Indiana Tribüne, Volume 24, Number 117, Indianapolis, Marion County, 14 January 1901 — Page 1

Zndiana Tribüne, Montag, den 14. Januar 1901. 3 MWi- i WWWW . .tj) , ?1 r n Znvinnn Triliitne s r Mtt $ ISent I L. r i Z SonntagsBlatt lOcperffioctc m tötTtircint jode gtaetftntttag und Kcxi,ntag lsrgens. Zildiauapolis, Ind., Monma, Km 14. Zanuar 1901. Jahrgang 24. Sio. 117

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Äuslaud Depesche:: Endlich ntfrftdjnrn Prmz Cliiny und f i fjung (Sljirnij die Kollektivnote.

Prmz Ching protcstirt bei Hose ge gen die Abberufung li Clmq's. Ter Letztere sott an der Vright'schen Nierenkrankheit leiden. Rußlands Zriedknöliebc von Minister Wltte betont. Rußland will jcyt die Bahn an Deutsch, lang abtreten. Xie Boeren erbeuten bei Kaalfon tein viel Kourage. Eiu Agent der ricdcns-ommission von den Bvercn a 'schössen. 0 D i e Note ist unterzeichnet. Peking. 14. Jan. Die KollektivNote bei Mächte ist endlich von den chinesischen Friedenskomissären unterzcinet worden. Prinz Ching unterschiieb sie gestern und Li Hung Ckang, der sich etwas wohler fühlt, unineictaete sie heute (Sonntag). 6 heißt, tag1 Li Hung Chang an der Brigl'icrzn Krankheit leidet. Prinz 1jmq hat bei -Hofe gegen die Ernennung des Vizekönigs Chang Chuh Tung. der zum Rachfolge? Li Hung Ehangs ausersehen ist. protestirt. ör behauptet. Letzterer sei unumgänglich für di: Verhandlungen nöthig und meint, vielleicht könne noch Sheng als dritter Bevollmächtigter ernannt werden. Tie meisten Gesandten sind von ihren Regierungen dahin instruirt worden. daß die Verhandlungen in Peking stattfinden müssen. Die Russen beHäupten, sie würoen die Eisenbahn sofort an die Deutschen abtreten. Herr De Giers vrotestirt dagegen, daß die Briten den Russen nicht erlauben wollen. Reis und Weizen an arme Chinesen in der britischen Sektion zu vertheilen. Shanghai. 14. Jan. Der itaZienische Konsul in Shanghai erklärt die Anwesenheit italienischer Kriegsschiffe vor der San Mun Bai damit. dah er sagt, sie wollten (Schießübungen vornehmen. Hier wird wieder gemeldet, dah die Verbündeten sich rüsten. in die Provinz Sban 3i einzudringen. Es verlautet, das; eine Äbtheilung Franzosen westlich von Pao Tung Fu eine Schlacht mit Borern hatte, in der 1000 der Letzteren fielen. London. 14. Jan. Das amentanische Hospitalschiff Maine" ist mit Invaliden von Chi.ia in Southampton angekommen. St. P e t e r s b u r g. 14. Januar. Finanzminister Witte hat das Budget für das Jahr 1900 eingereicht, in welchem die Voranschläge der Cinnabmen um 73.443.450 Rubel überstiegen sind, gleichzeitig aber auch durch den Krieg m China extraordinäre Ausgaben zum Betrage von 61.900.000 Rubel verzeichnet werden. Diee Ertra-Ausgaben repräsentiren jedoch bei Weitem nicht alle durch die beklagenswerthen Ereignisse im Osten" verursachten Kosten, da ein großer Theil der verausgabten Gelder mit im regulären Budget verrechnet sind und andere Ministerien und Lokalbehörden damit belastet sind. Allein die dadurch erwachsenen Verlufte. daß der Bau der transsibirischen Bahn unterbrochen und verzögert wurde. belaufen sich auf 82.000.000 Rubel. W'tte beklagt neben den großen kommerziellen Schädigungen die Verluste der tapferen Offiziere und Mannschaften, welche im Dienste des Landes in China ihren Tod fanden. Eins," fährt Herr Witte fort. ..kann uns hierbei jedoch zum Troste gereichen und das ist die Aufrichtigkeit unserer friedlichen Absichten, welche den Zaren zu dem Schritte veranlaßt haben, im Interesse des Friedens an alle Mächte zu appelliren und Rußland's friedliche Absichten zu betonen. Erst durch die groben Verletzungen unserer Grenzen, durch das Bombardenitnt von Blagovestschenk und die Zerstörung der Eisenbahn, welche ohne jeden Grund von den Chinesen unternommen wurden, tonnte die kaiserliche Regierung bewogen werden, die Grenze der Mandschurei zu überschreiten. Aber Rußland ist nur bestrebt, in den aufständischen Landestheilen Ordnung zu schaffen und das gute Einvernehmen mit China wiederherzustellen. Sowie d,es geschehen ist. wird Ruhland seine Zruptzen a.us Peking zurüÄieöen und

WU Strettkrafte m ver Ma'ndschurei vermindern. So wie der Krieg zur Nothwendigkeit wurde, hat Rußland denselben mit nachdrücklicher Energie geführt. Eine Armee von 220.000 Mann war in turpz Zeit zum Schutze der 100,000 Kilometer langen Grenze bereit, vertrieb die Rebellen aus der Mandschurei unt rettete die Europäer in Peking. Ruhcnt) t)at seine Pflicht gethan und ist zum Frieden bereit Aus dem Deutschen Reich. Berlin. 14. Jan. Die Alarm Nachricht aus China, daß in Singanfu 85.000 Mann chinesischer Truppen exerzieren und mit bestem Material ausgerüstet seien, erschreckt hier Niemanden. sondern erregt nur ein mitleidiges Lächeln. Auf derartige plumpe bluffs" fällt man hier nicht herein. DiePekinger Nachricht. Prinz Chun. der Bruder des Kaisers, werde in Begleitung des Prinzen Su nach Berlin gehen, um hier im Namen der chinesischen Regierung wegen des Mordes an Frhr. v. Kettelet um Entschuldigung zu bitten, wiro insofern als richtig angesehen, als Prinz Cbun damit einverstanden sein soll und die unangenehme Mission zu übernehmen gewillt ist. Die Sache hat aber doch noch einen Ha ken. Kaiser Kwang Su hat nämlich bisher noch gar keine Vorschläge in die ser Sache gemacht und. was das Wichtigste ist. bisher noch gar nicht angefragt, ob die genannten Prinzen auch hier genehm sind. Die hiesige Polizei hat demGesangs komiker Otto Reutter das weitere Auftreten im Wintergarten untersagt, weil derselbe, trotz einer dahingehendenWarnung. verschiedene Kouplet Verse gesungen hatte, welche bei der Zensur Anstoß erregt haben. Die ..Kreuzzeitung" konstatirt eine Zunabme der Auswanderung nach Amerika, zwar nicht speziell aus Deutschland, sondern aus Mitteleuropa im Allgemeinen. Das ultrakonservative Blatt motioirt diese Zunahme damit. daß die mitteleuropäischen LandWirthe die Hoffnung auf eine Wiederkehr besserer Zustände ausgegeben hät ten und daß zu befürchten sei. daß die Zeiten noch schlechter werden, wenn erst ein großer Kanal für Ozean-Dampfer in Amerika die Binnenseen mit New Dort verbinden würde. Ein solcher sei einfach das Todesurtheil für die europäische Landwirthschaft, ausgenommen vielleicht Rußland. Berliner G e l d ma r k t . B e r l i n , 14. Januar. Der Berliner Geldmarkt ist seit Langem nicht so stark gewesen als letzte Woche. Zinsentragende Sicherheiten, einerlei ob Staats- oder Jndustrie-Papiere. sind in großer Nachfrage. Die Frankfurter Zeitung behauptet, daß kürzlich 300 Millionen Mark für die 6 Millionen Obligationen der Hoechster Farbenwerke gezeichnet wurden. Auch alle anderen Anleihen werden bedeutend überzeichnet. Der Geldmarkt bescbäftigt sich sehr mit den bevorstehenden bayerischen, sächsischen und Reichs-An-leihen. Obwohl die Presse im Allgemeinen die Idee verspottet, einen Theil der Anleihe in New ?)ork zu plaziren, hat der Korrespondent der Ass. Presse doch in Erfabrung gebracht, daß die sächsische Regierung New Jork bvorzugen würde. Einheimische Anleihen waren fest, da versichert wurde, daß der preußische Finanzminister von Miquel keine Anleihe aufnehmen werde. Ein weiterer Grund dafür ist die Thatsache, daß Ueberfluß an Geld vorhanden ist. weil Viele sich scheuen. Jndustrie-Papiere zu kaufen. Der Norddeutsche Lloyd hat eine Disidende von 8$ Prozent erklärt und angeordnet, daß 500,OOOMatk abgeschrieben werden sollen. Im Jahre 1900 wurden Münzen im Werthe von 173 Millionen Mark geprägt, wovon 143 Millionen auf Gold- und 23 Millionen auf S!lbermünzen ntfallen. Die Frankfurter Zeitung behauptet, daß im verflossenen Jahre Bonds und Aktien im Gesammtmerth von nur 1583 Millionen Mark verausgabt wurden, gegen 2337 Millionen im Vorjahre. 400 Fischer ertrunken. Yokohama. 14. Jan. Amtlich wird bekannt gegeben, daß 400 Fischer vermißt werden. Man glaubt, daß sie in dem Sturnl an der Westküste am 10. Januar umgekommen sind. Wieder abgefahren. H a m i l t o n. Bermuda. 14. Jan. Die Ver. Staaten Kriegsschiffe Annapolis". ..Frolic". ..Wompatuck" und Pisctaqua". welche die Moskito-Flot-te bilden, die seit dem 2. Januar hier war, sind am Sonntag wieder abgefahren. Die Offiziere erklärten, sie hätten sich sehr gut amüsirt. Neues von Samoa. T u t u i l a, Samoa, 1. Januar. Die $41,000, welche den Samoanern von England, Deutschland und den Ver. Staaten versprochen wurden ge-

langen jetzt zur Verkeilung. In Deutsch-Samoa haben noch viele Eingeborene ihre Waffen und Gouverneur Solf hat Befehl gegeben, dieselben bis zum Ende dieses Monats auszuliefern. Die deutsche Regierung treibt alle rückständigen Steuern ein und hat auch alles Eigenthum des letzten Gouverneurs an sich gebracht, obwohl sie sich weigert, anerkannte Schulden im Betrage von $3000 zu bezahlen. Unter der Regierung der Ver. Traaten gehen die Geschäfte in Tutuila sehr gut. Der Bau der Bahn um den Hafen von Pago Pag ist in Angriff genommen. vollendet wird er aber vorläufig nichr werden, weil kein Geld dafür vorhanden ist. Die britischen und amerikanischen Bewohner von DeutschSamoa ziehen nach uad nach von dort fort. Die Boeren erbeuten Fourage. P r e t o r i a. 12. Januar. Gestern Abend durchschnitten die Boeren dte Telegraphendrähte zwischen Irene und Olifantsfontein. Früh heule Morgen griffen 800 Boeren unter Beyer Kaalfontein Station an, ein heftiges Ge sehrfeuer, das sechs stunden oaueru und in das zuletzt zwei Feldgeschütze und ein Marim-Geschütz mit eingriffen. folgte. Ein Panzerzug mit Verstärkungen wurde von Pretoria abgesandt. aber ehe derselbe ankam, hatte die Garnison den Angriff abgeschlagen. Die Boeren zogen mit einem eine halbe Meile langen Transportzug unbeläftigt ab. Sie zerstörten auch die Bahngeleise unterhalb von Kaalfontein. sodaß der Postzug nach hier zurückkehren mußte. Man glaubt, daß der Hauptgrund zu dem Angriff der war. sich Lebensmittel zu holen, von denen viele in Kaalfontein aufgespeichert sind. Auf Seite de? Briten waren teine Todte. London, 14. Januar. Das Kriegsamt hat folgende Depesche von Lord Kitchener erhalten. Pretoria, 13. Jan. Etwa 1400 Boeren haben die Grenze überschritten und Zuurfontein und Kaalfontein angegriffen. Sie wurden zurückgeschlagen und werden jetzt von einer Kavallerie-Brigade verfolgt. Drei Agenten der Friedenskommissäre wurden als Gefangene nach DeWett's Lager gebracht, das sich am 10. Januar in der Nähe von Lindley befand. Einer von ihnen, ein britischer Unterthan, wurde durchgepeitscht und dann erschossen: die beiden anderen wurden lediglich durchgepeitscht." Nachrichten aus Spanien. Madrid. 14. Jan. Ein Jeuer. welches Sonntag früh in Mucientes in der Provinz Valladolid ausbrach und das die halbe Stadt zu zerstören drohte. wurde unter Kontrolle gebracht. Zwei Menschen kamen in den Flammen um. Die Regierung hat angeordnet, daß Kriegsschiffe die Küste der unteren Provinzen abpatrouilliren sollen, damit die Einfuhr von Waffen für die Karlisten verhindert wird. Barcelona. 14. Jan. Unter dem Vorsitz des früheren Bürgermeisters Ercbert fand am Sonntag eine Massenversammlung statt, in der Beschliisse angenommen wurden, in denen die Regierung ersucht wird, Stierkämpfe abzuschaffen. Entsetzliche Leiden. London. 14. Januar. De? Odessa'er Korrespondent der Daily News" meldet herzbrechende Geschichten über Leiden von Eisenbahn-Passagie-ren, die auf dem Wege nach Odessa im Schnee stecken blieben. Der Blizzard dauerte den Angaben des Korresponöenten zufolge über 100 Stunden und herrschte im ganzen südlichen Rußland, In Razdyelnaia, wo sich an die 3000 Passagiere zusammenfanden, hörte man fürchterliche Leidensgeschichten. Manch' derselben waren fünf Tage lang eingeschneit gewesen. Männer und Frauen hatten sich in vielen Fäl len um die wenigen Lebensmittel, die vorhanden waren, die Köpfe wund geschlagen. Die Schneewehen waren stellenweise 35 Fuß tief. 3000 Mann Militär wurde abgesandt, um die Geleise frei zu machen, was auch schließlich gelang. Graf Kapnist und sechzig andere Leute wanderten viele Meilen weit zu einer Wirthschaft, wo man ihnen Schlitten zur Verfügung stellte, die sie nach Odessa brachten. Viele der Passagiere haben erfrorene Gliedmaßen. Sonntag Abend waren nicht we-er als 19.000 Mann Militär mit Scrrnttschaufeln beschäftigt. Der Daily Mail" wird aus Odessa gemeldet, daß 12$ Personen in dem Blizzard umgekommen sind. Aus Bactarest wird de? Daily Expreß" gemeldet, daß fünf Soldaten, die aus Urlaub nach Hause gehen wollten, einen fürchterlichen Kampf mit Wölfen zu bestehen hatten.

Gerettete Schiffbrüchige. London. 14. Jan. Die Besatzung des britischen Dampfers Strathleven" wurde am Sonntag von dem deutschen Dampfer Ardgoman" in St. Micha-els auf den Azoren gelandet. Die Mannschaft wurde am 6. Januar von ihrem sinkenden Schiffe geholt. Die Strathleven" fuhr am 20. Dezember von Pensacola ab und war nach Barcelon,? bestimmt. Die Filipinos ziehen sich z u r ü ck. Manila, 14. Jan. General Grant, der zur Zeit danrit beschäftigt ist. die letzte Insurrektion in seinem Distrikt zu unterdrücken und der seine Kundschafter selbst begleitet, meldet, daß er südlich von den Buloc-Bergen auf eine ganze Anzahl Banden von aufrührerischem Gesindel gestoßen sei, die sich aber alle in die Hügel zurückzoa?n. ohne sich zur Wehr zu setzen. Die Rebellion in Colomb i a. Kingston, Jamaica, 14. Jan. Der britische Dampfer ..Teran". Kapt. Lund, der am Sonntag von Colon, Colombia. ankam, meldet, daß bei der Abfahrt des Schiffes in Panama fürchterliche Aufregung herrschte, da die Rebellen wiederum einen Angriff auf die Stadt gemacht hatten. Die Kämpfe begannen am 10. Januar und dauerten noch an. als der Teran" am Abend des 11. Januar abfuhr. Die Rebellen haben bedeutende Verstärkungen erhalten. Zwei britische Kriegsschiffe waren bereits angekommen und ein amerikanischer Kreuzer wurde erwartet. Das Geschäft in Colombia steht fast ganz still und die Bewohner fangen an. unzufrieden mit der Regierung zu werden, weil sie die Rebellion nicht unterdrückt. Nicht so arg. Mexico C i t y. 14. Januar. Weit übertriebene Berichte über die finanzielle Lage Mexico's sind im Auslande verbreitet. Geld ist immer noch knapp, besonders weil viele Sil-ber-Dollars exportirt werden. Die Zahl der Fallissements ist indessen sehr klein. Erdbeben in Deutschland. Berlin. 14. Jan. In mehreren Theilen Deutschlands und Europas im Allgemeinen sind gestern heftige Erdsiöhe verspürt worden. In der Nähe von Dresden war die Erschütterung so stark, daß die Leute aus ihren Betten fielen. Aus den schlesischen Gebirgsgegenden wird das Gleiche gemeldet. In Reichenberg stürzten mehrere Häuser ein. Leichtere Erdstöße werden aus Italien gemeldet. Ein Friedenskommissär erschossen. London. 14. Jan.. 4 Uhr Mor gens. Der kurze Bericht über das Schicksal der drei Mitglieder des Frie dens-Kommittees, das abgesandt war, um mit General De Wet zu unterhandein, hat auf allen weiten die größte Entrüstung hervorgerufen. Einige Zeitungen sprechen die Hoffnung aus, daß Lord Kitchener falsch unterrichtet wurde, doch wird anderieitig geltend gemacht, daß er die Angelegenheit kaum gemeldet haben würde, wenn er nicht genau unterrichtet wäre. Die Dai'.q Mail" hat als Ueberschrift über den Artikel Mord" und meint, es sollten keine weiteren Versuche gemacht wer den, den Feind durch Güte zu veranlassen. sich zu ergeben. Nicht Proklama tionen. sondern Verstärkungen müßten m Zukunft die Parole sein. Alle Zeitungen appelliren an die Regierung. sofort weitere Truppen nach Südafrika zu schicken. Der Dailv Mail" wird aus Pretoria gemeldet, daß Herr Pretorias, ein früherer Präsident der südafrikanischen Republik, dort eingetroffen ist und verz.bens versucht, die Boerenführer zur Ueberqabe zu veranlassen. Auf der Rückreise. P a r i s , 14. Jan. Der Herzog von Norfolk, welcher, wie bereits gemeldet, bei Vorstellung der englischen Pilger oemPapst gegenüber di? Hoffnung aussprach, daß die weltliche Herrschaft des heiligen Stuhles bald wieder hergestellt werden möchte, kam am Sonntag auf der Rückreise nach London durch Paris. Er weigerte sich indessen, über die erwähnte Angelegenheit sich interviewen zu lassen und bemerkte, daß er in einigen Tagen seine Angaben im Druck er scheinen lassen würde. Ein Riesen - Unternehmen. K n o x v i l l e . Tenn... 14. Januar. Sonntag verließen 36 VZänner von hier die Stadt, um in Ecuador für die McDonald Contracting Company alsVorleute etc. thätig zu sein. Diese Gesellschaft baut eine 300 Meilen lange Bahn über die Anden, welche Guayaquil und Quito mit einander verbinden wird. Herr McDonald beschäftigt jetzt schon 5000 Leute und wird demnächst noch weitere 5000 anstellen. Alle verpflichten sich, auf drei Jahre.

Jtlland Depeschen.

Melie Zustände H Müssen in der Stadt St. Louis, Mo., herrschen. Sie Grohgeschworenett erheben Anklagen gcgcn städtische Beamte. Ungeheure Wahlschwindcleieu sollen vorgekommen seilt. Der Gesandte Conger meldet, dan die Note der Mächte unterzeict,net ist. Zwei (5-inbrecher erschlagen in Port land, V!c., ciueu Mann. Lu Wichita, Kau., kommt'S u einem Nasscnkamps. Vorbereitungen für dir Hochzeit Alfred Vwonne Baudcrbilt's. Nette Zustände in St. Louis. St. Louis. Mo.. 14. Jan. Die Großgeschworenen, welche sich aus prominenten Geschäftsleuten zusammen setzten und die städtischen Angelegenheiten untersuchten, haben ihren Bericht eingereicht. Im Ganzen haben sie 24 Anklagen erhoben, von denen nur vier, kleinere Verbrechen umfassend, bekannt gegeben sind. Die übrigen sind gegen Leute gerichtet, die noch nicht verhaftet worden sind. So ist ein Beamter tu House of Delcgates" in Anklagestand versetzt worden, weil er versuch: hat. einen Staatszeugen zu be stechen, der gegen Straß.'nräuver Aussagen zu machen hatte. In dem Bericht der Großaeschworenen wird der Mangel an Zusammen?beiten seitens des Polizeichefs und der Polizei-Kommi-Iäre getadelt. Es wird gerügt, daß die Polizei-Beamten vor der letzten Wahl mit demokratischen Staatsbeamten Konferenzen abhielten und ihre Instruktionen erhielten, wie sie mit den republikanischen HilfsSheriffs verfahren sollten. Ueber die Wahlbetrügereien fagt der Bericht, dieselben seien so zahlreich gewesen, daß die Grand Jury sich aus Mangel an Zeit nicht habe damit befassen können. Dem Mavor wird es zum Vorwurf gemacht, daß er den Sitzungen der Polizeibeborde. der er ..ex officio" angehört, nicht beiwohnt. Die Weinzi'm-mer-rage wird auch erörtert und es wird behauvtet. daß die Weinzimmer ein arger Mißstand sind. Ra s s e n k a m p f. Wickita. Kas.. 14. Januar. Zwischen Farbigen und Weißen kam es Sonntag zu allerlei Reibereien. Mehrere Personen auf beiden Seiten wurden schwer verletzt. Es hätte nicht viel gefehlt, so wäre von zweihundert Wei ßen ein Farbiger gelyncht worden. Er entkam aber mit Hilfe der Polizei. Es wurden 17 Verhaftungen vorgenommen. Die Hochzeit Van der bilt'F. Reimport. R. I.. 14. Jan. Mit Ausnahme des Blumenschmuckes der Kirche sind alle Vorbereitungen für die Hochzeit von Alfred Gwynne Vanderbilt und Frl. Elfte French beendet. Etwa 150 Gäste sind bereits eingetroffen und zahlreiche Equipagen sind zu deren Benutzung hierher gebracht worden. Der Onkel des Bräutigams. Herr William K. Vanderbilt traf mittelst SonVerzuges und Senator Chauncey M. Depew per Dampf'r von New Dort am Sonntag Abend eia. Am Sonntag Nachmittag besuchte die Hochzeitsgesellschaft die St. JohnsKirche, wo ein.' kurze Probe für die am Montag stattfindenden Trauungsfeierlichkeiten abgehalten wurde. Am Sonntag Abend gaben die Vanderbilt's und Frau Harry Payne Whitney den eingeladenen Gästen ein großes Diner. Arbeit für den Kongreß. Washington. D. C.. 14. Jan. Die Armeereorganiiations-Vorlage beschäftiat den Senat noch immer, man glaubt jedoch, daß gegen Mitte der Woche die Bill zur Abstimmung gelangen wird, obwohl noch längere Diskussionen zu erwarten sind. Senator Platt's Rede wird wohl von verschiedenen Senatoren beantwortet werden. Senator Allison beabsichtigt, nach der Erledigung dieser Vorlage die Legis-lativ-, Ezekutiv- und Justiz-Bewilli-gungs - Vorlage aufzurufen. Dann wird auch die Subsidien-Bill zur Sprache kommen. Im Repräsentantenhause wird m-

! erst die und Basen Bill in An-

griff genommen. Zum Tode verurtheilte Banditen. Washington. D. C.. 14. Jan. Hier sind allerlei Gencralbefehle und kriegsgerichtliche Entscheidungen eingetroffen, die von General MacArthur über eine Anzahl Verbrecher auf den Philippinen verhängt worden sind. Ein Anführer einer Räuberbande, Namens Prado, und mehrere seiner Genossen wurden zum Tode verurtheilt, nachdem ihnen die scheußlichsten Handlungen, die gemeinsten und kaltblutigsten Morde und viele Vrandstistungen nachgewiesen war?. Pedro Larbica der ebenfalls eine Bande auführte, die noch schlimmer hauste als die erstere, wurde auch zum Tode durch b."n Str2.?.a Yerurtkeilt. Zweimal gekrauk. C a r b o N d a le. Jll., 14. Januar. Vita Mulkey. die Tochter des früheren Oberrichters Mulkey von MctropoliS, hat ein weiteres Kapitel ihrer im August d. Js. eingegangenen Ehe mit dem reichen Texaner Edward Passow hinzugefügt. Damals verheirathete sie sich heimlich mit ihm und es wurde beschlössen, um Weihnachten eine öffentliche Hochzeit zu feiern. Kurze Zeit vor dem festgesetzten Tage erklärte sie plötzlich. daß sie schon mit Passow verheirathet sei und da sie ihn nicht liebe, werde sie bald eine Scheidungsklage ansirengen. Passow war um diese Zeit in Chicago, wo seine Frau ihn besuchte. Er wußte sie zu überreden und das Paar ließ sich jetzt noch einmal trauen. Jetzt ist vorläufig keine Rede mehr von Scheidung. Das Passow'sche Ehepaar wird demnächst nach Tcras übersiedeln und auf einer Ranch ihren Wohnsitz haben. Kriminell verantwortn ch. New York. 14. Jan. Der Inqnest über die Explosion in dem Tar-rant-Gebäude an Warren und Greenwich Str.. bei der am 29. Oktober vorigen Jahres zwei Häusergevierte in Trümmer gelegt und sieben Personen unter den Ruinen begraben wurden, endete gestern mit einem Verdikt, daö die Eigenthümer des Gebäudes, die Mitglieder der Engros-Droguenfirma Tarrant & Co., kriminell für die Ezplosion und den Tod der Opfer der Exvloston verantwortlich macht, insofern die Explosion durch die Lagerung von explosiven Chemikalien in über das gesetzlich erlaubte Maß hinausgehenden Quantitäten verursacht sei. Zwei bekannte Deutsch gestorben. E'v a n s v i l l e, Ind.. 14. Januar. Im Laufe von zwei Tagen sind hier zwei angesehene deutsche Bürger, John Danter und John Birkenbusch, plötzlich gestorben. Beide betrieben Spezereiläden. Beide erkrankten NachmittagS auf der Straße und verschieden in ihren Wohnungen nach Verlauf wenige? Stunden. In dem Danter'schen Laden wurde vor einigen Tagen eine ebenfalls betagte deutsche FrauSchmidt vom Schlage gerührt und verschied wenige Minuten später. Großer Holzverkauf. Butte. Mont.. 14. Jan. Zwischen der Amalgamatcd Copper Company und der Northern Vacific Railway Company sind Unterhandlungen im Gange. Werden dieselben zu Ende geführt, so wird die Bahn Waldländereien im Werthe von 6.000.000 an dtt Copper Company verkaufen. Offerirt eine Belohnunq. Birmingham. Ala.. 14. Jan. Kapt. N. H. Frazer von UnionSpringS hat eine Belohnung von $500 für die Rückgabe seines 19 Jahre alten Sohnes, der seiner Ansicht nach geraubt worden ist, ausgesetzt. Auch wer eventuell die Leiche des jungen Mannes findet. soll die Belohnung erhalten. Von Einbrechern mißhandelt. L e x i n g o n, Ky.. 14. Januar. Rankin Clemens, ein wohlhabender Farmer von Fayette County. wurde im hiesigen Hospital eingeliefert. Einbrecher drangen in sein Haus ein und schlugen ihn nieder, wurden aber von den weiblichen Bewohnern verscheucht. Schiffsnachrichten. New York. 13. Jan. Angek., Phbrncia", von Hamburg und Boulogne. Abgegangen: Menominee",nach Lcndon. Q u e e n s t o w n, 13. Jan. Abgeg.: Campania". von Liverpool nach New York bestimmt. C h e r b o u r g. 13. Jan. Abgeg.: Vaderland". nach New York. T a r i f a. 13. Jan. Passirt: ..Fürst Bismarck". von New York nach Gibraltar, Neapel etc. bestimmt. Prawle P o i n t. 13. Jan. Passirt: Minneapolis". von New York nach London begimmt.

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