünf Schurken verbrannten dem alten Mann den Körper und die Füße mit einem glühenden Schüreisen, bis er sagte, wo er seine Ersparunisse 5133.60 versteckt habe. Nachdem sie das Geld unter sich vertheilt, schlugen und traten die Räuder den Reich bis zur Besinnungslosigkeit, worauf sie entflohen. Marvin Kuhns verhaftet. Loaansport. Ind., 18. Jan. Marvin Kuhns. der Wochen lang das nördliche Jndiana terrorisirt und die Behörden geradezu herausgefordert hat, ihn zu verhaften, befindet sich im Gefängniß von Caß 5ounty. in derselben Stadt, in der er am 10. Dezember einen so heftigen Kampf mit Polizisten bestanden. Kuhns und sein Bruder, der auS dem Zuchthaus in Eolumbus entlassen wurde, nachdem Marvin entkommen war, wurden am Mittwoch Abend in Green Hill, westlich von Lafayette. verhaftet. Ehe die Verhaftung aber vorgenommen wurde, hatte MarvinKuhns zwei V!änner verwundet und er hatte selbst einen Schuh ins Gesicht erhalten. Die beiden Kuhns und ein Dritter. der entkam, indem er aus einem Fenster sprang, hatten am Sonntag in Plymouth Pferde und Wagen gestohlen und waren in südliche? Richtung davon gefahren Am Mittwoch wurden die DesLeradvLin Green Hill gefunden und
oreeryasiung wurde lpslt in der Nacht vorgenommen. Marvin Kuhns wurde bestimmt von dem Polizisten identifizirt, den er am 10. Dezember verwundet hatte, und auch seine Messungen nach dem Bertil-lon-System stimmen ganz genau mit den von Eolumbus aus gemeldeten überein. Kuhns wird wahrscheinlich erst in Jndiana prozessirt und nach Ablauf seiner Strafzeit nach Columbus auszeliefert werden. DerBosschieter - Mordpro zeß. P a t e r s o n , N. I.. 18. Jan. Die Plaidoyers der Anwälte in dem öosschieter-Mordprozeß nahmen den ganzen Tag in Anspruch, der Fall isfc aber noch nicht soweit, daß er der Jury übergeben werden kann. Der Hilfs-Staatsanwalt Ralph Shaw hielt die Eröffnungsrede für die Anklage und dann sprachen die Vertheidiger der drei Angeklagten, Richter Francis Scott und Michael Dunn. Ihre Reden wichen wenig von einander ab. In der That sie hielten beinahe kine und dieselbe Rede. Sie behaupteten. daß die Anklage ihre Behauptung nicht bewiesen habe und erklärten die Aussagen des Kutschers Sculthorpe für Lügen. Richter William T. Hoffman wird am Freitag die Schlußrede für die Ver theidiguna halten und der Staatsanwalt Emly wird zuletzt für die An. klage sprechen. Man glaubt, daß der Fall noch am Freitag den Geschworenen übergeben werden wird. Senator Cullom wieder n o m i n i r t. Springfield. Jll.. 18. Jan. Senator Cullom wurde am Donnerstag von republikanischen Legislatur-Kau-kus abermals für das Amt des Bundessenators nominirt, nachdem der Gouverneur Tanner und die anderen Kandidaten vorher ibrc Kandidatur zurückgezogen hatten. Vom blutigen Grund. Corbin. Ky., 18. Jan. Die ganze hiesig.? Gegend befindet sich in Aufregung und MIN befürchtet, datz noch viel Blutvergießen folgen wird. Am Mittwoch Abend wurde hier James Shotwell von Dally White erschössen und dafür wurde später das Restaurant von Rolla White, der ein Bruder von Dally ist. von den Freunden Shotwells mit Dynamit zerstört. Nachdem der Platz in Trümmern lag. feuerten die Anhänger Shotwells ungefähr hundert Schüsse hinein. Susan Cox und Sutter Faris, die in der Nähe standen, wurden getödtet. Der Sheriff befindet sich mit zehn Assistenten am Platz, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, die Anhänger der Shotwells versammeln sich aber in der Nachbarschaft und es kann jeden Augenblick zu einem Zusammenstoß zwischen den White- und Shtell-Faktionen kommen. Dally White wurde nach Williamsbürg ins Gefängniß gebracht. Fuchsprellen oon Staatsb e a m t e n. Wilmington, Del.. 18. Jan. Im Nichardson Hotel in hiesiger Stadt fand in letzter Nacht eine Fuchsprellerei statt, die sich durch ganz besondere tot)heit auszeichnete und vielleicht noch ernstliche Folgen haben dürfte. Die Mißhandelten waren die neuenStaatsbeamten und Legislatur - Mitglieder, während sich die älteren Staatsbeamten und viele Mitglieder der Legislatur an dem rohen Treiben betheiligten. Ein Zimmer des genannten Hotels wurde vollständig demolirt und eines im Capitol Hotel sah aus, als ob es einem Cyklon zum Opfer gefallen sei. Eine Hazing Partys holte Staatsschatzmeister Burris aus dem Bett und zwang ihn. zwanzig Minuten lang auf einem Bein zu stehen und laut zu rufen: ..Der Staat Delaware ist bankerott!" Jedesmal, wenn er innehielt, bekam er einen derben Rippenstoß mit einer Bettplatte. Richter I. Frank Ball aus Wilmington wuroe gezwungen, vierzig Mal den Korridor des Hotels auf und ab zu marschiren. eine amerikanische Flagge zu schwingen und auszurufen: Die Konstitution folgt der Flagge!" John C. Gray. ein Anwalt und treuer Freund Wm. I. Bryan's, mußte eine Rede zu Gunsten von Jmperialismus vom Stapel lassen. Postmeister Hugh C. Browne oon Wilmington mußte imaginäre Vögel in seinem Zimmer umherjagen, und de Peiniger halfen mit den Vettplatbn nach. Robt. E. Houston, ein Anwalt von Georgetown, muhte einen ..Cake Walk" tanzen, und noch mebrere Andere wurden von den rohen Gesellen heimgesucht, denen man hoffentlich für die Zukunft das Handwerk legen wird.
Aus derBttttdcshauptftadt
56. kMgrch Meile SrlHon Repräsentantenhaus. W a s h i n g t o n. D. C., 17. Jan. Die Geschäfte im Haus waren am Donnerstag außerordentlich uninter essant. Während des ganzen Tages beschäftigte sich das Haus mit der Vorläge zur Revidirung und Zusammenstellung der Postgesetze. die bis auf Witeres als unerledigtes Geschäft auf der Tagesordnung bleibt. Die Berwilligungsvorlagen und Konferenz - Berichte haben aber immer den Vorrang. E ist eine Vorlage von 221 Seiten und im Wesentlichen nur eine Revision de, bestehenden Gesetze. Kurz vor der Vertagung, und als kein Quorum mehr im Haus anwesend war. offerirte der Repr. William Alden Smith von Michigan ein Amendement, demzufolge die Saläre von Brieftragern der ersten, zweiten, dritten und werten Klasse auf $1200. $1000, $800 und $600 erhöht werden sollen. Das Amendement wurde mit 33 gegen 19 Stimmen verworfen; Repr. Smith machte aber geltend, daß kein Quorum anwesend sei. und das Amendement ist daher noch nicht definitiv erledigt. Es wurden während des Tages 33 Seiten von der Vorlage erledigt. Senat. Der Senat beschäftigte sich während des Tages wieder ausschließlich mit der Militär Reorganisations - Vorlage, die om Freitag definitiv zur Abstimmung kcm.mzn soll. Senator Money. von Mississippi sprach abermals üb?r die Fuchsprellerei in der West Pointer Kadettenschule, über die er sich in sehr scharfer Weis ausließ. Er erhielt indeß die Versicherung von dem Vorsitzer des Militär Ausschusses, daß ein Paragraph in die Verwiüigungs - Vorlage für die Militär - Akademie aufgenommen werden würde, der den Senator oon Mississippi ohne Zweifel befriedigen würde. Am Anfang der Sitzung wurde de Senator Mathew Stanley Quay von Pennsylvanien eingeschworen und ei wurde ihm bei seinem Erscheinen im Saal von seinen früheren Kollegen miß auch von den Zuschauern in den Gallerien, meist aus Leuten oon Pennsylvanien bestehend, die speziell deshalb hierhergekomme.i waren, eine wahre Ovation bereitet. Das Pult des Senators wie auch die benachbarten Pulte waren canz mit Blumenspenden bedeckt. Die F u ch s p r e l l e r e i im K adettenkorps. Der Senat - Ausschuß für MilitärAngelegenheiten beschäftigte sich am Donnerstag mit der Fuchsprellerei im Kadettenkorps zu West Point. Alk Kommitteemitglieder verdammten du in. West Point an den jüngeren Kadet ten begangenen Brutalitäten, und stt waren de? Ansicht, daß die Schuldige strenge bestrast werden sollten. Si wurde schließlich beschlossen, den folgen den Paraarapben in die Verwilligungs Vorlage für die Militär - Akademii aufzunehmen: Auf Befehl des Kriegssekretärs soll der Superintenden t der Militär-Aka-demie solche Regeln und Regulationen erlassen und durchführen, die genügen werden, um dem Fuchsprellen ein End zu machen; und jeder Kadett, der schul dig befunden wird, sich an einer solchen Fuchsprellerei betheiligt zu haben, soll aus der Akademie ausgesehen werden, und nie wieder in das KadettenkorpS noch in die Armee der Ver. Staaten eintreten dürfen." Die Vorlage wird mit dem Amende ment am Freitag im Senat eingereicht werden. Die Neu - EintheilungS Vorlage unterzeichnet. Der Präsident unterzeichnete am Donnerstag die Vorlage zur Neueintheilung der Kongreß-Distrikte. Zum Vrigade-General btfördert. Der Präsident hat dem Senat die Ernennung des Obersten H. B. Freeman. vom 24. Jnfanterie-Regiment. zum Brigade-General. zugesandt. Fr e ch e Einbrecher. N i l e s . O., 18. Jan. Einbrecher drangen in der letzten Nacht in die Wohnung des Bankkassirers Fred. W. Stillwagon in hiesiger Stadt ein. und stahlen Schmucksachen im Werth von $1000. Die Kerle wurden bei der Arbeit überrascht, einer von ihnen richtete c oer einen Revolver auf Stillwagon, während der andere mit seinen Operationen fortfuhr. Er unterhielt sich mit dem erschreckten Paar, bis der andere alles eingepackt hatte, und sagte dcu Leuten, dann ..gute Nacht". Weitere Tepeschen auf Leite 4.
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