Indiana Tribüne, Volume 24, Number 102, Indianapolis, Marion County, 29 December 1900 — Page 7
Jndiana Tribüne, Samftag, den SS. Dezember J900.
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Argus augeu.
Roman von Panl Oökar Höcker. 1. war in der Frühe eines Zählen, ab.-r klaren Märzlages. Nach dem Et.,5m, der mehrere Tage hindurch über Hamburg gewüthet und der soteohl in der Altstadt als auch in den neuen Hafenanlagen manchen Schaden ttgenchkt hattewar die Luft frisch und kernig geworden. Die ungesunden Ncbtl, die 511 Ende der vorigen Woche dem Kundigen das Nahen eines gsährliehen Nordwestfturmes angezeigt und ein schier Londoner Schwüle über die Nordsee - Hafenstadt gebracht hatten, waren durch die Gewalt des Orkans längst zerrissen. Die Sonne wagte sich heute wieder siegreich zwischen jagendem weihen Gewölk am Himmel herVor. und die Frühaufsteher athmeten in vollen Zügen die erquickende reine Seeluft. Rechtsanwalt Kleist, dei neben seiner beruflichen Thätigkeit am Landg:richt ein eifriger Sportsman war, hatte den herrlichen Morgen zu einer größeren Fhrt auf dem Zweirod benutzt, auf der ihn feine in spcrllichcn Dingen gleichfalls sehr geübte, junge Gattin begleitet hatt. Eben im Begriff. d?m MarZthcifer aus dem Nedenhause zu pfeifen, der sin der Heimkehr der beiden Sportsleute die Räder, deren Reinigung ihm anvertraut war. in Verwahrung zu nehmen gewohnt war. sah sich der Rechtsanwalt auf's freundschaftlichste von einem würdig mit der Aktenmappe dahinschreitenden. älteren Herrn begrüßt. Es ist Fresenius!" erklärte Kleist seiner Gattin, die ein wenig kurzsichtig vzar und dem Fremden, den sie nicht zu kennen glaubte, nur einen förmlichen Dank hatte zukommen lassen. ..Ah. Herr Landrichter Freseniuc!' sagte nun die hübsche, junge Frau erfreut, und sie sprang gewandt von ihrem Damenrad, um dem noch einmal und noch verbindlicher Grüßenden ein paar Schritt entgegen zu gehen. Der ältere Beamte war quer über den Fahrdamm des AlsteruferS auf die mit eleganten Wohnhäusern bestandene Strahenseite herübergekommen. Es ist nur jedes Mal ein Vergnügen, gnädige Frau, wenn ich Sie flott an der Seite Ihres Herrn Gemahls dahinradeln sehe. Ich könnte Sie um den gefunden Sport beneiden." Die junge Frau, die in ihrem grauen, fuhfreien Rock, der lose fallenden Seidenblouse und dem slotten, englischen Hütchen sehr decent und doch schmuck aussah, lächelte und zeigte dabei ihre hübschen, weißen Zähne. ..Es steht Ihnen ja nichts im Wege, auch noch damit anzufangen. Herr Landrichter." Kleist hatte inzwischen die beidcnRä der an den Marktbelfer abgeliefert und sich von diesem die m:t Klammern an den Knöcheln zusammengehaltenen Beinkleider wieder in Ordnung bringen lassen. Du vergißt, liebe Ada." sagte er nun hinzutretend, daß sich ein würdiger Vertreter der rechtsprechendn Körperschaft durch ein so leichtfertigflottes Beförderungsmittel in tai strengen Augen des Senats compromittlren würde. Ja, ja. denken Sie nur. Herr Landrichter. Geheimrati? Uhse äußerte neulich in nicht mißzuversiebender Weise sein Bedenken über den von mir getr'ebcren Sport." ..Das ist eine Schrulle vom Geheimrath!" versetzte Freienius köpfschüttelnd. Wenn jemand den Radsport in so maßvoökT! Grenzen betreibt wie Sie. Herr College! Freilich die jungen Referendare gehen manchmal ein bischen zu weit. Sie kommen jetzt sogar schon zu den Sitzungen angeradelt na, und das gehört sich nicht, das werden Sie wohl selbst zugeben. Ich persönlich bin aber leider ein zu alter Knabe, als daß ich meinen steisen Knochen noch solche Ertravaganzen zumuthen dürfte. Auf dem Dreirad ginge es ja noch allenfalls", fügte Fresenius hinzu, ..aber nicht wahr, als Dreiradler zählt man den zwciradelnden Damen doch nicht für voll?" Frau Ada neigte liebenswürdig den Kopf. Bei Ihnen. Herr Landrichter, würde selbstverständlich eine Ausnahme gemacht werden." Na. dann will ich mir's also überlegen!" scherzte der alte Herr. Zum Rechtsanwalt gewandt fuhr er darauf in freundlichem Tone fort: Haben Sie heute früh gleichfalls auf dem Gericht zu tbun?" Um neun Uhr steht für mich einTermin in einer Brandsache an. Natürlich wieder ein Speicherbrand." ..Schade, daß Ihr Dienst erst um neun beginnt sonst hätte ich mir für die lange Strecke bis zum Justizgebäude Jbre Gesellschaft gesichert." Wenn Sie gestalten. Herr Landlichter, schließe ich mich trotzdem an. Ich habe zunächst noch privatim in der Stadt zu thun." Die beiden Herren verabschiedeten sich bald daraus von Frau Ada. die. ihrem Gatten noch ein paar Mal fröh'sich zuwinkend, in's Haus verschwand. Ist meine gewohnteFrühpromenade an der Alster entlang aber auch kein Umweg für Sie. Herr College?" Durchaus nicht. Herr Landrichter. Ich will nach den GrohenBlerchen" am Junqfernstiea." Das ist also City Geschäftsgeaend. Privatwohnungen sind dort von Jahr zu 'arr seltener anzutreffen. Englische Sitte. Hamburg ist eine Vor-
siadt von London. so prahlt man schon jenseits des Cana!." Das Haus, das ich aufsuche, macht aber zufällig eine Ausnahme; wenigstens hat mein Freund Fritz Beyer eine sehr hübsche Junggestllenwohnung bei seinem Comptoir." ..Leyer Fritz Vcyer? Verzeihen Sie. ist das etwa gar der ewige Referendarius"?" ltleifi nickte. Leider, leider. Er war mein liebster Studiengenosse aber trotz all' meiner Bemühungen vermochte ich ihn nicht zu halten. Er ist ein äußerst fähiger Kopf dabei eine Seele von einem Menschen aber sobald er ein paar Glas getrunken hat, nichts mehr mit ihm anzufangen. Und Sie sollten seine schriftlichen Arbeiten über das Vigilantenthum lesen. Er ist der geborene Criminalist." Und keine Möglichkeit, ihn durch's Assessor - Examen durchzubringen?" Ich sage Ihnen. Herr Landrichter, er war so sattelfest wie nur einer von uns. Wir stiegen zusammen in's Examen. Aber unterwegs erklärte er. einen Cognac zu sich nehmen zu müssen. Ich wollte ihn zurücklalten vergebens. Er müsse sich Muth antrinken, sagte er. Nun. das besorgte er dann so gründlich. daß die Herren Examinatoren schier Kopf standen vor Entsetzen." ..Und das zweite Mal?" Waren die Auspicien nicht minder günstig. Ich hatte mich inzwischen verheirathet und war natürlich sehr Haus lich geworden Dem guten Bcyer richtete ich ein Stübchen unterm Dach ein denn er war ganz mittellos und da saß er denn Tag für Tag. Abend für Abend, und studirte. Er entwickelte eincnScharfsinn und ein so verblüffend sicheres Urtheil, daß ich selbst noch von ihm lernen konnte. Aber als der Tag kam. an dem er in's mündliche Ezamen sollte ich hatte Dienst und hatte den Prüfling meiner Frau anvertraut da war wieder alle Vernunft zum Teufel. Meine Frau setzte sich mit ihm in den Wagen, damit er nur ja nicht ausreißen könne, fuhr zum Justizgebäude und wartete so lang, bis er im Portal verschwanden war. Sie hatte aber leider vergessen, daß das Justizgebäude noch drei andere Ausgänge besaß. Richtig hatte er durch einen derselben den Weg in die Kneipe gefunden. Dann ließ er sich tagelang nicht blicken er schämte sich vor mir und meiner Frau." Schade um das Talent. Wir haben wenig gute Criminalisten." ..Das sagte ich mir auch. Da ihm aber das Examen abgeschnitten war. so verfiel ich darauf, sein kriminalistisches Talent in einem Privat - DetectiveBureau zur Geltung kommen zu lassen. Er leitet jetzt, mit einem Amerikaner zusammen, das Ermittelungs- und Beobachtc?ngs - Institut .,Argus"." Fresenius nickte mit dem Kopf. Argus richtig, davon habe ich gehört. 9ta($ amerikanischem Muster, nicht wahr?" Sein Compagnon Edward Stanwar? ist 2Imerikaner, von Haus gleichfalls Jurist und, wie mir scheint, ebenso talentvoll wie Fritz Beyer." Wirft das Geschäft denn etwas ab?" Bis jetzt noch nicht viel. Es fehlten ibnen die Mittel zur nothwendigen Reclame. 5ui?zlich haben meine Frau und ich aber unerwartet eine kleineErbschaft gemacht na und das Geld haben wir den fleißigen, jungen Leuten zur Verfügung gestellt. Sie haben ihr L?ben in der Höh? der Summ versichert beim Polarstern" haben mir 3 Procent Zinsen versprochen, nun. und so ist uns Allen geholfen." ..Ich kann diese Privatinstitute, die uns Untersuchungsrichtern in's Handwerk pfuschen, eigentlich nicht leiden. Aber wenn es sich beim Argus um gute Freunde von Ihnen handelt. Herr Rechtsanwalt, dann nehme ich diese Firma natürlich aus. Da steht ja woh! schon das Haus. Ueber alle Giebei leuchtet die weißgetünchte Brandmauer mit den schwarzen Riesenbuchsraben: Argus! Es wird einem himmelangft." Bald war das Paar, vom Jungfernstieg rechts abliegend, in die Großen Bleichen" gekommen. Vor dem Hause 11c hielten sie an. Das gerne Gebäude namentlich die erste Etage, in der sich das Comptoir der Firma befand war wie besäet mit Reclameschildern. Fresenius musterte die marktschreierischcn Schilder und Affichen mit einiger Ironie. Mit einer humoristische Aeußerung darüber verabschiedete n sich von dirn jüngeren Collegen. Der Rechtsanwalt wurde in dem Privatcomptoir von den beiden Compagnons fröhlich empfangen. Fritz Bever hatte immer noch etwas von dem alten Corpsstudenten an sich. Ein großer schmiß, eine Tiefquart, ragte vom Unterkiefer bis mitten in die linke Wange fundn. Er war vom vertrinken ein wenig aufgeschwemmt, hatte aber einen überaus gutmüthigen Gesicktiusdruck. Auch seine klugen, lebhaften Augen saben fröhlich und sorglos in die Welt hinaus. Volles. blondes Haar l:deckte sein Haupt, und ein flotter, kleiner Schnurrbart qab ibrn trotz der zweiunddreißig Jahre, die er zählte das Aussehen eine FünfunManzigjährigen. Sein Compagnon bildete einen große Gegensatz zu ihm. Edward Stanway war brünett, sein Haupthaar lichtete sich bereits etwas am Scheitel; er hatte eine schlanke, elegante Figur kurz er war ein Am. i Tun durch und durch, dem nicht das Geringste von der legeren Art eines deutschen Corpsftudenten anhaftete. Er hatte aber trobdem ein gewinnendes Wesen, schien
überhaupt eine tadellose oeseUschaftliche Erziehung genossen zu haben. Er war
auch der Einzige, der daran dachte, dem Bruche einen Stuhl heranzuschaffen. Fritz Beyer trieb natürlich nur allerlei Unsinn. Er legte sich vor dem Freunde der Länge nach auf den Teppich, kreuzte die Arme unter der Stirn und redete denRechtsanwalt mit Mein hoher Herr!" an. Aber nun endlich vernünftig!" rief Kleist lachend. Ich habe nicht viel Zeit und muß mick meiner Aufträge schleunigst entledigen." Ah, Du kommst im Allerhöchsten Auftrag die gnädigste Frau Ada sendet Dich?" Und zwar mit einer Einladung. Die gilt natürlich auch Ihnen. Mr. Stanway." Sehr gütig. Herr Rechtsanwalt.Zu Hause ist freilich große Schneiderei oder Aehnliches; also können wir die Herrschaften nicht am Alsterufer in unsererWohnung empfangen. Aber wir erwarten Sie um halb neun Uhr im Alsterpavillon. Weinseite links." Donnerwerter, Du giebst's nobel. Dietrich. Habt Ihr etwa schon wieder eine Erbschaft gemacht?" Das leider nicht. Aber es soll auch noch eine junge Dame mitgeehrt werden." Fritz Beyer zwirbelte sofort seinen Schnurrbart. Schön, jung, reich?" Der Rechtsanwalt lachte. ?chon versagt, lieber Fritz. Es ist Miß Ellen Worcester; meine Frau ist mit ihr vor sechs, sieben Jahren in der Pension bekonnt geworden. Es ist eine Landsmännin von Ihnen. Mr. Stanway." Die beiden Compagnons nahmen die Einladung dankend an. Tann begann Edward Stanway über Geschäftliches zu reden. Ich wollte Sie schon gestern aufsuchen. Herr Rechtsanwalt," sagte er in seinem ernsten Ton mit der übermäßig präcisen Accentuirung des Ausländers, der sich bemüht, gut zu sprechen, aber mein Compagnon meinte, es habe keine Eile Sie würden uns auch so trauen. Ich aber sage immer: Geschäft ist Geschäft." Ist es nicht ein schrecklicher Mensch?" fragte der ewige Referendar" seinen Freund. Ich behaupte, er ist geradezu ein Sklave der Pflicht. Höre nur. Da war jetzt doch die zweite Vierteljahrsrate unserer gegenseitigen Lebensversicherung fällig; am zweiten Tag fchon löste er die Quittung ein. Hast Du Worte? Und wie er mir die Hölle heiß machte, als ich sagte, man könne doch ruhig bis kurz vor dem Verfalltag mit der Auslösung warten. Rein, er ist von einem Biereifer in Allem. was Geschäft ist Biereifer was ist das?" fragte der Amerikaner verlegen. Kleist lachte. Ein Studentenausdruck unseres gemeinsamen Freundes!" Er reichte Mr. Stanway die Hand. Haben Sie jedenfalls Dank für diesen Eifer und dulden Sie keine Bummelei. Ja, ja. man muß ihn ein bischen straff halten, den auten Fritz! . . . Und das Geschäft geht sonst gut?" ..Wir haben mehrere Aufträge in Aussicht." Durch meine Vermittelung blüht Ihnen höchstwahrscheinlich noch ein neues lucratives Geschäft." Fritz Beyer sprang wie ein Junge auf den großen Comptoirtisch und markirtc seine Freude darüber dadurch, daß er einen Jauchzer ausstieß und das linke Bein wie ein Clown ausspreizte, um dann sosort wieder hinunterzuspringen und dem Freund um denHals zu fallen. Ein ausgelassener Strick!" zankte der Rechtsanwalt. Aber man kann ihm nicht gram sein. Also es handelt sich um die Amerikanerin, mit der ich Euch heute Abend auch gesellschastlich zusammenbringen werde. Sie '.st eine sehr emancipirte Dame. Es dreht sich da um ein Heirathsversprechen. dessen Erfüllung sie mit echt amerikanischer Verve durchsetzen will oder was weiß ich. Jedenfalls habe ich ihr den Argus" warm empfohlen. Vielleicht seid Ihr heute Abend schon Gesäftsfreunde." Hoffen wir das Schlimmste!" sagte Fritz in seiner übermüthigen Art. Edward Stanway hatte inzwischen die Quittung der LebensversicherungGesellschaft Polarstern" aus dem Kassenzimmer geholt. Die Police lautete auf fünfzehntausend Mark den Betrag, den Kleist dem Geschäft vorgeschössen hatte. Gleichzeitig mit der Quittung brachte der Amerikaner auch die Zinsen und ein Abrechnungsformular. Sind die Zinsen denn schon wieder fällig?" rief Fritz scheinbar erstaunt. Der Mann verdient ja ein Heidengeld an uns!" Der Rechtsanwalt lachte, aber Stanwan sagte mit großem Ernst: Wir schreiben heute Montag, den 11. März." Pedant!" brummte der ewige Referendar. Bald darauf trennte man sich, und Fritz Beyer verfügte sich in fein an des AmerikanersPrivatcomptoir anstoßendes Arbeitszimmer. Stanway wohnte am Valentinskamp gegenüber der Loge. Beyer aber hatte sich neben seinem Arbeitszimmer, das gleichzeitig als Geheimarchiv" benutzt wurde, eine ser gemüthliche Schlafstelle hergerichtet. Sämmtliche Zimmer der Etage hatten Tbüren. die auf einen langen Corridor mündeten. Diesen Corridor schloß nach dem Treppenhaus zu eine schwere eichene Flüqeltbüre ab. Die Zimmerthüren hatten die Campagnons
dick po'.'ie.'n lassen. Ueberbupt gingen
sie daraus aus es w.n dies Die amerikanische Mache den Ernten durch eine gewisse Heimlichthuerei zu impaniren. In den meisten Fällen war dies euch gcnz am Platze; denn sie waren ohne Ausnahme discreter Natur. Sogar Inhaber bedeutender Firmen hatten den Argus" mit Ermittelungen über die Bonität einer auswärtigen dunklen Firma oder über die PrivarVerhältnisse eines Cassirers oder gar eines künftigen Schwiegersohnes betraut. Die Gebeimnißthuerei erstreckte sich bis auf Ton und Mienen des kleinen Grooms. der die Botendienste verrichtete und außerhalb der Bureaustunden die persönliche Bedienung Beycr's versah. Fritz Beyer mochte etwa eine Stunde lang sich mit der Bearbeitung eines ihm übertragenen Aktenstückes beschäftigt haben, als der Groom ihm eine junge Daine meldete. Es war nicht üblich in dem Detective - Bureau, die Besucher wenn sie sich dem Groom nicht selbst nannten nach dem Namen zu fragen. Um so überraschter war Beyer, als er in dem Ankömmlin gleich darauf seine Cousine erkannte. Stör' ich auch nicht?" fragte die junge Dame mit einer vollen, warmen Altstimme. Im Gegentheil, Felicia. Du kommst mir wie gerufen. Ich hätte sonst heute noch nach Ublenhorst fahren müssen. UM unsere aemeinsame Tante Hölderlin aufzusuchen. So bist Du aber, lieöe Cousine, vielleicht so freundlich, ihr zu sagen, daß ich unendlich bedauere, ihr?r freundlichen und höchst ehrenvollen Einladung zum Abendbrod heute leider nicht nachkommen zu können." ".licia lachte. Und ich habe mich in Dein geheimnißvolles Argus - Bureau nur herbegeben, um Dich im Auftrage Tantchens" ebenso feierlich wieder abzuladen." Nanu? Abzuladen? So bedauertJhr es also gar nicht einmal, daß ich Euch absagen muß? Was W denn geschehen?" Er sah seine Cousine, die sich in einer höchst seltsamen Erregung zu befinden schien, prüsend an. Felicia war ein schönes, schlank gebautes Mädchen von etwa 23 Jahren. Sie hatte ein volles, sympathisches Gesicht. das ein wenig oleich. aber trotzdem gesund war; ihr blondes Haar besaß denselben seidigen Schein wie das ihres Vetters. Ihre Augen waren groß und von dunkler Farbe; auch ihre Wimpern und ihre Augenbrauen waren dunkler als ihr Haupthaar, was ihrem feingeschnittenen Antlitz mit der griechischen Nase und dem kleinen Mund ein charakteristisches, fast pikantes Gepräge verlieh. Du sollst Alles erfahren, Vetter!" sagte die junge Dame, indem sie sich am Fenster niederließ und mit einem glücklichen Lächeln in das Gewühl hinaufab. Und daraus erzählte sie in natürlichem, herzlichem Tone, daß sie am morgigen Tage Hochzeit machen werde. Ich falle aus allen Wolken!" rief der Vetter, überrascht aufspringend. Meine kleine Base ist verlobt? Aber das ist ja das Erste, was ich höre! Weiß denn Tante Hölderlin darum?" , Selbstverständlich. Sie war die Einzige, die ich in's Vertrauen gezogen habe. Ich glaubte immer. Deinen Argusaugen" werde das große Geheimniß doch nicht verborgen bleiben. Denn so oft Du einen Sonntag bei uns drüben in Uhlenborst zubrachtest, empfing oder sö r'.ci. :ch doch immer Briefe, nicht wahr? Al'er Tu vertrauensseliger GeHeimpolizist schöpftest ja selbst da noch keinen Verdacht, als ich Dir das Märchen von der schreibseligen Freundin" auftischte!" Fritz lachte herzlich. Du hast da aber auch eine so schlaue Komödie ausgeführt. Felicia! Na warte! Und man darf Dir also gratuliren? Ja. sage nur. wie ist das denn so plötzlich gekommen? ch hoffte, Du würdest warten, bis ich ein reicher Gentleman geworden bin und um Deine reizende kleine Hand anhalten kann. Ja, siebst Du. nun werde ich überhaupt nicht heirathen. Du wärst noch die Einzige gewesen bei Allah!" Er hatte sofort seinen scherzenden Ton wiedergefunden. Felicia Beyer war eine arme Waise. Auf Kosten ihrer Tante Hölderlin, der Wittwe eines Hafenmeisters, derselben, die auch den Referendar häufig unterstützte, hatte sie eine gute Schule durchgemacht und sich, nachdem sie einige Jahre lang im Auslande Erzieherin gewesen war, hier in Hamburg als Sprachlehrerin niedergelassen. Sie war sehr fleißig und sorgte für ihren Unterhalt vollkommen selbstständig, da sie ihrer ziemlich vermögenden Tante Pension zahlte. Daß sie sich nicht öffentlich verlobt, sondern ihr Verlöbniß geheim gehalten hatte, beruhte auf ei, nem blonderen Grund. (Fortsetzung seiet.) i )t a cy einer Beerdrgung in Amsham (Bayern) fand on Gliche Leichentrunk statt, wobei Nachts ein Teilnehmer cvm Leichenschmaufe, der Bürgermeister und Suhmachn J-osef. in angetrunkenem Zustand auf die Straße geworfen wurde. Am anderen Morgen wurde Josef in der Nähe des Bräuhauses stöhnend aufgefunden; man trug den fast Leblosen in das nächste Haus, wo man ihn seinem Schicksal überließ, in der Annahme, er sei nur betrunken. Erst Mittags ließ ihn der Lchrer des Ortes nach Hause bringen, woselbst er Rachts 11 Uhr verschied. Die ärztliche Untersuchung ergab, daß 'dem Verstorbenen die Schödeldecke eingeschlagen, und zertrümmert
Täglicher Marktbericht. Biehmartt. I.dianapolis Union Vichhöfk, 28. Tc:. Rindvieh. Auserlesene i prima Stiere, 1250 Pfd. und aufwärts 55.00 5.60 Gute bis mittlere Stiere 1350 Pfd. und aufwärts 4.40 5.(0 Au-erlcsene bis prima kliere 1150 bis 1300 Pfd 4.35 5.00 Gute bis mittlere 1150 bis 1300 Vfd. Stiere 3.90 4.40 Mittlere bis gute Stiere 900 bis 1100 Pfd 3.60 4.25 Gute bis gewühlte Rinder. 3.50 4.25 Mittlere bis gute Rinder. 3.00 3.40 Gewöhnliche leichte Rinder 2.50 2.90 Gute bis gewühlte Kühe.. 3.35 4.00 Mittlere bis gute Kühe.. 2.50 3.25 Gewöhnliche alte Kühe.. 1.00 2.25 Kalber 5.00 6.25 Schwere Kälber 3.00 5.00 Prima bis fancy Export Bullen 3.60 4.00 Gute bis gewühlte Schlüch tcr Bullen 3.60 3.85 Gewöhnliche bis gutcBullen 2.50 3.00 Gute Kühe mit Kalb.. .. $80 40 GewöhnlichcKuhc mit Kalb 15 25 Schweine. Gute bis gemahlte, mit:lere und schwere $4.85 4.95 Gemischte. sch. Packikg 4.80 4.87 Gute bis gewählte leichte 4.85 4.87Gewöhnliche leichte 4.75 4.80 Pixs 4.00 4.80 Roughs 4.25 4.70 Schafe. Gute bis gewählte Lämmer 4.50 5.00 Gewöhnliche bis mittlere Lämmer 3.00 4.25 Gitte bis gewühlte Schafe 3.00 3.25 Ordinäre bis gute Schafe 2.25 2.75 tockers 1.50 3.00 Böcke, per 100 Pfd 2.00 2.75
Früchte und Gemüse. Früchte. Citronen, $3.00 für 300. Aepfel, $2.50-$3 per Faß. Feigen, 12c-15c. Bananen, 1.50-1.75 per Bunch. Datteln, Persische 5c-6c per Pfund. Kokusnüfse, 3.50-4.00 per Hundert. Trauben, Concord, 8 Pfund Korb, 13c; Delaware und Niagara, Cratc von 4 Körben, 12c Bir ten, hiesige, $1 per Bushel. Cranberrics $3.00 per Bushel Crate. Orangen, $3.25 $3.50 per'Box. Gemüse. Kraut, 90c per Faß. Zwiebeln, Spanische $1.50 per Crate; roihe Globe 70c per Bufhel ; weiße Globe $2.00 per Faß. Kartoffeln, $1.45 per Faß; prima Burbanks und runde weiße 55c per Buihel; zum Versandt gevackt, 5c mehr. ußkartoffeln-Jcrfey $3.00 per Faß. Virginia $2.00. Cclery, 25-50c per Bunch. Zalat 50c per Büschel. Spinat, 40c ver Büschel. Weiße Rüben 40c per Büschel. Geschlachtetes Bieh. Frisches Rindfleisch Westliche Stiere 6j-7c; hiesige Stiere 7 8c; hiesige Rinder 350 bis 500 Pfund 7c-7ic; hiesige Kühe 400 bis 550 Pfund 6jc; Kühe 550 bis 650 Pfund Uc; Stier Vorderviertel 7c; Stier Hinterviertel 9-jc; Rind Hinterviertel 8c; Rind Vor. servierte! 6jc; Kuh Vorderviertel 6c; Kuh Hinterviertel 8c. Frisches Kalbfleisch Kälber 9c; Hin. terviertel 124c; Vorderviertel 8c. Frifches Schaffleifch Lämmer per Pfd. 8c; Schafe 7c; Schenkel 8c; Racks, kurz, 16c. Frisches Schweinefleisch. Loins 8c9c ; Cottage Schinken 7c ; gehäu. tete Schultern 7c, frische Schinken, 18 Pfund im Durchschnitt, 10c ; Tenderloins 15c ; Spare Ribs 6c ; Tail Bones 5c. Geräuchertes Fleisch. Sugar Cured Schinken Erste Ouali tät: 20-18 Pfund 10c; 15 Pfund llc; 12-10 Pfund Ilse; Zweite Qualität 20-18 Pfund 10c; 15 Pfund 10c; 12 Pfund lUc; 10 Pfund lljc. Californische Schinken 6 bis 8 Pfund 7c; 10 bis 12 Pfund 7fij 12 6U 14 Pfund. Frühstück Speck Klarer English Cured 14c; gewählter Sugar Cured 13c; 6-7 Psund im Durchschnitt 12c; 8 bis 9 Psund im Durchschnitt 12c; 10 bis 12 Psund im Durchschnitt Ilse; 5 Pfund im Durchschnitt, schmal, Ilse; 6 Pfund im Durchschnitt, schmal, Ilse. Speck, Eng!. Gewählter, 8 bis 10 Pfund im Durchschnitt, 12c; 10 bis 12 Pfund im Turchfchnitt, 12-. Speck Klare Seiten, 50 bis 60 Pf. im Durchschnitt, 9c; KlareSeiten, 30 bis 40 Pfd. im Durchschnitt, 9ßc; Klare Setten, 20 bis 50 Pfd., 9c; Klare Bellies,25bis 30 Pfd., 8zc: 18 bis 22 Psd.,9ic;14bis 16Pfd.,10ßc; Klare Rücken, 20 bis 25 Pfd., 9c; Rücken 12 bis 16 Pfd . , 9c; Klare Rücken 6 bis 9 Pfd.,9Zc. Schultern, Engl. Cured 10 bis 20 Pfund im Durchschnitt 8c; 16 Pfund im Durchschnitt, 8c; 10 bis 12 Dfund 84c Gepöckeltes Schweinefleisch, Knocder loses Fancy Pig $19.00; Klares Bean 18.00; Family 16.50; Short <at 15.00: Rumrt 14.50. Gedörrtes Rindfleisch Schinken, reg.
Sets, 11c; Außenseiten 8j ; feiten 13c; Knöchel I2c. Schmalz, in Tieres, I. Q'.zalSt 8c; 2. Qualität SZez n. Qu'ität 8c. Würlte, Geräuchert VkAiMttß 8c; Frankfurter 7c; 2S:cnerwu: 7:; Knackwurst 7c; Bologna Tür.-u' 6c, ;n Tuch 6c.
Fische, Austern und Wildpret. Hündlcr-Preise: Clams Little Recks 75c p-r 10,. Hummern 25c per Pfund. Froschschenkel, $1.50-2 per Ttzd. Austern BesteBaltimoreoderStand. ard, $1.00 per Gallone; beste Balti. limore Selects, $1.10 vcr Gallone; Ne York Counts, $1.00 per 5oundcrt; Tuat York Culls, 70c per Hunder?; Blue Points in Schalen, 75c per 5undcr:. Austern in Kannen ?icw Hort Counts 35c; I. S. F. k Co. Select, 32c; Standard 25c; F. rand 22c; O. K. 18c: R. 15c. See-Fifche. Knochenlose -däringe 7c; hüringe 5c; Per 5c; eißfifth 9c; See Forellen 9c; Red Snapper s(c; Kennebec Hechte 15c; Plannte 10c Halibut 15c; Stocksifch 8c; 5addock 8c; Catfisch 10c; Ro.1 Pickcrel 10c; Pickerel oder Blue Plle 6c; Black Btz 15c. Butter, Eier rn:& ltzeslügel. Händler bezahlen folycndc fta ife : Butter, frische, 11c Eier, 17c per Dußcnd. Hühner 5c;Turkeys : iuns;c57ahn? 10 Pfund und darüber 7c ; junnc öran, 7 Pund und darüber 6c ; al:c Hennen 5 5c ; alte Hähne 4jc; MM und Krumbrüstige 41c ; En:en 6c: Gnle 5.40-0.00. Getreide. Weizen-7!o. 2 rother 7o,.c auf be Gelcifen, 73k von der Mühle ; No. 2 rother 69-71c; Novbr. 73-k auf de Geleisen; Wagcnwcizen 73c. ' Korn-Ro. 1 weiß 30c; Ro. 2 weiß 36c; No. 3 weiß 365c; No. 4 weiß 32z-34zc; No. 2 weiß gemischt 36c; No. 3 weiß gemischt 36c; No. 4 weiß gemischt 32 - 34c; No. 2 gelb 37tzc; No. 3 gelb 36c; No. 4 gelb 32-34zc; No. 2 gemischt 36c; No. 8 gemischt 36c; No. 4 gemischt 32 - 34c; an Kolben 35c. Hafer-No. 2 weißer 25; No. S weißer 24c; No. 2 gemischter 25jc; No. 3 gemischter 22c Heu-altes No. 1 Timothy 13.0013.50 No. 2 Timothy 11.50-12.50. Kaffee. Folgendes find die Jndianapoli Preise : Gewöhnl. bis guter 12c-15." vrima bis gewählter 20-22c. Fanc? 2-27c; Golden Rio 23-26; Java 18-Slc. In Packeten: Ariosa 511.75, Lion lO.". Jersey 11.75, Caracas 11.25, DiÜVSrth' 11.75 Tutch Java Blend 17.0s4, Mail. Pouch 10.75, Gates Blc7.dcd Java 10.75. Groeeries. Zucker Dominocs 6.17c: 3:ückzucker 6.32c; pulversirtcr 6.0c; MSXM vul. verifirter 6.07c; Standard granuliner 5.92c; feiner granulirter 5.92c; Cubes 6.07c; Confectioners' A 5.72c; Ridge wood A 5.62c; Phon A 5.47c; Emoire A 5.42c; Ideal Extra Golden C 5.37c; Windsor Extra C 5.27c: Ridgewoob extra C 5.17c; gelber C 5.02 ; 16 gel ber 4.87. Eingemachte Früchte Blackberries, 5 Pfund, 51.10; Peaches S:c:nd. 3 Pf., $2-2.25; Seconds 3 Pfund $1.60 1.65; Pie 51.40-1.50; Ana.-aS, Standard, 2 Pfund, 51.65-1.90; See onds, 3 Pfund, 51.25-1.46; grüne Bohnen, 3 Pfund Kannen, 51; Bahama Ananas 5l.90-2.25; Gesiebte Erbfek 51.10-51.75; frühe Juni 51-1.26, Marrow 95c, eingeweichte 55c 80c; Tomatoes, 3 Pfund, 90c-51.00;Zuer lorn 80c 51.40; Apfelbu::cr, per Dutzend. 3 Pfund, 95c. Sämereien. Kaufpreise: Kleefamen, Rother, 55-55.50; eng lifcher, je nach Qualität 55-5.50; Al' syke 5-7.00; Alfalfa 5.50-6.00 per Bushel. Timothy 51.30-51.40. Detail-Preise : Kloesamen, alter, prima, 55.50; neuer $5 .00-6.50. Timothy, gewählter 5-. 2,"; pri 52.00-2.10. Blue Gras, Fancy Kentuckq 51.20 per Bushel; extta reines 50-65c per Bushel. Kohlen. tt--t H ton Anthracite $7.00 5.65 Rauchlose 4.50 2.40 Jackson 4 00 2.15 Pittsburg 4 00 2.15 Raymond City 4.00 2.15 Winifrede 4.00 2.15 Kanawha 4.00 2.15 Luhrig 3.50 1.90 Brazil Block 3.50 1.90 Green County 3.00 1.65 Jndiana Lump 3.00 1.65 Slack 2.00 1.15 Blotzburg 6.00 2.65 Lumv Coke 11c per Bush. 52.75 p 26 Bufhel. 51.50 per 12 Bushel. Zerkleinerter Coke 13c pnBu. 53.25 ;er25Bu. 51.75 ver 12 8n.
