Indiana Tribüne, Volume 24, Indianapolis, Marion County, 8 January 1901 — Page 1
Zndiann aut Mit t SonatsgS- $ Blatt IvcperWoche i dcnr Z "rcr Vfc& -K F V 4 i Vrjcixoittt fccu Itadpuittn und oitittag ZKl?rflo:,. Jahrgang 24 Indianapolis, Ins.. licirnaq, den 8, Januar 1901
Trümne.
Ausland Depeschen
Neues aus China. G Li Hung Chang und Prinz Ching Veabiichttlzen die Note der Mächte zu unterzeichnen selbst auf die Gefahr hm ihre Köpfe zu verlieren. X Hof proteftirt noch gegen die Bedingungen. Tie Lage in SiiDtfrifa. Sie Boeren Drinnen immer weiter nach ciiDcu vor. Die Briten crleiDen abermals eins SchkP bei linDlcn. 8crii:!-:::i!: au Dein Kttlcha Nkich. UOD China. Shanghai. 8. Jan. Eir Emeft ZNason Scnow, der britische Jcar.Dte -n Eljina, h den anteren Gesanoten Xv. lütDUTf emes Handelsvertrag) mit Gyinc vorgelegt, der die folgenden ö a u p t c e '; i n 0 u n g e n enthält : 1. Vollständig.' Freiheit für alle KüMfahrzeuae. 2. Freier Berkeh? f ü r alle Skiffe ms den j3innv.:.i:;;'.:;::rr., namentlich ;uf dem ?anii:rc 'Piano,. 3. Erlaubniß. 2al$ vom Auslanv ;u importiren. 4. Tie An neb m von egulationen. )urch welche Chinesen ermuthigt wer?en. in auswärtigen Korporationen Zeld anzulegen. 5. Einleitung von Schritten zur Hebung tfirrffrfrftir ussrch?- wie xs Einfuhr-Handels. 6. Sckutz für Handelsmarken. 7. Beschützung der Lertragshäfen. Der Entwurf ist soweit von den Nächten nicht angenommen worden lnd die Erörterung desselben ist hinzusgescboben worden. Bigotte Hofbeamte proteftiren anÜblich immer noch gegen die Unter.eichnung der gemeinschaftlichen Note )er Mächte. P e t i n g . 6. Jan. Graf von Walersee erklärt, daß das Gesuch der chmeAschen Regierung, die Expeditionen ins Innere aufboren zu lassen, welches die chinesischen Gesandten an den fremden -)'öfen den betretenden Regierungen 'ibermi::elt haben . vorläufig nicht berücksicktigt werden könnte, umsomer. Ifl keine Expeditionen ohne genügende Ursache entsendet würden. Wo es zu Anordnungen und Blutvergießen Zommt. werden Truppen hinbeoroert. za dies da einzige Mittel sei. die Ordlung aufreckt zu erhalten. Die ErpeZitionen warrn weni?r Straf- als Po-Zizei-Maßrezeln, welche dazu bestimmt seien. Leben und Eigenthum zu schützen. T a c o a. Wash.. 8. an. Der Dampfer ..Ta'oma" überbringt die Nachricht au- Hongkong, daß der amctitanische Konsul in Canton kürzlich zon dem iekönig von Kwang Tung verlangt hat. Oah er mehrere chinesische Zeitungen unterdrücke, die nickt nur die Bevölkerung aufgehetzt haben, sich gegen sie Ausländer zu erheben, sondern die zuch systematisch lügnerische Berichte über die Lage der Dinge in China veröffentlicht haben. Als der Konsul proiestirte. erklärte der Vize-König. ihm oen Gefallen nicht thun zu können. Der Konsul gab ibm aber zu verstehen, daß wenn seiner Forderung nickt entsprochen würde, der im ?Zluß liegende Monitor kenteret)" ein Wort mitsprechen würde. Dies wirkte. Der Vizeköniq lab Befehl zur Unterdrückung der in ?Frage stehenden Zeitungen und er befahl, daß jeder, der die Zeitungen verkauft, verhaftet werden solle. Die s'.imme, geradezu gefährliche Lage der Dinge in Eanton war lediglich dem Einfluß dieser Zeitungen zuzuschreiben, die den Haß gegen die Ausländer mit allen ihnen zu Gebote stehenden hinein genährt haben. Peking, 7. Jan. Heute Nachmittag wurden die Bedingungen, die alle identisch lauteten, von den Vertretern der Mächte Prinz Ching überreicht und er sowohl wie Li Hung Chang erklärten, dieselben unterzeichnen zu wollen, auch wenn es ihnen den Kopf kosten sollte. Bon anderer Seite wird jedoch die Aufrichtigkeit der Versicherung bezweifelt, da am Hofe zwei gleich starke Strömungen vorhanden sind und die Kommissäre nicht wagen würden, ohne Auftrag vom Hofe zu handeln.
Der Krieg in Südafrika. London. 8; Jan. Die neuesten Depeschen aus Kapstadt lassen ersehen, oaß es mit dem Enthusiasmus der öoyalisten nickt so weit her ist. wie noch vor einigen Tagen gemeldet wurde. Man hatte im KriegZministerium versichert, daß in Kapstadt Tausende von Freiwilligen bereit seien, zur Unterdrückung der Rebellion in der Kapkoloni? und Vertreibung der Boeren aus derselben die Waffen zu ergreifen Jetzt gibt man jedoch kleinlaut zu. daß sich insgesammt noch keine 300 Rekruten gemeldet haben und man kaum hoffen dürfe, im Verlaufe der nächsten drei Tage 500 Mann zusammen zu bringen. Eine Depesche von Lord Kitchener. vom 6. Januar datirt. die heute im Krieg-amt eingelaufen ist, lautet: Am Samstag harte Gen. Babing ton ein Gefecht mit den Kommandos Delarey's und Steenkamp's bei Naauwpooct. Der Feind wurde gezwungen. sich in nordwestlicher Richtung zurückzuziehen. Ueber unsere Verluste ist soweit nichts gemeldet worden, sie sollen aber unbedeutend sein. Ein Arzt der Boeren giebt zu. daß zwanzig Boeren getbdtet oder verwundet wurden. Kommandant Duprez wurde gefangen genommen. Aus den Berichten von Verwundeten. die in Heilbron angekommen sind, ergiebt sich, daß eine 120 Mann starke Truppen-Abtheilung, die zu dem Kommando des Generals Knor gehört, bei Lindley mit einer überlegenen BoerenAbtheilung zusammenstieß. Ich bedauere, melden zu müssen, daß Leutnant aing, zroei andere Offiziere und 15 Mann getödtet und zwei Offiziere und 20 Mann verwundet wurden. Von Een. Knor sind noch keine Einzelheiten über dieses Engagernent eingetroffen." Das aauwpoort. das in der Depescke des (iicr.era!: Stitfyntt genannt wird, darf nickt mit Naauwvoor: Junction in der Kap-Kolonie verwechselt werden. Es giebt mehrere Orte dieses Namens. Der Platz, an dem der Kampf stattgefunden hat, ist wahrscheiollch ein '.aauwpoort, das an der Eisenbahn zwischen Potscheffkroorn 'und Frederickstad im Transvaal liegt. Kapstadt. 8. Jan. Herr P. H. Malan. Redakteur der in holländischer Sprache erscheinenden Zeitung ..Juds Land", das Hauptorgan der Afrikander in hiesig?r Stadt, wurde am Montag verhaftet, weil er in der Zeitung den General Frenan und seine Truppen aufs Heftigste angegeriffen und sie vieler Unthaten beschuldigt hatte. Er ist ein Mitglied des Kap-Parlaments und seine Verhaftung ist schon lange von den ertrerrit Lohalisten gefordert worden. Malan wurde später gegen 500 Bürgschaft wieder auf freien Fuß gestzt. London. 8. Jan. Gen. Sir Henry Eolville. der dekai.ntlich wegen angeblich gemachter Mißgriffe vom südafrikanischen Kriegsschauplatz ab berufen und gemaßregelt wurde, erklärt, daß seine Niederlagen nicht ihm. sondern der absoluten Unfähigkeit seiner Offiziere zuzuschreiben seien. Man habe seinem Stäbe eine Anzahl junger Aristokraten zugetheilt, die von ver Kriegskunst keine blasse Ahnung hatten. wie z. B. den Herzog von Marlborough, den Herzog von Westminster und ein halbes Dutzend anderer junger Herren mit hochtönenden Nam?n. Dieselben hätten sich's im Felde so bequem gemacht als möglich und ihren Dienst in der Regel ihren zahlreichen Bedienten überlassen. Durch die Unfähigkeit der genannten beiden Herzöge sei hauptsächlich die Niederlage bei Lindley herbeigeführt worden. Kapstadt, 8. Jan. In einer Versammlung von zum Kap-Parla-ment gehörigen Afrikanern wurde am Montag beschlossen, die Herren I. K. Merriman. ehemaligen Schatzmeister der Kap Kolonie: I. W. Sauer, den früheren Kommissär für öffentliche Arbeiten, uno I. H. Hofmeyer nach England zu schicken, um die britische Regierung, das Parlament und das englische Volk über die wahre Lage der Dinge in Südafrika aufzuklären. General Brabant ist hier angekom men. um die Organisation der Kolo nialtruppen zu leiten. Es heißt, daß 150 Boeren sich der Stadt Sutherland nähern und andere Abtheilungen sich in der Nähe von Richnond befinden. Eine größere Abtheilung hat Caloinia erreicht und man glaubt, daß sie innerbalb weniger Tage Clanwilliams erreichen wird. Die Kundschafter berichten, daß die Boeren-Kommandos unte Delarey und Steinkamp in dem BufferspoortDistrikt 5000 Mann stark sind. Pioortbery Road. Cap &olonie, 7. Jan. Die Boeren sagen, daß die gegenwärtige Invasion nur die Avantgarde bildet, der General DeWet mit der Hauptmacht folgen wird. Der Einfluß des letztere, ilt fo bedeutend.
daß seine Gegenwart ohne Zweifel eimen allgemeinen Aufstand zur Folge haben würde. Die Holländer glauben, daß DeWet, wenn er genügend Waffen und Munition hätte, schön jetzt dem Krieg ein Ende machen könne.
Stellt c 5 in Abrede. Paris, 8. Jan. Einer Depesche rn ' er . , r ?ri w cm I aus Brüssel zufolge ist die MilitärKommission, die damit beauftragt ist, eine Reorganisation der Vertheidigungsmittel Belgiens anzubahnen, benachrichtigt worden, daß General Zurlinden, als er im Jalire 1897 französischer Kriegsminister war. dem Obersten Kriegsrath die Annexion Belgiens vorgeschlagen und der belgische Gesandte in Paris feine Regierung davon benachrichtigt habe. Die Depesche fügt hinzu, daß England sich damals der Angelegenheit gegenüber gleickgiltig verhalten habe, während Deutschland geneigt gewesen fei. als Entschädigung für die Annerion von Elsaß -Lothringen, die Besitzergreisung Belgiens zu gestatten. Baron D'Anethan. der hiesige belgische Gesandte, stellte darauf in einem Interview in Abrede dem General Zurlinden eine solche Absicht zugeschrieben zu haben. Er sagte aber, daß er seiner Regierung Zeitungsausschnitte zugeschickt habe, die sola?e Andeutungen enthielten, ohne jedoch Kommentare zu macken'. Pari s. 8. Jan. Leopold Eorf. ein hiesiger Zeitunasberausgeder. hat sich erschonen. Wie aus einem von ibm hinterlassenen Schreiben hervorgeht, trieb gekränkter Ehrgeiz ihn in den Tod. Er hatte sehnlichssgebofft. das Kreuz der Ebrenlegion zu erhalten, erlcbte jedoch eine Enttäuschung. Verschoben. Im Haag. 8. Jan. Die Vermählung der Königin Wi'.helmine mit vem 5)?rzog Heinrich von MecklenburgSchwerin wird wegen d.2 Ablebens deZ Großherzozs von Sachsen - Weimar wahrscheinlich verschoben werden, bis die Trauerzeit am niederländischen Hofe, dem die Gemahlin des Verewigten entstammte, abgelaufen ist. Ein mißglückte? Prinzen raub. yij Wien. 8. Jan. Eine abenteuerlich klingende Geschichte kommt von Sandrowo am Schwarzen Meer. Dort soll ein Versuch gemacht morden sein, die beiden Söhnchen des Fürsten Ferdinand von Bulgarien, die Prinzen Boris und Eyril, zu entführen. Der Plan wurde jedoch vereitelt und einer der Kindesräuber im Kampfe mit den Schloßwächtern getödtet. Angeblich waren die Nachahmer des seligen Kunz von Kaufungen macedonische Rebellen. Fürst Ferdinand verließ sein Lustschloß am nächsten Tage und kehrte nach Sofia zurück. Schreckliche Feuersbrunft. Dtzende von Kindern in einem Waisen-Asyl verbrannt. R o ch e st e r , N. Y.. 8. Jan. der Hospital-Abtheilung des hiesigen Waisen-Asyls brach um ein Uhr am Dienstag Morgen ein Feuer aus. das sich schnell auch den übrigen Theilen des Gebäudes mittheilte. Man weiß gewih. daß 19 Kinder verbrannt sind, fürchtet aber, daß die Zahl der Verungluckten noch viel größer ist. Balo nachdem das Feuer entdeckt worden war. fand eine Explosion statt und die ganze Hospital-Abtheilunz war im Augenblick in Flammen gehüllt. A's die Feuerwehr an Ort und Stelle erschien, drang der Rauch aus allen Fenstern heraus und da' entsetzliche Hilfegeschrei der wie in einr Falle gefangenen Kinder war auf weite Entfernung zu hören. Viele Kinder und Wärterinnen wurden besinnungslos oder auch schon todt aus dem Gebäude getragen und dann von Ambulanzwagen nach anderen Anstalten überführt. Es befanden sich 109 Kinder in dem Hospital außer dreißig Wärterinnen. Zwei der letzteren befinden sich inte? den Todten. Angehend? Räuberhaur m ä n n e r. Middlesboro. Ky.. 8. Jan. Tom Brinegar. 15. und Will Woods, 10 Jahre alt, brachen in der Nacht zum Montag aus dem Gefängniß aus. indem sie ein Loch durch die Thür brannten, worauf sie in die Berge entflohen. Die Beiden waren die einzigen Gefangenen. Sie waren wegen Diebstahls verhaftet worden und sollten in die Re-form-Schule geschickt werden. Als sie zuerst verhaftet wurden, hatten sie sich, mit zwei Gewehren bewaffnet, in einem Zimmer verbarrikadirt und den Polizeichef Turner in Schach gehalten, bis er Hilfe von mehreren Polizisten e bielt.
Inland Depeschen. ßin Seitenstück
ZumIZall des Capt.arter. Ein OWcr in Mobile, Ala., verhaftet Weil er von einem Kontraktor Beftechungsgelder erhalten. Frau Richardson in Savaunah, Mo., Der Ermordung ihres Gatten ange klagt. Eine ganze Familie lebendig verbrannt. Wegen E rpressung ver haf. tet. Mobile, Ala.. 8. Jan. Geheim. dienst-Agent McAdams verhaftete hier Kapt. E. F. King. Quartiermeister und Superintendent der Regierungsarbeiten in Fort Morgan. King soll von dem Unternehmer Hobson 51000 als Bestechungszelder erpreßt haben und bei einer sofort vorgenommenen Leibesointation wurde auch diese Summe in Noten, welche vorher gezeichnet waren. vcrgefunoen. King gab zu, das Geld von Hoöson empfangen zu haben. Letzterer bezeugte, daß er seit längerer Zeit von Kinz chikanirt worden sei, daß ds von ihm zurn Bau gelieferte Material in vielen Fällen beanstandet wurde und daß King ihm schließlich zu verstehen gegeben habe, daß er gegen Zahlung von $5000 ihm keine weiteren wierigkeiten in den Weg legen woute. Da der Verlust des Kontraktes für in (Hobson) den Ruin bedeute, so habe er sich zur Zahlung von $3W)0 bereit erhärt und habe King im Oktober $500. ebensoviel im November und $1000 jetzt bezahlt. Nach Empfang der ersten Rate habe King keine Schwierigkei:en tträer gemacht und Material, da, er vorher beanstandet kabe, als tarzlich zugelassen. ing ist ein Offizier der Freiwilli gen, trat 1898 in Dubuque, Ja., ein und diente während des Krieges in Porto Rico als Superintendent der Transportschiffe. Im letzten April wurden ihm die Arbeiten in Fort Morzan übertragen. Er soll reiche Verwandte in Iowa haben. King wurde unter $10,000 Bürgschaft zum Prozeß festgehalten. In der Maghellan Straße ges cheitert. N e w Y o r k, 8. Jan. Der spanische Dampfer San Augustine" ist am 27. November an einer kleinen Insel in der Maghellan Straße gescheitert. Diese Nachricht wurde von dem am Sonntag Abend hier angekommenen britischen Dampfer Coya" überbracht, der die Mannschaft und Passagiere, zusammen 102 Personen, aufgenommen und nach Punta Arenas gebracht hatte. Passagiere und Mannschaft, aus Spaniern und Chilenen bestehend, hatten in Booten die nsel erreicht, auf der sie zwei Tage ohne Wasser zubrachten, bis sie von der Coya" aufgenommen wurden. Die Eingeborenen hatten inzwischen nicht nur das Wrack geplündert, sondern auch die Schiffbrüchigen beständig bedroht. Ein jugendlicher Mörder. M a r i e t t a, O., 8. Jan. Wäbrend am Sonntag Wm. Ehidester, der unterhalb hiesiger Stadt am Fluß wohnt, mit seiner Frau vom Hause fort war, tödtete der neun Jahre alte Sohn des Paares. Thomas, mit einem doppelläufigcn Schrotgewebr feine 14 Jahre alte Schwester Florenee. Der Rücken des Mädchens war dem Knaben zugekehrt, als dieser das Gewehr ergriff und ohne ein Wort der Warnung der Unglücklichen beide Ladungen in den Rücken schoß, sie auf der Stelle tödtend. Der Knabe scheint keinen rechten Begriff von der Ungeheuerlichkeit seines Verbrechens zu haben. Als ein Nachbar an Ort und Stelle erschien und ihm das Gewehr abnehmen wollte, wehrte sich der Knabe mit allen Kräften. Die Eltern sind außer sich und die Mutter wird wahrscheinlich in Folge des Schreckens sterben. Auf der Spur der Räuber. Findlay. O.. 8. Jan. Die hie sige Polizei hat am Montag die VerHaftung von George D. Ury in Columbus Grove angeordnet, während gleichzeitig hier Charles W. Forster. ein ehemaliger Polizist, in Haft genommen wurde. Die Beiden werden beschuldigt, Mitglieder der Bande zu sein, die während der letzten zwei Jahre im nordwestlichen Ohio so viele erfolgreiche Einbrüche verübt und Geldschränke gesprengt hat. Grant Jarbeau befindet sich unter äbnl'er Anklage in Memvhis in Haft. Die Drei stehen in
'eroacvt. Mitglieder der notorischen Foster -Bande zu sein. Eine Frau ermordet. Z a n e s v i ! l e. O.. 8. Jan. Frau Vine Grady. einer prominenten hiessgen Familie angehörend, wurde am Montag Nachmittag in ihrem Wohnzimmer in brutaler Weise ermordet. Adrian Madison, ein farbiger Barbier, von dem man weiß, daß er die Frau mit Liebesanträgen verfolgt hat. wurde später auf die Anklage hin verhaftet, den Mord begangen zu , haben. Die Kinder der Frau Grady hatten gesehen, wie er mit blutbefleckten Kleidern das Haus verlassen hatte. Ter Schädel der Frau war mit einem stumpfen Instrument eingeschlagen worden, die Doktoren aber, die eine Postmortem-Eramination vornahm men, erklären, dah die Frau wahrscheinlich zu Tode gewürgt wurde. Die Leiche war bereits kalt, als die Kinder, die auf der Straße gespielt hatten, zum Abendeyen nach Hause kamen. Madison behauptet, daß er die Frau wohl und munter verlassen habe und die Blutflecken an seinen Kleidern von Nasenbluten herrührten. Lebendig verbrannt. B u f f a l o. N. Y.. 8. Jan. Das Wohnhaus von Edward H. Taylor in Model City, bei Lewiston. brannte am Montag nieder und Taylor, seine Frau und drei kleine Kinder kamen in den Flammen um. Neue Bundes - Senatoren. Boise City. Jdaho. 8. Januar. Der frühere Senator Fred. T. Dubais wurde am Montag von dem gemeinsck'afllick'en lkäukus der Fusionisten Demokraten. Populisten uno Silberre publüanern für das Amt des Bundessenators für Jdaho nominirt. Pierre. S. D.. 8. Jan. Der Kongreß-Repräsentant R. I. Gamble wure heute von dem republikanischen Kaukus einstimmig für das Amt eines LundeSsenators, als Nachfolger für den Senator Pettigrew, nominirt. Das Kentucky'er Appellstionsgericht reorga-R-titi'-urft Frankfort, Ky., 8. Jan. Das Appellationsgericht wurde am Montag reorganisirt. indem der Richter Orcar. Republikaner, an Stelle des abgehenden Richters Hazelrigg eingefchworen wurde. Richter Paqnter. Demokrat, und Richter Guffv, Republikaner, loo sten darum, wer für das erste Jahr Präsident des Gerichtshofes werden soll. Richter Paynter gewann. Nachklänge zur ErmordungGoebel's. Frankfort, Kn., 8. Jan. Die Fälle gegen Er-Gouverueur Taylor, Er-Staatssekretär Chas. Finley. Berry Howard und John L. Powers, welche der Mitschuld an der Ermordung des Gouverneurs Goebel angeklagt sind, wurden deute im. hiesigen Kreisgericht aufgerufen und bis zum FrühjahrsTermin vertagt, da keiner der Beklag:en anwesend war. Die Fälle von W. H. Culton. Green Golden und Whar ton Golden wurden ebenfalls vertagt. Man glaubt nicht, daß die heute eingesetzten Großgeschworenen noch weitere Anklagen in Folge der Ermordung Goebels erheben werden. In seiner Ansprache an dieselben sagte Richter Cantrill. daß er nicht der Ansicht der Prediger. Lehrer und der Presse sei. daß dem verflossenen Jahrhundert große Fortschritte nachzurühmen seien. Die Fortschritte der Intelligenz seien auf Kosten der Moral erzielt worden und in Folg'' davon sei das moralische Niveau der Bevölkerung beständig gesanken und die Verbrechen hätten nahezu in demselben Maße wie die
technisäit.n Fortschritte zugenommen. Der R i ci) a r d s v n - M o r d. S a v a n n a h . Mo.. 3. Jan. Die Ccroners-Jury, die eine Untersuchung betreffs desTodes des Millionärs Frank R'chardson geführt hat, der in seinem eigenen Haus? erschossen wurde, hat einen Wahrspruch abgegeben, in dem er klärt wird, daß der Mann von seiner Frau, Addie L. Richardson, getödtet worden sei. oder daß die Frau wisse, we, ilm getödtet habe. Die Frau wurde später verhaftet, aber bald gegen $1000 Bürgschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. y . .. co jiciii v u ii ii i n. C o l u m b u s, O., 8. Jan. Di Scioto Valley Traction Co. hat ihren Freibrief dahin abändern lassen, daß ihr gestattet ist, Zweigbahnen von Circleville nach Washington C. H., von Circleville nach Lancaster, ferner eine Linie von Lancaster nach Columbus, O.. zu erbauen, welche einige Meilen unterhalb von Columbus in die Hauptlinie einmünden soll. Circleville ist dadurch der Mittelpunkt des ausgedehnten Systems geworden, von welchem jetzt Bahnlinien in vier verschiedenen Dichtungen auslaufen.
Aus derBundeshattptftadt
:A 'K'gMkH. 3iüei(e Mm. Senat. W a s h i n g t o n . D. C.. 7. Jan. Sen. Lodge von Massachusetts hielt am Montag eine bemerkenswerthe Rede. Den Text gab ihm das Amendemcnt der Paragraph aus der Armeevorlage gestrichen werden soll, der auf die Errichtung eines Korps von VeterinärAerzten Bezug hat. Er nahm die Gelegenheit wahr, um über die Philippi-nen-Frage im Allgemeinen und über die Nothwendigkeit, eine Armee von 100.000 Mann zu unterhalten, im Be. scmderen zu sprechen. Zum Schluß schilderte er in brillanter Weise die kommerzielle Zukunft der Ver. Staaten. Er erklärte dabei, daß der bereit begonnene Handelskonflikt mit Europa nur mit der kommerziellen und Volkswirthschaftlichen Suprematie dieses Landes über die ganze Welt enden tön ne. Wenn auch dieser industrielle Wettstreit keine materielle Gefahr seitens irgend einer Nation der Erde im Gefolge haben würde, sei er doch der Ansicht, daß eine starke und gut organisirte Armee und eine mächtige Flotte nöthig seien, damit die Ver. Staaten im Nothfall in der Lage sein würden, ihre Rechte gegen irgend einen möglichen Feind zu vertheidigen. Die Rede machte einen tiefen Eindruck. Senator Teller von Colorado kündigte an. daß er ein Substitut für die ganze Armee-Vorlage einreichen werde, demgemäß das Armeegesetz vom 3. März 1899. das jetzt in Kraft ist. unverändert noch weitere drei J.ahre, vom 1. Juli 1901 an. in Kraft bleiben solle, Repräsentantenhaus. Das Haus beschloß am Montag, nach einer wieder sehr animirten Debatte, daß am Dienstag Abend, vor der Vertagung. über die Hoptins'sche Vorlage zur Neueintheilung der Kongreß-Di strikte abgestimmt werden soll. Die interessanteste Rede über die Vorlage während der Tages hielt der Rcpr. Crumpacker von Jndiana, der unter anderem darauf hinwies, daß in Folge der neuen Gesetze in onisiana. Mississippi. Nord- und Süd-Carolina in Louisiana 43 Prozent aller männlichen Bürger im Alter von mehr als 21 Jahren entrechtet worden seien; in Mississippi 42, in Nord-Carolina 34 und in Süd-Carolina 43 Prozent. Repr. Hepburn von Iowa sprach sich in bitterer Weise überdie jetzigen Hausregeln aus, welche die Herren Rcpräsentanten um alle konstitutionelle Prärogative brächten, und Repr. Grow von Pennsylvanien, der schon dem 36. Kongreß angehört hat, gab einen Vergleich des früheren Systems im Repräsentantenhaus und dem jetzigen. Er erklärte in Uebereinstimmung mit Anderen, daß die Zahl der Repräsentanten zu groy fei und reduzirt werden sollte. Dr. Morton erhält ReisePapiere. Die türkische Regierung hat dem Dr. Thomas Norton, der zum Ver. St. Konsul in Harpoot ernannt wurde, sogenannte Reise-Papiere zugestellt, die ihm sicheres Geleit auf seiner Reise nach Harpoot gewährleisten. Es ist demnach guter Grund zu der Annahme vorhanden, daß die türkische Regierung dem Dr. Norton jetzt das Exequatur nicht weiter vorenthalten wird. Gegen die Globe Company entschieden. Das Supreme Gericht gab am Montag eine Entscheidung in dem Fall der Liverpool. London & Gloöe Versicherungsgesellschaft vs. Kearney undWyst ab. Es handelte sich dabei um die Güi tigkeit einer Klausel in der Versiche-rungs-Police der Compagnie, d'rzufolge die Versicherten gehalten sind, ei Inventar des versicherten Beschthums in einem feuersicheren Platz aufzubewahren, widrigenfalls die Police keim Gültigkeit haben soll. Kearney und Wyse waren Eisenwaarenhändler in Ardmore, I. T.. und hatten ihr Inventar verloren. DaS Appellationsgericht für den achten Circuit hatte entschieden, daß die Police nicht wegen des Fehlens des Inventars ungültig sei und das Supreme Gericht hielt diese Entscheidung aufrecht. . Tchiffsnachrichten. New York. 7. Jan. Angekommen: Servia", von Liverpool. Gibraltar. 7. Jan. Angekommen : Aller" von 9ew York, nach Neapel und Genua bestimmt. Abgegangen : Columbia", von Genua und Neapel, nach New Jork. Hamburg. 7. Jan. Abgegan gen: Southmark" von Antwerpen, nach New Jork. P l y ui o u t h, 7. Jan. Abgegangen: Crusing Jacht Prinzessin Vicsoria Luise" nach New Jork. New Y o r k . 7. Jan. Angekom men: .Potsdam" von Rotterdam.
