Indiana Tribüne, Volume 24, Number 103, Indianapolis, Marion County, 30 December 1900 — Page 3
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Im Sdjallen ih?-$ Dopiiesijstnflers.
Karr 7. reikirigs Lehr und Wart fcer.zeit diesseits und jenseits des Hceaus. Roman von Karl (Sundlach. Copynghted 1898. Nachdruck verboten. (15. Fortsetzung und Schluß.) Xu siehst, mein Schätz." sagte ich. aus meinen Schraubstöcken, wie Du selber meine Hände nennst, gibt's kein Entrinnen. Also heraus mit meinem Eigenthum! Wird's?!Ich holte mit der freien Hand zum Schlage aus. In der rechten Brusttasche!" murnielte er jetzt. Ich griff in seine Tasche und richtig! Ich hielt meine Brieftasche in der Hand. Meine Freude kann sich Jeder denken. Ist mein Geld noch drinnen?" fragte ich nxiter. Mehr als daS' antwortete er. Was mehr ist. sollst Du behalten!" sagte ich. ..Gestohlen ist es wohl zwar auch, aber ich will nur, was mir gehört." Ruhig zählte ich die Banknoten nach und warf ihm den Ueberschutz hin. Bei der Gelegenheit machte er einen kleinen Versuch, sich mit einem Rucke zu befreien; wie er einsah, daß Gewalt nichts half, ward er endlich zahm und legte sich auf's Bitten. Na, ich hatte ja, was ich wollte, wozu sollte ich den Kerl noch festhalten? Ich hätte ja doch nicht gewußt, was ich mit ihm anfangen sollte. Todtschlagen m-chte ich ihn gerade nicht, also war es das Beste, ihn laufen zu lassen. Vorher natürlich zog ich ihm den Revolver aus seinem Gürtel, was er höhnisch lächelnd geschehen ließ. Dann hieß ich ihn aufstehen und sagte zu ihm: So! Jetzt nehmen Sie Ihr Pferd am Zügel und führen es hier an mir vorbei den Weg zurück, den wir gekommen und, und dann reiten S'.e, wohin der Satan Sie führt. Hüten Sie sich nur, je wieder meinen Weg zu kreuzen, sonst kommen Sie nicht so leichten Kaufes davon. Alw: Torna ol pen dil! Mach' Dich aus dem Staube!" Ohne eine Silbe zu antworten, nahm er fein Pferd am Zügel und führte es an mir vorbei einige Schritte zurück. Dann hielt er an und machte Anstalten, sich in den Sattel zu schwingen. Er wandte mir noch einmal das Gencht zu und sah mich mit einem satani''aen Grinsen an, während er mit der rechten Hand etwas aus der Satteltasche zog. Jetzt hob er die Hand und ein Revolver blitzte mir entgegen. Daran hatte meine Seele nicht gedacht, daß der Kerl in der Satteltasche noch eine Waffe haben könnte! Aber jetzt war es zu spät. Ich hörte sein höhnisches: Stirb, Hund!", sah den Schuh aufleuchten und spürte einen heftigen Ruck im Oberarme. Ein rother Schleier legte sich über meine Augen; ich fühlte ein seltsames Klingen in den Ohren " Solch' ein heimtückischer Schuft!" rief der Pastor, und seine Frau sagte mit Thränen in den Augen: Gott sei Dank, daß Sie da gesund vor uns sitzen. Ich hätte Ihnen sonst nicht so geduldig zuhören können." Und zu Mathilde gewandt fuhr sie fort: Armes Kind! Was für einen Schreck müssen Sie bekommen haben!" Ich hörte Fr:tz:ns Stimme, als ich den Berg herauf ritt." erzählte Mathilde, und Sie können sich denken, wie mir das Herz schlug, als ich auf der Höhe ankam und in demselben Augenblicke vor mir einen Schuß fallen hörte. Ich sah gerade noch, wie Fritz zusammenbrach und der Schurke auf ihn zu eilte und den Revolver zum zweiten Schusse erhob. ' Wie ich vom Pferde herabgekommen din. weiß ich selbst nicht, ich entsinne mich nur, daß ich dem Kerl die Waffe cus der Hand riß und ihm ein paar Mal damit über den Schädel schlug. daß er zusammenstürzte. Er raffte sich gleich wieder auf und ich hielt ihm seine eigene Waffe schußbereit entgegen. Aber noch ehe ich schießen konnte, sprang er hastig zurück, ergriff sein und mein Pferd am Zaume und verschwand rasch den Pfad hinab. Ich hatte natürlich keme bedanken, mich weiter um ihn zu bekümmern, meine ganze SoTge galt Fritzen. Ich wußte, er hatte immer eine kleine Apotheke an seinem Sattel hängen, und zum Glücke stand sein Pferd neben uns. Ich hatte ihn bald wieder zum Bewußtsein gebracht und war glücklich, daß er noch lebtet Wildenberger lachte und meinte: Ich bin ja von Stahl und gehe so leicht nicht entzwei." ONa," sagte Mathilde, es war nahe genug am Entzweigehen. Wir untersuchten zusammen die Wunde. Die Kugel war an der rechten Seite des Oberarmes eingeschlagen und hatte einen Muskel zerrissen, am zweiten war sie aber abgeprallt und schräge nach hinten wieder aus dem Arme herausgefahren." Die Sache war also nickt weiter gefährlich," meinte er. schmerzte aber gehörig. Wenn ich die Wahl habe, will ich mir lieber einen Knochen zerschmettern, als einen Muskel zerreißen lassen. Ich konnte mich vor Schmerz kaum rühren. Das Pferd zu besteigen, daran war qar nicht zu denken, und ich glaube. wir haben die halbe Nacht gebraucht es war mittlerweile dunkel qewor den , bis wir zu den ancyo im Thale zurückkamen. D5rt stellte sich natürlich das übliche Wundfieber em." .Und an ein Weiterreisen war selbst- , verständlich nicht :u denken," fuhr Mathilde fort. Die Jndianerfamilie des ancho half uns mit bereitwilliger pfreundschaft so gut s konnte, und
auch die Frau des Herrn Egidius Schein war in jeder Beziehung mit vehilflich und erwies sicb als ganz tüchtige Krankenpflegerin. Don Egidio selber aber war zu gar nichts zu gebrauchen. Er murmelte allerhand Citate aus Klassikern vor sich hin und sah sich von Zeit zu Zeit hilflos in der Hütte um." Du hättest ihm blos einen Spiegel vorzuhalten brauchen," sagte Bertha, .dann wäre er leidlich vernünftig geworden. Wenn er sich nicht im Spiegel sehen kann, ist er rath- und hilflos. Die Angewohnheit ist ihm zur Natur geworden." Das erfuhr ich erst, als wir Abschied nahmen," erklärte Mathilde. Als Fritz endlich so weit war, daß wir an's Reisen denken konnten, bat mich Frau Camilla um meinen Hand spiegel. Ich gab ihn ihr, und sie reichte ihn ihrem Gatten hin. Ein verklärtes Lächeln ging über seine Züge, und der ganze Mensch ivar mit einem Schlage umgewandelt. Er strich sich ein paar Mal über sein unrasirtes, stoppelbärtiges Kinn, reichte uns hochaufgerichtet die Hand und recitirte pathetisch: Wir müssen scheiden. Ich wünsche Ihnen zu der Reise Glück Und hoffe, daß Sie froh und ganz geheilt An Ort und Stelle sicher landen mögen. Lebt wohl! Lebt Alle wohl! und reichet mir Zum Pfand der alten Freundschaft tu.. Rechte." Er warf noch einen Blick in den Spiegel und legte ihn betrübten Blickes auf meine Sachen. Ich sah's ihm an, d r Abschied fiel ihm am schwersten, und ich bat ihn, den Spiegel als kleines Andenken zu behalten. Ich hatte ja wieder die Augen meines Fritz als Spiegel, was sollte mir das Ding von Glas. Egidius küßte mir dankbar die Hand und sprach begeistert: Wie köstlich ist es, einem Freunde, der Aus eine kurze Zeit verreisen will, Ein kleines Geschenk zu geben." Torquato Tasso!" warf ich lachend ein und setzte hinzu: Und würdevoll schritt er am Arme seines tugendsamen Weibes von bannen." So geschah's!" bestätigte Mathilde. Und wir sind froh, daß wir ihn los sind und hier glücklich beisammen sitzen, nicht wahr, Fritz?" Jawohl!" erklärte Wildenberger. Nur Eins macht mir Sorge: ob sich nämlich mein würdiger Doppelgänger glücklich aus dem Walde herausgefun-
den hat. Es wäre doch jammerschade, wenn der liebe Geselle zu Schaden gekommen wa"e!" Gott verläßt die Seinen nicht, und der Teufel läßt sich von Gott nicht beschämen!" sagte ich. Wissen Sie, wer Ihr Doppelgänger ist und wo er augenblicklich steckt?" Nun?" fragte er gespannt. Ihr Doppelgänger, der Mörder des alten Schauspielers und mein Doppelgänger sind Eins, und die Stadt Oaxaca schützt gastlich sein Haupt," würde Freund Egidius sagen." Fritz und Mathilde sprangen überrascht aus. Ja!" ergänzte Bertha meinen Bericht. Heute haben wir ihn selbst gesehen und gesprochen." Dunnerchmb und kein Ende! brüllte Wildenberger. Entschuldigen Sie, Pastor, unseren Nationalfluch. I! Da soll doch gleich " Nur ruhig Blut!" ermatte der Pastor. Mainisia! Morgen ist auch noch ein Tag, den würdigen Mann zu begrüßen. Heute ruhen Sie sich aus! Sie haben Ruhe nöthig." Wir stimmten bei und beschlossen, andern Morgens nach Oaxaca zu sahren, wo wir auch Herrn Borowsky zu treffen hofften. Den Kerl müssen wir jetzt auf alle Fälle unschädlich machen," erklärte Wildenberger, und wenn ich ihm eigenhändig die Lügengurqel zuschnüren sollte. Dazu genügt meine gesunde Linke vollkommen, sie ist behende genug. Ich freue mich auf den Spaß. Hätte ich dort im Walde gewußt, daß ich den Mörder des armen alten Schauspielers in den Fingern hatte, die Umstände blieben uns jetzt erspart." Es ist so besser!" meinte Mathilde. Du bist doch nun kein Mörder." Wildenberger lachte und sagte: Na ja, das ist ja auch ganz hübsch. Slber ein gefährliches Raubthicr umzubringen, kann doch eigentlich nicht als Mord gelten. WaS, Herr Pastor? Ich wenigstens kann zwischen einer vierbeinigen und einer zweibeinigen Bestie durchaus keinen Unterschied entdecken. Vieh ist Vieh, auf die Zahl der Füße kommt es dabei nicht an." 41. Kapitel. Ein nächtlicher Ritt u f Leben und Tod. Als Wildenberger und ich am nächsten Tage nach Oaxaca kamen, trat uns in der Fonda, wo wir abgestiegen, bereits Herr Borowsky in Gesellschaft eines älteren, vornehmen Mexikaners entgegen. Er war, sehr vergnügt und rief: Unser Mann ist noch hier und uns diesmal sicher!" Seinen Begleiter stellte er uns als Don Rodrigo Valdepenas vor. und wir erfuhren, daß dieser die Freundlichkeit haben wolle, uns Abends in einen Spielclub zu führen, wo wir den Gesuchten treffen würden. Bis dahin stellte Don Rodrigo mit echt mexikani scher Gastfreundschaft sich, sein HauS und ganz Mexico zu unserer Verfügung. Bis auf das Letztere nahmen wir seine Einladung an. Unterwegs theilte uns Borowsky mit. der Herr sei ein sehr einflußreicher Mann, an den er vom Polizeipräsidenten der Stadt Mexico empfohlen wor
den sei. i
Große Entrüstung erregte Wilden bergers Schilderung seines Abenteuers im Urwalde, und Don Rodrigo versicherte uns, es werde in seinem Club Wildenberger volle Genugthuung werden. Ein glänzend erleuchteter Saal, elegante Spieltische, vornehme Herrengesellschaft in modernen Anzügen und in reicher mexikanischer Tracht und dort, in das Spiel vertieft, bleich, glühenden Auges, das Bild eines leidenschaftlichen Spielers: Unser Doppelgänger! Don Rodrigo führte uns zu einem alten Herrn und stellte uns vor. Dann sprach er längere Zeit mit ihm und trat darauf zu uns mit dem Bedeuten, wir möchten an den Spieltisch neben den Gauner treten, doch so, daß er uns nicht gleich sehen könne. Er selber ging mit dem alten Herrn und Borowsky an die gegenüberliegende Seite d:s Tisches, klatschte in die Hände und sagte : '..Caballeros, darf ich Sie bitten, auf einen Augenblick das Spiel zu unterbrechen? Hier, Don Borowsky. bittet auf einige Minuten um geneigtes Ohr. Ich bitte, daß keiner der Herren feinen Platz verläßt." Die letztere Bemerkung galt unserem Langgesuchten, der sich beim Anblicke Borowsky's rasch entfernen wollte, jetzt aber trotzig mit untergeschlagenen Armen stehen blieb und dadurch sofort die allgemeine Aufmerksamkeit aus sich zog. Borowsky verneigte sich und sprach dann in spanischer Sprache: Herr Lieutenant von Buchenau oder Baron von Hohenstein oder Farmer Randolph aus Nebraska. oder wie Sie sich sonst zu nennen belieben, ich fordere Sie auf, mir Auskunft zu geden, wo sich mein Freund Don Federigo Wildenberger befindet!" Ich kenne den Menschen nicht!" lautete die freche Antwort. Borowsky lächelte sarkastisch und sprach weiter: Sie entsinnen sich vielleicht seines Namens nicht mehr, ihn selbst kennen Sie sehr genau, das weiß ich bestimmt, so genau wie Sie mich kennen. Meine Bekanntschaft werden Sie doch wohl nach Ihrem auffälligen Erschrecken bei meinem Anblicke 'nicht abzuleugnen wagen. Na, also, lieber Freund, sehen Sie sich einmal unter diesen Herren um. ob der Gesuchte darunter ist. Bitte!" Spöttisch entgegnete der Gauner: Altec Herr! Sie treiben sonderbare Scherze. Wäre Ihr Freund hier, brauchten Sie mich doch nicht nach ch zu fragen. Ist der gesucht? v.c vielleicht hier?" fuhr er, zur Vcrsammlung gewandt, fort, dann bitte ich ihn. vorzutreten, damit diese ktmisehe Scene ein Ende nehme." Damit sah er sich lächelnd um und gf.ade in das Gesicht Wildenv-rgcrs. Rings herrschte lautlose Spannung. Der Halunke hatte offenbar den Kopf verloren. Er machte gar keine Anstalt, sich zu rechtfertigen, und sah sich wild verzweifelnd um. Dann sprang er mit gewandtem Satze auf den Tisch, zog einen Revolver und
schlug auf Wildenberger an. Im selben ÄUgendlicke hatte ihn Borowsky am Arme gefaßt und zog ihn vom Tische herab.. Der Schuß ging in die Decke. Mit einem Rucke schüttelte der Schurke Borowskys Hand ab und suchte, die im Wege Stehenden zur Itxtt stoßend, die Thüre zu gewinnen. Ein junger Mexikaner trat ihm entr r i i c m ä gegen; ein cyun oiigic uno trachte. der junge Mann stürzte getroffen zusammen und über ihn weg sprang öei Schurke in's Freie. Nur ein kurzer Augenblick der Ueberraschung. dann sprangen Einiae dem Gefallenen bei und wir Uebrigen eilten hinter dem Fliehenden her auf die Straße. Hier sahen wir unseren Mann eben auf einem Pferde, das er von den vor der Thüre angebundenen genommen hatte, davon sprengen. Mit dem Rufe: Despejad! Platz! Der gehört mir!" drängte sich ein junger Mexikaner durch die Menge, schwang sich auf ein Pferd und sprengte .dem Flüchtigen nach. Wir Anderen folgten zu Fuß und zu Pferde vor die Stadt. Laßt Don Jos5 nur gewähren!" meinte ein alter Herr. Der bringt den Halunken ein; und wenn der Schurke dabei zu Schaden kommt, ist's seine eigene Schuld." Aufmerksam folgten alle Blicke der Hetzjagd. Es war eine wunderbar helle Tropennacht, die ganze Gegend war in Mondschein gebadet und lag vor unseren Augen wie ein märchenhaft lieblicher Traum. Zwei dunkle ' schatten gleich hasteten die beiden ter dahin ans der Straße nach d bergen zu, schneller, immer schneller .. unaufhaltsam rasendem Laufe, in wildem Ritte auf Leben und Tod. Todesangst schien das einzige Gefühl des Fliehenden zu sein; er spornte sein Pferd zur äußersten Anstrengung. zu einem verzweifelten Galopp an, der ihm verhängnißvoll werden mußte. In gestrecktem Laufe folgte der zweite Schatten und kam ihm näher und näher mit unheimlicher Geschw.ndigkeit. Plötzlich hob sich Don Jos.- im Sattel und schwang den rechten Arm empor wie eine schwarze Schlange kreiste der Lasso unheimlich im Mondlichte über dem Haupte des Reiters. Jetzt stieß Don Jos6 einen gellenden Schrei aus; der Lasso ringelte sich durch die Lust, Jos6's Pferd warf sich herum, stand mit einem Rucke still und sprengte zurück nach der Stadt. Ein reiterloses Pferd galoppirte den Bergen zu, und ein dunkler Körper folgte Jos6'v Pferde, bald geschleift, bald im Bo.n durch die Lust schwingend und auf die Straße dumpf auf schlagend.
Ruhig hielt Jos6 sein Pferd an und stieg ab. Hier ist der Mann!" sagte er mit unheimlichem Lächeln. Der schießt keinen Mexikaner mehr nieder!" Damit löste er den Lasso von dem schauerlich zerfetzten, noch zuckenden Körper des Verbrechers und ging in's Haus, nach seinem verwundeten Freunde zu sehen. Der Mann lebt noch!" sagte ich. Ist denn kein Arzt hier?" Nur Geduld!" sagte ein alter Herr. Ein Arzt wird gleich erscheinen; der Kerl kann einen Augenblick warten." Inzwischen kam ein Mitglied der Bezirkspolizei herangeritten, der sich gelassen die Geschichte erzählen ließ. Endlich erschien ein älterer Herr, der mir als Arzt, bezeichnet ward und der sich recht gemüthlich den Daliegenden betrachtete. Diese Gleichgiltigkeit ärgerte mich, und es fuhr mir in deutscher Sprache heraus: Herr! Sehen Sie denn nicht? Der Unglückliche lebt vielleicht noch!" Schaug'n's, a Landsmann!" sagte der Arzt schmunzelnd in unverfälschtem Oesterreichisch und reichte mir die Hand. Jessas!! Js das a Freud! Sog'n's, reisen's hier in Mexico zum Vergnügen oder woll'n's hier blaib'n? I sog Jhna, 's geht nix über dies Land, hier ist die Gemüthlichkeit z' Haus, des werd'n's scho' ausfind'n. Wos? Blaib'n's hier? Jo? Wart'n's an Aug'nblick. Nur ruhig! Der da is auch ganz ruhig, der is ferti. Des werd'n mer glei' hob'n." Damit bückte er sich und untersuchte die Leiche kurz, worauf er trocken erklärte: Aus! Muerto!" Durch einen Unfall zu Schaden gekommen," notirte der Beamte und ließ die Leiche fortschaffen. Das war das Ende meines Doppel-gängers.
Schluß-Kapitel. Das Landhaus am Rio Verde. An den Stromschnellen des Rio Verde liegt ein hübsches kleines LandHaus und schaut mit seiner weinlaubenumsponnenen Veranda zwischen dunklen Magnolien und weißen Citronenblüthen halb versteckt über eineWiese hinab zum glitzernden Wasser, in dem sich Blumen und Früchte träumerisch spiegeln, von buntfarbigen Faltern umtanzt. Die Sonne fluthet über den Orangengarten, die Bananen und Maulbeeren der Hacienda, und durch das vielstimmige Zwitschern und Jubiliren aus den Zweigen der Bäume singt es zum blauen Himmel empor: Hier ist Glück, hier ist Friede, hier ist Freiheit!" Das ist die Quinta Freiling", wie die Eingeborenen nser Haus nennen. Ja. es ist unser Haus, und da sitzen wir, Bertba und ich. auf der Veranda und spielen mit einem kleinen Mädchen von einem Jahre und lachen über seine ersten Sprechversuche. Ja. wir sind auch hier glücklich, glücklicher als je. wir sind frei und haden keine Sorgen, wie wir unseren Hunger stillen können. Das ist Freiheit und Glück! Mehr werth, als alle Schätze der Erde. Wir haben gepflanzt und gebaut, ge itet und gedichtet in diesen letzten f ,lf Jahren, und nun hab' ich diese Erinnerungen einer bewegten Zeit aufgeschrieben und will sie hinaussenden in die Welt, wo sie manchen alten Bekannten finden werden. Nur ein Schatten fiel noch in diesen Zeiten auf unser Glück: mein Vater hat es nicht mehr erlebt. Mein Onkel in Hamburg schrieb damals noch an Bertha und Mathilde unter Beifügung einer namhaften Geldsumme: Das ist hübsch von Euch, daß Ihr gethan habt, wozu das Herz Euch trieb. Jeder Mensch muß seinen Dickkopf im Leben durchzusetzen suchen, das hab' ich auch gethan. Gibt das Leben nicht nach, so gebt der Kopf entzwei, aber durchgesetzt muß die Geschichte werden, so oder so! Das Beifolgende betrachtet als nachträgliches Hochzeitsgeschenk von Eurem Onkel und richtet das Dasein gemüthlich ein. Ich brauche mir nichts mehr einzurichten, ich werde wohl selber bald eingerichtet werden. Na, ich habe ja so Vieles durchgesetzt im Leben, ich setze es wohl auch noch durch, anständig unter die Erde zu kommen, un datau heb ick die besten Utsichten. Sonst bin ich gefund und kregel und wünsche Euch desgleichen. Und wenn sich so lütje schreiende Dinger einstellen und ausbleiben werden sie hoffentlich nicht dann sorgt, daß sie recht fest für's Leben werden. Geht's man nicht immer wie es soll, dann klopft ihnen tüchtig die Jacke voll, aber immer hübsch hinten auf, nicht auf die Köpfe und wenn sie noch so hart sind, das vertragen die lütjen Dinger nicht. Ich hab's auch gespürt und habe gelernt, stille zu sitzen. Mit der Zeit lernt sich Alles. Na, lebt wohl, auf Wiederschreiben, wenn aus dem Wiedersehen nichts werden sollte. Euer Onkel." Ich habe den Brief aerade so hierher gesetzt, wie er im Originale vor mir licgt. Bertha meinte zwar, .er sei etwas dero abai'saßt, aber ich kann's nicht ändern, der Onkel schreibt eben nicht anders und würde sagen: !( gustibiis non ett disputarn dilnis! Der Eine mag es süß. der Andere sauer, aber Schnaps mit Zucker is ooch nicht nach Jedermanns Gusto." Wer weiß, vielleicht stößt unser Le den und mein Schilderung auch Manchen vor den Kops, aber da kann ich dem betreffenden oder dem betroffenen Kopse nicht helfen, wir Halten's mit meinem Onkel und werden unser Leden Niemandem zu Gefallen ändern.
wir sind eben Freilinge, und ein Freiling hat seinen Dickkops. Hallo! Don Juan!" ruft es in diesem Augenblicke von der Pforte her. Das ist unser alter Freund, der Schweizer von San Miguel, der uns die Postsachen aus Oaxaca mitbringt. Mit ein paar Sätzen bin ich unten. Zwei Stück!" ruft er. Ihr chönnet sich nüt beschwere!" Richtig! Zwei Briefe. Der eine ist von Wildenberger. die andere Handschrift kenne ich nicht. Wir öffnen selbstverständlich Wildenberger's Brief zuerst und lesen ihn gemeinschaftlich. St. Gallen, 25. Nov. 1893. Ihr lieben Menschen! Einen Gruß aus dem Hochthale der Schweizer Alpen nach dem Hochthale der mexikanischen Schweiz! Wir haben Italien bereist und sind jetzt auf der Rückkehr zu Euch und zu unserem Heim. Jetzt geht's im Fluge zu Mathildens Eltern, wo wir unseren Jungen abholen. Dem Bengel ist die Reise prächtig bekommen. Selbstverständlich ließ ihn die Großmama nicht los und hat ihn hoffentlich nicht krank geknutscht; sie liebt das Ding nämlich schauerlich. Wir werden Deiner Eltern Grab besuchen und Euch eine Blume davon mitbringen, wie Mathilde ja Bertha versprochen hat. Dann halten wir noch beim Onkel in Hamburg an, und dann sind wir bald bei Euch. X. v. Ich habe auch einen Verleger für meine Weltreisen, aber bei der Abfassung der Geschichte mußt Du mir helfen. Hans! Du verstehst das Ding besser. Ich erzähle Dir den Schwindel und Du dichtest darnach den Text, die Bilder will ich schon liefern. Wir verdienen dabei ein ganz hübsches Stück Geld zusammen. Bis dahin müssen wir's aushalten, und das können wir ia. Mit Gruß von Familie zu Familie Fritz und Mathilde Wildenberger." Ob die wohl bald das Reisen satt haben?" meinte Bertha. Vorläufig ja!" sagte ich. Wenn sie sich ausgeruht haben, treibt es sie doch wieder zu neuen Entdeckungen in die Ferne." Bertha lachte und sagte: Das thut nichts, wenn sie nur von Zeit zu Zeit in's Nest zurückfliegen. Aber halt! Da liegt ja noch ein Brief. Den hätten wir beinahe vergessen." Wir betrachteten ihn von allen Seiten. Er trug den Poststempel Chi cago. Nur Muth!" sagte Bertha. Also: Mein werthgeschätzter Freund!" Das fängt ja stolz an!" meinte Bertha.
Du Hast's erreicht. Octamo" kann ich mit Wallenstein sagen Bertha lachte hell auf: Don Egidio! Ist es die Möglichtat?!" Die Blase hat mir das Leben sauer genug gemacht, und ich wollte, ich wäre bei Ihnen in Mexico geblieben. Aber natürlich: des Menschen Wille Sie wissen ja. Mich kitzelte der leichte Erwerb meiner blanken Goldstücke, und so machte ich hier gleich nach meiner Rückkehr wieder ein Theater auf, wie der Deutsch-Amerikaner so hübscht sagt. Mein liebes, tugends ja so! Ich sehe Sie schon wieder grinsen. Na! Sie wissen ja, mein Weib versteht den Rummel auch (die Geschichte mit meiner Theatergarderobe habe ich Ihnen ja erzählt). Aber der Reiz der Neuheit war weg. Die anderen Theaterdirectoren haben mich übertrumpft. Ich zahlte immer noch Gagen und hatte Leute auf der Bühne. Du lieber Gott! Das ist auch nicht mehr nöthig, man nimmt jetzt die Leute von der Straße, wenn sie nur stehen können. Selbstverständlich ließ ich mich nicht lumpen und ich schäme mich, es zu sagen ich holte mir das verkommenste Gesindel aus den Alleys und Gassen und machte pleite. Aber damit nicht genug. Wie ich die Theaterklappe zumachte, gingen einige meiner Heldenjünglinge hin und verklagten mich, ich sei ihnen Gage schuldig. Denken Sie sich die pyramidale Frechheit! Ich hab' ihnen aber den Spaß versalzen, gründlichst. Ich hatte nämlich ein Geschäft angefangen, Färberei, großartig! sag' ich Ihnen. Dieses ganze Geschäft habe ich nun nein! Ich habe ja das Geschüft überhaupt nicht es wirft nebenbei Tausende ab. Das Geschäft gehört meiner Frau, meinem tugendsamen Weibe. Und ich bin ihr Clerk. Mein Motto lautet: Ich habe keine Schulden und dezahle keine Schulden." Wie gefällt Ihnen das? Schlau! Was? Im Uebrigen bin ich ein Biedermann, der in Gesellschaft gerne gesehen ist. Sie haben mich ja auch ganz gut leiden können, wie? Wenn Sie das Schicksal einmal wieder hierher führt, sollen Sie mir gastlich willkommen sein. Ich habe eine fürstlich eingerichtete Wohnung, an deren Thüre in Goldlcttern die Inschrift prangt: VillaCamilla. U wäre of tho dog! Auf diese Weise ist es gair gemüthlich bei mir. BahnlvÄ liegt's hinter mir, wie hinter Wallenstein, nur hab' ich mich vor seinem Schicksal bewahrt und grüße Sie, die alten Freunde aus einer scho nen tollen Zeit. ' Egidius Schein. Den letzteren trage ich bereits auf dem Kopse mit mir herum." Du!" frage ich. Ist der Mann nicht doch ernst zu nehmen?" Nein!- meint Bertha kopfschüt telnd. Datz er leine Schulden be-
zahlt, das traue ich ihm zu. dafür steht ja auch die Inschrift an seinem Hause. Aber daß das Haus ihm gehört und daß er das Komödie - Spielen läßt, glaubst Du das? Der große erfolgreiche Geschäftsmann und Clerk seiner Frau ist doch nur eine vorübergehende Verpuppung des alten Schwindelschmetterlings Egidius Schein. Sein ironisches Gesicht wird bald wieder aus der Hülle hcrvorlugen und sich grinsend im Spiegel besehen; er muß doch einmal der Welt einen Affen vorinachen." Papa!" Ein wilder Bube von vier Jahren stürmt auf die Veranda. Papa! Ist es wahr, daß die Mensehen von den Affen abstammen?" Woher weißt Du denn das V frage ich. Die Affen haben uns drüben im Wäldchen die besten Bananen gestohlen, und dazu lachte der böse Gärtner auch noch und meinte, ich solle nicht auf die Diebe schimpfen, das seien unsere Altvordern, von denen wir Alle ahstammten. Das ist doch ein dumme? Witz, nicht wahr?" Bertha hält den Brief des Herrn Egidius in die Höhe, und wir müssen unwillkürlich lachen. Beruhige Dich, mein Junge!" tröste ich meinen Sohn. Freund Riemensverger ist ein halber Gelehrter, wenn er jetzt auch nur Gartenkunst betreibt und Schmetterlinge fängt; aber diesmal hat er nur halb recht: Es gibt wohl Menschen, die sich zu Affen machen, aber wir Anderen wollen doch freie Menschen bleiben und auf unsere menschliche Abstammung stolz sein und ihr Ehre machen " Also bin ich ein Mensch?" fragt zweifelnd der Bengel und sieht mich mißtrauisch von unten herauf an. Die Lehre des Gärtners hat ihm offenbar imponirt. Und was für einer!" entgegne ich lachend. Hurrah! Ich bin glücklich! Ich bin ein Mensch!" ruft der Kleine, und da stürmt er auch schon durch den Garten hinab, vermuthlich um den Naturforscher Riemensperger Lügen zit strafen. Ich bin glücklich! Ich bin ein Mensch!" sagt Bertha ernst und blickt mit leuchtenden Augen dem Jungen nach. Ja! Wir haben unsere Menschenwürde nicht mit Füßen treten lassen, wir halten den Menschengeist für das Höchste. Göttlichste in der Welt und wollen ihn nun zu Gutem und Edlem gebrauchen, so können wir mit Recht sagen: Wir sind glücklich! Wir sind Menschen !" Ende.
Sin Gesellschaftsreise in alter Zeit Wer heutigen Tags eine größere Reise machen will, aber aus Furcht vor Uebervortheilung und anderen Unannehmlichkeiten nicht gern allein reist, der schließt sich einer anderen Reisegescllfchaft an und preist das heerdenweise Dahintreiben der Reisenden von einer Sehenswürdigkeit zur anderen als eine großartigeErfindung der Neuzeit. Ganz so unbekannt war eine derartige Einrichtung unseren Altvordern nicht. Allerdings gab es noch keine Weltausstellungen, aber doch genug andere Veranstaltungen, welche Fremde von allen Seiten herbeilockten. Knappheit und Uebertheuerung der Nachtquartiere und Lebensmittel herbeiführten und ein Anlehnungsbedürfniß des einzelnen Reisenden an , eine größere Gesellschaft hervorrufen mochten. So die Frankfurter Koiserkrönung, d e viel Volk in die große Handelsstadt am Main führte. Da aber ein derartiier Ausflug viel Geld kostete, so bracht der Bürgerhauptmanii aspacudius zu Köln am Rhein in des Kön glichen Stuhls Kais, freyen Reichs Stadt Aachen Zeitung" vom 22. S.Ptember 1790 eine Reisegesellschaft in Vorschlag, die er für einen bestimmten Preis befördern und beköstigen wollte. Er schreibt: Wenn eine Anzahl Freunde von etwa 30 Personen m ch, Unterzeichneten mit ihrem geneigten. Zuspruch beehren würde, so bin ich ent.schlössen, bey bevorstehender KaiserKrönungszeit zu Ende dieses Monats mit einer ganz gemächlichen Yacht ans Frankfurt zu fahren, in selb ger sowohl auf der Hin- und Herreise, als auch während der Aufenthaliszeit daselbst eine recht gute Tafel, bestehend m einer guten Suppe, Gemüs nebst Beylagen. Rindfleisch. Ragout und einem jedesmal frischen veränderlichen Bm ten, Obst und zum Abeirdessen Salar,, Ragout und frischen Braten, wie auch des Morgens zum Frühstück Kafste oder Thee nebst einem weissen oder mörben Brod, anzurichten, wofür j.de Person auf 13 M 15 Täge für d Herauf- und Herunterreise nebst ob.' gemeldeter Tafel 5 Karolin (etwa ISO M.) zahlen hat; den Wein aber, versteht sich von selbst, muß sich jede? aparte anschaffen oder zahlen. Auch steht einem jeden frey, sowohl bey dr Herauf- als Herunterfahrt und der Aufenthaltszeit zu Frankfurt in de? Dacht zu schlafen, wobey aber erinnern muß, daß sich ein jeder eine kleine Matrazze oder Legeküssen dazu mitnehme. Die dazu Lusttragende werden höflichst gebethen, sich längstens bis g?gen den L4. laufenden Monats September b?v mir Unterzeichneten schriftlich . cder mündlich zu melden und sofort mit 2 Karolin auf diese Reise zu pränumcr: ren. Casparus Rodius. Bürgerhauptmann zu Köln." Ganz ähnlich. Sehen Sie mal dort den. der da drüben auf der andern Seiee geht, dem ist es beinahe ebenso gegangen, wie den berühncn Sängern Wachtel und Bötel." Was Sie sagen." Ja, nur mit dem Unterschiede, daß er erst Sänger war und nachher Droschkenkutscher geworden ist!"
Fr die Köche.
Nierensuppe. Vier Schweinsnieren schneidet man in Scheiben und röstet sie mit zwei gewiegten Zwiebel und einem tüchtigen Stück Butter am Feuer. Dann schmort man sie, bis sie braun sind, gibt einen Theelöffel voll Fleischertract an das Gemisch, rührt zwei große Kochlöffel voll Mehl daran, scbmeckt noch mit Sulz und Pfeffer ab, wonach man so viel kochendes Waff angießt, als man zur Suppe bedarf. Es ist am besten, wenn dasselbe nach und nach daran kommt. Sodann kocht man die Suppe eine Stunde lang, ui sie sodann mit in Butter gerösteter Semmel anzurichten. U c ü e r k r u st e t e r Blumen kohl. Man entfernt die fleckige Stellen so gut wie möglich, schneidet alle Älättchen fort und kocht den Blu menkohl in Salzwasser mit wenig Butter ziemlich weich. Man legt ihn in eine Schüssel aus feuerfestem Porzellan und bereitet nun einen Ueberstrich. Zu diesem rührt man einen Lössei Mehl mit drei Löffeln Sahne glatt, thut zwei Löffel Butter, vier Eigelb, ttmaz Muskatblüthe, eine Messerspitze Zucker und Blumenkohlwasser dazu und quirlt über dem Feuer einen dicklichen Brei davon, mit welchem der Blumenkohl überzogen wird. Ma bestreut ibn dick mit geriebenem Parmesantäse, bespritzt ihn mit zerlassene? Butter und bäckt ihn 15 Minuten im heißen Ofen. !'tindsroladen mit Schweiusfarce. Rohes Rind fleisch von der Oberschale oder de? dicken Rippe wird in große, etwa Hand breite Scheiben geschnitten und jede Scheibe tüchtig geklopft, sodann auch ein wenig gesalzen. Inzwischen hat man eine Force aus feingewiegtem ro hen Schweinefleisch mit etwas eingeweichter Semmel, Pfeffer und einer ganzen Ei. nachWunsch auch mit Zwiebel und Kümmel, bereitet. Diese streicht man fingerdick curf jede Schei be, rollt die Scheiben zusammen, bin det sie mit feinem Bindfaden,, wälzt sie in Mehl und schmort sie dann in stetgender Butter unter sehr mäßigem Nachgießen von heißem Wasser in etwa 1 Stunden gar. Man reicht die Rou laden mit Risotto, in einem Reis rande oder mit Kartoffelbrei und versäumt nicht. Mired Pickles oder andere feine Essigsachen zu reichen. Schlesisches Rl'stbrätel. Rindfleisch wird in ziemlich große Scheiben geschnitten, die aber nicht dlck sein dürfen, tüchtig geklopft und sodann von beiden Seiten in Butter angebraten. darauf Citronenschale. Zwiebel oder Sardellen und so viel Wasser daran gethan, daß es über den in nicht zu hoher Kasserolle liegenden Scheiben steht. Wenn es zwei Stunden lang auf schwachem Feuer langsam gekocht hat, gießt man Kochwein daran und macht die Sauce mit etwas ia Wasser verquirltem Mehl leimig. Wenn man will, kann man das Roubrätel oder vielmehr dessen Sauce noch mit Cilronensaft abschürfen und Bra tenfauce oder Fleischertract zum Bräunen derselben verwenden. Zwiebelfleisch. Gekochte Rindfleisch wird in mitteldicke Scb " ' den geschnitten und diese mit ettvlx Essig besprengt. Man kann sie damit ein paar Stunden lang hinstellen, aber auch gleich brauchen. In einem Tie gel macht man nun gutes Bratenfett oder Better heiß und thut dann erst reichlich gehackte Zwiebeln hinzu, die darin gelb werden müssen. Nun legt man das mit etwas Pfeffer und Salz bestreute Fleisch hinein und läßt eS unter häufigem Umwenden langsam darin durchschmoren, bis es leicht gebraten erscheint und die Zwiebeln gelk sind. Nun kann man noch etwas saure Sahne angießen und damit goldbrau werden lassen, das ist aber nicht nöthig. Man sollte zu diesem Gericht schön fettes und weiches Suppenfleisch verwen den. härteres taugt besser zu anderen Zubereitungen, als Hach, Fleischbröt chen oder dergleichen. Bayerischer Apfelkuche. Ein Viertel Pfund Butter wird abgerührt, ein halbe Obertasse gestoßene? Zucker, zwei Eidotter, ein halbesPfund Mehl, etwas, feines Salz hinzugethan und Alles schnell zum Teige gemacht. Letzterer muß sogleich aufgerollt und. fingerdick mit einem recht süHen. Apfelmus. bestrirbeu. darauf eine halbe Stunde lang der Röhre gebacken werden. Dann schlagt mau Eiweiß z Schnee,, mischt ungefähr em Viertel Pfuird Zucker darunter, legt diefe Michuug oben auf den Kuchen und läßt ihn. damit noch 5 10 Minuten backe. Mau tann diesen Kuchen warm und tatt geben. Auch bildet einen sehr schönen Nachtisch. Eier & l a Parma. Man bestreicht einen Keller oder erne Schüftel. di.ck mit Butter und schlägt so viel Ci daraus, als man Personen bewirthe rciff, und achtet wohl darauf, daß sie nicht auseinander laufen. Dann gießt n-.an auf 6 Eier je 56 Eßlöffel voll Rahm, der mit Salz und Pfeffer und etwas Muskatnuß verquirlt ist. streut ganz dick geriebenen Parmesantäse über die Eier, belegt diesen mit Butter stückchen und stellt das Gericht ei Viertel Stunde vor dem Anrichten in einen heißen Ofen. Man zibt dann noch mit einer glühenden Schaufel et was Farbe und reicht die Schüssel schön heiß. Der Parmesankäse mu am Schüssclrande etwas erhöht wer den. damit die Eier nicht darüber fei unterlaufen V a t e r st o l z. Erster Gauner? Dein Sprößlina hat ja tr&fe sein Jugend bereits ein paar schone Ein brücheu verzeichnen Zweite? Ca(stolz): I. der wird noch einmU eine wabre Vcnovtikus i Alnde.!" . , ... ' r r
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