Indiana Tribüne, Volume 24, Number 103, Indianapolis, Marion County, 30 December 1900 — Page 5
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Xie Generale Hose.
3R:ifrörhaiorc:-!e tcn Freiherr p. Ecdllcot. Lieutenant Wurnl war dai, was n:an im AÜgeinelln und im Besonde?en eine nuöc nennt. 121 irug mt Epaulettes nun scdon vier Jahre auf , innen schultern, aber er yane nen in I L I . I bioser Jett weor innerlich noch äußer lich zu seinem Vorrhcil verändert. Er war keine b:-aiis; war klein von Figur, er ;rar fast zu klein für einen (faier, der den großen Mannschaften feiitti Zuges allein schon durch das Auftreten vor der Front imponiren soll - - qroß an ihm war nur der Kopf, der in fpi keinem Verhältniß zu den übrio,en Abmessungen seines Körpers stand. und noch größer als groß waren seine
vum, er war nicvi icvon oft. darin bestehen, das Maul darum so mehr hatte er nach der Meinung 00n? den Mund zu halten, das zu seines Herrn Oberst die verd ammte n was die anderen mir vorschreiben Verpflichtung, in jeder Hinsicht seine unö 'frieden zu sein mit den BroSckuldigkeit zu thun und zu beweisen, samen. die die älteren Kameraden mir datz man trotz emes solchen EMieu.s ubna lassen. Daran denke ick aber
ein hervorragender Offizier sein kann, .um aab seinem Commandeur in isser Hinsicht recht, aber vorläufig dachte er nicht daran, die Ermahnun- ! II seines Vorgesetzten zu befolgen Ptpi ru es immer noch Zeit, es wäre nai seiner Meinung geradezu unHeimttch gn?ei?n. wenn sein Oberst an ei iiem so jungen Offizier, wie er es war, nichts mehr auszusetzen gehabt hätte li aab es nicht, dafür wer er ja die iHübi bei Ofsizierscorps. ar Wurm ein gewöhnliches Mus keWer. ein Musketier gewesen, so t ätte das Urtheil seiner Vorgesetzten über ihn gelautet: dick, dumm, faul nnT ufT.ihii-i" Krt nhr Ytf. VflmriMn und hatte, Lieutenant zu sein, drückte man iiiD'H' w" " 7 sich über ihn etwas gebildeter aus: Neigung zur Corpulenz. wenig beanlagt, phlegmatisch, starker Effer; das klang iwar etwas anders, war, aber im Snmdk genommen genau dasselbe. Für die Untergebenen ist es ein Glück, oder ein Unglück es kommt darauf an. von welcher Seite man die caüx betrachtet daß die Vorgesetzlen über dieselbe Sache ganz verschiedene Ansichten haben und so ging es innen auch mit ihrem Urtheil über Lieutenant Warm. Die einen, an der spitze monsienr le eoramandfur, der Herr Qderst. hielten ihn für dumm.
die anderen, an der Spitze sein Masor j schf. ein drittes gibt es nicht. und Balaillonscommandeur. hielten mxttl tn der Nahe, so mutzte ibn für äußerst helle. Wie immer. na$ berühmtem Muster den Götiafl auch hier die Wahrheit in der j tern cinige Nutzend dieser Thiere Dhtte: er war keine Leuchte der Wis- opXJlf die in besonderer Abart als ''enschaft. aber er war auch nicht auf j Hessen beim Militär 'n nicht zu derv i r . . r ti . c ; 1 " , v
yen vv, miauen; cc uue litt IN. c : guten Mutterwitz und zuweilen Ein'alle, um die ihn ein weit Klügerer nätte beneiden können. Ebenso schlecht wie ihn sein Oberst handelte, ebensosehr protegirte ibn sein Mawr; der that das einmal, um seinen Commandeur, mit dem er wie Katze und Hund stand, soweit zu ärgern, wie es ihm innerhalb der engen Grenzn der Disziplin und Subordination möglich war, dann aber auch, iveil ihm Wurms ganze Art gefiel. Seine Vorgesetzten-Seele war durch den Kommiß noch nicht so verknöchert. ?aß sie nicht noch an Ausnabme-Men schen Gefallen fand. Wurm war bei seinem Majvr (die euie sagen: Matschor) enfant gat und wo dieser ihm ein fremdes Eommanvo. Das zwar nicht immer ehrenvoll war. aber dafür häufig eine Commaudo Zulage einbrachte, .zuschanzen" konnte, that er es und so war es osnn auch natürlich, daß Wurm Fourier - Offizier lvurde. als er m das Manöver gehen sollte. Als der Herr Oberft davon erfuhr. rtirte er bis auch schon von anderer -ette häufig citirte Wo: .Die B,t caft hör' ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.- Er konnte es Glicht fassen, dich der Bataillonscommandeur gerade der Rüde ein so schweres unb verantwörtliches Ämt anvertrauen wollte. und vorübergehend dachte er daran. diese- Wahl seine Bestätigung dorzurnlbalten. Tann aber besann er sich tinü anceren, denn auch die Vrgeitz. ten andern zuwellen ihre Ansicht: Zenn der Major m:t ihm glücklich werden will, meinetwegen, hoffentlich m Resultat ern derartiges, deß hpm rnrllnncisnTnmnnhiiT nn: dem Bataillonscommandeur end lich die Augen darüber aufgehen, welche Nübe er sich groß zieht ich bin 62gierig, wie die Sache endet." Und auch Wurm selbst war sehr bealerig. ob es ihm gelingen werde, die
ibm anvertraue Ichwierlge Ausgabe kommen gewesen, das Essen hatte selbst .zur Zufriedenheit aller Btheiligten zu sein plattdeutscher Bursche mit Widersen, denn Fourier - Offizier zu sein, willen zu sicb genommen, und das Bett ist das Schwerste, so man hat. Jeder ja, das war das AUerschönste von Kamerad und nun erst jeder Haupt- allem gewesen. Zahlreiche Stellen im mann hat seinen besonderen Wunsch. ' Gesicht, auf den 5)änden und an weni Ter eine will nicht bei einem Pastor I ge, sichtbaren Körpertheilen bewiesen liegen, der zweite nicht bei einem Apo- , ihm heute noch, daß er diese acht theker. der dritte will m kein Haus. ! gjcht allein zugebracht, in dem heirathsfähige und tanzlustige Und dabei hatte der Major in einer lockrer sind, dem vierten ist es ganz i Villa gewohnt, die im Vergleich mit einerlei, wie er selbst untergebracht ist, seiner ' Behausung die reine Villa wenn sein Pferd es nur aut hat und ! Hügel des Kanonenkönias Krupp zeer fünfte sagt: Mew Gaul und ich wesen war. find eins; daß mein Roß gut untere- ! Das konnte nicht mit rechten Dingen bracht wird, ist wohl selbstverständlich zugegangen sein, nicht nur dem Ehre . r t rr I r . - . L . . .
und imolgeoenen rerone aucy icy mn bsoluter Bestimmtheit auf ein tadelloseS Quartier.Geduldig hörte Wurm alle Wünsche an. d ihm in dieser Hinsicht auseindergesetzt wurden und obgleich tx cuch nicht im entfernteren de?an chte. allen Forderungen gerecht zu .'rden. beruhigt er ieden mit den orten: Was gemacht wer kann, cd aemächt." Die Hauptsache für ihn bestand ta deinen Ma?sr in ?eder .insicbt iu den zu stellen: einmal setzte er seitolz darem. das in ihn gesetzte trauen zu erfüllen, dann aber sagte ch auch, daß tm Bataillonscomdeur trotz aller freunbschaftlichen . m L nungen tt)t arod werben wenn er nichts stets die denen erhielte. Boresetzte verlangte von sei-
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ntm Fourier in jedem 50rt daZ öciie Quart? ach. und eins gibt es doch nur. Darin aber, dieftö eine für seinen Brotherrn mit . vieler List und Tücke zu erobern, es' fest zu halten und
sich von keinem anoeren wieder forthmcn zu lassen, darin besteht die afce Kunst, die viele üben, aber nur mrne lernen. " .ch muß etwas aanz Neues. etwaS qanz Eigenartiges erfinden." sagte sich Wurm, wenn ich mein Ziel erreichen will. In manchen Ortschaften liegen wir mit den verschiedensten Truppentbeilen zusammen, jedes Bataillon entsendet seinen Fourier. der älteste hat am meisten zu sagen, und da ich mit tödtlicher Sicherheit der jüngste bin. wird meine aamt Tbatiakeit aller Wahrscheinlichkeit nach, wie schon so aai nicht. Mit dem Amt. so pflegt man zu saqen, kommt der Verstand das Amt hätten wir. ob aber auch den Verstand? Versuchen wir durch einigei Nachdenken uns davon zu überz-u-qen, ob diese edle Gottesgabe bereits bei uns eingekehrt ist." tr liefe diesem Entschluß die Tdat f0lfleil legte sich aus seineChaisilonKue. iündete sich eine Eiaarre an. sah den dlauen Rauchwolken nach und zermarterte sein Gehirn. Der ersten Havana war schon lange die zweite gefolgt und diese? die dritte? illlruulg wallte er sich aus feiner Lagerstätte hm und her. bald schloß er w iw w. oie Äuaen. um unaenorier cxnien u können, bald riß er sie weit aus, um nachzusehen, ob an der Zimmerdecke nicht das erlösende Wort geschrieben stände, eine stunde verstrich nach der anderen, es wiwd Nacht, aber damit SKaltich auch Tag in seinem Gehirn seine Nasenflügel fingen vor Erregung an zu zittern und gleichzeitig begannen seine Ohren sich zu bewegen. Das war oei ihm ein untrügliches Zeichen. daß er einen Gedanken hatte. ..Heureka! ich hab's." rief er frohlockend, wär der Gedank' nicht so tti flucht gescheit, man wär' versucht, ihn hlich dumm zu nennen" so heißt 4 ia to0M Entweder alückt's. oder es achtender Anzahl vorkommen, eu--.1- : jl f. c - im reia, iw i;uu s . Mit der Gelenkigkeit eines ParterreGymnastikers sprang er in die Höhe und setzte sich an seinen Schreibtisch, um trotz der späten Stunde noch einen Brief an seinen alten Herrn zu schreiben, der als Ercellenz a. D. in einem Pensionopolis lehte un der bis an sein Lebensende auf der ganzen Welt weiter nichts mehr zu thun hatte, als seine Gäule spazieren zu führen und über seine Verabschiedung zu schelten. OHO Es war vier Wochen später am vorletzten Manooertag. Auf einem Feld. Herrnflügel hielt Wurms Oberst, der als ältester Regimentscommandeur beute die Brigade führte und neben ! ihm Wurms Bataillonscommandeur. da an Stelle des erkrankten Vorgesttzten der Regimentsführer war. Der Herr Oberst befand sich in der denkbar schlechtesten Laune, selbst sein Adjutant, der während seiner nun bald dreijährigen Thätigkeit wirklich nicht durch gute Behandlung verwöhnt war, mußte sich eingestelM. seinen BrotHerrn noch niemals in einer derartigen Stimmung gesehen zu haben. Schlau wie er war. hielt er deshalb auch nicht neben seinem Commandeur, sondern ' weit hinter ihm. Alles auf Erden bat seinen mehr ! oder weniger stichhaltigen Grund und ; seine Veranlassung so auch die ! Mißstimmung des Regimentscomman- ! dpiirs (5t hntt vftm mit forttm Stäbe in demselben Ort gelegen wie , dz Bataillon, dessen Qmmandeur nn hrn hi,u nh ennrii- n,hbt. ein Quartier, das nach seiner. ' j hsem Fall ja ganz allein maß- , cCF t-i " , gebenden Ansicht überhaupt gar keins gewesen war. In dew Haus, in dem er wohnte, batte es nicht nur Gott weiß nach welchen Ingredienzien gerochen. , sondern sogar ge duftet, die Luft in seinen Zimmern war einfach zum Um gebührt, sondern aucti da bete iuar' ticr demienigen. dem es zusteht, und in iweift Hasten Fällen ist allemal der Herr Oberst derjenige welcher, und hier war der Fall nicht einmal zweifelhaft gewesen, wie Witzbolde es nennen. Wenn der Herr Oberst nur wenig, srens seinen Fourier Offizier hier gehabt hätte, um von ihm sich eine Erklä, rvq geben zu lassen, vor allen Dingen aber, um mit dem Mann so grob zu werden, wie er es verdiente. Darüber, ob es ihm möglich sein werde, seinen Lieutenant nach Gebühr anzufauchen, war oer iz.ommanveur sich noch nicht ganz klar, aber er hoffte es wenignen nahm er sich fest vor. den hohen Anforderungen, die er in dieser Hm- -' t . 1 1 1 sicyl ielvn an n? Küit, gerecyr zu werden. AVer der Lieutenant war nicht da. er war bereits in die Garnison zurück-
Jndiima Tribüne Sonntag, den 30 Dezember 1900.
gefahren, um dort alles für die Aufnähme der Truppen. d,e morgen zu, rückkehrten, vorzubereiten. Doch der Wurm war nicht da: ir- j gendwo im Gelände mußte er mit den beuten feinesZuges herumkriechen. denn , da es heute für sämmtliche TruppenUvile nur da. mit Recht so beliebte 'iwak gab. hatten die übrigen Fourier Offiziere nichts mehr zu thun und mußten bei ihren Compagnien eintretat 2er Regimentsadjutant wurde abgeschickt, um den armen Lieutenant zu kolen. aber er kehrte unverrichteter 3ache zurück. Wurm hatte inzwischeu einen Spezialauftrag erhalten und irrte mit seinen Leuten, um den Befehl auszuführen, irgendwo in der Well herum über das wo" hatte Niemand den Adjutanten aufklären können, und dieser fühlte sich nicht derpflichtet, stundenlang herumzureiten, um den Gesuchten zu finden, sein Pferd mußte 0 wie so genug laufen. Die Folge war, daft der Adjutant nen Theil jener Grobheiten, die für Wurm bestimmt waren, zu hören bekam. aber trotz alledem blieb für den wirtlich Schuldigen noch genug übrig. Je mehr der Oberst sich ärgerte, destomehr freute sich der Major es macht den meisten militärischen Unterge denen Spaß, wenn sie sehen, daß ihre Vorgesetzten, über die sie sich selbst so oft ärgern. s?ch auch einmal über sie ärgern, ohne daß sie den hohen Herrn irgendlvelche direkte Veranlassung gegeben haben, mit ihnen grob zu werden. Dies nennt man beim Militär den indirekten Aerger, der nach Ansicht der ruchlosen Unteraebenen den Borgesetzten sehr bekömmlich ist. Wer im ManövergeLnde einen so ; großen Truppentheil, wie eine Brigade es ist. zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten führen und keine Fehler , machen will, mutz einen klaren Kopf j haben und im Stande sein, seine gan- ! zen geistigen Fähigkeiten auf die Lö- ! sung der ihm gestellten Aufgabe zu 1 concentriren. Dessen aber war der Herr Oberst beute nicht fähig, bor lauter Aerger konnte er nicht rubig denken. , nicht sachlich disponiren und das Ende i vom Liede war. daß er bei der Kritik ! seitens Sr. Excellenz des commandirenoen errn Mnerais nocd weniger als gar kein Lob erntete. Und dies ist nach der Ansicht aller Sachverständigen nicht viel. Wenig später rückte das Regiment nach dem für ihn bestimmten Biwaksplatz, und kaum waren die Truppen dort angekommen, als Lieutenant Wurm zum Herrn Oberst befohlen wurde. Der Commandeur überragte seinen Untergebenen wenigstens um einen ha!ben Meter und von der gewaltigen Höbe herab sah er seinen Unterthanen mit Augen an. die da zu sagen schienen: ..Lebst Tu elender Wurm über Haupt ncch? Wagst Du s noch zu athmen ? Za, nocli lebte, noch athmete er. aber nur noch schwach; der Adjutant hatte ihn darüber aufgeklärt, worum es sich bandelte, und die Miene n be- Äcrge setzten klärten ihn darüber auf. daß er dieses Mal nicht so ganz billig davon kommen würde. Ter Herr Oberst holte noch einmal tief Atdem. dann fragte er: Welchem Umstände Sie die Auszeichnung verdenken, dah ich mit Ihnen spreche, wissen Sie?" Mir wäre lieber, diese Auszetchnung würde einem anderen zu theil.dachte Wurm, laut aber sagte er: ..Zu Befehl." ..Um so besser," fuhr der Comman deur fort, dann kann ich mich kurz ! fassen. Es sind mir im Lause des inöverZ verschiedentlich Klagen darüber zu Ohren gekommen, daß Sie Ihn Herrn Major in jedem Ort stets das beste Quartier zu verschaffen ivutzten. daß einmal sogar ein General eine weit schlechtere Unterkunft fand, als Ihr Herr Bataillonscommandeur. 3;ch habe nichts dazu gesagt, im Gegentheil, ich habe mich darüber gefreut, denn es bewies mir. daß Sie Ihren Posten ausfüllten, daß Sie die Jnte ressen Ihres Herrn zu vertreten ver standen, ich habe Ihr Talent und Ihre Geschicklichkeit bewundert: aber diese Bewunderung hört mit dem Augenblick auf. da ich selbst unter ihr zu leiden habe. Das. Herr Lieutenant, wollte ich Ihnen sagen." Wenn das schon der Schluß der ganzen Rede ist", dachte Wurm. ..hättest Du Dir auch den Anfang und die Mitte sparen können, bis jetzt hat die chose auf mich noch nicht den leisesten Eindruck gemacht." Aber es war nock nicht der Schluß' uui. fing es erst an. und der Cnmmandeur machte seinen Lieutenant so schlecht, daß an diesein nicht nur sein gutes Haar, sondern nicht einmal ein gutes otück Haut blieb. Endlich, endlich war der Oberst fertig und ein unhörbares Gott sei Dank" entrang sich der Brust des Untergebenen. Bevor ich Sie entlasse, noch eins. Herr Lieutenant." nahm der Oberst ba von neuem das Wort; ich bitte Sie, mich darüber aufzuklären, wie Sie eS angefangen haben. JhremHerrn Major stets daL beste Quartier zu besorgen das will ich nicht nur wissen, das muß I ich sogar wissen, und deshalb befehle ich 7)bnen. mir die Wahrheit zu sagen. We Ihr befehlt. 0 Majestät, zum dienen sind wir di," , dachte Wurm dann sagte er. während ein leichtes )torth der Verlegenheit seine Wangen färbte: Der Trick, den ich anwendete, ist sehr einfach. Herr Oberst. Ich weiß nicht, ob dem Herrn Oberst bekannt ist. daß mein Vatcr Generallieutenant a. D. ist. Wenige Tage vor dem Manöver ließ ich mir von meinem Vater eine alte Generalshose kommm " .WaS ließen Sie sich kommen?"
fragte der Commanveur'der nicht recht verstanden zu haben glaubte. Eine Generalshose. Herr Oberst." wiederholte Wurm. ..sie sollte mir groste Dienste leisten und sie hat es auch gelhan. Da ich ein sehr guter Radfahrer bin. gelang es mir stets, als erster von den Fourier - Offizieren in der Ortschaft, die belegt werden sollte, einzutreffen. Ich suchte dann sofort den Ortsvorsteher auf und setzte diesem auseinander, daß ein General einträfe, für den ich das beste Quartier brauche, daß aber dafür ein Major weniger käme, so daß die Zahl der Einquarticrung dieselbe bliebe. Gleichzeitig setzte ick dem Ortsvorsteher auseinander, daß er sich durch die Reden der anderen Offiziere nickt irre machen lassen dürfe der General käme wirklich. Ich lieft mich in das beste Quartier führen und hing dort die Generalshose, die ich stets auf dem Rad bei mir führte, ostentativ zum Fenster heraus. Nach einer Stunde hatte ich mein Bataillon untergebracht und fuhr wieder von dannen. Kamen die anderen Fouriere, so war ich längst über alle Berge. Ich habe es hinterher erfahren: nie haben die andern Fourier - Offiziere geglaubt, daß ein General käme, aber trotzdein hat nie einer gewagt, die Generalshose fortzunehmen oder auch nur anzurühren, vor der Hose eines Generals hatten sie alle Angst wie vor einem General selbst. Ich behielt stets das beste Quartier und die Hose blieb stets vor dem Fenster hängen, bis der von mir in das Geheimniß eingeweihte Fourier Unteroffizier sie im letzten Augenblick, unmittelbar vor dem Einrücken der Truppen fortnahm und sie mir dann sofort durch einen Radfahrer nachsandte. Einmal wäre der Coup beinahe mißlungen da stürzte der Radler und um ein Haar wäre das Beinkleid für meine Zwecke zu spät gekommen." Mit immer größer werdendem Erstaunen hatte der Oberst seinem jun gen Lieutenant zugehört, er wußte nicht, ob er noch einmal grob werden. oder sich mit Anstand in das Unvermeidliche fügen und gute Miene zum bösen Spiel machen sollte. Endlich entschloß er sich für das letztere und fragte, wenn auch noch mit etwas brummiger Stimme: Wenn Sie nun doch einmal so schlau waren, weshalb waren Sie dann nicht noch etwas schlauer und weshalb nahmen Sie dann nicht für alle Fälle, um jedes Mißlingen Ihres Tricks völlig unmöglich zu machen, gleich zwei Generalshosen mit?" Der Oberst war ordentlich stolz auf diese Frage, er bewies damit nach seiner Meinung Ulf das Glänzendste, daß er doch noch viel Heller war als sein Untergebener an manches denkt auch ein Lieutenant, an alles nur ein Oberst. Nun?" fragte der Commandeur noch einmal. ..warum dachten Sie nian daran, mehrere Beinkleider mitzunebmen?" Einen Augenblick schwieg Wurm noch, dann sagte er: Gedacht habe ich schon daran. Herr Oberst, aber leider ging es nicht anders, mein Vater besitzt nur dieses eine Paar Generalshosen." ..Dann allerdings." Der Overst wandte sich ab und ließ seinen Lieutenant stehen, er wußte nicht mehr, was er sagen sollte die Rübe, die er hatte ausrotten wollen, hatte sich seinen ErWartungen zum Trotz als ein äußerst brauchbares Gewächs entpuppt.
Gemüthlich. (5 ir. Tourist wird von Strolchen, die im Chausseegraben liegen und Kartea spielen, angebalten und ausgeplündert. Nachdem die Räuber ihre Beute getheilt, beginnen sie ihr Spiel von Neuem, während der Ausgeplünderte ihnen melancholisch eine Weile zusieht. ..Schade, dab Sie kein Geld mehr ha den", bemerkt einer der Strolche, als sich der Beraubte entftrnen will ..sonft hätten Sie mitspielen können!" A erschnappt. Herr: ..Aber natürlich. Herr Nachbar, wenn Ihnen mein Hund eine Wurst estohlen hat. bezahle ich sie Ihnen auch; was kostet sie denn?" Schlächtermeister: Zwei Mark, es war beste Cervelatwurst!" Herr: Nm, entschuldigen Sie. Lebe wurst ich habe sie ja selbst gegessen!" ModerneJugend. Mutter: Schau doch mit Deinen großen Augen nicht immer so auffällig umher, limm Dir an Lili ein Beispiel, die stets den Blick bescheiden zu Boden senkt!" Tochter: Mein Gott. Mama, bist Du noch unerfahren! Jede in ihrer Art! Lili senkt die Augenlider ja nur. um ihre langen Wimpern besser zur Geltung zu bringen." Bedenkliches Zeichen. Bauer (zum anderen) . . Was. den Müller Lolsl hast D' in Dein' Dienn g'nommen?! Na. da bist D' schön 'neinq'fallen! Wenn der amal bre! Tag' nix stiehlt, kriegt er den Krampf in die Händ'!" Ganz einfach. Heuer habe ich den Doctor durch ein unfehlbares Mittel abgehalten, meine Frau in's Seebad zu schicken!" ..Wieso?" Ich sagte ihm: wenn sie in's Seebad ginge, könnte ick seine Rechnung nicht zahlen!" A h a! ..Wa, Hansjorg. Sie wollen sich scheiden lassen von Ihrer ?Zrau. der alten Lise. die so manches ahr in unserem Hause gedient hat? Ach. Die gute alte Haut." Ja. das ist's ja eben. Herr Pfarier: die Alte haut." Der erste Patient, ner (aufgeregt): Herr Doctor. gute Die wa fehlte dem Kerl, der Sie da eben con sultirt hat?" Arzt: Nichts fehlte ihm!" Diener: Das habe ich mir gedacht; aber uns fehlt was . . . näm lich die Tischde im Wartezimmer!"
Unerwartete Wirkung.
)i.moreZke von ffrau igaur. Das Gewehr auf der Schulter, die Jagdtasche an der Seite, die Waden in Ichöne. hohe Gamatchen eingeschnürt unb mit einer Blouse aus blauer Lein , wand bekleidet, die ein Ledergürte!, in welchem die Patronen steckten, in der Taille einschnürte, kehrte Herr Bour donnois. der Notar, von Montgerbault' sur-Loire, Punkt zwölf Uhr von der Jagd zurück. Er kehrte von der Jagd zurück, der Herr Bourdonnois, und seiner ganzen gen entströmte ein gleichsam triumphirender Ausdruck des Stolzes, brachte er doch an diesem Morgen ein Rebhuhn, zwei Wachteln und drei Roihschwänze mit nach Hause. Der Notar erinnerte sich nicht, jemals mit einer so reichen Beute von der Jagd gekommen zu sein: Deshalb fand er das Leben schön, wenigstens sein Leben denn er hatte nicht' die geringsten Morgen. Er dachte mit tiefem Mitleid an die Unglücklichen, die sich der Politik widmen, und nicht ohne Grauen an das deklagenswerthe Pasein seines Deputaten, der eben geftorben war, und, bevor er den Bezirk Tl?rmtaArhr.?ll im SßTrsnmnl hrrrtf ebenso wie Bourdonnois, zu den unert.5 . .... -yj MVtUMIVflt 'Vt.tMtj schrocknsten Wachtel- und Rothschwanzjägern gehört hatte. Hrda, Herr Bourdonnois!" Diese Worte tarnen von dem Apotheker Lapsrouse, der vor der Thür der Apotheke stand und seit einiger Zeit aus den Notar wartete. Guten Tag. guten Tag." sagte dieser und drehte ostentativ seine Jagdtasche nach dem Apotheker um; dann wollte er mit einem freundlichen Händedruck seinen Weg fortsetzen, als Laprouse ihn mit gebieterischer Geberde zurückhielt. Bleiben Sie doch, kommen Sie einen Augenblick herein, ich habe mit Ihnen zu sprechen." Was gtebt's denn?" Was es giebt? Der Bezirk von Montgerbault hat einen Deputirten zu wählen und einige Freunde und ich haben bereits einen Candidaten." ..So. so. wer ist denn der Unglückliche?" Sie!" rief der Apotheker und setzte dem Notar drohend den Zeigefinger auf die Brust. Wüthend versetzte der Letztere: ..Niemals, niemals!" Sie müssen!" entgegnete Lap6rouse mit größter Seelenruhe. Wir apvel liren anJhren Patriotismus. Sie dürsen sich uns nicht entziehen." Aber es ist ja schon ein Candidat da, Bazouge!" Ganz recht. Bazouge ist einDummtopf, wir werden Sie gegen ihn ausspielen, wir werden ihn niederschmettern," Der Notar mochte sich noch so sehr sträuben, er mutzte nachgeben, boch er erklärte noch zuletzt: $ch sage Ihnen aber vorher, ich tijmmere mich um nichts, ich will keiner Wählerversammlung beiwobnen und Niemand besuchen." Stf geschah es. und am Abend der Wahl legte er sich zu Bett, ohne eine lebende Seele besucht zu haben. Die Resultate konnten übrigens erst spät in derNacht bekannt werden, denn in einer so bergigen Gegend wie Montgerbault lassen sich die Verbindungen nur sehr schwierig herstellen. Als die alte Wirthschaftmn des Notars am nächsten Morgen, mit dem Momteur von Montgerbault" in der Hand, in das Zimmer ihres Herrn trat. sah Herr Bourdonnois, daß die sonst so rubiae Person aufaereat und entrüstet war, und daß ihr die Thränen in den Augen stanoen. Na. meine gute Francoise. wie viel Stimmen?" Ach. es ist eine Gemeinheit, eine Ungeheuerlichkeit!" Na. wie vl denn?" Fünfundzwanzig, Herr Notar, von fünfzehnhundert fünfundzwanzig. Nicht eine mehr; ach, diese Etel! Es läßt sich nichts mit ihnen anfangen! Herr Bourbonnois war ein Mn von Geist, und am übernächsten Tage erschien im Moniteur 'von Montger bault" auf der ersten Seite folgende Anzeige: Herr Athanase Bourdonno wünscht den fünfundzwanzig Wahlern. die für i,hn gestimmt haben, seine Dankbarkclch zu beweisen, und bittet sie. ihm die Ehre zu erweisen, ein Diner anzunehmen, das am nächsten Sonntag um 12 Uhr Mittags im Hotel zum Weißen Roh" stattfinden wird. Am besagten Tage sahen die Bewohner von Montgerbault um dreipiertel zwölf den Notar Bourdonnois. wie er sich im Frack und weißer Craoatte mit festem Schritte dem Weißen Noß" zuwandte. ,,S werden zufrieden sem. sagte chm der Hotelier, und Ihre Gäste - . auch!" Er hatte seine Sache in der That sehr gut gemacht, .und die Tafel, die im schönsten Saal des Hotels aufgestellt war. machte einen prächtigen Eindruck, ..Ist noch Niemand gekommen?" Bis jetzt msch Niemand. Sie wissen doch. Herr Bourdonnois. unsere Üandleute sind die di.scretesten Menschen von der Welt und warten jedenfalls auf dem Marktplatz, bis es zwölf schlagt." In diesem Moment ertönten auf der Mur die zwölf Schläge der Mittagsftunde. ..Machen Sie die Thüren weit auf." rief der Notar und schickte sich mit ftrahlenim Gesicht an. seine undekannten Gäste würdig zu empfangen, Der erste, der erschien, war ein !anr und trocken dmann mit !
'Persönlichkeit, seinem unerschrockenen Ter Notar wollte eben den Befehl Nimrodkopfe. seiner strahlenden Stirn, geben, die Thür zu schließen und ausdem ungewöhnlichen Glanz feiner Au- zutragen, als er überrascht stehen blieb:
pferfarbenem Gesicht und vor Lusternheit glänzenden Augen. Ein zweiter ivlgte mit einer schönen, stärkten
Blouse, über die er seinen Bratenrock gezogen bztte. Dann kam ein kleiner alter Äcann. der einen ungeheuren Cylinder auf dem Kopf trug. Alle ließen sich in einer Ecke des Saales nieder und fuhren sich mit demselben stummen Lächeln mit der junge über die Lippen. Endlich erschien der fünfündzwan zlgste. der eine gestreifte Blouse trug und in der Hand den patriarchaliscben Knotenstock der Schäfer hatte. ein 26. Gast war eben eingetreten. Doch Kin Ueberraschung wandelte sich in Zorn, als dem 26. ein anderer und immer noch wder ein anderer folgte. ..Aber, meine Herren, hören Sie auf, was soll denn das heihen?" rks der Notar. . Er mochte noch so diel schreien, protestiren und fluchen, durch die Thür, die man jetzt nicht nzr schließen konnte, traten immer mehr Leute herein, kleine und große, dicke und magere, Leute jeden Alters und jeder Gestalt; alle drängten sich und stießen sich in wachsender Hast und mit immer nrn6r ITnmtfuk VVVQVtVV 4it44lFl. Der große Saal war jetzt voll, und der schreckliche Lärm und das Gedränge drohten jeden Augenblick, den Tisch mit tm 26 Couvcrts und seinen Frucht Pyramiden umzuwerfen. Der Wirth war unfähig, diese Invasion zurückzudrängen, und wußte nicht mehr, was er anfangen sollte. Wüthend verließ Herr Bourdonnois das Hotel durch eine Hinterthür. Der Marktplatz wimmelte jetzt von Menschen; aus allen Straßen kamen neue Gäste im Laufschritt hervor. Fünfundzwanzig Personen hatte er eingeladen und fünfhundert waren gekommen. Wie war das nur geschehen? Das läßt sich leicht errathen. Jeder der fünfhundert Wähler hatte sich, als er die Bekanntmachung im Moniteur von Montgabault" gelesen, gesagt: Man weiß ja nicht, für wen ich gestimmt habe, im schlimmsten Fall wird eben ein Couvert mehr aufgelegt." So waren denn Alle gekommen, ohne ihren Nachbarn etwas zu sagen, und keiner hatte seit zwei Tagen etwas gegessen, um dem von Bourdonnois veranstalteten Bankett Ehre anzuthun. Der Letztere eilte schleunigst nach Hause und schloß sich in seinem Zimmer in, als er dieses Rudel heulender Wölfe erblickte, die man zwingen wollte, mit hungrigem Magen wieder nach Hause zu wandern, während der Wirth schnell entschlossen die Gensdarmerie holen ließ, um daS Hotel zum Weißen Roß" räumen zu lassen. Der waschechte Gtyello. Eine theatralische Erinnerung, von Spielmann, Um die Mittagsstunde eines. Novembertages des Jahres 1850 saßen im Gastzimmer des Gasthauses .ur Post" in dem braKenburgii.cln ladtchen T. der Herr Bürgermeister der Stadt und Bruno Äceicyer, der Heldenipteler der Schauspieler - GeleUschast des DnrectorS Jucundus Schellhorn, die zur Zeit inT. Ihre P.osten und Zvretler ausgejcyiagen hat, aufdenen auch ich als jugendlicher Liebhader und Bonoioant tlgurirt. Etwa ein Jahr vor diesem yorbezeichneten November warJra Aldrde, der englische Neger ' Tragöde, nach Deutsanand gekommen, um auf den Bühnen seltne einzige Rolle, den ..Uitfllo" in Sdateipeares: Der 'jJiohx von Venedig", vorzuführen. Der schlaue Nigger, dem es bet seinen Gastspielen bauptsäcblich darum zu thun war seinen Beutel zu füllen, verschmähte nicht, auck den Direktoren reizender Truppen, die ihn haben wollten, fernen bohren anzubieten. So hatte ihn denn auch Director Schellhorn für ein einmaliges Gastspiel in T. gewonnen". Zum gronen Aerger und Bcrdruß Bruno Äcelchers. da Aeier selbst den Othello" in allen Städten, die ii beschien, stets mit kolossalem Erfolge oorsuhrte, &vhi ein lehr berühmter OthelloSpieler, ber Neger Jra Aldridge. Herr tetcyeri gftKf fragte der BürgerMeister Herrn Melcher. Der Heldenspleler antwortete nicht sogleich aus dieje Frage, ider in seinen Augen leuchtete es. denn ein teufiischer Plan keimte urplötzlich in jeiner Seele. Ucin zweideutiges Lächeln begleitete dann feine laijig hingeworfene Antwort: Der echte, der waschechte Jra Aldridge gewin. Herr Bürgermeister!" W sagen Sie. Herr Mch Der echte, der waschechte Jra Aldridge" entgegnete erstaunt aushorchend der ! Bürgermeister. Ja. meinen S denn. c . .... rv. . je . t - Cuf die Persönlichkeit, die heute Abend hier den .Othello" spielen soll, sei nicht der echte Neger - Tragöde Jra Aldridgeö" H.ve ich nicht gesagt. Herr Bürgermeister," wich Bruno Melcher adwehrend aus. ..Nur so viel welg ich. vxnn ich der waschechte Jra Aldndge wäre. pir ein Spielhonorar von zehn Tha- ; lern käme ich Nicht nach T.. cehr aber kann ihm der Schellyorn beim besten Willen nicht geben. Darüber haben ja Sie selbst auch ein Urtheil. Herr Bürgermeister. Doch ich wiederhole: ; Ich yave nichts gesagt." Sie scheinen aber doch etwas zu wissen, Herr Melcher!" drängte sor schend der Bürgermeister. Ich weiß nur. daß ich nichts weiß!" declamirte Herr Melcher pathetisch. fuhr aber dann ohne Verzug fort: .Was ich aber gehört habe, will ick
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Komödiant von leidlichen ' Nackanungstalent. soll sich vortreff lich schwarz angefärbt haben und nun ; als vorgeblicher Jra Aldridge bei den i Direktoren der reisenden Theater und dem Plvlikum der kleinen Städte sei' nen Othello famos an die Lampen bringen. Ob's wahr ist, weiß icrj nicht, . Herr Bürgermeister ..Aber ick weiß genug, Herr Melcker. und man wird der Sache schon aus lu Gruno kommen. Guten Morgn!" Die Saat war gesät, und schon auch keimte sie so lustig empor, wie Brunc, Melcher nur wünschen konnte. ..Ick habe Befehl. Sie stehenden Fues aus das athyaus zu dem. Serrr, Bürgermeister zu bringen sagte der Polizeidiener Weiber zu dem Nec?er Tragöden, als dieser gegen vier Uhr Nachmittags in einem Lohnfuhrwer vor dem Braunen Hirsch- vorfuhi. m dessen 'aal vre Buhn stand. Höchlichst erstaunt vernahm der schwarze Tragöde den Befehl. Wohl . oder übel mußte er ihm Folge leisten. I Im Sessionszimmer auf dem Nath-1 hause stand hinter der geschlossenen . Schranke, neben welcher Weiher Pofto faßte, nachdem er den Neger eingeführt j hatte, der Herr Bürgermeister mit rn j ster Amtsmiene. Auf dem Schranke j präsent irten sich eine Waschschüssel mit dampfendem Wasser, ein Stück Seife und ein frisches Handtuch. Der Comödiant Jra Aldridge?- , fragte der Bürgermeister in strengstem Jnquisitertone. j ..Des. Sir!" Neger? Wirtlicher geborener Neger?" ' Welt, Sir! From the Senegal at the Sudan Ein richt igesBerliner Kind!" murmelte grinsend der Polizeidiener. Sehr schön!" fuhr der Bürgermeister mit einem ungläubigem Lächeln fort, sehr schön das! Aber das Gesetz fordert Beweise, unwiderlegliche Be weise, die Sie zu erbringen baber Sie werden sich deshalb hier vor Mi? das Gesicht waschen. Jawohl! Hier daS G.'sicht wa-' schen:" echote Weiher und hielt dem Trogöden die Waschschüssel hin. Verständnißlos blickte dieser ein Paar Sekunden bald auf den Bürgnmeister. bald auf den Polizcidtener mit der Waschschüssel. Endlich begriff er, und das afrikanische Blut schoß, ihm siedendheiß durch die Adern, seine Augenfterne schoben sich so wit zurück, daß nur das Weiße der Augen fichtbar blieb. Seine Rechte holte l.us. und auf der Backe des Poliidienerd knall te eine so furchtbare Ohrfeige, daß dieser an die Schranke taumelte, unv der Bürgermeister erschreckt hinter den Sessionstisch retirirte. Der empörte Neger - Tragöde aber schüttelte jetzt den Staub von feinen Füßen, lief die Treppe hinunter, schvb Herrn Schellhorn, der ihm an der Rathhausthür fragenden Blickes entgegentrat, ungestüm bei Seite und eilte geflügelten Fußes zurück nach dem, ..Braunen Hirsch", wo er seinen Lohnkutscher sofort wieder einspanne?, ließ und dann schleunigst davonfuhr. Keinen Augenblick wollte er noch rn einem Orte verweilen, wo man glaubte, seine angebore, Hautfarbe auf ihre Waschechtheit prüfen zu müssen. Auf dem Rathhause aber rieb der Polizeidiener, nachdem er sich von seinem Schreck erholt hatte, eifrig mit dem weißen Handtuche seine geschwol lene Backe. Dann betrachtete er das Tuch und dessen bleibende UnschuldS weiße mit erstaunten Blicken und brach danach aufs höchste verwuudett in die Worte aus: Herr Bürgermeister? Der Kerl ist wahrhaftig echt, nicht angeftrichen! Keine Spur hat er abgefärbt!" Strengen Tones aber sagte derBürgermeister: Sie täuschen sich. Weiber! Der Kerl war nicht echt, war angeftrichen! Nur so gut war er angestrichen, daß er nicht abfärbte. Sie verstehen. Weiher!" Sehr wohl. Herr Bürgermeister ich verstehe!" Wegen der Ohrfeige selbstver. ständlich werden Sie bei der nächsten Bertheilung von Extragrztificatiomn an pflichtgetreue Beamte in erster Reihe berücksichtigt werden. Man wird dafür sorgen." DerPolizeidiener verbeugte sich den kend devot. EineStunde später wußte auch schon die ganze Stadt, der schwarze Comö. diant sei unecht, sei angestrichen ewe sen. die aufmerksam Wachsamkeit der vrigkeil sei ihm aber sehr schnell auf die Sprünge gekommen und habe so die Traterbesucher vor der beabsichtigten Täuschung bewahrt. Am Abend aber spielte Bruno Zvcelcher. wunderschon schwarz angeftricden. mit hinreißendem Feuer den Othellos Es war die Ernte seiner Saat.
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v .Mt- . . Mf.-
