Indiana Tribüne, Volume 24, Number 113, Indianapolis, Marion County, 10 January 1901 — Page 1

Tribune r. " Mit- D Sonntags- J $ Blatt IScperWgchk T V ... wmm Ter 1 . i Ä-fVi-1 ' i rsclxcittt fr freu IfUldjmtiiixc; itnfc Sonntag Morgens. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind., Touncrsmg, den 10. Lanuar 1901. No. M

ÄNVlttttN

Ausland Depeschen Graf von Bütow Tnll flr öle Agrarier in Die Schranw. Die russisch französische Allianz angeblich aufgehoben. Bom Krieg in 5üd - Afrika.

Kapstadt wird mit Echüycngräbcu umgeben. Nachrichten aus China. Deutsche Trupvcn haben weitere ftte psc zu bestehen.

Graf von Bülow auf Seiten der Agrarier. Berlin, 10. Jan. .Der ReichsZanzler. Graf von Bibern?, hielt am Mittwoch im Unterbau des preußischen Landtags eine Rede, in der er in entschiedener Weise für den Schutz der deutschen Landwiribschaft eintritt. Er sagte unter anderem: rfcrf) halte es für die erste Pflicht der Regierung, für die Beseitigung der bestehenden ungünstigen Verhältniße auf vottswirthschaftlichem 5;ehet zu sorgen, die verschiedenen. einanoer entgegenlaufenden Interessen miteinander im Einklang zu bringen und denjenigen zu belfen, die nicht im Stande sind, mit eigener Kraft den Kampf fortzuführen. Ich balte an der Ansicht fest, daf; wenn eine bestimmte Klasse in unserem StaatsWesen mebr als jede andere Klasse leidet und besonders, wenn ein solch wichtiges Interesse toi die Lanöwirthschaft unter dein Druck der denkbar ungefunbesten Verhältnisse leidet, der ganze Organismus gefährdet ist. Ich bin überzeugt, daß eö die Pflicht der Regierung ist. dem Handel, der Industrie und der Landwirthschaft den gleichen Sckutz angedeihen zu lassen. In Uebereinstimmung mit diesen: Prinzip absoluter Gerechtigkeit is: die Kanalvorlage entworfen worden. Wenn die Maß regel die Industrie zum Nachtheil der Landwirtdschaft begünstigen würde, oder den westlichen Theil derMonarchie zum Nachtheil des östlichen, dann wär de ich sie nicht unterstützen." Im weiteren Verlauf seiner Rede stellte der Reichskanzler in Abrede, daß er auch nur im Entferntesten daran denke, eine Entfremdung zwiscben dem Osten und tan Westen herbeizuführen oder selbst zu ermuthigen. Die beiden Reichshälfte, sagte er. seien bestimm:, sich gegenseitig zu unterstützen. Damit die Landwirtbsckaft im Osten und die Industrie im Westen sich gegenseitig in gehöriger Weise unterstützen könnten, seien in das Rbein-Elbe-Kanal-Projekt neue Vorschläge aufgenommen worden, die zum Theil der chifffahrt zu Gute kommen würden, hauptsächlich aber den Landwirthen, da durch Etablirung ciru'S kontinuirlichen Netzes von Wafferwegen, das allen Tbeilen des Landes ZU Äute tarnen müsse, die IndustrieGebiete des Westens den AckerbauProdukten des Ostens leichter zugängZich gemacht würden. ist meine feste Ueberzeugung," sagte de Kanzler, baß die AckerdauProduktr des Ostens bei diesen Verkehrsmitteln. von einem Schutzzoll unterftützt, den wir einführen müssen und einführen werden, im Stande sein werden, sich im Westen zu behaupten, der wiederum durch die besseren Verkehrswege in den Stand gesetzt wird, die Produkte seiner Industrie dem Osten zuzuführen." Zum Schluß sagte der Reichskanzler, oaß bei gehöriger Rücksichtnahme aus die finanzielle Lage und die Steuerfräst des Landes die Vorlage angenommen werden sollte. Die Arbeiten sollten über einen längeren Zeitraum vertheilt werden und die Regierung hoffe uf ein alle Parteigrenzen verwischendes günstiges Votum, da sie überzeugt sei. einer jeden liege vor allem das Wohl des Landes am Herzen. In dem preußischen Budget für 1901 sind die Einnahmen auf 2.649.014.606 Aark veranschlagt; die gewöhnlichen Ausgaben auf 2.431.482.802 Mark und die außerordentlichenAusgaben auf 217,531,804 Mark. Die Einnahmen weisen eine Zunahm: von 176.758.573 Mark auf. Aus dem deutschen Reich. B e r ' i u, 10. Jan. In der langen Unterredung, welche der Ver. St. Botschafter White am Dienstag mit dem Staatssekretär des Aeußeren. Varon von Richkhofen, hatte, wurde, dem Vrnehmen r.ach, hauptsächlich der Vorschlag der Ver. Staaten besprochen, daß die Mächte ihre Truppen aus China zurückziehen sollten, sobald die chinesische Regierung alle Paragraphen X

der gemeinicyattllchen Viote angenommen habe, die Paragraphen ausgenommen, die auf die Entschädigungen und den Abschluß neuer Handelsverträge Bezug haben. Diese beiden Punkte sollen später in einer Konferenz von Repräsentanten der Mächte in Wash ington oder sonstwo erledigt werden. Eine Entscheidung ist in der Angelegenheit noch nicht erfolgt, in diplomatischen Kreisen ist man aber der Ansicht. daß die Regierung dem Vorschlag nicht zustimmen wird. Deutschland ist noch nicht willens, darüber Auskunft zu geben, wie es sich zu Sekretär Hay's Vorschlag, die Friedensverhandlungen von Peking nach Washington zu verlegen, stellen wird. Es finden jedoch, wie aus amtlichen Quellen verlautet, über diesen Vorschlag Berathungen im Ministerium statt. Das deutsche Auswärtige Amt hält jedoch die Ansicht des Gesandten Conger über die Stellung der KaiserinWittwe für korrekt und ist ebenfalls der Meinung, daß die Lage des chinesischen Hofes in Sian Fu mit jedem Tage weniger haltbar wird, so daß derselbe voraussichtlich bald der Aufforderung der Mächte, nach Peking zurückzukehren, folgen wird. Herr Pierre Earp. der rumänische Premier und Finanz-Minister. wird am Donnerstag in Berlin erwartet. Er wird dem Grafen von Bülow einen Besuch abstatten, es wird aber versichert, daß dieser keine politisch Bedeutung habe. Am Dienstag wurde von dem Handelstag eine Resolution, in der gegen die Erhöbung der Zölle auf Nahrungsmittel aller Art protestirt wird, angenommen, aber mit einer Majorität von nur vier Stimmen. Die agrarische Presse erklärt dies heute für einen thatsächlichen Triumph der Agrariet, da die Abstimmung zeige, daß man jetzt auch in den Kreisen der FreiHändler höhere Gerreidezölle für unerläßlich halte. Der Kaiser Wilhelm, der an einer Erkältung leidet, muß immer noch das Zimmer hüten. Sechs Duellanten verhaftet. Mexiko. 10. Jan. Die hiesige Polizei hat sechs Slraßenbahn-Kon-dukteure verhaftet, die sich jenseits der Stadtgrenze auf einmal duellirt hatten. Zwei der Duellanten kämpften mit Pistolen und die vier anderen mit Säbeln. Ein Mann erhielt eine gefährliche Schußwunde, ehe aber weiterer Schaden angerichtet werden konnte, erschien die Polizei auf der Bildfläche und nahm alle sechs Männer in Haft. Das Duelliren ist in Mexiko bei sehr schweren Strafen verboten und Nachsicht wird in diesem Falle nicht geübt werden. Die Beulenpest. S t. P e t e r s b u r g. 10. Jan. In Folge des Umstandes, daß die Beulenpest aufs neue in den südöstlichen Gouvernementss aufgetreten ist und zahlreiche Opfer fordert, ist der Fürst Alexander Petrowitch nach dem Süden geschickt und mit unbegrenzten Vollmachten versehen worden, um dieSeuche zu bekämpfen. K o n st a n t i n o p e l. 10. Jan. Ein Todesfall in Folge der Beulenpest ist hier offiziell angemeldet worden. (5s werden alle möglichen Borberkltungen getroffen, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern und alle ankomwenden Fremden müssen sick einer ärztlichen Untersuchung unterwerfen. Die Strandung des Po stDampfers Russie". M a r s e i l l t , 10. Jan. Der PostDampfer Russie". der auf der Fahrt von Oran, Algier, nach Marseille bei dem Dorf Farman strandete, ist gegen alles Erwarten während der Nacht nicht in Stücke gegangen, und es ist jetzt die beste Aussicht vorhanden, daß die 102 Personen, die sich an Bord vefinden, nämlich 60 Passagiere ud 42 Mann Besatzung, gerettet werden önnen. Alle Versuche, eine Leine über das Wrack zu schießen, waren aber so weit vergeblich und bei der furchtbaren See ist es auch bis jetzt keinem Fahrzeug gelungen, nahe genug an das verunglückte Sckiff heranzukommen, um Hilfe leisten zu können. Während der Nacht wurde das Schiff von der See näher an das Ufer getrieben und nur das Vorderkastell, ein Theil des vorderen Deckhauses, die Brücke und der Schornstein ragen noch über das Wasscr. Der Achtertheil ist ganz untergesanken, sitzt aber im Sand fest. Mehr als tausend Personen brachten die ganze Nacht am Ufer zu. vergeblich auf ein Nachlassen des Sturmes wartmd. Es gewährte indeß die größte Befriedigung, als man beim Morgengrauen eine Anzahl Leute auf dem Vordertheil des Schiffes sah. Später am Tage bildeten sich zwei weitere Gruppen und um drei Uhr Nachmittags signalisirte die ..Russie". daß bis dahin Niemand an Bord ums Leben gekommen sei. Ein Rettungsboot versuchte während

ves .ages oas tretet zu erreichen, es schlug aber um und die Mannschaft schwamm ans Land zurück. Ein Schleppdampfer näherte sich dem Wrack so viel als möglich, und ließ dann einen Drachen fliegen, an dem eine Leine befestigt war, der Drachen flog aber nicht über das Schiff hinweg. Spät am Nachmittag ließ die Heftigkeit des Sturmes nach und die großte Gefahr für die Schiffbrüchigen scheint damit vorüber zu sein. Von dem Wrack aus wurde später signalisirt: Die Passagiere befinden sich unter Deck, die Mannschaft ist aber auf ihrem Posten und der Kapitän und die Offiziere sind auf der Brücke festgebunden. Die Matrosen versuchten mehrmals Flöße zu konstruiren, jedesmal aber, wenn sie beinahe fertig waren, wurden sie über Bord geschwemmt." Das Untersinken des Hintertheils des Schiffes war ein glückliches Ereigniß für die an Bord befindlichen Personen. denn dadurch wurde der Vorvertheil derart in die Höhe geschoben, daß nur die allergrößten Wogen hinaufreichen und die Passagiere in dem Vorderkastell eine verhältnißmäßig sichere Zufluchtsstätte gefunden haben. Ohne dies würden wahrscheinlich alle schon lange ertrunken sein. Der Kreuzer Gallilee" und ein star ker Schleppdampfer mit einem Racketenapparat gingen am Abend von Toulon ab, um am Donnerstag Morgen den Versuch zu machen die Passagiere, meist Kolonial-Beamte und Soldaten, von dem Wrack herabzuholen. Der Krieg in Südafrika. L o n d o n. 10. Jan. Einer Depesche aus Pretoria zufolge hatten die britischen .Truppen in den am 5. Januar bei Naauwpoort zwischen den Truppen des Obersten Vabington und den Boeren unter Delarey und Steenkamp stattgefundenen Gefechten 12 Todte und 33 Verwundete. K a p st a d t. 10. Satt, Eine Abtheilung öjn Zweirad faxenden Briten hat am Sonntag Pinearrs Kloof besetzt, nachdem die Boeren vergebens versucht hatten, ihr zuvor zu kommen. AllerDings wurden drei der Radfahrer getöotet und 23 wurden verwundet. Die Abtheilung hält den Paß besetzt. In den Distrikten, wo die Bewohner sich weigern, den Engländern ihre Pferde zu verkaufen, weroen diese requirirt. Schützengräben werden quer über die ..Kap-Flats" aufgeworfen, von Table Bai bis zur False Bai. Später hat es herausgestellt, daß die Nachricht von einem Kampf, der zmischen einem Bicpcle-Co.rps und Boeren bei Packaners Kloof stattgefunden haben sollte, unbegründet ist. Nachrichten aus China. London. 10. Jan. Der Times" wird aus Peking gemeldet, daß Dr. Mumm von Schwarzenstein. der deutsche Gesandte in Peking, den Wunsch geäußert habt, daß Prinz Chun. ein jüngerer Bruder des Kaisers Kwang Su und ein intelligenter Jüngling von 17 Jahren, als Spezial-Gesandter Ehinaö Bitte um Entschuldigung nach Berlin bringen sollte. Prinz So hat bereits seine BereitWilligkeit ausgesprochen, die Reise zu unternehmen und wenn beide Prinzen gehen, so wird dies zu einem besseren Verhältmk Mischen Deutschland und China viel beitragen. B e r l i n , 10. Jan. , Graf Waldersce telegraphirte unter dem 6. Januar aus Peking Oberst Pavels Kolonne marschirt nach Tai Ngon Fu am Pei Ho um mit dem Detachement des Obersten Madais von Den King. 72 Kilometer nordwestlich von Peking, zu kooperiren. Oberst Pavel hat nach anstrengenden Märschen durch unwegsames und gebirgiges Terrain die Fortifikationen von Ho Pu am 3. Januar gestürmt. Dieselben wurden von 600 bis 1000 Mann mit zehn Geschützen vertheidigt. Der Platz war das Hauptquartier einer 'risch organisirten Boxer-Bande. welche in der Stärke von ca. 1000 Mann den ganzen Distrikt terroristrt hatte. Lchiffsnachrichten. Bremen. 9. Januar. Angekommen: H. H. Meier", von New York. Liverpool. 9. Jan. Angekommen: Lake Champlain". von St. John. N. B., und Halifax. New Y o r k. 9. Jan. Angekommen: Neustria" von Neapel. Menomminee" von London. Queenstown, 9. Jan. Angekommen: Teutonic". von New Fort nach Liverpool bestimmt. Abgegangen: Lake Ontario (von Liverpool), nach Halifax und St. John, N. B.. bestimmt: Ultonia" von Boston, nach Liverpool bestimmt. Queenstown, 9. Jan. Angekommen: New England" von Boston, nach Liverpool bestimmt. Southampton, 9. Jan. Angekommen: Kaiser Wilhelm der Große", von New Ijnk, nach Bremen

Inland Depeschen. Aus derBttttdeshauptftadt

KMigrch Zmeile 8kW. Die Armee-Kantine Zillact auch beim Senat keine Gnade. Cornelms Alvord, der $7 00.000 Dieb, Bekennt sich in Ncm tyoxt schuldig. Thtt'Produktion in üd-Carolina erfolgreich betrieben. 4000 Acres taD sollen in Thec-Pflan zungc umgewandelt werden. Das 29. Opfer der Braudkatastrophe in ochcster gestorben. Repräsentantenhaus. W a s h i n g t o n. D. C.. 10. Jan. Das Haus begann am Mittwoch mit der Erwägung der Fluß- und HafenVorlage, es wurden indessen nur wenig Fortschritte gemacht. Bei einer Vorläge, in der solch riesige Summen für lokaleVerbesserungen ausgeworfen werden, ist es nur natürlich, daß viele Lokalitäten zu kurz kommen oder gznz unberücksichtigt bleiben, und es herrscht immer mehr oder weniger Unzufriedenheit unter denjenigen Repräsentanten, die nicht das erhalten.worauf ste gerechn?t hatten. Diese Unzufriedenheit kam mährend des Tages mehrmals zum Durchbruch, indem die enttäuschten Repräsentanten sich weigerten, ihre Zustimmung dazu zu geben, daß der Tebarte eine Grenze gesetzt werde und die Folge rzar, daß während des ganzen Tage.s tebaitirt wurde, ohne daß auch nur das Geringste dabei erreicht Sorden wäre. Repr. Burton. Vorsitzer des Fluß und Hafen - Kommittees. der die Vorläge in Händen hat. gab eine eingehende Erklärung über die Bestimmungen der Bill ab. Mehrere Repräsentanten vom Westen griffen die Vorlage an, weil darin keine Vorkehrungen für die Anle gung von Bewässerungs - Reservoirs getroffen wurden, und Repr. Corliß. von Michigan. griff ste an. weil das Projekt eines, die großen Seen mit oem Hudson verbindenden Schifffahrts-Ka-nals darin unbeachtet geblieben ist. Senat. Die Armee - Kantine wird definitiv abgeschafft werden, denn der Senat lut mit großer Majorität dem Paragrapben in der Armee - Vorlage zugestimmt, demzufolge der Verkauf von Bier und geistigen Getränken in allen Armee - Posten verboten sein soll. Nur 15 Senatoren stimmten für das SenatAmendement, demzufolge der Verkauf von Bier wenigstens gestattet sein soll, aber 34 dagegen. Die meiste Zeit des Tzes wurde von den Senatoren Teller (Col.). Pettigrew (S. Dak.) und Butler von Nord Carolina in Anspruch genommen, die alle das Senats - Amendement zu Gunsten der Kantinen bekämpften. Die endgiltize Abstimmung über die Armee - Vorlage wird kaum vor Frei tag oder Samstag statlfinden. Abergläubische Seeleute. Kapitän Reiter, von der Flotte, de? die Aufsicht über die Arbeiten an dem neuen Panzerschiff Wisconsin" in San Francisco führt, hat das MarineDepartement ersucht, den Beschluß, das Schiff am 1. Februar in Dienst zu stellen, in Wiedererwägung zu ziehen. Als dies beschlossen wurde, war die Thatfache übersehen worden, daß der 1. Februar auf einen Freitag fällt. Alte Seeleute erklären, daß noch niemals vorher ein Kriegsschiff, weder in Amerika. noch in anderen Ländern, an einem Freitag in Dienst gestellt worden sei. der von Seeleuten allgemein für einen Unglückstag gehalten werde. Die Angelegenheit war vorher wahrscheinlich schon zur Kenntniß des Kapitäns Ehester gebracht worden, denn es ist gerade von ihm ein Schreiben im Marine-Departement eingetroffen, in dem er empfiehlt, daß die Wisconsin" entweder am 28. Januar oder am 4. Februar (beides Montage) in Dienst gestellt werden solle, anstatt am 1. Jebruar. wie zuerst beabsichtigt. Wenngleich er dies nicht in seinem Schreiben angeführt hat. scheint es doch über allcm Zweifel festzustehen, daß der Frei-tags-Aberglaube der einzige lrund ist. aus welchem er die Abänderung des Datums empfohlen hat. Die Wisconsin" wird, wenigstens temporar. dem Geschwader im pazifischen Ozean zugetheilt werden. Das Schiff ist größer und führt mehr Ge

icnutze eis die Zowa", und da es moderner konstruirt ist. wird es vielleicht an Stelle der Iowa" als Flaggschiff des Gksckwaders im pazifischen Ozean verwendet werden. Kontre-Admiral Casey. der am 28. Januar der Nachfolger des Admirals Kautz als Kommandeur dieses Geschwaders wird, hat zu bestimmen, welches Schiff als sein Flaggschiff dienen soll. Vier Personen umgekom men. New York. 10. Januar. Vier Personen kamen bei einem Feuer um's Leben, das während der Nackt in der fünfstöckigen Miethskaserne. No. 357 Ost 113. Straße, ausbrach. Die Verunglückten gehörten einer italienischen Familie an und zwar waren es Frau Antoinette Mora, ihre zwei Kinder und ihre Schwägerin. Die Mora'sche Familie wohnte im fünften Stockwerk und die Leichen wurden von der Feuerwehr gefunden, nachdem die Flammen gelöscht waren. Die Leute wurden augen''cheinlich von dem Qualm übermannt und zum Tbei! vervollständigte das Feuer, was der Qualm nicht hatte anrichten können. Viele der übrigen Hausbewohner konnten nur mit großer Mühe aus dem brennenden Gebäude gerettet werden. De? materielle Schaden beträgt etwa $4000. Beard's Ve?sandt-Geschäft am Pie?. am Fuße der Richards Str. in SüdBrooklyn. wurde Mittwoch Morgen durch Feuer eingeäschert. Der Exkursionsdampfer Jdlewild" verbrannte ebenfalls bis auf den Wasserspiegel und 50 Matrosen entgingen nur mit Mühe einem fürchterlichen Tode. Das Feuer kam gegen 1 Uhr Morgens auf dem Dampfer zum Ausbruch, der in der Nähe des Wellenbrechers vor Anker lag. Als dieser gelichtet war, trieb das Schiff direkt auf den Pier los. der bald in hellen Flammen stand. Glücklicher Weise gelang es. die Mannschaft zu retten, aber das Feuer wurde erst unter Kontrolle gebracht, nachdem das Beard'sche Waarenbaus, ein großer Theil des Piers und ve-rschiedene Lichterschiffe zerstört waren. Die Millionäre müssen bezahlen. N e w 7) o r k. 10. Jan. Die SteuerKommission ist endlich zu der Ansicht gelangt, daß die Dutzende von MultiMillionären der Stadt auch ihren Antheil an den öffentlichen Abgaben tragen sollten. Bekanntlich war das persönliche Eigenthum der Herren Rockefeller. Whitney. Morgan, Gould. Rufsell Sage u. s. w. bisher lächerlich gering veranschlagt und zum großen Theil bezahlen die Geldfürsten nicht einmal die ihnen auferlegten kleinen Sieuern. sondern nehmen zu dem so beliebten Abschwören" ihre Zuflucht. Diesem Unfug soll nun gesteuert werden und New Bork wird sich voraussichtlich jetzt der niedrigsten Steuerrate seit vielen Jahren erfreuen. Wie der Präsident Feitner erklärte, hat die Steuerbehörde die Einschätzung des beweglichen Eigenthums um baare $2.000.000,000 sage und schreibe zweitausend Millionen Dollars erhöht. Das Grundeigenthum innerhalb der Stadtgrenzen ist auf $75. 000,000 bis $100,000,000 höher geschätzt worden, als im letzten Jahre, und zwar trifft die teigeruno Hauptsächlich die Eigenthümer der großartigen Geschäftsplätze im unteren Manhattan und der fürstlichen Wohnhäuser an 5. Avenue. Herr Feilner versicherte, daß die Kommisston entschlossen sei. in Zukunft den reichen Drückebergern keine Gelegenheit zum Abschwören" zu geben. Sie werden daher entweder bezahlen oder die ihnen auferlegten Steuern in den Gerichten anfechten und den Beweis liefern müssen, daß ihr Reichthum zu hoch veranschlagt ist. D a s 2 9. Opfer der Brand Katastrophe. R o ch e st e r. N. Y.. 10. Jan. Eins der Kinder, die bei dem Brand des biesigen Waisenhauses schwere Verletzungen davongetragen hatten.ein zwei Jahre altes Mädchen, ist am Mittwoch gestorben. Es ist dies das 29te Opfer der Brandkatastrophe. Das Geständniß eines

M ö r d er s. t u r g i s. Ky.. 10. Jan. Ein Tramp, der dieser Tage in Henderson, Ky., starb, hat auf dem Sterbebette eingestanden, vor drei Jahren in hiesiger Stadt Frau Will Gregg ermordet und die Leiche in einen Brunnen geworfen zu haben. Es hieß damals, als die Leiche auf gefunden wurde, daß Frau Gregg wegen der schlechten Behandlung, die ihr Mann ihr habe zutheil werden lassen. Selbstmord begangen habe, und dies Gerede veranlaßte später Gregg, sich selbst das Leben zu nehmen. Der Tramp, der in Henderson das Geständniß vor einem Notar abgelegt hat, erklärte, daß er die Frau getödtet habe, weil sie sich geweigert, ihm ein

frühstück zu geben.

wet Vcanner todt aufze funden. P a r k c r s b u r g, W.Va., 10. Jan. Die Leichen des Farbigen Geo. Bradley und des Weißen Walter Stewart wurden am Mittwoch, nur eine kurze Strecke von einander entfernt, auf der Straße gefunden. Während Ersterer an Altersschwäche gestorben zu sein scheint, glaubt man, daß Stewart ermordet wurde. Er lag in einer Blutlache und eine Untersuchung ist angeordnet worden. Stewart hatte sich am Dienstag einer ärztlichen Untersuchung unterzogen und hätte am Donnerstag eine Stellung an der B. & O. Bahn antreten sollen. Zwei Bestien verfolgt. P a r k e r s b u ? g. W.Va.. 10. Jan. Richter Lynch wird kurzen Prozeh mit William Higgins und Elisha Smith machen, wenn sie der Posse in die Hände fallen sollten, die jetzt Pleasant Co. und die anstoßenden Counties nach ihnen durchsucht. Die Burschen waren am Sonntag Abend den Fräuleins Jo. sie und Julia Johnson, zwei bekannten jungen Damen, vorgestellt worden und hatten sich erboten, sie nach Hause zu begleiten. An einer einsamen Stelle hatten sie dann versucht, sie zu vcrgewaltigen und obwohl sie ihre Revolver zogen, hatten sich die jungen Mädchen doch so tapfer zur Wehr gesetzt, daß die Unholde ihren schurtischen Plan aufgaben und entflohen. Thee-Produktion im Su. d e n. C h a r le st o n. S. E.. 10. Jan. Die erfolgreiche Kultioztion des Theestrauchs auf der Pineburst Farm, bei Sumerville. in der Nähe hiesiger Stadz gelegen, hat die Aufmerksamkeit nördlicher Kapitalisten erregt, die große Theepflanzungen anlegen werden un! hoffen, jährlich 300,000 Pfund Thee für den amerikanischen Markt zu pro duzircn. Oberst A. C. Taylor und Major R. D. Trimble von New London, Conn.. und Baron I. A. Von Brüning, früher von der deutschen Botschaft in Washington, haben 4000 Acres Fichten - Ländereien längs der Charleston und Savannah Eisenbahn angekauft, um darauf Thee - Pflanzungen anzulegen. Hatte Angst vor dem Heirathen. Princcton, Ky.. 10. Januar. Ein junger Mann Namens McCarthy hat sich am Mittwoch Nachmittag in Uniontown erhängt. Er wollte sich am Mittwoch Abend mit einem Frl. Lize more verheirathen. bekam aber im letzten Augenblick Angst. Gruben - Explosion. E a g l e P a tz. Ter.. 10. Jan. In der Nacht zum Mittwoch fand in der Kohlengrube No. 5 in Hondo. Coahuila. Mexico, eine Explosion von Gru bengas statt, bei der vier Männer auf der Stelle getödtet und mehr ii zwanzig schwer verletzt wurden. Unter den letzteren befinden sich drei Brüder Namens Sullivan. die bis zur Uncrkenntlichkeit verstümmelt sind. Mord oder Selbstmord? Chicago. Jll.. 10. Jan. Der 13 Jahre alte Charles A. Shedd, der Sohn des Superintendenten der Kni ckerbocker Jce Company, wurde Mittwach früh mit einer Revoloerkugel im Kopf im Washington Park todt aufgefunden. Man weitz vorläufig noch nicht, ob der junge Mann Selbstmord beging oder ermordet wurde. Er war vom Hause fortgegangen, um einen Zug nach Faribaült, Minn., zu nehmen. wo er die Shattuck'sche Militär schule besuchen wollte. Ein Handkof fer. den er mitgenommen hatte, wurde nicht bei der Leiche gefunden. Cornelius L. Alvord bekennt sich schuldig. New York. 10. Jan. Cornelius L. Alvord. Jr., der ungetreue Bankbeamte, wurde am Mittwoch dem Rich ter Thomas in der Kriminal-Abthei lung des Ver. St. Kreisgerichts vorge führt und bekannte sich schuldig, der Ersten National Bank von New ork $700.000 unterschlagen zu haben. Die Anklageschrift enthielt 57 Punkte und auf 3 Punkte hin bekannte sich Alvord schuldig. Das Urtheil wird am 15. Januar gefällt werden. Unschuldig verurtheilt. L o u i s v i l l e. Ky.. 10. Jan. Eim Depesche aus Ashland. Ky.. meldet, daß Peter Santos. ein griechischer Candy-Händler aus Huntington. wieder aufgetaucht ist. Sein Geschäftstheilhaber George Poltz. der beschuldigt wurde. Santos ermordet zu haben, wurde zu zehnjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt. Ein 100jährige? gestorben. Chicago. Jll., 10. Jan. John B. Laing. den man für den ältesten Freimaurer in den Ver. Staaten hielt, ist hier im Alter von 100 Jahren gestorbcn. Laing trat dem Orden im Jahre 1320 in Schottland bei.

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