Indiana Tribüne, Volume 24, Indianapolis, Marion County, 6 January 1901 — Page 6
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aaflWÄff ' wacuMgH r gndiana Tribüne, Sonntag, . Januar 1901.
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rte Tragödie einer Kaiserin.
Die astronomiscke Missensast r khrt uns. daß es Sterne gibt, die vor ungezählten Jahren erloschen smd. und en Licht wir noch mit unseren Augen sehen, daran dachte ich. als ich vor zwei Jahren in Cannes wiederholentlich einer schwarzgekleideten Tame U weitzem Haar begegnete, die an der tte einer etwas jüngeren Begleiterin und zu, müde und unsicher über die lenaden der sonniaen Stadt t, von den Blicken der VorübergeM. oft mit einem mitleidiaen lies, mit einem leisen Kopfschüt- - verfolgt, und die Engländer ten mit Vorliebe ihre Amateurrate auf die etwas gebeugte Gedieser Frau, um eine Momentaufnähme der Kaiserin Eugenie in ihre Heimath mitzubringen. Seit drei Jahrzehnten ist dieser Ctern am europäischen Himmel" erloschen. Sie ist eine mehr als Halbver geffene, und nur selten verirrt sich eine Zeile über ihr Dasein, ihr Geschick in ine Zeitung und dann sagt wohl man her so vor sich hin: Ach die lebt ja och! Ja. Sie lebt. Turcb -seelische und körperliche Leiden niedergebeugt, schleppt sie ihr Tasein dabin. Wenn das Leben heißen kann! Ruhelos zieht sie umher, um Linderung für tit mannigfachen Leiden zu finden, die sie quälen, um der Verzweiflung zu -entrinnen, die sie begleitet, seit sie alles verloren hat: Schönheit, Gesundheit nd Jugend, den Thron, den Gatt.'n, "den Sohn alles, alles! JhrCharakterbild schwankt von der Parteien Haß und Gunst entstellt in Der Geschichte", das Unglück ließ ihre Schale sinken und der Ruf der gefallsüchtigen, eitlen Modenerfinderin, der Vorwurf, die Urheberin des deutschfranzösischen Krieges" gewesen zu sein, zieht ihr ohne weiteres die Verurtheilung der Menge zu. Die Mutter der Exkaiserin war die Tochter eines Kaufmanns und Weinschänkers Namens Kirkpatrik in Malaga. Ehrgeiz und Schönheit ließen sie die Gemahlin des Grafen von Montijo werden. Marie Eugenie. die zukünfliqt Kaiserin, war schon zur Welt gekommen (5. Mai 1826), als die Mutier, von ehrgeizigen Plänen erfaßt, den Frieden ihres Hauses, ihrer Ehe untergrabend, sich in galante Abenteuer stürzte, einflußreiche Männer zu fessein wußte und sich an den spanischen jpof drängte. Sie erreichte die Beruung zur ersten Hofdame, und diese. hrgei übertrug sie auf die heranblunde Eugenie. Eme glanzende Pardas war ihr nächstes Ziel. Den zog vor: Bermida und Alba hatte ur Eugime ausersehen. Sie dräng n zum Entschluß, und da entschied vider Erwarten der Freier für ibre t werter ranzisra. eugenie, In Hi.7',l)g liebte, nahm Gift und ! ; sagt, daß die nervösen Anfälle, an n sie seit damals leidet, eine Nachung von diesem mißglücktenSelbstdversum seien. Das Leben des uffallend schönen, blonden Mädchens war jahrklang zwischen Kloster und abenteuernden Reiscn getheilt, ein späes Stadium bildete der Aufenthalt Hofe Jsabellas. n -vamen war es auch, am Ende dreißiger Jahre, da Napoleon die Gräfin zum ersten Male mit tzücken sah, kurz darauf warb er um . und Eugenie gab ihm in einem muerhaft stilisirten Brief einen Refus, in Schicksal, das der kühne Mann, auch als er schon als Kaiser ausgerusen war. nocb mehrfach erfuhr. 9capoleon war Herrfcher geworden, und nun sah Eugenie die Zeit gekommen, um ihre kühnen Pläne zu verfolgen und eine abermalige Annäherung herbeizuführen. Ganz Europa begann ihr zu huldigen, als nach dem Krimkrieg Jlapoleons Ansehen stieg; die europäischen Fürsten söhnten sichlmit ihren Vorurtheilen aus und besuchten den französlschen Hof, und al1856 der kaiserliehe Prinz zur Well kam, herrschte in Frankreich ein einulmmiger Jubcl. Tie Stellung der Kaii?rin war eine andere, weit bedeutungsvollere geworden. Aber ie Ehe war in die Brüche gegangen. poleon vtrog feine Gattin offenndig mit der Gräfin Beauregard und n lnuNkelte bereits von einer bevorn?e Trennung. Man kennt im Großen und Ganzen nicht viel mehr als die Fehler der FranzosenkaiserlN. Man weiß, daß sie eitel und ehrgeizig war, glanzliebend nd unermüdlich in der Erfindung von theilweise recht thörichten Mofcen. Sie drängte der ganzen :ivilisirten Frauenwelt falsches oder auch gefarbtes Haar, lange Schleppen, ürkifche Shawls und bunte Jupons auf; Herrenkragen, die unsichtbaren Haarnetze. Garibaldiblusen und die unselige (5rinoline. Man kennt ihre Macht im Reiche der Mode, und einstmals rühmte man sie! Nicht so povulär ist ihr höherstehender Ruhm als sorgsame Mutter, der ifam Mildthätigkeit, ihrer Barmherzigkeit, ihres unerschrockenen Muthes lind ihrer Religiosität. Es ist wunderbar, wie so vieles in der Geschichte dieser ungewöhnlichen Frau, daß ihr ganzes Leben von düsteVorgefühlen begleitet war. Während der glänzendsten ZZeste in der Zeit. B Rapoleons Macht ihren Höhepunkt reicht hatt?, überfiel ne zuweilen eine GLälende Empfindung, un aus den hellerleucbtetcn Sälen stürzte ne nicht selten in ihre Hauskapelle. um ihren Schönf-r um Hilfe anzurufen. Als die elt zu ihren Füßen lag. marterten sie Ahnungen des Zusammcnbruches, nd schon auf dem Wege aus der Kir che, wo sie mit dem Kaiser der Franzovermählt wurde, schien es ihr, als icke sie unter der Menge das verte Antlitz der unglücklichen Maria tometie. Und wirklich erschien der Tag, an Ne den Schauvlad der prunkoolleu
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Feste, die Tuilerieen, als ein Fluchtltng unter Lebensgefahr verlassen mußte. Das Kaiserthum war gestürzt! Der Zahnarzt Dr. Evans schaffte die fliehende Kaiserin, die er für eine Geisteskranke ausgab, aus Paris fort. Dann ging es an Bord der Dacht Gazelle". Des Nachts erhob sich ein Sturm, der Untergang des Schiffes stand bevor, wie durch ein Wunder entging das kleine Fahrzeug diesem Schicksal, und endlich stieg die Exkaiserin auf englischem Boden ans Land. Nun brach die Aera des Kummers, der größten Seelenleiden an! Spinncnseide.
Die Idee, den Spinnenfaden zu ternlen Zwecken zu verwenden, ents'nd in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts und zwar war es der Präsident der Rentkammer zu Montpellier. Bon. welcher aus den seidenen Faserklümpchen. die von den weiblichen spinnen zum Schutz der Eier hergestellt werden, nach sorgfältiger Reinigung und Behandlung mit einer Miscbung von Seife. Salpeter und etwas GummiFasern gewann, die er mit sehr feinen Kordon bearbeitete und dann spann. Aus diesem Spinnweb verfertigte erHandschuhe sowie Strümpfe. Eine praktische Verwerthung der Bon'schen Versuche fand jedoch nicht statt, weil es an dem nöthigen Rohmaterial fehlte. Weitere Versuche auf demselden Gebiete machten im Laufe des 18. Jahrhunderts Termerjer, Rolt sowie Combou,', alle freilich mit demselben Resultate. Vor ca. 50 Jahren stellte Mallat mit einer großen Spinne der Insel Java Haspelversuche mit gutem Erfolge an und fast zur selben Zeit Basseul in Senegal. -v ? Y&mi sr Spinnengarten. Obwohl der Spinnenfaden äußerst fein ist. eignet er sich zum Verweben doch recht gut und liefert schöne Gewebe. Allgemeine Bewunderung rie fen seiner Zeit die von den Einwohnern der Insel Mauritius der Kaiserin Eugenie überreichten Handschuhe hervor. Die Möglichkeit, die Spinnenfaser außereuropäischer Spinnen in der Textilindustrie zu verwerthen, zeitigte auch die Versuche, überseeische Spinnen in Europa zu acclimatisiren. jedoch bisher ohne jeglichen Erfolg. Vor nicht langer Zeit theilte allerdings Dumdrest mit. daß er von der Hermelinfpinne ein äußerst feines und derbes Gespinst erhalten habe. In der chinesischen Provinz Aunan lebt eine röthliche Spinne, deren gelbgefärbte Faser nicht nur fest, sondern auch gröber als die des Seidenspinners ist. Es werden daraus derbe und billige Gewebe von schwarzer Farbe angefertigtMelche tiinhai-tiiaiissr" (Atlas der Morgenlandsee) genannt werden. Auch die Nephilengyi inalabarcnsis, eine Spinnenart. die im Einsammeln der Spinnen. nordwestlichen Indien, in China, auf Java. Borneo. den Molukken. am Kongo, an der ostasrikanischm Küste und in Australien beheimathet ist. Ire -seit ine der Maulbeerseide ähnliche Faser, welche sehr elastisch und fester als die echte Seidenfaser ist. ihr ax Glanz und beim Färben gleichkommt und zudem weit billiger als jene ist. Mit Xophila pluiuipos wurden vo: Wilder in Süd Carolina gute Erfolgi,' erzielt. Auch die Familie Epeira, die in Teutschland durch die Kreuz spinne vertreten wird, liefert feste. elastische und glänzende Gespinste, die bei einer südamerikanisclzen Art Der schiedenfarbig sind. Unter den Guillotinen. Vorzügliche Resultate Hat man auf Madagaskar mit der von den dortigen Eingeborenen Halab'" benannten Spinnenart Nephila madagaacrn r'iiis erzielt und zwar nach dem Vorgehen des katholischen Missionars Combouö. Bei seinem Ex?imentiren kam er auf die Idee, die Spinnerin in eine Streichholzschachtel zu sperren, den
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Faden an "der Spinndrüse aufzufangen und rückwärtsgehend in die Länge zu ziehen. Der Versuch glückte und
auf den amoou fmenMernich grun-v-i v:. t-..i:. . rj . ixi uic yeuiige p:irMriieioen-n-dustrie Madagaskars. Im alten Schloß der Königin zu Tananarivo ist die Spinnschule eingerichtet. Sie ist ein Werk des Generals Galliern und berechtigt bei dem regen Jntresse, welches Lehrer und Schüler der Sache entgegenbringen, zu den schönsten Hoffnungen. Die zu benutzenden Spinnen werden erst dann eingefangen, wenn man ihrer bedarf. Das Sammeln bereitet keine Schwierigkeiten, denn an den großen Mangobäumen in den königlichen Gärten kommen sie in Menge vor. In leichten Körben werden sie von Frauen nach der Spinnerei gebracht und sofort getrennt, denn es sind äußerst blutgierige Geschöpfe, die sich untereinander auffressen, so daß man gegebenenfalls nach längerer Zeit nur noch eine lebendepinne im Korbe finden dürfte. Dann werden die Thiere in Einzelzellen gesetzt, deren sich gewöhnlich zwölfin einem Holzrahmen befinden, deen Hinterseite offen ist. In diesen Zellen werden die Gefangenen gewissermaßen in den Bock gespannt oder auch unter eine Guilloline miniature gebracht. Zwischen Kopfbrust und Hinterleib wird nämlich ein halbmondförmiges Holztäfelchen gestellt, das der Spinne jede Bewegung unmöglich macht. Die Füße' kommen unter die Kopsbrust zu liegen und der Hinterleib tritt von der Seite hervor, wo das Abspulen und Zusammendrehen der einzelnen Fäden vor sich geht, also an der unbedeckten Seite des Holzrahmens. Eine junge Madaqaskarin bat dann mit zwölf, auch mit vierundzwanzig gefangenen Spinnen zu arbeiten. Mit geschickter Hand vereinigt sie mittels Häkelnadel die zwölf, bezw. vierundzwanzig abge. gebenen Fäden zu einem Bündels das dann auf eine Spule zum Abwickeln gebracht wird. Neuerdings hat man die Handarbeit durch Maschinen ersetzt und damit geradezu großartige Resultate erzielt. Die Spinnen ertragen diese Prozedur scheinbar gnz gut; nur ist darauf zu achten, daß sie nicht beschädigt werden. In einem Monat geben sie dann Haspelapparat. vier- bis fünfmal hintereinander Seide, d. h. ungefähr 4000 Yards saden. Haben die Thiere ihrem Zwecke gedient, dann setzt man sie zur Erholung in einen eigens dazu geschaffenen Park aus Bambusrohr, dessen Einzelpflanzen durch gitterartig angeordnete Bindfäden verbunden sind. Nach einigen Tagen Ruhe werden die Spinnen zum Zweck einer weiteren Ernte wieder eingefangen, vorausgesetzt, daß sie nicht von ihresgleichen aufgefressen wurden. Die Seide der Halab' ist von einer wunderbaren Farbe; ein Faden von Gold könnte nicht glänzender oder von reinerem Gelb stin. Dabei zeichnet sich die Faser durch eine Feinheit. Elasticität und Haltbarkeit aus. die weit über der der gewöhnlichen Seide steht und einen Stoff von hervorragender Weichheit und Haltbarkeit garantirt. Bei der Mordgier dieser Spinnenart und ihrer lokalen Verbreitung kann eine so unbegrenzte Zucht wie die der Seidenraupe unmöglich erhofft werden und es scheint unvermeidlich, sich auf die Ausbeutung und das Abhaspeln der in den bevorzugtenGegenden lebenden Spinnen beschränken zu müssen, dabei so viel als möglich vermeidend, ihre Iah! zu verringern. Wenn also mitH a s p e l n d e F r a u e N. die Nutzbarmachung dieser Thiere auch nicht als wirkliche Industrie anzusehen ist, so läßt sich doch nach den bereits gemachten Erfahrungen ein gewisser Nutzen insofern von ihnen ziehen, als ein außergewöhnlich seltener und kostbarer Stoff zu hohem Preise von ihnen gewonnen wird. Künftig dürfte also die Halab' die Lieferantin der amerikanischen Millionärinnen werden! Die tropischen Zonen Afrikas, Amerikas und Australiens besitzen gleichfalls eine ziemlich bedeutende Anzahl sehr großer Spinnen, die umfangreiche Gespinste erzeugen, so erfreute sich der Naturforscher d'Orbigny des Besitze von einem Paar derber, dauerhafter Hosen, zu irelchen südamerikanische Spinnen dasMaterial geliefert hatten. Das Spinnweb dient aber noch einem anderen Zweck, dessen wir hier auch gedenken wollen. Ein Pariser Fabrikant fertigte schon vor ungefähr 75 Jahren aus Spinnenseide hamostatische Pflaster an und neuerdings ist die Anwendung der Spinnenseioe zur Herstellung der Haemostatira von Hilbers in Westmoreland wieder aufenommen worden. V i e l e s i n d nur deshalb nie irre gegangen, weil sie nie an einen Kreuzweg gekommen sind.
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Von feinem temporären Quartier in der Bärge - Office ist das New Vorker Einwanderung- - Bureau nunmehr wieder nach Ellis Island übergesiedelt, von wo es durch die riesige Feuersbrunst vertrieben wurde, welche die sämmtlichen Gebäude der dortigen Einwanderungsstation vom Erdboden vertilgte. An Stelle der hölzernen Schuppen und Hallen sind auf dem reizend gelegenen Jnselchen massive Bauten aufgeführt worden, welche auch mit Bezug auf db innere Einrichtung allen Anforderungen des weitverztveigten und mannigfaltigen Dienstes entsprechen loerden. Das Hauptgebäude der Station liegt in der Mitte der Insel, ist 385 Fuß lang. 165 Fuß breit und im Centrum 62 Fuß hoch. Vier 100 Fuß hohe Thürme zieren die vier Ecken, von welchen man eine prachtvolle Aussicht auf den Hafen und die Stadt sammt ihrer malerischen Umgebung genießt. Der Baustyl ist ein Gemisch, französische Renaissance ist jedoch vorherrschend. Backsteine mit leichten Steingesimsen bilden das Baumaterial. Die Haupteingänge bilden mafiive Portale auf der Ost- und der Westfeite, welche bis in das zweite Stockwerk hinaufreichen, und über welchen die Landeöwappen und der amerikanische Adler, in Guß ausgeführt, angebracht sind. M v t - - h A A ,TrxS Ellis Island. Die innere Einrichtung jedoch ist es, welche die Station zu einer vollkommenen für den Empfang und die WeiterBeförderung der Hunderttausende von Einwanderern macht. Die Räumlichteilen für die Beförderung, die ärztliche Untersuchung, die Aufnahme der Personalien. das Verhör durch die Jnspectoren, die Geldwechsler etc. sind alle separat, folgen aber einander in der Reihe, wie es der Dienst mit sich bringt. Von dem Bureau des Commissärs führen Thüren nach den verschiedenen Departements, so daß er jeder Zeit den ganzen Apparat unter Augen hat. Wenn der Einwanderer von den Varges landet, gelangt er durch einen imposanten Privateingang, der ihn vor dem Wetter sowohl als auch vor Unberufcnen schützt, nach dem zweiten Stockwerk, dessen gesammter Mittelräum für die verschiedenen Untersuchungen reservirt ist. Hier wird in erster Instanz entschieden, ob der Fremdling die hiesigen Gestade betreten darf oder nicht. Dieser Raum ist durch Trahtgitter wie ein Spinnennetz eingetheilt, denn für jede Nationalität oder sonstige Zusammengehörigkeit ist ein besonderer Raum bestimmt. Zwei Schiffsladungen können hier mitLeichtigkeit die Jnspection Passiren und im Nothfalle doppelt so viel, wenn sich die Jnspectoren und anderen Angestellten besonders bemühen, das heißt, von 5000 bis 8000 Personen. In der Höhe des dritten Stockwerks umfaßt diesen Raum eine Gallerie, von welcher aus Besucher die Arbeit der Jnspectoren be sichtigen können. Von der Gallerie aus führen auch die Thüren nach den zwei großen Schlafsälen, in welchen 600 Leute bequem untergebracht werden können. arv- """Liifck.- & TT4in,?'j'w' nft 'tfflss i iCV ;! iTt a $m W, Ha u p t g t i I u d t, Außer dem Hauptgebäude verdient das neue Hospital besonderer Erwähnung. Es liegt direct Governors Jsland gegenüber und ist trotz seiner einfachen Construction vollkommen, soweit die innere Einrichtung und die sanitären Bedürfnisse in Betracht kommen. Sämmtliche Gebäude auf der Insel sind feuerfest. Die Böden sind von Cement und Schiefer, die Zwi, schenwände von Eisen und Draht, dii Betten desgleichen. Nur die BureauEinrichtungen, Pulte, Stühle u. dgl.. sind von Holz. Die Herstellung der neuen Einwanderungsstation kommt etwa auf anderthalb Millionen Dollars zu stehen. Während die neuen Anordnungen und Vorkehrungen es den Freunden und Angchöriqen von Einwanderern ermöglichen, dieselben zu sehen und zu sprechen, und auch Besuchern eine Ge legenheit zur Besichtigung und Jnspi clrung des Departements gegeben wird, sind die Bummler. Strolche und Zutreiber von der neuen Station ausgeschlössen. Im Dusel. jrtorn rr' lifiis &lffi4H bl.!..'. . r. Polizist: Wollen Sie gleich aufste-! sten? Student: Jawohl, Frau Müllers aber bringen Sie mir erst den Kaf' fce.
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Tcr Präsident der Schweiz. An Stelle des abtretenden Herrn Walther Hauser hat die vereinigte Schweizer Bundesversammlung den bisherigen Vice - Präsidenten Dr. Ernst Brenner zum Bundes - Präsidenten für das Jahr 1901 erwählt. Der neuerwählte Präsident steht zur Zeit dem Justiz- und Polizeidepartement vor. Als Vice - Präsident des Bundesrathes für 1901 wurde Herr Zemp, der Chef des Post- und Eisenbahndepartements. gewählt. Dr. Ernst Brenner wurde am 9. December 1856 zu Basel geboren und studirte in sein.'r Vaterstadt, sowie in München und Leipzig Jurisprudenz. Von 1879 bis Dr. Brenner. 1884 lag er in Basel der Anwaltspraris ob. Im Jahre 1881 wurde Brenner in den Großen Rath von Baselstadt und 1884 in den Regierungsrath gewählt, welch' letzterem er 1887 und 1894 präsidirte. Im Jahre 1887 trat er als Vertreter Basels in den Nationalrath ein. Er war Präsident dieser Behörde 1894 95. Ueberdies fungirte er seit 1891 als Ersatzmann im Bundesgericht. Am 25. März 1897 wählte ihn die Bundesversammlung an Stelle des zum Direktor des internationalen Telegraphenbureaus ernannten Oberst Emil Frey in den Bundesrath, wo er die Leitung des Departements für Justiz und Polizei übernahm. Dr. Brenner gehörte stets der äußersten Linken an. Justiz in Shanghai. Auf Anregung des britiscken Consuls Sir Harry Parkes wurde im Jahre 1864 in Shanghai von der chinesischen Regierung ein gemischter Gerichtshof errichtet.. Er hat Civilstreitigkeiten zwischen Europäern und Chinesen zu schlichten und von Chinesen in der europäischen Ansiedelung begangene Verbrechen zu bestrafen. Der chinesische Richter ist gewöhnlich ein Untergebener des Bezirksrichters der Eingeborenenstadt Shanghai, die Beisitzer jedoch sind den europäischen Consulaten entnommen. Die Beisitzer hab'N nicht nur die Interessen der europäischen Proceßpartei wahrzunehmen, fondern auch darauf zu achten, daß jede Verfehlung von Chinesen gegen die Satzungen der europäischen Niederlassungen ihre Ahndung findet. Die Sitzungen finden an allen Wochentagen in den Vormittagsstunden statt. Das Gerichtsgebäude. Der Eingang zu dem gemischten Gerichtshof befindet sich am Nanking Road. Der durch Aufschriften in chinesischen Charakteren gekennzeichnete Thorweg, von dessen oberstem Pfosten Gongs herabhängen, führt in einen Hof, den dos Amtshaus des chinesischen Richters begrenzt. Auf dem Vorhang zum Eingang der Mandannenresidenz soll ein die Habsucht verkörperndes Ungeheuer den Richter daran erinnern, daß er sich jeder Bestechung unzugänglich zu erweisen und seine Hände rein von erpreßtem Geld? zu halten hat. Mehrere Sänften, der große rothe Ehrenschirm sowie mehrere mit goldenen Schriftfiguren bemalte Tafeln, die dem Mandarin auf der Straße rorangetragen zu werden pflegen, denten auf das angesehene Amt des Richters hin. Ein schmaler Gang führt auf einen zweiten Hof, der an seiner Rückseite von der Halle der Gerechligkeit begrenzt wird, in der die Gerichtsverhandlungen stattfinden. K u n st v e r st ä b i g. Wie komisch. Frau Kitsch, daß Zh, Mann zu seinen Bildern nie Modell nimmt! Ich sage Ihnen, die beiden Maler bei mir im Hause haben vom Morgen bis zum Ab-nd Modell!" Ja wissen Sie, das sind eben noch junge Anfänger mein Mann hat schon lange ausgelernt!'
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Ursache und Wirkung.
Höre Gottfried. Du verschweigst mir Etwas, Du schleicbst so eigenthümlich herum, als ob Dir 'das Gehen Qual verursache?" Es ist so merkwürdig, ich kann beim besten Willen in den neuen Schuhen, die ich mir gestern kaufte, nicht ausschreiten, hab' mir schon fast den Kopf zerbrochen darüber." Aber Gottfried. die Schuhe sind ja noch zusammengebunden." Ein Reisender raune il saut I Ein Weinreisender, den soeben ein Kunde hinausexpediren ließ, tritt nach einigen Minuten wieder bei demselben ein. Dieser, verblüfft, fragt ihn, was er denn wollte, er habe ihn doch eben an die Luft setzen lassen, worauf der Reisende in höflichem Tone erwidert: Jawohl, mein Herr, das war wegen des Weißen ich habe aber auch Rotben!" O diese Kinder. Warum schaust Tu mich denn immer so an. Peperl?" Sag', Tante gehörst Du auch zum schönen Geschlecht"?" O weh! Sie: Männel, zu unsere SilberHochzeit gennten mer eegentlich eene von unsre Gänse schlachten. Er: Aeha, was gann denn son armes Luder derfür, daß mer uns vor fünfundzwanzig Jahren geheirath' Hain! D i e Concession. Ihr habt die behördliche Concession zur Gründung eines Luftcurorts erhalten?" Ja vor 8 Tagen wurde unser Klima amtlich genehmigt!" Geheimnisse der Brauk u n st. Wissen S', Bräumeister, a guats Bier mach'n, da is nir dabei; aber a. centadl'sLier. seb'n S' dös is a Kunst.
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Feine etnewano. Als Kaiser Heinrich VI. mit seiner Gemahlin in Padua weilte, kam ein junges Mädchen mit einem Strange eigenen Gespinnstes in die Stadt, um es daselbst zu verkaufen. Wer das Gespinst sah, verwunderte sich über die Feinheit und Ebenmäßigkeit des Fadens. aber Niemand wollte einen entsprechenden Preis dafür zahlen. Da entschloß sich Bertha, so hieß die Spinnerin, das Garn der deutschen Kaiserin zu schenken. Die Kaiserin verstand sich ebenfalls auf das Spinnen; sie lobte die treffiche Arbeit, nahm daGeschenk an und brachte es dem Kaiser, welcher die geschickte Spinnerin zu sehen wünschte. Bertha gefiel den Majestäten so wohl, daß der Kaiser befahl, ste solle als Gegengeschenk ein so großes Stück Land erhalten, als sie mit dem gesponnenen Faden, der an ihre Hütte angeknüpft werden sollte, zu umspannen vermöchte. Das gab nun ein ganz respektables Gütchen und Bertha wurde mit einem Schlage ein vermögendes Mädchen. Die Kunde hiervon verbreitete sich rasch im ganzen Lande, und es kamen nun von allen Seiten Mädchen, um der Kaiserin ihre Gespinnste anzubieten. Die Kaiserin erwiderte jedoch: Die Zeit ist jetzt vorbei, da Bertha spann", eine Redensart, die sich noch heute erhalten hat.
Besorgni ß. Negerhäuptling (der einen Dicht?', verschluckt hat und nacb einer halben Stunde fortwährend ein stechendes Schmerzgefühl an einer Magenstelle verspürt): Um Himmelswillen. ich werd' doch keinen Gedankensplitter" verschluckt haben!" Ein Bureauwitz. Ehef (zum Eommis): Sie waren ?rank gestern, Kohn? Was hat Ihnen gefehlt r Commis: Ich hab' gehabt forcht bare Schmerzen im Gehirn!" Ehef: Renommiren Se nicht!" Kleines Mißverständniß. III Wie mögt Ihr aber den Schreine stall so nah bei Eu'rer Wohnung haden?! Das kann doch unmöglich gesund sein!" , bei mir war noch nie a' Sau krank!" Der kleine Idealist. Der Isidor wird nick: werden e' guter Geschäftsmann er hat mer zu viel' Ideale!" Wieso?" Nu, er hält sich ' Kanarienvo'l un' 'n Laubfrosch!" Jeder nach feiner Art. Ede: Wat haste denn da bei den Trödler Nathan jemacit?" Liid.': Ach, ick habe mir blos Maß nehm:n lassen zu'n Paar alte Hosen." Ein edler Gatte. An:: .Mit Ihrer Frau steh: es se( -schlech:. Herr Meier; ich sage Ihnen das im iertrauen, damitSie sich darnach richten können!" Ach Gott. Herr T oc tor. ich denke ja noch gar niÄt an's
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