Indiana Tribüne, Volume 24, Indianapolis, Marion County, 6 January 1901 — Page 7
tttzsjz&mx wmjx -ui kv'b?bsh
TTJiJU,wyt-w JMr-Tt' wÄ,w--vfy rMnvpcxwc npryi - .-r.--Vvsv; mä-iS w ?udia..a Tribune, Sonntag, ft. Januar 1901.
-i-MMis INDiA... Lebensversiu,.. M ftOi Port Life Insurance Company. H. Bamberger, Sp. Agent. 2u0 Indiana irrst Buildirg. merican Central Life ns. Co. 8 Cft Mar ker Slr. (i. B. Marnncale, Präs. Kapital $2iX,0ü0. Pianos und VZusikalicn. Carlin k Lennor. 59 Cft starke! Str. Landwirtdscnastliche Gcräthe u. Wagen Holten W. B. Mfg. Co.. 399 Cft Wash. H. T. Conde Implemenk :o 27 R. Capitol Av. Winter & Hummcl, 221 Ä Waihingi.'N. Znckcrwaaren Sholelale). Tagge:: & Co.. 18 Weft Georgia Str. & 'chllittiliaarcn. Murvkn .ihhrn Xr (' i IIS 0l M,riiiin. Oavcns & Gedocs (5o . 206 5. Meridian. Grundeigenthum und Bcrsichcrung. Cvann. Zch, 3. ft Po., SO Cjt Market. cucrvcrMcrung?gefellfchaften. Jndiana Insurance Co.. Ctzas. Schurman, Präs.; Thos. V. Linn. Secretär. (fiten- und Blechwaaren, Gewehre. ficnrnan & Ccrey Co., 111 115 c. Mcrid. cder, Treibriemen, Packmatcrial. Hide, 'ca:hcr & Helling Co., Meridian Str. Wundärztliche Instrumente. W Ql Armstrong & Co.. 22t c. Meridian. Pumpen, Wasserleitung, Fahrzeuge. Comftcck k Cocn'e Co.. 371 Meridian. ' bh und Produkte (Commission. entiu: I (o.. 2224 3. Ic!a:vare :r. Zcc (sream. R. W.. 212 St Pennsylvania Str. Bauholz. Crhirn, .vyrrii, Heorgia ctr. Weißblech. icnircr & 3ul'.ivan. 210 3. Meridicn 3tt. Puuwaaren. Fahnl:? McCrca, 240 3. Meridian Str. Bäckereien. Zh? fstlftl & rßß akery. Tel. 800. Prnce's akerN. 14 Cft 3outh 3tr. Hüte, Handschuhe etc. fcencriefion, x'cflcr & S, 1 ZI 3. Meridian. Wa- und chmicdewaaren. Vonncgu: Hardware Co., !,, 14 0 Washington Ctr. Eisen nd Stahl. Hollidan, W. &. & Co., 107 S. Meridian. Aiiitittenrniö Reparaturen. obdin-. Jb & Co.. 32 Ctt Georgia Str. 5viele und 5yiclwaaren. Mayer. Charles & Co.. 29 W. Washington Truggisten Wbolcsalc). Is-.diacvolii- Trug Co.. 21 C. Maryland. Ward Brc-. Trug l:o, 120 3. Meridian. Sägen und Werkzeuge. . C. ttfürf & 6o.. 4"2 410 S. Illinois. Trust-Compagnien. Jndiana Trust Co. & 3afcty Vanlt. Ease Teposit null?. (fcttxl af Teposit. 3" C st Washington, teures und cuflvärts. 3ttinc?tKändler. hu7.:-7.z:c:l fftfC, 130 C st Market. 3chulie und Stiesel Miolesalc). W T. Oütn 3hce Co.. 127 3. Meridian. 7i iSenDrii: a.-.ce (co., '15 S. M trivial.. Banken. The ('apita'. Natioual Bank. 23 S. Meridia kr. M. MIson. Präs. OA. X. hurchman, assirer. Reichen bestatter. Gri:-siein5r Bro;., .'2-.' Cft Market Str. Farben, Oele und (ilas. Zde & ;:rr-'al ?., 108 c. Meridian Str. Jnd'.anapo'.is Paint K Color Co.. -24. 243 Massachusetts Ave. Grocers Wbolesale). Geo. OK 3:cu', 2'7 3. Me7idin Skr. kr-.".!:ey:, Ltz K Co., 211 v. Meridian Str. Severin & Fo.. Sl 3. Meridian 3:?. Vl. Ö'0M? !c 'o.. 47 3. Meridian Str. rrü & lo., 90 V. tÄeorgia Str. ?r. X Lühler, 206 O Mc(arty-Str. ErrccUTlden.- 8 bis 9 llhr Vorm.; 2 lii? ." U . heachm. . bis g Uhr Abds. ; Eoilnta-s von 6 bis 9 Uhr Vorm. und 7 bts L Uhr Abends. Televlwu 144. g Saloon ß Süd Illinois Str. nas& Horine Eigenthümer. nWeine und Cigarren. an gutcS GlaS Btcr rkimmende und reelle Bedienung . jniziii:iz9 her :-: Buchbinder, ?elaar, Stf., (Hinterhaus.) ikvag. 17 Sud ÄladamaSrratze nimmt eUuagin entgegen. mm w. HOLTZMAira, utschcr Advokat, 1006, Stevenson ebSutzch c!,h (ollSSS.
C 2 Vl
Tcr Fingerhut.
Wir besitzen scöon aus dem Ende des 12. oder Beginn des 13. Jahrhunderts ein Fingerhutlied, dessen Dichter kein Geringerer als Waltl 7 von "der Vorfbc Ml ur.1 das uns in meisterng von Scheffel vordesselben ist, wie uns Singerknabe, Berlt theilt, eine Burgfrau in Frankreich im Delfinate (Dauxhine). die den Dichter bei scknr?rer Krankheit mildherzig gepflegt hat. Jung-Berlt erzählt davon: Wir gasteten bei Hornungfrost Fernab im Delfinate; Dort fand er seinen Wintertrost Im Schloß zu Pietrolatc. Ein kaltes Fieber stach ihn an Mit schlorer Kopfsinnirung, Die Burgfrau pflag den stechen Mann Mit Spruch und Arzenirung. (5r wär' bei solchem Pflegen Gern ewig krank gelegen. Aler als der Frühling in's Land kam, kehrte r doch wieder zur Heimath zurück. Iung-Berlt erzählt darüber: l?r sang das Lied vom Fingerhut Al) wir im Elsaß ritten . Und blickte unter Thränen Südwärts mit vielein Sehnen. Der Dichter selbst aber theilt uns mit, er habe, als ihn die Sonne vom Pferde stach," in einem Waldthal auf schattenkühler Erde liegend, am Saume einer Scblucht die Fingerhutblume erblickt. Als ich die Purpurglöcklcin sah Am hohen Stengel schwanken. Eine große Verträumniß mir geschah Und Wirrwarr aller Gedanken, Und all' mein Sinnen ward seligen Muths Und alle Sorgen geringer: Ich dacht' eines andern Fingerhuts, Der schmückte den schönsten Finger. Der Finder gehörte der sckönsteTl 5and, Die Hand der schönsten der Frauen, Die je in des Königs vcn Frankreich Land Ein Troubadour durste schäum. Sie weilt zur Stund' in der Stadt Paris In hohen Züchten und Ehren; Mög' ihr der heilge Tyonys tetö Heil und Sälde gewähren? Denn jene fingerhuttragende Hand Hat den schönsten Gürtel bereitet, Den' je ein Ritter als Minnepfand Dem Waffenrock übergespreitet; Ein Epheublatt ist darin gewirkt Mit der feinsten seidencn Masche; Kennt Ihr den Sinn, den Epheu birgt: Je Beui oii i- m'sttaehe! Und wem sie den Gürtel zu eigen b:scheert, Das ha! kein Späher erfahren. Der Packsattel dort mit dem grasenden Pferd Weiß manch' Geheimniß zu wabren. Hei, schönste der Frauen, hei, schönste 'Hand, ei. Hütlein am schönsten der Finger! Nun sagt, ihr Blumen am Bachesilind, Bin ick nicht ein seliger Singer? Tas Lied sollte eigentlich nicht auf die Nachkr:lt korrirnen. denn dr Dichter hatte, nach Deutschland zurückgekehrt, dem ..Garzun" befoblen. deiä Lied nebst allen auf das französische Erlebnis bezüglichen Liedern zu verbrennen. Iung-Berlt aber, der Tönedieb". das liederfalsche Garzünlein", gehorchte nicht. Er machte sich später ein Berdlenst daraus, die schönen Lieder vor der Vernichtung bewahrt zu haben. Vielleicht hat er ks aber blos aus Trägheit unterlagen, was sich begreift, wenn man bedenkt, wie umfangreich die Manuskripte damals waren und wie viel schwieriger es auch war. Feuer zu schlagen, als jetzt, wo fastJeder eine Streichholzdose in der Tasche mit sich führt. Hcffentlich ist die ihm vom Dichter angedrohte Strafe des Durchhauens" gelinde ausgefallen. Wir sind ihm jedenfalls Tank dafür schuldig, daß er das Li.'d vor Vernichtung bewahrte, aus dem wir deutlich entnehmen, daß es nich: allein schon vor 600 Jahren FingerHute gab. sondern d.iß dieselben bereitso lange im Gebrauch waren, daß eine I Blume nach ihnen benannt wurde und mit diesem Namen nicht blvs dem Botanikcr vom Fach bekannt war. In alten Klosterbüchern, in Plänen von Klostergärten oder auch in. Jerzeichnissen von Gift- und Arzneipflanzen DMftttl sich möglicherweise Nachrichten über die Zeit der Entstehung dcs botanischen Namens Digitalis" (FingenHut) finden. Qb das uralte Ringelreizenlied der Kinder, welches beginnt: Blauer, blauer Fingerhut? Hätt' ich Geld, das wär' wohl gut sich um einen botanischen oder techniscten Fingerhut dreht, dürfte schwer zu ermitteln sein. Uebriaens hat eS ' der Fingerhut seit Erfindung der Näh- ! Maschine bequemer als früher, wo er , die Arbeit allein thun mutzte. Seine jyzanne. Der MarsctMll Canrobert inspizirte ; eines Tages einige Jnfanterieregij menter seines Armeecorps und untere zog die den Mannschaften gelieferten i neuen Gamaschen einer eingehenden ; Betrachtung. Plötzlich bemerkte er eii nen Soldaten, der seine Gamaschen schlecht geknöpft hatte, und rief ihm zu: Ich werde Ihnen meine Köchin schicken, damit die Ihnen die Gamaschen ordentlich zuknöpft." Das ist nicht nöthig. Herr Marschall", versetzte der Soldat, mit der komme ich so wie s? jeden Tag zusam'nen.
i . .
pcrrathcnc Geheimnisse. Hi'.morcske von H. Tu Plcssac. Lieb" Freundin! Wenn mich nicht Alles täuscht, habe ich einen weißen Raben" gefunden! Noch in der zwölften Stunde, d. h. kurz vor meiner Abreise aus Paris, ist mir Graf von Vrisso vorgestellt worden. und nachdem ich Gelegenheit gehabt, mehrmals mit ihm allein zu plaudern, habe ich mich überzeugen können, daß er ein Gentleman im wahren Sinne des Wortes ist. Sein großes Vermögen erlaubt ihm wohl, so zu leben, wie er lebt, und für sein Alter ist er ausnehmend gut conservirt; gute Zähne, einen stattlichen, schwarzen Schnurrbart und ebenso schwarze Haare, die zwar schon ein bischen spärlich sind, aoer Nichts an dem überaus günstigen Eindruck verderben; der Mann könnte selbst mir noch gefährlich werden, wenn die Zeit der Rosen nicht für mich vorbei wäre! Ein Jüngling ist Graf von Brisso nun zwar auch nicht mehr . . . aber, meine liebe Helene ... ich war zwölf Jahre, als Du geboren wurdest und bin jetzt ..dreiundsechzig! Ich glaube, daß der Graf ausgezeichnet für Dich paßt, eine ernste, abgeschlossene Natur, und doch ein Lebemann im guten Sinne des Worts, dessen Vermögen dafür bürgt, daß Dein Geld gesichert ist. Also, komm Montag mit dem Schnellzug um 8 Uhr 40 Minuten und bleibe vierzehn Tage bei mir. Er" kommt auch. Ich mache Euch Beide dann am Dienstag früh miteinander bekannt, und... Amor wird das Uebrige besorgen. Stets Deine getreue Jolande v. Eerlak." Sehr verehrter tei Graf! ic haben neulich mir gegenüber geäußert, daß es Ihr Wunsch sei. sich mit einer Dame in reiferen Jahren zu verheirathen. Da ist mir eingefallen, daß eine Freundin von mir, eine Wittwe von vielleicht 45 Jahren, Ihnen gewiß gefallen würde. Die Dame sieht noch sehr gut aus und besitzt alle Eigenschaften, um einen Mann glücklich zu machen. Ich würde Ihnen vorschlagen, am Montag gegen Abend hier einzutreffen; meine Freunbin ist dann schon hier oder kommt bald darauf, und ich hoffe, daß nach Vierzehn Tagen Landaufenthalt ein Brautpar von mir Abschied nehmen wird. Bitte, fassen Sie diese Zeilen als ein Zeichen meiner Sympathie für Sie auf. Ihre ergebene Baronin v. Cerlak." Nachdem die beiden Briefe abgeschickt waren, rieb sich Frau von Cerlak sehr befriedigt die Hände. Sie hatte wirklich einen ausgezeichneten Einfall gehabt! Die beiden Menschen waren wie für einander geschaffen! Und die gute Baronin würde wieder einmal zwei Sterbliche beglückt haben! Ehe stiften war ihre Schwäche, seit sie selbst hatte auf die Liebe verzichten müssen! Frau von Cerlak's Freundin, Helene Tusko. war sehr zeitig auf dem BahnHof und bestieg ein leeres Coupe, in der Hoffnung, die Fahrt allein zu machen und so allmälig die Erregung, in die sie die geplante Zusammenkunft versetzte, zu überwinden und sich auszumalen, wie das Leben sich als Gräfin vonVrisso für sie gestalten würde. Sie nahm aus ihrer sehr eleganten Reisetasche aus rothem Juchtenleder einen kleinen Spiegel und sah hinein. dann griff sie nach einer allerliebsten Puderquaste, und nachdem sie diese in rosa Puder getaucht, fuhr sie vorsichtig damit über ihr Gesicht; dann zog sie den Schleier hinunter und lehnte sich bequem in die Ecke zurück, um an die Ehe im Allgemeinen und die ihrige mit dem Grafen von Brisso im Besonderen zu denken. Im letzten Augenblick, das Abfahrtssignal ertönte gerade, wurde die Thür plötzlich hastig geöffnet, und ein Herr stieg in das Coupe. Er grüßte höflich, und dabei konnte Helene sehen, daß sein 5)aarwuchs etwas spärlich, aber ebenso schwarz, wie der wohlgepflegte Schnurrbart war. Der Herr setzte sich der jugendlichen Wittwe gegenübe? und nahm eine Zeitung vor. die er aus einer sehr eleganten rothjuchtenen Reisetasche herauszog. Darüber hinweg spähte er nach seinem Gegenüber. Die Dame gefiel ihm. Die krausen Blondhaare und die rosigen Lippen paßten gut zu dem frischen rosigen Teint. Die Formen waren von angenehmer Rundung, und die rechte Hand, von der die Dame den Handschuh abgestreift, war mit kostbaren Ringen geschmückt. Helene ihrerseits warf auch dann und wann einen musternden Blick auf ihr Gegenüber und hatte das distinguirte Aeußere des Fremden wohl bemerkt. Pernovo! Umsteigen in der Richtung nach Merdua!" so riefen die Schaffner, und Helene erhob sich und verlieft das Coupe, nachdem der Herr ihr artig die Thür geöffnet. Aber auch er stieg aus, und als Helene sich zu einem Wagen der Zweigbahn begeben, da war auch schon der Unbekannte wieder da. um das nämliche Coupe zu benutzen. Die Fahrt ging weiter; doch schon nach wenigen Minuten begann der Fremde mit höflichem Gruß: Gnä-
! dige Frau, ich scheine den Vorzug zu haben, noa, einige Zeit mit Ihnen zusammen sem zu dürfen. 2luf die Gefahr indiskret zu erscheinen . . . mein Name ist Brisso. Graf Brisso. ich folge einer Einladung der Baronin von Cerlak. Diese hat mir geschrieben, daß eine Freundin von ihr wahrscheinlich auch heute bei ihr eintreffen wird . . . der Zufall spielt ja oft wunderbar . . . ich würde sehr glücklich sein . . . wenn Sie eben diese Freundin wären." Ja. Herr Graf, die bin ick in der That." antwortete Helene mit einem bezaubernden Lächeln, und ich bin sehr erfreut, in so angenehmer Gesell
ichaft die Fahrt machen zu können." Den Beiden verging die Zeit sehr rasch, und als sie, um Ziel der Reise angelangt, den von Frau von Cerlak gesandten Wagen bestiegen, da hatten sie schon allerlei zarte ?lufmerksam!eiten und vielsagende Blicke für einander. Als Frau von Cerlak ihre Gäste empfing, waren ihre Pläne bereits weit über das Anfangsstadium hinausgelangt. Es wurde Tbee gereicht, man plauderte ein wenig, und dann ging ein Jeder in das ihm bestimmte Fremdenzimmer. Helene, die zukünftige Frau von Brisso. überdachte erst noch eine ganze Zeit die Ereignisse des Tages, bevor sie sich auszukleiden begann, und es war spät, als sie ihre ziemlich umfangreichen Vorbereitungen für die Nacht treffen wollte. Sie griff nach der Tasche . .. Großer Gott! Es war eine fremde! ... Die Dienerschaft hatte sich geirrt! Was nun i Jetzt noch klingeln in dem ihr fremden Haus? Nein, das konnte sie nicht . . . s'e mußte bis zum Morgen warten . . . Als sie nun so oie fremde Tasche in der Hand hielt, und ihre Finger unwillkürlich an dem Bügel drückten, da . . . gab dieser nach. Welche Evastochter hätte wohl der Versuchung widerstehen können? ... Helene konnte es nicht! Was war auch schließlich dabei? Die Tasche gehörte entschieden Herrn von Brisso! Wenn sie jetzt ein wenig darin herumkramte, so machte das sicherlich nichts aus. In allerkürzester Frist würde es ja ihr gutes Recht sein! Obenauf lagen einige Briefschaften; ganz merkwürdig sahen diese aus. Auf einem Schriftstück stand ganz deutlich Gerichtsvollzieher" . . . Pfändung . . . ein Zittern befiel die heimliche Späherin. Was waren denn das Alles für Flaschen in dem Seitentheil? Keine we:ßen Haare mehr" . . . Der Reparateur" giebt dem Haar sofort seine natürliche braune oder schwarze Farbe wn .er" . . . zwei Einreibungen im Monat genügen". . Uedersendung diskret gegen Betrag von 5 Francs in Marken oder per Postanweisung" und hier die Schachtel? Was konnte darin wohl enthalten sein? Sie war leer. Aber in der Innenseite stand: Zahnatelier von Rudolph Tuho, Spezialität: falsche Zähne" .. . und da wieder Briefe ... jetzt gilt es! Helene muß die volle Wahrheit wissen: Herr Graf! Allem Anschein nach haben Sie mich zum Besten, wenn ?ie mich mit der Versicherung hinhalten, daß Sie Ihre Schulden sofort nach Ihrer Verbeirathung mit einer reichen Wittwe begleichen -werden es scheint noch gute Wege bis dabin zu haben! Wenn ich in vierzehn Tagen nicht mein Geld zurückhabe, strenge ich die Klage gegen Sie an. denn Sie wissen ganz gut. daß Sie ein edles Gaunerstückchen aufgeführt haben." ... Ein zweites Blatt lautete: Alter Junge! Beeile Dich nun aber mit Deinem Goldfisch! Ich habe scheußliches Pech gehabt und sitze ganz auf dem Trockenen. Die 1000 Francs, die ich von Dir zu bekommen habe, wären mir sehr angenehm." . . . Und da! Noch ein kleines Briefchen mit einem starken Tust nach Alang?)lang: Lieber böser Brissolino! Schick' mir rasch zwei oder drei Goldfückse .. . ich brauche sie nothwendig. um mein grünes Spinnenkostüm für den Jnsektentanz im großen, neuen Ballet zu beschaff .Tu sollst 'mal sehen, wie chic ich darin aussehe . . . Auf Wiedersehen . . . mein alter Brissolinctto . . . stets Teine kleine Claire." Helene hatte genug gesehn . . . schlaflos verbrachte sie die Nacht . . . welcke Enttäuschung! Und welches Glück, daß sie ihre Tasche verschlossen . . . sie wußte das ganz genau, der Schlüssel lag in ihrem Portemonnaie, und . . . aus besonderen Gründen war ihr dieser Gedanke sehr angenehm. Inzwischen, fast zur felöen Zeit, hatte auch Graf von Brisso sich zur Ruhe begeben wollen. Alles war so bequem in dem schönen Zimmer, so wohl bedacht, das gute Bett, und Graf von Brisso reckte sich zu seiner ganzen Höhe auf. wie ein Mann, dem endlich eine schwere, schwere Last von dcr Seele genommen wird. Da stand seine Tasche . . . merlwürbig, der Schlüssel wollte gar nicht recht hinein. Weil die Geduld nicht gerade eine ausgesprochene Tugend der Männer ist, so wandte der Graf etwas Kraft an. und richtig, das Schloß gab auch endlich nach . . . aber was war denn das? Jedenfalls nicht seine Tasche ... eine Verwechslung! Es war kein Zweifel möglich, auf der Innenseite stand: Helene Tusko." der Name der schönen Wittwe! Und ... schön war sie! Freilich . . . nur durch all Das. war die Tasche enthielt . . . Haarsträhnen vom schönsten Blond . . . ein br:iter Gürte!, vatentirt zur Crgelang schlanke? Taillen" . . . und allerlei Kissen, um die fehlende Körperfülle auszugleichen . . . Ueber das Alles hätte Graf von Brisso wohl n:ch fortgesehen . . . aber in der Seitentascbe steckte ein Vavin. und beim LuKelnanderfaUe siebte e? nch als eine unquittir!e Nota über Schmuck- ' i:n Werthe ton 4500 Francs tctcuil. . . . Am fröhen Morgen kam auf d.iO 5!liAeln von Hc'.cne dto Jungfer, und die schöne Wit!n?e gelangie in den ibrer Tasche ... Das Schloß w'.-.r aufcbrochen . . . und der Inhalt unordentlich durcheinand gewühlt. Jelene war ein Ohnmacht nahe und tonn!? leide? einer heftigen Migräne lpezen" ras Mmmci d:n ganz-'n Taz Ebtt nicht verlassen. Herr von Brisso erschien tei seiner lkbünswiirdigcn Wirthin und theilte fr? mit dem Ausdruck des größten Bedaurns mit, daß er in frühster Morg:nstunde eine Depesche erhglt habe, die eine sofortige Rückkehr nach Paris dringend nothwendig mache . . . Frau von Cerlak bat nie erfahren können.
er von der Duserschaft das Telegramm angenommen, und ist sich auch nicht klar geworden, warum ihre liebe Freundin Helene sich gar nicht wieder von ihrer Migräne erhole konnte, dabei so merkwürdig verstimmt war und den für längere Zei: geplanten Besuch abkürzte, um direkt nach Hause zu reisen.
Sie Blume der Todten. Kaum hat es in alten Zeiten eine volksberühmtere und geachteter Pflanze gegeben, als den Rosmarin. Der echte Rosmarin, - Rosiruu-iuus officinalift, ist ein besonderer, in Jtalien häufiger, immergrüner, salbeiartiger Halbstrauch mit ungestielten, fast lederartigen, linealen. aschgrauen, von der Seite her ein wenig eingerollten Blättern. Aus Italien ist auch die Pflanze bei uns eingeführt worden. In dem berühmten, für die Geschichte deutscher Pflanzenzucht so wichtigen Erlaß Karls des Großen über die Bewirthschaftung der Meierhöfe wird ausdrücklich unser edler Rosmarin, und zwar schon mit diesem Namen, aufgeführt und zum Anbau empfohlen. Er galt hauptsächlich als Mittel gegen ansteckende Fieber und wurde auch zu Bähungen benutzt. Seiner heilsamen Wirkung wegen bereitete man auch Rosmarin-Oel, RosmarinSalben und Rosmarin-Weingeist. Letzterer war das Kölner Wsser des 10' bis 16. Jahrhunderts. Noch heute ist in Tirol, Bayern, vielen Gegenden Schwabens, dem Spreewaloe u. s. w. der alte Brauch, bei Kirchgängen, insbesondere bei Leichenbegängnissen, ein Zweiglein Rosmarin mitzunehmen, bei den Landleuten noch nicht ausgestarben. Diese große Verehrung des Rosmarins, die in solcher Weise nicht einmal medicinisch begründet ist. stammt aus der heidnischen Zeit unserer Vorfahren, die dem Freir, dem Gott häuslicher Freuden, der Ehe und des Kindersegens, und der Freia, der Göttin der Liebe, die Pflanze gewidmet hatten und deshalb den Jul-Eber mit Rosmarin zu schmücken pflegten. Eine belgische Sage läßt sogar die Kinder nicht vom Storch gebracht, sondern aus einem Rosmarinstrauch hervorgeholt werden. Der Uebertragung heidnischer Sitten auf kirchliche Gebräuche durch die Priester Roms ist es auch zuzuschreiben, daß der Rosmarin heidnischer Feste eine christliche Deutung und Weihe erhielt. Im Mittelalter brachten alle Pathen ihren Rosmarinzweig dem Täufling. Das bedeutete Stärkung für denselben. An vielen Orten galt aber der Rosmarinzweig in erster Reihe als Trauerzeichen und wurde als Symbol der Erinnerung auf den Grabhügeln niedergelegt- Deshalb gilt es noch heute im Volksaberglauben als ein düsteres Vorzeichen, wenn man von Rosmarin träumt. In einem beliebten Volksliede heißt es bekanntlich: Ich hab' die Nacht geträumet Wohl einen schönen Traum: Es wuchs in meinem Garten Ein Rosmarinenbaum." In Dresden heißt noch heute eine Straße Rosmaringasse. In dieser Straße, die einst nach der Frauenkirche und nach dem an dieser Kirche gelegenen Friedhof führte, der einen großen Theil des jetzigenNeumarktes einnahm, wurden Nosmarinsträußchen feilgehalten, und meist kauften sich Diejenigen. die nach der Kirche oder nach dem Friedhof gingen, dieses Symbol liebenden Gedenkens. Chincsisazc reucl. Eine Geschichte der Greuel ist die ältere chinesische Kaisergeschichte. Sie liefert uns den Beweis, daß die Grausamkeit ein altes Vorrecht der chinesischen Herrscher war und daß das, Beispiel der Höchsten tief auf das Volk einwirkte, das eines der grausamsten der Erde ist. Der Kaiser Kic, ein Mann von unbezähmlarenLeid.mschaften, wird von Ko:.g-fu-tse als ein Muster von Untugend dargestellt. Mit seiner Geliebten, einem sehr schönenMädchen. der verruchien Mei-Hi. schwelgte er in der schrecklichsten Vollerer im hinKr Palaste. Er ließ einen Teich voll Branntwein füllen, und wenn sich die Leute, welche dazu eingeladen wurden, reichlich betrunken hatten, und sich nachher ertränkten, dann freute sich Mei-Hi herzlich. Zzr Kaiser Tschcu. welcher nicht lange nach Kie regierte, war ein sehr starke? Mensch und fähig, mit eigenen Händen ein ?eißendesThic? zu ergreifen und festzuhalten. Wie früher Kie. war auch er mit einem bösen Weibe vermählt. Sie erfand eine hohle, eherne Säule, die, nachdem sie geheizt worden war und mit Fett überstrichen, von den Angeschuldigten umarmt werden mußte, um sie so lebend'g zu braten. Die Kaiserin Tanki sah einst eine Menge Leute auf dem Eise an einem sehr kalten Wintertage gehen, und Tscheu befahl darauf, daß ihnen die Füße abgeschnitten werden möchten, um das Mark ihrer Gebeine zu untersuchen. Die Bauern, welche sich beklagten, daß der Kaiser ihre Felder mit seinen Jagden zerstöre, verurtheilte er zum Tode. So konnte es nicht sehlen, daß ein braver Minister ihm die ernstesten Vorstellungen über seine Laster machte. Tscheu wendete sich darauf zu ihm. und bemerkte kaltblütig, daß er noch nie das Herz eines getreucnDienerO gesehen habe, und li.ß cs ihm ausreißen. Der Genosse des Ministers, der sich hjerüber sehr grämte, büßte diese Verwegenheit mit sofortigem Tode. Da nun die Großen des Reiches cinsahen. daß es die Kaiserin Tanki war. welche den Kaiser zu so viel Schandthaten verleitete, so gab man ihm ein treffliches, tugendhaftes Mädchen zur Frau, und da der Kaiser sich sogleich in sie verliebte, so hoffte man an das ' Ende derGreue! gekommen ZU sein. AI.
ALBERT (Nachflger von , Fabrikant
Keine ßyocoladen eine Spezialität. Händler in geschälten und ungeschälten Nüssen. Bäcker, Groceristen, Sonntagsschulen, Vereine und Loge werden gebet
mir ihre Kundschaft 102 Süd Pennsylvania Straße, leinTanki weinte bitterlich über ihreZurücksetzung und erreichte, daß Tscheu ihr seine zweite Frau überlieferte. Kaum hatte sie sie in ihrer Macht, als sie das arme Wesen in Stücke hauen und sieden ließ. Einer vom Hofe, der sich über solche Scheußlichkeit entsetzte ünd seine Meinung zu laut äußerte, wurde sogleich gctöd?et und sein Leichnam eingesalzen. Schrecklich war aber auch das Ende dieses Tyrannen. Im Lande brach eine Empörung aus, und geführt von Wu-wang. zogen die Rebellen gegen den Palast. Tscheu sah sich von allen verlassen, keiner der Zechgcnossen wollte ihm in seinen letzten Nöthcn zur Seite stehen. Da setzte er den reichen Palast in Feuer, um sich mit seinen Schätzen zu verbrennen. Als die Hitze zu groß wurde, zog er sich ins Schlafzimmer zurück, wo er später vom Rauche erstickt hervorgezogen und vom Volke mit Füßen getreten wurde. 21 u! Der Rentier Trunk hat von seiner Frau zum Geburtstage eine feine silberne Bieruhr geschenkt bekommen. Als er am Abend auf dem Wege zur Stammkneipe ist. begegnet er einem anderen Stammgast, welcher ihm gratulirt. Trunk zeigt auf Befragen des andern seine Bieruhr und auf die Frage, ob ihm auch das Geschenk Spaß mache, antwortete er: Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. (Entweder will mich meine Frau controlliren. ode? ich soll den Wirth mehr controlliren. oder am Ende gar mich selbst. Am anderen Tag hatte er die Bieruhr verschenkt. t?ine Versauerte. Bissig gegen ihr Geschlecht; Stolz, gehässig gegen Männer. Alle denken von ihr schlecht. Meint sie. . . hm! das kennt der Kenner. Was ihr fehlt, der fauren Maid? Hochzeit, Hochzeit! Höchste Zeit! 9t tut Phoiograpliisclie Gallone, 150 Süd Illinois Straße. Der Unterzeichnete ladet die Deutsche, der Stadt und Umgegend zu einem Besuch, seiner Gallerie ein. Gute Bilder garantirt, Preise Carl Piper. Teutscher Photograph Alles recht blitzblank in Küche und Haus zu haben, erfüll! jede gute Hausfrau mit gerechtem Stolz. Das beste Mittel, alle Bke. tallwaaren in kürzester Zeit und für die längste Dauer bliiblank und glän zend wie einen Spiegel zu machen, ist die ll. 8. METAL POÜSH PASTE, die von ! er altbetannten und bemährtc F.rina GEORGE W, HOFFMAN, 549 Ost Washington St., Indianapolis. Ind.. hergestellt wird. Für Gaslwirthe ist das abe:värte PuK. mittet von derselben irma ker-,esteUt. zum der ParSxtures ct.'. eurch uuemtH-fcrlich und wer es emiuul braucht hu. wiri eV stets w eder tiolcu. Jwt tttcpet't Kried", das Uncnlbehrllche. ist überall in At.'0t''rv z.l tzabcn. DR. j. PHtK, prakti scher Arzt, Zimmer 3 nnd 9, Commercial Block. CCe ketkh Äve. und Washingtonslrahe Zel,pl,on-altt's neues :tt57 und Eprechftundcn.- 9 11 Borm.; 2 4Wad)m.; 7 SZioti Dr. I. B. Kirkpatrick pft,cub;!t Frauenkrankheit,, nnd Krankhei ten deS Aeetumö. Hkm?l,oidkn ohne MeNer und Santkisi trnia gcticilt. Offlee: Harne Baildlng, 31 Ost Oh: 0 Str. WALTER FRANZ, (Hahn-Arzt, No. 9014 Ost Market.Straße, Eoffin lock. Zimmer 48. O1ftstuuden : 9 12 5öin.; 1 5Srn.; 7 I benbl tag von 10 Uhr Vm. In 2 Uhr N.
KRULL, ttrull & Schmidt.) aller Zotten
zukommen zu lassen. gegrnüßer der Za8-Mce, ZlZajesty los Aergert dich dein Auge, so reihe tl nicht aiii und wns t mcht vor. Tir, wende Tlch an II0.IÄND0 MPemkSä wo man Ilr für Tnn vge bal ndtdigk lal n fertigt. Künstliche Augen werden jchmerjto nagtfeft Brillen werde nach, den besten Methoden der Auge, an Pakt. Joshua E. Florea. George Seidenftükdolph Seidensticker. Florea & Seidensticker, Advokaten und Notare, M in himtt eu. Telephon 1772. Cär Gelder auf hypothekarische Sich heit zu verleih:, Tbeodore F. SrnitbeTT' geschickter und zuverlässiger Vachdecke Pech- und Kies-Täcticfcl, Asphalt, nnd Silsgnit Engros-HSndln in allenTach:naterialien. Telephon Sl. 301 West Maryla eüdwkstllch (rät von MiWftvpl. un Dr. J. A. Sut t si.iat' hause.) Wund-Arzi-Geschlechts-, Urin- nnl Krankheiten itt Marf t Office: 155 Oft Market St csftcetundkn: i vii H) Uhr Stern eo 'Jitio U. U. fcverts, Deutscher Zahnarzt, ts 1 u r I O K ' HAIIH UAIinPlIlURII . Q W . V. . . m m m w mm m w - fU n a tmv ah niiinfrii nnirttiflnnt. "Oifr W UV IVUV Ult vvMHIWJ v rat. un. M. t, MUKiiur;: Geschlechts- und Harnkrankheiten. ' 20 West Ohio Str. mt vermiethen : Zimmer im - Majestic Gebäude zu rcvuzirtcn Preise. Ta feinste Offin-SebSude in der Ltadr. Vollständig feuerficher Schnelle Fahrsrütz und alle modernen Bechuemlichkeiteu. Nochzufriaen bei GREG0RY & AFPEL, Agenten, für die JndianapöHjs Ga Eo. Gr. L. A. GREINER empfiehlt sich si du PttOgunz lttikkk 2l)irre. f?f Kranke V'crde werde en rgege q,nmmm uu.i ticr.ncn verirre nonwming au in ihrer et fctttuuua. 18 biS 24 Nd Ost. Strafe. Telephon dOS. Wohnung 1? 0R. LOUIS BURCKH ARDT, AVillongiily Block, No. 224 Nord Meridian Stra Sprechstunden: 910 Uhr Sonn. 2 4 Uhr Nachm. Eonniag: Uhr Vor. Cfflc--2rI(tK 1893. nen und oJL Wohnung: 615 Sapitvi tzem. orth. , lepho S3SS. Otto Deppermann, Teutscher Zahnarzt, Iajestic Gebaeude. Zimmer Ns. 207. Dr. 0. 6. Pfaff tut fein Cfstet nach dem Willonahvy-Gebauve, No. T2X Nord Meridia Etr., erste vertefit. Cffkf-etur.t;n: fort i M 4 Uhr Nachmittag ItlepScn: Cifv.t Z9t ohn. 5 ie a&abnuna behubt üb nie dier i;t37 Nord Iciniylvanla Adolph Fre (Old Freedon A Rigbt Notary Public, Traaslai Corresponöent etc. No. 970 West Walnut 1akr Blake Su C-
v r"wrv-XttL
W W i
i
