Indiana Tribüne, Volume 24, Indianapolis, Marion County, 15 January 1901 — Page 1
r -MitX SonatagsBlatt 10vcrWoche äÄ l Erschctnl cfccu ZlachintNag und Sonntag N!srgens. Jahrgang 24. Jndiauapolis, Ind.. icuftan, den 15. Januar 1901.
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Tribune.
Jlttsland Depeschen
Der Krieg in SüdAfrika. Bis Mulle der (fnnsiinöer Bei dem Angriff der Boeren am 7. Januar Biel größer als Lord Kitchener gemeldet hatte. Lord Roberts will von besonderen Ehrenbezeugnngen nichts wissen. So lange sie Verhältnisse in 2u afrika so unglückliche sind. Bcrschicdcnr? aus dem deutschen Reich. Wie da - Zckcrsyndikat das Bolk drückt. Wölfe in Rumänien. Veu!ci:p:lt aus einem britischen Tampfcr. T e r Krieg in Südafrika. London. 15. Jan. Alle Bemühungen, eine Kolonial - Polizei für Südafrika zusammen zubringen, sind oorlaur::, aufgegeben worden Für die in Südafrika l'benven Leute war die vfferir:e Bezal'lz nicht groß genug, und von den 15000 Männern, die '.n Snaland sich für den Dienst gemeldet hatten, wurden nur 500 für tauglich befunden. Anfangs Oktober wurde bekanntl:az von Pretoria aul gemeldet, daß eine 12,000 Mann starke Kolonial - Polizei für das Transvaal und den OranjeStaat geschaffen werden falle, zu deren Ober -Kom7nanr der Genera! Baden - Powell ernannt wurde. Einige Tage später würd- bekannt, daß die Polizei ausschließclck in Südafrika rekrutirt werden solle; im November derlangte die Regierung aber 1000 Rekruten von England und im Dezember wurde die Zahl auf 5000 erhöbt. Es ist nun beschlossen worden, den Plan ganz fallen zu lassen, und um dm General kitchener die nöthigen berittenen Truppen schicken zu können, wird dersackt werden, weitere Yeomanrq (freiwillige Kavallerie) Corps zu bilden. London. 15. Jan. Die offizielle Liste der Verluste, lvelche oie Briten in den kürzlichen Kämpfen bei Belfast erlitten baben. weist 29 Todte. 53 Verwunde:.' und 72 Vermiete auf. darin sind aber keineswegs die Verluste an den anderen Plätz?n eingeschlouen. die gleichzeitig von dcn Boeren angegriffen worden waren, nämlich Wanderfontein. Nooitgedacht und Wildfontein. 81 gebt daraus hervor, daß die Lage in jenem Theil vom Transvaal eine viel ernstere ist. als Lord Kitchener glauben machen möchte. Lord Kitchener hatte den GesammtVerlust der Briten bei dem Angriff auf die vier Posten als geringer angegeben, als er thatsächlich bei Belfast allein war. Kapstadt. 15. Jan. Die Bertheidigungswerke dahier sind jetzt vollendet. In Murrasburg wurden die britischen Truppen von den Holländern sehr mürrisch empfangen. Es ist jetzt ein Monat vergangen, seit die Boeren den Oranje Rioer gekreuzt haben, und Großbritannien ist noch so rathlos wie am ersten Tage. Thatfache ist, daß Krankheiten und Seuchen unter den britischen Soldaten stärker denn je auftreten und daß das Heer in einigen weiteren Monaten dcmoralistrt sein müßte. Lord Kitchener kann der Kapstadt nicht helfen. Niemand weiß, wo der Boere7.f'ibrer De W?t eigentlich ist und was die öoeren eiaentiich plaien. Allein die ra'.be Kap-Kolonie wimmelt schon von irrten. D i e Finanzen des Herzogs von Manche st er. London. 15. Jan. Der Bank?rott des Herzogs von Manchester kam am Montag wieder einmal in den Gerichten zur Erörterung. Es handelte sicy diesmal um den Anspruch eines Juweliers im Betrage von 859, gegen welchen von dem Anwalt des Herzogauf den Grund hin protestirt worden war, daß der Herzog von Manchester noch minoerjährig gewesen sei. als er die Sachen kaufte, ein Umstand, der dem Juwelier bekannt geweser sei, und daß der letztere deshalb kein Rech? g?habt habe, dem Herzog Kredit zu ge--den. Die Anwälte des Juweliers macvl.m dagegen geltend, daß in Folge der ge-
lelllchafkrkcyen Stellung des Herzogs Juwelen und Schmusachcn für 'en letzteren nothwendige Dinge gewesen seien, wenn er auch noch minderjährig gewesen sei. Die ganze Sache wurde dann 1.3 auf Weiteres verschoben, um abzu arten. ob der Herzog, nach seiner Jackkehr von Amerika, sich noch darauf berufen werde, daß er zur Zeit minorenn gewesen sei. Aus China Peking. 15. Jan. Prinz Ehun, der Bruder des Kaisers, stattete am Sonntag der deutschen Gesandtschaft einen Besuch ab. wo er eine längere Unterredung mit dem Gesandten, Dr. Mumm von Schwarzenftein. hatte. Die Ernennung des Prinzen Chun zum chinesischen Spezialgesandten. der im Namen seine? Regierung in Berlin wegen der Ermordung des Barons von Ketteler Abbitte leisten soll, ist von der deutschen Regierung gutgeheißen worden. Es ist wahrscheinlich, daß ihn der Prinz Su begleiten wird. Shanghai. 14. Jan. Liu Kun Ii, der Vizekönig von Nanking, hat mehrere Modifikationen der FriedensBedingungen in Vorschlag gebracht, darunter eine Herabsetzung der zu bezahlenden Entschädigungssumme, eine Verminderung der Stärke der in China verbleibenden Truppen und GeWährung des Rechts an China, nach wie vor Waffen und Munition zu importiren. In chinesischen Kreisen ist man der Ansicht, daß eine Macht, vielleicht auch zwei, diese Modifikationen unterstützen werden. Peking. 15. Jan. Rußland hat am Montag angefangen, die Eisenbahn an die Deutschen zu übergeben. Die Letzteren beabsichtigen, die früheren Angestellten der Bahn beizubehalten, sie aber den Militärbehörden zu unterste!len. In der Provinz Shen Si herrscht eine Hungersnoth. Es sollen dort fünf Millionen Menschen in Gefahr sein Hungers zu sterben. Das Protokoll wurde am Montag unterzeichnet, ohne daß ein Protest gegen irgend eine der Klauseln erhoben worden wäre. Hungrige Wölfe. Bukarest, Rumänien, 15. Jan. Aus allen Theilen des Landes wird gemeldet, daß die Wölfe in großen Rudein auftauchen und vereinzelte Reisende überfallen und verschlingen. Zwei Brautpaare wurden im Marmaros Distrikt, als sie von der Kirche zurüctkehrten, überfallen und aufgefressen. Dem Führer des Schlittens gelang es. auf einen Baum zu klettern, er war aber beinahe erfroren, als er gefunden wurde. Aus der Neichshauptstadt. Berlin. 15. Jan. Im Reichstage inünuirte Herr Roesike. ein Agrarier. daß das Nichtinkrafttreten der Fleischschau - Vorlage auf gewisse unverantwortliche Beeinflussungen zurückzuführen fei. Im Landtage wurde mit der ersten Lesung des Budgets begonnen. Herr Richter kritiürte die Amtsthätigkeit des Finanzministcrs Miquel, weil er die Konservativen nicht veranlaßt habe, für die Kanalvorlage zu stimmen und weil trotz der großen Ueberschüsse so wenig für soziale Reformen, besonders für menschenwürdigere Wohnungen der kleinen Leute, geschaffen sei. Auch Herr von Rheinbaben, der Minister des Innern, wurde von Richter wegen der übermäßig strengen Zensur, die er über Theaterstücke verhängt hätte, schwer getadelt. Beide Minister wiesen die gegen sie erhobenen Beschuldigungen energisch zurück. Der Prozeß gegen Harrieth Plathe und Hugo Arndt, ein Auswuchs des Sternberg - Prozesses, wurde heute hier verhandelt. Die Anklage lautete auf wissentlich falsche Beschuldigung des Staatsanwalts Jsenbiel. daß er für eine Bestechungssumme Sternberg gewisse Rechtsoortheile hübe zukommen lauen. Die Plathe mußte wegen man gelndcr Beweise freigesprochen werden. während Arndt neun Monate Gesang niß erhielt. Eduard Bernstein, der Sozialist. der vor vielen Jahren ausDeutschland ausgewiesen worden war. wird dem:.cichst nach Preußen zurückkehren, da die preußische Regierung die gegen ihn erhobene Anklage niedergeschlagen hat. Man glaubt, daß er sich sofort um ein Mandat für den Reichstag bewerben wird. Die preußische Regierung hat Kontrakte für die Lieferung von 255 Lokomotiven, 505 Passagier und 3,960 Fracht Waggons abgeschlagen, die zusammen 35.515.000 Mark kosten. Das deutsche Zucker - Syndikat hat den Prcis von raffiniriem Zucker abermals um 1 Mark 10 Pfennige für 100 Kilo erhöht. Die Preiserhöhun? deträgt jetzt bereits 5 Mark 25 Pfennige per 100 Kilos, wodurch das Syndikat eine Mehreinnahme von 75.000.00 Mark jährlich erzielt.
Zwei talentvolle Berliner Künstler. Herr Guido Froderg und öerr Von d?r Wonde. sind am Montag beim Schlittschuhlaufen auf dem Schrielover See durch'o Eis gevrochen und ertrun ken. SPitoatnac i 'ten aus Rom zufolge, haben der Sljntg und die Regierung von Jtalicn ein großes Projekt von Graf Ezapski und Baron Douglas. Teut'che. definitiv angenommen, die pontinischcn Sümpfe bei Rom trocken zu legen und sie fruchtbar und bewohn bar zu machen. Die Unterhandlungen mit den längs c:r Sümpfe wohnenden Grundbesitzern, die sich bisher gegen die Entwässerung gesträubi hatten, sind jetzt einem günstigen Abschluß nahe. Hamburg. 15. Jan. Die deut sche Auswanderung nach den Ver. Staaten hebt sich wieder. Von hier aus wurden im Jahre 1900 insge sammt 87.153 Auswanderer befördert, gegen 64,214 im Vorjahre. FortChabrol in neuerAuf läge. T r o y es, Frankreich. 13. Jan. In Saint ao?n hat sich ein Einwohner Coquard. welcher wegen einesVergehens von der Polizei verfolgt wird, in dem Dack.stuhle seines Hauses mit einer Menge Waffen und Munition verbarrikadirt und droht jeden zu todten, der sich ihm näbert. Das Haus ist im Um kreise von 500 Jards von Truppen und Gendarmen umstellt. Ein Bürger des Ortes, welcher Eoquard gütlich zureden und sich deshalb in das Haus begeben wollt?, wurde von ersterem auf der Stelle getödtet. Die ganze Ortschaft ist terrorisirt und niemand wagt sich :n die Nähe des Hauses. Die Gendarmen eröffneten ein heftiges Feuer auf das Gebäude, um den Flüchtling herauszutreiben. Derselbe beantwortete das Feuer nickt, und man glaubt, daß er entweder entkommen ist. oder sich im Gebäude erhängt hzt. Das Gebäude wird am Dienstag untersucht werden. Dampfer untergegangen. La Ehiappa. Corsica, 15. Jan. Der italienische Dampfer Leone" ist in der Nahe hiesiger Stadt, wahrschein Iich mit Allen an Bord untergegangen. Viele Leichen von dem Dampfer sind bereitZ von der See ans Land gespült werden. Die ..L.'one" war ein kleiner Dampfer von 361 Tonnen und gehörte einer Firma in Eatania, Sizilien. Lord Roberts lehnt ab. London. 15. Jan. Lord Ro ttxtz hat in einem an den Lord Mayor icn London gerichteten Brief darum ersucht, daß der offizielle Empfang, der ihm von derStadt London gegeben werden sollte, aufgeschoben werde, und er drückte gleichzeitig die Ansicht aus. daß ,.bei den jetzigen unglücklichen Ereignissen in SüJ.urikz für längere Zeit keine festlichen Ereignisse dieser Art veran staltet werden sollten." E.irl Roberts reiste am Nachmittag zum Besuch der Königin nach Osoorne ab, eZ beißt aber, daß der Besuch nichts lnit dem Krieg zu thun habe. Klingende Belohnung. St. Petersburg. 15. Jan. Es wird aus zuverlässiger Quelle berichtet, daß der Kaiser Nikolaus dem Finanzminister De Witte, dem Kriegsminister General Kuropatkin und dem Minister des Aeußeren. Graf Lemsdorff, aus eigenen Mitteln je 200.000 Rubel geschenkt habe, als Zeichen der Anerkennung für die Art und Weise, wie sie die mandschurische Frage für Rnßland gelöst haben. Pominenter Fürst verhaf tet. N i z z a . 15. Jan. Die Polizei hat den Fürsten Victor Nakadchidcz. einen Russen, auf die Anklage hin verhaftet, die Ermordung des Zaren bei seinem bevorstehenden Besuch Hierselbst zu beabsichtiqe.i. Der Fürst war im Jahre 1886 in Rußland loegen seiner Mitschuld an der Ermordung desKaisers Alerander III. in contumaciam zum Tode verurtheilt. Er ist auch schon einmal in Paris verurtheilt worden, weil er eine Höllenmaschinc im besitz hatte. Der Verkauf derdänisch westindischen Inseln. Kopenhagen. 15. Jan. Man ist hier der Ansicht, daß der Verkauf der dänisch-weftindischen Inseln an die Ver. Staaten bald erfolgen wird, und daß der Finanzminister. Herr Horring. ein befriedigendes Arrangement getroffen habe. Man wünscht hier, daß de? Vertrag noch vor dem 4. März unter zeichnet werde. Die Beulenpest. London, 15. Januar. Auf dem Dampfer ..Highlind Prince", der von Buenos Aires hier angekommen ist, sind auf der Ueberfahrt vier Personen an der Beulenpest gestorben, nämlich der Kapitän, der Maat, Koch und ein Kind. Mehrere andere waren erkrankt, der wieder genesen.
Inland' Depeschen. pev Aosschieier Word. McAllifter, Campbell und Death vor Gericht.
Sensationelle Aussagen von Zeugen. Kcrr wird scperat prozessirt werden. Älsred G. Banderbilt JnN empört, R.J., mit Frl. ElsieFrench getraut. Eine gflforä bei Springfield, O., durch tyciicr zerstört. Die Mörder der Jennie Bosschieter oor Gericht. P a t t e r s o n, N. I., 15. Jan. Der Prozeß gegen Walter E. McAllister. Wm. A. Death und Andrew Campbell, de? Ermordung der 18 Jahre alten Fabrikarbeiterin Jennie Bosschieti? angeklagt, die gestorben war. nachdem ihr Knockout"-Tropfen eingegeben und sie geschändet worden war. nahm am Montag seinen Anfang. George I. Kerr. der gemeinschaft lick mit den drei Anderen angeklagt worden war, hatte vor einiger Zeit bei dem Richter Diron um einen separaten Prozeß nachgesucht und dieser ist ihm auch gewährt worden. Nachdem ein Antrag auf Niederschlagung der Anklage abgewiesen wor den war. wurde mit der Auswahl der Jurv begonnen, die auch schon nach ei ner Stunde zusammengestellt war. Der Staatsanwali Emler sagte in seiner Eröffnungsrede, daß er einen auf Mord im ersten Grade lautenden Wahrspruch verlangen werde und er führte das auf den Fall b-zügliche Gesetz an. das lautet, daß ..irgend eine Person die eine andere bei Begehung von Nothzucht tobtet, des Mordes im ersten Grade schuldig sein soll." Einer der wichtigsten Zeugen, die während des TageS verhört wurden, war Christoph Saal, der Besitzer der Wirthschaft, in der Jennie Bosschieter das Gift eingegeben wurde. Er sagte aus. daß McÄllister. Campbell und Death am 18. Oktober in einem Hinterzimmer seiner Wirthschaft mit einem Mädchen an einem Tisch gesessen und getrunken hätte. Zuerst habe McAllister die Getränke an der Bar geholt und selbst in das Zimmer getragen, nachher habe er aber selbst auf Verlangen McAllisters eine Flasche Champagner in das Zimmer gebracht. Er habe dann im Keller zu thun gehabt und als er zurückkehrte, seien die Leute fortgeWesen. Am nächsten Morgen sei McAllist?? zu ihm gekommen und habe ihm gesagt, daß das Mädchen todt sei. Auch habe er ihn bei dieser Gelegenheit gebeten, nichts zu verrathen und nichts über die Angelegenheit verlauten zu lassen, auch wenn eine große Belohnung ausgesetzt würde. Er habe ver sprachen, ihn schadlos zu halten. Der Droschkenkutscher Schulthorp, de? am Abend des 18. Oktober die vier Männer und das Mädchen gefahren hatte, war der Hauptzeuge des Tages. Er erzählte, wie George Kerr zu ihm gekommen und ihm gesagt habe, eine Gesellschaft von vier Personen wolle sein Fuhrwerk miethen. Auf Kerr's Veranlassung sei er dann nach Saal's Wirthschaft gefahren. Nach einiger Zeit seien McÄllister. Campbell. Death und Kerr aus der Wirthschaft gekommen, ein Mädchen tragend, das sie in die Kutsche hoben, worauf sie selbst einstiegen. Dem Zeugen wurde dann anbefohlen, die Goeffle Road entlang nach Lee's Platz zu fahren. Der letztere war indeß geschlossen und McÄllister befahl ihm dann, in einen Seitenweg hineinzufahren. An einem Punkte jenseits der Eisenbahngeleise angekommen, erhielt er Befehl, anzuhalten. An der Stelle befand sich kein Gebüsch. Die vier Männer stiegen aus der Kutsche aus und hoben das Mädchen heraus, wie ste es bineingehoben hatten. Der Kutscher hatte inzwischen eine Decke über sein Pferd geworfen. Einer der Männer riß sie herab und trug sie an die Stelle, wo das Mädchen auf dem Boden lag. Schulthorp erzählte dann mit seiner rauhen Stimme, die mi: furchtbarem Effekt in dem kleinen Gerichtssaal gehört wurde, den furchtbarsten Theil der Geschichte. Nur Kerr nahm nicht an dem furchtbaren Verbrechen Theil, das der Kutscher beschrieb. Mit brutaler Offenhejt. ohne den geringsten Versuch zu machen, die Thatsachen unterschö
nen dorten zu ververgen. tn der Spra che der Straße, erzählte Schulthorp, was sich dort auf der Straße ereignete. Er erzählte dann weiter, wie das Mäd chen auf's Neue in die Kutsche gehoben worden sei. Der Kopf habe der Unglücklichen im Nacken gelegen, und die Männer seien dadurch so alarmirt worden, daß sie nach einiger Zeit abermals anhielten und dann Wicderbele bung-versuche machten. Der Zeuge beschrieb dann die Fahrt nach Paterson und die Examination, welche der von McÄllister herausgeru fene Arzt an dem Mädchen vornahm und die mit den Worten endete: Meine Jungen, ich kann nichts für Euch thun." ' Zuletzt erklärte Schulthorp. daß die Männer ihm dann befahlen, über den Fluß zurückzufahren und daß schließlich die Leiche an dem Platz niedergelegt worden sei. wo sie gefunden wurde. Er habe dann die Männer zurückgefahren. McÄllister und Kerr feien zuerst auS gestiegen, und der Erstere habe ihm dann mit den Worten: Sie wissen, was Sie zu thun haben, halten Sie de Mund", zehn Dollars eingehändigt. Auf die Frage, ob er noch Leben in dem Mädchen bemerkt habe, nachdem er von der Wirthschaft fortgefahren sei. antwortete der Kutscher: Ja, sie erhob sich, streckte sich und fiel dann wieder zu rück." Der Zeug? wurde dann ins Kreuz verhör genommen und dies war noch nicht zu Ende als Vertagung eintrat. Vanderbilts Hochzeit. N e w p o r t . R. I., 15. Januar. Trotz der winterlichen Jahreszeit ge währte Newvort in seinem Blumen schmuck zu Ehren der Hochzeit des jun gen Millionärs Alfred Gwynne Van derbilt mit Fräulein Elsie French von Newport einen fast sommerlichen An blick. Die Trauung fand zur Mittaolstunde in der Zabriski-Gedenk-Kirche statt, ganz im No?den der Stadt am Ufer der Naragansett Bai. welche Kirche von der Braut zu der wichtigsten Handlung ihres Lebens speziell ge wählt war. Die Trauung wurde mit dem ganzen Pomp der episkopalen Kirä'? doüzsgeo und der Brautzug war ein solch grandioser und reizender Anblick, wie ihn unbegrenzter Reichthum nur zu schaffen im Stande ist. Die Trauung war auf die Mittags stunde angesetzt und schon eine Stunde zuvor hatten sich zahlreiche Gäste in der kleinen Kirche eingefunden. Die Dekorationen der Kircke waren äußerst reich und prachtvoll und dasProgramm bei der Trauung umfaßte folgende Musikstücke: Ouvertüre. Tannhäuser". Wagner; Fest-Präludium, Guirand; Serenade. Schubert; Hymne. O, Per fect Love", Jeffrey; Krönungsmarsch, ..Der Prophet". Meyerbeer; Brautchor aus ..Lohengrin". Wagner. Während die Töne aus dem BrautChor von Lobengrin" durch die Kirche klangen, wurde der Trauungsakt von dem Rektor der Kirche vollzogen. Der mit nur etwa sechs Millionen Dollars enterbte" Cornelius Bänderbilt. jun., war zur Hochzeit nicht erschienen. Er war eingeladen worden, aber seine Gat:in. eine geborene Grace Wilson. die cr gegen den Willen seines Vaters heirathete. nicht. Cornelius blieb demzufolge auch in New Jork und statt zu ein?r Ueberbrückuna der Familienfekde. wird die Hochzeit nur zu einer Erweiterung des kaum noch zu überkleisternden Bruches führen. Der Bräutigam hat seiner Zukünfti gen 85.700.000 in allerbesten 4-prozem tigen Bonds überschrieben. Das garan tirt irr, was immer werden möge, ein Nadelgeld oder eigenes fürstliches Einkommen von $148.000 pro Jahr oder 512.333 den Monat, Von der Schwiegcrmama, Frau Cornelius Vanderbilt. hat sie ein Halsband von mehreren Reihen Perlen und Diamanten erhalten, von ihrem Onkel Edward Tuck ia
Paris ein Plastron aus Perlen. Ru- ! binen undmaragden. Von der eigenen Mama erhielt sie ihr lebensgroßes Por-' trat, gemalt von ?Nuenzig; vom Bräu- ' tigam eine Anzahl Schmucksachen, die soviel werth sind, wie das königliche Ge scfcnk seiner Mutter, wenn nicht mehr. Nach der Trauung fand ein großer Empfang in Harbor Vren. der Wob nung von Frau French. der Mutter der Braut, statt. Feuer. S p r i n gfiel d, O., 14. Jan. Die Fabrik der E. W. Roß Company in ' Lagonva, bei hiesiger Stadt, wurde am Montag theilweise durch Feuer zerstört. DerVerlust beläuft sich auf $75 .000 bis ' $100,000 und die Versicherung auf $65,000. John Ludwig, ein Aufseher, wird vermißt, und man glaubt, daß er in den Flammen umgekommen ist. Das vierstöckige Hauptgebäude wurde ganz zerstört und die Gießerei und das Magazin sind theilweise niederaebrannt. Jioeiqunoerl acoeucr ivmmen in tfinge des Brandes für längere Zeit auher Be schäftigung. o, ;c w.i c" t . : . o r . !
Aus derBundeshauptftadt m 56. Aongrch imk Won.
C. W. Neely wird nach Cuba ausge liefert. Senat. H Washington. D. C.. 15. Jan. Kurz vor dem Schluß einer interesse losen Debatte über technische Einzelheiten der Armee-ReorganisationSvor läge machte Senator Teller von Colo rado einen sensationellen Angriff auf den früheren General-Kommissär der Armee. General Eagan. Der Angriff galt aust der Administration, weil General Eagan, dem Sen. Teller gemäß, zur Belohnung für seinen Angriff auf den kommandirenden General der Armee" pensionirt worden sei. Sen. Carter. von Montana, hatte vorher um baldige Annahme der Ar-mee-Vorlage ersucht und angeführt, daß die Verzögerung eine Mehrausgabe von $500.000 den Tag bedeute. Er ersuchte um Festsetzung eines Tages für die endgiltige Abstimmung, Sen. Teller erhob aber Einwand. Es wurde während des Tages nicht der geringste Fortschritt mit der Vorläge gemacht und nicht ein einziges Amendement wurde definitiv erledigt. Repräsentantenhaus. Das Haus legte heute alle DistriktGeschäfte bei Seite und nahm die Erwägung der Fluß- und Hafen-Bill wieder auf und es wurde guter Fortschritt damit gemacht. Bei der Vertagung waren 59 von den 97 Seiten erledigt. Es wurden viele Amendements gestellt, sie wurden aber alle ohne Ausnähme verworfen. Nachrichten von den Phil i p p i n e n. Im Kriegsdepartement ist die folgende Depesche von General Mac Arthur aus Manila eingetroffen: Delgado. der Oberkommandeur der Filipinos in der Provinz Jloilo (Panah), hat sich am 11. Januar mit 4 Offizieren. 21 Mann und 14 Gewehren dem General Robert P. Hughes ergeben. Sein Kommando ist aanz ! auseinander gegangen. Es wird er- ! wartet, daß sich Andere in den nächsten agen ergeben werden. Der bewaffnete : Widerstand in der Provinz Jloilo ist offenbar zu Ende." Die Depesche hat im Kriegsdepartej ment große Befriedigung verursacht, j obgleich das Kommando, das sich ergeI ben hat. nicht groß war. Präs. McKinleys Eskorte. Es ist beschlossen morden, daß die persönliche Eskorte des Präsidenten McKinley nach dem Kapital und zurück, am 4. März. Troop A" vom ersten Kavallerie-Regiment der Ohioer Nationalgarde sein soll. Diese Organisation hatte auch vor vier Jahren die Eskorte gebildet. Das Befinden des Präsidenken. Das Befinden desPräsidenten bessert sich täglich, es ist aber kaum mahrscheinlich. daß er sich in dieser Woche noch in seine Office begeben oder Besuche empfangen wird. Neely wird ausgeliefert. Das Suprem - Gericht der Ver. Staaten gab am Montag seine Entscheiduna in dem Falle des C. F. W. Neely ab. der angeklagt ist, öffentliche Gelder in Cuba unterschlagen zu haben, während er dort als Finanz - Agent des Postdepartements jener Insel angestellt war. Dc.s Gericht entschied, daß Cuba auslänoisches Gebiet sei. da der Krieg mit Spanien ausdrücklich geführt worden sei, um die Cubaner vom spanischen Joch zu befreien, und daß Neely deshalb an die cubanischen Behörden ausgeliefert werden müsse. Die Behörden in New Vork wurden noch während des Tages angewiesen, Neely sofort nach Cuba auszuliefern. Abgabe der Elektoralstimm e n. C o l u m b u s. O., 14. Jan. Die Wahlmänner des Staates Ohio gaben am Montag ihre 21 Stimmen für McKinley und Roosevelt ab. William B. Woodbury von Cleveland wurde damit beauftragt, das bezügliche Certifikat nach Washington zu bringen. Auch in den Staaten New Jork, New Jersey. Maryland. Delaware, Pennsylvanien, Vermont. New Hampshire und Kentucky wurden am Montag die Elektoralstimmen abgegeben; in den ersten acht Staaten für McKinley und Roosevelt und in dem letzteren für Bryan und Stevenson. Weitere Depesche auf
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