Indiana Tribüne, Volume 24, Number 101, Indianapolis, Marion County, 28 December 1900 — Page 1
f x Mit G Sonntags- L Blau ? i Scn? i fe: 2a tli v z, lOcperAockk T F v" l v "V- Jr 2 Vrsctxcwt sed, Wdußnntttg ttttfc Honntag Morgen. Jahrgang Indianapolis, Ind. ftrcitaa, den 2. Tczember 1900. No. ioi
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Tribüne.
Ausland Tcpeschen
Bie fsjjiiplildje frage. Dcr chinesische Hos protcftirt gegen die verlangte Tchlcisnng der ortS , Wie auch gegen die egationswachen in Peking. Pie Utttcriiaudluttgen noch im Oanyc. Vom Kriegsschanplatz in TüSZlfcika. lk Bocren ungewöhnlich MksßV le Wct im dampfe mit den Briten. ribnachtkn feierten Die Boeren jliDcin ßk überall Die britischen Gar nliozicil aiinriffcii. 5rcuitt-? und Piquart vrotrstiren gegen i ii r c Beguadignug. m A u s China. P e k i n g , 28. Tez. Li Hung Cbang :nd Prinz Ching, die chinesiscken Frie)enskommissäre. haben eine Depesche ?on dem Kaiser Kwang Su erhalten. Die beiden Chinesen Bitten während des 2ages eine Konferenz die mehr als ;ine Stunde dauerte. Der H?s protejnrt in der energischsten Weis gegen :ie sck!eifung der Forts, wie auch gezen den permanenten Verbleib von Le-aiion-macken in Peking, die, den Anlegten des Hofes gemäß, nach Belieben .n solchen Weise verstärkt' werden tönn:en, daß der Hof dadnrch bedroht wür?e. Nach der Konferenz wurde beschlosen, noch weiter mit dem Hof zu kommuniziren, ehe die Unterhandlungen nit den Gesandten aufgenommen wern. Die Proklamation, welche dZs Terri-'l-rium um Peking. Pio Ting Fu und Xien Tsin in mehrer? separate Distrikte mter Oberhoheit der verschiedenen Kontingente der Alliirten theilt, ist nur in der deutschen Abtheilung anzesckla?en worden. Dir' Autorität der chinesischen Behörden wird darin anerkannt ane des Grafen Waldersee wird mit keinem Worte erwähnt. Diese Haltung Deutschlands erregt Befremden, da es besonders die deutsche Regierung war, velche auf dein schärfsten Vorzehen gezen die Chinesen bestand und welche jetzt iuf einmal die Autorität chinesischer öeamten anerkennt. Die größten Sethonen jenes Landstriches sind den britijchen. deutschen und französischen Tru?ttn zugewiesen worden. Aus Sian Fu wird gemeldet. daß Kaiser Kwang Su den Genera! '.'.a Za Kun zum Befehlshaber der Truppen ernannt hat. welche oen Hof nach Peking zurück eskortiren fallen. Die Briten haben ihre Garnison in lang Tsun um 100 Mann mit Vferzen und drei Geschützen verstärkt. Auf Lefehl des Feldmarschalls Waldersee vird ein fliegendes Korps von 1600 Nann Kavallerie das Gelände zwischen Tien Tsin und Dang Tsun absuchen, n Folge der Meldung der Franzosen, oaselbst ein Engagement mit 2500 Mann chinesischer Truppen gehabt zu haben. General Pulloä's Regiment wird die Städte, welche es letzthin besetzt nelt. zerstören, da dieselben offenbar Schlupfwinkel für die Borer bilden. Die britische Regierung fürchtet wegen Ihm manaelhaften Bewaffnung wenig von den Borern. doch haben dieselben mehrfach britische Soldaten getödttt. So wuroe eine Anzahl britischer Soltaten beim Tempel des Himmels mit Schußwunden im Kopfe todt aufgefunden. Ein Detachement des 6. Ver. StaaItn Kavallerie-Regiments und mehrere beschütze werden morgen nach den inneren Distrikten abgehen und die Berichte des Miionärs Kellen, daß eingeborene Christen daselbst lebendig verbrannt worden seien, näher zu unter suchen. Der Panama-Kanal. Paris. 28. Dez. Die neue Pa-nama-Kanal-Äompagnie nahm in ihrer heutigen Jahresversammlung einen Bericht an, in dem die Direktor ren unter 'Anderem, auf den Bericht der amerikanischen KanalKommission Beßug nehmend, erklären: Wir sind der Ansicht, daß eine Vereinbarung zwischen den Ver. Staaten, der Regierung von Colombia und unserer Kompaanie möglich ist. fodaß die Ber. Staaten schließlich doch die Konftruktion des Panama-Kanals vorzieben werden. Der Präsident der Kom-
pagni? fuvrt letzt die dadruzrelenden
Unterhandlungen in Washington. Sollte es unmöglich sein, innerhalb einer gewissen Zeit eine Vereinbarung mit den Ver. Staaten abzuschließen, dann müssen wir versuchen, die Mittel aufzutreiben, um den Bau des Pana ma-Kanals zu vollenden und wir wer den Ihnen dann zu geeigneter Zeit bezügliche Vorschläge unterbreiten. Es ist weder möglich noch angebracht, heute mehr über die Angelegenheit zu sagen." Vom Goldenen Horn. K o n sta n t i n o p e l , 28. Dezbr. Man ist h'er der Ansicht, daß der Kontrakt mit Cramps. für die Konstruktion eines Kreuzers, unterzeichnet wor den ist. ohne daß die übliche erste AnZahlung gemacht wurde. Diese Ansicht findet Bestätigung durch die Thatsache, daß die Pforte sich formell verpflichtet hat. kein Geld an die Amerikaner zu bezahlen ehe die Krupp-s befriedigt sind, und die deutsche Firma hat soweit noch kein Geld erhalten. Mehrere türkische Soldaten haben den britischen Geschäftsträger, Herrn De Bunsen. und andere Mitglieder der britischen Gesandschaft in der Nähe des Pulvermagazins in Makrickeny in brutaler Weise angegriffen und mitzhandelt. England ist in der eneegischsten Weise Genugthuung verlangt worden. Dreufus wieder auf dem Plan. Paris. 28. Dez. Drcyfus hat dem Premierminister Waldeck'Noufsea'.l geschrieben, das; die Erklärung Henry Rochefort's unwahr fei, daß er (Dreyfns) 1U dem Kaiser WilHelm einen Brief übersandt habe, wclcher aus der deutschen Botschaft in Paris gestohlen sei und welcher, mit Randbemerkungen vom Kaiser versehen, die Beweise für Dreyfus' Schuld enthalten habe. Dreyfus schreibt wörtlich : ,.M?ine Unschuld ist unbestreitbar und die gesetzliche Anerkennung derselben werde ich bis zum letzten Athemzuge verfolggen. Ich habe nicht das Borderau mit Randbemerkungen des Kaisers, welches eine Fälschung ist, geschrieben und ich habe nicht das echte Bordereau geschrieden. welches von E''terhazy verfaßt war, um Henry zu retten. Alle HauptAnstifter des gegen mich begangenen Unrechts sind noch am Leben. Ich hab? das Recht. Aufklärung zu verlangen und ersuche Sie daher, eine Untersuchung anzuordnen." Colonel Picquart hat ebenfalls an Waldeck Rousseau geschrieben und ersucht ihn. seinen Namen nicht in der allgemeinen Amnestie-Vorlage mit einzuschließen, da er seine Rehabilitirung einer solchen Maßregel mcfel verdanken will. Auch verbittet er sich jede Kompensation, da er durchaus nicht nach Avancement undAuszeichnungen strebe. Eine orthodoxe Kirche für New York. St. Petersburg. 28. Dez. Der heiligste Synod hat angeordnet. daß in allen Kirchen Kollekten für den Bau einer orthodoxen Kirche in der Stadt New tyoxt veranstaltet werden sollen. Große Feuersbrunst. London. 28. Dez. Eine der verbeerendsten Feuersbrünste, die in den letzten zehn Jahren das Ostende von London heimgesucht haben, brach am Donnerstag am East Jndia Dock aus. Fünf riesige Magazine, die mit Waaren aller Art angefüllt waren, worunter sich tausend Ballen Hanf und eine Quantität Jute befanden, wurden ein Raub der Flammen. Nur mit den größten Anstrengunzen gelang es. die in dem Dock liegenden Schiffe zu retten. Reformen im britischen Heerwesen. L o n d o n . 28. Dez. Das Kriegsamt hat mit den versprochenen Reforwen im Heerwesen in sensationeller Weise begonnen. Es hat die Resigi a tion des Generalmajors Sir Henry Tolvillc verlangt, der jetzt eine Jnfan-terie-Brigade in Gibraltar kommandirt und vorher die neunte Division in Südafrika befehligt hatte. General Tolville weigert sich zu resigniren und er befindet sich jetzt auf der Reise nach England. Die Nachricht ist um so überraschender, als die Frage, ob General Colville für die Gefangennahme der Ieomanry bei Lindley, im Mai, verantwortlich zu halten sei, im Sommer von den Behörden eingehend untersucht wurde, als General Colville von Südafrika zurückkehrte. Nach Schluß der Untersuchung erhielt General Colville das Kommando in Gibraltar. Aus dem Vorgehen des Kriegsamtes ist ersichtlich, daß das neue Regime in Pall Mall die Entscheidung Lord Lansdowne's und Lord Wolseley's in Bezug auf mehrere frühere Kommandeur in Südafrika rückgängig machen wird. General Colville hat. wie Lord Metchutti, stets eine große Rolle in der
Lonooner Ge'euchasr geptell. anv ist ein prominentes Klubmitglied. Er hat eine glänzende Karriere gemacht und ilt häufig in den Depeschen lobend erwähnt worden. Ein russisch er Konsul für Bombay ernannt. St. Petersburg, 28. Dez. Die Regierung hat Herrn M. Klemm, einen fähigen Beamten vom Ministerium des Aeußern und zuletzt Sekretär des russischen politischen Agenten i;: Bokhara. zum ersten russischen Konsul j in Bombay. Indien, ernannt. Erst nach langjährigen und schwie- ! rigen Unterhandlungen erlangte Ruh- ! land das Recht, einen Konsul für Bombay zu ernennen. Die britischen Behörden wollten nicht zugestehen, daß die Handelsinteressen Ruhlands in Bombay die Zulassung eines Konsuls rechtfertigten. Der wirkliche Grund der Weigerung war naturgemäß die Annahme, daß das Konsulat politischen anstatt kommerziellen Zwecken dienen werde. Der Krieg in Südafrika. London. 28. Dez. Die letzten Depeschen von Südafrika lassen er sehen, daß Lord Kitchener die eindrin- ; genden Boeren zum Stillstand gebracht hat, daß es ihm aber noch nicht gelungen ist, die Kapkolonie von denselben zu säubern und daß die einzelnen Kommandos der Boeren ungewöhnliche Aktivität entwickeln. Seine Proklamation wird deshalb auch wenig Erfolg haben, wenn es ihm nicht gelingt. De Wer gefangen zu nebmen. Die Boeren betrachten diese Proklamation als Zeichen der Schwäche und fürchten De Wet's Rache, wenn sie sich ergeben sollten. Die Königin hat der Institution ei nes neuen Ordens zur Auszeichnung solcher Offiziere, die in Südafrika gedient haben, ihre Zustimmung gegeben. Der Orden wird wahrscheinlich der Stern von Afrika" genannt werden. Eine Depesche aus Vryberg vom 20. Dezember meldet, daß die Boeren in : starken Massen eine unerwartete Schwenkung nach Westen machten. Sie hatten 150 Wagen bei sich und der Depesche zufolge hatten sie die Absicht, nach Damara Land zu ziehen, was die Boeren indessen in Abrede stellten. K a p st a d t. 28. Dez. Eine kleine Boeren - Abtheilung griff am 24. De. zember Braghersdorp an. sie wurde aber nach heftigem Kampf zurückgeschlagen. Die Boeren sind ungemein aggressiv uno an vielen, weit auseinander gelegenen Plätzen haben Kämpfe stattgefun den. B l o e m f o n t e i n. 26. Dez. Es ist abermals ein. allerdings unbestätigtes Gerücht im Umlauf, daß Präsident ; Steyn und die Generäle De Wet und Haasbroock nach einer längeren Konfe renz beschlossen hätten, sich zu ergeben,
vorausgefetzt, daß die Kap - Boeren. die sich bei ihnen befinden, nicht bestraft und die Führer nicht deportirt würden. Braghersdorp. Kapkolonie. 26. Dez. Oberst Grenfell hat beständig Fühlung mit dem 700 Mann starken Kommando Kruitzinzers. das die britischen Gefangenen mit fortführt. ' Kruitzinzer hat seine Wagen und feine Maxim - Geschütze im Stich gelassen. Ein Versuch des 9. Lancier - Regiments. am 24. Dezember bei Plaisterhenvel Kruitzinger zu umgehen, mißlan. Acht Briten, darunter Lord Freoenti Blackwooa. wurden verwundet. London. 28. Dez. Von Lord Kitchener ist die folgende Depesche im Kriegsamt eingetroffen: ..Pretoria. 27. Dez. Genera! Knox, von Barber, Pilcher und White unterstützt, steht mit den Truppen De Wet's im Kampf, die in der Nähe von ; Leuwkop eine starke Position inne ha- ! den. De Wet hofft, die Linie zu durchbrechen und wieder südwärts ziehen zu ' können. Der östlichen Kolonne der Boeren 1 in der Kapkolonie ist anscheinend bei ' Reitport Spruit der Weg verlegt worden. Die westliche Kolonne soll in zwei Abtheilungen nordwärts gezogen sein, eine gegen Prieska und die ande-e durch Strydenburg. Truppen folgen ihnen. Am 26. Dezember griffen 200 Boeren einen kleinen Polizei-Posten bei Botsburg an. sie wurden aber zurück- 1 geschlagen, ehe Verstärkungen von Johannesburg ankamen. Die Boeren beschädigten die Maschinen in den Minen in der Nachbarschaft. ..Die Boeren griffen um zwei Uhr Morgens am Donnerstag Utrecht an, sie wurden aber zurückgeschlagen." L o n d o n . 28. Dez. Dem Evening Standard" wird gemeldet, daß die Schwadron Ieomanry. die vosfden Boeren gefangen wurde, als sie den letz- : teren von Britstown aus folgte, wieder freigelassen worden sei, nachdem die Boeren ihr die Pferde und Waffen abgenommen. Zehn Mann von der j Schwadron waren verwundet worden.
Inland Depeschen.
Die 1900er Krnte. Der richilliße .Bfridil fies Mrrkan-AMlriNi'ill. . Die Frau eines der Gelynchten erhält $4,000 Schadenersatz. Mysteriöse lordaffairett in $1 Louis und Indianapolis. i , Tie MUler'sche Entführung. Der entführte Knabe wiedererlangt. (5inc rabiate T'emvercnzlcrlik Zerstört Eigenthum in Kansas. Die Ernte von 190 0. Washington, D. C.. 28. Dez. Der Statistiker des Ackerbau - Departements schätzt die Weizenernte der Ver. Staaten für das Jahr 1900 auf 522,229,505 Au. ab. Dieses Quantum wurde auf 42.495,385 Acres produzir: und der Durchschnitts-Ertrag war somit 12.29 Bu. per Acre. Die Produktion von Winterweizen wird auf 350,025,409 Bu. abgeschätzt, und von Sommerweizen auf 172.24,09'" Bu. Winterweizen wurde auf 26,235.897 Acres geerntet und Sommerweizen auf 16,295,483 Acres. In hio, Michigan, Jndiana und Illinois wurden im Ganzen 3,522,787 Acres, die mit Winterweizen bestellt waren, umgepflügt, und in Nord- und SüdDa'ko:a wurden 1.793.467 Acres, die mit Sommerweizen bestellt waren, umgepflügt. Interessant ist. daß in Nebraska Winterweizen allmählig den Sommerweizen verdrängt. Das im Herbst mit Winterweizen bestellte Areal wird auf 30,282,564 A res abgeschätzt. Am 1. Dember betrug der Durchschnittsstand der neuen Saat 97.1 Prozent. Die Produktion von Welschkorn im Jahre 1900 wird auf 2,105.102,516 Bu. abgeschätzt, von Hafer auf 809,125.989 Bu.. von Gerste auf 58.925.833 Bu.. von Roggen auf 23,995.927 Bu.. von Buchweizen auf 9,566,966 Bu.. von Kartoffeln auf 210.926.897 Bu. und von Heu auf 50,110,906 Tonnen. Das Areal, das mit verschiedenen Produkten bestellt war. betrug': Welschkorn 83.320.872. Hafer 27.364.795, Gerste 2,894,282, Roggen 1.591,326, Buchweizen 637.930. Kartoffel 2.611.054 und Heu 39.132.890 Acres. Die Welschkorn-Ernte von 1900 war eine der vier größten, die je in diesem Lande eingeheimst wurden, und die Hafer-Ernte wurde bisher nur einmcrl übertroffen. Auf der anderen Seite waren d Gersten- und Roggen-Ernte mit einer einzigen Ausnahme die kleinsten seit 1887. Die Buchweizen-Ernte ist die kleinste seit 1883 und die HeuErnte mit einer Ausnahme die kleinste seir 1888. Die Frau einesGelynchten erhält 4000. Chicago. Jll.. 28. Dez. Frau Lulu E. Jenkins. die Frau eines der fünf Männer, die im Jahre 1897 in Versailles. Ripley County, Jndiana. gelyncht wurden und die den Sheriff des County's auf Schadenersatz verklagt hatte, weil er es unterlassen, ihren Mann gegen den Pöbel zu beschützen, wird $4000 erhalten, die zu bezahlen die acht Bürgen des Sheriffs sich verpflichtet haben. Die Klage, die von der jetzt hier wohnenden Frau drei Monate nach der Lyncherei angestrengt wurde, wird sofort niedergeschlagen werden. Jenkins befand sich wegen Pferdediebstahls im Gefängniß zu Versailles, als er mit den vier Anderen gelyncht wurde. Mysteriöse Mordthaten. S t. L o u i s. Mo.. 28. Dez. N. C. Payne. Besitzer eines kleinen Eisen Waarenladens im hiesiger Stadt und seit zwölf Jahren Prinzipal der öffentlichen Schule in Old Orchard. wurde am Donnerstag in der Nähe von Webster Grove neben dem Geleise der Mis souri Pacific Eisenbahn todt aufgefunden. Der Kovf war ihm fast ganz vom Kopf abgetrennt. Am Körper befanden sich keine anderen Verletzungen und es ist offenbar, daß der Tod durch den Schnitt verursacht wurde, der den Kopf fast ganz abgetrennt hat. Ob der Kopf von einem Eisenbahnrad oder mit einem Messer abgeschnitten wurde, konnte noch nicht festgestellt werden, der Schnitt ist aber so glatt und scharf, daß er von einem Messer berzurüdren
scheint. Geld und Uhr Panne's besänden sich noch in den Taschen des Todten. Barre. Vt.. 28. Dez. Der Pol:zeichef Patrick Brown wurde in der Nacht zum Donnerstag auf der Strafe von i.iehreren italienischen Anarchisten niedergeschossen und liegt jetzt, von drei Kugeln getroffen, sterbend in seiner Wohnung. Die italienischen Sozialisten hatten am Mittwoch Abend einen Ball veranstaltet und nach Mitternacht kamen auch einige bekannte italienische Anarchisten dorthin, die aber prompt aufgefordert wurden, sich zu entfernen. Dies führte zu einer Prügelei und Brown wurde gerufen, um Ruhe zu schaffen. Mehrere der Anarchisten wurden dann gewaltsam entfernt. Als Brown später im Begriffe war. nach Hause zu gehen, wurde er in einer ein samen Straße aus dem Hinterhalt nie dergeschossen. Während der Konfusion, die den Schüssen folgte, erschienen drei der Anarchisten auf der Bildfläche und Brown erkannte jeden einzelnen von ihnen. Zwei davon. Otto Barnaccio und Luigi Sasso, wurden später verhaftet und von Brown als seine Angrei fer identifizirt. Brown lag eine ganze Stunde in der bitteren Kälte im Schnee, bis er aufgefunden wurde. Eine rabiate Temperen z l e r i n. W i ch i t a, Kas.. 28. Dez. Frau Earrie Nation, Präsidentin der Barb?r County W. C. T. u., 60 Jahre alt und Gattin eines Advokaten in Medicine Lodge, kam am Donnerstag in das Sckanklokal im Caren Hotel und zertrümmerte dort mit Eisenstückcn und Steinen, die sie mitgebracht hatte, sowie Billard - Bällen, die sie von dem Billrdtisch genommen hatte, nicht nur alle Flaschen und Gläser, sondern auch ein Bild von Cleopatra im Bade", das einen Werth von S300 hatte. Sie wurde auf die Anklage des böswilligen Zerstörens fremden Eigenthums verhaftet, vom Gefängniß aus schickte sie aber sofcrt eine Botschaft an den krank im Bett liegenden Gouverneur Stanley, ihn auffordernd, daß er nach dem Gefänzniß kommen und ihre Vertheidigung übernehmen solle. Als ter Gouvcrneur ablehnte, telegraphirte sie nach Medicine Lodge an Jerry Simpson, ren alten Nachbar. Frau Nation hatte erst vor Kurzem in Kiowa und Medicine Lodge mit einem Beil die sämmtlichen Bar-Ein-richtungen zerstört, und sie erklärt, nach und nach alle Schanklokale im Staat ruiniren zu wollen. Sie behauptet. daß man ihr deshalb nichts anhaben könne, weil die Schanklokale keine gesetzliche Berechtigung hätten. Das Geständniß wahrscheinlich wahr. Sacramento. Cala.. 28. Dez. H. Green. der am Mittwoch freiwillig eingestand, im Jahre 1875 in Michigan einen Mann Namens Bill Feeney ermordet zu haben, erklärte heute sein Geständniß für unwahr; er sagt, daß er betrunken gewesen sei. als er die Aussagen m.ichte. die Polizei stellt aber Nachforschungen an. Cläre. Mich.. 28. Dez Der Mann, den ermordet zu haben H. Greene in Sacramento. Cala., eingestanden hat, war Owen Feeney, und nicht ..Bill" Feeney, wie Green angege ben hat. Feeney befand sich am 8. Januar 1877 in Cläre auf einer Spree" und lies bei der Gelegenheit viel Geld sehen. Am Abend des 8. Januar bestieg er einen Zug, um nach einem Holz-schlager-Lager zu fahren, in dem er beschäftigt war, und er wurde nicht wieder lebend gesehen. Erst im folgenden September wurde die Leiche Feeney's in einem kleinen See mit ekngeschlagenem Schädel und durchschnittener Kehle aufgefunden. Sein Geld war fort. Die Einzelheiten stimmen alle mit dem Geständniß Green's überein. sollte tyrenfruherenGatten ermorden lassen. C o n c o r d. N. H., 28. Dz. Am Mittwoch s'4nd wurde hier Frau Carrie Sinclair Huntoon. 26 Jahre alt, auf die Anklage hin verhaftet, einen jungen Mann gedungen zu haben, um ihren ehemaligen Gatten. Walter C. Huntoon, von dem sie seitSeptember geschieden ist. zu ermorden. Am Donnerstag wurde die junge Frau für irrsinnig erklärt und nach dem Staats Jrrenasyl geschickt. Die Frau hatte vor einigen Wochen in Boston einen jungen Mann, den sie gar nicht kannte, im Union Bahnhofe angesprochen, und ihn gefragt, ob er Arbeit suche und ein paar Dollars verdienen wolle. Obgleich der Angeredete dies verneinte, forderte Frau Huntoon ihn auf. ihren ehemaligen Gatten zu ermorden, wofür sie ihn zu belohnen versprach. Dutton. so hieß der jungeMann, theilte die Sache seinem Vater mit und auf dessen Wunsch wurde die Polizei benachrichtigt. am Dienstag kam die Frau wieder nach Concorö zurück und sie schrieb sofort an Dutton. daß er hier herkommen und sie hinter dem Staatsaebäude treffen solle, wo sie ihm die nö-
thigen Anweisungen geben würde. Dutton benachrichtigte d:e Polizei und auf ihren Rath begab er sich nach Concord und an die bezeichnete Stelle, wo ihm Frau Huntocm einen geladenen Revolver; ein an ihren früheren Gatten gerichtetes Schreiben, mit dem er aus dem Haus gelockt werden sollte, und ein Couvert. daö $5 als Abschlagszahlung enthielt, übergab. Der Stadtmarschall Locke, der sich in der Nähe verborgen hatte, nahm dann die Verhaftung der Frau vor. die sofort in die furchtbarste Aufregung gerieth, sich aber später be ruhigte. Auf Befragen erklärte sie. daß sie ihren ehemaligen Gatten habe ermorden lassen wollen, weil er sie nach der erfolgten Scheidung auf der Straße einmal spöttisch angesehen habe. JessieMorrison geflüchtet W i ch i t a. Kans.. 28. Dez. Frl. Jessie Morrison, die auf Besuch ihrer Eltern in Eldorado weilte, verließ das Vaterhaus bei Nacht undNebel in größter Hast und fuhr mit einem Zuge oft wärts nach unbekannten Regionen, ws sic. wie der alte Richter Äcorrifon. ihe Vater, sich äußerte, unter anderem Na men leben wird, um alle Notorität zu vermeiden. Kurz bevor der Zug sich in Bewegung setzte, erschienen mehrere wuthschnau bendeFrauen auf dem Missouri Pacific Bahnhof, mit faulen Eiern bewaffnet, um der Mörderin ihrer Rivalin einen unsanften Abschied zu bereiten. Es ist übrigens die höchste Zeit gewe sen. daß Frl. Morrison das Weite ge ucht hat, da die Mutler der Ermordeten. Frau Roland Wiley. im Begriff stand, eine Lynch - Party zu organisi ren. und es hatten sich ihr bereits meh rere Frauen angeschlossen. Frl. Mor rison hörte davon und gab schleunigst ihr geplante Weihnachtsfreude auf und entfloh. Keiner ihrer Bürgen wohnt in Eldorado, genügend Beweis dafür, daß die Stimmung, entschieoen gegen sie ist. Der Noble -Mord aufgeklärt. I r o n t o n . O.. 28. Dez. Im August dieses Jahres wurde auf einer Farm bei kiesiger Stadt George W. Noble, ein reicher, alter Viehzüchter, ermordet aufgefunden. Er war im Hof bei der Scheune todtgeschlagen worden, und die Schweine hatten bereits den Kopf angefressen, als die Leiche gefunden wurde. Trotzdem eine Belohnung von $500 für die Verhaftung des Mörders ausgesetzt worden war, gelang es anfangs nicht, die geringste Spur zu finden. Am Donnerstag wurden aber endlich Ephraim Noble, ein Sohn des Ermordeten. Alex. Aubaugh. ein Schwiegersohn, und zwei Enkel des Todten auf die Anklage hin verhaftet, den Mord begangen zu haben. Diamanten in NeuMeriko. Alamogordo. N. M.. 28. Dez. Ein prominenter Eisenbahnbeamter in hiesiger Stadt erhielt dieser Tage ein Kästchen mit fünfzig Steinen, angeblich Diamanten, die bei Capitan. an der El Paso und Northeastern Eisenbahn, wo sich Kohlenlager befinden, gefunden wurden. Die Steine wurden von I. I. Blow, der früher in Dien sten der De Beers Company in Kimberley. Südafrika, gestanden, gefunden. Herr Blow. der seit einem Monat insgeheim eine Untersuchung geführt hat. erklärt, daß es entweder Diamanten seien, oder Steine, die den letzteren so ähnlich seien, daß er den Unterschied nicht bemerken könne. Sie werden zur endgiltigen Analyse an Experten geschickt werden. Wieder ein Knabe vermißt. I u d d. Iowa, 28. Dez. Der neun Jahre alte Sohn von Louis Tonhose wird seit Dienstag vermißt und der Vater des Knaben ist der Ansicht, daß Louis entführt worden ist. Er hat $500 Belohnung für das Rückbringen des Knaben ausgesetzt und $1000 für die Verhaftung der Entführer. Brutaler Räuber. M a ? ie t t a. O., 28. Dez. Abraham Johnston und Frau, beide mehr als 80 Jahre alt. wurden in der Nacht zum Donnerstag, umMitternacht, in ihrer Wohnung auf der anderen Seite des Flusses, in West Virginien, gebunden, gemartert und beraubt. Der Räuber, ein riesenhafter Neger, war durch ein Fenster in das Haus eingestie gen. und er hat es auf demselben Weg verlassen, die beiden alten Leute noch gebunden zurücklassend. Frau Johnston ist in Folge des ausgestandenen Schre ckens fast ganz paralysin und derMann ist ziemlich schlimm verletzt. 49 Schulkinder angeblich ertrunken. Bu r ! i n g t o n . Iowa, 28. Dez. Eine Telephon-Botschaft aus Wash. ington. Iowa. sagt, daß in Foster. Ja., 49 Schulkinder beim Schlittschuhlaufen auf dem Fluß durch'- Eis gebro chen und ertrunken seien. Es ist nach allen in der Nähe befindlichen Punkten telegraphirt und telephonirt worden, soweit hat aber die Nachricht keine Bestätigung gefunden.
