Indiana Tribüne, Volume 24, Number 115, Indianapolis, Marion County, 12 January 1901 — Page 1
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ßUffi V Tribüne t A-m I te" i M - - - Sonntagsi l man Hl 1 verWoche $ Ä- ' i i ErsUxrint jede,, Hadfinttiaji Hsnntag Morgens. Jahrgang 24. Zttdianapolis, Ind.. samftaa, den t. Zannar 1901, No. 115
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Ausland Depesche
Höhere Venkonen Oill JttuTlflfl siir Dir millrüofcn Deulrtjpii üelpraiicu oerirnifll. Die Regierung und der Bundesrath heftig angegriffen . Weil sie sich bchlirrlich der Erhöhung der armseligen Pcnsioue widersetzen. Beerdigung des (rostherzogs von Sachsen -Weimar. Xer Kaiser VUtzei wohnlc ihr nicht bei. nicrciionlcv ans China. G Vom Deutschen Reich. Berlin. 12. Jan. Tie Anzeichen neuren sich, daß Graf SÖöto thatsächtick) eine Vereinbarung iri: den Agrariern und ickutzzöünerischen JnJusiriellen getroffen hat. derzufolge die Letzteren die Annahme der Kanalvorlage arantiren. :oäbre:Lö der Reich-tanzler seine Zustimmung zur Erhöhung der ÄetreideiöÜe auf fünfzig Mars giebt. Eine ganze Anzahl hiesiger Zeitungen träfest triefe Lnftcht aus. Nur die aller :rtrem!':en von den raditalen Zeitungen greife:: den Reichskanzler wegen dieser Vereinbarung an. Auf jeden Fall ist es bedeutungsvoll, vafz, rnie bereits gemeldet, der HandelSlag, der sich am Donnerstag vertagt hat, eine gegen die Erhöhung der Getreide ',ölle gerichtete Resolution mit nur vier stimmen Majorität angenommen hat. 147 der Delegaten hatten für und 143 zegen die Resolutiou gestimmt. Der Kaiser hat angeordnet, daß das Magdeburger Füsilier-Regiment No. 36, dessen Ches General-Feldmarschall Graf v. Blumenthal war. fortan den Tcamen Füsilier - Regiment GeneralFeldmarschall Graf v. Blumenthal (Magdeburg) No. 36" führen soll. Kaiser Wilhelm's Nichterscheinen zum Begräbnisse feines Großonkels. )es Grohherzogs von Sachsen-Weimac. hat hier viel Befremden erregt, da der Kaiser mit großer Zuneigung an dem verstorbenen Großherzog zu hängen chien. Als offizieller Grund wird anzegeben. daß fi der Kaiser noch nicht genügend von der Influenza erholt Satte, aber es ist feststehende Thatsache. )aß der Kaiser zur Zeit des Begrabnisses mit oer Kaiserin im Schloßgarttn zu Potsdam spazieren ging. Wie heißt, sollen die ?Najeftäten deshalb ion einem Besuch in Weimar Abstand genommen haben, weil im dortigen schlösse di" Masern herrschen und sie befürchteten, die jüngeren Kinder damit anzustecken. Prinz Chun. der Bruder des Kaiers Kwang Su. stattete dem deutschen Äesandten in Peking. Dr. Mumm von Zchmartzenstein. längeren Besuch ab. vaS nach chinesischer Etikette eine oanz außergewöhnliche Begebenheit vorstellt. Der Gesandte telegraphirt dazu oem Auswärtigen Amt: Prinz Chun mach- ': einen sehr sympathischen Eindruck. Zr sieht seinem Bruder, dem Kaiser, jehr ähnlich, ist aber robuster und intelligenter. Der Börsenkourier dementirt die von New Aork gekabelte Nachricht, daß Deutschland in New Aork und London eine Anleihe von 600.000.000 Mark zu placiren beabsichtigt. Die heutige Debatte im Reichstag -Iber die von dem Konservativen Herrn Nißler eingebrachte Vorlage, die Pensionsgesetze dahin abzuändern, daß jezer Veteran der Kriege von 1864. 1866 und 1870. welcher invalide und erverbunfähig ist. eine jährliche Pension von 120 Mark erhalten soll, artete in eine vernichtende Anklage gegen die Regierung c us. Redner aller Parteien. der konservativen. National-Li-beralen. des Centrums und selbst der Sozialisten erklärten sich bereit, für ei ne derartige Vorlage zu stimmen und tadelten die Regierung, daß sie diese Dankesschuld an die Kämpfer jener Fcldzüge fortgesetzt ignorirte. was der Regierung eines großen und mächtigen Reiches völlig unwürdig sei. Andere Redner erklärten, daß die Haltung des Bundesraths, welcher diese Pensionen fortwährend verweigerte. Unverstandlich sei. Während der langen und hitzigen Debatte waren die Mitglieder des Ministeriums abwesend uns die Regierung- . Kommissäre machten nur schwache Ver- . suche. dieRegierunq zu o:nheiöiaen. Die
ormae wurde dann SM die BudgetKommission verwiesen. Im Schnee f e st g e f r o r e n. St. Petersburg. 12. Januar. Depeschen aus Sabastzpol berichten. daß 3000 Personen auf 10 Bahnzüzen im südwestlichen Theile des Landes im Scknee stecken geblieben sind und große Leiden zu erdulden haben. Ein Zug stak während einer ganzen Woche im Schnee fest und andere zwei und drei Tage lang. Die Passagiere bestand; zum größten Theile aus Schulkindern und anderen Leuten, welche für die Feiertage nach Hause reisen. Weimar. 12. Jan. Die Beerdk gung des am 5. Januar verstorbenen Großherzogs Karl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach fand am Freitag hier- mit großem Pomp statt. Vertreter des Kaisers Wilhelm, der auswärtigen Höfe und zahlreiche Militär- und andere Deputationen wohnten der Beendigung bei. Die Passagiere der ..Rufsie" gerettet. F a r a m a n. Frankreich. 12. Jan. Nach einer abermaligen fürchterlichen Nacht sind am Freitag die sämmtlichen Passagiere wie auch die Mannschaft des am Montag bei hiesigem Ort gestrandeten Postdampfers Russie" gerettet worden. Der Sturm tobte noch während der ganzen Nackt mit unverminderter Hef tigkeit und die am Ufer Wachenden hatten wenig Hoffnung, daß das Wrack noch bis zum nächsten Tag dem Anprall der Wogen Stand halten könne. Um Vcitternacht wurde noch einmal ein Versuch gemacht, die Schiffbrüchigen zu erreichen, aber vergeblich. Bei Tagesanbruch wurden aber alle von neuer Hoffnung belebt, denn die Heftigkeit des Sturmes ließ merklich nach; die See ging weniger hoch und dann schlug auch der Wind zum Glück von Osten nach Norden um. Das Rettungswerk wurde dadurch außerordentlich begünstigt. Gegen sieben Uhr Morgens brachten zwei Fischerboote von Carro die ersten Passagiere, lauter Frauen und ein Kind, an's Land, wo sie mit Jubel empfangen wurden. Die meisten Frauen, die an Bord des Wracks muthig ausgehalten, gehungert und gefroren hatten, fielen vor Erschöpfung und Anstrengung in Ohnmacht, sobald sie das Land erreichten. Einige von ihnen mußten auf Tragbahren fortgeschafft werden. Obgleich bekannt war. daß die Schiffbrüchigen schon seit 24 Stunden ohne jegliche Nahrungsmittel waren, hatte doch Niemand daran gedacht. Lebensmittel an Ort und Stelle zu schaffen und für die Leute bereit zu halten, wenn sie gelandet wurden. Die Lebensmittel waren alle nach dem zwei Meilen entfernten Faraman Leuchtthurm gebracht worden und dortbin mußten die erschöpften Menschen ge bracht werden, ehe ihnen Stärkungsmitte! eingegeben werden konnten. Die übrigen Passagiere wurden alle im Laufe des Tages von Booten abgeholt und vorläufig in dem Leuchtthurm untergebracht. Obwohl Alle furchtbar in den let.ten vier Tagen gelitten hatten. war doch nicht eine einzige Person erkrankt und Alle werden nach einigen Tagen im Stande sein, ihre Reise fortzusetzen. . Von den Philippinen. M a n i l a. 12. Jan. Die Civilbeamten mehrerer Städte in der Provinz Zambales haben sich in San Antonio versammelt und von dort an die Insurgentenführer eine Proklamation erlassen, daß sie für Ablieferung ibrer Waffen eine Belohnung von 20 Pesos erhalten und außerdem in Freiheit gesetzt werden sollen, wenn sie sich in Zukunft ruhig verhalten wollen. Die Beamten weisen darauf hin. daß seit der Proklamation General MacArthur's es unmöglich ist. ihnen Hilfe zukommen zu lassen und daß die Jnsurgenten. wenn sie nicht bis zum 30. Januar in ihre Wohnungen zurllckkehren. als Feinde der Bevölkerung betrachtet werden und daß die Letztere den Amerikanern bei ihrer Verhaftung Beistand leisten wird. Es war kein Attentat. L o n d o n. 12. Januar. Am Freitag war hier ein Gerücht verbreitet, dah abermals ein Attentat auf den Prinzen von Wales verübt worden sei. Die sofort angestellten Nachforschungen haden ergeben, daß am Mittwoch ein harmloser, fremder Musikant, wahrscheinlich aus Neugierde, dem Prinzen von Wales folgte, als dieser von der Jagd auf dem Gut des Herzogs von Devonshire zurückkehrte. Der Fremde lief davon, als sich ihm die Detektivs näherten. Es gelang ihm auch zu entkommen, er wurde aber später identifi zirt. Die chinesiche Frage. Peking. 12. Jan. Prinz Chun, ein Bruder des chinesischer. Kaisers. der sich jetzt in Peking befindet und zu dessen Ehren die Deutschen eine Revue
avyalken werden, erklart, daft er den Hof nicht offiziell repräsentirt. trotzdem aber sagen könne, daß sein Bruder beabsichtige, nach Peking zurückzukehren. Der Kaiser habe in der That kürzlich an den Prinzen Ching geschrieben und um Auskunft darüber ersucht, ob seine Gemächer in solchem Zustand seien, daß er sie binnen Kurzem beziehen könne. Prinz Cbun erklärt, das; die Ausländer anscheinend keinen Begriff davon hätten, wie ernst es China mit dem Protest gegen die Etablirung permanenter Gesandschafts-Wachen ist. da keine Nothwendigkeit dafür vorhanden sei und die Anwesenheil dieser Wachen nach einem bestimmten Zeitraum eine Beleidigung für das Rationalgefühl der Chinesen wäre. Des Weiteren sagte er. daß die Borer-Bewegung eine rein patriotische gewesen sei und nur China für die Chinesen" bedeutet habe. Seit vielen Jahren hätten die Nationen der Welt um Handels-Privilegien gebeten und nachdem sie diese erhalten und dadurch reich geworden seien, China Verträge aufgedrungen, von denen es nichts wissen wollte, unter Androhung der Konflszirung der besten Helfen uni Küstenstriche des Landes, im Falle China sich dem Willen der Mächte nicht fügen würde. Der unbedeutendste Krawall sei zum Vorwand genommen worden, um China Gebiet abzuzwacken und werthvolle Konzessionen zu erhalten. Unter solchen Verhältnissen dürfe es nicht verwundern, wenn selbst inem friedliebenden Volk einmal die Geduld ausgehe. Das chinesische Volk." fuhr Prinz Chun fort, ..gerieth allmählig in Folge des Verlustes von Wei-Hai-Wei. Port Arthur. Kiao Tschou und anderer Gebiete, wie auch über die Gewährung von Ehren und Rechten an katholisch: Missionäre in die größte Aufregung. Alle orientalischen Nationen gerathen perio oisch, gerade so wie Individuen, einmal außer Rand und Band und das chine sische Volk hat sich auf keinen Fall schlimmer betragen als das französitche während der großen Revolution. Die Chinesen sind das friedfertigste Volk der Welt und solche Ereignisse wie sie kürzlich stattgefunden, dürften sich vielleicht in Jahrhunderten nicht wiederholen. Ich glaube, daß der Kaiser den Fremden freundlich gesinnt ist. welche die Erhaltung der Integrität des Reiches begünstigen." Der Prinz erklärte es auch für einen Irrthum, wenn man der KaiserinWittwe unbeschränkte Macht zuschreibe, obgleich sie unzweifelhaft jenen Einfluß auf den Kaiser ausübe, den sich die Chinesen stets von älteren Verwandten gefallen lassen; wie überhaupt einer der schönsten Züge bei den Chinesen die große Ehrfurcht sei. die sie ihren Eltern wie auch ihren Vorfahren zu Theil werden lassen. Prinz Cbing hat vom fiofe eine Depesche erhalten, in der qeaen den Paragraphen 2 der Vereinbarung protestirt wird, weil darin die Bestrafung von mehr chinesischen Beamten verlangt wird, als in dem kaiserlichen Dekret vom September namentlich angeführt sind. Prinz Ching antwortete darauf, daß es absolut nothwendig sei. zuerst die Vereinbarung zu unterzeichnen und daß man nachher noch Zeit habe, zu argumentiren, da die Gesandten sich auf nichts einlassen würden, solange sie nicht eine definitive Antwort auf ihre Forderungen erhalten haben. London. 12. Jan. Fürst Uchtomskv's Mission nach Peking soll den Zweck gehabt haben, eine Konvention auf folgender Basis zu erzielen : Gegen Aufgeben derEntschädigungsanfprüche fordert Rußland ei.ne dauernde Abtretung (statt des 90jährigen Pachtrechtes) der Halbinsel Liao Tung und Port Arthurs. Mit andern Wor ten. die Annexion der genannten Gebietstheile und der Bahn durch die Mandschurei, welche unter den jetzigen Stipulationen nach 90 Jahren an China zurückfällt. Der Krieg in Südafrika. K a p st a d t , 12. Jan. Die 5000 Bocren. die, mit vielen Wagen, aus der Gegend von Vrvburg abzogen und von denen man glauvte, daß sie die Absicht hätte westwärts zu gehen, dringen jetzt in s idlia)er Richtung vor und in das Herz der Kap-Kolonie ein. Es ist mehr als wahrscheinlich, daß sie auf dem Marsch mehrere kleine Garnisonen gefangen genommen haben. Der f Zische Kreuzer Sr.bil", der in der La). Bai verankert ist, hat mehrere (z. e und Blaujacken gelandet. Die pen haben bereits angefangen, Vetschanzungen aufzuwerfen. Kommandant Hertzog's Kolonne, mit zwei Geschützen, hat die Roggwald Berge überschritten und befindet 'sich jetzt wahrscheinlich in der Nähe von Alendee Drift. 50 Meilen östlich von Clan William. Hertzog hat wahrscheinlich die Absicht, auf Ceres und Worcester vorzurücken. Nur wenige Pässe
find indeß für Artillerie paisirvar und die ganze Gegend ist für Truppenbewegungen wenig geeignet. Die Pässe sind eng und leicht zu vertheidigen. Zuverlässigen Nachrichten zufolge hat eine 500 Mann starke Boeren-Ko-lonne den Doorn River. 7O Meilen südlich von Calvinia. erreicht. Die BeHorden thun aber alles in ihrer Macht befindliche, um der Situation zu begegnen. Flüchtlinge von Calvinia und Clan William kommen nach Picquetberg. Sie erklären, daß viele arme Weiße sich ohne Zweifel den Boeren anschließen werden, wie auch viele enragirte Afrikander. namentlich in der Nähe von Clan William und Malusbrg. Viele haben offen erklärt, sich den Boeren anschließen zu wollen. L o n d o n, 12. Januar. Lord Kitchener hat jetzt angeblich alle Bahnverbindungen in Südafrika gesichert. nachdem er auch wieder Besitz von der Delagoa-Bai-Linie, welche seit dem 7. Januar unterbrochen war. ergriffen hat. Nachrichten aus Pretoria zufolge organisirt Lord Kitchener eine Streitmacht von 30.000 berittenen Provinzlern, deren Bildung noch einige Wochen in Anspruch nehmen wird. Sobald dies indessen geschehen, wird er auf allen Punkten zur Offensive übergehen. Die Kapholländer nehmen gegen die britischen Truppen eine unfreundliche Haltung an und Rebellen aus der ganzen Kolonie sollen sich den eindringenden Boeren anschließen. Ein Mitglied des Bürger-Friedens-Kommittees in Pretoria hat offen zugegeben, daß gar keine Aussicht Vorhanden sei, daß sich viele Bürger ergeben würden. Inzwischen nimmt die Laae in de? Kapkolonte stündlich eine droyenoere Gestalt an. Die Nachricht, daß Kom Mandant Herzog auch zwei Geschütze habe, hat die dortigen Befehlshaber erschreckt, da man bisher mit Sicherheit annahm, daß die Boeren keine Geschütze mit sich führten. Die Vertheidigungswerke um Kvstadt. worauf zwei 4.7zöllige MarineGeschütze placirt wurden, sind jetzt beendet 'ind die Einreihung von Freiwiligen geht in der Kapkolonie in ge wünschte? Weise vor sich. Der Admiral der Kapflotte ist ebenfalls im Stande, im Nothfalle eine Force von 2,900 Mann mit sechs Hotchkiß - Geschütze zu landen. Einbruch in ein Po st am t. Franklin. Ind.. 12. Jan. Das hiesige Postamt wurde am Freitag Morgen von Einbrechern heimgesucht, die alles, was nicht niet- und nagelfest war, mitnahmen. Mit einem Schmiedahammer zerstörten sie das Schloß des Geldschrankes und mit Hilfe von Pulver sprengten sie die äußere Thüre ab. ehe sie aber im Stande waren, die innere Thür zu sprengen, wurde sie oerscheucht und sie mußten abziehen, ohne Beute von Werth gemacht zu haben. 5)er an dem Geldschrank angerichtete I Schaden beläuft sich auf $500.
K o n s a s City möchte die Boxerei haben.
K a n s a s City. 12. Jan. Di Direktoren der Convention Hall Company erhielten am Freitag eine Depescke von Wm. A. Brady aus New York, in der Brady anfrägt, unter welchen Bedingungen die Jeffries-Ruhlin-Borerei in Kansas City veranstaltet , werden könne. Die Direktoren hieUer i am Nachmittag eine Exekutiv - Sitzung ab in welcher die Depesche Brady's in Erwägung gezogen wurde. Die Angei legenheit wurde schließlich an John P. 1 Lcomas, den Verwalter der Konventionshalle verwiesen. Die Stimmung unter den Direktoren ist zu Gunsten der Abhaltung der Borerei und wenn Herr ! Loomas ein befriedigendes Abkommen ! treffen kann, dann werden die Direktoj ren ihre Zustimmung geben. Die Hallen-Kompagnie hat noch '. $25,000 Schulden, und da es den Di- ' rektoren schwer fällt, das Geld aufzubringen, sind sie für die Borerei, mit der Hoffnung, damit das Defizit decken zu können. Die Grippe in NewAork. N e w Y o r k . 12. Jan. Die Crippe ist in New Dort epidemisch. Sie ist nicht von so gefährlicher Art wie in den letzten Jahren, die Zahl der Erkrankun gen ist aber viel größer. Die Zahl der Erkranten wird in Groß-New Jork auf mehr als 500.000 abgeschätzt. ' Ein eigenthümlicher Beweis für di Eristenz der Krankheit ist der außeror. deutlich schwache Besuch der Theater Die Aerzte erklären, daß die Grippe in allen Theilen der tadt herrsche und hauptsächlich diejenigen Leute befalle, die Abends ausgehen. Auch die Geschäfte leiden ganz bedeutend, da ein großer Theil der Clerks erkrankt ist. . N e w I o r k . 11. Jan. Angekommen: "Rotterdam" von Rotterdam. L o n d o n. 11. Jan. Angekommen: j Meseba" von New ?1ork.
Inland' Depeschen.
Eine Eisenbahn in Jndiana in theil. Bas yamc Geleise von einer lurm entfernt. Und dcr Betneb mufttc eingefteltt werden. Ein Appell an die Gerichte blieb er folglos. Interessanter Prozeß im Ohiocr Su prcmegrricht. Eine Eisenbahn in Verle g e n h e i t. Crawfordsville. Ind.. 12. Januar. Die schienen der Chicago & Southeastern Eisenbahn, die bei hiesiger Stadt die Farm von Weslev Grantham kreuzt, wurden in der Mittwoch Nacht von dem Sheriff Canine aufgencmmen und zwar aus einen vonGrantham im Jahre 1894 erlangten Exmissions - Befehl. Der ganze Verkehr aus der Eisenbahn, einschließlich die Postbeförderung. mußte eingestellt werden. Die Eisenbahn leitete sofort ein Injunktions - Verfahren gegen Grantham ein, am Freitag lehnte es aber der Richter West im Circuitgericht ab. auch nur einen temporären Einhaltsbefehl zu er lassen. Der Richter erklärte, daß Grantham bereits sieben Jahre lang widerrechtlich von dc,n Besitzrecht seines Eigenthums ausgeschlossen worden sei und die Konstitution ihm gewisse Rechte garantire. die ihn. den Richter, verhinderten sich einzumischen. Der Anwalt d? Eisenbahn suchte darum nach, daß der Bahn das Besitzrecht auf das Land solange gegeben werden solle, bis der Grund und Boden kondemnirt werden könne, aber auch dies verweigerte der Richter, der erklärte, daß die Kompagnie sieben Jahre Zeit gehabt habe, diesen Schritt zu thun, es aber nicht der Mühe werth gefunden habe, ihren Verpflichtungen nachzukom men. Der Richter erlieh indeß einen Befehl, indem alles weitere Zerstören des Eigenthums der Kompagnie verboten wird. Der Bahnbetrieb ist noch vollständig unterbrochen und es fährt kein Zug über Grantham's Land, das von Bewaffneten bewacht wird. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag wurden zwei Brücken derEisen bahn zerstört. Die eine war 60 Fuß lang und 15 Fuß hoch. Viele Wagenladungen von Eisenbahn-Schienen wur den nach einem Schulhaus gefahren, das drei Meilen von der Bahnlinie entfernt ist. und am Donnerstag Abend kamen zwei Wagen mit bewaffneten Farmern von Ladoga auf der Grantham-Farm an. Die Männer werden Grantham helfen, sein Land gegen die Eisenbahn Kompagnie zu vertheidigen. Die Bahn wird jetzt wenigstens noch ein oaar Tage außer Betrieb sein und die Anwälte Grantham's erklären, daß die Bahn erst nach Bezahlung von 53000 vieder Erlaubniß erhalten werde. Scyicnen zu legen. Verunglückt. Pittsburg. Pa., 12. Jan. Dreiundzwanzig Arbeiter mit drei Auf schern fielen am Freitag in den Mo nangahela Fluß als sie in Braddock einen Lichter mit Stahlschienen für die Carnegie Company beluden. Zwei der Männer sind bestimmt ertrunken, und ein dritter wurde so schwer verl'tzt. daß er bald darauf starb. Ein Mann wird noch vermißt, und man befürchtet, daß er unter den Schienen auf dem Boden des Flusses liegt. Die Todten sind : Edward Duffy. William Pope und Patrick Mally. Der Unfall wurde dadurch verursacht, daß der Lichter unter der Last der Schienen auseinanderging. Späteren Nachrichten vom Schauplatz des Unglücks zufolge kamen vier Männer ums Leben, zwei werden ver mißt und sieben wurden verletzt. Lebenslängliches ZuchtHaus. S t. C l a i r s v i l l e, O.. 12. Jan. Barney Devine. der Ermordung des jungen Clarence Warrick angeklagt, wurde am Freitag des Mordes im ersten Grade schuldig befunden, die Jury empfahl den Mörder aber der Gnade des Richters. Dies bedeutet, daß Devine auf Lebenszeit in's Zuchthaus geschickt werden wird, ohne Hoffnung auf Begnadigung. Leonard Stevens war in letzter Woche wegen desselben Verbrechens zu derselben Strafe verurtheilt worden. Die beiden Männer waren in das Haus der Großmutter Warrick's eingebrochen, bei der sich der junge Mann zur Zeit auf Besuch befand. Als er die Einbrecher zu packen versuchte, wurde er niedergeschossen.
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50. JfPilflirß. 3mci(c 6f!ltüju Senat. Washington, D. Q., 11. Jan. Im Senat wurde am, Freitag ein heftiger Angriff auf denjenigen Paragraphen der Armee -Reorganisationsoorla-ge gemacht, der dem Präsidenten die discretionäre Gewalt geben soll, die Armee auf das in der Vorlage festge setzte Maximum zu bringen, wann im mer er dies für nöthig finden sollte. Der Angriff wurde von dem Senator Bacon gemacht. Sen. Platt (Conn.), der ihm antwortete, bestand darauf. daß dem Präsidenten diese discretionäre Gewalt verliehen werden solle und er drückte Befremden darüber aus, daß ir zend Jemand fürchten könne, der Präfident könne diese Gewalt mißbrauchen. Sen. Bacon antwortete darauf, er würde lieber sehen, daß seine Part für ewig aller politischenMacht beraubt werde, als daß dem Präsidenten solche Vollmacht gegeben werde. Es wurde im Laufe des Tages ein Amendement zur Armee-Vorlage angenommen. demzufolge Offiziere vom Freiwilligenheer zu Offizieren im regulären Heer ernannt werden können, d. h. bis ZU Hauptleuten. Kurz vor der Vertagung wurde noch die Vorlage zur Neu-Eintheilung der Kongreßdistrikte, genau so, wie sie vom Repräsentantenhaus gekommen war, angenommen. Sie bedarf jetzt nur noch der Unterschrift des Präsidenten, um Gesetzeskraft zu erlangen. Repräsentantenhaus. Seit dem öl. Kongreß hat das Haus nicht mehr so viele Privat-Pensions-bills an einem Tage passirt wie heute. Es wurden in dieser einzigen Sitzung nicht weniger als 170 solcher Bills Passirt. Die wichtigste war die. demzufolge die Pension des Generals Amercius Ä. Rice von $36 auf $100 den Monat erhöht wird. General Rice wurde mehr mals während des Bürgerkrieges verwundet und hat bei Vicksburg ein Bein verloren. Er war früher ein KongreßRepräsentant von Ohio und Verfasser eines der älteren Pensionsgesetze. Der Senat hatte eine Vorlage angenommen. derzufolge seine Pension auf $60 erhöht werden soll und das Haus erhöhte hie Summe auf $100. Eine neueMarine-Station Sekretär Long hat eine Kabeldepeschc vom Admiral Remev aus Manila erhalten, in der angekündigt wurde, daß die Offiziere, die beauftragt wurden, die passendste Lokalität für die Etablirung einer Marine-Station auf den Philippinen auszuwählen, sich für
Olangapo in der Subig Bai erklärt haben. In Folge dessen hat der Sekretär dem Kongreß empfohlen, daß er $1,000.000 für den Beginn der Arbeiten verwilliqe. Die jetzige Marine-Station von Cavite wurde in Folge des niedrigen Wasscrstandes in der Manila Bai für wenig brauchbar befunden. f W m. L. Tr e n h o l m. f Wm. L. Trenlwl.n. der CurrencyKontroleur während der ersten Administration des Präsidenten Cleveland war, ist am Freitag in Washington an der Lungenentzündung gestorben. Das Befinden des Präsid e n t e n. Am Abend wurde im Weißen Haus die Erklärung abgegeben, daß sich der Präsident auf der Besserung befinde, und kein Fieber oder sonstige ungünstige Symptome sich eingestellt hätten. Wenn die Besserung anhält, wird der Präsident anfangs nächster Woche das Bett wieder verlassen können. Zum Tode vcurtheilt. Princtton. Ind., 12. Januar. Jos. Keith. ein Farmer, der am 3. April bei Evansville die 19 Jahre alte Nora Kifer von Warrick County ermordete und die Leiche, von Steinen beschwert, in einen Fluß warf, wo sie am 23. Mai gefunden wurde, ist am Freitag des Mordes im ersten Grade schuldig befunden und zum Tode durch den Strang verurtheilt worden. Seine Anwälte haben sofort um Gewährung eins neuen Prozesses nachgesucht. Carey B. Paul gestorben. D e l a w a r e . O., 12. Jan. Carey B. Paul, der reichste Mann von Dela Ware, ist am Freitag Morgen im Alter von 68 Jahren gestorben. Er hinterläßt eine Wittwe und fünf Kinder. Er war nicht nur an allen größeren hiesigen Korporationen interessirt. sondern war auch Präsident der Jroquois-Ho-tel Company von Columbus und der Madison Hotel Company von Toledo. Marshall k Seyfried, deutsche Civil- und Criminal.Advoiatcn, No. 10 Süd Delaware Str. Bcnnett's für beste FeiertagsPhotographieen. 38 Ost Wafhing:on Straße.
