Indiana Tribüne, Volume 24, Indianapolis, Marion County, 17 January 1901 — Page 7

Argusarzgen. JhnMM r on Paul Oskar Höcker. (Forisetzung.) Ihr Vetter bätte auch ohne mich feinenVortbeil wahrzunehmen gewußt. Oder sollte er Sie an jenem Abend bei der flüchtigen Begegnung im Alsterpavillon etwa nicht darüber aufgeklärt haben, welche Summe dem Argusfür jene Ihnen so verkängißvollen Briefe geboren war?" Ja. mit Thränen der Scham im Auge gestand er mir seine Schwäche, sein feiges Zaudern ein. Aber gleichzeitig gelobte er mir, sein Unrecht wieder gut zu machen." Stanway iah sie durchbokrend an. Das ist Erfindung!" sagte er schroff. Trotzig hob Felicia den Kopf. :&ie anders wäre ich dann in den Besitz des Schlüssels gekommen?" Ich finde nicht den ursächlichen Zusammenhang, meine Verehrte r versetzte Stanway spöttisch. Es war Ihnen doch wohl nur mit den Briefen gedient. Und die hatte er meines Wissens an jenem Abend nickt bei sich, sondern wie Ihnen Ihr damaliqer

Bräutigam gesagt baben wird - befanden sie sich im Archiv in der kleinen, verschlossenen Zrutt, die das Zeichen W trug." Gewiß wußte ich darum. Fritz vrsprach mir aber die Herausgabe noch vor meiner Abreise. Er wollte mir die Briefe Tienstaa früh zur Anlegestelle nach dem Hafen bringen. Ich kannte aber Ihren Einfluß und auch seine Gewohnheit, wichtige Dinqe U verschlafen. Darum erklärte ick) mich bereit, mir die Briefe aus seiner ! Wohnung abzuholen." Stanway sah sie mit brennenden Blicken an. Und zu diesem Beb::fe händigte er Ihnen den Schlüssel ein ," Ja. Ich kündigte ihm an, daß ich ibn Punkt sechs Uhr heranANwgeln werde. Er versprach, die verlangten Briefe mir herauszureichen. Um acer farl Haus gelangen zu können, bedürfte ich des Schlüssels." Sie sind also von Uhlenhorst direct nach dem Hause Große Bleichen 11c gefahren auf Ihrem Zweirad, nicht wabr stellten das Rad in der NachBarschaft des Hauses in einen Thorweg und begaben sich dann zur Wohnung Ihres Vetterst Felicia schmieg trotzig. Wenige Minuten vor halb sieben Uhr wurden Sie von mehreren Personen in dem Augenblick bemerkt, da Sie aus dem dunkeln Thorweg Ihr Rd herausholten, sich aufschwangen und in der Richtung nach dem Jungfernstieg die Flucht ergriffen. Man oer folgte Sie. doch Sie enkkamen durch die Bergstraße und trafen 6$lag halb sieben U5r bei Ihrer Freundin Frau Tr. Fing? ein. Stimm: das?" Ich habe vor Niemandem die Flucht ergriffen!" sagte Felicia :rov: Aber Sie räumen ein. mit dicscr v'N vermiedenen Zeugen bemerkten Radfahrerin identisch zu sein?" Ein erwartunasoolles Schweiycn. Dann kam es kurz und bestimmt VkM ihren Lippen: Ja!" Ter Amerikas er iaßte sie noch strenger. noch drohender in s Auge. Hat Ihnen Ibr Vetter in jene? Minute die Priese ausgehändigt?" Felicia bob Sckultcr und athmcte rascher; sie war sichtlich gequält. Er versprach mir sie zu schicken." Höhnisch lachte ihr nun Stanway Zn's Gesicht. Ich will bnen sagen, was in jener Minute geschah. Fritz Bcner h überfallen und ermordet worden. Frau Felicia Hüttl!" Allmächtiger Gott im Himmels schrie das junge Weib aus. Tt: Amerikaner verfolgn sieSchritt für Schritt, während sie, kaum Herrin ihrer Füße, schlürfend, bis an die Wand vor seinem drohenden Blick zulückwich. Rechtsanwalt Kleist und ich sind dem Mörder auf der Trevre begegnet. Er wollte sich mit Gewalt von uns losreißen, schlug mit dem Messer, das er im Handwerks kästen in der Küche gefunden und mit dem er die Blutthat begangen hatte, um sich; dabei verletzte er mutkmaßlich seine eigene Hand. . ." Erbarmen. Herr. Erbarmen!" stöhnte Felicia. Sie sank plötzlich wie leblos hin wimmernd, nach Luft ringend dann stieß sie einen röchelnden Laut aus. und es ward todtenstill. Stanway eilte nach einem Tischchen, von dem er eine Caraffe mit Wasser hol Er besprengte die Ohnmächtige mit Wassertropfen, rieb ihre Schläfen, ibre Pulse mit Eau de Cologne. die cr nur hrm onbiitisch fslnh fni-ncfi if ZU und unterstützte sie, den Kopf zu heden. Endlich schlug sie die Augen auf. Sie sah sich mit irren Blicken um, befeuchtete die Lippen, faßte sich nach der Kehle, als ob ihr die Luft noch immer

casfiefe. Tarauf preßte sie die Hände I rend sie sich bemühte, ikre furchtbare gegen die Sä. lasen, an denen sie einen Aufregung zu bemeistern. quälenden, stechenden Schmerz em- Stanway schien ihren Gedanken-1 VTnö. 1 gang zu errathen. Ein Lächeln huschte ' Noch immer schien sie sich des Borge- ! über seine Züge. Leider muß ich es sallenen nicht eatsinnen zu können; ' annehmen." Er wich ihrem angstvoll auch über Stanway's Antlitz glitt ihr forschenden Blick aus. während er fort-, Blick wie wesenlos hinweg. Sie suchte fuhr: Hätte ich ihn auf deutschem Bo. offenbar nach ihrem Gatten. , den getroffen, wo die Behörden mir Theo. Theo," flüsterte sie zärt- ! hätten beistehen müssen, so wäre ihm Her), in kindlichem Tone. Doch plötz- die Flucht nicht geglückt, davon können lich fuhr sie mit einem markerschüttern- Sie überzeugt sein." den Schrei empor, wehrte sich gegen Die junge Frau schien mit einem emkn unsiä:d" - Angreift, urb ia-- Male ihre Selbstbeherrschung wiedersteif sich, fort-, nru ebtkaoend. an gefunden zu haben. Ein entschlossener ' ar.w i.u ünfcfti, ' teiiiit piäatt tt ia iijten; SaUift au. ,

oeen Ecke sie sich niedergleiten ließ unter herzzerbrechendem Schluchzen. Keinen Blick hatte Stanway von ihr verwandt. Sein Antlitz war ernst und drohend; weniger streng aber sein Ton, als er nun sagte: Frau Hüttl Sie sind meines Mitleids sicher. Ich bin nicht Ihr Richtcr oder der Richter dessen, der in Wahrheit der Mörder war. Aber ich habe es dem Andenken meines im glücklichen Freundes gelobt, mit Argusaugen dem Thäter nachzuspüren und nicht eher zu ruhen, als bis ich Licht in das furchtbare Dunkel gebracht habe. Sträuben Sie sich nicht länger. Alles zu bekennen, wälzen Sie von Ihrer Seele, was Sie ängstigt und foltert. Ich sehe Ihnen ja die Qual an. Machen Sie ein Ende und beichten Sie!" Ich habe nichts zu beichten!" kam es trocken, fast heiler aus ihrem Munde. Unglückliche, glauben Sie doch nicht, daß Sie ihn retten können." Wen retten?!" stieß sie zornig hervor. Ein erkünsteltes Lachen verzerrte ihr Antlitz. Sie wollen mir Furcht einjagen wie vorhin, als Sie mich überfielen und als Sie von einer Verfolgung meines Gatten sprachen?" Sie werden das Gericht von der Echuldlsfigkai Ihres Gatten nicht überzeugen können." Meinen Sie?" erwiderte Felicia, die leichenbiaß war. deren Augen aber wie im Fieber glühten. Eine kurze Pause folgte. In dringlicher Weise sprach dann der Amerikancr wieder auf sie ein. Und weshalb wollen Sie den Unwürdigen denn fchonen! Frau Hüttl,

glauben Sie denn an die Reise Ihres Gatten?" Ich sagte Ihnen ja er wird wiederkommen und er wird mich schüfen vor niedrigen Verdächtigungen ebenso, reit er sich selbst von jeder Schuld. . Gereinigt hielt sie inne. Ihr Gatte wird nicht hierher zurückkehren. Sie werden wohl nicht verlangen, daß ich an das Märchen Den der romantischen Eiderjagd in Ventnor glaube. Aber auch jeder andere Grund, den er Ihnen als Erklärung für seine plötzliche Abreise gegeben hat. war nur ein leerer Vorwand. Unglückliche Frau. Ihr Gatte hat Sie verlassen, weil er in's Ausland zu entkommen hoffte, weil er fliehen mußte!" Tas ist nicht wabr!" kreischte FeIicia auf in ihrer Herzensangst. 2:e sehen also, daß er Ihre Schonung nicht verdient!" fuhr Stanway unerbittlich fort. Er hat Ihnen eine nicht-würdige Komödie vorgespielt, als er Ihnen unter zärtlichen Abschiedskü'sen zuschwor. daß er in fünf, sechs Tagen wieder bei Ihnen sein werde. Sie werden ihn nie. ni? wiedersehen. Feig hat cr Sie im Stich gelassen, als er merkte, daß man ihm auf den Fersen war. Kennen Sie jetzt immer nochMitleid in:: dem Elenden?" Beschimpfen Sie ihn nickt ich bin sein Weib!" brauste Felicia auf, indem sie sich zorns lammend emporrichtete. Er hat Sie belogen, betrogen und Sie wollen sich noch immer nicht von Ihrer sentimentalen Liebe emanciviren?" Ich verbiete Ihnen, in diesem höhnischen Tone zu mir zu reden über Dinge, die mir heilig sind!" Ich fasse diesen Heroismus nicht!" Und wenn es wahr wäre, zehntausendmal wahr, das Entsetzliche Sie würden doch nicht etwa glauben, daß ich. . ." Sie brach ab. erschrocken über das. was sie sagte. Aber es ist nicht wabr!" ries sie dann in neuer Verzweiflung aus. Es kann nicht wahr sein ich ich habe Beweise dasür!" Ueberrascht blickte Stanwan sie an. Beweise? Und was für Beweise wären das?" ..Wenn mein Gatte wirklich mich verlassen haben sollte", erwiderte stc zitternd, mit einem wimmernden Schluchzen in der Stimme, wenn er von mir gegangen wäre, um nie. nie wieder zu seiner armen Felicia zurückzukehren. . ." Abermals versagte ihr die Stimme. Sie preßte das glühende Arnlitz in die Hände und weinte vor sich hin. Unglückliche aber es ist dock kein Zweifel mehr, daß er die Flucht ergriffen hat!" Zögernd setzte er hinzu, indem er sie lauernd von der Seite ansah: Und wenn Sie ihn trotzdem, trotz allem, was er Ihnen und was er Fremden angethan hat. noch so irinig lieben so muß es Sie ja immerhin eut"' ba 'xhm bie 5r gelungen Feltcia wifchte sich die Thränen aue den Augen. Mit rührender Kindlichkeit sah sie den Criminalisten an. Sie , glauben daß ihm die. . . Flucht. . . j gelungen sei?" faaate sie stockend, wäk-

Jndian Tribune Donnerstag, den 17. Januar 1901.

Ihre Züge erschienen mit kmemMäü härter und reifer. Auch ihr Ton war kühl und überlegen, als sie nun emsetzte: Mögen Sie also meinetwegen an eine Flucht glauben. Ich glaube nicht daran. Denn nichts hören Sie, i Mr. Stanway, nichts könnte ihn ir. ' gend einer That verdächtigen, die vor dem Gesetze suhnbar tst. Und wenn er mich verlassen haben sollte, so wäre dies aus Furcht vor den Nachstellungen geschehen, mit denen uns bis zum Tage unserer Hochzeit eine Person quälte, deren Name Ihnen ja bekannt sein dürste." Forschend musterte der Amerikaner das seltsame Weib. Und diese Behauptung wollten Sie auch vor einem Richter ausrecht erhalten?" Ja!" sagte Felicia fest. Und wenn Ihnen nun entgegengehalten würde, daß man annimmt.nicht Sie. sondern Ihr Bräutigam Theo Hüttl habe an jenem Morgen den ververhängnihvollen Gang zu Ihrem unglücklichen Vetter unternommen?" So würde ich bekunden, daß man sich irrt!" erwiderte die junge Krau mit etsiger Kalte. Sie wollen also nicht eingestehen, daß Ihr Bräutigam Ihnen an jenem Morgen auf dem Wege nach Uhlenhorst entgegenkam und Sie nach den Großen Bleichen begleitete?" Ich kann es nicht eingestehen denn es wäre die Unwahrheit!" Stanway runzelte die Stirn. Und Ihr Bräutigam ist also nicht, als Sie vor dem Haus Ihrer Freundin wieder mit ihm zusammentrafen, blutbespritzt gewesen?" Nein. Ich sah ihn an jenem Morgen überhaupt erst, als ich Schlag halb sieben am Besenbinderhof eintraf." Seltsam. Man hat Blutflecken an Ihrer Blouse gefunden Sie ließen sich Heftpflaster von Frau Dr. Fincke geben." Das stimmt. Vor meinen Augen hat Theo sich an einem Glasscherben, in den er mit der Hand siel, als er mein Rad in's Haus hineinführte, verletzt. Es ist möglich, daß mein Anzug. als ich Theos Hand verband, Blutspuren, abbekam." Sie b'ciben also dabei, daß Sie allein im Hause Große Bleichen 11c waren ?" Ja". Und wissen Sie auch, welch' furchtbarer Verdacht dann auf Sie fallen muh?" Felicia schloß die Augen sie wankte hielt sich dann aber am Tische fest und preßte trotzig die Lippen aufeinander, ohne einen Laut von sich zu geben. Lange blickte der Amerikaner sie an. Sie sind heldenmüthigcr, als ich es je einem Weibe zugetraut hätte." Trotz der offenen Bewunderung, die sich in seinem Ton ausprägte, zuckte Felicia zusammen. Machen Sie jetzt ein Ende, Herr!" sagte sie endlich erschöpft, indem sie sich in stiller Ergebung in einen Sessel sinken ließ. Stanway machte einenGang durch's Zinnner. Sinnend, brütend blickte er vor sich nieder. Endlich blieb er vor der jungen Frau stehen und sagte in fast befehlendem Tone: Erklären Sie sich bereit, all' das, was Sie mir jetzt gesagt haben, schriftlich zu Protokoll geben zu wollen?" Wenn Sie mir andeuten wollen, was für einen Vortheil mir das gewähren würde?" antwortete sie müde. Der Amerikaner entnahm seiner Tasche den ihm von Weindel übergebenen Verhaftsdefehl und hielt ihn der jungen Frau hin. ES war der richterliche Befehl des Staatsanwalts vom LandgenchtHambürg zur Festnahme der Sprachlehrerin Felicia Beyer. gebürtig aus Hambürg, 23 Jahre alt. und zur Ueberführung derfelben nach dem diesseitigen Untersuchungsqefängniß. weil sie am Dienstag, den 12. März a. c, Vormittags sechs Uhr. ihren Vetter, den ehemaligen Referendar Fritz Beyer. w seiner in der ersten Etage des Haufes Große Bleichen 11c belegenen Wohnung im Schlaf Überfallen und beraubt und unter Anwendung lebensgefäbrdenden Werkzeugs gewaltsam vom Leben zum Tode gebracht zu haben dringend verdächtig ist." Felicia starrte das rosafarbene Papier mit einem irren Lächeln an. Die Zeilen verschwamme vor ihren trü ben Augen. Sie wußte nicht, daß die- j ser Verhaftsdefehl nur Giltigkeit hatte, i wenn er sich im Besitze Weindels oder eines anderen vom Staat eingesetzten . Beamten der Vollzugsgewalt befunden hätte. Und Stanway hütete sich, es ihr zu sagen. Wiyen Sie jetzt, wovor Sie sich schützen können? Vor der Schande. ! durch Einmengung der englischen Behörden gewaltsam nach Hamburg in's , Untersuchungsgefängniß überführt zu werden!" Nur eine einzige Thräne tropfte aus I Felicias Auge über die bleiche Wanoe i hernieder. Ich soll also meine ' Schuld oder. . . was soll ich beken-'. nen?" Sie follen alles, was sich an jenem ' Morgen zwischen fünf und acht Uhr i zugetragen bat. niederschreiben und i das Schriftstück mit Ihrem Namen ; zeichnen. Und damit ein Zeuge dafür 1 ist, daß Sie diese Zeilen selbst geschrie-; ben haben, sollen Sie noch in dieser ! Nacht das versiegelte Schriftstück dem ; Hotelsecretär übergeben. Nur unter der it-'inaunk, i. hr ntj vuuüu 5b. vt i !j .

Gefangene von hier ferttransporltren

zu lassen." Und wie denken Sie sich dann das Weitere?" fragte Felicia müde. ' Natürlich werde ich bis Hamburg nicht von Ihrer Seite weichen und beim erstes Fluchtversuch, den Sie unternehmen Sie der Behörde übergeben." Aber eine Bedingung stelle ich!" sagte die junge Frau in ruhigem, resignirtem Ton. Sprechen Sie". In diesem Zimmer dulde ich keine Bewachung. Sie können mich einschließen, wenn Sie wollen, auch draußen Wache halten aber bis zur Übreise von hier will ich in diesen Räumen. in denen ich mich von meinem Gatten getrennt habe, ungestört bleiben." Stanway zuckte die Achsel. Und wenn Sie einen Selbstmordversuch wagten?!" warf er hin. Dann träfe mich die Verantwortung!" Es blitzte unheimlich auf in Felicias trüben Augen. Ich werde keinen Selbstmordversuch unternehmen!" sagte sie tief aufathmend, während ein müdes Lächeln über ihre Wangen glitt. Der Amerikaner hatte ihr mehrere Bogen Papiere, Feder und Tinte zurechtgelegt. Er versprach, ihre weibliche Würde dadurch zu respectiren, daß er außerhalb ihres Wohnraumes die Bewachung ausüben werde. Entschlossen setzte sich nun die junge Frau an's Pult und schrieb. Es schlug zwei Uhr viertel drei endlich war sie fertig. Unbewegt las Stanway. was sie geschrieben. Sie bestehen also darauf, daß Hüttl erst um halb sieben mit Ihnen zusammentraf und daß Sie allein bei Ihrem Vetter waren?" Felicia hauchte ein Ja" hin. Dann adressirte sie, so wie Stanway es verlangte, das Schreiben an den deutschen Consul in Portsmoutb. Wissen Sie auch, daß von den Geschworenen Keiner daran zweifelt, daß Sie die Thäterin waren?" Ich sage das darin doch nicht?" versetzte Felicia todtmatt. Aber es wird zu einer furchtbaren Belastung dies Schreiben da. Ich. . . warne Sie!" Ein Blick tödtlichen Hasses traf ihn aus ihren Augen. Entschlossen riß sie die Thür auf und trat in's Freie. Stanway folgte ihr auf dem Fuße. Felicia trug noch immer das helle Gewand, in dem sie sich in dieser Nacht von ihrem Gatten wohl für immer getrennt hatte. Sie hatte nur den seidenen Schleier, den sie mit Myrten besteckt in der Kirche getragen, um Kopf und Schultern gefchlungen. Die kühle Nachtluft umfächelte sie. Aber sie schien nicht zu frösteln. Nichts Irdisches haftete ihr mehr an. Sie schritt wie im Traume unter einem Banne dahin, das Antlitz mit den feuchtschimmernden Augen zu den Sternen erhoben. Und dem finster ihr folgenden Stanway war es so, als ob sie Gebete vor sich hinflüsterte. Im Hotel war noch Licht oder vielmehr schon wieder. Am heutigen Morgen fand in Cowes die Segelregatta vor dem Königlichen Hause statt. Die Mehrzahl der Gäste des ExcelsiorPalace wollte daher schon um drei Uhr von hier aufbrechen. Auch der Secretär war wach geblieben. Mit dem Augenblicke, da Felicia das Hotelportal betrat, änderte sich ihre Haltung, und ihr bis jetzt bedrücktes. kummervolles Antlitz zeigte eine stolze 5)ärte. Mit Argusaugen beobachtete Stanway. der hinter die Glaswand der Office getreten war. jede ihrer Beweounaen. Der Secretär war erstaunt aufgesprungen. als er die junge, vor wenigen Stunden erst von ihrem Gatten verlassene Frau allein mitten in der Nacht hier eintreten fah. Ist etwas geschehen?" fragte er oeschäftig. Felicia schüttelte den Kopf. Ich habe Ihnen hier einen wichtigen Brief einzuhändigen, mein Herr. Es wäre mir lieb, wenn Sie das Couvert mit Ihrem Namen zeichneten, damit Sie unter Umständen anzugeben wüßten, wann ich Ihnen dieses Schriftstück übergeben habe. Es könnte ein Fall eintreten. . . Sie brach ab. Ein Würgen in der Kehle beraubte sie jedes Tones. Da der Sekretär sie aber nicht verstand, so mußte sie sich dazu zwingen, khr Verlangen zu wiederholen. Kopfschüttelnd kam der Sekretär ihrem Wunsche nach. Nun schließen Sie den Brief bis zur Abholung weg." Auch das geschah. Ich danke Ihnen, mein Herr!" Sie neigte ihr Haupt und schritt zur Thür. Etwas aufgeregt folgte ihr der Hotelbeamte. um sie nach ihren sonstigen Wünschen zu fragen. Doch die junge Frau sah sich nicht mehr nach ihm um. sondern eilte fo schnell sie ihre Füße trugen nach der Vottage zurück. In diesem Augenblicke stürmte auch Stanway aus seinem Versteck hervor und auf den Ausgong zu. Der Sekretär fragte den aufgeregt der Deutschen folgenden Amerikaner, was es denn gebe; doch er erhielt keine Antwort. Gleich darauf aber tönte ein gellender Aufschrei von der letzten Cottaqe her. Der Sekretär sprang die Stufen livj&. I

Da fah er noch, wie ein lichter, flat ternderGegenstand bei der mangelhaften Beleuchtung nur undeutlich erkennbar von der Brüstung der Terj raffe in die Tiefe abstürzte, noch ehe der schreiende und die Arme verzweifelt emporstreckende Mr. Stanway i hinzugesprungen war. Der Sekretär nahm den Hilferuf

des Amerikaners auf Kellner und Gäste rissen die Fenster auf man fragte dann gab es ein aufgeregtes Hin- und Herlaufen vor dem Hause, Endlich erfuhr man. um was eö sich handelte. Die hübsche, junge Deutsche, die Gattin des Mr. Hüttl. hatte sich über die Galerie der Terrasse in die Tiefe i gestürzt. Das war an derselben Stelle gesche- ! hen, an der verspätete Gäste um Mit ternacht die anmuthige, junge Frau ihrem Gatten Grüße nachwinken gesehen hatten. Der lange, weicheSchleier war beim Absturz an der Barriere hängen geblieben. Wie eine lichte Wolke schwebte er nun über dem dunklen, felsigen Abgründ vom kühlen Nachttoind leicht bewegt. (Fortsetzung folgt.) Teutsches Wurftgeschaft tcn Martin :: Reiffel. Tie feinste Frankfurter. örtra seine Knackwurst. Braunscbweiger Leberwurst, Zungenwurst, ro:her und weißer chwartcmagen, sowie Mettwurst. Salami-, Brat-. Wiener- und Knackwurst, etc. MARTIN REIFFEL, 545 West Rav Str. Ost Markt Stand 52. Wette Telephon 3311. Wirthschaft von k. LEÜKHARDT zur Gemüthlichen Ecke, 102 N. Noble Str. 'teues Phonr 2011. IE "C0Zf SAMPLE ROOM John N. Matz, Eigenthümer. hinter 123 Nord Pennsylvania Str. ltes Telerdon 291. Weine, Liauö"? uni öigarien. deiner Lunch den ganzen Tag. Joshaa . Florea. Vevrge Setdevftt,' dotph eeidenstlcker. ' ' Plnnia . flirionctintor i iuiuu w uuiuuiioiiunui Advokaten und Notare. Hl 6il hlmtt Str. Telephon 1772. 27 Gelder ans hypothekarische Sicher heit zu verleihen. An alle Arbeiter, deren Frauen und Freunde. Wenn Ihr die Lage der U v-u . ; u..i.CtM.u LaIC... vuuuaiui uii nu't'nui i'uhii q wollt, so kauft nur Brod, welches mit diesem Label versehen ist. h Mmxr llKGiSTEJKp Alles Brod, welches nicht dieses Label trägt, ist kei Union -Brod. Srnitb & Son, ffott Watme Ave.! J.P.Bruce. 101 Virginia Ave. : Bernhard Thau, Hosbroo! und Srove Str. ; Henrv Richerk, 810 Jndiana Ave. iMg Saioon ! 31 Süd Illinois Str. Thornas& Horine Eigenthümer. DU besten Weise nd Cigarre. Uit ei $nU las Biet. SIT Zii-,!lotnb b recke Vedkß Taschentücher, Halsbinden, Handschuhe, Hüte, Kappen, Schuhe und Stiefel, sowie ein vollständiges Lager von Dry Goads findet man im "MONITOR" o. 306 W?ft Walhivaton Strsbe & B1MER, Iftaiua.

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