Indiana Tribüne, Volume 24, Number 105, Indianapolis, Marion County, 2 January 1901 — Page 1

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i Ausland Depeschen

?ic Boercn Briiip i iitt-Mikü listn rilrr M. Die Behörden iu Kapstadt alarinirt. Die Elttdrittylinze erhalten von allen Zeiten Zuzug. öerschieöcncs auö Dem deutschen :Heich. Heftiger chucesall in Ättcldcutsch land. . n ä z Ktcngcr Ertrag an Peterspfenrngetu Der Herzog von ')jork zum Koutre-Ad-miral befördert. Lnangnration des erste Gouverneurs der australischen Föderallon.

Der Krieg in Südafrika. L o n d o n . 2. Jan. Eine im Kriegsirnt von General Kitchener eingetroffeV ne Depesche lautct wie folgt: Pretoria, l. Dez. Gen. Knor. o?7 1 1 Wet gefolgt ist. berichtet, einige Ps?rde. fünf Wägen mit Vorrätben . und QOOQ Patronen erbeutet z haben. j"r vzi gerariyCitCi' Booten von Xe ;f e:c .-.:rp:. o. w.ir. Kämpfen geAngen worden waren, gestattet, auf Farmen zurückzutehren. Iren. FrcnT, erbeutete vor Kurzem viel Vich uno eine Anzahl Wägen und machte y.v'öii befangene. Unter den .letzteren bejen.? sicn er T eschen -Reiter, der einen von Veyers an Smuts r richteten S9n:F bei sich tatt:. L o n d o n. 2. Januar. Mit Bezug Zuf die ernste Lage in der Kapkolonie meldet der Korresvondent der Daily Mail" in Kapstadt Fog.'ndes : i . Die Zahl der in die Kapkolonie angefallenen Boeren ist etwa 5. ( Die westliche Kolonne giebt am meisten Reranlassung zu iBesorgni. Sie hat sich in zwei Dioisionen aufgelöst, die iald hier, bald dort auftischen. Die ?ine Abtheilung scheint sich über Suiherland auf Malmesburg zu ;u vewegen, während die andere auf Beaufort losmarschirt. Ein ganze- Arn.eekorvs würde nöthig sein, um die Zoeren. die sehr aktiv sind, in Schach halten. Lord Roberts hat allerdings Iruppen nach dengefalzrdet.n' Gegenden mtsandt. aber sie tonnen nichts gegen die Boercn ausrichten. Man kam zu oer Ansicht, daß die einzig? Möglichkeit, vie Voeren aus den reichen Diüntten ges westlichen Theiles der ktolmüt zu halten, die ist. die Farmer gez.'n o:e Boeren unter die Waffm zu mfen. Tie Farmer sind aber vW. sebr von oer Idee begeistert . qeien Die Poeten zu kämpfen, und man darf böchstens auf dreißig Prozent dr Bevölkerung als loyal" rechnen. Von überaß her trefsen Briefe ein. in denen um Schätz gel gen die Boeren ersucht wird, aber derselbe kann nicht gewährt weroen. Weitere Verstärkungen sind absomt nothwendig. Colesbu.rg. Kap Kolonie, 1. Jan. Eine Boeren -Abtheilung von 2o0 Mann hat 14 Mann von Resbitt's Kavallerie 50 Meilen südöstlich von Colesburg gefangen genommen. Der ernd, der inzwiscven auf 300 ii Mann angewachsen ist. ist bei Weltevreden aufgetaucht uno treibt überall das Vieh fort. London, 2. Jan. Die Aussichtcn sind im Augenblick in Südafrika kaum weniger trüb? wi' Anfangs 1900," telegraphirt der Korrespondent ' r Times" c.us Kapstadt. ,,2'.i cinge-d-ungenen Boeren sind allerdings nicht

,o zahlreich, sie sind aber weiter nii. Süzen vorgedrungen und ihre Anwesent.'it in einem Centrum von solch feinlfeliger Stimmung wie Graaf Reine ist ein Element dr Gefahr, das im Jaguar vorigen Jahres nicht ensiirte." E i i n ? u e r Aufstand. L o n d , n. 2. Jan. Da? Kolon! zlAmt ist ron ?',N.'M Aufstand der Cir.gebvrenen am Gambia - Fluß in WestAfrika b.'nach'',chtigt woroen. Die Depesche fugt hinai. daß eine Straf-5x-pedition organisitt werden wird. Der Bankerott der London Globe Company. L o n d o n. 2. Jan. I?r -.varauis f Dufferin hat seine Resignation ?lö Präsident der London andGiove Finance Corporation zuractgezoo,en und seine Abreise nach Südafrika afge'choben. um einer 5ionferenz der Aktionäre beiwohnen und mit ihnen die Lage der Ikompaqnie besprechen zu können.

D e r Srurm in England.. C o n d o n, 2. Jan. Der Kapitän der Barke Jdun". die in darDiff angekommen ist. berichtet, dafo er während des furchtbaren Zturmes am Freitag nicht lvemger als drei Fabrzeuge im Bristol-Kanal lirrtergen. gesehen habe. Er ist der Ansicht, vatz wenigstens 25 Menschen dabei ums Leben gekommen smo.

Der Morder des BaronZ kommen, das ihn nach der Wohnung oonKetteler enthauptet. seines Vaters bringen konnte, und er Berlin s ian. Sine Depesche s'5 deshalb zu frttfc auf den Weg aus PeNng. vom 31. Dezemoer dann, ; machte, aber von dem fürchterlichen sagt, dcch Su Hai, der Mörder des Ba- i Sturm überr af t wurde und an Errons von Kettelet, am Montag Nach- schöpfung starb. Der Mann hatte mittag um 3. Uhr in Gegenwart vieler mehc als $200 in der Tasche, als er Zuschauer öffentlich an der Stelle ent- ; gefunden wurde. Collins war von hauptet wurde, an welcher der deutsche j Amerika gekommen, um seine greisen Gesandte ermordet worden war. i Eltern noch einmal zu sehen. Befördert. !Neuihrsempfang in MaLondon. 2. Jan. Der Herzog ! n i l a.

von Jork. bisher Kapitän in der sei tischen Flotte, ist zum Kontre - Admk I ' J ' wr o ; ral beföroert worden, über die Köpfe l?n (?e? - A.iiiitänsn binwec die vor von bb (se? ' Kapitänen hinweg. Sie vor :hm auf der Rangliste stehen. E i n I n t e r v i e w m i t L i H u n z C h a n g. Peking. 31. Dez. Ein Repräsentant der Astociirten Presse hatte heute ein Interview mit Li Hung Chang in der Wohnung des Letzteren, der noch immer durch Krankheit gezwungen ist, das Zimmer zu biiten. Der chinesische Staatsmann erklärte, daß der Kaiser oereit fei. alle Forderungen der Mächte zu beioilligeni er boffe aber, daß die Verbündeten ietzt aufhören würden, die im höchsten Grade irritirenden Expeditionen in'? Innere zu senden. Er hält diee Expeditionen, die sebr viel Schaden anrichten, für durchaus unnotlua und ist der Ansicht, daß die chinesischen Behörden mit nur verhältnisin'ä.'i wenigen Truooen jetzt im Stande sein würden, die Ruhe und Ordnung überall im chinesischen Reich aufrecht zu erbalten. während dieTrupden der Verbündeten P.'king, Tien Tsin und die Eisenbahn besetzt hielten. Deö weiteten sagte Li Hung Chang, daß der Kaiser Willens sei. alle die von den Mächten genannten Prinzen zu be strafen, indem sie bis an das entfern-

teste Ende des Reichs, an der norowest- protestirte der Papst sehr energisch geltchen Grenze verbannt mü.oen und die gen Waldzck-Roufseau's Absicht, die Rückkehr soll ihnen unter Androhung ! Jesuiten aus Frankreich auszuweisen, der Todesstrafe verboten sein. Der Frankreich würde dadurch das Konkor-

Kaiser wünscht auch, daß die Stärke der Gesandtschaftswachen reduzirt werden soll und die Grenzen genau festgestellt werden sollen, wie er auch hofft, daß die Truppen der Verbündeten so bald wie möglich im Frühjahr zurückberufen werden. Cdina werde sich vunn 'cuve geven. oen Vewers dafür zu liefern, daß ti wirklich die Absicht hat. die in der Note der Mächte angeführten Bedingungen getreulich ju erfüllen und daß es beürebr ist. das Land sicher und für Ausländer bewobnbar zu machen. Zum Schluß drückte L' Hung Chang die Hoffnung aus. daß die r ächte nicht auf der Zerstörung der Forts bestehen würden. Aus dem Deutschen R e i ch. Berlin, 1. Januar. X!" Ul'.V zen mittleren Deutschland schneit es unaufhörlich und der Eisenoahnverkebr ist allerseits stark unterbrochen. Bci dem Neujabrs-Empfang im königlichen Schlosse unterhielt sich der Kaiser Wilhelm längere Zeit mit dem Ver. Staaten Gesandten. Herrn Andrew White. Mehrere deutsch? Zeitungen, namentlich die Sensationsblätter, drückten sich in sarkastischer Weise über die kürzlichen Schenkungen kostbarer Kunstwerk? an die Berliner Kunstmuseen seitens der Herren Julius Charles Wernber und Alfred Beit. Direktoren der De Beers Comvann. aus. Im Jahre 1900 wurden in Deutschland 1181 Kilometer Eisenbahnen gebaut, darunter 431 Kilometer Privatbahnen. Auf den Berliner Straßenbahnen w iroe am 1. Januar ein einheitlicher Fahrpreis von zerjn Pfennigen eingeführt. Man erzählt sich, daß der Kaiser Wilhelm während der Cbristtage mehrfache Svaziergänge unternahm, um nach Art des Kyalifen Harun AI Raschid schlichter? Unterthanen zu studiren und mit Geloschenen zu erfreuen,

u. A. Sch:!dwachm. Arveiter und Ar- ! ner Nebel, der dem Verkehr außerorbeiterinnen in den Potsdamer könig- dentlich hinderlich war. Wer nichts lichcn Gärten, Marktfrauen, die ifal i auf den Straßen zu thun hatte, blieb Waare schleppten, etc. Einen kleinen j zu Hauie. da selbst Fußgänger die

Jungen, der sein Schwesterchen in einein Peram.bulator spazieren fuhr, beschenkte er mit einem blanken Zwei- ' Markstück und war schlichst amüsirt. als der Kleine die Mütze zog und Dante auch, schon. Her: Kaiser" sagte. Bei den Rachwahlen für den Lippe Detmolder La.otag haben die Sozialisten vier Sche von den 21 erobert. Dte deutschen Zeitungen drücken ih , Befriedigung darüber aus, daß die : Ausfuhr Deutschlands nach den Ver. Staaten im letzten Jahr gegen das Vorjahr bedeutend zugenommen hat.

'Beim Vater ause cetur., glückt, London. 2. Jan. H?rr P. Col. : 1 s, der am "27. Dezember von Ame ! j xna m fernen, Irland, ankam, wurde am Neujahrstage an der Seite eines ; Berge, veinade in Sicht des Hauses j seines Vaters, todt aufgefunden. ES ixnti das; Collie nicht im Stande war, in Fernoq ein Fuhrwerk zu be- j

Manila. 2. Jan. Der Neujahrs ciiiu uiiu, ucii vcutim jiui. uiyui hr veranstaltete, war eine für Manila , .t.,i;., skki. S empfang, den General Mac Arthur ungewöhnlich grofzartiqe Affaire. Es war dtes das erste offizielle Ereignifz. bei dem Amerikaner und Filipinos uni w c rf c- ii gehindert und auf gleicher S:ufe mit- ! einander verkehrten. Drei Stui den : lang kamen in einem fort Fuhrwerke aller Art vor dem Gouverneurs-Palast : an. der mit amerikanischen Flaggen, Guirlanden und Ripa-Blumen geschmückt war. Admiral Remey empfing die Besu cher an der Seite des Generals Mac Arthur und die Frauen mehrerer Ge neräle assistirten. Der apostoli'che Delegat auf den Philippinen. Crzbischof Chapelle, und ' mehrere andere hohe geistliche Würdenträger wurden zuerst empfangen und , dann kamen die Mitglieder der Phi-lippinen-Kommission und die Richter, die in ihren einfachen schwarzen Frackanzügen einen auffallenden 5kontrast ' gegen die golstrotzenden Uniformen der Armee- und Marineoffizier? bildeten. Die Frauen der Filipinos trugen i kostbare Nationalkostüme. Aus der heiligen Stadt. R o m. 2. Januar. Gelegentlich einer Audienz, die er seinem französischen Biographen Henri dc Hour ertheilte. dat brechen und durch einen solchen Schritt sein Vrestige als katholische Vormacht völlig preisgeben. Das heilige Jahr, welches außerordenilich große Pilgerschaaren nach Rom gezogen 'cai und dem Peterspfennig ungewölinlia? große Zuwendungen gebrocht rat. ist um sechs Monate verlänL worden. Der Papst will das Haus Petri gut bestellen. Er erwartet, . wie er neulich heiter äußerte, sieben magere Jahre und gedenkt, wie Josepb in Egypten. vorzubeugen. Am Weihnacht'stage vorigen Jahres waren über 17.(XX).000 Lire an Pilgergaben eingegangen und in den drei ersten Dezemberwochen allein 2,400,000 Lire oder fast eine halbe Million Dollars. Die Fürstin Luomilla von Wrede, frühere Sängerin und Baronin Dabrzrmski. von der sich ihr zweiter Gatte. Fürst Adolph, scheiden ließ, um sich mit einer schwer reichen Argentinierin, Carmen de Alvear, gleich darauf wieder zu verbeirathen, ist hier ein,;etroffen. Sie will den Papst um Annullirung der letzten Ehe in diesem Scheidungskrieg ersuchen, dürfte aber schwerlich erreichen, daß der Papst intervenirt. V 1 1 a u n r a l l s ch e o oera - t l o n. S y d n e r, . R. S. W., 2. Jan. Die Inauguration des Carls of Hopetown als erster Gouverneur der föderrrten australischen Kolonien, war das glänzendste Ereigniß, das je in diesem Wcltthcn stattgefunden hat. Viele Tausende von Personen nabmen an der Demonstration Tbeil. Es fand eine Gala-Prozession statt, an der Truppen aus allen Kolonien, Marine-Truppen. de Minister. ho?e Staatsbeamte, die Geistlichkeit, Mitglieder des Parlaments und die sämmtlichen Zivil-Or ganisatioen Theil nahmen. Schlechtes Weiter in England. L o n d o n . 2. Jan. Ueber ganz London lag heute ein dicker, gelbbrau i größte Äfube hatten, thren Bestimi rnungsort zu finden und Fuhrwerke nur im Schritt fahren konnten. Trotz- ' dem. fanden zahlreiche Unalücksrälle statt. In London richten di? Ueberschwemmungen immer noch beträchtlichen Schaden an. Im unteren Theil von Bath steht das Wasser 14 Fuß tief und nur die Dacher der einstöckigen Häuser ragen über die Fluthen heraus. Die Bewohner wurden meist mit Booten in Sicherheit gebracht, vie- Personen sind aber ertrunken

Inland' Depeschen. Hlcujahrs-tzmpfang im Weißen Kaus. , Diesmal glänzender als je zuvor.

Die erste '"-rhaftung in dem CuM all. , r Ein Arudcr at Crowe's in Haft ycttommen. Er behauptet, nichts von dem dralle zu wiffen. Der Streik der Tadakstripper in öouis vllle Dehnt sich auch ans die unabhäugigcn Firmen ans. (5i Neffe des Üardiualö Gibbons In New Orleans von trasicuräuticrn ermordet. Der Neujahrs - Empfang im Weißen Hause. Washington. D. C., 1. Jan. I c heutige Neujahrs-Emvfang war unzweifelhaft der glänzendste in der Geschichte des Weißen Hauses. Die Umgebung des Exekutiv - Gebäudes zeigt? ein herrliches Bild, als die Equipagen in endloser Reihenfolge vor dem Portale vorfuhren und denselben Damen in eleganter Toilette und zablreiche Offiziere in glänzenden Uniformen entstiegen. Im Innern wurde dieser Anblick durch das Licht zahlreicher elektrischer Glühlampen noch gesteigert und die MarinekapeUe brachte durch den Vortrag nationaler Melodien eine erhöhte Stimmung unter den Gästen avor. Die Mitglieder des Kabinet s 'hren Damen, sowie die Damen, welche die Gäste mit emvfingen. waren die Ersten, die eintrafen. Dieselben begaben sich in die Prioatgemächer des Präsidenten, wo sie der Frau McKinley ihre Glückwünsche darbrachten. Bald darauf kamen die Mitglieder des diplomatischen Corps mit ihren Attaches und Sekretären, welche im Staats-Bankettsaale Aufstellung nahmen. Punkt 11 Uhr verkündete Hörnerklang das Eintreffen des Präsidenten und seines Gfolges, unter Vorantritt von Oberst Brugham, der als Cermonienmeister fungirte, und des Majors McCanly vom Marine-Corps, welchen beiden Herren der Präsident und seine. Begleiter die große Trevpe hinab in oen Bankettsaal folgten. Der Präsident sah vorzüglich aus. Er verbeugte sich nach allen Seiten und erwiderte die ihm entgegengebrachten Glückwünsche. Auch Frau McKinlen dankte den zahlreichen Anwesenden für ihre freundlichen Gratulationen und als drei kleine Kinder in der vordersten Reihe ihr: Glückliches neues Jahr!" zuriefen, warf sie denselben aus ihrem Bouquet eine Handvoll Rosen zu. Die Gesellschaft begab sich dann in den blauen Parlor und sobald sie sich gesctz: hatte, intonirte die Marinekapelle in voller Stärke: Hail to the Cbief." Nachdem die Damen vom Empfangskommittee ihre Plätze eingenommen hatten, begann sich die lange Reihe der Gäste in Bewegung zu setzen; zuerst die Botschafter und Gesanoten auswärtiger Staaten mit ihren vollen Stäben, an ihrer Spitze der ehrwürdige Lord Pauncefote, der Doven des diplomatischen Korps. Ihm folgten die Botschafter und Gesandten der anderen Staaten. Der französische Botschafter war erst letzte Nacht von Paris eingetroffen und hatte feine Reise hierher beschleunigt, um dem Präsidenten noch rechtzeitig die Glückwünsche zur Jahfesmende überbringen zu können. Der chinesische Gesandte, in reiche goldgestickte Gewänder gekleidet, welcher von seiner Gemahlin begleitet war, erregte besonderes Aufsehen. Den Gesandten folgten die Richter des Oberbundesgerichts, die Richter des Appllationsgerichts, die Scnatoren und Repräsentanten des Kongresses und die früheren Kabinets-Sekre-täre der Vereinigten Staaten. Von der Staats-Bankettballe begaben sich die Gäste in den rothen Saal, dessen Wände mit herrlichen Gewächsen geziert waren. Das blaue Zimmer bildete indeyen den Mittelpunkt deAufmerksamkeit, denn hier empfing d'r Präsident die Gäste, umgeben von seinem Gefolge, den Kabinettsministern nd den Damen des Empfangs-Kom-mittees. Die Vorhänge waren heruntergelassen und die vtthängten elektri-

jenen campen warfen ein mNdes Licht über die glänzende Versammlung. Boa den herrlichen Kandalabern hing Immergrün in dichten Strängen Herme-

der. Ueber die Breite des Zimmers 7V. VIVVV. IV -Vkk.lV MV ij . III1HIH j ' bildeten eine Anzcchl gepolsterte Sitze I ftn?n rt Mnrm nrmH hnr lins . . - ... m . davon stand der Präsident und Frau McKinley und empfingen die Gäste, welche an dem Präsidenten vorbei in's zweite Zimmer und von da in das ge räumige Ostzimmer sich begaben. Unter den von der MarmeKapelle gespielten Musikstücken war auch ein Potpourri. Fantasia of Timely . V . v-vtii) vIV-VVV 1 1 Thoughts". welche aus den Lieblings- , Liedern des Präsidenten arrangirt war. ! um ii uqr u Minuten cuicncn die Offiziere der Armee und Marine und nach altem Gebrauche zuerst dte Armee und dann die Marine. Die glänzenden Uniformen der Offiziere trugen nicht wenig zur Belebung der Scene bei und der Vorbeimarsch der Letzteren bildete den Hauptpunkt deö heutigen Empfanges. Die Mitglieder des diplomatischen Korps begaben sich gleich darauf nach der Wohnung des Sekretärs Hay. wo die Herren ein Frühstück einnahmen. Um 12 Ubr erschienen noch eine Anzahl Beamte und die Hilfssekretäre der verschiedenen Departements, welchen um 12 Ubr 15 Minuten die Veteranen des mexikanischen Krieges, die Grand Army sowie die Loyal Legion folgten; ferner verschiedene andere Veteranen- , Vereine und eine Delegation der ältcsten Einwohner des Distrikts Columbia. Um 12 Uhr 30 Minuten wurde das allgemeine Publikum zugelassen, welches ebenfalls dem Präsidenten seine ; yr . . . f . e i Glückwünsche darbrachte. Zahlreiche individuelle Empfänge von Frauen der Kabinets-Sekretäre, dem kommandrrenden General der Armee. den fremden Gesandten u. s. w. fanden nock während d-s Tages in de ren respektben Residenzen statt. Neue Beschäftigung für Zuchthäusler. New Aork. 2. Jan. Fast . sämmtl-che Arbeiterführer New York's und roollyn s oefurworteten den von oem ÄZaroenahes, vom ings ount ' '3iti4V 1 1?3 antmnrFtfr 0ß!nn rtrt frt . - liVVkWV. ' ' 1 ' . i I V' ; genannten Staats - Boulevard, der von Groß - New York nach Buffalo führen soll, von Sträflingen erbauen zu lassen. ! Aus guter Quelle oerlautet. daß dieJdee ! der Verwendung von Gefangenen des 1 Staatsgefängnisses zur Ausführung ei - nes derartigen Projektes einen durchaus : gängigen Anklang bei den Arbeiterfühl t rern gefunden hat. Der viele Jahr? hindurch von den

Arbeiter - Verbänden geführte Kampf Burgschaft für sein Erscheinen gestellt, gegen die Gesängnißarbeit verlies inso- NeueGouverneure inaugufern erfolgreich, als die Legislatur ein r i r t. Gesetz pass'rte. welches den Verkauf von ! A a n y, N. Y., 2. Januar. Bew, Gefängniß - Produkten tn offenem I. Ooell. Jr., wurde am Dienstag aS Markte verbot. Seit jener Zeit wurden ; Gouverneur des Staates New York in. zwar noch immer alle Arten Gegenstan- augurirt. Die Militär-Parade. die de in oen Zuchtoausern verfertigt, allem i dieser Gelegenbeit stattfand, war dik'e finden nur m Staats - Jnftttu- axarkiaer wie seit abren und auch

t- . . j f'y Üinn i;I rhfiiierf i'threrrt in v..'.wiiiua. -- -M"r,B antur:ei-, oan otr. otmninactt uoer bioupt n::qt gestattet Werden sollte.Waaren zu fabriziren und dadurch mit Ar - berter - Un?ons in Konkurrenz zu trerrenz z ten. Keiner der Führer der Arbeiter hat sich aber bis jetzt gegen die Verwendüng von Sträflingen für Chausseearbeiten ausgesprochen, denn sie sind überzeugt, daß eine solche auf die organisirte Arbeit in keiner Weise nachtheilig einwirken könne. Grausiger F u n d. R o ch e st e r. N. Y.. 2. Jan. Amiscken hier und Charlotte fanden heute Knaben im Genesee im Eise festgefroren eine Kiste. Als sie dieselbe aus Neugierde öffneten, bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick. Die Kiste enthielt die start in Verwesung übergegangenen Arme und Beine einer Frau. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Gliedl.iaßen zu dem vor einigen Wochen im Flusse aufgefunvenen Rumpfe gehören. Das Frauenzimmer wurde wahrscheinlich in einem der anrüchigen Hotels am Boulevard ermordet und zerstückelt. Von den Thätern hat die Polizei jedoch bis jetzt keine pur. Auch die vor sechs Wochen mitten in der Stadt erfolgteErmordung von Fr!. Elizabeth Keating hat der sonst so findige GeheimpolizeiChef Handen noch nicht aufzuklären oermöcht. Opferfreudige Bürger. Seattle. Wasb.. 2. Jan. Seit Montag Morgen hat ein Kommittee von der" Handelskammer unter den Geschäftsleuten $32,(XX) gesammelt und es hofft bis Ende der Woche $1(X).(XX) aufzubringen, welche Summe Moran Bros., den Schiffsbauern von hiesiger Stadt, überwiesen werden soll, so daß die Firma in den Stano gesetzt wird, ihr Angebot für eins der zu erbauenden Panzerschiffe so zu reduziren. daß die vom Kongreß dafür ausgeworfene Summe nicht überstiegen wird.

ist auch den Georauch von Zucvt-, m Ceremonien war eine tmgewöhnlich bausat:-::: r. den staatlichen Anstal- qxo Der neue Gouverneur wurde ten Protest eingelegt worden, indem sie in ..... aal der Äffemblr, im Kapital

Kessel-Explosion. Warren. ., 2. Jan. Der Dampfkessel in Hitchcocks Sägemühle bei Courtland explodirte am Dienstag,

. , , . f S . . rj , , , Fcn? die Arbeiter an dem Platz iiiiiiT! f ii iiiii rrn i v i.i r i 11 rr ii i' r a Edward und Lucius Hitchcoct wurden von Eisenstücten getroffen und auf der Stelle getödtet, während drei andere Personen sehr schlimm, wahrscheinlich lebensgefähr lich verletzt wurden. Streik. L o u i s v i l l e. Ky.. 2. Jan. Der Streik der Stemmer" der Contmental Tobacco Comvann wird sick wabrscheinlich auch auf die unabhängigen Fabriken ausdehnen. Die Arbeiten in diesen Fabriken beabsichtigen, am Mittwoch dieselbe Lohnerhöhung wie die Arbeiter des Trusts zu verlangen, nämlich von 2.00 auf $2.25 das Hundert. Die unabhängigen Fabriken sind: Finzers. Rall und Williams. Welssenger, H. N. Martin & Co.. Louisville Tobacco Worts und Stra ter Bros. Deutsche Zeitungen konso lidiren sich. P i t t s b u r z, Pa., 2. Jan. Die beiden hiesigen prominentesten deutschen Zeitungen, das Volksblatt" und der Freiheitsfreund", haben beschlossen, sich zu konsolidiren. Die neue Korporation wird den Namen Neeb-Hirsch Publish ing Co. führen. I. P. Saln. seit sieben Jahren Lo. kal R-oakteur des Volksblatt", fiel am Abend von einem StraßenbahnWaggon und wurde auf der Stelle ge tödtet. Er hatte bei dem Fall oen Hals gebrochen. Saln war 46 Jahre alt yj r Brauereien kvnsolidirt. Z a n e s v i l l e, O.. 2. Januar. Die hiesigen Brauereien sind jetzt unter eine einzige Verwaltung gebracht worden. Die ..Star"-Brauerei ist heute in den Besitz von Simon Linser und David Schmid übergegangen, die bereits die Washinton- und RiversideBrauereien kontrolliren. Die beiden jerr?n rontrollrren lomit die ganz j Bier-Produktion in Zanesville. Die Brauereien sind die größten im süd. westlichen Ohio. t Einbrecher erschossen. St. Louis, Mo., 2. Januar. Thos. Walker, alias Skinny", alias ! Drake", ein der Polizei wohlbekannter Verbrecher, wurde in der Nacht zum ! Dienstag von Harry F. Kretzer er ! schössen, als er versuchte, in Cale Bros. Blitzableiter-Magazin an der I "? i a Ä .L Süd 7. Str. einzubrechen. Kretzer s . i . r. . i . t i. j i r rfs , wurde verhaftet und unter $19,000 i ' ... cn. i vte etoeinauna oes '5icnirums eingeschworen. Dem abgehenden lRn,!N??niir Nns.'N?lt wzird? bei der , eleqenlieit einc großartige Demon. Str? w jtlUUUU UUllJtWlUUl, L a n s t n g, Mich., 1. Januar. Am Dienstag Mittag wurde hier Aa ron T. Bliß von Saginaw, der neue Gouverneur von Michigan, mit pas sendem Ceremoniell auf der Treppe deS Kapitolgebäudes inaugurirt. Endlich eine Verhaftung. Omaha, Neb., 2. Jan. Die erste Verhaftung in Verbindung mit dem Cudahy-Fall wurde am Dienstag gemacht, indem I. I. Crowe, ein Bruder des oielgesuchten Pat. Crowe, in seiner Wirthschaft in Council Bluffs verhaftet wurde. Der Mann wurde formell de? Mitschuld an der Entführung des jungen Cudahy angeklagt und nachdem er hierhergebracht worden, einem drei stünoizen Verhör unterworfen, er be stritt aber nicht nur, nichts mit der Entführung zu thun gehabt zu haben, sondern auch etwas von dem jetzigen Aufenthalt seines Bruders zu wissen. Crowe hatte zwei große Bulldog Revolver in den Hüftentaschen, als er, schlafend, verhaftet wurde. Mord im ersten Grade. St. C l a i r s v i l l e, O., 2. Jan. Die Geschworenen in dem Falle von Leonard Stevens, der Ermordung des Clarenre Merrick angeklagt, gaben am Dienstag einen auf Mord im ersten Grade lautenden Wahrspruch ab, empfählen Stevens aber der Gnade des Richters. Dies rettet ihn von dem elektrischen Stuhl. Der junge Merrick war im April von Einbrechern in seiner elterlichen Wohnung erschossen worden. Stevens und Barney Deoine, beide von Zancsville, O.. wurden später als die Mörder verhaftet. -Devine wird demnächst prozessirt werden.

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