Indiana Tribüne, Volume 24, Number 104, Indianapolis, Marion County, 31 December 1900 — Page 1

f O & s

Tnliilne Grfttzeint jeden Na5?,nitt iÖ und Sonntag Morgen. Jahrgang 24. Indianapolis, Ind.. Montag, den 31. Dezember 1900. No. 104

Möiann

s -Mit- j 1 Sonntags- J f Blatt ISrperWoche $

?ttt I fr Ei :

l. ja

l

Ausland Depeschen

Schlag aus Schlag. Die Boeren bringen den Briten UJtcjcr eine Niederlage bei. Ziittfng Enaländer fallen und ZOO yeratlien in Hefnngeu schalt. tDie chinesischen Bevollmächtigten unterzeichnen die Kollektw-Note. Ganz unerwartet werden sie vo Kaiser dazu beauftragt. ie sollen die günstigsten Bedingn. geu zu erlangen suchen. In Wischnitz in der Bukowina kommen 46 Menschen bei einem Feuer um's Leben. Wieder eine Schlappe für die B r i't e n. London. 31. Dez. Das Kriegsamt hat die folgende Depesche von Lord Kitchener erhalten: .Pretoria. 30. Dez.. 7 Uhr 50 Min. Morgens. General Lytleton berichtet, daß unsere Besatzung in Helvetia gestern Morgen von den Boeren gefangen genommen wurde. Etwa 50 wurden getödtet oder verwundet und 200 wurden zu Gefangenen gemacht. Oberst kitchener berichtet, daß er mit einer kleinen Abteilung dem Feinde folgt. Helvetia ist von Leeves wieder besetzt worden, der von Belfast aus Verstärkungen erhalten hat. Helvetia war eine seh: starke Postticn an der Machadodorp-Leydenvurg Eisenbahn und war von ciirerr Detachement des Liverpooler Regimen: i btt&t. Ich warte auf weitere Nachrichten." Während Lord Kitchener am letzten Tage des alten Jahres schlimme Nachrichten für England vom Kriegsschauplatz schickt, fährt die Presse fort, die Lage sebr opriiuistisch zu behandeln. Und doch ist General De Wet noch nicht gefangen. Kimberley ist isolirt. die Boeren nehmen eine starke Position und den Einfällen in die Kapkolonii: ist noch kein Einhalt geboten. Weileren Nachrichten zufolge wird Zerust belagert, aber es hat Lebensmittel auf fünf Monate. Die Garnison von Ottoshoop ist nach Lichtenburg zurückgegangen. Einer verspäteten Depesche vom 23. Dezember zufolge geben die Boeren zu. in dem Gefecht bei Nooitgedacht 130 Mann verloren zu haben. Lord Kitchener kann die Kolonien offiziell nicht dazu auffordern. Truppen zu entsenden. er sorgt aber dafür, daß es in Australien und Canada bekannt wird, dah Truppen, die von Liesen Ländern kommen, sofort in das irländische Corps eintreten können, oas jetzt nach Jobannesburg zieht und auf fünf Mo?ate Dienst genommen hat. Vom Burghersdorp wird unter dem fatum des 29. Dezember gemeldet. fc.-B zwei weitere Kolonien in die Kap kolonien eingedrungen sind, die eine bei Knaapdaar und die andere im teyns-burg-Distrikt. Die Boeren sollen je zwei und drei Pferde haben und sind mit Lee-Metford-Gewehren bewaffnet. Gefangene Boeren sagen, man warte auf General De Wet. Alle einlaufenden Depeschen sagen, datz die KapHolländer des Krieges müde sind, an irrn Aufstand nicht denken und den Frieden herbeisehnen. Einzelheiten über das Gefecht bei Greylingstadt sind eingetroffen. Darnach verloren die Engländer 9 Mann an Todten und 63 Verwundete, während die Boeren angeblich 31 Todte hatten. Unter dem Datum des 29. Dezember meldet Lord Kitchener. daß in der Situation in der Kav-Kolonie keine AenZerung eingetieten ist. Die Boeren haben sich in kleine Kommandos aufaelöst und scheinen auf Zuzug zu warten. General Frenck hat Ventersdorp besetzt. Bei Pan ist die östliche Eisenbahn zerstört und ein Zug der Stan-derton-Linie wurde von den Boeren abgefangen. Knox' Kolonie und Bove's Brigade halten De Wet fest, damit er Nicht nach Süden durchbricht. L o n d o n . 31. Dez. Dem Daily Telegraph" wiro aus Kapstadt gemeldet. daß Dr. Te Water. ein Mitglied des früheren Kabinets Schreiner, verhaftet worden ist weil er eine aufrühreZnsche Rede in Verbindung mit dem Emfall der Boeren in die Kap-Kolonie halten hat. Der Korrespondent fügt knzu. daß weitere Verhaftungen folgen rden. London. 31. Dezbr. Oxt Daily lall" nimmt Bezug auf das 5eloetiaUiiuu uiiu iic jity iciuuy t w r v l l.:. oft ! - irf. noch mindestens 50,000 Man

Infanterie nach dem ttrttgsazauplaJ zu entsenden. Die Chinesen geben nach. P e t i n g . 31. Dez. Die chinesischen Bevollmächtigten haben ganz unerwartet den Auftrag bekommen, die Kollek-tiv-Note zu unterzeichnen und sie haben die Vertreter der Mächte davon in Kenntniß gesetzt. Sie waren sehr Überrascht davon, denn weder Li Hung Chang noch Prinz Ching hatten ermartet. den Hof innerhalb von einer Woche oder zehn Tagen veranlassen zu könen. seine Zustimmung zu geben. Die Instruktionen des KafferS lauten da hin. sich mit den Bestimmungen der Nste einverstanden zu erklären, aber die bestmöglichen Bedingungen, besonders kn Bezug auf die Stärke der Gesandten-

Wachen zu erwirken. Ferner sollen die chinesischen Bevollmächtigten darauf hinwirken, daß die Zahl der MilitärPosten an der Eisenbahn so klein als möglich gemacht wird und die Mächte die Taku-Forts nicht schleifen, sondern einfach ihrer Kanone und Munition berauben. Li Hung Chang's Gesundhett ist sebr schlecht und wahrscheinlich wird Jemand anders an seiner Stelle ernannt werden. Er hatte Sonntag Morgen eine lange Konferenz mit Prinz Ching, nach welcher dieser den spanischen Gesandten. Senor de Colo-. gan. benachrichtigte, daß er beauftragt sei. die Note zu unterzchnen. P a r i s . 31. Dez. Einer Depesche der Havas Agentur zufolge haben Prinz Cbinz und Li Hung Chang erklärt, der Kaiser Kwang Su wünsche, daß der Hof gegen Ende Februar nach Peking zurückkehre. Mit dem Auftrage, die Kollektiv-Note zu unterzeich nen. sollen die Bevollmächtigte a aufgefordert worden sein, um die Einstellung der Feindseligkeiten nachzusuchen. St. Petersburg. 31. Dez. Obwohl über die Schiedsgerichtsfrage bezüglich der Kriegsentschädigung zwi sche.n den Ver. Staaten und Rußland, welches das Schiedsgericht zuerst in Vorschlag brachte, noch keine UnterHandlungen angeknüpft sind, so glaubt man hier doch immer noch, daß Ruhland geneigt ist. die Höhe der Summe durch ein Schiedsgericht festsetzen zu lassen. Peking. 30. Dez. Die hiesigen Fremden sind der Ansicht, daß Li Hung Chang die Regierung dazu veranlaßt hat. ihre Zustimmung zu den Forderungen der Kollektivnote zu geben. Die Deutschen tödteten 40 Chinesen bei Man Cheng. ohne selbst auch nur einen Todten zu haben. Unter den Eingeborenen herrscht die Ansicht vor. daß die Deutschen durch ihr forsches Auftreten die Chinesen zu einer größeren Schlacht zwingen wollen. London. 31. Dezbr. Dr. Morrison meldet der Times", daß die Deutschen statt Ordnung zu schaffen, durch ihr brüskes Auftreten Unheil stiften. Er beschuldigt den Grafen Waldcrsee der Wortbrüchizkeit, indem er ein Versprechen nicht hielt, das er Li Hu::g Chang gab und dem zufolge eine gewisse Grenze nicht überschritten werden sollte. Trotzdem hätten deutsche Truppen diese Grenze überschritten und schuldige und unschuldige Chinesen gleich streng bestraft. Dr. Morrison wiederholt, daß die Deutschen eine Expedition nach Sian Fu vorbereiten und auf den Ausbrucd von Unruhen im Iang Tse-Thale hinarbeiten. Zum Schluß sagt er: Cs ist die Frage, ob die Gelegenheit nicht wahrgenommen werden sollte, die britischen Truppen von dem Kommando des Grafen Waldersee zu trennen. Shanghai. 31. Dez. Das Genicht, der Hof wolle bald nach Peking zurückkehren, erhält sich hier. Es sollen schon 90 Waaen nach Tai Z)uen Fu abgegongep sein, um den Hof und das Gefolge zurückzubringen. Der Kaiser Swang Su soll Hu Ping Chih, den früheren Gouverneur von Shan-Si, aufgefordert haben, ihn nach Peking zu begleiten. Der Aufstand derAschantis vorüber. L o n d o n , 31. Dez. Oberst Willcocks hat der Regierung gekabelt, daß die Aschanti-Rebellion zu Ende ist, da alle Rebellen-Anführer sich ergeben haben. Aus dem deutschen Reich. Berlin. 31. Dez. Der Kaiser hat es sich nicht nehmen lassen, der Taufe des ersten von Deutschen eroberten Kriegsschiffes beizuwohnen. Es ist dies das bei Taku eroberte chinesische Topewboot. Dasselbe ist in Wilhelmshaoen unter Kommando de? Oberleutnants z. S. Pfundheller, bisher Adjutant bei der Werftdivision dort, in Dienst gestellt worden und erhielt den Namen ..Taku" In Wilhelmshaven war der Kaiser sehr liebenswürdig gestimmt. Im Lazareth besuchte er die Chinakrieger und unterhielt sich mit denselben sehr leutselig. Dieselben erhielten sämmtlich

von tütn lehr sckone Taschenmesser Mlt

seinem Namenszug und elngravlrtem Datum, von der Kaiserin Deckelschoppen mit ihrer Photographie. In Hamburg ist der Kommerzienrath Ulrich Stelzer aus Rheydt in der Rheinprovinz in Haft genommen worden unter der Anschuldigung, dort mit einem Bürgschaftsschein über 400.000 Mark, der die gefälschte Unterschrift des Kommerzienraths Joertz trug, operirt zu haben. Die Sache wird für den Oberbürgermeister von Rheydt noch ein unangenebmes Nachspiel haben. Derselbe hatte nämlich auf Wunsch Stelzer's. ohne Joertz Personlich zuzuziehen, auf der Urkunde die Unterschrift des Joertz amtlich beglaubigt und wird dafür nun disziplinirt werden. Die Polizeidirektion in Frankfurt a. M. hat in den dortigen Blättern eine amtliche Warnung gegen die Zeitungsreklame von Dalton's Ohrenheilanstalt in Chicago" erlassen. Ueber das Vermögen des verhafteten Bankdirektors Sanden. des frommen Betrügers, ist der Konkurs eröffnet worden. Praktischen Erfolg wird dies licht haben, da Sanden sein Vermögen 'angst in englischen Banken in Sicherzeit gebracht hat. Viel amerikanischer Mais der 1900er Ernte ist in schlechter Verfassung hier angekommen und kiesige Händler haben die amerikanischen Exoorteure durch Kabeldepeschen aufgefordert, ihre Lieferungen den Kontrakten gemäß zu machen. Xer ..Lokalanzeiger" behauptet, daß Sternberg einen neuen Prozeß erhalten wird in Folge eines technischen Fehlers im Verfahren. Londoner Aktienbörse. London. 31. Dez. An. der Aktienbörse ist man überzeugt, daß die London & Globe und die Britisch-Co lumbischen Zweige der Whitaker Wright Minen-Gesellschaft gezwungen sein werden, sofort zu liquidiren. Trotzdem glauben Erperten, welche kürzlich die Lake View Mine besuchten, daß eine Mine. die. wie die genannte, letztes Jahr 1.000.000 Pfund Sterling Dividenden bezahlte, sich schließ lich doch bezahlen wird. Die dänischen Antillen. Kopenhagen, 31. Dez. Mit Bezug auf das Gerücht. Deutschland wolle die dänischen Antillen ankaufen, sagte Sonntag ein hoher Beamter, es sei fasch. Wenn die Inseln verkauft werden müssen, so werden die Ver. Staaten die Käufer sein. Entweder werden sie alle verkauft oder gar keine.Fürchterliche Feuersb r u n st. Wien. 31. Dez. Die Stadt Wischnitz in der Bukowina ist durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Es brannten über 600 Häuser nieder, 5000 Personen wurden obdachlos und nicht weniger als 46 kamen in den Flammen um. Außerdem wurden sehr viele Personen mhr oder minder schwer verletzt. Ob's wahr ist. London. 31. Dez. Der Berliner Kerresponoent der ..Daily News" will in Erfabrung gebracht haben, daß Kaiser Wilhelm seinen Bruder, den Prinzen Heinrich, nach Berlin befohlen hat. um mit ihm eine Reise des Kaisers nach den Ver. Staaten zu besprechen. Die Revolution vorüber? Caracas, Venezuela. 3L Dez. General Uribe, der Anführer der colombischen Revolutionäre, der kürzlich bei Corazel geschlagen wurde, ist in Maracaibo angekommen. Man glaubt, daß die revolutionäre Bewegung den Todesstoß erhalten hat. Kingston. Jamaica. 31. Dez Der britische Dampfer ..Orinoco". der Sonntag von Colon. Colombia. ankam. bringt Nachrichten über große Aktivität der Rebellen. Die Regierungstruppen sind nicht im Stande, dieselben im Schach zu halten. A b g e st ü r z t. Wien. 31. Dez. Die deutschen Touristen Leiner und Kindlinger. welche den Schwartzenberg ohne Führer bestiegen hatten, sind abgestürzt und haben ihren Tod gefunden. Von den Philippinen. M a n t l a . 31. Dez. Durch Rekognoszirungen auf der Insel Luzon wurden heute zahlreiche Gefangene eingebracht. Ein Detachement des vierten Regiments machte in der Provinz Cavite 60 Gefangene. Die Amerikaner hatten keine Verluste. General Wheaton hat Gregorio's Lager auf der Halbinsel nahe San Antonio verbrannt. General Funston berichtet, daß fünf Insurgenten getödtet und eine große Anzahl bei Gaysan gefangen genommen wurden. General Smith -berichtet, daß die Proklamation des General-Gouver-neurs in seinem Distrikt gute Refultäte gehabt babe.

Inland Depeschen.

Ein Drohbrief. Mit Mord drohen die Entführer des jungen Cudahn, Falls Jemand für den Raub des Knaben verhaftet werden sollte. OrtljodoLc Zuden Ijnltrn in New I Hork ihre Iahres-Ver i sammluny nb. Die angenommenen Beschlüsse und die Neuwahl der Beamten. In Abbcvillc, . (., findet eine blu tige Schießerei statt. Cill Sheriff, ein Bunöesmarschall und ein Ingeuieur werden erschossen. In Houghton, Mich., wird ein fünf jahrigeS Kind geraubt. P a t. C r o w e war einer der Räuber. Omaha. Neb.. 31. Dezbr. Am Sonntag wurde der Drohbrief bekannt gegeben, den Herr Cudahy am Tage nachher, als er 525.000 Belohnung für die Ergreifung der Räuber seines SohneS ausgesetzt hatte, empfing. Derselbe wor am 22. Dezember in Omaha cuf die Post gegeben, ein Beweis, daß damals wenigstens einer der Eniführer noch in der Stadt weilte. Der Brief lautet tm folgt: Cudahy, wenn Du das Leben des Knaben für werthvoller als eine Kugel erachtest, dann ziehe die Belohnung sofort zurück und laß es gut sein. Wenn Du's nicht thust, dann vollenden wir den Job mit einer Kugel. Wenn irgend Jemand, ob er nun schul dig oder unschuldig ist, je verhaftet wird, so wiro eine Kugel den Mund des Jungen verschließen. Du wirst Dich dieser Wycnung erinnern, wenn es zu spät ist." Der einzige Unterschied zwischen diesem Briefe und dem, in welchem das Lösezeld verlangt wurde, ist. daß der letzte mehr unrichtig geschriebene Worte enthält; indessen sind die schwierigeren Worte richtig geschrieben, während leichtere falsch buchstabirt sind, was aufVerstellung bezw. Absicht hindeutet. Der Drohbrief wurde nicht eher bekannt gegeben, weil man glaubte, daß es leichter sein würde, die Schuldigen zu verhaften. wenn sein Inhalt geheim gehalten werde. Herr Cudahy erklärte spät Sonntag Abend, oß er die Belohnung noch nicht zurückgezogen habe und auch nicht beabsichtige, das zu thun. Omaha. Neb., 31. Dez. John Smith, ein Besenmacher in der Schneiderwind'schen Besenfabrik, hat Pat. Crowe als den Mann identifizirt. der in seiner Gegenwart das Schneiderwind'sche Haus an Grover Straße, in dem der junge Cudahy gefangen gehalten wurde, miethete. Smith kennt Crowe personlich. Er horte Crowe's Stimme, als dieser mit Frau Schneiderwind wegen der Miethe sprach und er erklärte, ein Irrthum sei absolut ausgeschlossen. Es ist dies die erste positive Mittheilung, auf die hin die Polizei jetzt arbeiten kann. Die Stellung der Frau. C b i l l i c o t h e, Mo., 31. Dezbr. Hall Caine hat vom Greba Castle. Jsle of Man. aus unter dem Datum des 8. Dezember an den hiesigen FrauenKlub Sorosis" ein längeres Schrei ben gerichtet, in dem er u. A. sagt, daß er bei all seinen vielen Reisen kein Land gesehen hat. in dem die Stellung der Frau so hoch ist. als in Amerika. Er meint, das sei zum großen Theil den natürlichen Gaben der Frau, dann aber auch der Ritterlichkeit des amerikanischen Gentleman zu verdanken. Der Handel mit den Phil i p p i n e n . SanFrancisco, Cal.. 31.Dez. Die Neujahrs-Ausgabe des ..Chroniclewidmet dem zunehmenden Handel mit den Philippinen einen längeren Artikel. Die in San Francisco abgeladene Einfuhr betrug $436.293. gegen $290,000 im Jahre 1899, und die Ausfuhr belief sich auf $601.704. gegen $325.000 im Vorjahre. Gouo. Roosevelt spricht. New Y o r k . 31. Dez. Gouverneur Roosevelt hielt Sonntag Nachmittag vor einer von der I. M. C. A. einberufenen Versammlung junger Leute einen Vortrag, der ihm reichlichen Applaus einbrachte. Auf der Bühne sahen u. A. die Generäle O. O.Howard, John R. Brooke und verschiedene andere Offiziere. Zur selben Zeit, als Herr Roosedsltprach wurden in allen Tbei-

n oe.i x.",iis opten inner Rede in I. M. C. A.-Lersammlungen vertheilt und verlesen. Sauberer Patron. P o u g h k e e p s i e. N. Y., 31. Dez. Theodor Diebner's Portemonnaiesbrik in New Hamburg ist geschlossen, die Angestellten sehnen sich nach ihrem Lobn für den letzten Monat, und Diebner ist verreist, angeblich nach Deutschland. Von der Hälfte der Zeitungen des Hudson Rivcr Thales schwulstig bewillkommt. kam Diebner vor fünf Monaten nach Ducheß CountU und tu öffnete seine Portemonnaie - Fabrik. Seine 70 Arbeiter arbeiteten Tag und Nacht und erhielten ihren Lohn regelmäßig, bis vor einem Monat. Plötzlich blieben die Zahlungsanweifungen aus. Diebner theilte seinen Arbeitern mit. sein New Aorker Geschäftsleiter sei erkrankt und könne die Checks nicht unterzeichnen. Er erklärte, er wolle nach New Aork gehen und aus anderen Quellen Geld auftreiben. Seither haben die Arbeiter in Erfahrung gebracht, daß er $3000 in New

Aork kollektirte und dann Deutschland- j wärts abdampfte. Nun sind mitten I : crn i. . i-rn v li: c v (rn.( . I im miiicr u Kamillen auj vk muyx thätigkeitssinn der Bewohner von New Hamburg angewiesen. Bekannter Journalist gest o r b e n. New York. 31. Dez. Auf einer Erholungsreise nach Deutschland begriffen, ist Herr Richard Joel. letzthin Kabelredakteur des Morgen - Journal". am Weihnachtsabend in Hambürg gestorben. Einer Danziger Familie angehörig und von Hause aus Jurist, kam der Verstorbene zu Anfang der 70er Jahre nach Amerika und war hier zunächst.. geschäftlich und dann namentlich ,m Westen journalistisch thätig. Cleveland. Milwaukee. Chicago. St. Louis und Winona. Minn.. wo Joel mehrere Jahre lang ein eigenes Wochenblatt herausgab, waren die Stätten einer erspriöhlichen Wirksamkeit des feinsinnigen Mannes und routinirten Journalisten, ehe derselbe vor nahezu zwei Jahren seine letzt? Stellung beim Morgen - Journal" antrat. Außer der Gattin, die an sein Krankenlager berufen, die Reise über den Ozean erst am letzten Samstag antrat und den Gatten nicht mehr am Leben finden soll, betrauern ihn die hochbetagte, m B?rlin wohnende Mutter und zwei Brüder, die Großkaufleutc in Mailand und Hamburg sind. Orthodoxe Juden. N e w Y o r k. 31. Dezbr. Vertreter von 96 orthodoren jüdischen Gemeinden der Ver. Staaten und Canada waren bei der Sonntag stattgefundcnen Versammlung der Union von orthodoren jüdischen Kongregationen zugegen. Rev. Dr. H. P. Mcndes. der Präsident der Vereinigung, führte den Vorsitz. Unter den Anwesenden waren die Herren L. N. Dembitz von Louisville. Dr. S. S. Cohen von Philadelpbia, Dr. A. Friedenwald von Baltimore. H. K. Sarasch von New ?)ork. Rev. W. DeSola von Montreal.' Rev. Dr. P. Klein. Joseph Blümthal. Dr. llytuß Adler. L. Napoleon Levy. I. Silverman. Max Deutschman und Jacob Hecht. Präsident Mendes erklärte, die Re form Juden führten so viele Neuerungen ein. daß früher oder später in ihrer Religion nichts mehr vom Judenthum übrig bleiben werde. Die Ausbildung der Rabbiner hierzulande sei nicht gründlich genug und nicht allein die Rabbiner, sondern sogar unbedeutende Laien drängen auf Neuerungen. Dr. Mendes sagte, eine Synode, die Vertreter des Juventhums der ganzen Welt umfasse, müsse gegründet werden, damit mit Erfolg Lehren opponirt werden könne, wie sie z. B. von der Union amerikanischer reformirter jüdischer Korporationen adoptirt seien und in denen es u. A. heiße: Die Juden bil den kewe Nation, Amerika ist unser Zion." Des Weitern protestirte der Redner gegen die Scheidung durch Zivilgerichte, gegen Mischehen und dagegen, daß Wittwen die Brüder ihrer verstorbenen Gatten heirathen. Nach längeren Berathungen wurden Beschlüsse angenommen, die u. A. Folgendes besagen: Ein Kommittee soll ernannt werden, das Unionen bilden soll, welche die Jugend im Englischen unterrichten sollen. Der ExekutivAusschuß soll die nöthigen Schritte ; tbun, um die Feier des Sabbaths besser zu begehen. Es soll bei der Bundesregierung um Anstellung von Kaplänen in der Armee und der Marine nachgesucht werden, die jüdischen Gottesdienst abhalten können." Die folgenden Beamten wurden er wählt: Präsident. Rev. Dr. Mendes; Vizepräsidenten: Rev. De Sola von Montreal. L. N. Dembltz von Louisville. Dr. E. Friedenwald von Baltimore und Dr. K. H. Saraschdog New

'Fork; Schaymelfler- Zacoo yecyl von New Jork; Sekretäre: Albert Lucas. Max Cohen. Jsadore Hirschfield und I. Buchalter, sämmtlich von New Kork; Trustees und Mitglieder des Erekutlv-Ausschusses: Rev. Dr. Klein von New York. Rev. Dr. Schaffer von Baltimore. Rev. Dr. Schneberger von Baltimore, S. M. Roeder von New York, Joseph Bkumthal von New York. Dr. Adler von Washington. L. N. Levy von New York. Dr. S. S. Cohen von Philadelphia, Nathan Hutkoff von New York. Harris Altschul von Jersey City. Rev. Philipp Jaches von New York. Reo. H. S. Morais von Newport. R. I.. Rev. Dr. D. N. Kaplan von Montreal. Julius H. Greenstone von Philadelphia. A. Penn und Rev. Dr. Drachman von New York. Drei Opfer einer Schießer e i. A b b e v i l l e. S. C.. 31. Dez. In Folge eines beim Kartenspiel ent standenen Streites kam es am SamStag Abend zu einer Schießerei, in der Sheriff Kennedy. William Kyle von Massachusetts, der den Bau einer Baummollenmühle überwachte, und der Bundesmarschall John Dansby ec Schossen wurden. Dansby wollte skcy m ein Kartenspiel einmischen und als er urückgewiesen wurde, schoß er Kyle in den Unterleib. Er zog sich dann mit gezogenem Revolver zurück bis zum Hause seines Schwiegervaters. Sheriff Kennedy und mehrere Bürger folgten ihm und als er aufgefordert wurde, aus dem Hause zu kommen, trat er in's Freie. Er schoß den Sheriff nieder und wurde dann von diesem ebenfalls erschossen. Wieder ein Kindesraub. Houghton. Mich.. 31. Dez. Der fünf Jahre alte Sohn der Frau Raymond Thieroy von Dollar Bay ist entführt worden, und zwar augenscheinlich in der Hoffnung, ein Lösegeld zu erzielen. Ein bekannter Mann aus dem Minengebic't. Namens Sullivan. steht im Verdacht, den Raub ausgeführt zu haben und wird vom Sheriff und einer Posse verfolgt, tzs heißt, daß er der canadischen Grenze zueilt. Sumatra -Tabak in Con, n e c i i c u t. W a s h i n g t o n, D. C., 31. Dezbr. Die Veröffentlichung der erfolgreichen Resultate von Experimenten, die von der Abtheilung für Bodenkultur de Landwirthschafts - Departements in Verbindung mit der Connecticuter Versuchsstation mit der Produktion von Samatra-Tabak angestellt wur den, haben unter den Tabakbauern und Händlern großes Interesse erregt. Die Ernte wurde an eine Firma in Kansas City verkauft. Zahlreiche Anfragen sind im Ackerbau-Departemcnt eingelaufen und auch an guten Rathschlügen fehlt's nicht. Es wird z. B. behauptet, daß Tabak, der von der Regierung gezogen wurde, in kleinen Quantitäten an Händler hätte vertheilt werden sollen oder, wenn er einmal verkauft werden sollte, so hätte er in New York. Philadelphia oder sonstwo verauktionirt werden sollen, um Allen eine Chance zu geben. Prof. Whitney, der Cßef der Abtheilung für Bodenkul tur. antwortet darauf, daß der Tabak Eigenthum der Connecticut Tobacco Experiment Company war und nur unter Leitung des Departements gezogen wurde. Es scheint, als ob sich nur Florida und Connecticut dazu eignen. Sumatra-Tabak zu bauen. Die Demokraten. Kansas City 31. Dezbr. I. G. Johnson, der Vorsitzer des ExekutivAusschusses des demokratischen Natio-nal-Kommittees. kani Sonntag auf der Reise von Chicago nach seiner Heimath in Kansas hier durch. Er sagte, er wisse nicht, ob die demokratische Organisation. welche während der letzten Kampagne geschaffen wurde, aufrecht erhalten werde, aber daß das NationalKommittee nicht reorganisirt werde, wisse er. Spukt's im Oberstübchen? W i ch i t a. Kan.. 31. Dezbr. Frau Carrie Nation weigert sich, die von ihren Gesinnungsgenossen aufgetriebene Bürgschaft zu akzeptiren und behauptet, sie werde das Gefängniß nicht eher verlassen, bis sie von der gegen sie erhobenen Anklage freigesprochen sei. Trotzdem behauptet sie. sie werde fort fahren. Wirthschaften zu zerstören, sobald sie könne. Sie hofft, daß andere Temperenzler, die viel Geld haben, ihre Strafe bezahlen. Zwei gräßliche Unfälle. C l e v e l a n d . O.. 31. Dez. Am Sonntag ereigneten sich zwei fürchter liche Unfälle innerhalb fünf Minuten in zwei nicht weit von einander entfernten Speichern. Sydney Hamm von London. Ontario. fie! in einem derselben durch eine Luke, und zwar sechs Stockwerke tief, und der 19 Jahre alte Ralph Spellman fiel aus einer Höhe von neun Stockwerken ebenfalls durch eine Oeffnung. Beide waren auf det Stelle todt.

;