Indiana Tribüne, Volume 24, Number 116, Indianapolis, Marion County, 13 January 1901 — Page 6

Z'lfj

JBm

L

l

f

MWWMM'

Vrlarg. Won Ludwig Fulda. Ihr schaut ein heisres Angesicht: WaS hinter dieser Maske steckt, Ds schaut ihr nicht, das ahnt ihr nicht. Dls ist behutsam zugedeckt. , 'Ihr schaut in heit'res Angesicht; Deu Doinentranz. den scheuer Gram In rrie gesalbten Locken flicht. Verhüllt mit Schleiern stolz Scham. 'Ihr Khaut ein heit'res Angesicht; Das Auge lacht, es lacht der Mund, Diewett ein Kleinod leis zerbricht Sief innen in des Herzens Grund. Aus dem Tanzboden. Bon tkmil Vranichstädten. Als ich vor einigen Jahren einmal Auf einem großen Balle von der Hstrade herab zuah, wie da unten eben ine l'olka frangaise getanzt wurde, wandte sich die liebensrcüioige Äallanutter, der ich Gesellschaft leistete, zu mir mit der Bemerkung: li ist doch merkwürdig, wenn man von hier herab die jungen Leute durcheinander sprintn sieht, so ist es einem, als seien sie äße verrückt geworden, so erscheint diese anyxt als ein thörichtes, zum minbesten einfältiges Vergnügen. Und doch! Wie gern habe ich getanzt, so Lange ich noch jung war!" Die gute Frau hatte sehr recht, namentlich mit den letzten Worten: So lange ich noch jung war." Wer nüchtern, ohne den doppelten Rausch mitzuempfinden, den Irgend und rythmische Musik in uns zeugen, oernunftbegabte Menschen us dem Tanzboden sieht, wie sie Hopsen. sich drehen, allerlei zierliche oder doch zierlich sein sollende Bewegungen na Tacte ausführen, dem erscheint solkbes Treiben kindisch und unoern:'.nftig. Und doch wieder! Wie schön ist das Tanzen für die Tanzenden, sei es uf dem spiegelglatten Parkett des vornehmen Ballsaales oder auf der Tauhen Diele des ländlich::: Krugs, de äuerltchen Wirth-Hauje-I 15s ist ein Stück der seligen Kindheit, die am Herumspringen ihre Freude hat und ehre Freude :m Herumspringen äußert, Die wir mit dem Tanz in unsere re:fexi Jahre hinübernehmen. Es steckt 4lber auch ein gutes Stück musikalisch: Empfinden in dem Tanze, mit dem .torr die rythmische Melodie rn Bewemg umsetzen und so gewissermaßen das Musikstück mitspielen, indem wir .dazu tanzen. In dieser naiven Freude rn Musik und rythmischer Bewegung tag zu allen Zeiten, bei allen Völkern der Zauber, den der Tanz für die Jugend hatte und so ist es auch heute und LderaÜ. Sehen wir ja doch die Vergnüglichkeit des Tanzes sogar auf den ernsten militärischen Dienst übertrafen, wenn die marschirende Truppe on Trommlern, Pfeifern, oder gar lm Musitcorpö. da einen flotten Barsch aufspielt, .öegZejei wird. Ter ramme Schritt wird da gleichsam um .anz, der wntrnr.us oeiazwingi At Bewegung und 'erleichtert sie; er 'fasst ein Empfinden der Freude auch nen, die mit Geweht und Torniiter n Reih und Glied marfchiren. Wie anders aber erst beim wirklichen Tanzen! Wie das Versmaß und der Reim die Sprache beschwingen und sie zur Kunftform der Dichtung emporheften, so beschwingt der Tanz den tannden Menichen und hebt ihn empor in ein Reich der Illusion, in dem Ävmuth und Freude das Scepter führen. Zas gilt für den Fürsten wie für de Bauern, für die vornehme Dame xoic für die Dienstmagd. Im Gehen treten wir mit der ganzen Fußsohle wf, wir halten die Arme am Leiv geLkloffen oder schlenkern mit ihnen im Irengen Marsch. Im Tanze balancirt der Körper, im Megen und Drehen des Tanze- wird die ganze elastische Kraft der Muskeln und Sehnen in Betrieb gesetzt, toi Spiel der Nerven füllt .den ttörper im Musik und gleich dieser schwebt ur fliegt der Tänzer, die Tänzerin, loKelöst in der Beiveguvg wie im EmIsinden über den nur flüchtig berührt Boden. Es ist Erlkönlgs Lockruf .Meine Töchter führen den nächtlichen Reihn. Und wießen und tanzen und singen Dich ein." Der, Tanz zeigt den Tanzenden als ein .-nstwesen. Alles an ihm und in fyn rommt unter dem Gesichtspunkte des Kunstwerkes zur Geltung: die Figut, das Temperament, die Erziehung, die Gewöhnung des Tänzers, die Seele, das Empfinden des Augenblicks. Es giebt unter den künstlerischen Schauspielen, nxlche die Menschen im geselligen Leben einander gewähren, nichts Schöneres, als ein schmuckes, glückliches Brautpaar tanzen zu sehen, wenn beide gute Tänzer sind. Alle Heljglet und Zärtlichkeit, alle Hoffnung und alle Anmuth leuchten aus dem rythmische Wandelbilde. Sind Brar.tleute einander ehrlich gut. so verschlägt es beinahe wenig, wenn auch Grazien keine Zeit hatten, die Wiegen der Beiden zu besuchen. Glück und Liebe vermögen viel. Wir lächeln vielleicht bei dem unbeholfenen Gefafcer., aber schön ist's doch. Ich habe einmal solchen glücklichen Bräutigam bei einem Rheinländer ausgleiten und -kr dem nebenstehendenE lavier plötzlich verschwinden sehen. Alles lachte, cm meisten aber der Gefallene, als ihn die Braut mit einem herzhaften Kuß tröstete. Auch Ehegatten, die sich lachend zum Tanz stellen, einander vertraut, und so im Wigen und Drhen sich freuen, erzählen im Tanze ihr 4SHück. Der junge Geck mit der steten Kerlichkeit in jeder Bewegung tanzt nders. als der an ernste Beschäftigung gewohnte Jüngling, der in unbefangener Fröhlichkeit darauf losspringt. Ä)as hitzig Mädchen, das vei jeder Drehung mit Hals und Kopf aus der

-1

r

mmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm'mmmmmm

Rundbehn gleschsam ausbricht, findet ihr Widerspiel in den Behaglichen, die mit dem Gleichmuthe des Caroussels um den Tanzplatz schleifen. Und doch sind das alle Kunstwerke! Kunst ist eben Seele und Form, und sie zeigt sich auch in dem Humor des naiven Widerspruchs zwischen Absicht und Erscheinung. In ihrem vollen Liebreiz freilich zeigt sie sich nur da. wo das Ebenmaß in Form und Bewegung die reine Schönheit offenbart. Das ist nun freilich selten, und darin ist das we'bliche Geschlecht fraglos den in Ernst und Arbeit härter geschulten Männern über, es hat von Mutter Eva die Fröhlickkeit geerbt, die klingt und singt. wenn auch die Fröhliche schweigt und scheinbar ernst ist. Bilder ans Japan. Als irnjfahre 1858 das sinkende Reich der chogune mit Llmerika, Englanto und Frankreich die Verträge unterzeichnete. welche für Japan den Anfang seiner wunderbaren modernen Entwickelung bildeten, war Jokohama nur ein elendes Fischerdorf. Kaum war es zum Freihafen erklärt, 'da bemächtigten sich Amerikaner und Engländer, immer voll Eifer und unermüdlich, wo es sich um ein gewinnreiches Geschäft handelt, des Platzes und schufen den sumpfigen Strand in weniger als 30 Jahren in eine prachtvolle, reiche und gesunde Stadt um. deren Anblick sich mit den reichsten Hafenstädten von Amerika und Europa messen kann. Alle großen Schiffslinien berühren Jokohama und alle Nationen treffen sich in diesem Konstantinopel des fernen Ostens. Der Uferdamm ist ein Riesenwerk aus schwimmenden Metallkisten. Mehr als 300 Dards weit erstreckt er sich in 'den Hafen hinaus, so day die größten Schiffe unmittelbar daran anlegen und ihre Lasten löschen können. Wenn man sich am Ende dieser Landungsbrücke Jokohama zuwendet, so genießt man einen ganz eigenartigen Anblick. Den Hafendamm entlang erstrecken sich in gerader Linie schöne und massive Bauten: prunkende Gasthöfe, die Bureaus der Schiffsgesellschaften, fürstliche Post in Jokohama. Elubhäuser. großartige Geschäftslokale der ersten englischen, amerikanischen, französischen Firmen. Rechts erhebt sich das langgestreckte ungeheure japanische Zollhaus mit vielen Nebengebäuden, alles rothe Ziegelbauten, stets von einer lärmenden Menge umdrängt; links mtfaltet der Bluff", ein reizender Hügel, der die Landhäuser verschiedener Consulate trägt, die grüne Pracht seiner Gärten; denHintergrund bildet ein Kranz brauner Hügel, und in weiter Ferne strahlt, halb verschwommen in einem Meere purpurnen Lichtes, die Gestalt des Fusijama, der Stolz und das Wahrzeichen der Stadt, von grauen Tagen her der König unter allen Bergen Japans. Jokohama besteht aus drei nebeneinander liegenden Städten, dem europäischen Quartier, ver chinesischen und der japanischen Stadt. Die euroväische Niederlassung erstreckt sich, ein langes Rechteck bildend, am Hafendamm hin und über die freundliche Anhöhe des Bluff". Ihre Beoölkerung besteht aus allen möglichen Elementen des Auslandes; das englische herrscht rox. Fast ausnahmslos sind es Beamte der verschiedensten Gesellschaften und Angestellte großer Handelshäuser. Es läßt sich schwer eine richtige Vorstellung von den großartig5n Geschäften bilden, die im lärmenden Getriebe dieser Stadt abgeschlossen werden, deren Ausdehnung verhältnißmäßig beschränkt ist. Abgesehen von den zahlreichen großen Magazinen, die ihre Waaren hinter riesigen Spiegelfenstern zur Schau stellen, finden sich Französisches Eonsulat. (Jokohama.) hier nicht weniger als 76 GeneralAgenturen. 8 große Bankhäuser. 35 Schiffahrtsgesellschaften. 150 Versicherungsqesellfchaften. 19 Consulate und Gesandtschaftshotels. 12 ClubHäuser u. f. w. Außerdem trifft man daselbst bereits 15 protestantische Kir-tf-rn der verschiedensten Sekten und 17 Freimaurerlogen, darunter mehrere wahre Monumentalbauten. Die katbolische Religion ist durch eine Pfarrei vertreten. Das Chinesenviertel ist nur durch seinen Schmutz und die grellfarbige Tünche seiner elenden Hütten bemerkenswerth. In dem lärmenden Getriebe der ungeheueren japanischen Stadt findet man noch das alte Japan mit seinen niedrigen, reinlichen, zierlichen Häuschen und seiner malerischen Nationaltracht. Auch die höflichen Umgangsformen hat der steife Iankee noch

Jndiana

nicht verdrängt. Doch erheben sich. auch dort schon manche hohen Schornsteine ''on neuerbauten Fabriken; sie beweife. mit welchem Eifer sich das fleißige und unternehmende Jnseloolk dem materiellen Fortschritt zugewandt hat. Äiel interessanter als die lärmendeHafenftadt Jokohama, die in den letzten Jahrzehnten erstand, ist das nahe Ka-:;-..:tura mit seinen Ruinen, die alte Hauptstadt der ersten Schogune Jzpans. Kamizkura wurde vor mhr als 700 Jabren vsn dem Tiger" Ioritomo, dem Gründer des Schogunats, gebaut. Nachdem er im Jahre 1185 'durch den Sieg bei Simonopeki sich zum wirklichen Herrn von Japan gemacht hatte, wurde Kamakura der Mittelpunkt eines Militärreiches soWie einer Aristokratie und der Glanz Der D a i b u t s u". seiner Feste verdunkelte den Hofhalt des Mikado zu Kioto, der dort ein Scheinregiment führte. Jetzt ruht Schweigen über der Stätte, wo einst Kamakura stand. Die Zeit hat dieses Babylon des fernen Ostens in den Staub getreten. Von der alten Herrlichkeit sind nur Ruinen geblieben, großartige Ruinen freilich, die aber doch nur einem gebrochenen Säulenschafte auf einem Grabe gleichen. Von dem einst großartigen Tempelcomplexe stehen nur noch drei Gebäude und diese sind vernachlässigt und baufällig. Der fchönste war dem Hachiwan. dem Kriegsgotte geweiht. Zwischen diesen Tempelruinen erhebt sich der berühmte Daibubsu", die ca. 60 Fuß höbe Riesenstatue Buddha's. Der Buddha sitzt mit unterschlagenen Beinen und geschlossenen Augen auf seinem granitenen Fußgestell und will den Eindruck kühler, betrachtender Ruhe erwecken. Stolze Verachtung gegen alles in der Welt drückt der Mund aus. Vor dem Ungeheuer s:hen zwei Vasen mit Rosensträußen von Lotusblumen. Die Riesenstatue ist hohl; man steigt in ihren Kopf hinauf und kann durch kleine Gucklöcher die Ebene der alten Schogunexstadt überblicken. Der Mikado. Das mod?rneJapan datirt seine Geschichte von der Niederwerfung des Schogunats im Jahre 1868. nach welcher das Reich den Ausländern erschlössen wurde. Nur nominell hat die Restauration von 1868 den Mikado mit der dem Schogunat entrissenen Macht aufs neue bekleidet thatsächlich ging diese auf eine Oligarchie einflußreicher Männer über, dieals Vertreter der leitenden Parteien das Land beHerrschen. Der Tenno, ehedem ein Werlzeug der Schogune, ist heute ein solches in den Händen der großen Parteiführer, und wie seine Vorfahren, hat sich auch der Kaifer Mutsuhito in seine passive Rolle gefunden. Nur sobald das heute nach europäischer Art organistrte Hofceremoniell seine Gegenwart erfordert, erfüllt er aktiv seine Herrschcrpflichten. Wenn auch nicht frei von orientalischer Jndc'enz, repräfentirt er alsdann gewissenhaft, ca?:H es westliche Etikette erheischt. Tokio ist die Hauptresidenz des Kaisers Mutsu H'to und steht heute schon völlig im Zeichen moderner Civilisation. Den Mittelpunkt der Stadt bilden die von einem schönen Park umgebenen kaiserlichen Paläste, einstöckig in japanischem Stil erbaut. Der melancholische Eindruck dieses demWeltgetriebe entrückten kaiserlichen Wohnsitze wird erhöht durch die dunklen, bizarr geformten, uralten Pinien über Mädchentypen. den gigantischen Steinwällen, die dem Ganzen einen festungs - ähnlichen Charakter verleihen. Der Mikado, von seinem Volk auch Tenno, der qimmlische Kaiser" genannt, verräth in

Lm

Tribüne, Sonntag, 13. Januax 1901.

Gcsichtsiugen und Hautfarbe den start ausgeprägt mongolischen Typus, dem auch der spärlicheVartwuchs entspricht. Er überragt an Größe die meisten seiner Unterthanen und bält sich unauszesctzt in starrer Unbeweglich keit zu seiner ganzen Höhe aufgerichtet. Bei uns die Hauptträgerin gesellschaftlicher Beziehungen, kommt die Frau in Japan in sozialer Hinsicht gar nicht in Betracht, uno das Fehlen des weiblichen Elements schließt einen geselligen Verkehr in unserem Sinn mit den Japanernaus. Die japanische Frau giebt indessen demAusländer in der Regel Anlaß zur Bewunderung, nicht sowohl ihrer äußeren Anmuth, als ihrer inneren Eigenschaften, ihres sanften, sympathischen, echt weiblichen Wesens halber. Gehörsam gegen Bater, Äatten und Tohn ist ihre lebenslange Pflicht. Sie hat ein tugendhaftes Herz und ist eine treue, dem Mann unterwürfig ergebene Gattin. Auf ihren Schultern allein ruht die ?orge für das Wohl der Familie. Früh auf und zuletzt zu Bett, überwacht sie Haushalt und Kinder, und dock ahnt man kaum von ihrer Existenz! Eine Gehilfin, eine Freundin deo Mannes ist sie nicht. Willkürlich kann sich der Gatte oon ihr trennen, ohne gefetzliche Verpflichtung, für sie und ihre Nachkommenschaft zu sorgen. Geschwätzigkeit, mürrisches Wesen, Eifersucht undAlbernheit gelten in Japan schon al xcheidungsgründe. Beim Thee. Erzogen in den Anschauungen einer Religion, in den Sitten einer Gesellschaft. die ihr eine absolut passive Stellung ihrem Vater, ihrem Mann und als Wittwe ihrem Sohn gegenüber anweisen, nichts besitzend, gezwungen.Nebenfrauen zu dulden, eventuell verstoßen, ist ihr Loos mit dem der amerikanischen oder europäischen Frau nicht zu vergleichen, wenn es auch im Gegensatz zum Dasein ihrer asiatischen Schwestern immerhin ein glückliches zu nennen ist. Vcan begegnet der Frau in Japan mit Achtung und Höflichkeit, sie leitet' das Haus und bewegt sich frei in und außer ihm. Unter dem Einfluß westlicher Civilisation beginnen sich bereits heute im Reich des Mikado für die Erweiterung der Frauenrechte Stimmen zu erheben, die die confucianische ittenlehre als Basis der Familie nicht mehr für zeitgemäß erachten. Neben der legitimen duldet die japanische Sitte im Hause selbst eine Nebenfrau, die jedoch nicht die gleichen Reckte wie die regelmäßige Ehehälfte genießt: sie repräfentirt nicht im Hause, noch kümmert sie sich um die Erziehung der Kinder. Zumeist gehöreu die Nebenfrauen ein:r untergeordneten Gesellschaftsklasse an. Die ve?heiratheten Frauen kleinen sich einfach, in dunkle Farben. Nur ibre Schärpen, japanisch Obi" genannt, die Hauptzierde der weiblichen Toilette, zeigen lebhaftere Farben. Schöne Obis zu besitzen, ist der sehnlichste Wunsch jeder Japanerin, und deren kunstvolles Binden bedeutet den höchsten Triumph ihrer Koketterie. Diese Schärpen, .die oft Hunderte kosten, bestehen bei den wohlhabenderen Klassen aus reichdurchwirktem, buntem Seidenbrokat. Von Jugend auf in der Idee erzogen. daß die Hauptaufgabe des weiölichen Geschlechts darin bestehe, dem Mann die Existenz so angenehm wie möglich zu gestalten, lernt die japanische Frau das Leben überhaupt nicht vom Gesichtspunkt des Genießen kennen. Dieser Vorzug gebührt ausschließlich dem Mann, und zwar in vollstem Maß. Dagegen hat man Japan mit Recht das Paradies der Kinder" genannt. Ungetrübt verfließt ihre Jugend, umgeben von der gleichen zarten Äorgfält und Liebe, mit der man hier die Pflanzen pflegt. Das Kind hört nie ein hartes Wort, stets zeigt man ihm ein lächelndes Gesicht. Dieses wird ihm selbst zur Gewohnheit, und unbewußt nimmt das Kind schon in frühestcr Jugend die verbindlichen Umgangsformen der Großen an. . tle Der Geldverleiher Hirsch ist von t nem vornehmen Schuldner, den er gemahnt, die Treppe hinabgeworfen warden. Dabei hat letzterer das Gleichgewicht verloren und ist gleichfalls die Trevpe hinabgepurzelt. Gott. Herr Baron", spricht Hirsch unten. ..welche Ehre for mich, daß Se mich bis nach unten begleiten!" Buchstäblich. A.: W'e. Du hast das Herz der Meta im Sturme erobert?" B.: Ja. ick habe sie kürzlich in dem furcktbare7t Unettr ach Hauke begleitet." Wichtig. Erster Leutnant: ..Sieh. Kamerad, die Kommerzien rathstochter. ist das nickt eine r:nt Puppe?" Zweiter Leutnant: j,,AUerdings. ober eine Drahtpuppe!" Schlimmeres g e w o y n r. Richter: Haben Sie sich die Suppe, eingebrockt, so müssen Sie sie auch auslöffeln!" Angeklagter: Pah. ich habe sogar schon Suppen ausgelöffelt, die meine Frau gekocht hat!"

M

Zur großen Armee. In seinem Tusculum zu Ouellendorf ist dcr greise Feldmarschall Graf Leonhard von Blumenthal vom Tod zur großen Armee abberufen worden. Der Verstorbene war einer der Paladine des ersten Deutschen Kaisers, und einer der wenigen noch lebenden Generale aus den drei großen Kriegen. Ohm je im Feld Führtt einer Armee gewese-n zu sein, ohne je selbstständig einen Sieg erfochten zu haben, stets nur als Generalstabschef an zweiter Stelle thätig und doch weit über den Rahmen seiner Stellung hinaus einflußreich, hat Graf von Blumenthal alle militärischen Ehren erreicht, die einem preußischen Offizier zu Theil werden können, fo 30. Juli 1810 u Schwedt a. O. geboren, war LeonGrafv. Blumentkial. hard von Blumenthal im Jahre 1827 als Offizier beim damaligen GardeReserveregiment eingetreten. 17 Jahre später wurde er erst zum Oberlieutenant befördert. Ter Besuch der Kriegsakademie km Anfang der 30er Jahre bahnte dem jungen, strebsamen Offizier den Weg in den Großen Generalstab, der für immer seine Heimath bleiben sollte. Im Stab des Generals von Bonin machte Herr von Blumenthal 1849, nachdem er kurz vorher zum Hauptmann ernannt worden war. den dänischen Feldzug mit. Die im Feld bewiesene Umsicht, Ruhe und geniale Beherrschung der Verhältnisse lenkten die Aufmerksamkeit der leitenden Kreise auf ihn, dessen Beförderung bis dahin gerade keine glänzende war. Es kamen nun aber auch die Erfolge Schlag auf Schlag: 1849 die Ernennung zum Chef des Generalstabs der schleswig-holstein'schen Armee 1864 des combinirten mobilen Armeecorps. und 1870 der vom Kronprinz geführten Armeen. Düppel. Alscn. Köniqgrätz, Wörth, Sedan und Paris sind die Ruhmestage des Generals von Blumenthal. Das Ausland BlumenthalsGeburtsh a u s. sonders erkannte seine Verdienste voll und ganz an und stellte ihn mit Vorliebe neben Moltke. Im März des Jahres 1872 erhielt General von Blumenthal das Commando des 4. Armeeorps, und vom Kaiser Friedrich wurde er am 12. März 1888 zum General - Feldmarschall und GeneralInspekteur der 4. Armeeinspektion, sowie zum Chef des reitenden Feldjägercorps ernannt. Im Jahre 1897. bei der Feier feines 70jährigen Dienstjubiläums. bat der greise Feldmarschall um Enthebung von seiner Stellung als Generalinsxekteur der 3. Armeeinspektion: nur als Chef des reitenden Feldjägercorps fungirte er weiter. Aus der Ehe des Grafen mit Delicia Anna von Vyner. geb. athorpe, sind zwei Söhne, der Generallieutenant Graf Albrecht und der Major Otto von Blumenthal hervorgegangen. IV'iui'vlU mutuutii:'. Früher war das Weib ein schneid!gez Meisterwerk der Schöpfung und jetzt ist es häufig ein Meisterwerk deZ Schneiders. VetkT Napoli. HabenSie noch einen letzten vor Ihrer Hinrichtung?" .Neapel möcht' i sea!" Wunsch

, z-ZL

Zur Abwechslung. r.

Mann: Wenn man die Rechnungen Deiner Modistin durchsieht, da wird es einem ja grün und gelb vor den Augen!" Frau: Na beruhige Dich, ich habe mir jetzt ein rothesSeidenkleid bestellt." Der Cavalter im achtzehnten, neunzehnten. und im zwanzigsten Jahrhundert. Moderne Kinder. Großmutter: Was seh' ich w Deinem Zeugniß steht da eine Bemerkung plaudert gerne"?!" Die kleine Ella: Acb. Großma Du weißt, das ist ja bei uns Frau:n die schwache Seite l" Mittel zum Zweck. Und wie machst Du Dir für Deine Arbeit an dem neuen Trauerspiele die passende Stimmung?" Ich hänge sämmtliche unbezahlten Rechnungen über meinen Schreibtisch. Verlockendes Anerbieten. 5)aussrau: Also früh sieben Uhr pflege ich erst eine Stunde einen Ausflug per Rad zu machen. . ." Dienstmädchen (neu zugezogen) : Gnädige Frau radeln auch? Da können wir ja einmal Tandem sah-ren!"

72ytü1& Bl "Ä (VIMi

J

1

Höflich. Cl Vagabund (der von einem Gendrmen mit einem andern Strolch zusam mengefesselt wird): Mit wem hab' ich das Vergnügens" Im Eifer. Ich meine halt immer. Herr Ihre Heirath war auch so eine Verstandesheirath!" Das bitte ich mir aus. das nehmen Sie sofort zurück!" Gut; dann war halt kein Verstand dabei!" Boshaft. Jetzt ist mein Mann fch?n wieder seit vier Stunden fort!" Gast (gutmüthig): Na. darüber müssenSie nicht gleich so ärgerlich sein! Der will halt auch einmal gcrn ein gutes Glas Bier trinken!" In der Verlegenheit. V I !ü I I Q Herr Vermalter, ich frage Sie ans Ihr Gewissen: wo sind die Hunderttaufende hingekommen, welche mein sel. Lerr Schwiegerpapa meinem G.'. hinterlassen hat?" Entschuldigen. Frau Gräfin, das haben der Herr Graf in jungen Jabren Alles amortisirt!" Sorgsam. Lieutenant (auf sein Herz zeigend): ..Sehen Sie. Fräulein Elsbeth, hier i"ohnen Sie." Fräulein: Ach. sehr liebenswürdig, also in Watte gepackt!" Kochkunst. Er: Was soll denn das sein?Sie: Einlaufsuppe, liebes Mannchen!" Er: Das ist schon ', 2 U vonlaufcn!" Zukunft hast oXso eine Aerz lebt Ihr denn?" während von ihre? sonst nimmt sie n den in Behandlu Verschn die Dame auch . .Du ithet. wie muh fortt sprechen, ugenleidenHerr: .Kann ,en?" Heiirlich; deshalb frühere Mann rathsvermittler i hat sich ja ge? - ihr scheid i lau

(VaA Ä

:"W ' Ä

."T."!

VU !

' M

( töi!, ök, ' ukm Arm iii ifiti'friiliill iiil&T- ift